Bücher mit dem Tag "bücherverbrennung"

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35 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.605)
    Aktuelle Rezension von: birdies_buecherwelt

    Im Alter von neun Jahren kommt Liesel Meminger zu Pflegeeltern. Es ist das Jahr 1939, Liesels Mutter wollte ihre Kinder beschützen, doch als Liesel in der Himmelstraße 33 in Molching ankommt, ist sie allein. Ihr jüngerer Bruder hat die Zugfahrt aufgrund einer Krankheit nicht überlebt. Bei seiner Beerdigung stielt Liesel ihr erstes Buch, weitere werden folgen und ihr so den Namen "Bücherdiebin" einbringen. Liesels Pflegeeltern Rosa und Hans Hubermann lieben das Mädchen auf ihre eigene Weise und werden für sie schnell zu einer geliebten Familie. Doch die Zeiten sind alles andere als unbeschwert, denn der Krieg rückt unaufhaltsam näher an den Alltag heran.
    Schon nach den ersten Seiten, ach was, nach den ersten Zeilen war mir bewusst, dies ist ein besonderes Buch. Der Erzähler ist niemand geringeres als der Tod. Der Tod wirkt alles andere als bedrohlich, er ist beinahe sympathisch. Seine Worte sind mit Bedacht gewählt und häufig zynisch, über viele Aussagen musste ich intensiv nachdenken. Diese Perspektive macht das Buch so besonders. Aber auch Liesel, ihre Sicht auf die Welt, ihre Liebe für Worte und für Bücher haben mich sehr berührt. Trotz der Tragik des Krieges ist die Handlung ruhig gehalten, viel mehr geht es um Familie, Zusammenhalt, Menschlichkeit und Zuversicht. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen und sich selbst überzeugen. Markus Zusak ist ein Meisterwerk gelungen, zurecht wurde "Die Bücherdiebin" mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

  2. Cover des Buches Cassia & Ky - Die Auswahl (ISBN: 9783596188352)
    Ally Condie

    Cassia & Ky - Die Auswahl

     (4.495)
    Aktuelle Rezension von: Read-and-Create

    Im ersten Buch der Trilogie steht zuerst einmal Cassia im Mittelpunkt. Sie lebt in einer vollkommen vorprogrammierten Welt, in der alles perfekt laufen soll – auch der Partner wird einem ausgesucht und bei einem offiziellen Paarungsbankett vorgestellt. Ab diesem Punkt tauchen auch die beiden anderen Hauptcharaktere Xander und Ky auf. Nachdem Cassia herausfindet, dass sie ohne ihr Wissen für ein psychologisches Experiment missbraucht wurde, entwickelt sie (endlich) einen eigenen Willen und den Wunsch nach Freiheit.

    Die Welt die Ally Condie hier erschaffen hat, finde ich sehr spannend! Der Schreibstil und die Geschichte haben mir gut gefallen. Alles in allem eine spannende und gefühlvolle, aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte!

  3. Cover des Buches Die Feuerschreiber (ISBN: 9783038480907)
    Claudia Schmid

    Die Feuerschreiber

     (16)
    Aktuelle Rezension von: LEXI
    „Wer hätte wohl gedacht, dass hinter feuchten Klostermauern so ein Geist heranwächst. Und er hat großen Mut, der fürchtet sich nicht vor den Mächtigen!“

    Die Begegnung des Philipp Melanchthon, seines Zeichens Magister, Professor, Sprachgelehrter, und großer Geist in kleinem, unscheinbarem Körper, mit dem Mönch aus Wittenberg hatte bedeutende Folgen für die Kirche. Die beiden Männer waren zwar in mancherlei Hinsicht unterschiedlich, hatten jedoch ein gemeinsames Ziel vor Augen. Ihrer beider Bestreben war es, das Evangelium Gottes durch genaues Studium zu erkunden und die Kirche und das Universitätsstudium zu erneuern. Sowohl Luther als auch Melanchthon waren dazu berufen, zu Reformatoren zu werden, sie gingen ihren Weg mit unerschütterlicher Überzeugung. Melanchthon bildete mit seiner ruhigen, besonnenen Art einen Gegenpol zum aufbrausenden, glühenden Geist Luthers mit seinem messerscharfen Verstand, seiner Fähigkeit zum Ordnen von Gedanken und seiner bemerkenswerten Redlichkeit im Ringen um Wahrhaftigkeit. Ihre Gottesfurcht, ihr tiefer Glaube und das Wissen um die Dringlichkeit der Erneuerung der Kirche einte sie ebenso wie der Drang, den Menschen Bildung und Wissen zu vermitteln und ihnen zu dienen.

    Durch ihre gründlichen Recherchen gestattet die Autorin im vorliegenden Buch tiefe Einblicke in die Zeit der Reformationsbewegung und den Ursprung der Erneuerung der Kirche. Claudia Schmid begeisterte mich mit einer prallen Fülle von historisch relevanten Fakten und ließ mich in Form von Dialogen zwischen den Protagonisten an deren Ansichten, Anliegen und Lehren teilhaftig werden. Zwar ist – und bleibt – das Kernthema dieses Buches die Reformation mit all ihren Hintergründen und Auswirkungen, die bittere Armut und das unermessliche Leid des einfachen Volkes und die Errungenschaften dieser Zeit werden jedoch ebenfalls beleuchtet.

    Der schöne, gewählte Sprachstil hat viel dazu beigetragen, das Lesen zu einem Vergnügen zu machen. Die Kombination von fundierten Informationen und der Erzählung in Form eines Romans fand ich ausgezeichnet umgesetzt. Historische Ereignisse wurden auf sehr lebendige, interessante, oft sogar fesselnde Weise vermittelt und ich hatte an vielen Passagen das Gefühl, tief ins Geschehen einzutauchen.

