Bücher mit dem Tag "britische literatur"

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325 Bücher

  1. Cover des Buches Die Chemie des Todes (ISBN: 9783499256462)
    Simon Beckett

    Die Chemie des Todes

     (7.260)
    Aktuelle Rezension von: beereadytoread

    Ein forensischer Anthropologe startet als Landarzt einen Neuanfang in einer beschaulichen Gemeinde. Könnte fast nach cozy crime klingen, wäre da nicht eine ordentliche Portion Krabbeltierchen.

    Auch nach mehreren Jahren ist David Hunter noch immer „der Zugezogene“. Weniger überraschend also, dass er skeptisch beäugt wird, nachdem eine Frauenleiche im Wald entdeckt und er häufiger mit der Polizei gesichtet wird. Die Tote war Schriftstellerin und ebenfalls zugezogen – kurz: Eine Außenseiterin. In Kombination mit den Schwanenflügeln, mit denen sie ausstaffiert wurde, handelt es sich um einen ungewöhnlichen Fall für die Polizei und Gerichtsmedizin auf dem Lande. Und so unterstützt David die Ermittlungen, während das Dorf eine ganz eigene Dynamik entwickelt.

    Mir hat 𝐃𝐢𝐞 𝐂𝐡𝐞𝐦𝐢𝐞 𝐝𝐞𝐬 𝐓𝐨𝐝𝐞𝐬 richtig gut gefallen. Der Erzählstil ist für mein Empfinden eher ruhig, gleichzeitig konnte ich mir das Getuschel hinter vorgehaltener Hand sehr gut vorstellen. Ich würde die Spannung als subtil beschreiben, aber für mich muss ein Thriller auch nicht durchgehend von Pauken und Trompeten begleitet werden.

    David Hunter ist eine recht typische Figur, seine eher verschlossene Art hat mir dennoch gut gefallen. Außerdem sind einige Figuren sehr überspitzt dargestellt, z. B. der Priester, der die Chance ergreift, den Aufruhr für seine Ziele zu nutzen. Er passt aber gut in die Landidylle, die sich langsam wandelt.

    Davids Träume waren mir etwas zu viel und die aufkeimende Liebe wird für mein Empfinden eigenwillig geschildert, aber in Kombination mit dem wütenden Mob, habe ich gern mitgefiebert. Außerdem waren die forensischen Aspekte sehr interessant!

    Insgesamt hat mir der Auftakt gut gefallen – vor allem, dass nicht immer jede:r gerettet werden kann – wobei das Ende weniger nach meinem Geschmack war.

    Hinweis: Das Buch wurde inzwischen auch verfilmt!

  2. Cover des Buches Der Vogelmann (ISBN: 9783442451739)
    Mo Hayder

    Der Vogelmann

     (472)
    Aktuelle Rezension von: kerstinsbooks

    Dieses Buch habe ich vor Jahren gelesen, deswegen nun auch keine Inhaltsangabe.

    Ich bin ein großer Fan von Krimis und Thrillern und habe bei den Lektüren schon einiges erlebt, was z. T. auch noch lange nachgewirkt hat. Was hier geboten wird, ist für meinen Geschmack zuviel. Wenn auch hier gewollt ist, die brutale Realität hinter Morden aufzuzeigen und die abartigen Phantasien eines Serienmörders derailliert darzustellen, hat es hier doch schon fast etwas von Effekthascherei. Mich hat der Schrecken, den ich da las, lange Zeit nicht losgelassen.

    Für mich leider gar nichts!



  3. Cover des Buches Mrs. Dalloway (ISBN: 9783649636229)
    Virginia Woolf

    Mrs. Dalloway

     (237)
    Aktuelle Rezension von: Annalena2703

    Meinung

    Zuerst muss ich kurz auf die Aufmachung dieses Buches eingehen ~ der Coppenrath Verlag hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Das Buch an sich und somit auch die Geschichte haben (für mich) eine ganz besondere Reise dargestellt. Durch aufwendig gearbeitete interaktive Extras wie Einladungskarten, Land- sowie Postkarten und Zeitungsausschnitte ergibt sich ein einzigartiges Leseerlebnis.


    Die Geschichte rund um Mrs. Dalloway an sich konnte mich auf jeden Fall von sich überzeugen, allerdings wird das Buch nicht zu einem meiner Lieblings-Klassiker werden.

    Der Schreibstil von Virginia Woolf ist poetischer, als ich zu Beginn vermutet hatte. Zudem war er sehr bild- und detailreich, weshalb ich sehr schnell in die Geschichte reingekommen bin. Was ich zudem sehr beeindruckend fand ~ Virginia Woolf spricht neben Entscheidungen des alltäglichen Lebens auch Themen wie sexuelle Unterdrückung an und stellt Fragen, die einen selbst zum Nachdenken anregen.

    Clarissa als Protagonistin war mir sehr sympathisch, vor allem, weil sie sich teilweise so real angefühlt hat. Man erlebt zusammen mit ihr nochmal ihr Leben, lässt alte Geschehnisse Revue passieren, was der Geschichte an sich eine sehr schöne Tiefgründigkeit verleiht. Mich persönlich haben die Zeitsprünge in dem Buch teilweise ein wenig aus dem Lesefluss gerissen und man sollte sich wirklich Zeit für die Geschichte nehmen, auch wenn der Schreibstil es einem sehr leicht macht.

    Zur Handlung an sich möchte ich nicht allzu viel sagen, weil ich denke, dass das genau die Essenz des Buches ist ~ hier noch viel mehr als bei anderen Büchern. Der Weg von Clarissa ist besonders und die Fragen, die sie sich stellt sind so greifbar, dass ich mich nicht nur einmal dabei erwischt habe, wie ich mir vorgestellt habe, was ich in ihrer Situation getan hätte.



    Fazit


    Somit komme ich auf 4 von 5 Sterne.

    Für jeden leidenschaftlichen Klassiker-Liebhaber ist diese illustrierte Schmuckausgabe ein absolutes Muss, aber ich denke auch, dass selbst Neulinge auf diesem Gebiet viel Freude damit haben werden. Ob man die Geschichte von Mrs. Dalloway nun mag oder nicht, das ist nun mal Geschmacksache. So oder so durchlebt man, dank der wundervollen Aufmachung, eine ganz besondere Reise während dem Lesen ~ schaut es euch auf jeden Fall mal an, ihr werdet es nicht bereuen!

  4. Cover des Buches Ruhelos (ISBN: 9783833305368)
    William Boyd

    Ruhelos

     (123)
    Aktuelle Rezension von: Speechless

    Die 27jährige Ruth Gilmartin ist alleinerziehende Mutter und promoviert an der Universität von Oxford. Ihr Vater ist bereits vor Jahren verstorben und zu ihrer Mutter Sally hat sie ein spezielles Verhältnis. Bei einem ihrer wöchentlichen Besuche im Cottage der Mutter im Sommer 1976, bemerkt Ruth, dass sich Sally sehr seltsam benimmt, sich verfolgt und beobachtet fühlt. Beim Abschied überreicht Sally Ruth eine Akte und eröffnet ihr quasi zwischen Tür und Angel, dass sie in Wirklichkeit Eva Delektorskaja heißt und eine ehemalige Spionin des britischen Geheimdienstes ist.

