Bücher mit dem Tag "biosphäre"

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9 Bücher

  1. Cover des Buches Reset (ISBN: B00RUGFXFY)
    Jens Bühler

    Reset

     (37)
    Aktuelle Rezension von: mallory66
    Ich schaue keinen Tatort, auch sonst nur selten deutsche Krimis. Die Atmosphäre ist mir meist zu ernst, zu nüchtern. Viel lieber mag ich amerikanische Krimiserien, Popcornkino im Stundenformat. So war ich auch nach den ersten Kapiteln des Romans nicht sicher, ob ich dieses Buch weiterlesen soll. Denn tatsächlich beginnt es eher wie ein Tatort, mit einem Komissar bei Polizeieinsätzen, zwei türkischen Kleinkriminellen, die scheinbar jedes Klischee erfüllen, einer Armeekommandantin, die ich auch nicht recht einzuschätzen wusste. Doch dann ging es los...

    »Die Horde kreischte, wie tausend kaputte Kreissägen. Wovor liefen die weg? Demirs Verstand blockierte. Während die Bilder durch seine Augen hindurch ins Nichts liefen, meldete sich ein urzeitlicher Instinkt. Die flohen nicht. Die jagten.«

    Ab diesem Zeitpunkt baut der Autor eine ungemeine Spannung auf, 40 Kapitel voll Flucht, Kampf, Hoffnung, Verzweiflung, Angriff und Gegenwehr, ich habe seit gestern Mittag bis gerade eben fast 500 Seiten verschlungen, nur widerwillig unterbrochen durch ein paar Stunden benötigten Schlaf. Der Autor braucht sich hinter amerikanischen Filmen oder Büchern dieser Art eindeutig nicht zu verstecken, dazu gelingt ihm eine Glaubwürdigkeit, die bei den genannten oft fehlt. Wenn die Helden aus einer scheinbar ausweglosen Situation entkommen, dann, indem sie Opfer bringen, es sterben auch die Guten und es nicht abzusehen wie die Menschheit ihrem Untergang entgehen soll. Der Autor hat extrem gut recherchiert, zumindest für mich als Laie scheint es so, und man wird mit Unmengen von militärischer und wissenschaftlicher Information gefüttert, allerdings fast immer so, dass es interessant bleibt und vor allem verständlich. 
    Der Roman war für mich eine absolute Überraschung, vor allem nach den ersten Kapiteln, die nach einem typisch deutschen Krimi aussahen. Ich kann das Buch nur empfehlen, muss allerdings eine Warnung aussprechen: Das Ende ist deutsch, nicht amerikanisch.
  2. Cover des Buches Gebannt - Unter fremdem Himmel (ISBN: 9783841503138)
    Veronica Rossi

    Gebannt - Unter fremdem Himmel

     (1.125)
    Aktuelle Rezension von: HeartofHope


    Durch Zufall bin ich auf diese Buchreihe aufmerksam geworden, gerade durch die zwar relativ schlichten, aber dennoch sehr schönen Cover der Bücher. Auch der Klapptext klang für mich sehr interessant und so durfte der erste Band bei mir einziehen. 

    Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, mich in dieser Welt zurechtzufinden. Ohne große Erklärungen wurde ich hier in eine Zukunft unserer Welt gerissen, in welcher ich erst einmal mit den Gegebenheiten nichts anfangen konnte. Gerade das Leben in den verschiedenen Realitäten war für mich doch sehr gewöhnungsbedürftig. In Perrys Welt konnte ich mich etwas besser zurechtfinden, einfach weil diese Welt unserer dann doch noch viel ähnlicher war, wenn auch man hier das Gefühl hatte, in die Vergangenheit zurück versetzt worden zu sein. Ich befand mich also in einer Geschichte mit zwei komplett gegensätzlichen Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit der Zeit hatte ich diese Gegebenheiten aber verstanden und konnte mich gut damit arrangieren. 