    Die Autorin konzentriert sich im vorliegenden Buch nicht allein auf ihre beiden Protagonisten Melanchthon und Luther. Sie gibt auch weiteren bekannten Figuren wie beispielsweise dem Ablassprediger Johannes Tetzel, dem Erzbischof Albrecht von Mainz, dem Hofmaler Lucas Cranach sowie dessen Freund Albrecht Dürer, Luthers Kontrahenten Johannes Eck, und vor allen Dingen den Ehefrauen der beiden Reformatoren ein Gesicht. Ich konnte mir die ruhige, gütige und mitfühlende Katharina Krapp mit ihrer zarten Statur ebenso bildhaft vorstellen wie die ehemalige Nonne Katharina von Bora, die dem Haushalt Luthers vorstand und ihren Mann in jeder Hinsicht eine großartige Unterstützung war. Dieses Buch weckte in mir das Verlangen, mich intensiver mit der Lebensgeschichte Luthers und seiner Beziehung zu Katharina von Bora zu beschäftigen. Die Person des Jörg Unbereit als Wegbegleiter Philipp Melanchthons empfand ich als sehr gutes Stilmittel, um dem Leser das Leben des Bauernstandes und die Entstehung der Wiedertäufer-Bewegung nahezubringen. Der geschickte, kräftige Hüne aus dem Odenwald begleitet Melanchthon nach Wittenberg, ihre Lebenswege kreuzen sich danach immer wieder.

    Nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsichtlich der optischen Aufmachung empfand ich dieses Buch als wirklich gelungen. Der Titel „Feuerschreiber“ könnte eindrucksvoller nicht dargestellt sein wie auf dem Cover dieses historischen Romans: ein Tintenfass mit Feder und den in kalligraphischen Schriftzügen angeführten Namen der beiden Reformatoren befindet sich in der oberen Hälfte des Buches, während die untere Hälfte von einem roten, lodernden Feuer dominiert wird und Bewegung und Gefahr versinnbildlicht. Der in großen weißen Lettern angeführte Buchtitel in der Mitte wurde mit tiefroter Farbe hinterlegt – eine wahrlich anziehende, aussagekräftige und gelungene Gestaltung!

    FAZIT: Ich empfand die Lektüre dieses historischen Romans aus der Feder von Claudia Schmid als höchst informatives, interessantes und an manchen Stellen sogar fesselndes Lese-Abenteuer, das mir auf den Spuren der beiden großen Reformatoren ein tiefes Eintauchen in die Geschichte erlaubte. „Die Feuerschreiber“ war eine Lektüre, die ich uneingeschränkt weiter empfehle!
  4. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596512980)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.781)
    Aktuelle Rezension von: RadikaleResignation

    Vorneweg: alle Bücher lesen. Alle Bücher von Carlos Ruiz Zafon sind miteinander verwoben, die Magie der Bücher, die Liebe zum Lesen, der Friedhof der verlorenen und vergessenen Bücher. Einzigartige Sprachgewalt, die Idee, dass das Buch den Leser findet & die eigene Bereitschaft, sich darauf ein zu lassen. Unglaubliche Wege durch ein altes Barcelona& man geht sie bedingungslos mit, nur um herauszufinden, was hinter der nächsten Ecke lauert.

  5. Cover des Buches Brandbücher (ISBN: 9783839214480)
    Birgit Ebbert

    Brandbücher

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Felice
    Leicht fällt es mir nie, Bücher über die Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs zu lesen. Dieses ist zwar nicht biografisch oder auf einer wahren Begebenheit basierend, aber die Autorin hat es sehr gut geschafft, eine Geschichte zu erzählen, die sich genau so hätte abspielen können.
    Die drei Erzählstränge sind logisch aufeinander aufgebaut, mir hat nur am Ende gefehlt, dass nicht auf den weiteren Lebensweg mancher Protagonistennach 1938 eingegangen wird. Auch finde ich die Vorgehensweise der Recherche nicht immer 100%ig logisch, insgesamt bin ich aber zufrieden mit der Lektüre.
  6. Cover des Buches Die Fischerkinder. Im Auge des Sturms (ISBN: 9783961400621)
    Melissa C. Feurer

    Die Fischerkinder. Im Auge des Sturms

     (15)
    Aktuelle Rezension von: danzlmoidl
    Inhalt:
    Mitte des 22. Jahrhunderts, irgendwo in Nordeuropa. Mit ihrer Familie lebt die junge Mira in einem streng autoritär geführten Staat. Als Tochter eines hohen Beamten ist sie privilegiert. Doch nachdem sie sich der verbotenen Untergrundorganisation der "Fischerkinder" angeschlossen hat, ist ihr Leben in ständiger Gefahr.
    Als die Gruppe auffliegt, gelingt ihr mit dem geheimnisvollen Chas die Flucht. Wider alle Vernunft entschließen sie sich, in die Hauptstadt des Regimes zu reisen, um den verzweifelten Versuch zu wagen, ein weiteres Mitglied aus dem Gefängnis zu befreien. Doch schon bevor sie ihr Ziel überhaupt erreichen, droht ihre Reise ein jähes Ende zu nehmen ...

    Meine Meinung:
    Nachdem ich das Buch erhalten habe, musste ich es natürlich gleich lesen. Doch als ich ein paar Seiten gelesen hatte, habe ich schnell gemerkt, dass ich es mit einem Fortsetzungsband zu tun habe. Tja... Wer sich nicht richtig informiert, hat einfach manchmal Pech.

    So habe ich mir schnell noch den 1. Band gelesen und musste nun natürlich wissen, wie es mit Mira und Chas weitergeht.

    Melissa C. Feuerer hat unsere Zukunft weitererzählt. Der Staat steht über allem, sich ihm zu wiedersetzen bringt nichts. Doch lässt sie eine kleine Gruppe andere Wege gehen... Gefährliche Wege... Sie schafft die Spannung ständig hoch zuhalten, man möchte einfach wissen, wie es weiter geht. Gleichzeitig schafft sie es immer neue Wendungen einzubauen, auf die man eigentlich nicht kommt.

    Ihr Schreibstil gefällt mir sehr gut, er wird einem doch eher Jugendliche ansprechenden Buch treu.

    Sie schließt sehr nah an den 1. Band an, so dass man sofort wieder weiß, wo man aufgehört hat. Die Protagonisten sind mir immer noch sehr symphatisch, man hofft einfach, dass alles gut geht und kann sich auf den 3. Teil freuen.

