Bücher mit dem Tag "briefroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "briefroman" gekennzeichnet haben.

170 Bücher

  1. Cover des Buches Alle sieben Wellen (ISBN: 9783442472444)
    Daniel Glattauer

    Alle sieben Wellen

     (2.193)
    Aktuelle Rezension von: Bianka2001

    Der Roman hat mir gefallen. Er ist sehr modern. Die Idee ist wirklich gut. es ist eine zauberhafte Liebesgeschichte, die ich weiterempfehlen kann. Vielleicht hätte ich mir das Ende etwas anders vorgestellt.

  2. Cover des Buches Die Sache mit dem Glück (ISBN: 9783463400846)
    Matthew Quick

    Die Sache mit dem Glück

     (125)
    Aktuelle Rezension von: misery3103

    „Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall.“

    Nach dem Tod seiner Mutter bleibt der 39jährige Bartholomew allein zurück. Er hat keine Freunde und keine Arbeit. Da seine Mutter ihn in ihren letzten wachen Momenten Richard nannte und er in ihrer Schublade einen Aufruf Richard Geres zum Boykott der olympischen Spiele in China findet, beschließt er, dem Schauspieler zu schreiben. In den Briefen erzählt er aus seinem Leben und findet so Zufriedenheit. Doch kann er das Leben ganz allein meistern?

    Die Geschichte wird allein durch Bartholomews Briefe an Richard Gere erzählt. Ihm erzählt er seinen Alltag, aber auch seine Gedanken, die er sich über die Welt macht. Der Leser erfährt so, dass der Pfarrer der Gemeinde sich von der Kirche lossagt und bei Bartholomew einzieht, dass er eine Trauerbegleiterin hat, die mehr Probleme als ihr Kunde hat, in einer Gruppentherapie Max kennenlernt, der um seine verstorbene Katze trauert und an Aliens glaubt, und dass er verliebt in die Jungthekarin seiner Bibliothek ist. Doch natürlich ist er viel zu schüchtern, um sie anzusprechen. Doch das Leben hält viele Überraschungen für ihn bereit.

    Herrje, ich mochte dieses Buch. Ich mochte Bartholomew, der sich so viele Sorgen um sein Leben und die Welt macht. Ich mochte den Pfarrer, der sich trinkend und betend bei ihm einnistet. Ich mochte Max, der fluchend durch die Welt geht und um seine tote Katze weinen kann. Und ich mochte Elisabeth, die Junthekarin, weil sie Licht in Bartholomews Welt bringt.

    Das Buch ist voller skurriler, aber sehr liebenswerter Charaktere und hält auch so manche Weisheit bereit. Ich möchte diese hier erwähnen, weil ich sie mir direkt rausgeschrieben habe: „Schönheit steckt in uns allen, Bartholomew. Sie versteckt sich bloß manchmal.“

  3. Cover des Buches Der Wolkenatlas (ISBN: 9783499240362)
    David Mitchell

    Der Wolkenatlas

     (515)
    Aktuelle Rezension von: Zitronenvogel

     „Der Wolkenatlas“ verbindet sechs Geschichten in verschiedenen Genres, die zu verschiedenen Zeiten spielen und von verschiedenen Menschen handeln.

    Auf den ersten Blick haben die Handlungsstränge nicht viel miteinander zu tun – ein Notar schreibt 1859 auf einer Schiffreise Tagebuch, ein älterer Verleger hat 2012 Probleme mit Kriminellen und Verwandten, die letzten Überlebenden der Menschheit laufen 106 Jahre nach dem Fall durch eine postapokalyptische Welt.

    Nach und nach wird jedoch deutlich, dass alles verknüpft ist: die Entscheidungen jedes Protagonisten haben Einfluss auf seine Nachfolger und werden selbst von der Vergangenheit oder Zukunft beeinflusst. Das genaue Ausmaß der Verbindungen bleibt unklar. Ob und wie viel Übernatürliches im Spiel ist, kann jeder für sich entscheiden.

    Auch bestimmte Themen sind zeitübergreifend und ziehen sich durch das gesamte Buch: Freiheit in verschiedenen Formen und der Kampf darum, Ausbeutung, Betrug, die Suche nach der Wahrheit, das Füttern von Enten.

    Eine Folge der besonderen Struktur des Romans ist natürlich eine große Menge an Charakteren (die gerne auch erst nach einigen Hundert Seiten wieder auftauchen), darauf muss man sich einlassen können, wenn man das Buch lesen möchte.

    Zudem ändern sich die Erzählart und der Schreibstil mit jeder Geschichte. Von Tagebucheinträgen und Briefen über Interviews bis hin zu Lagerfeuergeschichten bietet dieses Buch erzähltechnisch alles. Je nach Vorliebe kann man das als Vor- oder Nachteil ansehen. Meiner Meinung nach hilft es, in jeder neuen Geschichte „anzukommen“ und bietet Abwechslung, auch wenn ich den postapokalyptischen Dialekt in der letzten Geschichte ehrlich gesagt etwas anstrengend fand.

    Wenn man von den vielen Charakteren und der Idee an sich nicht abgeschreckt ist, ist „Der Wolkenatlas“ sehr zu empfehlen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man mindestens eine oder zwei (am besten natürlich mehr) Geschichten sehr genießen und wenn man dann noch die einzelnen Elemente verbindet, ergibt sich ein Gefühl, als hätte man erfolgreich ein interessantes Puzzle zusammengefügt.