    Die Charaktere gefielen mir sehr gut. Sehr schnell wurde klar, dass die Hauptprotagonisten zwei wirklich starke und kämpferische Persönlichkeiten sind. Aria zeigte sich gerissen und war nie gewillt, aufzugeben. Perry dagegen war zu Beginn eher der verschlossene Kerl, doch konnte ich relativ gut hinter seine Fassade blicken und erkennen, dass er ein wirklich liebevoller Mann mit einem unglaublich großen Herzen ist. 

    Die Handlung gefiel mir auch sehr gut. Es wurde bereits zu Beginn der Geschichte sehr spannend. Schnell erkannte ich, dass hinter den Geschehen um Aria und Perri noch ein viel größeres Geheimnis zu stecken schien. Dieses machte mich natürlich umso neugieriger auf den Rest der Geschichte. Immer wieder gab es kleinere Spannungspunkte. Aber es gab auch witzige und romantische Szenen. Gerade die Nebencharaktere, welche stellenweise sehr viel Witz und Humor in sich hatten, konnten die Handlung unglaublich auflockern. 

    Dieser erste Band war wirklich ein toller Einstieg in diese Dystophie. Ich bin sehr froh, dass ich zufällig auf diese Buchreihe gestoßen bin und bin bereits sehr neugierig auf den zweiten und dritten Band. 

    Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung


  3. Cover des Buches Getrieben - Durch ewige Nacht (ISBN: 9783841503398)
    Veronica Rossi

    Getrieben - Durch ewige Nacht

     (645)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    Band 2 um die Geschichte von Perry und Aria...

    Gutes zweite Band das nicht an Spannung und Intensität verliert.

    Aria und Perry sind endlich vereint und kehren zu Perrys stamm zurück, doch dort wird Aria nicht gut empfangen und als man versucht sie töten beschliesst sie ohne Perry aufzubrechen und die blaue Stille zu suchen, ein Ort der frei von Äthersturmen sein soll. In der Zwischenzeit versucht Perry sein Stamm mit wenig zu versorgen und durchzuhalten, die Ätherstürme kommen aber immer näher und sein zu Hause ist in Gefahr...

    Man springt immer zwischen Perry und Arias Ansicht und begleitet beide, Aria die draussen überlebt und Perry der versucht den Stamm am Leben zu halten, bis beide wieder aufeinander treffen...

    Man erfährt viel über das Leben draussen und die Ätherstürme und es geschieht extrem viel... ich bin gespannt auf das Finale, und möchte unbedingt noch mehr der beiden lesen...



  4. Cover des Buches Als die Sterne fielen (ISBN: B07BB3SL2V)
    Christine Millman

    Als die Sterne fielen

     (36)
    Aktuelle Rezension von: hauntedcupcake

    Mariam hielt den Atem an. Das war er also, der Bezwinger der Menschheit. Er bot einen atemberaubenden Anblick, faszinierend und tödlich.
    Sie sah zur Zeitanzeige.
    00 d, 01 h, 17 min ...
    Ihre Galgenfrist.
    S. 99


    Inhalt

    Als ein Asteroid namens Seth auf die Erde zurast, glauben die Menschen erst noch an ein Happy End. Aber Mariam weiss es besser; ihr Vater arbeitet an geheimen Einrichtungen, um gewisse privilegierte Menschen vor dem Einschlag zu retten und mittels Kryoschlaf die Menschheit zu einem späteren Zeitpunkt wiederzubeleben. Ausgerechnet jetzt kommt Mariam Chris näher, einem Jungen, der sie schon länger fasziniert. Während alle Menschheit auf den Asteroid fokussiert ist, beginnt in Mariam ein innerer Kampf. Hat sie es wirklich verdient, den Impakt zu überleben. Was ist mit ihrer Oma. Was mit den Millionen anderen Menschen? Und was ist mit Chris?


    Meine Meinung

    Ich habe die Impress-Version gelesen und bin mir nicht sicher, inwieweit sie sich von der heute verfügbaren Version unterscheidet. Dies als Anmerkung zu Beginn. Das Buch hatte ich schon so lange auf der Wunschliste, weil mir das Cover (von Impress) so gefallen hat und die Geschichte so spannend klang.
    Gleich zu Beginn wurde ich dann etwas ernüchtert. Irgendwie wurde ich mit Mariam nicht warm, die zwar irgendwas um die 17 oder 18 Jahre alt ist, sich aber wie eine 12-Jährige benimmt. Auch Chris kam mir zu jung rüber. Und irgendwie war die Story noch etwas ... mau. Aber das hat sich zum Glück gelegt nach ein paar Seiten. Und dann wurde es richtig spannend.