    Fazit:
    Auf jeden Fall zu empfehlen, man sollte aber den 1. Band gelesen haben.
  7. Cover des Buches Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft (ISBN: 9783862313525)
    Volker Weidermann

    Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Buecherschmaus

    Es ist ein Trend, Geschichte als Collage aus lauter kleinen Puzzlestücken, aus Fakten und Anekdoten, Weltgeschichtlichem und ganz Privatem zusammenzusetzten. So entstehen Mischwesen aus biografischem Sachbuch, romanhaftem Einfühlen und fiktivem Füllen von Leerstellen. Ein sehr erfolgreiches Verfahren, das Florian Illies in "1913" oder auch Hans Pleschinski in "Königsallee" auf ihre je eigene Art angewandt haben. Volker Weidermann verfährt nun so mit der Schilderung eines Sommers. Es ist 1936, Deutschland schon fest im Griff des Nationalsozialismus, als sich im belgischen Seebad Ostende noch einmal die berühmten Gäste aus der Kunst- und Literaturszene zur Sommerfrische trafen. Egon Erwin Kisch, Arthur Köstler, Hermann Kesten, Erwin Toller und andere sind hier teils schon aus dem Exil angereist, um noch einmal unbeschwerte Tage zu verleben. Noch glaubt und hofft man, irgendwann in die alte Heimat zurückkehren zu können. Immer mehr zeichnet sich aber ab, das diese Hoffnung vielleicht unerfüllt bleiben wird. Im Zentrum des Buches steht das ungleiche Freundespaar Stefan Zweig und Joseph Roth. Stefan Zweig, der distinguierte, immer etwas abseits stehende Erfolgsschriftsteller und Joseph Roth, haltloser Trinker, literarisch immer weniger erfolgreich, finanziell und gesundheitlich ruiniert verbindet eine innige, aber dennoch distanzierte Freundschaft. Roth klammert sich an Zweig, brüskiert ihn gleichwohl, dieser leidet immer mehr am Verlust der europäischen Welt, die er liebte, kann und will Roth schließlich nicht mehr helfen. In kleinen Momentaufnahmen schildert Weidermann diese seltsame Freundschaft, diese seltsame Stimmung eines Sommers am Vorabend des Untergangs der alten europäischen Welt, der all die hier Versammelten so sehr verbunden waren. Es ist eine Atmosphäre des Abschieds, des Verlusts, die das Buch durchzieht, sehr einfühlsam, manchmal sogar ein bisschen zu gefühlsselig geschildert. Aber es vermittelt eindrucksvoll und kenntnisreich, was diese Menschen seit 1933 verloren haben, was aber auch Deutschland durch Verstoßung seiner intellektuellen Größen verloren hat. Ein Abschied von der "Welt von Gestern", wie Stefan Zweig sein großes autobiographisches Werk, bereits im brasilianischen Exil geschrieben, nennen wird. Am Ende schildert Weidermann, was aus all den Figuren im Laufe der Zeit noch wurde. Das ist in vielen Fällen todtraurig, macht aber Lust darauf, sich ihre Werke, deren Lektüre zumindest bei mir etliche Jahre zurück liegt, wieder einmal hervor zu nehmen.

    Ruhig und wunderbar einfühlsam gelesen wird das Hörbuch von Ulrich Noethen.

  8. Cover des Buches Die Zeit ist kaputt (ISBN: 9783407787828)
    Klaus Kordon

    Die Zeit ist kaputt

     (30)
    Aktuelle Rezension von: UteSeiberth
    Klaus Kordon hat eine sehr gut lesbare Biographie über Erich Kästner geschrieben,die in einer Reihe für Jugendliche erschienen ist.Dabei habe ich bemerkt, dass ich doch vieles über Kästner nicht gewußt und auch vergessen hatte.Ich kann diese Biographie nur empfehlen,weil sie so flüssig geschrieben ist!
  9. Cover des Buches Fahrenheit 451 (ISBN: 9783453319837)
    Ray Bradbury

    Fahrenheit 451

     (705)
    Aktuelle Rezension von: NanuNana

    Das Thema des Buches fand ich sehr interessant, weshalb ich diesen dystopischen Roman unbedingt lesen wollte. Meine hohen Erwartungen wurden leider enttäuscht, da ich mir mehr erwartet habe.

    Die Entwicklung des Protagonisten Guy Montag fand ich vorhersehbar und die ganze Geschichte war die meiste Zeit über sehr langatmig.

  10. Cover des Buches Das magische Baumhaus 14 - Im Land der Drachen (ISBN: 9783732007219)
    Mary Pope Osborne

    Das magische Baumhaus 14 - Im Land der Drachen

     (17)
    Aktuelle Rezension von: gedankenweltdenise

    Im neuen Abenteuer von Anne und Philipp Reisen die beiden mit dem magischen Baumhaus ins alte China. Sie sollen für Morgan ein altes Buch aus Bambus finden und vor der Zerstörung des ersten Kaisers von China Retten. 


    In diesem Band der Reihe erfahren wir wieder einiges über China. Zum Beispiel das sich der erste Kaiser von China Drachenkaiser nannte weil er sich den Drachen als Wappen auserkoren hatte. Oder das er den Befehl gegeben hat das die große Mauer gebaut wird. Die über 6000 Km lang ist. In seiner Zeit hatte er diese nicht fertigstellen können und so haben es die anderen Kaiser weitergeführt. 


    Dieser Band der Reihe hat mir wieder etwas besser gefallen als die Bände davor. Die beiden entwickeln sich von Band zu Band weiter und das ist schön zu beobachten. Zudem freunde ich mich immer mehr mit dem Aufbau der Bücher an. Auch wenn wir immer nur wenige Informationen bekommen sind diese an sich schon immer relevant. 


    Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Abenteuer der beiden wenn es in das Land der Wikinger Zeit geht. 

  11. Cover des Buches Das Haus der Bücher (ISBN: 9783947081011)
    Michael Paul

    Das Haus der Bücher

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Wir können das nicht einfach so hinnehmen. Niemand hat das Recht, diese wundervollen Bücher zu verbieten, zu verbrennen und unsere Schriftsteller umzubringen. Verstehst du, worum es geht?«

     

    Königsberg im Jahr 1933. Inhaber Wilhelm Kirchner, seine ebenfalls in der Buchhandlung arbeitende Nichte Emma und ihre Kollegen Konrad Gallinat und Otto Perlmann stehen unter Schock. Sie lieben ihren Beruf, Bücher sind ihr Leben – und nun werden sie gezwungen, sämtliche Werke zahlreicher Autoren der geplanten großen Bücherverbrennung zu opfern. Die vier sind sich schnell einig, sie wollen versuchen, so viele Bücher wie möglich vor den Flammen zu retten. Auch, wenn sie damit ihr eigenes Leben riskieren…

     

    Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man sich von Zeit zu Zeit mit bestimmten Themen auseinandersetzen muss, so bedrückend sie auch sind. Der Nationalsozialismus ist so ein Thema und gehört leider nicht nur zu unserer Vergangenheit. Da mir Bücher sehr am Herzen liegen, fiel meine Wahl diesmal auf diesen Roman vor historischem Hintergrund.