    Ab diesem Moment tun sich im Buch zwei Handlungsstränge auf. Während der eine weiterhin aus der Ich-Perspektive von Ruth erzählt wird und in der Gegenwart verläuft, führt der andere nach Paris zurück in das Jahr 1939. Dort wird die junge russische Emigrantin Eva Delektorskaja auf der Trauerfeier ihres Bruders von dem mysteriösen Lucas Romer angesprochen. Dieser erzählt ihr zunächst, dass ihr Bruder keinesfalls durch einen tragischen Unfall starb, sondern gezielt ermordet wurde und wirbt sie in der Folge für den britischen Geheimdienst an. Nach einer intensiven Ausbildung in Schottland, absolviert Eva einige hochgefährliche Einsätze In Belgien, England und den USA. Das Ziel ihrer Spezialeinheit besteht darin in den Medien gezielt Falschmeldungen zu verbreiten, die die zögernde USA zum Eintritt in das Kriegsgeschehen gegen die Nazis bewegen sollen. Dabei lautet die oberste Regel: Vertraue niemandem.

    Die Sprache des Autors ist geradlinig, nüchtern und klar, was meiner Meinung nach besonders zu dem Inhalt des Buches passt. Ein perfektes Beispiel ist dafür schon der pointierte Titel des Buches. Ohne Umschweife auf den Punkt kommend gelingt es Boyd trotzdem eine plastische Welt entstehen zu lassen, in die man wunderbar leicht hineinfindet und ungerne wieder auftauchen möchte.

    Besonders spannend fand ich es die Ereignisse während des zweiten Weltkriegs mal aus einer völlig anderen Perspektive zu erleben. Aber selbst für Leser, die sich nicht sonderlich für die Zeit des zweiten Weltkriegs interessieren, ist es eine spannende Geschichte, die mit jedem Kapitel eine intensivere Sogwirkung entfaltet. Ständig fragt man sich, wem Eva trauen kann, ist erleichtert, wenn sie einer gefährlichen Situation entkommen ist und völlig fasziniert von ihrem alltäglichen Leben als Spionin, in dem kaum ein Platz für wirklichen Alltag bleibt. Enttäuscht war ich gleichzeitig von dem zweiten Handlungsstrang um Ruth. Zwar war mir Ruth grundsätzlich sehr sympathisch, ich konnte ihr Verhalten und ihre Gedanken gut nachvollziehen. Gleichzeitig bleibt sie aber sehr blass und auch die Bezüge zum Baader-Meinhof-Komplex verliefen irgendwie im Sande und waren dann für die Geschichte doch eher unnötig.

    Trotzdem ist dies ein kitschfreier Spionage-Thriller, der mit viel Spannung und Gänsehaut daherkommt. Am Ende bleibt auch die Aufforderung an den heutigen Leser nicht jede Nachricht, die keine eindeutige, seriöse Hintergrundquelle vorweisen kann, bedingungslos zu glauben.

  5. Cover des Buches Vatermord (ISBN: 9783426507261)
    Val McDermid

    Vatermord

     (120)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Ein neuer Falls für Carol Jordan und Tony Hill

    Der sechste Fall lässt tief in die verkrusteten Strukturen der Polizei blicken.

    Die junge Jennifer wird tot aufgefunden. Carol übernimmt den Fall. Sie weiß, dass sie unter ihrem neuen Vorgesetzten unter Beobachtung steht. Der schließt Tony Hill als Teammitglied aufgrund fadenscheiniger finanzieller Aspekte von den Ermittlungen aus.

    Tony verbringt seine neu gewonnene Zeit mit der Bewältigung seiner Vergangenheit. Er versucht, das Erbe seines ihm unbekannten Vaters schnellstmöglich zu verkaufen.

    Dank eines Tipps und eines weiteren Mordfalls unterstützt er die Polizei von Mercia und kommt somit nicht umhin, den Besitz seines Vaters zu begutachten.

    Carol und ihr Team stecken fest. Erst als zwei weitere Opfer auftauchen, wird klar, dass es sich hierbei um einen Serienkiller handelt und dringend ein Profiler mit an Bord muss. Der frisch von der Polizeischule angetretene Profiler entpuppt sich jedoch als vollständige Niete und Carol kann sich nur schwer beherrschen.

    Tony hingegen gelingt es mit Hilfe der örtlichen Polizei ein Profil des Killers aufzustellen, dass ihn prompt zurück in Carols Team führt.

    Dort herrscht Aufruhr, weil Kevin trotz der brisanten Ermittlungen nebenbei noch einen zehn Jahre alten ungeklärten Fall löst und damit allen Instanzen klar macht, dass Carols Team Ergebnisse liefert.

    Val McDermid lässt diesen perfiden Killer seine Kreise ziehen. Dieser reißt Familien auseinander und ein Zufall jagt den nächsten. Unter dem Druck der öffentlichen Sparmaßnahmen und privaten Grabenkämpfen fällt es dem Team um Carol Jordan und Tony Hill nicht leicht, die Fassung zu bewahren. Dennoch Spannung pur von der ersten bis zu letzter Seite und obwohl mein letzter McDermid bereits Jahre zurückliegt, findet man sofort Anschluss in Carols Team.

  6. Cover des Buches Beobachtungen aus der letzten Reihe (ISBN: 9783847900351)
    Neil Gaiman

    Beobachtungen aus der letzten Reihe

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Neil Gaiman ist Autor von Romanen, Drehbüchern und Comics.
    Er liest, seit er lesen kann und arbeitete mit diversen Größen der verschiedenen Literaturgenres zusammen.
    Angefangen zu schreiben hat er als Journalist, bis er sich entschied, Schriftsteller zu werden.

    In dieser Sammlung verschiedener Texte erklärt Neil Gaiman, wie wichtig Bücher, Lesen und Bibliotheken für Kinder sind.
    Er klärt über das Leben als Künstler auf und erzählt witzige Anekdoten über andere Autoren, wie zum Beispiel Stephen King und Terry Pratchett.

    Er hat diverse Texte zu verschiedenen literarischen Preisverleihungen und Vorworte für andere Romane oder Comicbücher geschrieben.

    In diesem Buch versammeln sich auch die verschiedensten Texte zu den Themen Kino/Film allgemein und Musik.

