Bücher mit dem Tag "bergsteiger"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "bergsteiger" gekennzeichnet haben.

58 Bücher

  1. Cover des Buches Das größere Wunder (ISBN: 9783423143899)
    Thomas Glavinic

    Das größere Wunder

     (170)
    Aktuelle Rezension von: Liebling_auf_ein_Buch

    Wirklich ein grandioses Buch. Spannend mit Tiefgang. Jede Zeile ist richtig und nicht zu viel.

  2. Cover des Buches Der Allesforscher (ISBN: 9783492306324)
    Heinrich Steinfest

    Der Allesforscher

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    Ein Genre-Mix, der halb enttäuscht, wenn man das eine Genre nicht mag

    Der 1961 in Australien geborene, aber in Wien aufgewachsene österreichische Autor veröffentlichte 1995 seine ersten Romane – meist Krimis, Sci-Fi-Erzählungen oder Surreales. Bis Ende der 90er Jahre lebte er in Wien als freischaffender Autor, heute in Stuttgart als Maler und Schriftsteller. Für seine Romane erhielt er mehrmals den dt. Krimipreis (2./3. Platz) und landete 2014 mit „Der Allesforscher“ auf der Longlist des Dt. Buchpreises.

    Inhalt (Klappentext): Bademeister ist Sixten Braun erst auf dem zweiten Bildungsweg geworden. Dazu brauchte es zwei beinahe tödliche Unfälle, eine große Liebe und eine lieblose Ehe. Aber all das musste wohl sein, damit er werden konnte, was er werden sollte – nämlich der Vater eines ganz und gar fremden Kindes ...

    Meine Meinung: Nach all den anderen Steinfest-Büchern, die ich dieses Jahr lesen durfte, bleiben nun (neben „Das grüne Rollo“) 2 magische Leckerbissen übrig, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe, v.a. weil dieser Roman ja auch 2014 auf der Longlist des dt. Buchpreises landete, was nicht immer ein Garant für Qualität darstellt, aber bei Steinfest-Büchern schon :)

    Ich habe im Vorfeld auch einige Rezis durchgelesen und der Grundtenor bei den Kritikern geht dahin, dass der Anfang ganz unterhaltsam und flott zu lesen sei, aber das Ende würde dann in Esoterik und Skurrilem verpuffen und ergebe keinen richtigen Sinn, fühle sich konstruiert an usw. Nun Eines kann ich dazu schon sagen: das sind vornehmlich die Leser, die leider mit dem Genre „magischer Realismus“ oder Surrealem in der Literatur nicht viel anfangen können. Im Nachwort erklärt Steinfest, dass er den Roman nicht an einem Stück geschrieben hat, und wenn man alle Steinfest-Bücher kennt, weiß man, dass sich Steinfest im Laufe seines Autorenlebens von realistischen Krimis zu eben magischem Realismus a la Murakami hinbewegt hat (siehe seine letzten Bücher, „Die Büglerin“ davon ausgenommen) und DAS ist eben einer der Gründe, wofür ich ihn liebe. Er hat also den Anfang zu einem früheren (Krimi-Zeitpunkt) geschrieben und das Ende später ergänzt.

    Daher war es bei mir genau umgekehrt: ich fand den Anfang eher etwas langweilig und mit dem zweiten Teil konnte der Autor bei mir wieder kräftig Punkte holen, denn hier wird es eben sehr surreal. Die große Spannung resultiert daher, dass man die ganze Zeit auf ein Zusammentreffen zweier Figuren wartet, hier wird man auch nicht enttäuscht, aber meine Erwartungen als Leser wurden dennoch nicht ganz erfüllt, weil eine bestimmte, sehr wichtige Sache nicht aufgelöst wird. Diese Sache ist zwar dem Leser bekannt, aber nicht den Figuren, und man möchte natürlich die Reaktion der Figuren miterleben.

    Fazit: Ein Roman, der sehr realistisch beginnt, dann aber in magischen Realismus übergeht; wer also seine Probleme mit dem Surrealen hat, sollte die Finger von diesem Roman lassen. Alle anderen werden nicht enttäuscht. Allerdings muss ich leider dennoch einen Stern abziehen, weil der erste Teil nicht zum Rest passen will, es ist, wenn man so will, ein Genre-Mix und man merkt es dem Roman an, dass seine beiden Teile zu unterschiedlichen Zeiten verfasst wurden. Dennoch sehr lesenswert!
  3. Cover des Buches Der Berg (ISBN: 9783453418493)
    Dan Simmons

    Der Berg

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Beust

    Dan Simmons gelingt mit „Der Berg“ ein beeindruckender Thriller: Der Berg, der Berg kann nur einer sein, nämlich der Mount Everest. Und dieser Berg ist ein so ernst zu nehmender Gegner, an dem nichts Weiches, Sanftes oder Menschenfreundliches ist, dass seine Erstbesteigung von den Herausforderern des Giganten wie ein Feldzug geplant und wie eine Belagerung durchgeführt wurde. Simmons lässt uns an mehreren gescheiterten Versuchen teilhaben und erzeugt eine atemberaubende Höhenspannung, die ihm ähnlich auch in „Terror“ gelungen ist, also seinem Roman in der Arktis, in dem ewige Nacht und eisige Kälte zu monströsen Gegnern anwachsen.

    Hier kommt die ganze Geschichte um die gescheiterte Mallory-Expedition dazu, deren Scheitern jahrzehntelang ein Rätsel blieb, aber spannend ist bis heute. Simmons packt sich die Mysterien der Everestexpeditionen und strickt daraus und aus seinem Plot – mit ziemlich coolen Charakteren – seine Steigleiter in den Berg.

    Ich hätte mehr nicht gebraucht und werde wohl „In eisigen Höhen“ von John Krakauer lesen, um noch einmal den Thrill dieses Berges in echt zu spüren.