     

    Schauplatz der Handlung ist Königsberg, präzise die damals größte Buchhandlung Europas, das „Haus der Bücher“ des Unternehmens Gräfe und Unzer. Die Beschreibungen der Buchhandlung lassen das Herz jedes Bücherfreundes höherschlagen, eine Reihe alter Fotos gibt einen guten Eindruck der damaligen Pracht. Das sehr schöne Buch mit Hardcover passt perfekt, es macht einen hochwertigen Eindruck und das Cover mit der brennenden Ecke wirkt sehr eindringlich.

     

    In die traurige Handlung steigt man sofort ein, ich bewunderte den großen Mut von Kirchner, Emma, Konrad und Otto. Schließlich waren sie ganz normale Menschen, zu deren Alltag es normalerweise nicht gehört, das eigene Leben und das der liebsten Angehörigen zu riskieren. Aber sie verstanden, dass es noch um viel mehr als nur Bücher geht und lieferten ein Musterbeispiel an Zivilcourage.

     

    Wenn sich der Autor auch um einen kleinen Lichtblick zum Ende bemühte, darf man kein Happy End erwarten. Beim Lesen wechselten großes Mitgefühl und Trauer mit Wut und Fassungslosigkeit ab, die Handlung wirkte sehr realistisch. Bei der Vorstellung, dass Studierende, also vermeintlich gebildete Menschen, Bücher verbrennen, komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. So eine Verblendung ist beängstigend und leider bewies sich, wie recht Heine hatte, als er schon lange vor den Nazis schrieb »Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.« Passend dazu werden neben dem schon schrecklichen Thema der Bücherverbrennung im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ natürlich auch andere Naziverbrechen angesprochen. Da wird die Universität von jüdischen Professoren „gereinigt“, es wird gefoltert und gemordet.

     

    Die Charaktere und ihr Plan zur Bücherrettung sind fiktiv, aber es ist bekannt, dass im Haus der Bücher „verbotene“ Bücher offenbar heimlich versteckt und unter dem Ladentisch an vertrauenswürdige Kunden verkauft wurden. Um diesen Fakt herum wurde eine spannende Romanhandlung ausgebaut. Ein detailliertes Nachwort gibt Informationen zum geschichtlichen Hintergrund, den Fakten (im Unterschied zur Romanhandlung) und zur Unternehmensgeschichte.

     

    Was mich vor allem zu Beginn leicht irritierte, war die recht einfach gehaltene Sprache. Das überraschte mich, damit hatte ich bei einem Buch über Bücher nicht gerechnet. Mir fielen beispielsweise die kurzen Sätze auf, die auch schon mal mit dem Wörtchen „Dann“ anfingen. Rückblickend stelle ich allerdings fest, dass mir diese Punkte im weiteren Verlauf nicht mehr auffielen. Entweder hatte der Autor sich warmgeschrieben oder ich war so von der Lektüre gefesselt, dass ich die zuvor empfundenen sprachlichen Holprigkeiten nicht mehr wahrnahm. Zudem kann die einfache Sprache auch ein Vorteil sein, denn sie erhöht die Zugangsmöglichkeit für Leser, die vor dem anspruchsvollen Thema Respekt haben. Eins ist sicher, die Auseinandersetzung mit diesem tiefschwarzen Punkt unserer Geschichte ist und bleibt wichtig und obwohl hier fiktive Personen agieren, wird es ähnliche Ereignisse und Schicksale gegeben haben. Sie dürfen nie vergessen werden.

     

    Fazit: Ein fesselndes und leider sehr trauriges Kapitel der Geschichte. Leicht lesbar trotz des ernsten Themas.

  12. Cover des Buches Märzgefallene (ISBN: 9783839893975)
    Volker Kutscher

    Märzgefallene

     (16)
    Aktuelle Rezension von: TanteGhost

    Nicht nur der Mordfall, sondern auch die Zeichen der Zeit beleben diese Geschichte auf eine sehr einzigartige und fesselnde Art und Weise.


    Inhalt: Kommissar Rath wird aus seinem Urlaub in Köln, bei seinen Eltern, zurück in die Burg beordert. Es herrscht Urlaubssperre, da der Reichstagsbrand aufgeklärt werden muss.
    Doch Kommissar Rath wird einem Mordfall zugeteilt. Ein Weltkriegsveteran und Obdachloser wurde ermordet unter einer Brücke aufgefunden. Er wurde auf eine sehr spezielle Art getötet und schnell ist die Mordwaffe als Grabendolch aus dem 1. Weltkrieg identifiziert.
    Gleichzeitig bekommt Gereon aber auch mal wieder einen Auftrag von seinem Kumpel aus der “Unterwelt”. Die SA hat einen Ringvereinsvorsitzenden inhaftiert und Gereon soll ihn da raus holen.
    Gleichzeitig zu dem Rätsel des Mordfalls, gewinnen auch die Braunhemden immer mehr an Macht und Einfluss. Gereon und Charlotte müssen zusehen, wie gute Freunde und Fachleute aus ihren Ämtern gelobt werden. Wie ein ehemaliger Polizeipräsident vor dem braunen Mob fliehen muss und wie sich ganz Deutschland in eine Richtung bewegt, die den beiden gar nicht gefällt. Gerade Charlotte hat daran schlimm zu knabbern, da die politischen Situation dazu führt, dass ihr ihr Job so gar nicht mehr gefällt.

    Gereon hat eine ganze Menge um die Ohren. Er muss sich innerhalb der Polizei um seinen angestammten Job bemühen, es sind Hochzeitsvorbereitungen zu treffen und die neue politische Situation macht ihm das Leben noch einmal schwer.


    Fazit: Dieser Band der Gereon Rath - Reihe ist mal etwas länger und ausführlicher. Dazu kommt aber auch, dass man mal wirklich Einblick in das Leben der damaligen Zeit erhält. Der Autor hat hier die Veränderung unter der SA aus vielerlei Richtungen beleuchtet. Es wird geschaut, was privat mit Freundeskreisen und Einzelpersonen passiert. Es wird aufgezeigt, wie sich Wendehälse schnell zu ihrem eigenen Vorteil in die Situation eingliedern, wie sich Berufe verändern und und und. - Ich habe ja jetzt gewusst, aufgrund der tatsächlichen Geschichte, wo die Sache hinführt, aber hier bekommt das alles ein Gesicht. Es ist nicht pure Geschichte, sonder es wird greifbar, weil man mit den Protagonisten mitfiebert. Mit ihnen leidet und die kleinen Momente des Glücks genießt.
    Wobei Charlotte hier mein ganz besonderes Mitleid hat. Ich hatte auch schon einen Job, der mich so gar nicht ausgefüllt hat. Das führt zu Gedankengängen, die man besser so mal nicht erwähnt. - Zumal einem das auch heute noch kaum jemand abnimmt.