    Man kann die Texte völlig unabhängig voneinander und in wilder Reihenfolge lesen. Man kann ganze Texte völlig ausklammern, wenn einen das Thema nicht interessiert und trotzdem lernt man Neil Gaiman sehr gut kennen und erfährt so einiges über das Schreiben und die Arbeit als freiberuflicher Künstler.
  7. Cover des Buches Der Atem der Welt (ISBN: 9783458359692)
    Carol Birch

    Der Atem der Welt

     (53)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Londoner Docklands, 1857: Die Begegnung mit einem aus Jamrachs Menagerie entlaufenen Tiger ändert das Leben Jaffy Browns, dessen Kindheit und Zuhause bisher von Armut, Gestank und Unrat geprägt war. Jamrach bietet dem Jungen, der das mächtige Gebiss des Tigers auf so wundersame Weise unbeschadet überstanden hatte, einen Job in seiner Tierhandlung und damit den Zugang in eine völlig neue Welt voller magischer Geschöpfe und bisher unbekannter Tiere.
    Zwischen Jaffy und Tim, der ebenfalls bereits bei Jamrach arbeitet, entsteht eine nicht immer ausgeglichene Freundschaft, die gemeinsam mit ihrem Fernweh dafür sorgt, dass beide Jungen auf einem Walfänger anheuern. Ebenfalls mit an Bord geht Dan, der im Auftrag eines reichen Exzentrikers für Jamrachs Menagerie in der Südsee einen Drachen fangen soll, über deren Spezies es bisher nur in Spelunken erzählte Gerüchte gibt.
    Anfangs ist den Seeleuten auch das Glück noch hold, aber Abenteuer, Schrecken und Wahnsinn warten...

    Ein Großteil der Handlung dreht sich um die Schiffsreise, die Jaffy als Teenager macht. Besonders in der zweiten Hälfte des Romans sind teils starke Nerven gefragt. 

    Ein wunderbares Buch zum Wegträumen, Alpträume eingeschlossen.

  8. Cover des Buches Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln (ISBN: 9783836958646)
    Lewis Carroll

    Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln

     (132)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Das Buch ist eine sehr schöne Ausgabe von Alice. Die Buchgestaltung und die Illustrationen sind eine wahre Freude. Leider konnten mich die Geschichten nicht packen. Der erste Teil “Alice im Wunderland” mochte ich noch ganz gerne. Beim Lesen vom zweiten Teil “Alice hinter den Spiegel” habe ich während dem Lesen die Lust auf die Geschichten verloren. Es sind fantastische Geschichten bei denen ich nicht verstehe, was der Autor mitteilen wollte. Mir fehlt ein roter Faden und ich hatte keine Freude an diesen aneinandergereihten Kurzgeschichten.

  9. Cover des Buches Die Behandlung (ISBN: 9783442464760)
    Mo Hayder

    Die Behandlung

     (341)
    Aktuelle Rezension von: Cornelia_Schmitz
    Missbrauchte Kinder missbrauchen Kinder. Dafür bringt die Autorin kein Verständnis auf (Verstehen heißt nicht Billigen), bedient im Gegenteil üble Klischees und befriedigt Sensationslust.


  10. Cover des Buches Dame zu Fuchs (ISBN: 9783442715572)
    David Garnett

    Dame zu Fuchs

     (37)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    ‚Eine erwachsene Dame wird plötzlich in einen Fuchs verwandelt. Das lässt sich mit keinerlei Naturphilosophie erklären.‘ (Seite 9)

    Silvia Tebrick, geborene Fox, lebt nach ihrer Hochzeit mit Richard Tebrick im ländlichen Oxfordshire.

    Die beiden führen eine sehr glückliche Ehe, doch als die Eheleute bei einem Spaziergang durch ein nahegelegenes Wäldchen in eine Jagd geraten, da verwandelt sich Mrs Tebrick plötzlich in eine Fähe, einen weiblichen Fuchs.

    Mrs Tebrick schmuggelt seine Ehefrau in Fuchsgestalt zurück in ihr Zuhause, schickt unter einem Vorwand alle Angestellten weg und kümmert sich liebevoll um seine Füchsin.

    Die Idee zum Buch finde ich sehr toll, und David Garnett hat das Ganze sehr überzeugend und amüsant umgesetzt. Tatsächlich erzählt er seine Geschichte so plausibel, dass man beim Lesen kaum daran zweifelt, dass sich alles genauso zugetragen hat.

    Gefallen hat mir auch die besondere Stimmung im Buch, die mich nach Oxfordshire versetzt hat, das ich vor ein paar Jahren bereiste und das im Roman sehr authentisch und atmosphärisch geschildert wird.

    Auch das Ende hat mir gut gefallen, obgleich ich den Mittelteil bisweilen etwas zu langatmig fand. Am Anfang und am Ende hat ‚Dame zu Fuchs‘ wirklich Biss und alles in allem ist der knappe Roman eine ebenso kreative wie unterhaltsame Geschichte.

  11. Cover des Buches Leichenblässe (ISBN: 9783499268298)
    Simon Beckett

    Leichenblässe

     (2.542)
    Aktuelle Rezension von: Rea-Mia

    Auch der 3.Teil über den Forensischen Anthropologen David Hunter, hat es in sich…es kribbelte mir ständig auf der Haut, in diesem Fall wimmelt es nur so von Maden und Käfer…😱 David ist in Tennessee und hilft einen alten Freund in der berühmt-berücksichtigten „Body Farm“ wo Leichen in natürlichen Umgebung der Natur ausgesetzt sind und für Studienzwecken teils vergraben sind! Bis ein schrecklicher Mord in einer Ferienhütte passiert…mit einer extrem entstellten Leiche….🔪

    Extrem spannend, sehr kurzweilig und zum Ende hin, Nervenkitzel pur! Diesmal wusste ich bis zum Schluss nicht, wer der (wahre) Mörder war…!
    Ein Buch das man kaum aus der Hand legen will….!

    Von mir gibt’s ehrliche 5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

  12. Cover des Buches Was vom Tage übrig blieb (ISBN: 9783896677037)
    Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

     (264)
    Aktuelle Rezension von: AnnetteTraks

    Juli 1956: Stevens, äußerst pflichtbewusster und seinem Herrn loyal ergebener Butler auf Darlington Hall, erhält nach 7 Jahren wieder einmal einen Brief von Miss Kenton, die vor langer Zeit als Haushälterin ebenfalls auf dem Landgut gearbeitet hatte. Sie hat es dann aber verlassen, um zu heiraten und mit ihrem Mann nach Cornwall zu ziehen.Der Brief setzt bei Stevens eine Gedankenkette in Gang, die darin endet, dass Miss Kenton mit ihrem Engagement und ihren hohen Qualifikationen genau die Richtige sei, um ihm aus einem Dilemma, die aktuelle Personalsituation betreffend, zu helfen. Ihrem Schreiben entnimmt er, dass sie inzwischen getrennt von ihrem Mann lebt und nicht abgeneigt wäre, an ihre alte Arbeitsstätte zurückzukehren. Ob Letzteres wirklich der Fall ist, will Stevens anlässlich eines Besuchs bei ihr in einem persönlichen Gespräch herausfinden.

