Bücher mit dem Tag "biographisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "biographisch" gekennzeichnet haben.

174 Bücher

  1. Cover des Buches In jedem Augenblick unseres Lebens (ISBN: 9783608983128)
    Tom Malmquist

    In jedem Augenblick unseres Lebens

     (73)
    Aktuelle Rezension von: uli123

    Diesen autobiografischen Roman über einen eigenen Schicksalsschlag sollte besser nur lesen, wer gesundheitlich stabil ist, damit er nicht runtergezogen wird.

    Toms hochschwangere Lebensgefährtin Karin verstirbt urplötzlich an Leukämie. Ihre gemeinsame Tochter Livia überlebt die Kaiserschnittgeburt. Über die nachfolgenden Monate der Trauer, die über den Tod hinaus fortbestehende Liebe und das Zusammenleben mit seiner kleinen Tochter schreibt der Autor, immer wieder unterbrochen durch Rückblicke auf seine Jugend, als er ein vielversprechender Eishockey-Spieler war, sein Studium, seine Neigung zum Schreiben, das Kennen- und Liebenlernen Karins, die schon mehrere schwere Krankheiten durchgemacht hat.

    Die Geschichte ist nicht einfach zu lesen. Wörtliche Reden werden weder durch Anführungszeichen noch Spiegelstriche kenntlich gemacht, sondern stehen nebeneinander, so dass sich die jeweiligen Sprecher manchmal nur schwer ausmachen lassen. Auch die Zeitsprünge geschehen unvermutet und es lässt sich nicht immer nachvollziehen, in welchem Jahr wir uns befinden. Einige Insider-Informationen werden nur schwedische Leser verstehen, wie den Wettskandal oder die Arbeitsweise der Behörden. Dem Thema Trauer widmet sich der Autor jedoch wirklich gelungen. Er als der Trauernde durchläuft alle Phasen – Verzweiflung, Wut, Unverständnis, Müdigkeit, Leere. Berührend sind auch die kleinen Kämpfe, die er mit seinen Schwiegereltern über die Verstorbene und das hinterbliebene Baby austrägt. Als Lehre vermittelt das Buch, dass man schwere Schicksalsschläge überleben kann.

    Insgesamt durchaus lesenswert.

  2. Cover des Buches Ich bin dann mal weg (ISBN: 9783492307116)
    Hape Kerkeling

    Ich bin dann mal weg

     (4.084)
    Aktuelle Rezension von: Federstrich

    Ich bin da auch hin. Und ich schäme mich nicht zu sagen, dass der Auslöser dieses Buch war. Habe Kerkelings Geschichte von "seinem" Jakobsweg, mit vielen, skurrilen und schönen Begegnungen kann ich nur bestätigen, auch wenn "mein" Weg sich natürlich ganz anders gestaltet hat. Was der Autor jedenfalls wunderbar beschreibt,  und weshalb sich auch ein "Run" auf den Camino entwickelt hat, ist die ganz besondere Atmosphäre dort. Einzig die Hotelübernachtungen kreide ich Hape Kerkeling an, denn die Übernachtungen in den vielen Herbergen, Turnhalle oder Kirchen vor Ort waren es für mich, die den Weg absolut abgerundet hat. Außerdem war es eine willkommene Ablenkung von den Strapazen, den Stationen des Fernsehstars nachzuspüren. 

  3. Cover des Buches So bin ich nicht (ISBN: 9783351036287)
    Anneliese Mackintosh

    So bin ich nicht

     (48)
    Aktuelle Rezension von: JohannesGroschupf
    In Macintoshs Stories hört man die Stimme einer neuen Generation: rau, patzig, unbestechlich und verletzt. Die Stimme einer Generation, die in ihrem Leben zu viele To-do-Listen angefertigt hat, die sich im Hamsterrad der Selbstoptimierung totläuft, die nach einem Internet-Artikel die Selbstdiagnose Borderline stellt, die sich im Sportstudio neben anderen Selbstoptimierern perfektioniert, die Motivationssprüche („SEI ALLES WAS DU SEIN KANNST“) auf ihren T-Shirts trägt, die über prekäre Jobs nicht klagt, weil sie nichts anderes mehr kennt, aber im Grunde das Gefühl nicht los wird, von Anfang an verraten und verkauft zu sein.

    Sex gibt es ohne große Umschweife, dafür ist er gleich wieder vorbei. Alkohol gibt es überall, und den Kater danach als Bonus-Track. Jobs gibt es auch, aber sie machen einen so fertig, dass man abends nur noch trinken will. Und nicht zu vergessen die Liebe, die wirkliche und wahrhaftige, doch man nehme sich vor ihr in Acht, denn sie kann schrecklich wehtun.

    Die Texte zeichnen sich durch ihre Kürze aus; Macintosh kommt schnell zum Eigentlichen. In „Wenn ich einmal tot bin“ entwirft sie kurzerhand ihre eigene Beerdigung, anspruchslos, doch überaus detailliert: „Ich meine, machen wir uns nichts vor – ich bin tot, und ich soll eingeäschert werden. Da brauche ich keine Schuhe. Und Mascara könnt ihr weglassen, weil meine Augen geschlossen sind. Aber ein bisschen Aufwand darf trotzdem sein. Schönes Kleid, neue Strumpfhose. Etwas Lipgloss.“
    Dieser leicht zynische Narzissmus endet zwanglos im bescheidenen Wunsch: „Ganz schön fände ich auch, wenn fünf Minuten nach dem Ende der Feier die Welt untergehen könnte. Nichts Luxuriöses. Nur eine kleine Apokalypse.“ Sie wünscht sich nichts Protziges: „Nur eine kurze, diskrete Implosion. Einen ruhigen Ausklang.“

    Nicht leicht zu verdauen, aber wirklich ein tolles Debüt.
  4. Cover des Buches Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (ISBN: 9783423143745)
    Alex Capus

    Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

     (188)
    Aktuelle Rezension von: Federfee
    Es begann langweilig, doch dann interessierte mich die Durchführung einer originellen Idee: Drei Personen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben, hätten sich begegnen können oder sind sich ganz flüchtig begegnet.