    Simmons aber ist ein Thrillerautor, weshalb er leider eine Rahmenhandlung erfindet, die gelingt, aber eine Binnenhandlung einflicht, die – sozusagen ab einer Höhe von 7.300 Metern – noch eins draufzusetzen versucht. Eine Rezension muss vermeiden, den Clou eines Romans zu verraten, deshalb nur so viel: Dass Nazis eine Rolle spielen, ist recht früh klar – der Roman spielt 1924/25 kurz nach dem „Marsch auf die Feldherrnhalle“, und eine Szene im Bürgerbräukeller gibt es auch. Welche Rolle sie spielen, ist vollkommen unglaubwürdig und regelrecht lächerlich.

    Ach ja: Wer darauf hofft, dem Yeti zu begegnen, der wartet auf das Klischee. Und was Simmons zum Klischee meint, tja, der soll es selbst lesen.

    Auf 7.300 Metern abgestürzt, ein Jammer.


  4. Cover des Buches Tödliches Idyll (ISBN: 9783960874614)
    Rhys Bowen

    Tödliches Idyll

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Textgemeinschaft

    Der Schreibstil ist nett. Alles wird sehr beschaulich beschrieben. Fast wirken Ort und Personen ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Doch tatsächlich gibt es schon Computer :-) 

    Zwei Leichen werden gefunden. Aufgrund eines anderen Mordes legen die zuständigen Behörden keinen Wert auf nähere Ermittlungen. Doch der Constable Evans entdeckt Ungereimtheiten und geht denen nach. Als er Zusammenhänge findet, wird ihm das Ermitteln noch schwerer gemacht. Doch er gibt nicht auf. 

    Kurios sind die Namen. Soviele Evans mit Zusätzen wie Fleischer-, Milchmann etc. Land und Leute sind beschrieben, wie man sie sich in Serien wie Barnaby oder Morse vorstellt.

  5. Cover des Buches Alaska Wilderness - Verschollen am Mount McKinley (ISBN: 9783764170042)
    Christopher Ross

    Alaska Wilderness - Verschollen am Mount McKinley

     (32)
    Aktuelle Rezension von: RangerWilson
    .
  6. Cover des Buches Berg der Legenden (ISBN: 9783596703234)
    Jeffrey Archer

    Berg der Legenden

     (23)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    ist ein Roman über das Leben des englischen Bergsteigers George Mallory und seinem Traum Mitte der 1920er Jahre als erster Mensch auf dem Mount Everst zu stehen.

    Jeffrey Archer schreibt gewohnt flüssig und schafft es eine Zeit ohne GoreTex und moderner Hilfsmittel wieder auferstehen zu lassen. Der Leser erfährt vieles aus dem Leben von George Mallory und seiner Frau Ruth. Obwohl die Stimmung hervorragend eingefangen wird, Mr. Archer einen tollen Stil hat, schaffte er es nicht mich wirklich in die Geschichte eintauchen zu lassen. Vielleicht liegt es an der ausgedehnt erzählten Beziehung zu seiner Ruth!?

    Einen breiten Raum nehmen auch die Briefe von George an Ruth ein. Ich bedauere es sehr, dass es keinen Hinweis darauf gibt, ob diese Briefe der Fantasie des Autors entspringen oder ob es sich um echte Briefe handelt.

    In Summe ein lesenswertes Buch, das leider ein Längen hat. 


  7. Cover des Buches Das Dach der Welt (ISBN: 9783492502825)
    Mira Manger

    Das Dach der Welt

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Chronikskind

    Ich kenne bereits ein weiteres Buch aus der "Read! Sport! Love!"-Reihe, welches mir aber leider nicht so richtig gefallen hatte. Deswegen bin ich an dieses Buch hier mit sehr geringen Erwartungen rangegangen und war am Ende mehr als positiv überrascht.

    Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich wirklich gut lesen. Er hat es auch geschafft, die aktuellen Stimmungen der Geschichte super einzufangen, sodass ich immer mitgefiebert habe und auch die Emotionen der Charaktere gut spüren konnte. Zudem konnte ich mir das Setting rund um den Everst total gut vorstellen.

    Das Buch wird wechselnd aus den Sichten von Alicia und Robin erzählt - wobei wir da auch immer wieder Passagen aus der Vergangenheit dabei hatten. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil man so einen direkten Einblick in die Beziehung und die Probleme der beiden bekommen hat. Ich hätte mir aber gewünscht, dass sie ein bisschen chronologischer gewesen wären, weil ich so doch manchmal ein bisschen durcheinander gekommen bin.

    Die beiden Protagonisten haben mir gut gefallen, wobei ich Robin ein kleines bisschen mehr mochte als Alicia. Wahrscheinlich weil man den Eindruck bekommen hat, dass er die größere und weitreichendere Wandlung durchmacht.

    Auch die Nebencharaktere haben mir gefallen. Über den ein oder anderen hätte ich gerne noch ein bisschen mehr erfahren, ihre Handlungen konnte ich aber nachvollziehen.

    Die Handlung hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Man merkt von den ersten Seiten an, welchen Stellenwert der Sport im Leben der beiden Protagonisten einnimmt und er ist auch dauerhaft präsent. Das hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil man auch so viele Eindrücke bekommen hat. Die Handlung hat einige Höhepunkte und ich fand sie an keiner Stelle vorhersehbar - im Gegenteil, sie haben mich sogar extrem schocken können. Aber ich fand es gut, dass die Autorin auch auf diesen Aspekt eingeht, der bei einem solchen Sport eben auch immer präsent ist, und ihn nicht beschönigt.

    Ein bisschen mehr hätte ich mir noch zu Robins Problemen gewünscht - man bekommt zwar von der Vergangenheit einen guten Eindruck, aber in der Gegenwart ist das irgendwie nicht mehr Thema und fühlte sich ein bisschen unter den Tisch gekehrt an.

    Mein Fazit
     Der Debütroman der Autorin hat mich in seinen Bann gezogen und ich hab ihn praktisch in einem Rutsch verschlungen. Der Sport nahm in der Handlung sehr viel Raum ein und ich hab viele neue Eindrücke dazu sammeln können. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch ungeschönt die Schattenseiten, was zwar traurig war, ich an der Stelle aber passend fand. Die beiden Protagonisten haben mir gefallen, besonders Robins Wandlung.