    Mr Farraday, sein neuer Arbeitgeber – Lord Darlington ist mittlerweile verstorben – stellt ihm für die Tour seinen Wagen zur Verfügung. Die mehrtägige Fahrt wird für den Butler auch zu einer Reise in die Vergangenheit, während der er nicht nur diverse Situationen seines Arbeitslebens Revue passieren lässt und dabei räsoniert, was einen guten Butler ausmacht, sondern auch sein Verhältnis zu Miss Kenton überdenkt.

    Die Haushälterin hatte sich seinerzeit offenbar in ihn verliebt und immer wieder versucht, ihn aus der Reserve zu locken. Doch Stevens ist und war davon überzeugt, dass man sich in seiner Position keine Emotionen erlauben darf, und hat Gefühle generell nie zugelassen.

    Resümee: 

    Nach „Damals in Nagasaki“ (engl. „A Pale View of Hills“, 1982) und „Der Maler der fließenden Welt“ (engl. „An Artist of the Floating World“, 1986) ist „Was vom Tage übrig blieb“ (engl. „The Remains of the Day“, 1989) der 3. Roman des Japaners Kazuo Ishiguro. Dieser wurde 1989 mit dem Booker Prize ausgezeichnet und 1993 mit Anthony Hopkins und Emma Thompson verfilmt. Zwei Jahre später folgte ein vierter Roman mit dem Titel „Die Ungetrösteten“ (engl. „The Unconsoled“).

    2017 erhielt Ishiguro den Nobelpreis für Literatur.

     Im Mittelpunkt dieses Romans steht Stevens, ein schon geradezu pflichtbesessener, absolut loyaler Butler, der auf sein Leben zurückblickt. Oberflächlich betrachtet, fährt er entspannt mit dem Auto seines Arbeitgebers, dem Amerikaner Farraday, der auch die Benzinkosten übernimmt, Richtung Cornwall. Er genießt die mehrtägige Auszeit, macht hin und wieder eine Rast, um die Landschaft zu genießen, und kehrt bei gastfreundlichen Menschen ein. Sein Ziel ist das Zuhause von Miss Kenton, der ehemaligen Haushälterin von Darlington Hall, die er hofft, zur Rückkehr bewegen zu können.

    Sie hatte damals immer wieder versucht, ihm ihre Liebe zu zeigen. Er jedoch war davon überzeugt, sich in seiner Stellung – egal in welcher Angelegenheit - keinerlei Emotionen erlauben zu dürfen, ist auf ihre Andeutungen nie eingegangen, sondern hat sich hinter seiner beruflichen Professionalität versteckt. In ihrer Verzweiflung hat Miss Kenton dann den Antrag eines anderen Mannes angenommen und Darlington Hall verlassen.

    Stevens' anfängliche Überzeugung, dass sie in ihrem ersten Brief nach 7 Jahren signalisiert hat, dass sie gerne an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren würde, wird jedoch, je näher er seinem Fahrt-Ziel kommt, von Zweifeln überschattet. Und tatsächlich lehnt Miss Kenton ab, sodass sich Stevens zutiefst enttäuscht auf den Rückweg macht.

    Bei einer Rast kommen ihm die Tränen. Ein Fremder erklärt ihm während des Sonnenuntergangs, dass der Abend die schönste Tageszeit sei, und rät ihm beim Abschied, einfach den (Lebens-) Abend zu genießen. Doch das scheint Stevens unmöglich.

    So wie er sich in den Rückkehrabsichten von Miss Kenton getäuscht hat, weil er in ihren Brief etwas hineininterpretiert hat, was er gerne sehen wollte, so hat er auch während seiner langen Dienstzeit stets die Realität ignoriert bzw. nicht bewertet und konsequent in jeder Situation dem Idealbild eines Dieners von hohem Rang nachgeeifert:

    Ende der 1930-er Jahre treffen sich auf dem Landsitz Darlington Hall hochrangige Politiker, diskutieren brisante Themen und planen Vorgehensweisen. Stevens organisiert diese Konferenzen, sieht und hört viel, schweigt aber zu allem, bezieht auch, wenn er direkt angesprochen wird, keine Stellung und verpflichtet außerdem das restliche Personal zu Verschwiegenheit über die Vorgänge und zu absoluter Loyalität.

    Denn von immens hoher Bedeutung sind für einen guten Butler seines Erachtens Größe und Würde, im Sinne von eiserner Disziplin, Zurückhaltung, stoischer Gelassenheit, Enthaltsamkeit. Das bedeutet für Stevens in der Konsequenz, dass er unter Ausschluss jeglicher Emotionen und eigener Bedürfnisse sein Leben vorbehaltlos dem Beruf und somit seinem Arbeitgeber widmet. Niemals, unter keinen Umständen, darf diese berufliche Identität eines guten Butlers Risse bekommen. Im Gegenteil: Es ist eine Sache der eigenen Ehre, für einen hohen Herrn arbeiten zu dürfen.

    Mehr noch: Als er in seinem tiefsten Inneren eingestehen muss, das Lord Darlington ein Nazi-Kollaborateur ist, hält er ihm trotz allem, was er bei den Geheimtreffen im Landsitz mitbekommen hat, weiterhin die Treue und versichert, dass Darlington kein schlechter Mensch sei.

    Doch ist diese Haltung, die einer Verleugnung des eigenen Selbst gleichkommt, nicht nur ein Schutz, ein Alibi, um – in jeglicher Beziehung - nicht Stellung beziehen zu müssen, sich emotional und rational nicht angreifbar zu machen?

    Aber was bleibt noch übrig, wenn man - im Kleinen am Ende des Tages, im Großen am Lebensabend - erkennen muss, dass man sein gesamtes Dasein, sein ganzes Denken, Fühlen und Handeln auf hehren (Wert-) Vorstellungen aufgebaut hat, die einer Zerstörung des eigenen Ichs gleichkommen? Wenn das gesamte Konstrukt von Größe und Würde eine Selbsttäuschung gewesen ist, die einem schließlich zum Verhängnis geworden ist, und man sein Leben vergeudet hat? Stevens stellt fest, dass Lord Darlington wenigstens eigene Ziele gehabt habe, für die er gekämpft hat, er selbst jedoch hat sich dies stets verwehrt und die eigene Person zu 100% in den Dienst seines Herrn gestellt.

    Abschließend noch eine kurze Anmerkung zum Ausdruck: Das Buch kommt mit minimaler Handlung aus, der Inhalt besteht weitestgehend aus gedanklichen Rückblenden des Butlers. Ishiguro beschreibt diese zurückhaltend, geradezu vorsichtig, will niemandem zu nahe treten … drückt dabei jedoch alles aus.