  4. Cover des Buches Lieber Daddy-Long-Legs (ISBN: 9783551560445)
    Jean Webster

    Lieber Daddy-Long-Legs

     (145)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    Es gibt zwei Sorten Menschen, für die ich wenig Verständnis aufbringe: Leute, die keine Scones mögen (ich meine, was?!) und Leute, die Jean Websters Bücher nicht ausstehen können. Das ist doch schlicht unmöglich. Ihre Geschichten sind humorvoll, die Heldinnen sympathisch und der Schreibstil ist jedes Mal wieder ein Genuss. Doch lasst mich die Vorzüge ihrer Bücher nacheinander in einer langen Lobrede aufzählen, denn meine Rezension zu ihrem Roman „Daddy-Long-Legs“, den ich jetzt schon mehrfach gelesen habe, ist nichts anderes.

    Zunächst ein paar Worte zum Inhalt, falls ihr das Buch noch nicht kennt. Es geht um das amerikanische Waisenmädchen Judy Abbott, die dank eines anonymen Wohltäters um 1910 ein Frauencollege besuchen kann. Er verlangt als Gegenleistung für diese großzügige Angebot lediglich, dass sie ihm regelmäßig Briefe über ihre Fortschritte schreibt. Schnell wird der Mann, den sie bald nur noch „Daddy-Long-Legs“ nennt, weil sie von ihm nur weiß, dass er außergewöhnlich lange Beine hat, für Judy zu einem Vertrauten und in ihren Briefen berichtet sie ihm ausführlich über dies und das. Auf eine amüsante Art beschreibt sie nicht nur ihr Leben am College, sondern auch alles, was sie sonst so bewegt, Mode, Literatur, ihre neuen Freundinnen und ein gewisser Jervis Pendleton, der schon bald regelmäßige Erwähnung findet.

    Judy war mir von der ersten Seite an sympathisch. Sie ist sehr aufgeweckt, optimistisch und schafft es auch, die komische Seite an Dingen zu sehen, die nicht so ganz nach Plan laufen. Zudem ist sie stets sehr ehrlich und für jeden Spaß zu haben. Man kann auch sehr schön sehen, wie sie sich von einer unsicheren Weise, die außer dem John-Grier-Heim nicht viel von der Welt gesehen hat, zu einer schlagfertigen Studentin entwickelt, die ihren Träumen folgt und eine echte Feministin ist, die für das Wahlrecht und soziale Reformen eintritt. Sie lässt sich nicht entmutigen und ist auf jeden Fall eine Inspiration für mich.

    Viele der Nebenfiguren bleiben etwas blass, mit Ausnahme von Jervis Pendleton, was mich aber hier gar nicht gestört hat. Es wäre auch etwas merkwürdig, in einem Briefroman, in dem Judy ja hauptsächlich über ihr eigenes Leben berichtet, ausführlich alle Charaktereigenschaften ihrer Freundinnen und Freunde zu beschreiben. Doch einige von ihnen sind mir dennoch ans Herz gewachsen, allen voran Sallie und Jimmie McBride (Bitte, wie kann man einen Jungen, der im überfüllten Hotel sogar auf dem Billardtisch schläft, um zum Collegeball kommen zu können, nicht sympathisch finden?). Zum Glück hat Sallie in „Lieber Feind“, einem weiteren Jean-Webster-Buch, das ihr alle lesen solltet, noch einen eigenen Auftritt, was mich sehr freut.

    Die Briefe, die alle aus Judys Sicht geschrieben wurden, sind sehr unterhaltsam zu lesen. Der Stil ist leicht, aber nicht flach. Entweder hat Jean Webster lange an den perfekten Formulierungen gefeilt oder sie war schlichtweg ein Genie, ich tendiere als nicht ganz neutrale Leserin zu letzterem. Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, möchte man nicht mehr aufhören. Ich habe da Buch in zwei Tagen durchgelesen, doch ich könnte mir vorstellen, dass man es auch in wenigen Stunden verschlingen könnte, sofern man die Zeit findet.

    Es gibt sicherlich Bücher, in denen mehr passiert, doch es sind nicht die Ereignisse, die Daddy-Long-Legs so lesenswert machen, sondern die Art, wie sie geschildert werden. Aus dem Latein-Unterricht, in dem sie einen Text über Hannibal lesen, berichtet Judy so, als wäre sie als Kriegsberichterstatterin live dabei gewesen, die Wahl zur College-Präsidentin lässt sie so erscheinen, als ginge es um die Wahl des US-Präsidenten. Manchmal sind es auch nur einzelne Formulierungen, die das Buch zu einem einzigen Genuss machen.

    Das Setting ist ein Traum! Ich habe Bücher, die auf Internaten oder Colleges spielen, schon immer geliebt, aber dieses Frauencollege toppt einfach alles! Ich weiß, dass um 1910 die Lage der Frauen selbst im progressiven Amerika alles andere als Gold war, doch was würde ich dafür geben, so wie Judy oder Anne in „Anne in Kingsport“ damals ein College zu besuchen! Die Atmosphäre ist freundlich und offen und für die Zeit relativ liberal. Und auch bei den ganzen Bällen, Debattierrunden und Turnieren wäre ich gerne dabei gewesen.

    So, ich denke, dass waren jetzt schon eine Menge Gründe, um dieses Buch zu lesen. „Daddy Long Legs“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und es wundert mich, dass es in Deutschland immer noch so unbekannt ist. Wenn ihr es also lest und es euch gefällt, empfiehlt es doch bitte weiter, schreibt Rezensionen und lasst euch vor allem von Jean Websters Heldinnen inspirieren, das würde mich sehr freuen 😊.

     

  5. Cover des Buches Für immer vielleicht (ISBN: 9783596297160)
    Cecelia Ahern

    Für immer vielleicht

     (2.840)
    Aktuelle Rezension von: ElliimWunderland

    REZENSION


    Wie ihr sicherlich mittlerweile alle wisst, LIEBE ich die Bücher von Cecelia Ahern. So natürlich auch „Für immer vielleicht“. Ein wunderbares Buch, bestehend aus Chat & Emailverläufen, Briefen etc. Rosie und Alex sind ganz herrliche Charaktere und auch der Humor kommt nicht zu kurz. Ein Buch über Freundschaft, Liebe, Träume und immer wieder verpasste Chancen, Schicksalsschläge und was passieren kann, wenn man seine Zukunft plant und dann das Leben dazwischen grätscht. 5/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sternen und eine absolute Leseempfehlung!!! 