    "Als die Sterne fielen" wird abwechslungsweise aus der Sicht von Mariam und aus derjenigen von Chris erzählt. Die beiden führen ein komplett unterschiedliches Leben: Mariam ist aus gutem Hause, immer gefördert und von ihr wird Grosses erwartet. Chris stammt aus einer "durchschnittlichen" Familie und führt ein entsprechendes Leben. Die Unterschiede zeigen sich auch später noch öfters: Mariam aus der wohlbehüteten Umgebung hat grössere Anpassungsschwierigkeiten, während Chris ein echter Kämpfer ist.


    Die Deadline des Impakts schwebt wie eine dunkle Wolke über der Geschichte. Diese Beklemmung, das Warten, das "was wird passieren?" war super rübergebracht. Ich habe richtig mitgefiebert und mich gefragt, was kommt als nächstes, wer wird es schaffen? Die Art, wie die Menschheit damit umgeht, empfand ich als sehr authentisch: Plünderungen, Chaos, Gewalt. Je näher Asteroid Seth der Erde kam, desto chaotischer und schlimmer wurde alles, desto bedrückender war die Stimmung. Die Zivilisation bricht ein, jeder schaut nur noch für sich selber. Alles wirkt so unglaublich real, richtig beängstigend. So oder ähnlich könnte es definitiv ablaufen, wenn eine solche Katastrophe auf die Erde zukäme. Hoffen wir, dass es nie so sein wird.


    Für ein Jugendbuch wird es vor allem ab ca. der Hälfte doch recht heftig. Hier hält man einen Endzeit-Jugendthriller in den Händen, mit ein wenig Romantik, aber keine grosse Liebesgeschichte mit etwas Drama. Es wird brutal, blutig, heftig. Wer mit solchen Dingen ein Problem hat, sollte sich vielleicht nach einem anderen Buch umsehen.


    Zeit verlor an Bedeutung. Die Kälte verlor an Bedeutung. Sie existierte, das war alles. Als nach und nach die Lichter hinter den Fenster verlöschten. schloss sie die Augen und wünschte sich den Tod.
    S. 191


    Ein paar kleine Schwächen hat das Buch indes trotzdem. Gerade Mariam macht einen Teil davon aus. Zu Beginn war sie für mich eher ein kleines Mädchen denn eine Jugendliche. Aber zum Ende hin hat sie mich fast ein wenig genervt. Sie bringt in einer Tour alle in Gefahr, nur weil sie ihren Kopf durchsetzen will und den Ernst der Lage einfach nicht begreif. Klar kann man das auf ihre behütete Kindheit zurückführen, aber so nach ein-, zweimal sollte auch bei ihr der Groschen gefallen sein.
    Auch der Schreibstil war manchmal etwas... ungeübt? Gerade die Dialoge konnten mich nicht immer überzeugen. Und der liebe Chris muss zu allem immer "gute Idee" sagen. Das hat mich dann doch ein wenig genervt. Aber das ist meckern auf höherem Niveau ;-)


    Fazit

    Ein unerwartet düsterer und heftiger Endzeit-Jugendthriller mit einer Prise Romantik, der vor allem mit seiner Spannung und Authentizität überzeugen kann. Trotz kleinerer Schwächen hat mich das Buch unglaublich packen können und mich in eine brutale endzeitliche Welt geworfen. Definitiv empfehlenswert!

  5. Cover des Buches Gebannt  - Unter fremdem Himmel (ISBN: 9783837306613)
    Veronica Rossi

    Gebannt - Unter fremdem Himmel

     (28)
    Aktuelle Rezension von: paperlove
    Meine Rezension findet ihr auch auf: https://mrspaperlove.blogspot.com

    Vor ein paar Jahren, als die Dystopien dank dem Hype und die Panem Trilogie wie Pilze aus der Erde schossen, habe ich es schon einmal mit "Gebannt" versucht und bin kläglich gescheitert. Vermutlich lag es einfach an dem Überfluss an Dystopien, die sich im Kern doch alle sehr ähnlich sind. Bei "Gebannt" ist das nicht anders und dennoch wollte ich der Trilogie jetzt noch einmal eine Chance geben - und ich habe es nicht bereut!