    Da ist das Zeichentalent Emile Gilliéron, der lange Jahre ein enger Mitarbeiter Heinrich Schliemanns war und es mit der wissenschaftlichen Dokumentation archäologischer Funde nicht so genau nahm, Felix Bloch, Physiker, der in der atomaren Forschung jener Zeit (Einstein, Oppenheimer, Schrödinger) eine Rolle spielte und Laura d'Oriano, von deren Spionagetätigkeit ich nur im Klappentext las, denn in der Mitte des Buches waren wir immer noch nicht so weit.

    Und da habe ich abgebrochen, weil mich das Buch nicht auf Dauer fesseln konnte. Sicher, es ist intelligent geschrieben, man erfährt einiges über Atomphysik, über die Ausgrabungen in Griechenland und auch die Sprünge hin und her zwischen den Personen, die so gar nichts miteinander zu tun haben, haben mich nicht gestört.

    Aber es fehlte der Funke, der bei mir ein nachhaltiges Interesse hätte entzünden können. Manche Passagen werden im Zeitraffer erzählt, darunter einiges, wo ich gerne mehr erfahren hätte. Und anderes zu detailliert Geschilderte hat mich gähnen lassen und letztlich zum Abbruch dieses Romans mit biografischen Elementen geführt.
  5. Cover des Buches Suicide (ISBN: 9783735757036)
    Stefan Lange

    Suicide

     (47)
    Aktuelle Rezension von: buecherjaeger

    Vorab: Es mag sein, dass meine Rezension nicht ganz objektiv ist, weil ich Stefan Lange, den Autor, persönlich kenne und ihn für ein YouTube-Video interviewt habe.

    Stefan bespricht sein Leben, seine Depression, seine Suizidversuche und die wichtigsten Eckpunkte, die zu diesen geführt haben, in diesem Buch schonungslos. Für Menschen, die mit dem Thema Suizid nichts zu tun haben und das Glück haben, nicht von Depressionen oder ähnlichen Krankheitsbildern betroffen zu sein, gibt dieses Buch einen Einblick in den Kopf eines suizidalen Menschen. Was muss passieren, damit sich jemand das Leben nehmen möchte? Wer oder was trägt dafür Verantwortung? Wie denkt eine suizidale Person über verschiedene Wege, das eigene Leben zu beenden? Wie geht sie damit um, wenn sie einen Suizidversuch wider Willen überlebt?

    Obwohl ich Stefans Geschichte bereits kannte, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es ist emotional, es ist düster – es ist authentisch.

    Einziges Manko: Man findet den einen oder anderen Rechtschreibfehler, was ich allerdings nicht zu hoch hängen würde. 

    Für fünf Sterne reicht es mir nicht ganz, aber vier gebe ich mit gutem Gewissen, und ich kann das Buch jedem Menschen, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, empfehlen!

  6. Cover des Buches Madame Hemingway (ISBN: 9783746628912)
    Paula McLain

    Madame Hemingway

     (97)
    Aktuelle Rezension von: Vespasia

    Nachdem ich „Hemingway und ich“ gelesen habe, wo Hemingways dritte Frau, Martha Gellhorn, im Vordergrund steht, musste ich mir einfach auch dieses Buch zulegen. Zum Glück bin ich endlich dazu gekommen, es auch zu lesen. Hemingways erste Frau, Hadley, ist ein ganz anderer Typ Frau als Martha. Auch Hemingway scheint sich in den Jahren etwas verändert zu haben, weshalb es sicher auch interessant wäre, die Bücher direkt hintereinander zu lesen.

    Paula McLain schreibt in der ich-Form und haucht Hadley damit direkt Leben und Persönlichkeit ein. Auch, wenn man natürlich immer bedenken muss, dass es sich um einen Roman handelt und nicht alles zu einhundert Prozent authentisch sein kann, finde ich diese Perspektive hier doch gut gewählt. Man kommt Hadley als Person gleich zu Anfang schon sehr nahe, kann ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen und lernt mit ihr zusammen schließlich Ernest Hemingway kennen. Hemingway ist ein wirklich interessanter Charakter; als er Hadley kennenlernt, ist er noch sehr jung und doch schon sehr exzentrisch, eigentlich schon unsympathisch. Diese erste Ehe wird von McLain mit viel Liebe zum Detail dargestellt und lässt sowohl Hadley als auch Ernest zum Vorschein kommen und für den Leser greifbar werden. Auch die Zeit wird eindrucksvoll beschrieben: das Paris der 20er Jahre, das Leben der Künstler, auf die Hadley trifft… all das wird von der Autorin zu einer angenehm lesbaren und unterhaltsamen Geschichte verwoben. Natürlich sollte man schon Interesse an Hemingway als Person haben, um dieses Buch in vollen Zügen genießen zu können, aber auch ohne großartiges Vorwissen kann man das Buch lesen. Für den Einstieg habe ich ein wenig gebraucht, sobald dieser hinter mir lag, habe ich die Lektüre aber sehr genossen.

    Interessant war auch, dass einige Passagen aus Ernests Sicht geschrieben waren (wenn auch nicht in der ich-Form). So wurden die Lücken gefüllt, die Hadley nicht füllen konnte. Diese Abschnitte fand ich durchaus gelungen, da sie Einblicke in Ernests Gedankenwelt brachten. Gerade weil seine Perspektive wesentlich schwerer nachzuvollziehen war und er auch eine sehr schwierige Person gewesen zu sein scheint, fand ich den Perspektivwechsel sinnvoll. Auch zu seinen Werken finden sich einige interessante Stellen im Buch, wenngleich Hadley doch die Hauptperson ist und sein Schaffen eher hintenansteht. Jedenfalls hat das Buch mir spontan Lust gemacht, „Paris – Ein Fest fürs Leben“ und „Fiesta“ zu lesen.

    Am Ende gibt es für den interessierten Leser auch noch ein Kapitel zu den Quellen sowie ein Interview mit der Autorin, die das Buch noch abrunden. Wer also Interesse hat, nach der Lektüre noch ein wenig weiterzuforschen (und das halte ich für nicht unwahrscheinlich), bekommt die Gelegenheit dazu. Hier wird auch noch einmal klar, dass sich durchaus einige Fakten im Buch versteckt haben und sich die Autorin viel Mühe mit der Recherche gegeben hat.