  6. Cover des Buches Briefe an die grüne Fee (ISBN: 9783744832809)
    Salih Jamal

    Briefe an die grüne Fee

     (73)
    Aktuelle Rezension von: AnjaSc

    Das Buch ist eine Auflistung aus dem Leben des namenlosen Ich-Erzählers und erinnert mich stark an Tagebucheinträge. Er rekapituliert sein Leben, während er oben auf dem Dach sitzt. Wir erfahren nur das, was uns der Protagonist wissen lassen möchte und können bei allem anderen nur mutmaßen. Egal ob es um die tatsächlichen Ereignisse geht oder um die Dinge, die die anderen Beteiligten wohl erlebt haben.

    Auf Instagram habe ich unter „Kurz und bündig“ bereits geschrieben:
    „Das Buch ist tragisch, es ist manchmal ganz laut, es ist vulgär und dann ist es wieder ganz leise und poetisch. Es ist kraftvoll und beschönigt nichts. Es ist pornös!

    Das Buch ist wirklich dreckig, es ist direkt und es ist genau das, was wir als Großstandkinder erlebt haben um uns herum:  Nutten, Dreck, Suff und Drogen. Was für einen selbstherrlicheren Mist wir getan haben und unbezwingbar haben wir uns gefühlt…  Genau wie der Ich-Erzähler in diesem Buch, gut vielleicht nicht genau so.

    Das habe ich dem Autor geschrieben, als ich das Buch beendet habe und ich möchte Euch diese Sätze nicht vorenthalten, denn so geht es mir immer noch:

    Du nimmst keinen Blatt vor den Mund. Beschreibst Exzesse so präzise, dass man als Leser weiß: Das ist scheisse was Du machst, aber trotzdem feiert man das ein oder andere!
    Was Du mit den leisen Tönen im Hintergrund beschreibst, das ist die Seele. Das Gefühl. Die Veränderung. Das, wie der Protagonist fühlt.
    Die Reise, die in den Briefen oder ( wie ich es empfunden habe ) Tagebucheinträgen beschrieben wird, ist wie ein Feuerwerk. Mal der Lichtstreif der Rakete am Himmel und dann wieder nur die schwarze verbrannte Hülse.  Ich bin abgestoßen und fasziniert zu gleichen Teilen von dem namenlosen Protagonisten.  Du weckst all das und doch ist man am Ende ausgesöhnt.

    Deshalb ist das Buch etwas besonderes.

    Von mir bekommt „Briefe an die grüne Fee“ von Salih Jamal 4,5 von 5 möglichen Punkten und eine klare Empfehlung.

  7. Cover des Buches Love Letters to the Dead (ISBN: 9781250062963)
    Ava Dellaira

    Love Letters to the Dead

     (1.173)
    Aktuelle Rezension von: Elfi_08

    Ich fand das Buch generell sehr gut aber es gab einige Stellen wo ich die Protagonistin nicht sympathisch fand. Zum Beispiel, wie sie sich gegenüber ihrer Lehrerin benahm, die ihr helfen wollte, und wie sie sie insgeheim genannt hat, fand ich nicht besonders nett. Aber das ist eigentlich verständlich. Alles andere war aber sehr gut. Die Idee mir den Briefen fand ich wirklich gut. Und ich habe auch viel Sachen über die verstorbenen Persönlichkeiten, die in dem Buch vorkommen, erfahren. Das Ende war auch schön aber der Klappentext und das Cover sahen (für mich) viel versprechender aus, als das Buch in Wirklichkeit war.

    Trotzdem empfehlenswert!

  8. Cover des Buches Frankenstein (ISBN: 9783717523703)
    Mary Shelley

    Frankenstein

     (501)
    Aktuelle Rezension von: weltentzueckt

    Um Frankenstein kommt man in der Kürbiszeit kaum herum. Trotzdem habe ich die Geschichte 31 Jahre lang „verpasst“. Natürlich wusste ich, dass Frankenstein ein Monster erschuf, kannte aber weder Buch noch Film.

    Um die Sache abzukürzen: Das Buch hat mich sehr enttäuscht. Es ist poetisch geschrieben, vermittelt eine Moral und kann feministisch interpretiert werden, was viel Raum für Diskussion lässt und das Werk literarisch wichtig macht.
    Unterhalten konnte es mich aber leider nicht gut. Die Geschichte wird sehr detailliert und mit Nichtigkeiten ausgeschmückt, startet schleppend und der Spannungsbogen reißt immer wieder ein, sodass mir das Weiterlesen schwerfiel.
    Das offene Ende der Geschichte ließ mich dann vollends unzufrieden zurück.

    Nichtsdestotrotz wirft es viele Fragen auf, die man sich ins Bewusstsein rufen sollte. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Was macht uns menschlich? Die Erscheinung? Unser Verhalten? Unser Gewissen?
    Welche Verantwortung hat der Mensch gegenüber seiner Mitmenschen? Insbesondere die Erziehungspflicht wird hier ins Spotlight gerückt, da Frankensteins Monster eigentlich keines ist. Es wird sehr deutlich, dass er Liebe und Zuneigung sucht – in einer Welt, die er nicht versteht. Unbeholfen wie ein Kind wurde er in die Welt entlassen, ohne Lehre oder jegliche Leitung, und versagt auf zwischenmenschlicher Ebene, weil die ihm fremd ist. Das führt zu der Frage, wer hier wirklich das Monster ist. Er oder sein Erschaffer, der ihm nicht frühzeitig Einhalt gebot, ihm nie als Mentor diente.
    Und natürlich die allumfassende Frage, inwieweit Wissenschaft moralisch vertretbar ist?