    Obwohl die Prämisse ähnlich wie bei anderen Dystopien ist, ist die Zukunft, die uns hier präsentiert wird, doch noch einmal einen Tick düsterer und brutaler, als ich es bisher kennengelernt habe. Und genau das machte für mich auch der Reiz aus. Die Autorin geht schonungslos mit wichtigen Charakteren um und scheut sich nicht davor, scheinbar wichtige Personen um die Ecke zu bringen.

    Die Welt die Veronica Rossi geschaffen hat spielt in einer düsteren Zukunft, in der zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, durch eine Kuppel getrennt werden. In der Kuppel selbst wohnen die eher privilegierten Bewohner, die sich mit modernster Sci-Fi Technik auskennen. Ausserhalb der Kuppel sind die eher am Boden gebliebenen Wilden, die ums nackte Überleben kämpfen. Und mitten unter diesen Leuten befinden sich zum Einen Aria und zum anderen Perry. Durch eher unglückliche Umstände geraten die beiden Protagonisten aneinander und müssen fortan lernen, miteinander auszukommen.

    Der Klappentext fasst das Ganze perfekt zusammen:

    Sie sind so unterschiedlich, doch ihre Liebe verbindet sie. Die siebzehnjährige Aria kommt aus einer Welt ohne Schmerz, Hunger und Leid. Perry hingegen kommt aus der Wildnis, in der nur der Stärkere überlebt. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr Leben und zwischen beiden entwickelt sich eine Liebe, die sich über alle Unterschiede hinweg setzen muss.

    Fazit: Gebannt ist ein guter Mix aus Fantasy, Sci-Fi und einem Hauch Romantik. Für Dystopien-Liebhaber eine Empfehlung, auch wenn einem viele Elemente aus ähnlichen Werken bekannt vorkommen.
  6. Cover des Buches Naturwissenschaft (ISBN: 9783423342377)
    Detlev Ganten

    Naturwissenschaft

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Humussphäre: Humus - Ein Stoff oder ein System (ISBN: 9783922201502)
  8. Cover des Buches Menschheit und Mutter Erde (ISBN: 9783865390882)
    Arnold Toynbee

    Menschheit und Mutter Erde

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Eine Universalgeschichte aller großen Zivilisationen von der Antike bis zur Gegenwart auf 500 Seiten zu schreiben, könnte ein gewagtes Unterfangen sein, wenn der Verfasser nicht einer der größten Historiker des 20. Jahrhunderts gewesen wäre. Arnold Toynbee hat mit diesem Buch sein Lebenswerk gekrönt. Das Buch steht nicht nur auf solider wissenschaftlicher Grundlage, es ist auch ausgesprochen lesbar geschrieben. Es ist geradezu spannend zu verfolgen, wie sich die Entwicklungslinien der einzelnen Zivilisationen miteinander verflechten und so die Menschheitsgeschichte vorantreiben. Von anderen (schwächeren) Darstellungen unterscheidet sich dieses Werk dadurch, daß es nicht aus eurozentrischer Perspektive geschrieben ist, sondern beispielsweise auch die ostasiatischen Zivilisationen gebührend behandelt. Meiner Meinung nach die mit Abstand beste Universalgeschichte der Menschheit, die jemals geschrieben wurde. Das Buch darf in keinem Bücherschrank fehlen! Auch ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk für anspruchsvolle Leser.
  9. Cover des Buches Die Terranauten (ISBN: 9783423146463)
    T. C. Boyle

    Die Terranauten

     (318)
    Aktuelle Rezension von: Witness

    In den letzten Jahren hatte ich das Gefühl, ich hätte meine Lese-Motivation für längere Romane verloren und würde es nie wieder schaffen, ein 600-Seiten-Buch zu lesen. Das hier war quasi die Premiere seit sehr langer Zeit, was vor allem dem lockeren, angenehmen Schreibstil zu verdanken ist, der mich sofort mitgerissen hat.