     Fazit: Gut geschriebener Roman über Hadley Richardson und Ernest Hemingway – zwei interessante Persönlichkeiten, die in einer interessanten Zeit gelebt haben.

  7. Cover des Buches Schindlers Liste (ISBN: 9783570300046)
    Thomas Keneally

    Schindlers Liste

     (279)
    Aktuelle Rezension von: CarinaElena

    Es gibt schon so viele Rezensionen, da weiß ich gar nicht was ich noch neues schreiben soll was man noch nicht gelesen hat. Habe zuerst das Buch gelesen und dann den Film geschaut und beides hat mich so erschüttert. Finde es auch sehr schwer ein solches Werk zu kritisieren (egal ob positiv oder negativ), daher werde ich mich da kurz halten. Für mich sollte dieses Buch auch als Schullektüre eingeführt werden, sodass die Geschichte niemals in Vergessenheit gerät.

    Der Autor führte viele Gespräche mit Weggefährten und Fachleuten und vermeidet es, Lücken mit erfundenen Informationen zu füllen. Man lernt Oskar Schindler kennen, einen Mann den man so schnell nicht vergessen wird.

    Ich kann jedem, der sich für das Thema Holocaust interessiert, nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Auch der Film ist ein Meisterwerk für sich, aber das Buch sollte man dadurch nicht unbeachtet lassen. Wunderbar, ergreifend und  erschreckend mit jedem Wort, das auf den Seiten steht. Alleine dieses Buch sollte uns zeigen, dass so etwas nie wieder passieren darf! Und gleichzeitig zeigt es auch, wie wahr der hebräische Spruch ist, welcher einige Male im Buch Erwähnung findet:

    "Wer auch nur ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt."

  8. Cover des Buches Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte (ISBN: 9783992001521)
    Emily Walton

    Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte

     (48)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Dieses Buch handelt von Fitzgerald nach dem großen Roman "Der große Gatsby". Er erhoffte sich durch den Roman der neue Star der amerikanischen Literatur zu sein, doch die Verkaufszahlen sind nicht so hoch wie erwünscht und die Resonanz ist eher durchschniittlich. Er und Zelda ziehen zu den Murphys an die Riviera, um Abstand von Paris und dem Sauffreunden zu erreichen. Damit Fitzgerald an seinem neuen Roman arbeitet, Zelda zu Kräften kommt und sie sich wieder als Paar annähern.

    Doch nichts dergleichen geschieht. Fitzgerald kann seine Energie nicht bündeln für den Roman lenkt sich mit Saufen und Streichen mit MacArthur. Sein Verhalten wird immer schlimmer, so dass er von seinen Freunden ausgegrenzt wird. Dabei versucht er durch negative Verhaltensweisen Aufmerkasamkeit zu erlangen, da Hemmingway der neue Star an der französichen Riviera ist.  Die Murphys wissen das Potenzial von Hemmingway zu schätzen und Fritzgerald tritt immer mehr in den Hintergrund der Aufmerksamkeit.

    Darüber hinaus wird die körperliche und geistige Gesundheit von Zelda immer schlechter. Sie kann kein zweites Kind bekommen. Sie leidet an undiffinierten Unterleibsbeschwerden und erhält eine Blinddarm- OP. Jedoch können ihre Beschwerden trotzdem nicht gelindert werden.

    Darüber hinaus wird in diesem Buch sehr ausführlich über das selbstzerstörerisches Verhalten /destruktives Verhalten des Ehepaars Fitzgerald porträtiert. Ich empfinde es schon extrems pathologisch und es wundert mich nicht, dass Scott Fitzgerald in die Depression abdriftet und Zelda in die Schizophrenie.

    Alles in allem habe ich von dem Buch zuerst etwas anderes erwartet. Es ist kein Roman. Es findet keine wörtliche Rede/ Dialoge statt. Sondern es wird alles eher nacherzählt. Als Leser merkt man, dass die Autorin sehr gut und intensiv recherchiert hat. Jedoch empfand ich das Buch stellenweise etwas trocken.

    Von daher kann ich es nur Fans empfehlen, die sich intensiver mit Fitzgeralds Leben auseinander setzen wollen.

  9. Cover des Buches Aleph (ISBN: 9783257242423)
    Paulo Coelho

    Aleph

     (146)
    Aktuelle Rezension von: Karolina_B

    Der spirituelle Roman war sehr spannend, doch leider nicht von Anfang an. 

  10. Cover des Buches Ein ungezähmtes Leben (ISBN: 9783453355620)
    Jeannette Walls

    Ein ungezähmtes Leben

     (136)
    Aktuelle Rezension von: maledictusm

    Die Autorin hat über ihre Großmutter geschrieben. Das Buch wurde auf "ich" Form geschrieben. Lily, die Großmutter der Autorin, ist eine sehr starke Frau Sie besuchte Kloster Schule bis ihr Vater das Geld für Hunde kaufen gegeben hat. So beginnt die Geschichte.  Das Buch ist geteilt in 9 Kapitel. In jeder Kapitel erfahren wir mehr über die Erfahrungen der Großmutter von Autorin. Man kann beim Lesen viel über die USA Anfang 20.Jahrhunderts lernen. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

  11. Cover des Buches Buntschatten und Fledermäuse (ISBN: 9783442152445)
    Axel Brauns

    Buntschatten und Fledermäuse

     (173)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die letzten Seiten möchte man am liebsten möglichst lange hinauszögern, um nicht Abschied nehmen zu müssen von diesem wunderbaren Buch. Es hat mich gefesselt, berührt, traurig gemacht, aber vor allem auch sehr erheitert. Mit den wunderbaren Beschreibungen aus seiner andersartigen Welt gewinnt man dieses einzigartige und freundliche Wesen einfach lieb. Jemandem, dem der Zugang zur Gefühlswelt der genannten Buntschatten (die sympathischen Menschen) und der Fledermäuse (die unsympathischen) weitestgehend rätselhaft erscheint, und dem es trotz grosser Kommunikations-Schwierigkeiten bis hin zur völligen Sprachlosigkeit dennoch gelingt, auf unübertreffliche Weise die eigene, differente Perspektive so herrlich zu beschreiben, der verdient grosse Hochachtung.