    Fazit: ein sehr bemerkenswertes Buch

  13. Cover des Buches Sweet Tooth (ISBN: 9780099582038)
    Ian McEwan

    Sweet Tooth

     (27)
    Aktuelle Rezension von: NiamhOConnor

    Serena Frome, Tochter eines anglikanischen Bischofs, ist noch keine 25, bildhübsch und belesen und hat einen Abschluss in Mathematik von der Universität Cambridge. Ihren neuen Job beim britischen Geheimdienst MI5 verdankt sie aber nicht ihren akademischen Leistungen, sondern ihrem um drei Jahrzehnte älteren Geliebten Tony Canning. Hätte Ian McEwan den Beginn seines Romans Sweet Tooth (auf Deutsch: Honig)  im 21. Jahrhundert angesiedelt, würden Serena zu Beginn ihrer Tätigkeit ein anspruchsvolles Trainingsprogramm für Geheimagentinnen und im Anschluss daran eine Karriere im Kampf gegen rechten oder linken Terror oder gegen Islamismus erwarten. Serena tritt ihren Dienst aber im Jahr 1972 an, und daher verbringt sie ihre Tage mit dem Tippen und Ablegen von Akten, und ihr erster Auftrag außerhalb der Büromauern besteht darin, gemeinsam mit ihrer Kollegin Shirley Shilling eine vom Geheimdienst gemietete Wohnung zu reinigen, um die Spuren des letzten Einsatzes zu beseitigen. Dort findet sie einen Zettel mit einem Hinweis auf Tony, der sich in der Zwischenzeit sowohl von ihr als auch von seiner Ehefrau getrennt hat.

    Auch der nächste Auftrag ist nicht besonders spektakulär, kommt aber zumindest Serenas Interesse für Literatur entgegen: Im Rahmen des Projekts Sweet Tooth (in der deutschen Übersetzung Operation Honig) besucht sie getarnt als Mitarbeiterin einer Stiftung den noch unbekannten Schriftsteller Thomas Haley und bietet ihm finanzielle  Unterstützung an, die es ihm ermöglichen soll, sich ganz aufs Schreiben zu konzentrieren.  Die Kandidaten für ein derartiges Stipendium sind sorgfältig ausgewählt: Es werden nur Autoren ins Programm aufgenommen, von denen der MI5 annehmen kann, dass ihre zukünftigen Bücher eine pro-westliche, antikommunistische Ideologie transportieren werden. Wer sie wirklich finanziert, erfahren die Stipendiaten nicht. Wie nicht anders zu erwarten, verliebt sich Serena in Tom, kann sich aber trotzdem oder gerade deswegen nicht dazu durchringen, ihm die Wahrheit zu erzählen.

    Meine Meinung: Die Geschichte, an die sich Serena viele Jahrzehnte später erinnert, ist zwar im Geheimdienstmilieu angesiedelt, aber eher eine Beziehungs- als eine Spionagegeschichte. Sie lässt das London der frühen 1970er-Jahre wiederauferstehen: Die Tochter aus gutem Hause wohnt in einem möblierten Zimmer,  kann dank der Pille gefahrlos Liebschaften eingehen, spaziert durch die Carnaby Street und raucht mit dem Hippyfreund ihrer Schwester auch schon mal einen Joint.  Beim MI5 ist man mit dem Kalten Krieg und den Anschlägen in Nordirland beschäftigt und friert in wegen der Ölkrise ungeheizten Büros. Man macht sich Gedanken über den EU-Beitritt Großbritanniens, zweifelt an den Vorteilen des Zukunftsprojekts Channel Tunnel und freut sich, wenn die linken Gewerkschaften Rückenwind verlieren. 

    Die Sprache, in der Serena all das erzählt, ist ebenso elegant und kultiviert wie sie selbst, und Ian McEwan nimmt für die Geschichte doch auch Anleihen bei seinen Kollegen aus dem Geheimdienstgenre. Ian Flemming wird ausdrücklich erwähnt, und eine Anspielung auf Graham Greene ist wohl der „vierte Mann“, von dem wiederholt die Rede ist. Auch die Atmosphäre der Geschichte hat mich teilweise an Graham Greene erinnert, aber während Greenes Charaktere häufig von Gewissenskonflikten geplagt werden, bleiben bei dieser Geschichte alle, einschließlich Serena, emotional ein wenig unbeteiligt. Wenn eine Liebe scheitert, wendet sie sich nach kurzer Trauerphase der nächsten zu, und die Gefühle aller Beteiligten sind gerade stark genug, um die Geschichte glaubhaft voranzutreiben. Das gibt dem Roman eine augenzwinkernde Leichtigkeit, die den Twist am Ende nur logisch erscheinen lässt. Dieser ist zwar keine ganz neue schriftstellerische Erfindung, aber gekonnt umgesetzt. 



  14. Cover des Buches Das Lied der Sirenen (ISBN: 9783426506202)
    Val McDermid

    Das Lied der Sirenen

     (242)
    Aktuelle Rezension von: Roelle_Gardener

    Der unvergleichlichen Val McDermid ist ein nervenzerfetzender Debütroman für eine inzwischen sehr erfolgreiche Thriller-Reihe gelungen, die sich ein krimibegeisterter Lesefan nicht entgehen lassen sollte. 

    Tony Hill ist ein begnadeter Profiler, den die Ermittlungsbeamten zugegebenermaßen widerwillig hinzuziehen, als die Leichen totgefolterter Opfer gefunden werden. Tony findet bald den Anfang des Fadens, der alles entwirren wird, doch er ist zu gut und dem Täter bereits ins Visier geraten. Und noch ehe sich der Profiler dessen bewusst wird, geht er dem Monster in die Falle... 

  15. Cover des Buches 1984 (ISBN: 9783548289458)
    George Orwell

    1984

     (3.978)
    Aktuelle Rezension von: Sahos65

    Den Klassiker „1984“ von George Orwell wollte ich schon immer mal lesen, habe mich aber zunächst etwas schwergetan, habe das Buch im Sommer als Urlaubslektüre begonnen, konnte es aber erst im neuen Jahr beenden. 

    Der bereits 1948 (!) geschriebene Roman zeigt uns einen grausamen und menschenverachtenden Überwachungsstaat, aus dem es kein Entkommen gibt. Die ständige und nahezu lückenlose Überwachung, mangelnde Privatsphäre, Bespitzelung durch Mitmenschen und selbst durch Kinder ist beängstigend und deprimierend. Wir beobachten Winston Smith in seinem Leben, dieser zweifelt an dem „Big Brother“-Prinzip und der Gedankenkontrolle, kann sich jedoch dem System nicht entziehen und versucht unauffällig zu bleiben. Erst als er Julia kennenlernt scheint es für ihn einen Ausweg zu geben.