    Alles war gut und verständlich geschrieben. Ich konnte der Sache gut folgen und hatte nicht einmal groß Probleme mit den Namen. Es waren zwar eine ganze Menge Personen, die da mitgespielt haben, aber jede ist konstant in ihrer Rolle geblieben und so hatte ich die Möglichkeit zu sympathisieren oder eben Antipathien zu entwickeln. Das hat mir beim Verständnis und auch beim Auseinanderhalten sehr gut geholfen:
    Der Sprecher macht seine Sache auch prima. Er hat eine angenehme Stimme, wo man gern zuhört. Seine Stimme nimmt einen irgendwie gefangen. Dazu hat er noch eine zwar sparsame Betonung, aber eine angemessene. Das alles macht das Gesprochene noch einmal eine ganze Runde leb- und glaubhafter.


    Trotzdem das Buch relativ lang war, ist mir trotzdem zu keinem Zeitpunkt langweilig geworden. Es war alles nur richtig gut beschrieben, und auch Nebenhandlungen und ganz besonders der Abschluss waren hier gut beschrieben. Hier ist noch einmal richtig deutlich geworden, dass auch bei der damaligen Polizei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Ganz besonders da nicht, wo die SA dann an Macht und Einfluss gewonnen hat.
    Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wie sich die Sache weiter entwickelt. Wie lang Gereon und Charlotte ein noch relativ friedliches Leben führen können und was sich aus dem neuen Pflegekind noch entwickelt.
    Die Sache hat eine Menge Potential.


    Ich kann nicht nur das Buch, sondern auch die komplette Reihe empfehlen.

    Eine chronologische Reihenfolge muss man hier nicht zwingend einhalten. Jede Geschichte ist irgendwie in sich geschlossen und selbst wenn einem irgendetwas unverständlich erscheint, weil es auf etwas früheres aufbaut, führt das nicht zum völligen Unverständnis. Das ergibt sich dann auch, wenn man einfach weiter hört.

    Traut euch. Eine Zeitgeschichte, wie sie kein Geschichtsunterricht der Welt besser darstellen könnte.

  13. Cover des Buches Friedrich der Große Detektiv (ISBN: 9783499000706)
    Philip Kerr

    Friedrich der Große Detektiv

     (11)
    Aktuelle Rezension von: AndreasKueck

    Kaum war das Buch erschienen, da war Friedrich auch schon der größte Fan von „Emil und die Detektive“. Und diese Schwärmerei ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass der Autor Erich Kästner mit seinem Vater befreundet ist und zudem direkt im Nachbarhaus wohnt. Diese Verehrung für den Autor wird nicht gleichermaßen gerne gesehen: Während seine Eltern weiterhin mit Kästner befreundet bleiben, sympathisiert sein älterer Bruder Rolf mit den Nazis. Er zwingt Friedrich, ihm sein Exemplar von „Emil und die Detektive“ auszuhändigen, dass er dann bei der Bücherverbrennung in die Flammen wirft. Doch als größter Fan besitzt Friedrich noch ein weiteres Exemplar seines Lieblingsbuches, das er schon über 20 Mal gelesen hat und dessen Existenz er nun vor seinem Bruder verheimlichen muss. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als gemeinsam mit seinen Freunden Albert und Viktoria als Detektive aktiv zu werden. Überraschend erhalten sie von der Polizei den Auftrag, einen Spion zu überwachen. Friedrichs Schreck ist groß als sich herausstellt, dass niemand geringerer als Erich Kästner im Visier der Gestapo steht. Da er sich sicher ist, dass Kästner unschuldig ist, sammelt er mit seinen Freunden Beweise für seine Unschuld. Als sie dabei im Park über die Leiche eines befreundeten Künstlers von Kästner stolpern, wird ihnen bewusst, dass Recht nicht mehr gleich Recht ist. Die politische Atmosphäre wird zunehmend angespannter: Die Welt droht aus den Fugen zu geraten…!

    Autor Philip Kerr verfügte über genügend Erfahrung im Erzählen von Geschichten, die zur Zeit des Dritten Reichs angesiedelt sind. Und vielleicht brauchte es auch erst diesen versierten britischen Autoren, der es wagte, gleich zwei (un-)heilige Kühe zu schlachten: …eine Abenteuer- und Kriminalgeschichte für Kinder und Jugendliche zur Zeit des Dritten Reichs anzusiedeln, und Erich Kästner als Dreh- und Angelpunkt in diesem Buch auftreten zu lassen.

    Neben Kästner finden weitere historische Persönlichkeiten in der Handlung Erwähnung und dienen dazu, den Umbruch der damaligen Zeit zu symbolisieren und den Widerstand und die Zivilcourage zu repräsentieren. Der freie Geist dieser Menschen wurde von den Nazis nicht toleriert: „Gleichschaltung“ lautete deren Parole. Und so stehen Erich Kästner und seine Künstler-Kollegen stellvertretend Pate für all die vielen Menschen, die dem Nazi-Regime zum Opfer fielen, nur weil sie es wagten, anders zu denken, anders zu glauben oder anders zu lieben. Dabei schoss Philip Kerr ein wenig über das Ziel hinaus: Zwar musste ich unwillkürlich schmunzeln, als ich von der Begegnung unseres Helden Friedrich mit Christopher Isherwood (Ja, genau der Christopher Isherwood, der im Oktober bei „Literaten im Fokus“ auf meinem Blog von mir gewürdigt wird!) las. Diese Begegnung war für den Fortgang der Handlung allerdings absolut unerheblich und somit entbehrlich. Vielmehr hatte ich – nachdem ich den entsprechenden Eintrag im Nachwort des Autors gelesen hatte – den Verdacht, dass Kerr mit dem Auftauchen dieser Person verdeutlichen wollte, dass auch Homosexuelle von den Nazis verfolgt wurden.