    Mit viel Humor, Aufrichtigkeit und ganz eigenen Wortschöpfungen vermag Axel Brauns einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern! Danke für dieses grossartige Lese-Erlebnis und den wunderbaren Einblick in eine andere Welt.

  12. Cover des Buches Into the Wild (ISBN: 0385486804)
    Jon Krakauer

    Into the Wild

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Tulpen

    Jon Krakauer nimmt sich in seinem Roman dem Aussteiger Chris McCandless an, der in den Weiten Alaskas die Einsamkeit suchte und hier ein tragisches Ende fand.

    Die Geschichte gliedert sich in mehrere Teile. Zuerst beschreibt Krakauer Chris McCandless' Persönlichkeit und seine Motivation, sich immer wieder von den Menschen abzuwenden und Zuflucht in der Natur zu suchen. Anschließend vergleicht er McCandless mit anderen Aussteigern und Abenteurern. Der letzte Teil erzählt detailliert von seinem letzten Trip nach Alaska und die Umstände, die letztlich zu seinem Tod führten.

    Ich kannte Chris McCandless nicht, deshalb ist meine Rezension ein bisschen spekulativ. Ich habe jedoch den Eindruck, dass es Jon Krakauer sehr gut gelungen ist, den Protagonisten zu beschreiben. Als einen sehr sensiblen, vielseitig begabten und sehr sympathischen Mann, der sich stets anders gefühlt hat als die anderen und deshalb Probleme hatte, sich in eine dauerhafte Gemeinschaft einzufinden. Nichtsdestotrotz suchte er auch immer wieder die Nähe von Menschen und nutzte seine langen Auszeiten in der Wildnis als Ruhepausen, nach denen er sich wieder nach Gemeinschaft sehnte und in die Zivilisation zurückkehrte. 

    McCandless wurde im Nachhinein vielfach angefeindet und als "dumm", "schlecht vorbereitet" und "selbst schuld" bezeichnet. Es gefällt mir gut, dass Jon Krakauer hier seine Verteidigung übernimmt und genau beleuchtet, dass Chris vielleicht etwas blauäugig an seine Abenteuer herangegangen ist, aber keinesfalls unvorbereitet war, was zum Beispiel Kenntnisse der Natur und Überlebensstrategien anging.

    Was mir an dem Buch überhaupt nicht gefällt, ist der Vergleich mit anderen Abenteurern und Aussteigern. Vor allem, da die Motivation der anderen ausgewählten Figuren eine gänzlich andere ist, z:B. Erfahrungen sammeln wie das Leben in der Steinzeit gewesen ist oder einen sehr hohen gefährlichen Berg besteigen und dabei seine eigenen Grenzen zu überwinden, ist es als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Genauso gut (oder besser) würde ein Vergleich mit einem sehr sensiblen Menschen passen, der sich von den Menschen zurückzieht und sein Leben in Einsamkeit mit Malerei oder sonstigem verbringt. Ich habe hier den Eindruck, diese ausschweifenden Nebengeschichten dienen vor allem dazu, den Autoren auch mitspielen zu lassen, denn er vergleicht McCandless auch mit sich selbst. Auch für den Erzählfluss wirkt dieser Teil des Buches für mich wie ein Bruch und ausgesprochen störend.

    Der Roman ist auf dem Poster der 99 Bücher, die man gelesen haben muss, aufgeführt. Das finde ich übertrieben und weiß nicht, welche Motivation dahinter gesteckt haben mag. Auch wenn Chris McCandless zweifellos ein sehr besonderer Mensch war und Krakauer ihm wahrscheinlich sehr gerecht wurde und eine wunderbare Erkenntnis mitliefert:

    "I think maybe part of what got him into trouble was that he did too much thinking."




  13. Cover des Buches Nellie Bly (ISBN: 9783280057155)
    Nicola Attadio

    Nellie Bly

     (24)
    Aktuelle Rezension von: HEIDIZ

    Gebundene Ausgabe: 214 Seiten

    Verlag: Orell Füssli Verlag; Auflage: 1 (11. Oktober 2019)

    ISBN-13: 978-3280057155

    PREIS: 20 Euro

     

    Dieses Buch ist die Biografie einer furchlosen Frau und Undercover-Journalistin !!! (so der Untertitel)

     

    Das Buch ist gegliedert in 10 Kapitel und einen Epilog.

     

    Wir befinden uns im Jahr 1887 - es ist Herbst und wir lernen den Chefredakteur der Pulitzer Zeitung "New York World" John Cockerill kennen. Eine junge Frau - Elizabeth Cochran - klopft an dessen Tür und möchte als Reporterin eingestellt werden. Elizabeth ist keine andere als Nellie, die unter diesem Pseudonym für den "Pittsburgh Dispatch" schreibt.

     

    Sie trägt ihre Idee vor, undercover aus der Irrenanstalt Blackwell´s Island über die dortigen Zustände zu berichten. Die Redaktion ist begeistert und lässt sie machen. Diese Reportage soll - damals war das noch nicht klar - in die Historie des Journalismus eingehen. Nellies Karriere kann beginnen ...

     

    Sie reist um die Welt und ist der Albtraum jedes korrupten Menschen - von Politikern und Wirtschaftsbossen .... die von Männern dominierte Pressewelt ist im Aufruhr ....

     

    Nach Jahren heiratet Nellie und arbeitet schließlich als Managerin eines Industriekonzerns. Die, die sie als ihre engsten Vertrauten ansieht, denen sie vertraut, hintergehen sie. Der Journalismus hilft ihr in dieser schweren Zeit. Nellie geht nach Europa - sie berichtet vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges - sie wird vier Jahre an der Ostfront sein und von dort berichten.

     

    Sie hinterfragte stets die Zustände, über sie berichtete. Nellie wird zur Ikone ihrer Zeit, zum Vorbild nicht nur der Frauenwelt und zur Pionierin - sie steht für die Generation Frau ihrer Zeit.