    Ein zum Nachdenken anregender, von der Idee her sehr interessanter und weiterhin hochaktueller Roman, der sich jedoch ziemlich hinzieht, es passiert insgesamt relativ wenig. Man folgt Winston wie ein Schatten, tagein, tagaus die gleichen Rituale und teils auch sich wiederholende Gedankengänge. Da er sich jedoch zunehmend auch abseits des Erlaubten bewegt, schwingt immer die Angst mit, dass gleich was Schreckliches passieren müsste. 

    Der Roman ist sehr deprimierend und trist. Auch ein politisches Pamphlet im Mittelteil ist etwas langatmig und anstrengend zu lesen. 

    Dennoch ist das Buch sehr empfehlenswert, in seiner Aktualität bestechend. Wer diesen Roman noch nicht kennt, sollte dies unbedingt nachholen.

  16. Cover des Buches Unschuldige (ISBN: 9783257225792)
    Ian McEwan

    Unschuldige

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Der englische Fernmeldemechaniker Leonard Marnham wird 1955 nach Berlin beordert, um in einem Tunnel unter dem sowjetischen Sektor Telefonleitungen anzuzapfen. Der Job erweist sich als nicht schwierig und Leonard hat nicht nur eine schöne Wohnung in Berlin, sondern auch Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter macht er Bekanntschaft mit einigen Lokalitäten und trifft dabei auch Maria, eine vier Jahre ältere Deutsche, in die er sich hoffnungslos verliebt und die den jungen Engländer zum ersten Mal in seinem Leben in eine Beziehung führt. Er erlebt diese Neuerung wie im Rausch und gerät dabei immer tiefer in Situationen, die er nicht mehr richtig beurteilen kann. Doch irgendwie genießt er es. Einen vollständigen Bruch in seinem Leben erfährt er jedoch mit dem Auftauchen von Marias Ex-Mann Otto. Hier zerspringt die Blase in eine düstere Wahrheit.
    McEwan beschreibt eine Beziehung, die von ungleichen Voraussetzungen ausgeht. HIer der unerfahrene Leonhard, dort die geschiedene Maria. Dazu kommt die Nationalität der beiden, auf der einen der englische Kriegsgewinner und auf der anderen die Deutsche auf der Verliererseite. Das wird von McEwan deutlich hervorgehoben, in dem es einen ersten Schnitt in der Beziehung ausmacht. Aber auch die weitere Entwicklung unterstreicht die verschiedenen Voraussetzungen, die beide mitbringen und so scheint es nur folgerichtig, dass die Sache aus dem Ruder läuft. Die Geschichte an sich ist in ihrer praktischen Abfolge so absurd, dass sie schon wieder glaubhaft ist.
    Mit dem Rahmen der frischen Teilung Berlins in vier Sektoren, dem Aufbau und dem Entstehen zweier deutscher Staaten schafft sich McEwan Luft, um sich nicht in der Beziehung der beiden Hauptpersonen angestrengt abarbeiten zu müssen. Das macht er gekonnt, mit seiner großartigen Routine, menschliche Probleme spannend zu schildern.
    Ein Roman, der das von McEwan erreichte Niveau weiter stabilisiert und man hat wieder den Eindruck, dass der Autor gar kein schlechtes Buch schreiben kann.
  17. Cover des Buches Das Buch der Kinder (ISBN: 9783100044174)
    A.S. Byatt

    Das Buch der Kinder

     (12)
    Aktuelle Rezension von: walli007

    Ende des 19. Jahrhunderts leben Olive Wellwood und ihr Mann Humphrey in einem kleinen Paradies. Reich mit Kindern gesegnet sind sie das Zentrum einer kleinen Gemeinschaft von Künstlern, Kunsthandwerkern und Intellektuellen. Der verwitwete Prosper Cain ist als Kurator mit dem Aufbau des neuen Victoria und Albert Museums beschäftigt. Und in dessen Kellern finden seine Kinder den jungen Phillip Warren, der ein begnadeter Zeichner ist, aber wegen seiner ärmlichen Herkunft keine Aussichten hat, sein Talent zu entwickeln. Cains Beschützerinstinkt ist geweckt und er nimmt den Jungen mit zu einem Sommerfest der Wellwoods. Dort lernen sich die Kinder der verschiedenen Familien kennen, die beim Erwachsen werden begleitet werden sollen.


    In eine geschichtlich turbulente Zeit eingebettet nimmt die Autorin ihre Leser mit, das Schicksal der verschiedenen Jugendlichen zu entdecken. Eine Art Downton-Abbey einer künstlerisch geprägten Oberschicht, die kaum von Sorgen geplagt ist. Zwar muss in irgendeiner Form für ein Einkommen gearbeitet werden. Doch bestimmen Geldsorgen nicht den Alltag. Die Menschen als Künstler und Freidenker versuchen sich selbst zu verwirklichen und auch ihren Kindern alle Möglichkeiten zu geben. Phillip Warren und auch seine Schwester Elsie stechen hier hervor, weil sie die einzigen sind, die aus eigener Kraft versuchen, ihr Träume zu verwirklichen. Dennoch ist das Leben in dieser Epoche auch wie ein Tanz auf dem Vulkan. Sozialreformen stehen an, politische Veränderungen, der Kampf um das Wahlrecht für Frauen und schließlich die Entwicklungen, die zum Ausbruch des ersten Weltkriegs führen.


    Von der unbeschwerten Kindheit über die Entwicklungszeit der Jugend bis zu den dramatischen Erlebnissen des Krieges schildert die Autorin die Erlebnisse ihrer Protagonisten. Zwischen die lebendigen Beschreibungen der Empfindungen und  sich ändernden Sichtweisen ihrer Helden sind berichtsartige Passagen gestreut, die die Erzählung beschleunigen. Hin und wieder kann der Leser auch an den Fabelgeschichten teilhaben, die die Schriftstellerin Olive Wellwood ihren Kindern zugedacht hat. So bietet der Roman ein buntes Panorama seiner Zeit, mit Höhen und Tiefen, mit schönen und tragischen Momenten. Allerdings ist die Fülle der Informationen so überbordend, die Anzahl der handelnden Personen so groß und die Handlung umfassende Zeitspanne so lang, dass es teilweise schwierig ist, allem mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu begegnen. Man erlebt den Niedergang einer Epoche, ohne im Innersten berührt zu sein.

    3,5 Sterne

  18. Cover des Buches Mr Norris steigt um (ISBN: 9783455405811)
    Christopher Isherwood

    Mr Norris steigt um

     (4)
    Aktuelle Rezension von: StefanieFreigericht

    „Womit habe ich das alles verdient?“ (Brief von Arthur Norris and William Bradshaw)

    1929 – 1933, hauptsächlich Berlin. Auf der Zugfahrt nach Berlin trifft Ich-Erzähler William Bradshaw, in den Zwanzigern, auf Arthur Norris, Gentleman, Privatier, Import und Export, in den Fünfzigern. Man unterhält sich, schließlich ist die Reise von den Niederlanden lang, freundet sich an, trifft einander immer wieder.
    Eigentlich ein eher kurzes Buch, leicht und flott zu lesen, irgendwie mochte ich die Hauptfiguren, Norris und Bradshaw, zwei Briten in Berlin, noch verfangen in der untergegangen Zeit des British Empire, mit einem ähnlichen Unterton und ähnlichen Manierismen wie in den frühen Agatha Christie – Romanen. Leicht und flott, eigentlich – aber: Es ist die Zeit der Weimarer Republik, die Nationalsozialisten gewinnen an Unterstützung, politische Gewalt herrscht vor, gleichzeitig Not, gerade in Berlin.