    Dieses „Aufblähen“ der Handlung hätte das Werk gar nicht nötig gehabt. Kerr ist das Kunststück gelungen, sowohl den Spannungseffekt passend für eine junge Leserschaft zu schaffen und gleichzeitig die Umstände der damaligen Zeit überzeugend zu beschreiben. Die tagtägliche Bedrohung ist ebenso nachvollziehbar wie Friedrichs Trauer über den Abschied von seinem Freund jüdischen Glaubens oder den Verlust der liberal-denkenden Klassenlehrerin. Eine „normale“, ungezwungene Kindheit war nicht möglich. Ein Heranwachsen der Jugend zu eigenständig denkenden Erwachsenen war nicht erwünscht. Mit einem Prolog und Epilog erlaubt der Autor einen Blick in die Zukunft seiner Helden und verwehrt (für ein Kinder- und Jugendbuch ungewöhnlich) seinen jungen Lesern ein versöhnliches Ende: Für Friedrich und seine Freunde gibt es kein Happy-End!

    So hebt Autor Philip Kerr diese Geschichte auf eine realistischere Ebene (Es ist nicht „nur“ ein fiktiver Abenteuerroman, vieles hätte damals durchaus wirklich so passieren können!)…

    …und schafft somit eine Gesprächsgrundlage zwischen den Generationen, denn unkommentiert sollte niemand seinem Kind dieses Buch zum Lesen geben!

  14. Cover des Buches Schweinerei (ISBN: 9783596137183)
    Marie Darrieussecq

    Schweinerei

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Eigentlich sind hier die Männer die Schweine: Die Ich-Erzählerin ist verzweifelt auf Arbeitssuche in Paris und wird von dem Generaldirektor einer Parfumkette zur Hälfte des Mindestlohns eingestellt, nachdem dieser sie beim Vorstellungsgespräch mißbraucht hat und sie das in ihrer Naivität hingenommen hat. Die Parfumfiliale, in der sie arbeitet, verfügt über einen Massagesalon im hinteren Bereich, wo Kunden beiderlei Geschlechts befriedigt werden, was auch zu den Pflichten der Parfumverkäuferinnen gehört. Nachdem die Protagonistin aufs Schlimmste mißbraucht wurde und gezüchtigt wurde, verwandelt sie sich als Reaktion auf die rücksichtslose und sexuell übersteuerte Gesellschaft zum Schwein, ohne daß sie zunächst beschreiben könnte, was ihr passiert. Das alles ist aber nur Vorbote einer Revolution in Frankreich, wodurch das Land in ein Terrorregime verwandelt wird, der Eiffelturm umfällt usw. Ein hochintelligentes Buch, dabei bitterböse. Für Houllebecq-Fans (aber auch für alle anderen) sehr zu empfehlen!
  15. Cover des Buches Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser (ISBN: 9783832196530)
    Ernst H. Gombrich

    Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser

     (16)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Ein wirklich schneller Durchgang durch die Weltgeschichte. Gombrich trifft dabei den Ton "Kinder, ich erzähl euch was!" und wählt aus der Masse des Stoffes nicht nur die Haupt- und Staatsaktionen aus, sondern berichtet gern über Philosophen und Religionsstifter.

    Dabei bemüht sich Gombrich auch um eine faire Beurteilungen, was im meist gut, aber in der Zeitgeschichte eher weniger gelingt.



  16. Cover des Buches Über das Verbrennen von Büchern (ISBN: 9783855353897)
    Erich Kästner

    Über das Verbrennen von Büchern

     (19)
    Aktuelle Rezension von: misspider

    Als erstes Wort fiel mir zu dem Buch ein Wort ein: heftig. Selten hat mich ein Buch derart emotional aufgewühlt, und ich musste wiederholt Lesepausen einlegen, um das Gelesene zu verdauen, dass mir wie ein Stein im Magen lag. Es geht schließlich nicht nur um den physikalischen Akt des Bücherverbrennens, sondern auch um das geistige Gut und die Menschen, die dahinterstehen. Wie muss sich Kästner gefühlt haben, als er bei der Verbrennung seiner eigenen Werke zuschauen musste? Ich kann es mir nicht vorstellen. Wiederholt verwendet der Autor das treffende Wort 'Autodafé' (zugegeben, ich musste es erst nachschlagen). Besonders erschreckend fand ich dabei, dass sogar noch 1965 ein solches Autodafé in Deutschland stattfand. Sehr gut fand ich auch die Zeitleiste am Ende des Buches mit wichtigen Daten sowie einen kleiner Ausschnitt der damals verbotenen Autorenliste. Es ist kaum vorstellbar, dass ich viele Bücher die ich kenne zu einer anderen Zeit nicht hätte lesen dürfen. Die Anmerkung, dass es Bücherverbrennungen schon immer gab und wohl auch immer geben wird, macht aus dem Buch mehr als ein Zeitzeugnis vergangener Tage, es ist steht ebenso als Mahnmal für die Zukunft.

  17. Cover des Buches Sansibar oder der letzte Grund (ISBN: 9783257600551)
    Alfred Andersch

    Sansibar oder der letzte Grund

     (325)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Also ich habe tatsächlich dieses Buch freiwillig gelesen und es war keine Schullektüre für mich. Um ehrlich zu sein, habe ich jedoch das Buch nur gekauft weil es 1. so schön aussieht und 2. runtergeschrieben auf 3 Euro war, da musste ich einfach zupacken. Anfangs habe ich wirklich nichts gecheckt, doch mit der Zeit bin ich reingekommen und ich fand es wirklich schön zum Lesen. Vorallem "der Junge" empfand ich als eine schöne Figur und ich konnte ihn mir bildlich vorstellen. Auch ansonsten gefiel mir die Geschichte, sie ist aber eigentlich so langweilig und es passiert fast nichts, trotzdem lies ich gerne weiter. Ich hatte auch meine Zeiten, wo ich nicht mehr lesen wollte und auch einfach keine Zeit hatte und es für eine längere Zeit weggelegt habe. Ich hätte mir gewünscht dass zwischen Judith und Gregor etwas mehr passiert wäre und dass er mit ihr mitgegangen wäre, das war wirklich sad. Das mit Knudsen und dem Jungen jedoch war sooo süss und herzerwärmend. Helanders Ende war Heldenhaft und Bewundernswert. Wieso das Buch "Sansibar oder der letzte Grund" heisst verstehe ich bis jetzt immernoch nicht ganz, aber irgendwie ist es egal. Das mit dem Klosterschüler, diese Figur, dass verstand ich auch bis am Schluss nicht. Ich musste dann im Internet rechachieren und dann konnte ich plötzlich alle Puzzleteile zusammensetzen. Ich würde es kein 2. mal lesen, aber die Erfahrung war es wert. Mein Ziel beim Lesen lag leider fertig zu lesen und nicht zu wünschen das es weiter geht...