  8. Cover des Buches In eisige Höhen - Das Drama am Mount Everest (ISBN: B002TZVZBC)
    Jon Krakauer

    In eisige Höhen - Das Drama am Mount Everest

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Guccini
    Ein Klassiker und sogar für Nichtleser ein f esselndes Werk.
  9. Cover des Buches Höhenangst (ISBN: 9783442054954)
    Nicci French

    Höhenangst

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Trikerin
    Cover:
    Imposant.Berge und Wolken.Bedrohlich und gleichzeitig wunderschön.

    Zum Inhalt:
    Alice und Adam laufen sich buchstäblich in die Arme.Liebe--Knall auf Fall.
    Alice verläßt ihren langjährigen Freund für Adam.Verläßt ihr ganzes bisheriges Leben.Es gibt für sie nur noch Adam und er beteuert seine Liebe zu ihr. Adam ist leidenschaftlicher Bergsteiger und Bergführer.
    Alice ist Wissenschaflerin und steht mit beiden Beinen im Leben.Doch sie verliert sich in dieser Liebe.
    Adam erzählt nicht viel von seiner Vergangenheit.Alice erfährt das es bei einer gefährlichen Bergtour einen fürchterlichen Unfall gegeben hat.Adam rettete vielen Menschen auf diesem Berg das Leben.Doch 5 Menschen starben.Angeblich ein Unglück.War es das?
    Er wird als Held gefeiert .
    Alice will alles erfahren.Doch je mehr Sie herausbekommt desto mehr Zweifel kommen ihr an Adam.Ist er wirklich ein Held?Was ist auf dem Berg geschehen?Sie hat einen furchtbaren Verdacht.Bewahrheitet er sich?Wenn ja dann ist Alice in höchster Gefahr.Wird ihr überhaupt jemand glauben?

    Mein Eindruck:
    Am Anfang dachte ich es wäre ein Liebesroman.Ich bin sehr froh dass ich das Buch nicht zur Seite legte.Denn es ist eine Liebesgeschichte mit Thriller.
    Spannend und mitreißend. Flüssiger Schreibstil.Sehr realistisch dargestellt.Ein Drama das mich mitgenommen hat.Teilweise könnte ich das Buch nicht mehr weglegen da ich unbedingt wissen musste wie es weitergeht.
    Sehr detailreich fand ich das Bergsteigen beschrieben.
    Der Thriller wurde in der Ich Form aus Alice Sicht geschrieben.Fand ich sehr gut.
    Das Ende war sehr dramatisch und für mich überraschend.Ich konnte mit Alice mitfühlen.Ich zitterte mit Alice.
    Lesenswert und Empfehlenswert
    Dafür 5 gute Sterne von mir
  10. Cover des Buches In eisige Höhen (ISBN: 9783492972857)
    Jon Krakauer

    In eisige Höhen

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Claudi1990

    Im Jahr 1996 steckte der Bergsteigertourismus am Mount Everest noch in seinen Kinderschuhen. Die beiden in der Szene bekannten Bergsteiger und -führer Rob Hall aus Neuseeland und Scott Fischer aus den USA erkannten das wirtschaftliche Potential um eine Mount Everest Besteigung und versprachen, zahlungsfähige (eine Besteigung kostete damals rund 65.000 US-Dollar) Kunden meist ohne große Erfahrungen am Berg auf das Dach der Welt zu führen. Nach wochenlanger Vorbereitung ging es Anfang Mai 1996 endlich los: die Bergsteiger (und solche, die es gerne wären) machten sich auf den langen, beschwerlichen Weg durch das Eis zum Gipfel des Mount Everests. Aufgrund menschlicher Fehlplanungen und mangelnder Unerfahrenheit in diesem Bergsteigertourismus führte ein plötzlich aufziehender Blizzard letztendlich dazu, dass die Gipfelbesteigung zu einem individuelle Todeskampf wurde, den nicht alle überleben sollten. 

    Der Journalist Jon Krakauer, der für das Bergsteigermagazin Outsider über seine Erfahrungen mit der Gipfelbesteigung und dem aufkommenden Tourismus am Mount Everest berichten sollte, verfasst über seine Erlebnisse in Form dieses Buches einen sehr aufwühlenden Bericht. Er schildet die Ereignisse der Gipfelbesteigung chronologisch und zeigt damit auf, wie ein Tag, der so euphorisch und voller Vorfreude begann, sich schleichend in eine Katastrophe wandelte. Das Buch mag literarisch kein Meisterwerk sein, aber selten hat mich ein Buch so bewegt und mitgenommen, eben weil man weiß, dass viele der genannte Personen an diesem verheerenden Tag am Berg ihr Leben ließen. Wer vom Mount Everest fasziniert ist (auch wenn ich selbst nie auf den Gipfel stehen möchte, finde ich den Berg und die Geschichten drumherum sehr faszinierend) oder wer den bewegenden Hollywood-Film "Everest" (2015) gesehen hat, kann ich diesen Kurzbericht sehr ans Herz legen. 

  11. Cover des Buches Das größere Wunder (ISBN: 9783833732935)
    Thomas Glavinic

    Das größere Wunder

     (6)
    Aktuelle Rezension von: NiWa
    Jonas ist ein etwas anderer Tourist. Denn er hat eine ganz besondere Umgebung für seinen Abenteuerurlaub gewählt: den Mount Everest.

    Gleichzeitig mit dem Aufstieg in die Todeszone kommen seine Erinnerungen hoch, die ihm gemeinsam mit dem Berg zu überwältigen drohen.

    Wer schon einmal ein Buch von Thomas Glavinic gelesen hat, weiß, dass man sich dabei immer auf ein besonderes Leseerlebnis einlässt. Mit einem einfachen Plot ist es bei Glavinic nicht getan und das ist auch hier der Fall.

    Jonas besteigt also den Mount Everest. Gemeinsam mit anderen Hardcore-Touristen schleppt er sich von Basislager zu Basislager, kämpft gegen Übelkeit und Erbrechen und später gegen Orientierungslosigkeit und Erfrierungen an. Und in einem der menschenfeindlichsten Gebiete der Welt, denkt er über sein bisheriges Leben nach.