    Deshalb 3 von 5 Sternen für diesen Klassiker.

  9. Cover des Buches Lügen, die von Herzen kommen (ISBN: 9783404169566)
    Kerstin Gier

    Lügen, die von Herzen kommen

     (591)
    Aktuelle Rezension von: Cora_Jeffries

    Schon seit längeren habe ich dieses Buch in meinem Regal stehen. Da ich etwas lockeres, leichtes und kurzes für zwischendurch brauchte, griff ich dazu.

    Schon nach wenigen Seiten habe ich gelacht ohne Ende. In Hannas Schwester Antonia konnte ich mich vor allem sehr gut hineinversetzen. Ich selbst weiß, wie man sich als Mutter fühlt, wenn die Kinder noch im Baby- bzw Kleinkindalter sind.

    Hanna mochte ich von Anfang an. Sie hat mich an meine erste Zeit im Tennageralter erinnert, wie das mit dem Chats lief. Das dauert natürlich eine Weile, bis man die Kniffe kannte.

    Auch wenn ich nach gut einem Drittel wusste, was in etwa auf mich zukommen würde, hatte mich das Buch doch sehr mitgenommen und mich den Alltag vergessen lassen. Witz und Humor hat Kerstin Gier auf alle Fälle.

  10. Cover des Buches Was fehlt, wenn ich verschwunden bin (ISBN: 9783733500405)
    Lilly Lindner

    Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

     (503)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Phoebe ist die jüngere von zwei Schwestern. April ist ihre große Schwester, die in aktuell in einer Klinik lebt, in der sie gegen ihre Magersucht ankämpft. Phoebe schreibt ihrer Schwester Briefe in die Klinik, um ihre die Zeit dort zu erleichtern. Sie schreibt jeden Tag Wort für Wort. Alles was in ihrem Leben passiert, möchte sie ihrer Schwester mitteilen und schickt diese Briefe auch ab. Doch leider bekommt sie nie eine Antwort von April. Und das bricht Phoebe das noch so kleine Herz…

    Okay, jetzt mal ganz ehrlich. Es gibt kein Buch, bei dem ich so sehr geheult habe, wie bei diesem. Ich habe Rotz und Wasser geheult und habe einfach kein Ende gefunden. Und wenn doch, hielt dieses Ende nicht lange an, denn dann kam schon die nächste herzzerreißende Situation. Ich finde leider keine Worte um zu beschreiben, wie perfekt dieses Buch ist. Und wie fabelhaft Lilly Lindner dieses Thema mit eingebaut und auch ein wenig mit verarbeitet hat. Einfach wow!

    Phoebe ist so ein wundervolles, kleines Mädchen, das so ein großes und gutes Herz hat. Ich habe mich schon bereits nach dem ersten Brief in sie verliebt. Phoebe ist auch kein typisches Mädchen. Sie hinterfragt viel, möchte so viele Dinge erfahren, testet und probiert sich aus. Nimmt nicht alles so hin wie es kommt, sondern bleibt kritisch. Und wow, dieses Mädchen hat bereits in ihren jungen Jahren schon so viele wichtige Dinge gelernt, was ich unglaublich liebe. In ihren Briefen an April merkt man sehr deutlich, dass sie all das nicht so ganz versteht und trotzdem merkt man, dass Phoebe ihre Schwester April abgöttisch liebt und sich große Sorgen macht.

    Warum Phoebe niemals eine Antwort von ihrer Schwester bekommt, erfährt man in der anderen Hälfte des Buches. Wir erfahren so viele Dinge, mit denen man absolut nicht rechnet. Ich möchte auch gar nicht so sehr darauf eingehen, sondern der Leser des Buches sollte sich selbst auf diese Reise begeben. Dennoch kann ich sagen, dass April ein sehr mutiger und wahnsinnig starker Mensch ist. Ich bewundere sie sehr dafür, dass sie gegen ihre Magersucht kämpft und das nicht nur für sie, sondern auch für ihre kleine Schwester. Diese Verbindung der beiden ist einfach Zucker. Außerdem möchte ich noch anmerken, dass ich es unglaublich stark finde, dass Lilly Lindner die Magersucht nicht bedeckt. Sie stellt sie an den Pranger und zeigt auch die grausamen Seiten der Krankheit. Lilly Lindner macht einem bewusst, dass diese Krankheit so viel mehr ist, als ,,einfach aufhören zu essen‘‘.

    Und der Schreibstil von Lilly Lindner ist einfach der Wahnsinn. Sie schreibt so poetisch, voller Gefühl und erreicht den Leser tief im Herzen. Die Worte die Lilly Lindner schreibt, gehen nicht so leicht an einem vorbei. Sie bleiben im Gedächtnis und das auch ziemlich lange. Lilly Lindner sorgt dafür, dass man über ihre Worte nachdenkt und das man versteht, was sie einem mitteilen möchte.

    ,,Was fehlt, wenn ich verschwunden bin‘‘ ist mein absolutes Lieblingsbuch. Es ist seit Jahren meine Nummer eins und bisher gab es noch kein Buch, was diesem Buch den Platz strittig macht. In diesem Buch lernen wir tiefgründige Charaktere kennen, die einem ins Herz gehen. Wir lernen Worte und Sätze kennen, die einem niemals aus dem Kopf gehen werden. Lilly Lindner hat ein riesiges Talent und ich bin so gespannt, was die Autorin noch so für wundervolle Bücher für uns zaubert.