     

    Leseprobe:
     ========

     

    Im Saal herrscht der übliche Lärm der Börsenmärkte. Doch dann verkündet eine Stimme: "Da ist Nellie Bly!", und plötzlich wird es merkwürdig still. Alle Anwesenden drehen sich nach ihr um, nehmen den Hut ab, und ein riesiger Applaus bricht aus. ...

     

    Sehr anregend, kurzweilig, informativ und spannend lebendig geschrieben hat mich diese Biografie einer wirklich mutigen Frau, die ihren Weg unbeirrt ging, begeistert. Nicola Attandio, die Autorin hat es geschafft, mich mitzunehmen in die Zeit und zur Person der Nellie Bly, hat es geschafft, einen authentischen Blick in die Historie und hinter die Kulissen des damaligen Journalismus zu gestatten und mich bestens unterhalten.

     

    Wundervolles Buch - gelungene Publikation !!!

  14. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

     (109)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  15. Cover des Buches Dschungelkind (ISBN: 9783426784747)
    Sabine Kuegler

    Dschungelkind

     (593)
    Aktuelle Rezension von: Fuexchen

    Was uns unvorstellbar erscheint – Sabine Kuegler hat es erlebt: Als Tochter deutscher Forscher verbrachte sie ihre Kindheit mitten im Dschungel von West-Papua, bei einem vergessenen Stamm von Kannibalen.
    Bis sie siebzehn war, kannte sie keine Autos, kein Fernsehen und keine Geschäfte. Sie spielte nicht mit Puppen, sondern schwamm mit Krokodilen im Fluss – und erlebte schon früh die alten Rituale des Tötens. Die Natur war ihr Spielplatz, der Dschungel ihre Heimat, der Himmel ihr Dach.

    Eigentlich lese ich eher keine Biografien, aber diese hier hat mich echt neugierig gemacht. Ihre Erlebnisse sind einfach sensationell, teils erschreckend, teils interessant, aber sie sind es auf jeden Fall wert, erzählt zu werden.

    Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Es ist in der Ich-Form erzählt und ließ mich eher an ein Tagebuch denken, als an ein Buch.
    Umso besser konnte ich mich hineinversetzen und war gefesselt von ihrer Erzählung.

    Zum Ende hin ging es mir jedoch viel zu schnell. Da hatte ich das Gefühl, sie will zum Ende kommen. Vielleicht wäre ein Schnitt besser gewesen, um die weiteren Erlebnisse in einer Fortsetzung zu erzählen.
    Diese gibt es wirklich und irgendwann werde ich sie sicherlich lesen.

    Insgesamt ein wirklich interessantes Buch, das mir die Tür zu einer anderen Welt geöffnet hat. Von mir gibt es vier Sterne.

  16. Cover des Buches Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben (ISBN: 9783423280716)
    Matt Haig

    Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

     (271)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Matt Haig leidet seit Jahren an Depressionen und Panikattacken. Diese Themen werden immer wieder in seinen Büchern thematisiert, so wie auch in diesem Buch. Matt Haig wollte sich von einer Klippe stürzen, jedoch wurde er von dem Gedanken abgehalten, dass er überlebt und somit eine schwere Behinderung hat. Seitdem lebt er mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern zusammen. In diesem Buch nennt er viele Gründe, wofür es sich wirklich und wahrhaftig zu leben lohnt.

    Ich habe bereits einige Bücher von Matt Haig gelesen und gerade weil er über Themen wie Depressionen und Panikattacken schreibt, hat er sich in mein Herz geschrieben. Ich finde es richtig gut, wenn Menschen immer mehr solche sensiblen und wichtigen Themen mit in ihre Bücher einbauen und ihnen somit die Möglichkeit geben ein weiteres Tabuthema zu brechen. Egal, welche Bücher Matt Haig bisher geschrieben hat, bisher habe ich mich immer total von ihm verstanden gefühlt.

    Ich bin jemand, der selber mit Depressionen zu kämpfen hat und dadurch finde ich, dass ich sagen kann, dass dieses Buch total authentisch und realistisch geschrieben wurde. Er beschreibt, wie es ist, gegen diese Erkrankung zu kämpfen und was es heißt, immer wieder gegen diese anzukämpfen. Dieses Buch ist meiner Meinung nach für jeden etwas und gibt jedem Hoffnung. Wenn es einem mal nicht so gut gehen sollte, kann man sich durch dieses Buch eine Portion Motivation holen.

    Besonders toll finde ich auch die kleinen Kapitel, in denen er über Dinge wie ,,Wie man für jemanden mit Depressionen und Ängsten da ist‘‘ schreibt und somit auch Menschen, die nicht davon Betroffen sind, geholfen werden kann. Generell würde ich dieses Buch jedem Menschen empfehlen, egal, ob man von diesen Erkrankungen betroffen ist oder eben nicht. Jeder kann aus dem Buch etwas für sich mitnehmen.

    Bei diesem Buch hatte ich so viele Momente, in denen ich mich einfach wiedergefunden habe. In denen ich das Gefühl hatte, der Autor würde ein Buch über mich schreiben. Ich finde es so toll, dass so viele Gedanken auch von anderen mit in dieses Buch eingeflossen sind, da sie diese von so vielen Menschen wiederspiegeln. Durch dieses Buch fühlt man sich nicht mehr allein, man fühlt sich verstanden. Wenn ihr diese Krankheit ein wenig mehr verstehen wollt, solltet ihr euch das Buch zur Hand nehmen und euch damit intensiv auseinandersetzen. Es lohnt sich wirklich!

    Den Schreibstil von Matt Haig kenne ich bereits aus anderen Büchern, jedoch konnte er mich auch in diesem Buch wieder komplett mit seiner unglaublich tollen Schreibweise überzeugen. Matt Haig hat einen flüssigen, fesselnden und teilweise auch echt poetischen Schreibstil, der dafür sorgt, dass man regelrecht an den Seiten klebt. Das Buch lässt sich total angenehm lesen und man will es nicht aus der Hand legen. Auch der Lesefluss wird hierbei in keiner Weise gestört.

    ,,Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben‘‘ ist ein wahnsinnig tolles Buch, wofür sich jeder Euro lohnt. Dieses Buch hilft einem sich selber ein bisschen besser zu verstehen und für sich selbst Verständnis zu schaffen. Matt Haig schenkt uns mit diesem Buch eine große Portion Hoffnung und Mut und das brauchen auch wir Menschen, die an diesen unglaublich blöden Erkrankungen leiden müssen.