    Ein Leben genauso besonders wie der Aufstieg selbst. Jonas ist in einem wohlbetuchten Haushalt aufgewachsen. Gemeinsam mit seinem Freund Werner hat er in absoluter Narrenfreiheit gelernt, gelebt, gelacht, jede Art von Unfug getrieben und der ganzen Umgebung oft boshafte Streiche gespielt. Dennoch musste auch er grausame Schicksalsschläge ertragen. Der unverständliche Tod seines Bruders Mike, die Abweisung durch die Mutter bishin zum Verlust seiner Lieben, der ihn als Erwachsenen nicht zur Ruhe kommen lässt.

    Getrieben von dem Bedürfnis da zu sein, gibt es keinen Ort, an dem er zu sich findet, bis er in einem magischen Augenblick Marie begegnet.

    Das Thema Mount Everest ist für mich immer wieder interessant. Kaum zu glauben, dass sich „normale“ Menschen monatelang darauf vorbereiten, den höchsten Berg der Welt zu erklimmen, dabei durch Erfrierungen abgetrennte Zehen und Finger und sogar den Tod riskieren, nur um abgekämpft am höchsten Punkt der Welt da zu sein.

    Und hier gönnt Thomas Glavinic dem Leser einen Blick auf eine dieser Personen, die sich statt des beschaulichen Strandurlaubs für einen Urlaub in der Todeszone entschieden hat. Dazu erschafft er einen selbstbewussten, undurchschaubaren Charakter. Jonas, der macht, was er will, Jonas, der dem Sinn seines Lebens hinterfragt, Jonas, der den höchsten Berg der Welt erklimmen will.

    Genauso interessant ist allerdings, wie Jonas eben diese Person geworden ist, denn all die bisherigen Ereignisse haben ihn genau hier her - auf den Mount Everest - gebracht.

    Grundmotiv der Erzählung ist wohl, was wäre, wenn man sich um finanzielle Angelegenheiten keine Gedanken machen müsste. Wie würde man sein? Was würde man tun? Worin läge noch ein Sinn? Denn wenn man sich kaum um etwas bemühen muss, könnte man es wahrscheinlich gar nicht mehr richtig genießen. So ist Jonas eher ein blasser Charakter, der nur mit den Fingern schnippt, um ein Blockhaus zu bauen, ein Museum zu gründen oder eine Yacht zu kaufen. Jedoch funktioniert das nicht, um den Gipfel des Mount Everest zu erreichen oder um die Liebe seines Lebens zu halten.

    Thomas Glavinic hat mit „Das größere Wunder“ wieder einen verstörenden Roman geschrieben, der ganz seinem bisherigen Werk entspricht. Dieses Buch stimmt nachdenklich, lässt philosophische Betrachtungen sprießen und beschäftigt sich meiner Meinung nach mit der Frage, was muss man tun, um da zu sein?

  12. Cover des Buches THE ASCENT - DER AUFSTIEG (ISBN: 9783958351936)
    Ronald Malfi

    THE ASCENT - DER AUFSTIEG

     (20)
    Aktuelle Rezension von: NiWa

    Tim Overleigh flieht vor den Dämonen der Vergangenheit und schließt sich einer Gruppe auf eine Tour in die Berge Nepals an. Während er von Erinnerungen und Selbstzweifeln gepeinigt wird, befindet er sich am bedrohlichsten Trip seines Lebens, weil nicht nur der Berg und die Kälte zur Gefahr werden.

    „The Ascent. Der Aufstieg“ ist ein (Horror-) Thriller von Ronald Malfi, der in die unwirtliche Gegend des Himalayas entführt.

    Tim schließt sich dieser Truppe von Bergsteigern an, die vom reichen Exzentriker Trumbauer zusammen gestellt ist. Trumbauer selbst zieht sich eher zurück, obwohl er aufgrund seines Status eindeutig den Ton angibt.

    Mittendrin ist Protagonist Tim Overleigh, der ebenso exzentrisch, wenn auch auf andere Weise ist. Tim hat es durch Bildhauerei einst zu Ruhm und akzeptablem Wohlstand gebracht. Allerdings quält ihn der Verlust seiner Frau dermaßen, dass er depressiv und lebensmüde wirkt. Dennoch schließt er sich der Eroberung des Berges an, weil er vom Geist der Vergangenheit getrieben ist. 

    Gleich zu Beginn taucht man in eine äußerst dramatische Szene ein. Protagonist Tim ist in Lebensgefahr. Er ist in ein Loch mitten in Eis und Schnee gerutscht, sein Bein ist gebrochen und der Knochen schaut zwischen dem Fleisch hervor. Schon mit diesem Einstieg hatte mich Malfi bei der Stange, obwohl die eigentliche Handlung noch gar nicht angefangen hat.

    Danach plätschert die Geschichte, weil man den Protagonisten in seinem Leid vorgestellt bekommt. Das Eisloch ist überwunden und man begleitet Tim während der Genesung. Er hat Zeit um über die Vergangenheit nachzudenken, er trauert seiner Frau nach, und reflektiert die eigene Schuld an den Ereignissen. 

    Auf diesen eher introvertierten Teil folgt der Abenteuer-Charme. Es geht auf nach Nepal, wo es geheimnisvolle Schluchten und Täler sowie uralte Legenden zu ergründen gilt. Dieser Hauptteil ist von dem Kampf mit dem Berg und gegen Eis und Schnee geprägt. Hier trifft realer Horror auf grausige Fiktion, wonach sie Hand in Hand Tims Gruppe und den Leser in Schrecken versetzen.

    Mir hat „The Ascent. Der Aufstieg“ richtig gut gefallen. Ich mag es, wenn es darum geht, Berge zu erklimmen, die Kälte zu überwinden und mit den passenden Steigeisen bewaffnet Fuß zu fassen. Ronald Malfi schildert den beschwerlichen Weg, die Anstrengungen und die Gruppendynamik, wie ich sie mir auf so einer Expedition vorstelle. 

    Zusätzlich streut er sanfte Mystery-Elemente ein, wobei es hier beim Leser liegt, sie als real zu betrachten oder als Hirngespinst abzutun.

    Die Handlung um den Berg ist vom Expeditionsleiter Trumbauer geprägt. Dieser Trumbauer ist reich, exzentrisch und er hat die Teilnehmer aus einer bestimmten Absicht heraus eingeladen. Worin diese Gründe liegen, ist ein weiterer Rahmen, der den Aufstieg und den Verlauf des Romans beherrscht.

    Zudem gibt es etliche Rückblenden auf Tims Ehe, die bisherige Karriere als Bildhauer und die Bekanntschaft mit Trumbauer. Diese Blicke in seine Vergangenheit mochte ich weniger. Sie fügen sich gut ins Gesamtbild ein und runden die Geschichte ab, dennoch haben sie die eisige Spannung am Berg eher gebremst als vorangebracht. 

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mit „The Ascent. Der Aufstieg“ fesselnde Lesestunden verbracht. Es war kalt, unheimlich und spannend, die Berge Nepals zu erkunden, die Gruppenmitglieder kennenzulernen und der Gefahr ins Gesicht zu sehen. Wer gern eiskalte Gipfel im Thriller- oder Horror-Genre stürmt, hat damit den richtigen Lesestoff parat.

  13. Cover des Buches Der Wolkentempel (ISBN: 9783499254307)
    Patrick Woodhead

    Der Wolkentempel

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Physsie

    Der Wolkentempel von Patrick Woodhead handelt von zwei britischen Extrembergsteigern, die ihren Versuch, einen Achttausender zu erklimmen abbrechen müssen. Dabei machen sie aber eine Entdeckung, die nicht zuletzt Grund dafür ist, dass sie sich erneut ins unwirtliche Tibet begeben. Ihnen fällt dort eher zufällig die Aufgabe zu, ein Kloster und den Vertreter des Dalai Lama vor den Chinesen zu beschützen und zu retten.
    Patrick Woodhead beschreibt die Bergsteigerszenen sehr plastisch und eindringlich. Man fühlt sich fast mit in die Seilschaft an den Berg versetzt. Auch die einzelnen Personen sind gut herausgearbeitet. Aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas, das den Roman zu etwas ganz besonderem gemacht hätte. Vielleicht liegt es daran, dass man zu wenig von Tibet und den Lebensumständen der Tibeter unter chinesischer Willkürherrschaft erfährt. Schade! Trotzdem hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Es ist sehr flüssig geschrieben und als Bettlektüre gut geeignet.

  14. Cover des Buches Der Aufstieg – In eisiger Höhe wartet der Tod (ISBN: 9783869525587)
    Amy McCulloch

    Der Aufstieg – In eisiger Höhe wartet der Tod

     (10)
    Aktuelle Rezension von: ViktoriaScarlett

    Nach dem Klappentext war ich Feuer und Flamme für die Geschichte, doch machte mir die Vorhersehbarkeit einen Strich durch die Rechnung. Im Text erfährst du mehr.

    Meine Meinung zur Geschichte:
    Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war meine Neugier für die Geschichte geweckt. Das gewählte Setting sagte mir sofort zu, denn es versprach Spannung und Nervenkitzel. Kurz nach dem Beginn stellte ich fest, dass die Autorin einen sehr bildhaften und emotionsgeladenen Schreibstil hat. Die Szenen wurden von ihr sehr eindrücklich und ausführlich beschrieben. 

    Schnell bekam ich ein Bild der Hauptprotagonistin Cecily, aus deren Sicht das Buch erzählt wurde. Ich stieg kurz vor dem Aufbruch auf den Berg in das Geschehen ein. Beinahe sofort wurde ein erstes Misstrauen bei mir geweckt. In meinen Augen stimmte da etwas nicht. Cecily war eine sympathische Protagonistin. Durch ihre Erinnerungen an Vergangenes und die Gedanken an die jetzigen Erlebnisse bekam ihr Charakter alsbald eine gewisse Tiefe. Die Autorin bemühte sich auch den anderen Expeditionsteilnehmer und- Teilnehmerinnen eine Persönlichkeit zu verpassen. Es gelang mal mehr, mal weniger gut. Durch die anderen Teams, mit denen unseres in Berührung kam, drohte ich den Überblick bei den Namen zu verlieren. Charles McVeigh konnte ich von der ersten Szene an nicht leiden.

    Im Basislager geschah der erste tragische Zwischenfall. Schon ab diesem Zeitpunkt wusste ich ganz genau, wer der Mörder war. Das nahm der Geschichte sehr viel an Spannung weg. Ich konnte nicht richtig mitfiebern, weil sich eine Vorhersehbarkeit entwickelte hatte. Ich wartete eigentlich nur noch darauf, dass noch jemand starb. Amy McCulloch konnte mich nicht hinters Licht führen, obwohl sie ihre Geschichte gut konstruierte. Mein Hörbuch war eine gekürzte Version. Was wurde herausgeschnitten? Ich hatte nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Im Gegenteil, der Mittelteil zog sich ziemlich in die Länge.

    Positiv stach heraus, dass Cecily ein wirklich intensives Gefühlchaos erlebte, welches die Autorin nervenaufreibend und teilhabend beschrieb. Auch wie man beim Bergsteigen vorgeht, wurde genau erklärt, sodass ich mir das Geschehen sehr gut vorstellen konnte. Es gab einige Wendungen, die für ein ziemliches Hin und Her sorgten.

    Das große Finale war für mich bis auf einen Aspekt keine große Überraschung. Ich trauerte um zwei Begleiter. Vor allem den einen hatte ich ins Herz geschlossen. Zeitgleich hat die Autorin ein Talent dafür aufreibende Szenen realistisch und voller Emotionen darzustellen. So konnte ich mich gefühlstechnisch mit Cecily verbinden und ihre Gefühle stark wahrnehmen. Das letzte Kapitel fand ich richtig gut. Schade ist, dass eine wichtige Szene der Fantasie der Hörerinnen und Hörer überlassen wurde.

    Meine Meinung zur Sprecherin:
    Britta Steffenhagen war Cecily. Das ist eine einfache und direkte Aussage, die ich machen muss. Die Sprecherin war eins mit der Protagonistin und trug uns im übertragenden Sinne den Berg hinauf. Ihr Vorlesen war situationsangepasst, emotional und fesselnd. Dank ihr habe ich die langatmigen Stellen überwinden können.

    Mein Fazit:
    »Der Aufstieg« war vom schreiberischen Können und der Art des Erzählens sehr eindrücklich. Die Autorin hat Talent darin, Szenen sehr emotional und detailreich zu beschreiben. Für mich war jedoch ein großes Problem, dass ich schon viel zu früh wusste, wer der Mörder war. Daran konnten die Wendungen nicht viel ändern, denn der Mittelteil zog sich in die Länge. Wie man beim Bergsteigen vorgeht, wurde sehr genau beschrieben. Cecily bekam eine solide Persönlichkeit verpasst und war mir sympathisch. Bei den vielen Figuren verlor ich fast den Überblick. Das Finale war keine wirkliche Überraschung, obwohl es unglaublich gefühlsbetont und sehr intensiv war. Die letzten Kapitel des Buches waren die Besten, obwohl ich die Identität des Mörders kannte. Der Schluss stellte mich nur halb zufrieden.

    Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!

    Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

  15. Cover des Buches Der kleine Medicus (ISBN: 9783499620744)
    Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer

    Der kleine Medicus

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Spreeling

    Ein sehr tolles Buch um den eigenen Körper näher kennen zu lernen. Es wendet sich an jüngere Kinder , aber auch Erwachsene . Wir lernen den Körper besser kennen und was mit der heutigen Medizin alles möglich ist. 

    Es gibt Fotos und Bilder, Nanolino reist durch das Innere und wir bekommen die Körperfunktionen erklärt. 

    In extra Infoboxen werden Fachbegriffe erklärt. Und von der Großmutter erhalten wir Ratschläge und Rezepte um gesund zu bleiben oder werden! 

    Eine Mischung aus Ratgeber und Fantasie Geschichte. Zum immer wieder hinein schauen und nachschlagen!

  16. Cover des Buches Das Leuchten des Himmels (ISBN: 9783641038311)
    Nora Roberts

    Das Leuchten des Himmels

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28

    Einen ersten Blick kann der Leser hier auf der Buchseite auf die Handlung werfen. Meine persönliche Meinung:

    Das Buch ist ein typischer "Nora Roberts" in dem - wie schon in der Überschrift zusammengefasst - eine gekonnte Mischung aus Spannung, Liebe und Erotik das Geschehen bestimmt. Dazu kommt diesmal noch eine beeindruckende Schilderung der örtlichen Gegebenheiten und eine schöne Zeichnung der vielen, etwas skurrilen Figuren.

    Einen richtigen durchgehenden Spannungsbogen gibt es nicht - überhaupt hält sich die Spannung in Grenzen. Dafür bietet die Geschichte durch verschiedene Zeitebenen und wechselnde Perspektiven (auch aus Sicht des bis zum Schluss unbekannten Täters) viel Abwechslung.

    Das Ganze wird abgerundet und zu einer sehr schönen Einheit verbunden durch die tolle, flüssige und bildhafte Schreibweise der Autorin.Nur ab und zu haben ein paar Längen den Lesefluss ein wenig eingetrübt.

    Insgesamt ein sehr schöner Roman, dessen Plot der zu Recht auch verfilmt wurde und bereits im TV gelaufen ist.

  17. Cover des Buches Der tibetische Verräter (ISBN: 9783746626338)
    Eliot Pattison

    Der tibetische Verräter

     (10)
    Aktuelle Rezension von: itwt69
    Nachdem mir das 5. Buch nicht so gut gefallen hat, ist das 6. mit Abstand das Beste. Ein sehr spannender Kriminalfall, den Inspektor Shan zu lösen hat - involviert sind Major Tan, Shan's Sohn Ko (im Gulag), eine chinesische Ministerin, amerikanische Bergsteiger und ehemalige Widerstandskämpfer. Und das alles im atemberaubenden Schatten der Muttergottheit Chomolungma - des Mount Everest. Man erfährt auch einiges hoch interessantes über die amerikanische Hilfe der tibetischen Rebellen bis ca. 1970. Wie üblich in dieser Reihe ist der spirituelle Flair umwerfend.
  18. Cover des Buches Der nackte Berg (ISBN: 9783492239219)
    Reinhold Messner

    Der nackte Berg

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Peter_Waldbauer

    In der Talkshow "Nachtcafe" mit Moderator Wieland Backes wollte sich Messner einmal vor Jahren auf seine so typische Art in Szene setzen. Da Backes zu den (eher seltenen) Talkshow-Moderatoren gehört, die etwas im Kopf haben, war er nicht gewillt, sich von Messner sang- und klang- und kommentarlos zuschwallen zu lassen und stellte ihm eine Frage, die an der Psyche des Bergsteigers kratzen sollte: Ob es denn nicht sein könne, so Backes, dass Messner auch eine Mitschuld trage am Tod seines abgestürzten Bruders Günther, weil dieser sich beim gemeinsamen Aufstieg zum 8.125 Meter hohen Nanga Parbat auf seinen älteren Bruder Reinhold verlassen habe. Eine Verantwortung also, der Messner entweder nicht nachkommen wollte oder gar nicht konnte.

    Jene Frage also, die Wieland Backes an Reinhold Messner stellte, ob denn bei Messner nicht auch eine gehörige Portion Selbstsucht und Eitelkeit mit im Spiel sei, die ihn zwar zu Höchstleistungen antreibe, die aber auch, wie im Falle seines Bruders, sehr gefährlich und bedenklich sei, geruhte der „Star der Berge“ in keiner Weise zu beantworten. Statt dessen nahm er einfach das gefallene Stichwort „Tod“ auf und philosophierte munter drauf los: Ja, der Tod sei ein Phänomen, das ihn ungeheuer fasziniere und vor dem er auch überhaupt keine Angst habe. Nur durch den Tod, nur durch das Ende der Fahnenstange, existiere doch überhaupt erst das Leben und wer den Tod verneine, der verneine das Leben und so weiter in der Art und mit dem Unsinn... Messner, der Philosoph. Frage nicht beantwortet.