    Mir gefällt dieser Blick von außen auf die Zeit, die man als Deutscher lange Zeit hauptsächlich nicht im „Werden“ betrachtete, sondern in den ganzen Auswirkungen der vollständigen Ausprägung. Hier treffen sich Kommunisten, prügeln sich mit Braunhemden, weiß die Wirtin von Bradshaw kaum, wie sie über die Runden kommen soll, entscheiden sich Existenzen über die Zugehörigkeit mal zum einen, mal zum anderen Lager – während die Politik zu Beginn noch danach trachtet, die „neue Macht“ demokratisch zu integrieren, schließlich wurde sie ja auch demokratisch gewählt, das werde schon wieder. Gerade hier liefen mir Schauer über den Rücken.

    Ähnlich erging es wohl im Rückblick auch Autor Christopher Isherwood, oder, vollständiger Christopher William Bradshaw Isherwood, der wie sein alter ego zur gleichen Zeit in Berlin lebte und sein Buch im Nachhinein wohl als zu leichtfertig angesichts der Realtität empfand (vgl. z.B. Wikipedia dazu). Ich möchte hier widersprechen: gerade die Leichtigkeit des Außenstehenden, der darauf vertrauen kann, jederzeit gehen zu dürfen, während um ihn herum alles in einen immer schnelleren Strudel gerät, ermöglicht mir einen Zugang, der leicht einsteigt, dann aber um so härter aufschlägt.

    Entsprechend landet das Buch, im Original „Mr. Norris changes trains“, auch immer wieder auf den Listen der Bücher, die man gelesen haben muss. Neben der historischen Komponente, die das "alte Berlin" heraufbeschwört, das es selbst vor der Machtergreifung weiten Teilen der Bevölkerung nicht gerade leichtmachte, brilliert Isherwood durch Charakterzeichnungen, die selbst einen etwas selbstverliebten Herren mit Neigung zu, nennen wir es sehr sehr wohlwollend, Mauscheleien und sexuellem Masochismus irgendwie liebenswert-kauzig erscheint.

    Der Folgeband „Goodbye to Berlin“ wird mit diesem zusammen häufig als „Berlin Stories“ benannt – und diente als Vorlage für Musical und Film „Cabaret“, in dem Liza Minelli brillierte (mit dem Umweg über Film und Musical „I am a Camera“). Die Person des Norris basierte auf https://en.wikipedia.org/wiki/Gerald_Hamilton, Kommunist Ludwig Bayer auf https://en.wikipedia.org/wiki/Willi_M%C3%BCnzenberg

    Leseempfehlung.


  19. Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783328109181)
    Jane Austen

    Stolz und Vorurteil

     (4.173)
    Aktuelle Rezension von: kristinmaciver

    Bevor ich Jane Austens Weltbestseller angefangen habe, hatte ich ein klares Vorurteil: Wenn Millionen Historical Romance Leser*innen ihn über Jahrhunderte hinweg lieben, werde ich ihn nicht mehr aus der Hand legen können. Leider war das nicht der Fall 🫢

    Zuerst das Positive: „Stolz und Vorurteil“ hat mit Elizabeth Bennet eine starke Protagonistin, die sich den Mund nicht verbieten lässt und sich ihre eigenen Gedanken über die Welt macht. Ihr Gegenspieler Darcy ist mit seiner Arroganz ebenfalls ein spannender Charakter mit viel Veränderungspotenzial und trägt mit seinen Vorurteilen maßgeblich zum Titel des Romans bei.

    Die anderen Figuren haben mich dagegen genervt oder gelangweilt. Jane, die vor übertriebener Naivität
    strotzt, Mrs. Bennet, die mit ihrem anstandslosen Übereifer aneckt und Mr. Collins, der voller Selbstverliebtheit redet und redet und doch nie auf den Punkt kommt. Und das alles seitenweise und endlos in die Länge gezogen 😅

    Für mich ist „Stolz und Vorurteil“ daher ein Roman, der die Geschichte von zwei faszinierenden Protagonisten bedauerlicherweise sehr langatmig erzählt und bei dem man einiges weglassen könnte. Wie bei der Verfilmung, die mir deutlich besser gefallen hat.

  20. Cover des Buches Alice im Wunderland (ISBN: 9783737410076)
    Lewis Carroll

    Alice im Wunderland

     (1.188)
    Aktuelle Rezension von: Julia250916

    📚 "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll📚

    HANDLUNGEN
    Die kleine Alice sitzt an einem schönen Nachmittag im Garten, als sie plötzlich ein weißes Kaninchen mit Weste einen Kaninchenbau hinunterdüsen sieht. Da sie über dieses Verhalten etwas erstaunt war, folgte sie dem Kaninchen und landet nach langem Fallen in einem seltsamen Raum. Es folgt mehrmaliges Schrumpfen und Wachsen, sowie Unterhaltungen mit mehreren Tieren. Sie taucht in eine komplett andere Welt ein. Es kommt zu vielen merkwürdigen Erlebnissen...

    FAZIT
    Lewis Carroll's Schreibstil in diesem Kinderbuch sind faszinierend und gleichermaßen erschreckend. Bei manchen Stellen kam ich zu dem Gedanken, dass Kinder solche Äußerungen nicht zu früh lesen bzw. hören sollten. Es ist grandios und fesselnd, bis zur letzten Seite. Der Nonsens dieses Buches war sehr erfrischend und es gehört zu Recht zur ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher. Dieses Buch ist für Erwachsene genauso interessant, wie für Kinder (ca. 10 Jahre, meines Erachtens). Mir kam leider der verrückte Hutmacher ein wenig zu kurz und hätte mir mehr Verrücktheit gewünscht. Ansonsten ein wirklich fantastisches Werk und eine Empfehlung meinerseits diesem Buch eine Chance zu geben! ☀️

  21. Cover des Buches Sally Lockhart, Band 1: Der Rubin im Rauch (ISBN: 9783551358011)
    Philip Pullman

    Sally Lockhart, Band 1: Der Rubin im Rauch

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Im London des Jahres 1872 erhält die sechzehnjährige Sally Lockhardt nach dem tragischen Tod ihres Vaters einen Brief übermittelt. Ohne es zu Wissen bringt sie sich mit ihren Nachforschungen in aller größte Gefahr und sticht mit ihren Fragen in ein Wespennest.