  17. Cover des Buches Ich, Adrian Mayfield (ISBN: 9783836957328)
    Floortje Zwigtman

    Ich, Adrian Mayfield

     (85)
    Aktuelle Rezension von: katiandbooks
    Der 16jährige Adrian Mayfield lebt mehr schlecht als recht im London des 19. Jahrhunderts. Von 7 bis 21 Uhr arbeitet er in einer Herren-Boutique und teilt sich ein Zimmer mit seinen beiden Kollegen, mit denen er auch seine spärliche Freizeit verbringt. Eines Tages betritt ein außergewöhnlicher Kunde den Laden. Adrian freundet sich mit ihm an, wird in die Londoner High Society eingeführt, kündigt seinen Job und arbeitet als Kunstmodell bei einem reichen jungen Maler. Währenddessen stellt Adrian nach und nach fest, dass er eine Vorliebe für Männer hat...

    Ich habe das Buch für eine Lese-Challenge ausgesucht, bei der ich dieses Jahr mitmache (so wie die meisten anderen Bücher, die ich dieses Jahr rezensiere auch). Der Punkt war ein Buch zu lesen, mit einem Protagonisten, "der eine andere sexuelle Orientierung hat als Du". Also habe ich hier bei lovelybooks.de nach "Homosexualität" gesucht und bin auf Ich, Adrian Mayfield gestoßen.

    Dieses Buch ist der Auftakt einer dreiteiligen Reihe über den jungen Adrian Mayfield, der eigentlich nur auf der Suche nach der Liebe ist. Schwierig genug, wenn man plötzlich feststellt, dass man sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt - noch schwieriger, weil "Sodomie" zu seiner Zeit noch unter Strafe gestellt wurde. 

    Das Buch nimmt sich diesbezüglich viel Zeit, gibt dem jungen Adrian viel Raum, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, ein "warmer Bruder" (wie er sich selbst bezeichnet) zu sein, was ich sehr schön fand. Als er es schließlich akzeptiert, ist es auch nicht mehr der Rede wert und wird als selbstverständlich angesehen, was ich ebenfalls als sehr angenehm empfand. Es ist keine Geschichte über einen Mann, der sich unbedingt in einen anderen Mann verlieben will, sondern einfach eine Geschichte über einen Mann, der sich verlieben will.

    Der Schreibstil ist sehr schön, sehr leicht. Da Adrian aus dem "einfachen Volk" kommt, ist seine Sprache nicht steif oder angestrengt, sondern locker und wirklich gut zu lesen. Das einzige, was mich gestört hat, waren die doch sehr anstrengenden Längen. Da nützte auch der schöne Schreibstil nichts mehr - einige Seiten habe ich nur überfliegen können, z. B. als ein Gedicht 6 Seiten lang durchgekaut wurde... Das war mir einfach zu viel.

    Der Roman wird übrigens als Jugendbuch verkauft. Ich selbst würde es aber nicht unbedingt als Jugendbuch bezeichnen, einfach, weil der Schreibstil zwar leicht und sehr gut lesbar ist, aber nicht "jugendlich" genug (ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll). Ja, der Protagonist ist erst 16 Jahre alt, aber in der Zeit, in der er lebt, gilt man mit 16 schon als erwachsen, und auch sonst ist die Geschichte meiner Meinung nach eher etwas für Erwachsene, und ich meine nicht unbedingt die Schilderungen der sexuellen Handlungen (wobei die auch nur ein sehr kleinen Teil der Handlung einnehmen). Ich würde es einfach nicht als eine typische Jugendbuch-Geschichte bezeichnen, daher finde ich die Kategorisierung etwas unglücklich gewählt. Bei mir läuft es unter "Drama" ;)

    Fazit: ein schönes Buch, eine sympathische Hauptfigur, ein bisschen Geschichte, mit ein paar Längen (wenn es Längen hat, dann wirklich sehr anstrengende). Letztendlich aber einfach eine schöne Geschichte. Ein kleines Sternchen weniger wegen der Längen, aber jedes andere der 4**** kommt von mir von Herzen :) 
  18. Cover des Buches Und Marx stand still in Darwins Garten (ISBN: 9783548290614)
    Ilona Jerger

    Und Marx stand still in Darwins Garten

     (137)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    Karl Marx war ein deutscher Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker, politischer Journalist, Historiker, Protagonist der Arbeiterbewegung sowie Kritiker des Kapitalismus und der Religion. Bekannt geworden ist er vor allem als Verfasser von DAS KAPITAL. Im Laufe seines Lebens reiste Marx durch viele Teile Europas, bis er 1849 gezwungen war in London ins Exil zu gehen. Die britische Staatsbürgerschaft wurde ihm verweigert. Er starb 1883 in London.
    Charles Darwin war ein britischer Naturforscher. Er gilt wegen seiner wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler.
    Ob Marx tatsächlich still in Darwins Garten stand oder ob die beiden tatsächlich ein gemeinsames Abendessen verbracht haben, wie es Ilona Jerger in ihrem Roman beschreibt ist nicht. überliefert. In UND MARX STAND STILL IN DARWINS GARTEN treffen Fiktion und Realität aufeinander. Ilona Jerger beschreibt die letzten Jahre zweier alter Herren, die durch den Arzt Doktor Beckett (eine fiktive Person) verbunden werden. Darwin stellt dabei die Hauptperson dar, ihm sind die meisten Seiten gewidmet, aber natürlich kommt auch Marx nicht zu kurz.
    In einem angenehmen Schreibstil, mit dem einen oder anderen Augenzwinkern, der es dem Leser erleichtert sich im ausgehenden 19. Jahrhundert zurecht zu finden, schreibt Ilona Jerger über Evolution und Glauben, über den Kampf der Arbeiterklasse, über Rankenfüßer und Regenwürmer. Neben Marx und Darwin haben auch andere Zeitgenossen (Engels, Liebknecht …) kleine Auftritte und ehe man es sich versieht ist das kurzweilige Buch beendet, ohne großer Dramatik, aber doch sehr gefühlvoll (sofern man das bei solchen Originalen wie Marx und Darwin sagen kann).
    Ein Buch, das den Leser dazu verleitet mehr über Marx und Darwin zu erfahren.