    Die genauen Umstände des Todes von Günter Messner, Reinholds jüngerem Bruder, sind nach wie vor ungeklärt. Er kam 1970 in Pakistan um und wurde erst Mitte Juli 2005 geborgen, als Gletcherleiche auf rund 4.600 Meter Höhe. Der offene Streit wegen Günthers Tod wird zwischen Messner und seinen Ex-Kameraden seit vielen Jahren erbittert geführt. Messner wirft seinen ehemaligen Kollegen Rufmord vor, weil sie seine Version des Bergunfalls anzweifeln.

    Was wirklich geschah am Nanga Parbat, zwischen Messner und einem damals 24-jährigen Bruder, lässt sich von keiner Seite beweisen. Sicher ist nur, dass Günther Messner am 27. Juni 1970 dem allein zum Gipfel aufgebrochenen Reinhold spontan nachstieg. Er holte ihn ein und beide erreichten den Gipfel. Was dann passierte, bleibt Spekulation. Nach Messners Schilderung stiegen die Brüder, wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Günther, über eine weniger steile, jedoch unerforschte Seite des Berges hinab. Irgendwo auf dem Weg nach unten wurde der hinter ihm gehende Günther, laut Bruder Reinhold, von einer Eislawine erfasst und stürzte in den Tod. Sechs Tage nach Beginn des Aufstiegs traf Messner wieder bei der Expedition ein. Seine Kameraden beschuldigten ihn, seinen Bruder allein im Berg zurück gelassen zu haben. Nach dem Unfall kam es zu schweren Auseinandersetzungen. Messner warf den Kameraden vor, ihm nicht zu Hilfe gekommen zu sein. Es kam zu vierzehn Prozessen, die Messner verlor.

    Für Messner begann mit der Überschreitung des Nanga Parbat seine Weltkarriere als Bergsteiger. Seitdem hat Messner die Leiche seines Bruders drei Mal öffentlich präsentiert. Das erste Mal Ende Januar 2004, vor acht Mikrofonen. Es ging um Günthers Wadenbein und Messner sagte: „Ich will endlich meine Ruhe haben.“

    Im August 2005 barg Messner in Pakistan dann den Bergstiefel seines Bruders. Messner entnahm DNA-Proben, schmuggelte sie nach Europa und verbrannte die Knochenreste am Fuße des Nanga Parbat. Ein Fotograph dokumentierte die „Feuerbestattung“ und fünfzehn Leser der Wochenzeitung Die Zeit durften als Zeugen die Trauerfeier begleiten. Als die Gerichtsmedizin Innsbruck bestätigte, dass die Gewebeproben von seinem Bruder stammten, sagte Messner: „Günther soll seine Ruhe behalten.“

    Die Ruhe hielt genau ein Jahr. Im August 2006 reiste Messner mit fünfundzwanzig Angehörigen nach Pakistan und wohnte einer erneuten Feuerbestattung seines Bruders bei. Der Gletscher hatte mittlerweile den Kopf von Günther Messner freigegeben. Aber Messner ging es nicht nur um Trauerarbeit. Außer seiner Großfamilie begleitete ihn ein Dokumentarfilmer des Bayerischen Fernsehens und das Team des Filmemachers Joseph Vilsmaier (Herbstmilch, Schlafes Bruder). Messner hatte Vilsmaier dazu eingeladen, aus der Tragödie seines Bruders einen Film zu machen. Sogar die Schlusseinstellung stand schon fest: die trauernde Familie versammelt sich um den Kopf von Günther Messner, der in Flammen aufgeht.

  19. Cover des Buches Bis an das Ende der Nacht (ISBN: 9783442459933)
    Christopher Coake

    Bis an das Ende der Nacht

     (35)
    Aktuelle Rezension von: skaramel
    Schon auf dem Buchcover von Christopher Coakes „Bis an das Ende der Nacht” preist niemand anderes als Nick Hornby an, dass beim Lesen dieses Buches die Gefahr bestünde das Atmen zu vergessen. Große Ansprüche, die ein noch unbekannter Autor mit diesem Zitat auf sich nimmt. Doch in jeder Zeile dieses Buches wird er diesen gerecht. „Bis ans Ende der Nacht” ist kein Buch, das eine einzige Geschichte erzählt. Viel mehr sind es sieben eigenständige Erzählungen, die zu einer Sammlung zusammen gefasst wurden. Was völlig zusammenhangslos klingt, erweist sich schon nach den ersten Geschichten als Fehlinterpretation. Alle Geschichten haben in einemPunkt etwas gemeinsam. Sie sind tragisch, mitreißend und spannend erzählt. Im Zentrum steht ein Schicksal, das jemandem wiederfährt. Coake versucht sich in Extremsituationen reinzufühlen und die Reaktionen und das Handeln dieser zu beschreiben. So erzählt Coake von einem Pärchen, dass in einer kalten Nacht in ihrem Ferienhaus eingschneit wird und ums Leben kämpft, von einem krebskranken Ehemann, der noch eine letzte Entscheidung zu treffen hat, sowie von einem Mann, der seinen besten Freund verliert und nun die Erziehung des Sohnes übernehmen soll. Jeder der Charaktäre wirkt ehrlich, ist einzigartig, und in seine Geschichte tief verknüpft. Man kann nicht anders als mit diesen Menschen mitzufühlen, sich in sie herein zuversetzen und Seite für Seite zu verschlingen. Nick Hornby hat Recht behalten: Sie werden vergessen zu atmen, oder zumindestens ein Problem damit haben das Buch wieder beiseite zu legen. (c) erschienen in der westfalenpost: april 2009.
  20. Cover des Buches Hohe Wogen (ISBN: 9783492063333)
    Nicola Förg

    Hohe Wogen

     (10)
    Aktuelle Rezension von: vronika22

    Dies war mein erstes Buch der Autorin Nicola Förg. Es handelt sich bereits um den 13. Band ihrer Alpenkrimi-Reihe mit der Ermittlerin Irmi Mangold. Ich bin auch ohne Vorkenntnisse sehr gut in das Buch hineingekommen, da die Handlung in den einzelnen Bänden in sich abgeschlossen ist.

    Eine Frau wird auf dem Starnberger See auf ihrem SUP-Board ermordet aufgefunden. Die Tote war als Locationscoutin für Filmdrehs tätig. Irmi beginnt zu ermitteln. Was steckt hinter diesem Mord und wer ist der Mörder?