    Dieser Krimi für Jugendliche dürfte Erwachsene gleichermaßen begeistern. Sally ist ein cleveres Mädchen, das von ihrem Vater eher wie ein Junge als wie ein Mädchen erzogen wurde. Sie kann gut mit ihrer Pistole umgehen und militärische Strategien liegen ihr besser als Kunst oder Handarbeiten. Ihr Vater ist kürzlich bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen und seit dem muss sie bei ihrer tyrannischen Tante leben. Durch einen geheimnisvollen Brief aufgescheucht, verstrickt sie sich in ein lebensgefährliches Abenteuer und bringt die gemeingefährliche Mrs. Holland auf ihre Fährte, die nicht vor Mord und Erpressung zurückschreckt. Sally findet aber auch Verbündete, den attraktiven Fotografen Frederick und seine Schwester, den ehemaligen Taschendieb Tremble und den Spitzbuben Jim. Die Atmosphäre ist düster, so wie es sich für einen Krimi, der im viktorianischen Zeitalter spielt, gehört. Die Charaktere können den Leser fesseln und die Story lässt es nicht zu, dass Buch lange aus der Hand zu legen.

    Ich werde mit Sicherheit noch einmal die düsteren Straßen Londons aufsuchen und Sally Lockhardt und ihren Freunden einen Besuch abstatten.
  22. Cover des Buches The Hitchhiker's Guide to the Galaxy (ISBN: 9783150197448)
    Douglas Adams

    The Hitchhiker's Guide to the Galaxy

     (28)
    Aktuelle Rezension von: MintCandy
    Über das Universum und den Sinn des Lebens...

    Arthur Dent wird eines Nachst aus dem Schlaf gerissen, als Bagger vor seinem Haus anfahren um es abzureißen. Aus dem Affekt heraus legt Arthur sich vor die Bagger - denn sie werden ja wohl unmöglich über ihn drüber fahren, um sein Haus abzureißen. Richtig?
    Ford Prefect, ein als Mensch getarter Außerirdischer, überredet Arthur aufzustehen und den Baggern Platz zu machen. Denn was Arthur nicht weiß: Die Erde wird es in wenigen Minuten nicht mehr geben.
    Ford rettet Arthur das Leben, indem er ihn ins Weltall entführt.

    Damit beginnt für die beiden eine abenteurliche Reise durch das Weltall.
    Arthur lernt das Universum und seine Geschöpfe kennen und wir erfahren alle die Antwort zu der Frage aller Fragen!

    Fazit:

    "The Hitchhikers Guide to the Galaxy" ist eine Geschichte voller skuriller Charaktere und surrealer Handlungen.
    Mir gefiel die Handlung an sich sehr gut, dennoch fiel es mir, zum Ende hin, immer schwerer dem Buch zu folgen, was vor allem an der englischen Sprache liegt. Es gab zwar Vokabelerläuterungen, aber dennoch hatte ich meine Probleme es flüssig zu lesen.
    Die Geschochte an sich ist wirklich gut durchdacht, aber wahrscheinlich wäre bei mir der Lesespaß größer gewesen, wenn ich das Buch auf Deutsch gelesen hätte.
  23. Cover des Buches Liebesbeweise (ISBN: 9783257244939)
    Barbara Vine

    Liebesbeweise

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Ritja


    Bei diesem Buch hatte ich das Gefühl einen solchen Krimi zu lesen. Entgegen dem Titel handelt es sich hier um einen Krimi und nicht um eine reine Liebesgeschichte. Obwohl. Die Liebe kommt hier nicht zu kurz, nur hat sie eine andere Form als erwartet.

    Barbara Vine (dahinter verbirgt sich die Krimiautorin Ruth Rendell) hat einen Krimi geschrieben, der etwas aus der Reihe tanzt. Keine blutigen Szenen, kein Lärm und keine Actionszenen locken den Leser. Es gibt auch keine gestressten Kommissare oder Special Teams.

    Barbara Vine strickt eine Geschichte, die sich sehr langsam entfaltet (für mich war der Anfang dadurch etwas mühselig). Man ahnt, was passieren wird und ist erstaunt, das Klein-Joe es ewig nicht begreift, was Sandor plant. Immer mehr Puzzelteile werden aufgedeckt und dadurch erfährt der Leser, die eigentlichen Absichten von Sandor und wie Klein-Joe als Spielball von ihm missbraucht wird. Dieser ist jedoch Sandor mehr oder wenig hörig und folgt ihm blind. Das Ende ist anders als erwartet. Barbara Vine hat kurz vor dem Schluss noch eine kleine Überraschung eingebaut, die ich gelungen fand.

    Wenn man das Buch liest, muss man sich stets vor Augen halten, dass die Autorin diese Geschichte 1990 geschrieben hatte. Vieles lief noch langsamer und ruhiger ab, das Beschaffen von Informationen hat gedauert und auch die Verfolgung von Menschen war nicht so einfach wie heute.

    Insgesamt ein gelungener Krimi, der eher hinter die Kulissen schaut und aus der Sicht der Täter beschrieben wird.

  24. Cover des Buches Praterveilchen (ISBN: 9783455405316)
    Christopher Isherwood

    Praterveilchen

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Nespavanje

    Praterveilchen ist, so wie viele Romane von Christopher Isherwood, biografisch gefärbt. Der Schriftsteller und Berthold Viertel arbeiteten gemeinsam als Drehbuchautor und Regisseur beim Film „Little Friends“, basierend auf einem Roman von Ernst Lothar. Alleine wegen dieser biografischen Basis lohnt es sich diesen Roman zu lesen. Zeit seines Lebens hat sich der Schriftsteller von seinem literarischen Ich distanziert, wenn er sagt, dass auch wenn er in diesen Erzählungen seinen eigenen Namen verwendet, es den Leser nicht zur Annahme berechtigt, dass diese Seiten rein autobiografisch, oder seine Figuren exakt ehrabscheindende Porträts lebender Menschen seien. Christopher Isherwood ist hier nicht mehr al eine zweckdienliche Bauchrednerpuppe.

    Isherwood behandelt in Praterveilchen zwei wesentliche Themen. Neben dem Film ist es der Nationalsozialismus. Hier sind es vor allem die Figuren, die verschiedene Perspektiven und Ansichten zu Wort bringen. Ähnlich also schon wie auch in den zu den „The Berlin Stories“ gehörenden Romanen „Mr. Norris steigt um“ und „Leb wohl, Berlin“. Auch wenn dieser Roman nun nicht zu meinen liebsten gehört, ist es doch ein sehr gutes Werk von Isherwood. Wer sich dem Leben von Christopher Isherwood nähern möchte, dem kann ich Peter Parkers Biografie „Isherwood wärmstens empfehlen. Leider zurzeit nur antiquarisch und auf Englisch erhältlich.


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