Bücher mit dem Tag "buchdruck"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "buchdruck" gekennzeichnet haben.

45 Bücher

  1. Cover des Buches Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra (ISBN: 9783453418455)
    Robin Sloan

    Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

     (524)
    Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeone

    Ich gehöre zu der Art Leser*in - ich gebe es zu - die hin und wieder ein Buch "blind" kauft, ohne sich vorher den Klappentext durchzulesen, einfach, weil ich mich manchmal gerne überraschen lassen will oder auch schlicht aus dem Grund, dass ich durch ein ausgefallenes oder sehr ansprechendes Cover leicht zum Kauf verleitet werden kann... In diesem Fall sprach mich der Titel besonders an - Ich liebe Bücher über Bücher! Als ich dann das lesen begann, wurde mir schnell klar, dass der Inhalt nicht ganz das war, was ich mir erhofft/versprochen hatte. Wäre es "nur" um die schrullige, kleine Buchhandlung und ihre höchst eigenartige Kundschaft gegangen hätte ich vermutlich mehr Spaß an der ganzen Sache gehabt. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack, da ich in der Regel kein Fan von Geschichten bin, die sich zu sehr um Technik und Modernisierungen im Weitesten Sinne drehen - da bin ich doch eher ein Fan der "altbacken-mysteriösen" Fantasy-Stoffe. Wer aber Freue an genau diesen Dingen hat und sich auf eine Geschichte einlassen will, die das Alte mit dem Neuen verbindet und wenn jemand sich zudem für seitenweise technische Ausschweifungen begeistern kann, für den ist dieses Buch genau das Richtige!

  2. Cover des Buches Das Buch der Finsternis (ISBN: 9783473401123)
    Richard Dübell

    Das Buch der Finsternis

     (36)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Quirin ist nicht gerade begeistert, als er seinen Meister und die beiden Gesellen zum Kloster Admont begleiten sollen. Die Pferde ziehen den schweren Wagen mit der Buchpresse und der Weg ist mühsam. Der junge Gehilfe steht für ewig in der Schuld des Meisters um die Ausbildung seines älteren Bruders als Buchdrucker zu finanzieren. Obwohl er nicht lesen kann, beweist Quirin großes Geschick mit den riesigen hölzernen Maschinen.

     

    In Admont angekommen lernt er die junge Anna kennen. Das junge Mädchen hat ihn gleich ins Herz geschlossen und besticht ihn mit frischem Brot. Im Gegenzug soll Quirin ihr das Lesen beibringen. Doch wie soll das gehen?

     

    Quirin hofft, dass bevor Anna ihren Tausch einfordern kann, der Meister und er sich wieder auf dem Rückweg befinden. Doch es kommt anders als gedacht. Sein Meister entpuppt sich als Dieb und vermacht im Todeskampf Quirin eine hölzerne Truhe und einen Auftrag.

     

    Die Häscher sind bereits hinter ihm her, als er auf Anna stößt, die vor ihrer Familie und ihrer Zukunft flieht.

     

    Gemeinsam geht es also auf ins Abenteuer.

     

    Die beiden geraten mehrfach in Gefangenschaft, werden von dubiosen Figuren begleitet und wissen nie so ganz genau, wer eigentlich auf ihrer Seite steht. Dank Quirins Fähigkeiten und Annas Spürsinn gelingt es den beiden immer wieder, die Flucht zu ergreifen. Doch ist das Ziel auch wirklich die erhoffte Erlösung für die Beiden?

     

    Von Dübells Geschichten war ich schon immer ein großer Fan. Auch dieses historische Jugendbuch macht Spaß. Hochspannend bis zum Schluss begleitet man Quirin und Anna. Während Quirin die Hoffnung aufgegeben hat, seinem derzeitigen Stand zu entfliehen, hat Anna sehr wohl eine klare Vorstellung ihrer Zukunft.

     

    Geschicklichkeit, Mut und ja auch ein wenig Kreativität führt die beiden auf eine abenteuerliche historische Reise.

     

    Ich hoffe doch sehr, dass dies nicht das einzige Abenteuer Quirins bleibt.

  3. Cover des Buches Buchland (ISBN: 9783862824441)
    Markus Walther

    Buchland

     (173)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Das Buchland wirkt wie der Traum eines jeden lesewütigen Menschen. Ein Ort an dem alle geschriebenen und noch nicht geschriebenen Bücher existieren und magische Dinge geschehen. Ein Ort an dem längst verstorbene Autoren deinen Weg kreuzen und für einen Plausch zu haben sind. Ein Ort der Zeit und Raum trotzt und seine ganz eigene Physik kreiert, getragen vom Wispern der Bücher.

  4. Cover des Buches Die volle Wahrheit (ISBN: 9783442454068)
    Terry Pratchett

    Die volle Wahrheit

     (223)
    Aktuelle Rezension von: Monika_Grasl
    In diesem Buch hat Pratchett ein sehr interessantes Thema unserer Zeit aufgegriffen und zwar die Berichterstattung.
    Dabei drängt sich die Frage auf, wie viel sollte die Bevölkerung der Zeitung und dem darin geschriebenen beimessen? Was ist alles als WAhrheit zu betrachten? Und wie schnell kann es passieren, dass man sich vielleicht selbst als Hauptthema einer Zeitung wiederfindet?

    William de Worde wäre jedenfalls sicher nie auf den GEdanken gekommen sich mit solchen Überlegungen auseinanderzusetzen und der Patrizier von Ank-Morpork ebensowenig. Beide geraten sie jedoch auf ihre ganz eigene Weise in diesen Strudel und der bietet mal wieder einiges an Unterhaltung und Momenten zum Schmunzeln.

    So witzig einige Szenen sind so muss man bei "Die volle Wahrheit" auch ganz offen und ehrlich zugeben, dass ihm ein gewisser Charme fehlt. Zwar baut Pratchett auch hier wieder auf mehrere Handlungsstränge, die am Ende zusammenlaufen, aber mittunter wird man aus den einzelnen Szenen allzu abrupt herausgerissen und in die nächste hineingeworfen. Dadurch fehlt auch eine gewisse Verbundenheit, die man sonst von den Scheibenweltromanen kennt. Die Figuren bleiben mitunter recht oberflächlich und das nicht nur weil man gewisse Charaktere ohnehin bereits kennt. Vielmehr sind es vor allem die neuen Personen, auf die Pratchett nicht wirklich so eingeht wie es bei seinen anderen Büchern durchaus der Fall ist.

    Fazit: Ein solider Scheibenweltroman, dessen Titel den nötigen Witz verspricht, ihn an manchen Stellen leider nicht halten kann und sich in einigen Handlungssträngen verliert. Aber immerhin gibt es einen Mumm, der das Ruder wie immer versucht herumzureißen.
  5. Cover des Buches Die unglaubliche Entdeckung des Mr. Penumbra (ISBN: 9783641140656)
    Robin Sloan

    Die unglaubliche Entdeckung des Mr. Penumbra

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    "Die unglaubliche Entdeckung des Mr. Penumbra" gilt als die Vorgeschichte des Romans "Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" und ist sogar am Ende einiger Ausgaben dieses Romans verankert.

    Ich persönlich empfand es als gewöhnungsbedürftig eine Vorgeschichte am Schluss eines Buches zu lesen, konnte mich dennoch schnell darauf einlassen.
    Sie beinhaltet eine kurze Zusammenfassung vom Leben des Protagonisten Ajax Penumbra und wie es ihn nach San Francisco und in die Buchhandlung verschlagen hat. Ich würde die Geschichte einfach als nett bezeichnen, da sie auf mich nicht sonderlich spannend, aber auch nicht vollkommen uninteressant wirkt. Es ist schlicht und ergreifend eine nette Zusatzinformation, aber nichts, was man braucht um die andere Geschichte zu verstehen.