  19. Cover des Buches Zwei bemerkenswerte Frauen (ISBN: 9783328102540)
    Tracy Chevalier

    Zwei bemerkenswerte Frauen

     (82)
    Aktuelle Rezension von: MartinA

    Zwei bemerkenswerte Frauen beschreibt nun, mit einigen künstlerischen Freiheiten, die Freundschaft der beiden sehr unterschiedlichen Frauen. Der Vergleich mit Jane Austen liegt nahe, doch unterscheidet sich Chevaliers Werk von der Autorin, obwohl … Jane Austen und Fossilien, wäre fast schon treffend. Wobei auch die Anmerkung erlaubt sein darf, dass die angedeutete Liebesgeschichte nicht vorhanden ist, sondern nur Beiwerk ist und die beiden Frauen und ihre Faszination für Kuris (Fossilien) im Vordergrund stehen.
    Chevalier versetzt uns in eine vergangene Zeit, aber so detailorientiert, dass man glauben könnte selbst auf Fossiliensuche am Strand zu sein.
    Chevalier lässt beide Protagonistinnen zu Wort kommen und man erkennt schnell welches Kapitel welchen Charakter beschreibt. So erhält die Geschichte durch ihre beiden Protagonisten Tiefgang.
    Zwei bemerkenswerte Frauen ist eine interessante, nie langweilig werdende Geschichte, die vielleicht nur dann enttäuscht, wenn man ein kleines Liebesdrama erwartet. Gefühle spielen natürlich eine Rolle, aber Fossilien ebenso und natürlich das Lebenswerk zweier wirklich bemerkenswerter Frauen.

  20. Cover des Buches Sunset (ISBN: 9783492274180)
    Klaus Modick

    Sunset

     (51)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die beiden Zeitgenossen Lion Feuchtwanger und Bertold Brecht verband nicht nur ihr schriftstellerisches Schaffen sondern vielmehr eine tiefe Freundschaft. Trotz grossen Gegensätzen haben sich die beiden gegenseitige immer wieder inspiriert. In dieser feinsinnigen und stillen Erzählung von Klaus Modick verwebt sich Vergangenheit und Gegenwart. Lion Feuchtwanger erinnert sich in seinem Haus am Meer Kaliforniens an die wunderbare Zeit mit seinem Weggefährten und die Nachricht vom Tode Brechts, der um einige Jahre jünger war als er selbst, trifft ihn schwer. Im Inneren oft als eigenen Sohn betrachtet, führt er geistige und träumerische Zwiegespräche mit seinem fernen Freund.

    Lion Feuchtwanger reflektiert aber auch über seine literarische Arbeit, über die Umstände der Zeit, die Geschichte Israels und Palästinas und die persönlichen und weltpolitischen Katastrophen. Er hat keine Wahl, wie Klaus Modick schreibt, sondern er muss sich der Wahrheit stellen, da er an den Sieg der Vernunft glaubt.

    Ein kleines Meisterwerk, das wie ich finde, sehr lesbar und lehrreich ist, in einer gepflegten und aussergewöhnlich schönen Sprache, die jeden Satz zu einem Lesegenuss macht.

  21. Cover des Buches Little Women (ISBN: 9781519209917)
    Louisa May Alcott

    Little Women

     (144)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Man lernt nach und nach jede der vier Schwestern kennen und jede ist auf ihre ganz eigene Art sympathisch. Ich finde es toll wie verschieden alle sind und doch so wundervolle Menschen, dass das Buch irgendwie gute Laune macht, wenn man davon liest wie sie zusammenhalten als Familie und was sie alles erleben.  Dennoch hat mir eine richtige zusammenhängende Handlung gefehlt. Jedes Kapitel kann theoretisch auch für sich als kleine Geschichte gelesen werden, auch wenn sie sich im Laufe des Buches leicht weiterentwickeln. Jedoch konnte mich die Handlung nicht immer packen. Für zwischendurch immer mal wieder ein Kapitel im Alltag sind die Geschichten jedoch richtig süß und haben etwas lockeres und liebes. Es hat mih teilweise an Geschichten für Kinder erinnert, damit sie lernen gute Menschen zu sein und immer zusammenzuhalten und an andere zu denken.
    Letztendlich hat es sich für mich etwas gezogen und zwischendurch musste ich mich dazu zwinge weiterzulesen, obwohl ich wisse wollte ob da noch groß Veränderungen kommen. Es ist also eigentlich eine ganz süße Geschichte, aber ohne große Spannung.