    Inhaltlich geht es um vier Männer und vier Frauen, die im Rahmen eines wissenschaftlichen Experiments zwei Jahre in einer geschlossenen Ökosphäre verbringen sollen. Dadurch sollen Erkenntnisse für zukünftige Weltraumreisen gewonnen werden, und getestet werden, ob und wie es möglich ist, sich in einer so abgeschlossenen Umgebung dauerhaft selbst zu versorgen und zu leben.

    Die ganze Geschichte ist weniger reißerisch, als der Klappentext vermuten lässt. Sicher, es wird in diesem riesigen Terrarium vieles als Presse-Spektakel orchestriert, aber das nicht etwa in Trash-TV-Dimensionen à la Dschungelcamp, sondern lediglich zu dem Zweck, die Öffentlichkeit für das Projekt zu interessieren und potentielle Investor*innen anzulocken bzw. bei der Stange zu halten. Denn so eine sich selbst versorgende Ökosphäre verschlingt natürlich einen ganzen Batzen Geld. Insofern eine unerwartete, gelungene Kritik an unserem kapitalistischen System, in dem selbst die bahnbrechendste Forschung, die unser aller Leben zum Besseren verändern könnte, stets an fehlenden finanziellen Mitteln zu scheitern droht. So muss man den Reichen eben eine gute Show bieten, damit sie von ihrem Kuchen etwas abgeben.

    Der Klappentext verspricht auch "bitterböse Satire" und die Behandlung der "großen Fragen der Menschheit". Davon war im Buch allerdings nichts zu spüren (oder meine Antennen sind dafür einfach nicht fein genug), und ich war beinahe ein wenig enttäuscht, dass das Szenario mehr oder weniger auf dem Teppich geblieben ist. Das kreide ich dem Buch selbst aber nicht an, sondern lediglich der Art, wie es beworben wird. Es gibt das, was man auch im realen Leben in der dargestellten Situation erwarten würde: Konkurrenzkämpfe unter den Kandidat*innen vor der Mission, zwischenmenschliche und technische Probleme während der Mission im Glaskasten, dazwischen viel realistisch-Alltägliches und intensive Einführungen in die Funktionsweise und die Nahrungsquellen in E2, wie die geschlossene Ökosphäre genannt wird, sodass man manchmal beinahe das Gefühl hat, man lese einen Tatsachenbericht. Der bereits erwähnte mitreißende Stil rettet viele der inhaltlich langatmigen Passagen, und manchmal habe ich zwischendrin innegehalten und mich gefragt: Was ist auf den letzten 100 Seiten eigentlich passiert? (Antwort: Nicht viel.) Natürlich läuft nicht alles glatt und es gibt auch mal Ausbrüche aus dem Alltag der sogenannten Terranauten, aber auch diese Ereignisse bleiben realistisch, beispielsweise gibt es einen Stromausfall, durch den mehrere lebenswichtige Systeme von E2 gestört sind.

    Obwohl die Geschichte viel Zeit mit Details verbringt und auch nah an den drei erzählenden Charakteren bleibt, habe ich das Gefühl, zu keinem davon eine wirkliche Bindung zu gewinnen. Man könnte meinen, wenn sich ein Roman hauptsächlich mit acht Menschen beschäftigt, die zwei Jahre lang unter einer Kuppel aufeinander hocken, lernt man sie ausgiebig kennen, aber das Gefühl hatte ich hier überhaupt nicht. Bis zum Ende bleibt eine seltsame Distanz bestehen. Einzig Linda, einer der drei erzählenden Charaktere und die einzige von ihnen, die nicht an der Mission teilnimmt, sondern draußen quasi auf der Ersatzbank sitzt, scheint so etwas wie eine Persönlichkeit zu haben.

    Trotz der Kritik vier Sterne, weil der Roman mich gut unterhalten hat und in der detaillierten Beschreibung des Experiments durchaus interessant war.

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