    Somit würde ich dieses Buch nicht unbedingt als einzelne Lektüre empfehlen, sie kann zwar durchaus als eine Art Auflockerung zwischen zwei anspruchsvolleren Werken dienen oder als eine Art Lückenfüller; ich persönlich jedoch würde empfehlen, diese Geschichte im Zusammenhang mit dem anderen Roman zu lesen.
  6. Cover des Buches Die Herrin der Lettern (ISBN: 9783426307229)
    Sophia Langner

    Die Herrin der Lettern

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Die Leser werden von Sophia Langner in das 16. Jahrhundert geführt und tauchen tief in das Alltagsleben einer Handwerker-Familie ein.

    Schauplatz ist eine Drucker-Werkstatt in Tübingen sowie weitere Städte des Herzogtums Württemberg.

    Protagonistin ist Magdalena Morhart, eine außerordentlich starke Frau im 16. Jahrhundert.

    Im Alter von knapp fünfzig Jahren ist sie zwei Mal verwitwet. Ihr zweiter Mann hinterlässt ihr die Drucker-Werkstatt, die sie gemeinsam mit ihren fünf Kindern fortan selbst betreibt.

    Sie setzt sich in einem Erbstreit gegen ihren Stiefsohn durch und bleibt über viele Jahre erfolgreiche Leiterin der Buchdruckerei.  

    Diese Erfolgsgeschichte basiert auf historischen Tatsachen und die gründliche Recherche ist diesem Buch auch jederzeit anzumerken. Persönlichkeiten der Zeitgeschichte werden genau wie einschneidende Ereignisse (z.B. die Pest im Jahr 1555) geschickt eingearbeitet und behutsam um Handlungsträger der fiktiven Ereignisse ergänzt.

    So kann man am Schicksal der Protagonistin genau so teilnehmen wie am Leben ihrer Kinder und am Universitäts-Leben der Stadt Tübingen.

    Der Erzählstil ist sehr plastisch, das Buch passend in Abschnitte und Kapitel untergliedert und ergänzt durch ein einordnendes Nachwort sowie ein Glossar. Die über 500 Seiten Lektüre lassen sich leicht lesen und haben mich bis zum Ende beeindruckt.

    Fazit:

    Ein erstklassig recherchierter und lehrreicher historischer Roman aus der Feder einer jungen Wissenschaftlerin, die hier unter einem Pseudonym veröffentlicht hat.

    Volle Leseempfehlung für alle Freunde des Genres.

  7. Cover des Buches Der Club Dumas (ISBN: 9783458362494)
    Arturo Pérez-Reverte

    Der Club Dumas

     (153)
    Aktuelle Rezension von: larshermanns

    Rein per Zufall bin ich 2006 auf den Film »Die neun Pforten« von Roman Polański gestoßen, der mich völlig gefesselt hat. Ich liebe Bücher, vor allem antiquarische … und eben diese stehen im Film und der Romanvorlage »Der Club Dumas« von Arturo Pérez-Reverte im Mittelpunkt des Geschehens. Kein Wunder also, dass ich mir das Buch am 11. September 2014 kaufen musste, als ich es bei Amazon entdeckte.

    »»»»»»»»»» DAS BUCH ««««««««««

    Mir liegt die Taschenbuchausgabe von 2014 vor, die ich gestalterisch sehr ansprechend finde. Das Cover spricht bereits für sich und lässt erahnen, dass es um antiquarische Bücher gehen könnte. Der Preis lag damals bei € 9,99 für das 464-seitige Werk.

    »»»»»»»»»» DER CLUB DUMAS ««««««««««

    Lucas Corso ist Antiquar und skrupelloser Bücherjäger. Für seinen Freund, den Antiquar La Ponte, soll er das Manuskript zu »Le Vin d’Anjou« von Alexandre Dumans auf seine Echtheit hin überprüfen. Gleichzeitig erhält er von dem leidenschaftlichen Büchersammler Varo Borja den Auftrag, zwei okkulte Bücher ausfindig zu machen. Ihm selbst ist es bereits gelungen, das berühmt-berüchtigte Werk »Die neun Pforten ins Reich der Schatten« von Aristide Torchia zu beschaffen, das dieser im Jahr 1666 zusammen mit Lucifer höchstselbst verfasst hatte und dafür 1667 als Ketzer – zusammen mit seinen Büchern – auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war. Heute soll es bloß noch drei Werke geben, von denen Borja eines vorliegt. Allerdings zweifelt dieser an der Echtheit des Buches, und Lucas Corso wird beauftragt, dieses Werk mit den beiden anderen Büchern zu vergleichen. Sollte sich eines der anderen als das echte Werk herausstellen, soll er es mit allen Mitteln in seinen Besitz bringen.

    »»»»»»»»»» MEINE MEINUNG ««««««««««

    Dass die Romanvorlagen zumeist deutlich besser sind als die späteren Verfilmungen, ist in den meisten Fällen zutreffend und wird mit »Der Club Dumas« noch einmal bestätigt. Der 1999 erschienene Film »Die neun Pforten« mit Johnny Depp ist zwar sehr gut und spannend inszeniert, behandelt jedoch de facto nur die Hälfte der Geschichte, was im Grund genommen bereits beim Filmtitel deutlich gemacht wird. Roman Polański hat sich einfach auf den okkulten Part beschränkt, um einen spannenden Mystery-Thriller zu schaffen.

    Doch »Der Club Dumas« ist so viel mehr. Dreht es sich hier doch vor allem um das Leben und Wirken von Alexandre Dumas sowie um Büchersammler und –liebhaber, die sich in regen Diskussionen über diverse literarische Werke auslassen. Und inmitten dieser Welt der Bücher wirkt und agiert Lucas Corso als eine Art Bücherjäger, der im Auftrag seiner Klienten einerseits Bücher auf ihre Echtheit hin überprüft und andererseits auch Aufträge entgegennimmt, bestimmte Manuskripte und Schriftstücke gegen Bezahlung zu besorgen, wobei er sich durch auch illegaler Methoden bedient.

    In dem vorliegenden Roman »Der Club Dumas« hat er es nun mit zwei unterschiedlichen Werken zu tun, bei denen sich die Recherchen dennoch nach und nach miteinander verbinden. Hierbei ist es spannend und interessant zugleich, wie selbst Corsos eigenes Leben sich mehr und mehr wie eine Geschichte aus der Feder von Alexandre Dumas entwickelt; sei es nun die mysteriöse Mylady oder ihr narbiger Vasall Rochefort. Und sei dies nicht genug, taucht auch noch die rätselhafte Studentin Irene Adler auf … Sherlock Holmes lässt grüßen!

    Letzten Endes entwickelt sich die gesamte Geschichte zu einem spannenden, teils verwirrenden Spiel der skurrilsten Charaktere mit Intrigen, Verschwörungen und unglaublichen Verwicklungen. Dabei lernt man auch noch etwas über die Kunst des Buchdrucks und der Restauration alter Bücher, was für Bücherliebhaber natürlich ein weiteres Schmankerl ist.

    Leider finde ich das Ende der Geschichte nicht ganz so gelungen – es wirkt irgend abgehackt und wie aus dem Hut gezaubert. Plötzlich ist alles ganz klar und logisch, doch man erfährt als Leser bedauerlicherweise nicht wirklich, wie sich Corso all die letztendlich erschlossen hat.

    Blickt man darüber hinweg, hat man einen spannenden Roman für Bücherliebhaber, der den Leser auf eine Reise durch die Literatur nimmt.

    »»»»»»»»»» FAZIT ««««««««««

    Mir hat der Roman »Der Club Dumas« gefallen, auch wenn ich das Ende als nicht ganz so gelungen empfinde. Die Unterschiede zwischen Roman und Film sind immens, sodass man beide besser nicht miteinander vergleichen sollte. Kenntnisse der Werke Dumas‘ sind zwar nicht zwingend erforderlich, lassen einen dann jedoch einiges in einem etwas anderen Licht erscheinen.

    Von mir gibt es hierfür gute 4 Sterne

  8. Cover des Buches Der Turm der Könige (ISBN: 9783502102267)
    Nerea Riesco

    Der Turm der Könige

     (36)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Da ich selber Schach spiele und gern historische Romane lese, war ich auf das Buch ganz gespannt. Aufgrund des Klappentextes bin ich davon ausgegangen, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, doch dem war nicht so. 

    Der Hintergrund des Romans ist, dass König Ferdinand die Iberische Halbinsel erobert hat und die Muslime das Gebiet verlassen mussten. Es fiel ihnen schwer, die Giralda, das Minarett der Moschee von Sevilla, den Christen zu überlassen. Der Sohn des Königs, Prinz Alfons, ein begnadeter Schachspieler, schlug vor, um den Turm der großen Moschee zu spielen. Er sollte dem gehören, der als Erster drei Partien gewann. Zu der Vereinbarung gehörte auch, dass nur der zum Schachturnier zu gelassen wird, der eine Figur des Schachspiels vor weisen kann. Die christliche Seite erhielt eine Figur aus Elfenbein und die muslimische eine aus Ebenholz. Fünfhundert Jahre später sind noch nicht alle Schachpartien gespielt worden und hier beginnt die Geschichte.

    Am 1. November 1755 bebte in Sevilla die Erde. Die junge Witwe und Druckereibesitzerin Dona Julia sowie ihre schwarze Dienerin Mamita Lula befinden sich zu diesem Zeitpunkt in der Kathedrale von Sevilla unter dem Altar. Sie überleben das Beben und nehmen einen Stein, der aus dem Deckengewölbe herunterfiel, mit nach Hause. Gegen den Rat ihrer Umgebung hat Dona Julia den jungen Leon als Gehilfen eingestellt, dessen Herkunft zweifelhaft ist. Sie verliebt sich in ihn und die beiden heiraten. Was keiner in seiner Umgebung weiß, ist, dass Leon darauf vorbereitet wurde, die noch offene Schachpartie zu spielen. Leon muss gegen viele Schwierigkeiten ankämpfen, Widersacher stellen sich ihm in den Weg und eigene Zweifel machen sich breit. Wird er diese letzte Partie spielen oder werden andere seinen Part übernehmen? 

    Der Roman, der in Sevilla über mehrere Generationen spielt, ist in einer sehr bildhaften Sprache geschrieben, so dass man sich die Handlungsorte und Personen sehr gut vorstellen kann. Auch wer sich mit Schach nicht auskennt, wird Gefallen an dem Buch haben. Neben den historischen Begebenheiten, erfährt man auch etwas über das Druckereiwesen und die Frauenemanzipation im 18. Jahrhundert. Zwischendurch gibt es unerwartete Wendungen, so dass immer eine leichte Spannung beim Lesen vorhanden ist. 

    Etwas Probleme hatte ich mit den handelnden Personen, die auf mich teilweise spröde und trocken wirkten. Ich hätte mir mehr Lebendigkeit und Tiefe gewünscht.

    Was mir gut gefallen hat, ist der schön gestaltete Schutzumschlag, der sich auf falten lässt und im Innenteil findet man einen alten Stadtplan von Sevilla. Auch die Darstellungen im Buch sind sehr hilfreich. 

    Trotz der genannten Kritikpunkte fand ich das Buch sehr unterhaltsam.

  9. Cover des Buches Bibliomania (ISBN: 9783257237818)
    Christian Detoux

    Bibliomania

     (51)
    Aktuelle Rezension von: seschat
    Das 160 Seiten starke Buch von Steven Gilbar ist ein wahres Kleinod für alle Büchernarren bzw. Bücherfreunde. Obschon es bereits 2014 erschienen ist, hat es nichts an Aktualität und Faszination eingebüßt. Im Gegenteil, hier kann der passionierte Leser noch einiges Spannendes wie Wissenswertes rund ums Thema "Buch" erfahren, was nicht nur Statistikfans jubilieren lässt. 
    Inhaltlich wird viel und vor allem Fakten in Listenform geboten. Ob es nun um die Entstehung des ersten Buchs, die ältesten Bibliotheken, das schwerste Buch, schreibende Mediziner, Autorenpseudonyme, Nobelpreisträger, die ISBN oder bekannte Zitate oder Begriffe aus der Literatur- und Verlagswissenschaft geht, der Autor Steven Gilbar hat an wirklich alles gedacht und sich dabei nicht ausschließlich mit der deutschen Literaturszene beschäftigt, sondern auch die internationale Buchkultur berücksichtigt. 

    Mich hat Gilbars detailreiche sowie sehr gut lesbare Liebeserklärung an das immer noch aktuelle Medium Buch ab der ersten Zeile begeistern können. Allerdings sei auch verraten, dass ich selbst an Bibliomanie und -philie leide :-)

    FAZIT
    Ein faktenreiches Buch für Büchernarren, das sich schnell und mit Gewinn lesen lässt. PS: Der Untertitel ist Programm. 
  10. Cover des Buches Die Buchdruckerin (ISBN: 9783548610764)
    Sabine Weiß

    Die Buchdruckerin

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    In ihrem nunmehr dritten Buch entführt Sabine Weiß ihre Leser in das Straßburg von 1510.

    Inhalt:

    Margarethe Prüß, die Tochter eines Buchdruckers, ist eher in der Werkstatt als auf dem, den Frauen dieser Epoche, zugewiesenen Platz zu finden.
    Als sie nach dem Tod des Vaters die Druckerei gemeinsam mit ihrem (arbeitsscheuen) Bruder erbt, ist buchstäblich Feuer am Dach. Die Zünfte, die Familie und die Kirche fühlen sich provoziert.
    Doch Margarethe geht unbeirrt ihren Weg. Sie glaubt, dass Bücher die Welt verändern können. Nicht nur für einige wenige soll es Bücher geben, nein. Leistbare Bücher für alle, ist ihr Lebensmotto.

    Man erlaubt ihr, das Buchdrucken, wenn sie innerhalb eines Jahres einen Meister heiratet.
    Nach vielen glücklichen Ehejahren und fünf Kindern stirbt ihr Ehemann und die Querelen beginnen erneut.
    Verschärfend kommt diesmal hinzu, dass die Reformatoren ihre Schriften heimlich bei Margarethe drucken hat lassen.

    Der neue Ehemann, ein ehemaliger Mönch und fanatischer Anhänger Luthers, verbannt sie wieder aus der Werkstatt.

    Erst mit ihrem dritten Ehemann erfährt sie Zufriedenheit und Glück. Allerdings sind die persönlichen Umstände bald wieder gefährdet, weil die Zensur willkürlich Bücher beschlagnahmt und das Leben der Drucker akut bedroht ist.

    Doch Margarethe ist eine unermüdliche Kämpferin, wenn es darum geht, Büchern und dem Lesen den Einzug in den Alltag der einfachen Menschen zu gewähren.

    Historischer Hintergrund:

    Margarethe Prüß hat wirklich gelebt. Die Zeit in die sie hineingeboren wurde, ist gekennzeichnet durch politische und religiöse Umwälzungen. Religionskriege, Bauernaufstände, Entdeckungen und Erfindungen bringen schicksalhafte Wendungen. Eine wahrlich spannende Epoche.
    Leider sind wenig authentische Daten verbürgt, so dass die Autorin eine Lebensgeschichte konstruieren musste.
    Man weiß nur, dass sie mindestens dreimal verheiratet war und mindestens fünf Kinder hatte. Ihr Sterbejahr wird mit 1542 angegeben.

    Schreibstil/Spannung

    Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, obwohl es den Lesern viele historische Details präsentiert.

    Schön wird das Druckergewerbe geschildert, ohne dass man sich mit Info-Dump überfordert fühlt.
    Auch die Lebensumstände dieser Zeit sind penibel recherchiert.
    Einzig die emotionale Seite der Figuren kommt für mein Empfinden manchmal ein wenig zu kurz.

    Spannend wird die Geschichte nicht unmittelbar durch die Protagonisten selbst sondern durch genaue Recherche und die Darstellung des historischen Kontexts.

    Fazit:

    Ja, Bücher haben die Welt verändert!


  11. Cover des Buches Die Tränen der Hexen (ISBN: 9783954751174)
    Uwe Grießmann

    Die Tränen der Hexen

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Corpus
    Inhalt:
    Goslar in der frühen Neuzeit ist eine reiche und mächtige Stadt, eine der größten Städte in der nördlichen Hemisphäre. Der Buchdruckermeister Wilhelm Wehrstett bekommt Besuch von einem Dominikanermönch. Der verlangt von ihm, dass er dessen Werk "Malleus maleficarum" nachdruckt. Doch Wehrstett hadert, denn dieses Buch bringt nur Tod und Verderben. *** Anhand langwieriger Recherchen und dem Studium mehrerer Hexenprozesse entstand ein atmosphärisch dichtes Portrait einer grausamen Zeit. *** Der Titel "Die Tränen der Hexen bezieht sich darauf: Henricus Institoris beschrieb im Hexenhammer einige Erkennungsmerkmale für angebliche Hexen. Dazu gehörte auch, dass "Hexen" angeblich nicht weinen könnten. Wenn sie es dennoch taten, war dies das Blendwerk Satans.

    Meine Meinung:
    "Die Tränen der Hexen" von Frank Arlt ist ein sehr authentisch geschriebener historischer Roman.
    Der Schreibstil war sehr gut zu lesen, weil er sehr flüssig war.
    Man fühlte sich sofort in die Geschichte mitgenommen. 
    Die Protagonisten wurden gut dargestellt und man konnte sich gut in sie hineinversetzen. 
    Man hat einen guten Einblick darin bekommen, wie die Hexenverfolgungen damals ablaufen konnten und mit welchen Machenschaften im Namen der Kirche vorgegangen wurde und wo unschuldige Frauen hingerichtet wurden.
    Es war spannend und mitreißend. 

    Fazit:
    Dies ist ein gutes Buch, das einen in das Thema Hexenverfolgungen im Mittelalter hineinführt und sehr spannend ist. Man leidet richtig mit den unschuldigen Frauen mit. Ich kann das Buch weiterempfehlen, aber man sollte nicht zart besaitet sein. 


  12. Cover des Buches Endymion Spring (ISBN: 9783423624275)
    Matthew Skelton

    Endymion Spring

     (102)
    Aktuelle Rezension von: steffis-und-heikes-Lesezauber
    Kurzbeschreibung In der ehrwürdigen Bibliothek von Oxford stößt 12-jährige Blake auf ein seltsames Buch. Der Band ist unbedruckt, leer, ohne Worte, aber sein Papier hat feine, pulsierende Äderchen, als würde es leben. Blake ist fasziniert, das Buch zieht ihn magisch an. Plötzlich tauchen auf den Seiten Wörter auf. Wörter, die nur Blake sehen und lesen kann. Das Buch scheint sich selbst zu schreiben und ein jahrhundertealtes Geheimnis zu offenbaren. Blake begreift, dass er mit dem Buch eine unglaubliche Entdeckung gemacht hat, die nicht nur ihn selbst brennend interessiert und anzieht.
    Meinung Dies ist die phantastische Geschichte nach der Suche des „Letzten Buches“ und ich muß schon am Anfang sagen, dies ist ein Jugendbuch für Jung und Alt, bei dem aber nicht nur Bücherwürmer auf ihre Kosten kommen.
    Von der ersten Seite an fühlte ich mich in das Buch hinein gezogen. Die Welt rund um Endymion und Blake wurde vom Autor so toll und mystisch dargestellt, das ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Spannung pur.....ein wahres Kopfkino entstand, ich fieberte und zitterte mit den Protagonisten mit und ein um das andere Mal dachte ich, ich wäre selbst mit dabei.
    Die Handlung springt immer in zwei Zeiten, dem heutigen Oxford und Mainz im Jahre 1453. Dies stellte aber kein Problem dar und ich kam super in der Geschichte mit. Jede Zeitspanne wurde auf seine eigene Art und Weise ziemlich real dargestellt.
    Der Schreibstil von Herrn Skelton ist einfach, aber sehr lebhaft. Das Buch selbst etwas breiter, dies stört aber nicht, das die Schriftgröße diesem angepasst wurde. Die einzelnen Kapitel beginnen mit einer Zeichnung, welche vom Autor sehr liebevoll gestaltet wurden.
    Auch einen kleinen Lerneffekt hat diese Debüt von Matthew Skelton. Der Leser erfährt, natürlich kindgerecht, wie es zum Buchdruck gekommen ist und wer ihn erfunden hat.
    Abschließend kann ich nur sagen, daß Endymion Spring – Die Macht des geheimen Buches ein zauberhaftes und phantastisches Buch mit vielen Überraschungen und Entdeckungen ist, und man sollte es unbedingt gelesen haben.
    Cover Das Cover sieht sehr schön aus und deutet auf etwas Mystisches hin. Die warmen Farbtöne und der schwarze Drache runden das Ganze ab und machen es zu einem Hingucker schlecht hin.
    Fazit Dieses Debüt von Herrn Skelton konnte mich überzeugen und machte mich auf jeden Fall neugierig auf sein zweites Werk „Cirrus Flux“. Ich merkte die Liebe zum Detail des Autors und kann es auf jeden Fall nur weiterempfehlen. Es erhält von mir 4 von 5 Sternen.
  13. Cover des Buches Weltgeschichte to go (ISBN: 9783499634048)
    Alexander Graf von Schönburg

    Weltgeschichte to go

     (35)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Er nimmt uns mit auf die Reise zu den wichtigsten Städten der Menschheit, von Babylon über Berlin bis New York. Die größten Helden werden benannt und die schlimmsten Schurken. Schönburg erzählt von Kunstwerken, Erfindungen und Ideen der Menschheit, vom Faustkeil bis zum Selfiestick. Zu Beginn, gleichsam zum Warmlaufen, fasst er über zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte auf zehn Seiten zusammen, geleitet von der Frage: Wie hat es eine eher unbedeutende Affenspezies – in der Nahrungskette irgendwo zwischen Schaf und Löwe – geschafft, sich die Erde untertan zu machen?

  14. Cover des Buches Das Kloster der Ketzer (ISBN: 9783570304631)
    Rainer M. Schröder

    Das Kloster der Ketzer

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Elodin
    Naja, hab schon bessere Jugendbücher gelesen. Dieses hier war selten spannend und meistens vorhersehbar. Wirkliche Überraschungen gab es für mich keine. Der Schreibstil ist in Ordnung, sehr nüchtern wie ich finde. Sprachwitz oder irgendwelche Pointierungen - Fehlanzeige. Inhaltlich hat mir der direkte Bezug zu Martin Luther gefehlt. Die Verknüpfung von fiktiver Hauptfigur mit historischen Charakteren hab ich bei Rebecca Gable immer sehr gern gelesen. Von Martin Luther wir in diesem Buch nur geredet, einen Auftritt hat er aber nicht.
    Alles in allem ist das Buch ok, aber streckenweise habe ich gedacht, dass die komplette Story in einem "richtigen" historischen Roman bestenfalls einen Nebenstrang ausfüllen würde.
  15. Cover des Buches Das Gutenbergkomplott (ISBN: 9783765540486)
    Christoph Born

    Das Gutenbergkomplott

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Aurelio

    In der einstigen Welthauptstadt Rom ereignet sich anno 1453 ein mysteriöser Mord. Der Leser wird Zeuge, wie sich ein Mann namens Sebastiano in den Vatikan einschleicht und dort Kardinal Martini, einen möglichen Nachfolger von Papst Nikolaus, ersticht. Die Spur führt über Guido Bologna, einen aufwärtsstrebenden Ordensmann, weiter zu Kardinal Angelini. Bologna bittet den Kardinal, ihn nach Mainz zu entsenden. Er wolle dort einen Schatz bergen, der Rom die verlorene Macht zurückbringen sollte.