  22. Cover des Buches Als Hemingway mich liebte (ISBN: 9783455000443)
    Naomi Wood

    Als Hemingway mich liebte

     (46)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1926 verbringen Ernest Hemingway und seine Ehefrau Hadley den Sommer in Antibes in Südfrankreich. Neben Cocktailpartys mit anderen aufstrebenden oder etablierten Künstlern verbringen sie die Tage mit Pauline "Fife" Pfeiffer, die Hadley eingeladen hat. Sie ist ihre Freundin und gleichzeitig die Geliebte ihres Ehemanns. Hadley hatte den Plan, Ernest mit der dauerhaften Anwesenheit von Fife und der unsäglichen Ménage-à-troi von ihr zu lösen, doch der Plan ging nach hinten los. Nach einem Ultimatum von 100 Tagen erfolgte die endgültige Trennung. Ernest heiratet Fife, doch auch sie wird mit ihm eine Ehe zu dritt führen, die deshalb ebenfalls zum Scheitern verurteilt ist.
    Insgesamt viermal wird Ernest Hemingway heiraten und keine seiner Ehefrauen, die mit seiner Untreue ganz unterschiedlich umgehen, glücklich machen.
    "Als Hemingway mich liebte" ist ein Roman über die vier Ehefrauen von Ernest Hemingway und sollte deshalb besser "Als ich Hemingway liebte" heißen. Aus der Perspektive aller vier Frauen werden chronologisch ihre Affären und Ehen mit Hemingway beschrieben, wobei in ihren Erzählungen Rückblenden in die Vergangenheit erfolgen, was mit Dopplungen einzelner Szenen verbunden ist.
    Alle Frauen scheinen dem Charme von Hemingway verfallen, dem es offenbar aufgrund seiner Ausstrahlung, schon als er noch nicht als Schriftsteller erfolgreich war, mühelos gelungen ist, unverhohlen mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig zu führen und von einer Ehe nahtlos in die nächste überzugehen. Leidtragende sind die Ehefrauen, die ihren Mann vor den Augen der anderen teilen müssen.
    Aufgrund der beschränkten Sicht der Ehefrauen und der ständigen Abwesenheit Hemingways erfährt man nur wenig über den Schriftsteller und Kriegsberichterstatter als Person. Seine Rastlosigkeit und Untreue werden damit genauso wenig erklärbar, wie seine Anziehungskraft, die die Frauen an ihn bindet. Auch wenn man die Gefühlswelt der Frauen nachempfinden kann, bleibt nicht nachvollziehbar, was sie an diesem Mann so faszinierend finden.
    Jede Frau ist unterschiedlich und geht anders mit Ernest um, leidet mehr oder weniger stark unter seinen Affären. Während Hadley eher reflektiert und nüchtern ist, erscheint Fife leidenschaftlich und besitzergreifend. Martha ist selbstbewusst und bietet Ernest die Stirn, lässt sich jedoch auch über sieben Jahre hinweg betrügen. Marys Sichtweise ist stark vom Tod Hemingways geprägt, so dass sie selbst reichlich blass und unscheinbar bleibt. Davon abgesehen ändern sich die Situationen der vier Frauen bis auf die Schauplätze nur marginal, was die Geschichte etwas ermüdend eintönig gestaltet.
    Ein wenig mehr Persönlichkeit Ernest Hemingways, zu seinem Schreiben und Wirken als Schriftsteller und Kriegsberichterstatter, mehr Alltag aus den Ehen und weniger Erniedrigung der Frauen hätten diesem fiktiven Roman, der aufgrund der Recherchen sicher nah am Leben von Hemingway und seinen Ehefrauen ist, gut getan. Nach meinem Empfinden wäre es besser gewesen, sich auf eine Ehefrau und eine Geliebte aus dem Leben Hemingways zu beschränken. So hätte der Roman mehr Tiefe erhalten und die Charaktere hätten nahbarer werden können.

  23. Cover des Buches Lady Africa (ISBN: 9783746632452)
    Paula McLain

    Lady Africa

     (68)
    Aktuelle Rezension von: monerl
    Stichworte:
    Romanbiografie, fiktionale Biografie, starke Frau, Kenia, Birtisch-Ostafrika

    Handlung 4 - Beryls Leben nur bis zur Überquerung des Atlantik
    Sprache & Stil 5 - schön und spannend zu lesen, tolle landschaftl. Beschreibungen
    Charaktere 5 - Personen aus Beryls Leben
    Spannung & Abenteuer 4 - spannend mit kleinen Längen
    Ende 3 - passend zum Prolog, dennoch recht abrupt

    Gesamtwertung
    4,2 / 5


    Fazit:
    Von der Mutter ver- und in Kenia dem Vater überlassen, wuchs Beryl ganz frei und glücklich auf einer Pferdefarm auf. Das änderte sich, als sie in die Pubertät kam und eine Anstandsdame eingestellt wurde, die Beryl auf das Leben einer britischen Frau vorbereiten sollte. Doch Beryl ließ sich nur bedingt etwas aufzwingen und rebellierte ihr Leben lang. Sie kämpfte für ihr Recht für die Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben, was im 20. Jahrhundert nicht gern gesehen und verurteilt wurde.

    In diesem Roman bringt die Autorin den Leser*innen die starke und selbstbewuste Frau näher, die später als die Frau in die Geschichtsbücher eingeht, die als erste Frau den Atlantik in Ost-West-Richtung überflogen hat. Doch dies ist kein “Fliegerbuch”, denn das Buch endet genau damit.

    Paula McLain schreibt über Beryls Kindheit und ihren Weg als erste lizenzierte Trainerin für Rennpferde bis zur Fliegerei. Sehr spannend und sehr intensiv begleitet man die Protagonistin auf ihrem steinigen und oftmals sehr schmerzhaften Weg. Ich habe einiges über die Zeit der britischen Protektorate und Kronkolonien gelernt. Zudem bringt die Autorin den Leser*innen Kenia durch die wundervollen landschaftlichen Beschreibungen näher.

    Ich dachte jedoch, ich würde mehr über die Flugpionierin erfahren und war in dieser Hinsicht etwas enttäuscht. Zudem hätte ich mir auch mehr Informationen über die Politik und auch mehr Landschaftsbeschreibungen gewünscht.

    Nach der Lektüre informierte ich mich deshalb weiter und intensiver über Beryl Markham, ihr weiteres Leben und die britische Kolonialzeit. Insgesamt aber dennoch ein sehr lesenswertes Buch!
  24. Cover des Buches Paris, ein Fest fürs Leben (ISBN: 9783644043312)
    Ernest Hemingway

    Paris, ein Fest fürs Leben

     (152)
    Aktuelle Rezension von: Elina_moro

    Das ist Paris der 20er aus der Sicht von Hemingway, die Stadt, in der man ohne Geld leben, arbeiten und glücklich sein kann.

    „Paris hat nie ein Ende“
    Ich habe das Buch gerne gelesen. Das Buch ist persönlich, der Autor schreibt über seine Erfahrungen, Erlebnisse, seine Gefühle. Er offenbart dem Leser seine Sorgen über sein Privatleben. Er war glücklich in dieser Zeit, obwohl er nicht viel verdient hatte. Manchmal hatte er kein Geld fürs Essen. Aber er hatte etwas anderes, was ihn glücklich gemacht und ihm geholfen hat zu schreiben. Er beschreibt seine Jugend, seine Reisen in Europa und Beziehungen mit seiner Frau. Man erfährt einiges über F. Scott Fitzgerald und Ezra Pound. Es war für mich sehr interessant, Paris so zu sehen, wie Hemingway Paris gesehen hat.
    Paris ist ein Fest, dass immer mit dir bleibt.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks