Bücher mit dem Tag "bodo kirchhoff"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bodo kirchhoff" gekennzeichnet haben.

7 Bücher

  1. Cover des Buches Widerfahrnis (ISBN: 9783627002282)
    Bodo Kirchhoff

    Widerfahrnis

     (95)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Reither hat sich auf seinen Altersruhesitz im Weißbachtal zurückgezogen. Seinen Verlag hat er verkauft, weil er feststellte, „dass es allmählich mehr Schreibende als Lesende gab“ (Seite 10). Noch hat er sich alte Gewohnheiten erhalten: er liebt nach wie vor Bücher, überlegt bei jedem Satz, ob er druckreif ist und spricht dem Rotwein zu. Als er ein Büchlein aus der hauseigenen Bibliothek mitnimmt, wird er von Leonie Palm, der Leiterin des Lesekreises, beobachtet. Da sie es geschrieben hat, wüsste sie gerne sein Urteil. Deshalb besucht sie ihn abends, um für den nächsten Tag einen Termin zu vereinbaren. Doch es kommt anders als gedacht. Zwischen den beiden entwickelt sich ein Gespräch, das sie noch in der Nacht zu einem Ausflug an den Achensee aufbrechen lässt. Der erhoffte Sonnenaufgang ist noch weit und zum Warten darauf ist es zu kalt, also geht die Fahrt weiter. Die beiden kommen sich zögernd näher und das späte Glück scheint zum Greifen nah zu sein.

    Ich habe die beiden gerne auf ihrer Reise über den Brenner und durch Italien begleitet. Ich spürte richtig, wie es nach und nach wärmer wurde und die kalten Tage im Gebirge in den Hintergrund rückten. Die im Alter der Protagonisten ungewohnte Spontanität lud mich zum Träumen ein. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches häuften sich die Überraschungen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Fazit: Kirchhoff ist ein begnadeter Erzähler.

  2. Cover des Buches Die Liebe in groben Zügen (ISBN: 9783627002695)
    Bodo Kirchhoff

    Die Liebe in groben Zügen

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Babscha

    Bernhard (schon 64) und Verena (noch 52) sind ein Ehepaar aus Frankfurt mit erwachsener Tochter und ausgestattet mit allen stereotypen Attributen der „gehobenen Mittelschicht“  wie schicker Wohnung, Ferienhaus am Gardasee, dickem Auto, weltläufigem Lebensstil, gleichgesinnten pseudointellektuellen Freunden usw.. Nach bald dreißigjähriger Beziehung hat man sich allerdings als Paar auseinandergelebt und funktioniert weitgehend nur noch in den Mustern langjähriger Eheroutine. Da bleibt natürlich eine Menge auf der Strecke, jeder macht letztlich frustriert nur noch sein eigenes Ding und auch die Hinwendung zu neuen Sexualpartnern auf beiden Seiten ist somit nicht überraschend. Die Dinge beginnen sukzessive außer Kontrolle zu geraten, als Verena sich auf eine amour fou mit dem Wintermieter ihres Hauses am See einlässt.   

    Hätte der Autor seinen Buchtitel wirklich konsequent umgesetzt, hätte maximal die Hälfte der Seiten ausgereicht, um das Kernthema des Romans, die Komplexität von Liebe in Beziehungen, abzuhandeln. Und das hätte dann sowohl Buch wie Leser besser getan und vor allem die Lesefreude der Zielgruppe mit Sicherheit aufrechterhalten. So aber gerät das Ganze leider zu einer überbordenden, zerfasernden, teils lebensfremden, weitgehend überflüssigen und damit anstrengenden Geschichte um vier Hauptprotagonisten, die dem Leser einen extremen Durchhaltewillen abverlangt und diesen dann nach weit über 600 mehr oder minder bedeutungsschwangeren Seiten noch nicht mal mit einem gelungenen Abschluss belohnt .

    Während Bernhard hier als typischer saturierter Mittsechziger auf dem Weg zum Alter skizziert wird, der sich mit seinen Hobbies und täglichen Routinen über Wasser hält und in der bestehenden Situation irgendwie einrichtet, läuft der Gefühlshaushalt seiner jüngeren Frau in ihrer ungesunden vollständigen Fixierung auf ihren neuen Liebhaber komplett und bis an die Grenze der Glaubhaftigkeit aus dem Ruder.  

    Bremswirkung bis hin zum Stillstand der Lesefreude löst leider aus, dass ein gefühltes Drittel des Buches sich parallel zur laufenden Handlung mit der historischen Gestalt des Franz von Assisi befasst, dessen in tiefsten Tiefen erzählte Lebens- und Liebesgeschichte zwar Vorbild für das Denken und Handeln von Verenas Geliebtem, letztlich aber für das eigentliche Buchthema völlig unerheblich ist. Gleiches gilt für die im Google-Maps-Stil vom Autor bis in kleinste Verästelungen dargelegte Beschreibung der Städte, Landschaften und Verbindungsrouten Norditaliens. Hier hätte massiv gestrafft werden sollen/können.

    Fairerweise ist anzumerken, dass die am Beispiel von Bernhard und Verena dargelegte Gesamtproblematik und Kompliziertheit einer langjährigen Ehe mit all ihren Höhen, Tiefen und Auswirkungen auf Denken und Fühlen der Beteiligten hier streckenweise geradezu brillant und ganz nah am wahren Leben ausgearbeitet ist. Damit werden die beiden Protagonisten in ihren ganzen verschachtelten Persönlichkeiten und Gedankenwelten sehr gut greifbar. Eine Aufrundung auf knappe drei Sterne für das Buch erscheint hierdurch vertretbar.