  18. Cover des Buches Einmal (ISBN: 9783551319241)
    Morris Gleitzman

    Einmal

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Zum Inhalt:
    Felix lebt seit über 3 Jahren in einem Waisenhaus. Niemand darf wissen, dass er Jude ist. Denn für Juden ist es keine gute Zeit. Die Nationalsozialisten ziehen durch die Lande und verbrennen Bücher. Doch natürlich nicht nur diese. Felix beschließt seine Eltern, die nicht tot sind, sondern Buchhändler auf der Flucht, vor den Nazis zu warnen und läuft aus dem Waisenhaus davon. Allerdings hat er dabei nicht bedacht, wie gefährlich diese Reise für einen 9-jährigen Jungen tatsächlich werden kann.

    Meine Meinung:
    "Einmal" ist ein Kinderbuch für Kinder ab 11 Jahren. Es spielt zur Zeiten des Nationalsozialismus und verpackt dieses sehr ernste und heftige Thema äußerst kindgerecht.

    Jedes Kapitel beginnt mit dem Wort "Einmal...." und greift so jedes Mal den Titel wieder mit auf. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Felix. Der kleine 9-jährige Junge ist sehr naiv und glaubt eigentlich immer nur das Gute. Dies finde ich fast noch herzzereißender. Er denkt sehr lange, dass die Nazis nur gutes Tun und weiß - zum Glück - überhaupt nicht, was tatsächlich vor sich geht. Völlig unbedarft macht er sich auf die Suche nach seinen Eltern und trifft dabei die kleine Zelda, deren Eltern den Nazis zum Opfer gefallen sind.

    Allerdings ging mir Zelda nach einer Weile etwas auf die Nerven. Sie ist ein altkluges 6-jähriges Mädchen, das Felix immer wieder verbessert. Natürlich versteht sie nicht so genau was passiert und vermisst ihre Eltern, doch trotzdem stellt sie Felix immer als dumm hin, anstatt, dass sie dankbar ist, dass er ihr quasi das Leben gerettet hat. Dies wurde mit der Zeit anstrengend. 

    Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen. Ich finde es gut, dass er sich diesem schweren Thema annimmt und dies für Kinder aufbereitet. Trotzdem kommt natürlich die Schwere des Themas deutlich zu merken.

    Einfühlsam, aber doch sehr deutlich berichtet der Autor von der Schreckensherrschaft der Nazis. Er lässt die Kinder zu Wort kommen, die immer an das Gute glauben, egal wie schlimm ihre Welt gerade ist, aber auch die Erwachsenen, die ihnen erklären, was wirklich vor sich geht.

    Ein berührendes Buch, das mich nicht nur einmal hat schlucken lassen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ein 11-jähriges Kind dieses Buch wirklich verkraftet. Natürlich beschreibt der Autor alles kindgerecht, doch dass Thema ist so heftig, dass es sogar mich extrem mitnimmt, sodass ich mir nicht sicher bin, ob ich das meinem Kind geben würde. Ich würde da eher noch einige Jahre warten und das Buch ab 15 empfehlen.

    Fazit:
    Einfühlsames Kinderbuch, über ein extrem bedrückendes Thema, für das ich die Altersangabe allerdings etwas zu niedrig finde.
  19. Cover des Buches Unterwegs in der Geschichte Deutschlands (ISBN: 9783406659379)
  20. Cover des Buches Übergebt sie den Flammen! (ISBN: 9783492964074)
    Tilman Röhrig

    Übergebt sie den Flammen!

     (7)
    Aktuelle Rezension von: vormi
    Auf dieses Buch hatte ich mich richtig gefreut. Ich lese die Bücher des Autoren gerne und der Klappentext hat sich auch sehr gut angehört. Leider war dies bisher das langweiligste, das ich von Tilman Röhrig bisher gelesen habe. Schade, man hätte aus dem Thema mehr machen können.
  21. Cover des Buches Warum die Deutschen? Warum die Juden? (ISBN: 9783596189977)
    Götz Aly

    Warum die Deutschen? Warum die Juden?

     (8)
    Aktuelle Rezension von: ChiefC
    Juden und Antisemitismus gab’s von 1933 bis 1945 – dieser Eindruck könnte angesichts des üblichen Schulunterrichts entstehen. Wer mehr erfahren wollte, musste (und muss wohl noch immer) sich weiterführende Informationen außerhalb des Lehrplans zusammenklauben. Das Wort „warum“ kommt gleich zweimal vor in Alys Buchtitel und das Fragenzeichen hinter dem „Warum“ der Judenverfolgung wird sich für den Einzelnen vielleicht nie ganz auflösen lassen, weil sie in ihrer Heimtücke und Brutalität für jeden fühlenden und denkenden Menschen letztlich unfassbar bleibt. Doch Aly leistet mit seinem Buch einen großen Beitrag zu den Hintergründen des deutschen Antisemitismus mit wichtigen Ansätzen: Die Deutschen als verspätete Nation, die sich gegen das vermeintlich Fremde abschotten, um die eigene, unsichere Identität zu stärken. Die – meist von „oben“ initiierten – Umbrüche zu Anfang des 19. Jahrhunderts, etwa die Gewerbefreiheit, die sich im Zuge der industriellen Entwicklung sowieso nicht mehr aufhalten lässt. Vielen etablierten Bürgern, Handwerkern, Händlern macht die neue Freizügigkeit Angst, sie befürchten den Abstieg. Für die Juden hingegen bedeuten die neuen Rechte Chancen, die sie zuvor nicht hatten und diese nutzen sie – was wiederum den Antisemitismus verstärkt, der, wie Aly plausibel anhand vieler Quellen belegt, größtenteils durch Neid hervorgerufen wird. Und, so schreibt Aly, der Neidhammel braucht einen Sündenbock.
    Hoch interessant und nachvollziehbar ist auch, wie Aly mit dem Vorurteil aufräumt, die Nazis hätten vor allem in bestimmtem Milieus Erfolg gehabt, zuvorderst bei den von Abstiegsängsten gepeinigten Kleinbürgern. Er macht deutlich, dass die Nazis bei allen gesellschaftlichen Gruppen Stimmen fangen konnte. Wie sonst wäre ihre Erfolge erklärbar und die Tatsache, dass sie auch den Linksparteien massiv Wähler abjagten? Das Phänomen, dass Tausende von ganz links nahtlos nach ganz rechts umschwenkten, ist zwar seit langem bekannt. Aly unterstreicht aber die Parallelen der Gleichheits(und Gleichmacher-)ideologien so gegnerischer Parteien wie der Nazis, der Kommunisten und der Sozialdemokraten.
    Alys brillant geschriebenes Buch gibt tiefe Einblicke in die Geschichte des deutschen Antisemitismus. Doch sein Werk ist, auf einer zweiten Ebene gelesen, auch ein Manifest für den Liberalismus im besten Sinne, das soll heißen, nicht die schnöde Freiheit VON irgendetwas, etwa von jedweden wirtschaftlichen Einschränkungen, wie sie der Neoliberalismus (wieder) predigt, sondern die Freiheit des Menschen, sich im Rahmen seiner Individualrechte zu verwirklichen. Die Freiheit habe in Deutschland stets hinter der Gleichheit zurückstehen müssen. Aly: „Die Todsünde des Neides, kollektivistisches Glücksstreben, moderne Wissenschaft und Herrschaftstechnik ermöglichten den systematischen Massenmord an den europäischen Juden.“ Als pessimistisches Fazit bietet sich ein zutreffender Satz Brechts an (auch wenn Letzterer ideologisch ebenfalls verblendet war): Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.
  22. Cover des Buches Die Geschichte der Bibliothek (ISBN: 9783491691421)
    Matthew Battles