  11. Cover des Buches The Perks of Being a Wallflower (ISBN: 9781471100482)
    Stephen Chbosky

    The Perks of Being a Wallflower

     (613)
    Aktuelle Rezension von: kiramoeller

    Das Buch The Perks Of Being A Wallflower ist ein interessantes Buch, welches ich vorher noch nie in der Art gelesen habe. Da es in Form von Briefen geschrieben ist erlebt man alles nach und aus sehr subjektiver Sicht des Protagonisten.

    Man bekommt das Gefühl vermittelt Charlies Freund zu sein, der all seine Unsicherheiten, Gefühle und Gedanken in jeder Situation seines Lebens offenlegt. Teilweise Lustig, teilweise sehr ernste Themen.


    Für meinen Geschmack etwas ZU subjektiv und ZU nacherzählt. Man hat halt nicht das Gefühl in der Situation selbst dabei sein zu dürfen- sondern eben immer nur hinterher und eben immer nur in Charlies Kopf. 

  12. Cover des Buches Der grüne Palast (ISBN: 9783548613529)
    Peggy Hohmann

    Der grüne Palast

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Laura_M

    "Der grüne Palast" von Peggy Hohmann ist ein Briefroman der historisch Ereignisse aufgreift.

    Wien, 1816: Erzherzogin Leopoldine von Östereich wird mit dem portugiesischen Thronfolger Dom Pedro verheiratet - zu diesem Zeitpunkt im Exil in der Kolonie Brasilien bleibt der Habsburger Tochter nichts anderes übrig als ihrem zukünftigen Ehemann über den großen Ozean zu folgen. Die Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich jedoch schon bald als Täuschung.

    Obwohl mir Briefromane in der Regel nicht gefallen, fand ich an diesem Buch Interesse. Wir haben sieben Charaktere, die hier die Feder in die Hand nehmen: Erzherzogin Leopoldine; ihre Schwester Marie-Louise, Herzogin von Parma; ihr Vater, Kaiser Franz I.; ihre Gesellschafterin Gräfin Lazansky; deren Schwester Caroline; Fürst von Metternich; der portugiesische Diplomat Marquis von Marialva. Über jeden Brief steht genau von wem für wen.

    Dadurch dass es eine Geschichte in Briefform ist, kann man es wirklich nur als Roman mit historischem Hiteergrund bezeichen, da unklar ist ob und wie weit die Charaktere mit einander geschrieben haben bzw. was dazu gedichtet wurde (Anmerkung: es ist auch nicht als historischer Roman deklariert). Die Autorin erklärt im Nachwort auch noch einmal dass wirklich viel frei erfunden ist, so hat zum Beispiel Caroline gar nicht existiert.

    Trotzallem ist der Rahmen korrekt. Erzherzogin Leopoldine wurde nach Brasilien verheiratet und musste dort mit den neuen Sitten und Gepflogenheiten des Landes/ ihres Ehemannes klarkommen. Im Buch wird sie als willensstark dargestellt. Eine Person, die sich für das Leid der Bevölkerung interessiert hat.

    Fazit: Eine interessante Geschichte mit historischem Rahmen.


  13. Cover des Buches Gut gegen Nordwind (ISBN: 9783442489336)
    Daniel Glattauer

    Gut gegen Nordwind

     (5.548)
    Aktuelle Rezension von: Yazzie

    Ich habe dieses Buch in zwei Tagen verschlungen, ich konnte nicht genug bekommen. Ich wollte mehr von denn Charakteren erfahren. 

    Obwohl keiner der Charaktere beschrieben wird oder sonst etwas, hat man ein Bild vor Augen, man kann sich alles gut vorstellen und mitfühlen. Ich finde, dass die Dialoge sehr gut und durchdacht geschrieben worden sind!

  14. Cover des Buches Nur einen Klick entfernt (ISBN: B01BCM64FO)
    Kira Gembri

    Nur einen Klick entfernt

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Kallisto92


    Das Buch, " Nur ein Klick entfernt", von der Autorin Kira Gembri, handelt von Luna und Tom. Beide lernen sich in einem Erotik- Chatroom kennen. Mit der Zeit entwickelt sich eine E-Mail Freundschaft. Beide teilen sich mehr über ihr Leben mit. Wird die Freundschaft aus dem Internet auch eine Zukunft im realen Leben haben können?

    Das Buch ist in Kapiteln unterteilt und in Nachrichtenform von Luna und Tom geschrieben.

    Mein Fazit:

    Ich habe mir von der Story mehr erhofft. Das Buch hat einen ungewöhnlichen Erzählstil. Es handelt sich nur um Textnachrichten.

  15. Cover des Buches Das Jahr des Rehs (ISBN: 9783548612867)
    Stephanie Jana

    Das Jahr des Rehs

     (72)
    Aktuelle Rezension von: nalas_books

    Diese Geschichte besteht aus dem E-Mail-Austausch von zwei Freundinnen, die seit dem Studium keinen Kontakt mehr hatten. Dann beginnt ein Jahr voller humorvoller, liebevoller, trauriger und weiser schriftlicher Kommunikation zwischen den beiden. Ich habe mich den beiden Protagonistinnen sehr nahe gefühlt und habe oft gelacht, Tränen in den Augen gehabt und ganz viele Stellen mit Post-It's markiert. Die beiden Frauen sind sehr unterschiedlich und auch ihre Leben sind es. Trotzdem sind die beiden verbunden durch ihre einzigartige Freundschaft. Dieses Buch tut der Seele gut und wirft Fragen in Bezug auf die Lebensgestaltung auf. Es gibt mehr als einen richtigen Weg und Rückschläge können überwunden werden und viele weitere Erkenntnisse. Lebensnah, liebevoll und einfach schön.