    Fazit: Kann man lesen, muss aber nicht.    

  3. Cover des Buches Infanta (ISBN: 9783423140294)
    Bodo Kirchhoff

    Infanta

     (17)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Die Hauptperson des vorliegenden Romans ist "Mister Kurt" . Mister Kurt ist als deutscher  Journalist auf der Insel Luzzon unterwegs, wird Zeuge der Krise und des Sturzes des Marcos- Regimes in Manila, unternimmt diverse Abstecher in die Provinz zu kauzigen Missionaren und lernt dabei die wundervolle Mayla kennen, ein Mädchen wie aus Milch und Honig, das dem fremden Deutschen ihr Herz schenkt, ehe sie, wie das in jeder Liebesgeschichten so sein muss, auf tragische Weise ihr Leben verliert. Das wird bei weitem nicht so klischeehaft erzählt, wie es sich in dieser Kurzfassung anhört, sondern behutsam und stilvoll. Wo Kirchhoff in anderen Romanen auch schon mal ins stiltechnische Fettnäpfchen tritt, bleiben derartige Ausfälle diesem Werk erspart. Mehr noch: Bodo Kirchhoffs Infanta ist eine wundervolle Liebesgeschichte ohne falsche Sentimentalität -  und meisterhaft erzählt  auch  vor dem Hintergrund  europäischer und asiatischer Psychologie.

  4. Cover des Buches Erinnerungen an meinen Porsche (ISBN: 9783423140621)
    Bodo Kirchhoff

    Erinnerungen an meinen Porsche

     (14)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Ein launiges Stück Schundroman zur Finanzkrise. Zur Zeit seines Erscheinens sicher nah dran an den Ereignissen um die Lehman Brothers, mit ein wenig Distanz immer noch unterhaltsam, aber stellenweise auch fad und schwierig zu verfolgen. Daniel Deserno, Investmentbanker, sitzt nach dem Crash und nach einem „Unfall“ mit schwer beschädigtem Geschlechtsteil in einer Edel-Klinik und versucht sich mit seinem Schicksal ohne seinen „Porsche“ zu arrangieren. Auf den Aufstieg und die Hochzeit der Hedgefonds kam für ihn in doppeltem Sinn der schnelle Absturz. In der Klinik entsteht nun eine Romanze mit Helene, Autorin des „Popobuches“, die auch mit ihrem Ruhm nicht klarkommt und sehr deutlich an Charlotte Roche angelehnt ist. Alles in allem unterhaltsam, zwischendurch auch lustig und bissig, aber der Plot war mitunter auch zu lose, so dass es trotz der Kürze nicht immer einfach war, dem Faden zu folgen.

  5. Cover des Buches Schundroman (ISBN: 9783423143585)
    Bodo Kirchhoff

    Schundroman

     (40)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe
    Bodo Kirchhoff - ohne jemals von ihm etwas gelesen zu haben, war dieser Name für mich immer der Begriff von anspruchsvoller Literatur, die man nicht so einfach nebenher konsumieren kann. Und nun ein Schundroman? Ein Krimi? Na da bin ich ja mal gespannt.
    Willem Hold, nach einem missglückten Raubüberfall mit einem Toten vor 10 Jahren aus Deutschland geflohen, kehrt mit dem Auftrag zurück, einen schwerreichen Geschäftsmann umzubringen. Während seines First-Class-Fluges nach Frankfurt lernt er Lou kennen, für die er (versehentlich) einen berühmten Literaturkritiker tötet, um sie vor der Verfolgung durch einen Privatdetektiv zu schützen. Und nicht nur der Beginn, nein, auch der Anlass seiner Reise verläuft nicht wie geplant. Der Auftragsmord missglückt, zwei Privatdetektive, ein Picasso, ein alter Jugendfeind Willems, eine Sexbuchautorin, die Buchmesse und vor allem die Liebe kommen ins Spiel, sodass es bald drüber und drunter geht, denn irgendwie hängt jede/r mit jede/m auf irgendeine Art und Weise zusammen.
    Eines ist dem Buch ganz sicher nicht abzusprechen - sein (für mich) ansprechender Erzählstil: etwas gewunden, in scheinbar endlos langen Sätzen mit einem immer wiederkehrenden leichten ironischen Unterton. Personen (insbesondere AutorInnen, Verleger usw.) und Szenerien werden meist etwas überzogen dargestellt, wobei diese häufig realistische Hintergründe haben. Alles in allem durchaus gelungene Zutaten für einen richtig gut gelungenen Roman.
    Doch irgendwie... Für einen Krimi ist die Handlung schlicht zu unglaubwürdig und damit zu wenig spannend, doch für eine amüsante Abrechnung mit dem Literaturbetrieb ist es wiederum zu wenig grotesk. So bleibt alles irgendwie im Mittelmaß und letztendlich: nette Unterhaltung.
  6. Cover des Buches Gegen die Laufrichtung (ISBN: 9783627001940)
    Bodo Kirchhoff

    Gegen die Laufrichtung

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
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  7. Cover des Buches Der Sommer nach dem Jahrhundertsommer (ISBN: 9783627020439)

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