    Die Geschichte der Bibliothek

     (5)
    Aktuelle Rezension von: berka
    Eine Geschichte der Bibliotheken von der Antike bis zur Gegenwart. Man merkt dem Text an, dass gründlich recherchiert wurde. Der Autor reißt eine Fülle von Geschichten rund um Bücher und deren Inhalte an, vermag sie aber nicht ausführlich genug und nur selten begeisternd zu erzählen. Das erschwert die Lektüre ein wenig. Sehr plastisch jedoch wird immer wieder die Geschichte seiner Heimatbibliothek (Harvard) wiedergegeben. Sehr gut und ungewöhnlich fand ich das kommentierte Quellenverzeichnis am Ende.
  23. Cover des Buches Der Fluch des Mechanicus (ISBN: 9783942921183)
    Alf Leue

    Der Fluch des Mechanicus

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ikopiko
    Der Traum von der Goldherstellung treibt die verschiedensten Personen auf die Jagd nach einem Dokument. Dieses befindet sich in der Hand des Juden Abraham Siebenthal, der kurz vor der Fertigstellung seiner „Goldmaschine“ steht. Doch es fehlt ihm noch an Geld, das er ausgerechnet vom Kaufmann Jokoff Cramer erhält, der sich damit finanziell zu Grunde richtet.

    Siebenthal hat kein Glück mit seiner Goldmaschine. Er wird ermordet und das Dokument gestohlen. Eine Gruppe brutaler Halunken hat es sich angeeignet und hofft auf großen Reichtum.

    Ihnen auf den Fersen ist Wolf Besigheim. Wolf wird von Alpträumen geplagt, denn in seiner Kindheit hat man vor seinen Augen seine gesamte Familie brutal ermordet. Seit dem ist Gerechtigkeit für ihn das höchste Gut auf Erden und er möchte, dass der Familie des Kaufmanns Cramer Gerechtigkeit widerfährt.

    Alf Leue hat mit seinem Roman „Der Fluch des Mechanicus“ ein altes Thema neu aufgelegt: die Suche nach dem Reichtum. In der heutigen Zeit weiß „man“, dass Gold nicht mit Hilfe eines Apparates hergestellt werden kann. Aber in den Anfängen der Forschung war eine solche Idee durchaus glaubhaft. So glaubhaft, dass wohl so mancher Haus und Hof dafür eingesetzt hat. Ebenso Jokoff Cramer.

    Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, es bleiben jedoch Fragen offen, die auf eine Fortsetzung hoffen lassen. Alf Leue verwendet eine bildhafte Sprache, die mich in Kombination mit der glaubhaften Geschichte in die Vergangenheit zurückversetzt hat.
  24. Cover des Buches Der Duft des Sussita (ISBN: 9783446240292)
    Robert Scheer

    Der Duft des Sussita

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962
    Der Autor: Robert Scheer wurde 1973 in
    Rumänien geboren und lebte mit seiner
    Familie ab 1985 in Israel. Er versuchte sich
    als Rockmusiker in London, auch als
    Dolmetscher und als Musikproduzent. Heute
    lebt er seit 1999 in Tübingen und ist nach
    einem Philosophiestudium als Buchhändler
    und auch Schriftsteller tätig. Aber auch
    sonst ist er sehr vielseitig begabt.

    Dieses Buch ist 2012 im Hansa-Verlag
    erschienen.

    In 12 wunderbaren Kurzgeschichten
    berichtet Robert Scheer u. A. über den
    Duft des Sussita. Es handelt sich
    nicht um eine Modemarke oder
    Parfum, nein es ist ein Auto. Über eine
    glückliche Familie, die ihren ersten
    Ausflug mit diesem neuen Auto macht
    und nach dem Essen das Auto nicht
    mehr finden kann. Oder wie ein
    Opernbesuch zum ersten Richard
    Wagner Konzert in Israel bei den
    Israelis ankommt. Ganz besonders
    gefallen hat mir die Geschichte mit
    Lothar Matthäus, der sich in Israel
    als Trainer versucht hat und leider
    den Spieler mit dem falschen Namen
    arrangieren wollte oder die Privatisierung
    der Essenlieferungen an der Front für
    die Soldaten.

    Der Leser bekommt einen hervorragenden
    Einblick in die Lebensweise und auch
    Denkweise der in Israel lebenden Menschen,
    mit all ihren Macken und Eigenarten.
    Sehr amüsant fand ich es.

    Auch hat Robert Scheer so seinen ganz
    eigenen Stil etwas zu erzählen. Durch
    häufige Wiederholungen der Wörter und
    Sätze prägt sich der Text richtig ein.
    Lässt es noch mal Revue passieren, denkt
    darüber nach und ich musste dann auch
    immer mal wieder Dinge nachschlagen
    oder auch Passagen aus der Bibel
    heraussuchen. Habe einiges neues gelernt,
    über die ausgestorbene Gattung der
    Amalekiter und über die geheimnisvollen
    Drusen, die nur noch in einigen wenigen
    Ländern leben.

    Von solchen Geschichten darf es ruhig
    noch mehr geben. 

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