  16. Cover des Buches Alles ist erleuchtet (ISBN: 9783596510498)
    Jonathan Safran Foer

    Alles ist erleuchtet

     (516)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Kleine_Bardenhorst

    Jonathan Safran Foer möchte die Vergangenheit seiner Familie beleuchten. Seine Großeltern sind nach dem Krieg in die USA gekommen, aber ursprünglich aus der Ukraine/Polen.

    Um Licht in die Sache zu bringen und sich bei der Retterin seines Großvaters zu bedanken fliegt er dorthin. Da er der Sprache nicht mächtig ist hat er einen Fremdenführer, dessen eigene Geschichte ebenso mit diesem Ort verbunden ist. Aber davon weiß zunächst niemand.


    Die Geschichte wird als Briefwechsel zwischen dem Autor und seinem Fremdenführer erzählt. Hierbei ändert sich auch immer wieder die Sprache und der Schreibstil.


    Ich habe viele Seiten gebraucht um in die Geschichte rein zu kommen. Doch dann hat sie mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

  17. Cover des Buches Die Deutschlehrerin (ISBN: 9783426304099)
    Judith W. Taschler

    Die Deutschlehrerin

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Emili

                                                                                         

    Raffiniert und außergewöhnlich fällt mir zu diesem Roman ein. Ich war positiv überrascht von dieser Geschichte. Die ist anders konstruiert, als man es gewohnt ist. Erscheint in der Erzählart etwas experimentell zu sein, ich weiß es nicht besser auszudrücken.


    Diese Geschichte ist wie ein vielseitiges Puzzle, das sich nach und nach zusammenfügt. Es geht um eine Liebesbeziehung und es geht um die Entführung eines Kindes. Außerdem werden noch Vergangenheitsstränge miteingebunden, ausgedachten Geschichten untereinander erzählt und Gegenwart spielt auch noch eine Rolle in einem gesonderten Erzählstrang. Scheint auf den ersten Blick zu viel zu sein, was man auseinander halten muss, aber es fällt dem Leser ganz leicht der Story zu folgen. Alles fließt ineinander und ergibt Sinn.


    Die Autorin verbindet geschickt verschiedene Textarten: E-Mail, Protokolle, Tagebucheinträge. Dieser Wechsel der Perspektiven ergibt eine spannende Lektüre.

    Ich würde den Roman keineswegs unter Krimis einordnen. Es ist ein Roman, eine Erzählung, in der Krimielemente kaum eine Rolle spielen. Dennoch ist es sehr spannend. Anfangs harmlos, doch der Schein trügt. Aufwühlend und überraschend. Von mir gibt es 5 Sterne

    Bei mir hat die Geschichte Spuren hinterlassen.

                            

  18. Cover des Buches Im Pyjama um halb vier (ISBN: 9783401067933)
    Gabriella Engelmann

    Im Pyjama um halb vier

     (347)
    Aktuelle Rezension von: NiciX
    Die gesamte Handlung des Buches findet ausschließlich im Chatformat statt. Man erfährt alles nur aus dem Chats, was zunächst etwas seltsam anmutet, aber man kann sich nach einer Zeit auch gut darauf einstellen.
    Manche der Chats sind vielleicht etwas klischeehaft, aber wenn man bedenkt, was Leute heutzutage alles im Chat von sich geben, durchaus glaubwürdig. Die Hauptfiguren Lulu und Ben handeln logisch und schlüssig und die Handlung kommt nicht ins Stocken.
    Wirklich ganz nettes Buch!
  19. Cover des Buches 84, Charing Cross Road (ISBN: 9783455650747)
    Helene Hanff

    84, Charing Cross Road

     (297)
    Aktuelle Rezension von: misery3103

    Es beginnt als Geschäftskorrespondenz, als die New Yorkerin Helene Hanff an das Londoner Antiquariat Marks & Co. schreibt und sich Ausgaben von seltenen Büchern erfragt. Nach und nach entwickelt sich ein reger Briefwechsel mit Frank Doel, einem der Mitarbeiter und nach und nach auch mit anderen Mitarbeitern und Franks Frau.

    Das Buch liest sich toll, auch weil ich sagen muss, dass ich diese „Briefform-Bücher“ mag. Man kann immer mal wieder schnell einen der Briefe lesen und aus den Antworten erkennen, ob Helenes Wünsche erfüllt werden konnten.

    Ganz nebenbei erfährt man auch noch vieles aus der Nachkriegszeit sowohl auf amerikanischer als auch auf englischer Seite. So ist Helene ganz empört über die Rationalisierungen in England, weshalb sie ihren neuen Freunden gerne kleine Lebensmittelpakete zukommen lässt, die diese mit Freude annehmen.

    Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn ich mit den Büchern, die Helene sich wünschte (und auch vielen ihren Abhandlungen über deren Inhalt) nicht viel anfangen konnte. Doch die Herzlichkeit und auch das Freche in den Briefen aus Amerika haben mich zum Schmunzeln gebracht.

  20. Cover des Buches Wo die Freiheit wächst (ISBN: 9783845822747)
    Frank Maria Reifenberg

    Wo die Freiheit wächst

     (72)
    Aktuelle Rezension von: miss_organ_ized

    Die junge Lene ist 16 Jahre alt, und der Krieg dauert jetzt schon einige Jahre an. Statt sich mit dem Erwachsenwerden zu beschäftigen, hat sie alle Hände voll zu tun die Familie zusammen zu halten. Ihr großer Bruder Franz kämpft an der Ostfront gegen Russen, ihr Vater ist verschollen, ihre Mutter depressiv und ihr kleiner Bruder verehrt den Führer so sehr, dass es mehr kaum geht. Und wo steht Lene selber? Sie weiß, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Doch kaum jemand unternimmt etwas. Dann lernt sie Erich kennen und mit ihm eine Gruppe von Jugendlichen, die ihren eigenen Kopf haben: die Edelweißpiraten…

    »Ich versuche wacker den Überblick NICHT zu verlieren. Aber manchmal würde ich mich auch gerne wie der Kalli irgendwo in eine Ecke der Welt verfrachten lassen, wo über dir nichts ist außer der Sonne und dem Mond. Auf ein Inselchen mitten im Ozean oder auf einen Berggipfel, am besten den höchsten der Welt, wo du nachts nur in den Sternenhimmel starren kannst. Dahin, wo nichts mehr über dir ist, wo die Freiheit wächst, bis zu den Sternen.«

    BRIEFROMAN

    Ein Briefroman? Zunächst war ich skeptisch, ob ich damit beim Lesen so gut zurecht kommen würde. Skeptisch war zunächst auch der Autor, wie ich später hinten im Buch gelesen habe. Ihm sei auch bewusst gewesen, dass man fast nichts von dem, worum es sich im Buch dreht, in Briefe hätte schreiben können zu dieser Zeit. Das hatte ich nämlich erst vor hier als Kritikpunkt aufzuführen, weil es mir doch ein bisschen sehr leichtsinnig und lebensmüde von den Charakteren erschien. Aber dem wurde durch das Nachwort der Wind aus den Segeln genommen.

    »Haben die denn keine anderen Sorgen? Wenn ich mir anhöre, was der Führer da vorige Woche im Reichstag gesagt hat! ›Front und Heimat müssen alles geben‹, sagt er und dass uns ein Kraftakt bevorstünde. Als ob alles, was bisher gewesen ist, ein Spaziergang am Rheinufer war. Darum sollten sie sich kümmern, nicht um unser Geschreibsel.«

    Im Endeffekt war ich begeistert von der Briefform. Denn es hilft, sich besser in die damaligen Umstände hineinzuversetzen. Freunde und Familie über ganz Deutschland verstreut, und die einzige Möglichkeit sich nicht zu verlieren, waren Briefe. Auch wenn man teilweise ewig darauf warten musste oder manche gar nicht am Ziel ankamen. Obwohl man genug mit sich selber zu schaffen hatte (schauen wo man etwas zu Essen herbekam, die Wohnung bewachen,…), nahm man sich die Zeit zum Briefe schreiben, um nicht ganz verrückt zu werden. Daher finde ich, hat sich das Wagnis Reifenbergs gelohnt, das Ganze in einen Briefroman zu verpacken.

    SCHREIBSTIL

    Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen. Ich hatte das Gefühl, diese Personen hätten wirklich 1942 gelebt und diese Briefe geschrieben. Das ist nicht der Fall, auch wenn manche Charaktere an wahre Persönlichkeiten angelehnt sind. Ich kann wirklich nur empfehlen, das Nachwort des Autors auch zu lesen, dort erfährt man einige spannende Dinge.

    CORONA UND FREIHEIT

    Ich habe das Buch gelesen und gedacht: Um Gottes Willen! Was die damals im Krieg alles aushalten mussten. Da konnte keiner einfach auf die Straße gehen und gegen das, was ihm nicht recht gefiel protestieren. Beziehungsweise natürlich konnte man das, aber dann wurde kurzer Prozess gemacht. Natürlich hat jeder von uns in der Schule gelernt wie schlimm die Zeiten waren und was alles dahinter steckte. Aber im Alltag verblasst das immer, finde ich. Und wenn man dann so ein Buch liest, taut alles wieder auf.

    Und dann frage ich mich, warum die Leute zur Zeit es nicht einmal aushalten können ein wenig Abstand zu halten. Ich glaube, dass gerade zur Zeit dieses Buch einige Menschen aufrütteln könnte. Dass man sich mal bewusst wird, wie geringfügig manche Probleme im Vergleich zu anderen sind. Wenn Fliegeralarm war, dann sind alle in den Bunker oder in den Keller. Natürlich gab es da auch Murren und bestimmt ist auch mal der ein oder andere durchgedreht und raus gerannt. Aber der hatte dann auch gleich die Quittung dafür. An Corona ist das Problem, dass man keine Bomben sieht, die fallen. Der Feind ist unsichtbar, aber das macht ihn nicht weniger gegenwärtig. Wir sollten froh sein, dass wir diesen Krieg eigentlich nur mit der Waffe des Social Distancing ausfechten können. Jedenfalls wenn wir alle zusammen helfen.

    Kleiner Denkanstoß

    Und daher finde ich auch, dass Demonstrationen gegen die Einschränkungen der Grundrechte vermieden werden sollten. Wir haben das Privileg der Freiheit unseres Gedankenguts. Und wenn alle so vernünftig wären zu Hause zu bleiben, weil sie es selbst für richtig halten, dann müsste auch kein Staat von oben eingreifen und die Bevölkerung zur Vernunft erziehen.

    »Die Schäden und das Leid sind so unfassbar, aber am Schlimmsten für mich ist das, worüber keiner spricht, was viele nur im hintersten Eckchen ihres Herzens verstecken. Es ist das Gefühl, dass es uns nur recht geschieht. Das hat sich schon so manches Mal bei mir eingeschlichen, als es von Bombennacht zu Bombennacht schlimmer geworden ist. Wenn man mit so einem Leid und Verbrechen gestraft wird, muss man doch etwas angestellt haben.«

    SPOILER-ALERT

    Mein Kopf fand das Ende super geschrieben. Dass man nicht weiß was mit Lene und Erich passiert, fand ich ein gutes Stilmittel, auch wenn ich mich jetzt immer noch ärgere, dass ich es nicht weiß (ich hoffe auf einen zweiten Teil). Damals war es ja nicht so einfach Kontakt zu halten. Und das hat die Unübersichtlichkeit noch einmal gut hervorgehoben. Dass Franz gefallen ist, hat mich ernüchtert, obwohl es mehr als realistisch ist. Mein Herz war einfach nur traurig. Ich hätte mir so sehr ein Happy End gewünscht. Aber gerade das gab es eben meist leider nicht. Und das macht bei allem Schmerz das Buch auch so gut, glaube ich.