    Mich hat Nicola Förg mit ihrem Schreibstil direkt begeistert. Sie baut sehr viel Wortspielereien und Wortwitz ein, so dass sich das Buch absolut unterhaltsam liest. So musste ich beim Lesen immer wieder schmunzeln.

    Von der Handlung her geht es nicht wirklich brutal oder blutig zu. Ein Spannungsbogen ist aber natürlich vorhanden und das Ende war nicht vorhersehbar, so dass ich keine wirklichen Verdächtigten hatte und am Ende überrascht wurde. Meines Erachtens liegt der Schwerpunkt aber nicht unbedingt auf der Spannung. Das muss bei einem Regionalkrimi auch nicht sein.

    Aber außer dem humorvollen und wirklich gelungenen Schreibstil muss ich unbedingt erwähnen, dass die Autorin einige ernsthafte Hintergrundthemen eingebaut hat, so dass dieser Krimi viel Tiefgang enthält. So geht es beispielsweise um mangelndes Umweltbewusstsein, um Umweltschutz und Tierschutz, um CBD-Tropfen und den Missbrauch. Die Handlung spielt während der Corona-Pandemie, so dass dezent auch ein wenig die Folgen der Pandemie einfließen.

    Alles in allem ein unterhaltsamer Alpenkrimi, der sehr humorvoll geschrieben ist, aber zugleich auch sehr viel Tiefgang enthält.

  21. Cover des Buches Höllental (ISBN: 9783442489442)
    Andreas Winkelmann

    Höllental

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Fuexchen

    Im ersten Schnee des Winters steht eine junge Frau auf einer Eisenbrücke hoch über der Höllentalklamm. Sie ist fest entschlossen, sich in die Tiefe zu stürzen. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, versucht noch sie aufzuhalten, doch vergeblich. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick – ein Blick voll entsetzlicher Angst, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Er macht sich daran, die Hintergründe dieses Selbstmords herauszufinden. Und stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird.

    Bisher hatte ich noch kein Buch des Autors Andreas Winkelmann gelesen, das mir nicht gefiel. So freute ich mich natürlich auch auf dieses. 

    Schon der Anfang konnte mich in seinen Bann ziehen. Ich hing gespannt in den Seiten fest. Die Handlung ist spannend und vermochte mich zu fesseln. Und dann kam der Schluss, und der wurde mir zu schnell abgehandelt. Nicht, dass es nicht schlüssig erzählt wird, aber es hätte gerne ausführlicher sein können.
    Natürlich ist das nur mein persönliches Empfinden und ich bin sicher, dass es genug Leser gibt, die nun den Kopf schütteln, weil sie dieses nicht so wahrgenommen hatten.

    Die Charaktere sind gut und authentisch ausgearbeitet. Da sie genügend Tiefe besitzen, fiel es mir nicht schwer, mich auf sie einzulassen. So konnte ich mitfiebern und war in der Geschichte gefangen.

    Erzählt wird im personalen Stil. Da alles schlüssig erklärt wird und ich das Erzähltempo (bis auf den Schluss) sehr mochte, konnte ich mich voll und ganz auf die spannende Story einlassen.

    Mich konnte der Thriller einnehmen. Die Story ist gut durchdacht und konnte mich mit dem Verlauf überraschen. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle Thrillerfans.
    Da ich eine tolle Lesezeit hatte, vergebe ich vier Sterne. 

  22. Cover des Buches Sturz ins Leere (ISBN: 9783492300605)
    Joe Simpson

    Sturz ins Leere

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Pimpelsche

    Dieses Buch erzählt von den Geschehnissen die sich 1985 am Siula Grande ereigneten, als Simon Yates und Joe Simpson diesen Berg bestiegen und einen gravierenden Fehler begangen, der schwerwiegende Folgen haben sollte.

    Diese Geschichte ist so unglaublich, dass man meinen könnte, sie sei erfunden. Joe Simpson beweist einen unvergleichbaren überlebenswillen, der mich mächtig beeindruckt hat.

     Jeder, der eine Affinität zum Bergsport besitzt, kann guten Gewissens dieses Buch mit Spannung lesen.

  23. Cover des Buches Esau (ISBN: 9783499260834)
    Philip Kerr

    Esau

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Readophil
    Eine sehr gelungen, fantastische Geschichte über die mythischen Gestalten des Himalaja. Im Gegensatz zum Menschen müssen nicht alle unbekannten Wesen böse sein.
  24. Cover des Buches Gang nach Canossa (ISBN: 9783499629914)
    Dennis Gastmann

    Gang nach Canossa

     (25)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Eintausendsechshundert Kilometer (fast nur) Fußmarsch, von Hamburg über Frankreich und die Alpen bis nach Canossa  -das ist eine echte Herausforderung für Physis und Psyche des Journalisten Dennis Gastmann. Er ist sicher bisher der einzige, der die Idee, den legendären Marsch bzw. Ritt des deutschen Königs Heinrich IV. zu seinem Widersacher Papst Gregor VII. nach Canossa tatsächlich nachzuverfolgen, in die Tat umgesetzt hat. Trotz aller Vorbereitungen erweist sich das Unternehmen als nicht unproblematisch; vor allem die Überquerung der Alpen im Frühjahr stellt sich als riskant heraus und ist teilweise ohne ortskundigen Führer gar nicht durchführbar.

    Von den Hochs und Tiefs seiner Wanderung erzählt Gastmann in frischer Manier. Auf humorvolle Weise kommentiert er die kleinen Missgeschicke, die ihm unterwegs zustoßen,  und des öfteren muss er sich motivieren, seinen Weg fortzusetzen. Was bedeutet es, mehrere Wochen lang allein durch Europa zu marschieren? Wie verändert es einen Menschen, welche Errfahrungen macht er? Der Autor beschränkt sich allerdings nicht auf die eigenen Befindlichkeiten; besonders die Menschen, mit denen er auf seiner Reise  zusammentrifft, und deren Eigenheiten sind Gegenstand seines Interesses. So ist ein wirklich unterhaltsamer, aber teilweise auch recht nachdenklich stimmender Reisebericht entstanden.

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