    Im darauffolgenden Jahr tritt der junge Rechtsgelehrte Thomas Berger in Mainz eine Stelle als Richter an. Als er sich mit der Auslegung von Recht und Ordnung seines Vorgesetzten, des Kurfürsten Dietrich von Erbach konfrontiert sieht, fragt er sich, ob ihm Steininger, der Freund seines Vaters, mit dem Angebot des Richteramts einen Bärendienst erwiesen hat. Thomas' erster Fall lässt nicht lange auf sich warten. In einer Waldhütte wird eine Frau tot aufgefunden. Klara Roth führte offensichtlich ein zwielichtiges Leben. Sie hinterlässt ein Geheimnis, für das sich noch jemand interessiert: Guido Bologna und seine Gehilfen. Indes reißt dem Kurfürsten der Geduldsfaden, er mischt sich in die Ermittlungen ein. Thomas verliert seine Stelle und muss die Stadt verlassen. Doch er entschließt sich zu bleiben, um den Fall auf eigene Faust zu lösen. Zusammen mit Katharina Roth, der Schwester der Ermordeten. Es gelingt den beiden, Klaras Geheimnis zu lüften. Die Spur führt zu Johannes Gutenberg, einem Mann, der Gerüchten zufolge an einer neuen Methode des Buchdrucks arbeitet. Für Bologna ist der Zeitpunkt gekommen, seinen Plan zu vollenden. Katharina und Thomas geraten in Gefahr…

    „Das Gutenbergkomplott“ von Christoph Born ist ein anschaulich und flüssig erzählter historischer Roman, in dem sich zwei fiktive Handlungsstränge erst getrennt, bald ineinander verwoben von einem Schauplatz zum nächsten dahinziehen, wobei sich der eine liest wie ein spätmittelalterlicher Spionagethriller, der andere wie ein spannend inszenierter Kriminalroman. Die Reise durch die Vergangenheit führt vom Vatikan über die Lateranbasilika weiter nach Mainz zur Residenz des Kurfürsten, in das damalige Mainzer Kaufhaus oder durch ein verborgenes Tunnelsystem. Johannes Gutenberg und sein Start-up-Unternehmen rücken zunehmend in den Vordergrund. Gutenberg gewährt Thomas einen faszinierenden Einblick in die Buchdruckkunst und das von ihm entwickelte Druckverfahren mittels Druckerpresse und beweglicher Metall-Lettern. Auch die Auseinandersetzungen mit dem Investor Johannes Fust werden thematisiert. Die Figuren sind durchwegs menschlich gezeichnet und wirken entsprechend real. In ihren Lebensweisen und Begegnungen spiegeln sich menschliche und gesellschaftliche Aspekte wider, etwa das immerwährende Thema des Konflikts zwischen Tradition und Aufbruchstimmung, wie es sich zur Zeit des Epochenumbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit besonders kontrastreich manifestiert haben mochte. Die eingeflochtene Liebesbeziehung integriert sich zwar gut in die Handlung, allerdings hätte ich sie mir fantasievoller gewünscht. Befremdlich fand ich zudem den kurzatmigen Ausgang der Geschichte. Abgesehen davon scheint Christoph Born aber die Rezeptur von der Tinte, mit der sich ein geschichtlich bedeutsames Ereignis in ein erlebbares Lesevergnügen umschreiben lässt, offensichtlich zu kennen.

  16. Cover des Buches Q (ISBN: 9783862414505)
    Luther Blissett

    Q

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Ein Thriller zwischen Reformation und Inquisition!
    Es ist ein Roman erschienen, von einem Autor, der sich Luther Blissett nennt. Aber wer versteckt sich hinter dem Pseudonym? Wer hat diesen historischen Thriller geschrieben, in dem ein Mann ohne Namen einen Mann mit vielen Identitäten jagt? Als in Italien dieser gewaltige Roman über die Zeit der Reformation erschien, löste er einen Sturm der Begeisterung aus. Denn neben grandioser Unterhaltung gibt er dem Leser ein Rätsel auf: Wer ist Luther Blissett? Die Überraschung war groß, als die Wahrheit ans Licht kam: Vier junge Autoren aus Bologna waren die Urheber dieses mysteriösen Romans. Ihr Ziel: die traditionelle Autorenschaft zu sprengen. Raffiniert umspannt dieser historische Thriller vierzig Jahre im 16. Jahrhundert - vierzig Jahre, die die Welt veränderten. Deutschland ist im Umbruch: Luther und die Wiedertäufer, päpstliche Spione und aufständische Bauern kämpfen um Macht und Vorherrschaft. Vor diesem Hintergrund stehen sich zwei erbitterte Feinde gegenüber: Ein junger Theologiestudent, Anführer der Häretiker, und sein unsichtbarer Feind - Q, der Mann ohne Gesicht, der Statthalter des Papstes, der Verräter ohne Namen. Seine Mission: den Geist der Revolte auszulöschen. Doch die Rebellen kämpfen mit einer unschla gbaren Waffe: der Macht des Wortes.
  17. Cover des Buches WAS IST WAS Das Buch (ISBN: 9783788621926)
    Bernd Flessner

    WAS IST WAS Das Buch

     (6)
    Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book

    Da ist sie also: meine 1000. Buchmeinung. Und was eignet sich dafür besser, als ein Buch über die Entstehung des Buches zu besprechen?

    Ich hatte tatsächlich nicht mit einem so detailliertem Wissen gerechnet. Mein Anspruch an das Werk war gering, schließlich ist die Alterseinstufung ab 8 Jahren - ein Alter, in dem der Wissensdurst groß, die Lesebereitschaft jedoch nicht immer vorhanden ist.

    Es befindet sich auch sehr viel Text auf den einzelnen Seiten. Diese werden aber durch Zeichnungen und Fotos aufgelockert.

    Zudem widmet sich jede Doppelseite einem anderen Thema, sodass man immer Pausen einlegen kann, wenn einem danach ist, ohne wirklich unterbrochen zu werden.

    Der Autor widmet sich allerdings nicht nur dem Buch an sich, sondern fängt ganz vorne an: bei der Schrift. Dadurch bekommen Lesende einen umfassenden Eindruck davon, welch langer Weg bis hierhin beschritten wurde.

    Ganz ausführlich wird sich dann mit der heutigen Entstehung einer Lektüre beschäftigt: von der Idee über den Autor, die Herstellung und die einzelnen Abteilungen in einem Verlag. Zudem bekommen Buchmesse, Buchhandel und Bibliotheken Aufmerksamkeit. Am Schluss gibt es sogar "Buchrekorde und Kurioses".

    Auch ich, die sich bereits gefühlt seit Ewigkeiten mit Büchern beschäftigt, durfte noch etwas Neues lernen.

    Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Frankfurter Buchmesse 1485 eingerichtet wurde und sie somit die älteste Buchmesse der Welt ist? (S. 50)

    Oder dass jeder Verlag 2 Pflichtexemplare von jeder Neuerscheinung bei der Deutschen Nationalbibliothek abliefern muss? "Denn die Deutsche Nationalbibliothek hat die Aufgabe, jedes in deutscher Sprache erschienene Buch zu sammeln." (S. 55)

    Oder woher der Ausspruch "ein Buch aufschlagen" kommt? (S. 19)

    Vor dem Glossar, welches wirklich umfangreich ist und ein Blick hinein sich jeder Zeit lohnt, wird auf die Zukunftsaussichten des Buches eingegangen. Diesen Abschnitt fand ich besonders interessant, jedoch ebenso verschreckend. Wird es wirklich möglich sein, dass Lesende den Inhalt eines Buches selbst ändern können? Dass intelligente Sensoren an E-Readern anhand des Gesichtsausdruckes den Text anpassen? (S. 61) Ich frage mich: Verletzt das nicht das Urheberecht? Auf welcher Grundlage schreibt man dann noch seine Meinung zur eigentlichen Geschichte nieder? Kann in dem Moment nicht einfach jede*r seine / ihre eigenen Geschichten schreiben? Wozu sollen sich Autoren / Autorinnen noch jahrelang hinsetzen und Ideen mühsam zu Papier bringen? Ich habe vor dieser Zukunft ein wenig Angst ...

    In diesem Werk wird allerlei fundiertes Wissen bereitgestellt und doch bleiben bei mir so einige Fragen offen:

    Dürfen auch Selfpublisher ihre Werke an die Deutsche Nationalbibliothek senden und werden sie dann dort ebenfalls geführt?

    Muss ein Illustrator das ganze Buch selbst lesen oder bekommt er die wichtigsten Eckpunkte genannt?

    Und warum wird auf S. 5 behauptet: "Und dann ist da natürlich auch das E-Book oder die PDF-Datei, die jedem kostenlos im Internet zur Verfügung steht."? Ich habe noch keine PDF-Dateien eines Bestsellers kostenlos auf legalen Seiten im Internet gefunden. Oder suche ich an den falschen Stellen?

    Außerdem ist das Werk mit seinen durchweg weißen Menschen leider so gar nicht divers. Weder auf Fotos noch auf Illustrationen ist die Vielfalt der Menschen zu sehen.

    Trotz der kleinen Kritikpunkte empfehle ich dieses Sachbuch gerne weiter. Für Kinder ab 8 Jahren absolut passend zum Selbstentdecken. Doch bereits zum Vorlesen für 5- und 6-Jährige finde ich es gut geeignet.

    ©2022 a_different_look_at_the_book

  18. Cover des Buches Von der Idee zum Buch (ISBN: 9783845849041)
    Becky Davies

    Von der Idee zum Buch

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Fernweh_nach_Zamonien

    Inhalt:

    Ein Blick hinter die Kulissen des Büchermachens!

    Dieses Buch erzählt, wie ein Buch entsteht.

    Aber nicht irgendein Buch, sondern wie genau dieses Buch entstanden ist!

    Von der Idee der Autorin über die Besprechungen mit der Agentur, der Übersendung des Manuskriptes an den Verlag, der Suche nach einer Illustratorin bis hin zur Druckerei und schlussendlich in die Buchhandlung.

    Viele Kekse und Freudentänze inklusive!


    Altersempfehlung:

    laut Verlag ab 6 Jahre, ggf. aber auch schon früher (ab 4 Jahre zum Vorlesen)


    Illustrationen/Einbandgestaltung:

    Optik und Haptik sind ein Fest für Bücherfreunde. Nicht nur, dass auf dem Cover die Buchstaben des Titels aus Büchern geformt sind, welche umgeben von Lesenden im Regal stehen ... Der Einband hat eine fühlbare Struktur. Die Oberfläche des Materials erinnert auch optisch ein wenig an ledergebundene, antiquarische Bücher.

    Den Buchsatz schmückt ein Blick in ein gut gefülltes, kunterbuntes Bücherregal. Auch hier findet sich DAS Buch wieder.

    In den farbenfrohen Illustrationen begleitet man die Autorin auf dem faszinierenden Weg von der Idee zum fertigen Buch. Hier ist von Bücherstapeln, verworfenen Ideen in Form von zerknülltem Papier, der Arbeit mit Skizzen, Laptop und Kaffee, der Druckerei bis hin zur Buchmesse alles dabei.

    Die Charaktere sind zauberhaft und vielfältig gestaltet.


    Mein Eindruck:

    Ein großformatiges Buch mit einer großartigen Idee: Ein Kinderbuch über die eigene Entstehung ist ein Traum für Buchliebhaber und für den eigenen Nachwuchs.

    Man merkt gleich, wie viel Liebe und Herzblut in jeder einzelnen Seite stecken.

    Spielerisch und altersgerecht bringt die Geschichte kleinen Lesenden die Welt der Literatur näher. Anhand der Idee für eben dieses Kinderbuch wird der Prozess Manuskript-Verlagfinden-Lektorat usw. anschaulich und leicht verständlich erklärt.

    Zusätzlich zu der Autorin und der Illustratorin wirken viele weitere kreative Köpfe an der Entstehung mit. Nebenbei lernt man Fachbegriffe wie Vorsatzpapier (erste und letzte Doppelseite im Buch), Impressum, Manuskript usw. sowie die Arbeit von Grafikerin und Druckerei kennen. 

    Und obwohl es ein Kinderbuch ist und alle Schritte altersgerecht dargelegt werden, können auch Erwachsene noch etwas lernen.

    Besonders interessant ist der Einblick in das Verlagswesen. Auch der Einsatz von Werbemaßnahmen, um das Buch bekannt zu machen sowie ein Hinweis auf uns Buchblogger:innen findet Erwähnung.

    Ein zeitloser Buchschatz für alle, die Bücher lieben. Lehrreiches Lesevergnügen für Jung und Alt!


    Fazit:

    Ein kurzweiliges, informatives und kindgerechtes Sachbilderbuch mit wunderschönen Illustrationen.

    Der Weg von der Idee bis hin zum Buch in der Buchhandlung wird spannend und gut verständlich beschrieben.


    ...

    Rezensiertes Buch: "Von der Idee zum Buch" aus dem Jahr 2022

  19. Cover des Buches Des Teufels Drucker (ISBN: 9783897059443)
    Rainer Maria Wacke

    Des Teufels Drucker

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Taschenkrebs
    sondern eines der langweiligsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Man vermag es nicht, mit den Personen mitzufühlen und die Handlung plätschert ohne besondere Höhepunkte dahin. Dafür verliert sich der Autor in endlosen Ausführung über das Druckereihandwerk, die in einem fiktionalen Text nichts zu suchen haben.
  20. Cover des Buches Der Mann, der die Wörter liebte (ISBN: 9783813502251)
    Simon Winchester

    Der Mann, der die Wörter liebte

     (24)
    Aktuelle Rezension von: LittleMsBookCrazy

    Das Oxford English Dictionary ist eines der wichtigsten Bücher der englischen Sprache. Die Entstehung hat mehr als 50 Jahre gedauert und war nur mit der Hilfe von Freiwilligen möglich. Einer dieser Freiwilligen Leser war W.C. Manor. Er war amerikanischer Arzt, Veteran des amerikanischen Bürgerkrieges und einer der wichtigsten Helfer, aber vorallem war er ein geisteskranker Mörder.
    Der Autor Simon Winchester hat sich auf Spurensuche begeben und die Geschichte der Entstehung des Wörterbuches und die Geschichte von W.C. Minor aufgeschrieben.

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich überhaupt nicht wusste, was mich in diesem Buch erwarten könnte. Ich wusste nicht, ob es eher ein Sachbuch sein könnte oder doch ein Krimi.
    Gefunden habe ich eine Mischung aus beidem. Am Anfang steht die Geschichte von W.C. Minor im Vordergrund. Sein Werdegang und der Mord werden geschildert. Dann werden einige weitere wichtige Personen vorgestellt. Ab der Mitte bis zum Ende geht es hauptsächlich um die Entstehung des Oxford English Dictionary. Auch wenn es eine sehr spannende Entstehungsgeschichte ist und ich geschockt war, wie viel Arbeit hinter einem Wörterbuch stand, muss ich sagen, dass es irgendwann sehr eintönig wurde. Erst das Ende als beide Geschichten wieder miteinander in Einklang gebracht wurden, wurde es wieder spannender.

    Wer sich sehr für die Entstehung von Wörterbüchern interessiert hat hier ein perfektes Buch gefunden, um Geschichte und Krimi zu verbinden. Mich konnte es leider nicht vollends überzeugen, daher hat das Buch von mir 3/5 Sternen bekommen.

  21. Cover des Buches Die große Zukunft des Buches (ISBN: 9783423346948)
    Umberto Eco

    Die große Zukunft des Buches

     (29)
    Aktuelle Rezension von: ban-aislingeach

    Das Sachbuch „die große Zukunft des Buches“ ist 2011 im dtv Verlag erschienen und umfasst 288 Seiten.

    Das Buch umfasst ein Gespräch zwischen Umberto Eco und Jean-Claude Carrière, welches von Jean-Philippe de Tonnac moderiert wird. In erster Linie geht es zwar um Bücher von der frühsten Vergangenheit, lange bevor es zum Buchdruck durch Gutenberg kam, bis in die Zukunft. Doch man lernt auch vieles andere. So geht es auch um Filme, die Entstehung des Kinos und um verschiedene Kulturen und Religionen. Es werden auch Fragen behandelt wie welche Auswirkung hatte Dummheit auf die Menschheit und wie hat sich die Sexualität im Laufe der Zeit entwickelt. Das Gespräch ist sehr spannend und interessant, außerdem lässt sich das Buch flüssig lesen. Es hat mich sehr weitergebildet und ich habe vieles Neues gelernt, auch über Themenfelder, welche mich eigentlich nicht wirklich interessieren. Sehr interessant fand ich auch die Unterschiede zwischen der Literatur in Frankreich, Italien und Spanien, vor allem im Bezug auf erotische Literatur. Überrascht hat mich dagegen, dass man in Frankreich deutlich weniger Bücher verkaufen muss als in Deutschland um sich einen bekannten Namen zu machen. Alles in allem handelt es sich um ein faszinierendes Sachbuch.

    Umberto Eco kennt man natürlich. Egal ob man den „Namen der Rose“ als Buch gelesen oder als Film, verfilmt mit Sean Connery, gesehen hat oder eventuell Beides nicht gemacht hat, ist der Italiener einem doch bekannt. Ich hatte noch von ein paar anderen Büchern von ihm gehört, aber mehr wusste ich nicht über ihn. Durch das Buch habe ich jedoch gelernt, dass er auch mal Kolumnist, Medienwissenschaftler und Philosoph war. Außerdem hat er mehrere Ehrendoktorwürden erhalten.

    Seinen französischen Gesprächspartner Jean-Claude Carrière kannte ich jedoch nicht. Zwar ist auch dieser ein Schriftsteller, aber hauptsächlich arbeitet er als Drehbuchautor. So hat er unter anderem das Drehbuch für „Goyas Geister“ geschrieben. Amüsant fand ich die Information, dass er ein „Wörterbuch der Dummheit“ herausgegeben hat.

    Bei diesem Buch handelt es sich um ein sehr interessantes Sachbuch, welches sich für Leser eignet die Bücher lieben und gerne Gespräche oder Interviews lesen.

  22. Cover des Buches Die Gehilfin des Buchdruckers (ISBN: 9783775155144)
    Stephanie Rapp

    Die Gehilfin des Buchdruckers

     (17)
    Aktuelle Rezension von: SeilerSeite
     Unter den vielen Büchern, die aktuell zum Reformationsjubiläum erscheinen und Luther und andere wichtige Persönlichkeiten in den Blick nehmen, erzählt dieser Roman die Geschehnisse aus einer etwas anderen Perspektive. Der Leser nimmt die Auswirkungen der neuen Lehre Luthers aus den Augen der einfachen Bauern wahr. Im Vordergrund steht dabei das Schicksal der Familie von Lisbeth und Lucas Strom, die als Leibeigene im fiktiven Laubenheim in der Pfalz leben.

    Beginnend im Jahr 1496, wird zunächst die Beziehung von Lisbeth und Lucas geschildert. Erst im dritten Teil, nach gut 300 Seiten, beginnt der Handlungsstrang, den der Titel verheißt. Die Tochter von Lisbeth und Lucas, Lena, wird die Magd des Buchdruckers Peter Schöffer. Nun folgt die Geschichte Lenas Verbleib an ihrer neuen Arbeitsstelle in Worms. Dabei kreuzen sich immer wieder die Wege der Familie Strom und ihrer adeligen Grundherren. Im Jahr 1525 eskaliert die angespannte Lage von Altgläubigen und Anhängern der neuen Lehre und die Bauernaufstände beginnen. Detailreich wird das Mitwirken von Lenas Vater und Bruder in den Kämpfen beschrieben. Doch Lena trägt selbst ein großes Geheimnis mit sich herum, das ihr als unverzeihliche Sünde erscheint. Schließlich kommen Vater und Sohn gesund zur Familie zurück, Lena beichtet ihr Vergehen und erfährt Vergebung und sie leben, so könnte man überspitzt sagen, glücklich bis an ihr Lebensende.

    Wie bereits gesagt, befasst sich der Roman aus einer spannenden und nicht allzu häufig anzutreffenden Perspektive mit den Ereignissen der Reformation. Wie erfuhren die einfachen Bauern von der neuen Lehre und wie wurde dadurch ihr Weltbild beeinflusst? Man erfährt viel über den Glauben der damaligen Zeit, die allgegenwärtige Angst vor dem Tod und der Hölle und wie diese Furcht das Alltagsleben beeinflusste. Auch das Handwerk des Druckens wird mit vielen Fakten beschrieben.

    Doch hat man von Beginn an den Eindruck, dass den Protagonisten eigentlich nicht wirklich etwas Schlimmes geschehen kann. Sie entkommen stets größerem Unglück und am Ende ist die ganze Familie glücklich vereint. Die Gehilfin des Buchdruckers erscheint erst im letzten Drittel des Buches und erfährt nach ausführlicher, über mehrere Kapitel reichender Beschreibung ihrer großen Schuld, in wenigen Worten Absolution. Damit werden die Spannungsfäden in einem etwas seichten Happy End aufgelöst.

    Seitenzahl: 544
    Format: 13,8 x 19,2 cm, gebunden
    Verlag: SCM Hänssler
  23. Cover des Buches Weltgeschichte (ISBN: 9783492053341)
    Jürgen Mirow

    Weltgeschichte

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Admiral
    In dem fast 650 Fließtext seines Buches "Weltgeschichte" aus dem Jahr 2009 erzählt Jürgen Mirow die Geschichte der Welt aus einer völlig anderen Perspektive heraus, nämlich die der Antriebskräfte des Fortschritts: Arbeit, Macht und Kommunikation.

    Am Anfang des gewichtigen Unterfangens (das Buch ist wirklich schwer !) steht die Untersuchung, was Geschichte eigentlich ist. Er kommt zu dem Ergebnis, Geschichte sei ein menschgemachter Prozess, der auch durch menschliche Wirkmechanismen voranschreitet, also einen gewissen Fortschritt durchläuft. Um das alles zu konkretisieren, kristallisiert er die Aspekte des Menschseins heraus, die den "Fortschritt" bewirken. Es seien 3 Aspekte, nämlich die Arbeit, die Macht und die Kommunikation (S. 13-88).
    Diese 3 Aspekte, die Fortschritt hervor bringen können, können sich durch Ausdifferenzierung (im Bereich der Arbeit [im Folgenden "Wirtschaft"], bspw. von reinen Agrargesellschaften zu Arbeitsteilung in urbanen Zentren), Intensivierung (im Bereich der Macht bspw. von einem mit Macht unterworfenen Imperium zu einem patrimonialem Imperium, in dem die Wirtschaftlichkeit primär dem Herrscherhof zu Gute kommt) oder Integration (im Bereich der Kommunikation [im Folgenden 'Kultur'] bspw. indem eine primitive Kultur Texte einer achsenzeitlichen Kultur übernimmt und somit zu einer asymmetrisch integrierten 'peripheren Kultur' wird) weiterentwickeln (S. 629-625, dazu die interessanten Grafiken auf den S.82-87).
    Das ist alles ziemlich theoretisch, doch wendet Mirow diese Methodik dann eben auf die Weltgeschichte an und stellte ihren Verlauf als ständiges Ausdifferenzieren, Integrieren und Intensivieren dar. Dem entspricht seine leicht anders gelagerte Chronologisierung, die nicht dem traditionell eurozentrierten Bild (Antike, Mittelalter, Neuzeit) entspricht. So habe es um 650 v. Chr. einen Umbruch gegeben, da besonders seit dieser Zeit durch massive Bevölkerungszuwächse wirtschaftliche Veränderungen eingetreten seien (S. 159-163: Geldwirtschaft, steigende Arbeitsteilung, Neulandgewinnung bspw.), da machtpolitisch durch klientelartige Strukturen patrimonialbürokratische Strukturen entstanden (bspw. Makedonien unter Philipp, S. 176) und da sich auf kultureller Ebene neue Weltdeutungen durchsetzten (bspw. Überwindung der subjektivistischen Weltdeutung, S. 207).
    Dabei unterscheidet er in seiner darstellung stets zwischen fortschrittlichsten Weltregionen, die Nahost, Indien und China gewesen waren (etwa S. 109 bis 400 ?), bis sich Europa als Ganzes alleine an die Spitze des Fortschritts setzt (etwa ab S. 400 ?).


    Im Ganzen betrachtet ist dieses Buch ein durchaus interessanter Ansatz, der sich am momentanen Trend (?) des Globalen orientiert und vermutlich auf eine gewisse Nachfrage nach solchen Werken antwortet. Die Methodik, die Weltgeschichte als steten Fortschritt auf dem Fundament anthropologischer Grundprinzipien (zB Nahrungsaufnahme, S. 33), ist äußerst interessant und steht beispielsweise in dezidiertem Widerspruch zu den ganz alten Konzepten, die Geschichte als eine Handlungskette machtvoller Einzelner zu begreifen.
    Doch kann man sich fragen, ob in dieses Werk nicht eventuell zu viele neuzeitlich-wirtschaftliche Aspekte eingeflossen sind. Sp spricht er permanent von Innovationen als grundlegend Gutem und Notwendigem, wobei das europäische Hier und Jetzt als Ende des Fortschritts suggeriert wird. Dem entspricht auch, dass Mirow das europäische Nationenkonzept als Messlatte für sich entwickelnde Machtstrukturen wählt.
    Auch sind die das Buch durchziehenden Zentrierungen auf einzelne Weltregionen überdeutlich. Zunächst bekommen Nahost, Indien und Nordchina besonders viel Aufmerksamkeit, später bekommt Europa eine zentrale Stellung. Amerika als Gesamtkontinent findet stellen weise über zahllose Seiten und Kapitel überhaupt keine Erwähnung.
    Ins Detail geht Mirow auch oft nur im alteuropäischen Kontext (römischen/griechische Geschichte), während Parallelereignisse auf anderen Kontinent deutlich weniger Platz und Detailtreue erhalten.

    Dennoch ein sehr anregendes Buch.
  24. Cover des Buches Kaiser, Kriege und Kokotten (ISBN: 9783499626043)
    Christoph Schulte-Richtering

    Kaiser, Kriege und Kokotten

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Lara_Hoeffner
    Dieses Buch ist großartig. Und ein seltener Glücksfall: Es ist witzig und klug zugleich. Mal möchte man sich kringeln vor Lachen, und im nächsten Satz schon ist man platt, dass man wieder auf überraschende Weise etwas gelernt hat, was man vorher nicht wusste - und zwar auf so unnachahmliche Art, dass man sich fragt: Warum schreiben nicht alle Autoren so? "Schnick, Schnack, Schnuck" ist zwar ein Geschichtsbuch - von Nero bis zur Finanzkrise lernen wir in 44 amüsanten und kurzen Kapiteln, wo der Nibelungenschatz vergraben liegt, warum Tatajana Gsell um ein Haar Königion von Spanien geworden wäre und warum Heidi Klum ihre Karriere Immanuel Kant zu verdanken hat Aber dabei tritt Christoph Schulte-Richtering überhaupt nicht wie ein wandelndes Lexikon auf, obschon ihm von der Völkerwanderung bis zur Wiedervereinigung, von den Kreuzzügen bis zu 9/11, vom Preußenkönig Friedrich bis zu Hitlers Autobahnen wirklich nichts unbekannt zu sein scheint. Das liegt einzig an seiner Darstellungsweise von Geschichte – die einfach unerhört ist. Frech, ohne falschen Respekt, gegen jeden einschläfernden Strich gebürstet. Alles Lehrerhafte, jede Faktenhuberei gehen ihm ab. Aber überraschende Zusammenhänge herzustellen, das macht ihm großen Spaß, und das spürt der Leser genussvoll auf jeder Seite. Liest man etwa die sechs Seiten über die Finanzkrise, hat man nicht nur das Prinzip der Leerverkäufe ein für allemal begriffen, sondern elegant gleich mitgelernt, warum das 17. Jahrhundert das große Zeitalter des niederländischen Blumenstilllebens werden konnte und was das mit der provozierenden Kunst eines Damien Hirst zu tun hat. Den gegenwärtigen Burgfrieden zwischen Banken und Regierungen beurteilt Schulte-Richtering allerdings skeptisch: «die Sache fühlt sich ein bisschen so an, als ob man den Hund den Wurstvorrat bewachen lässt». Der Autor ist ein Meister des ersten Satzes. „Am Morgen des 26. April 1336 klingelt der Wecker, und das Mittelalter ist vorbei.“ So beginnt das Kapitel über die Renaissance. Oder der Barock: "'Barocke Rubensfrau sucht Mann fürs Leben', wenn Sie so eine Kontaktanzeige lesen: Finger weg!“ Sehr schön auch folgender Auftakt: „Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagalaweia! Wallala weiala weia!“ Okay, vor Wagners „Nibelungen“ kapituliert sogar ein Schulte-Richtering, um dann Richard Wagners Leben als Künstler und Mann freilich doch noch zu erhellen. Spielerisch stellt dieses Buch unser Wissen vom Kopf auf die Füße. Dabei orientiert sich der Autor durchaus an filmischem Erzählen, hier merkt man den Stall, aus dem er kommt. Seit Jahren arbeitet er als Gedankenlieferant und Texter für viele Fernsehgrößen, von Gottschalk bis Plasberg, von Harald Schmidt bis Stefan Raab. Gekonnt strafft er, spitzt zu, reduziert ein paar Jahrhunderte auf drei Sätze und bringt sie damit auf den Punkt. Einzelheiten leuchtet er sorgfältig aus, stellt Querverweise her – und unterbricht das Programm rechtzeitig. „Ende Teil 1. Pause, Popcorn, Pipi.“ Großes Kino, diese kleine Weltgeschichte!

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