  21. Cover des Buches Lieber Feind (ISBN: 9783551560452)
    Jean Webster

    Lieber Feind

     (50)
    Aktuelle Rezension von: bingereading

    Ich finde "Lieber Feind" ein wenig besser als "Lieber Daddy Long Legs", obwohl mir auch dieser Briefroman von Jean Webster sehr gut gefallen hat. 

    In diesem Roman geht es um Judys Freundin Sallie McBride, die nach ihrem Collegeabschluss die Leitung des Waisenhauses, in dem Judy aufgewachsen ist, übernimmt. Dabei kommt es zu allerlei witzigen Begebenheiten mit den Waisenkindern, den Spendern für das Waisenhaus und nicht zuletzt dem schottischstämmigen Kinderarzt Dr. MacRae, den Sallie scherzhaft in ihren Briefen mit "Lieber Feind" anredet. Manchmal habe ich mich regelrecht gekugelt vor Lachen, da man sich dank der bildhaften Beschreibungen gut vorstellen kann, in was für lustige Situationen die Hauptfigur Sallie und die anderen Charaktere geraten sind. 

    Doch auch tiefergehendere Themen kommen in diesem Roman nicht zu kurz und er zeigt Sallies Entwicklung und ihr Erwachsenwerden. Die Liebesgeschichte darin ist zwar etwas vorhersehbar, doch das hat mich wenig gestört. Problematisch finden manche Leser vielleicht die Gespräche Sallies mit dem Doktor über die Eugenik, also vereinfacht gesagt die Lehre über die Vererbung schlechter und guter Eigenschaften, die zur Entstehungszeit des Romans sehr populär war. Doch es gibt ein Nachwort darüber und solche Theorien sind zudem heute längst wiederlegt, weshalb man es einfach nur vor dem historischen Hintergrund sehen sollte.

    Alles in allem ein hervorragender Roman, um sich bei schlechtem Wetter mit einem Tee im Lieblingssessel zu verkriechen und sich an die amerikanische Ostküste in den 1910er Jahren fortzuträumen.

  22. Cover des Buches Deine Juliet (ISBN: 9783442713844)
    Mary Ann Shaffer

    Deine Juliet

     (308)
    Aktuelle Rezension von: Emili

                                                                                                                                      

    Was für eine schöne, sprachlich feine Lebensgeschichte über Freundschaft, 2. Weltkrieg und Liebe zu Literatur

    Da ich vor dem Lesen, nur auf den Titel und Bewertungen geachtet habe, war ich sehr überrascht beim Lesen, als es nach der Einführung sich in eine Richtung entwickelte, die ich unter so einem Cover und dem Titel nicht erwartet habe.

    Es geht um die Zeit der Besatzung Englands, und zwar Kanalinsel Guernsey, von deutschen Soldaten während des 2. Weltkrieges. Eine Schriftstellerin kommt durch einen Zufall, der mit einem Buch verbunden ist, in Kontakt zu den Bewohnern der Insel, und entwickelt ein großes Interesse an deren Erfahrungen während der Besatzung.

    So lieb, detailliert und lebendig gezeichnete Charaktere trifft man nur selten.  Außerdem ist die Sprache, in der der Brief-Roman verfasst worden ist, sehr angenehm, anspruchsvoll und doch von Leichtigkeit erfüllt. Gefällt mir sehr gut. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen liest sich das Buch fesselnd und spannend, man erwartet mit Ungeduld, was als nächstes passiert. Der amüsanter, leicht ironischer, aber sehr leichtfüßiger Erzählstil, der auch imstande ist solche schwierige Themen, wie Krieg, Konzentrationslager, und die Folgen zu behandeln, hat mir sehr zugesagt.

    Menschlich, warmherzig, klug und sehr wohltuend.
    Ein Buch, das man liebhaben kann. Hervorragend gelungen. 

    Man darf den Titel und das Cover ruhig ignorieren. Das Buch ist alles andere als seicht oder oberflächlich. 

                                                                                                                                  

  23. Cover des Buches Die Leiden des jungen Werthers (ISBN: 9783150192351)
    Johann Wolfgang von Goethe

    Die Leiden des jungen Werthers

     (1.616)
    Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeone

    Einfach nur anstrengend, das ganze Gejammere. Es tut mir wirklich leid, aber das war ziemlicher Mist. 

  24. Cover des Buches Lucian (ISBN: 9783401510248)
    Isabel Abedi

    Lucian

     (1.667)
    Aktuelle Rezension von: Yukiomishima

    Dieses Buch ist einzigartig. Es stammt noch aus der Zeit, in der Jugendromane noch richtig gut waren, wo sich die Autoren originelle und spannende Welten ausgedacht haben für ihre Leser. Die Geschichte von Lucian und Rebecca ist etwas ganz besonderes, genauso wie der wunderschöne Schreibstil der Autorin. Ich habe das Buch verschlungen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen! Das ist wirklich ein ganz anderes Niveau als der Mist der heutzutage so beliebt ist, Marah Wolff und wie sie alle heißen mit ihren nichtssagenden "Girl meets Boy und es gibt Fabelwesen" Fanfics. 

    Ich bin 25 und fühle mich keineswegs zu alt für dieses Buch, was auch daran liegt dass das Buch nicht kindlich geschrieben wurde. Es ist spannend, unvorhersehbar, magisch. Die Charaktere sind glaubhaft und die Beschreibungen so deutlich und schön, dass man alles direkt vor sich sehen kann. Zum Inhalt möchte ich lieber nichts sagen, weil das nur Spoilern würde. Lest es einfach! Es ist wirklich unfassbar schön! 

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