Bücher mit dem Tag "antisemitismus"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "antisemitismus" gekennzeichnet haben.

336 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.560)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Der Tod! -> erzählt die Geschichte der 9 jährigen Liesel während den Kriegsjahren in der Nähe von München. Ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt, so rührend die Geschichte und so erbarmungslos real. Absolut grossartig erzählt, unbedingt lesen! Unter anderen Preisen hat Markus Zusak mit diesem Buch den deutschen Jugendliteraturpreis 2009 erhalten.

  2. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (447)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Im Sommer 1937 kommt der junge Franz Huchel nach Wien und beginnt dort eine Ausbildung zum Trafikanten bei Otto Trsnjek. Schnell taucht der aus dem beschaulichen Salzkammergut stammende Franz in das hektische und aktive Leben Wiens ein, lernt neue Vergnügungen kennen, begegnet der Liebe und tritt unter anderem auch in Kontakt zu Siegmund Freud, der Stammkunde der Trafik ist,. Schnell kann dieser den jungen Mann faszinieren und ihn als Gesprächspartner für sich gewinnen. Doch es ist der Vorabend des Anschlusses an Deutschland und neben den Freuden des Stadtlebens muss Franz recht schnell auch mit den Schattenseiten des politischen Epizentrums Wien Bekanntschaft machen. 

    Der Roman bietet wirklich gute Unterhaltung. Bedingt durch den simplen und geradlinigen Schreibstil wird man sehr schnell und flüssig durch die Geschichte getragen und ließt lange Passagen am Stück. Dazu kommt noch, dass durch die persönlichen Lebensleiden Franz Huchels und durch die Zeit des Anschlusses und den damit verbundenen politischen Umbrüchen, die in diesem Buch aufgearbeitet werden, ein enormer Spannungsbogen entsteht, der die Leserschaft an der Stange hält. Gerade diese Mischung ist es aber auch, die das Buch so interessant macht. Weder die Geschichte rund um den Protagonisten, noch die historischen Hintergründe gewinnen an Übergewicht. Diese Balance verursacht deshalb, dass das Buch weder zu kitschig und emotional verwirrend wird, noch, dass trockene historisch interessante Passagen den Lesefluss und die Spannung beeinträchtigen. Im Generellen bietet das Buch eine sehr anschauliche und unterhaltsame Möglichkeit, sich mit der österreichischen Gesellschafts- und Politiklage der Jahre 1937, 38 und 39 auseinanderzusetzen, da diese spielerisch und authentisch in den Inhalt mit einfließen. Einzig und alleine den Protagonisten Franz empfand ich als ein wenig blass und unindividuell gestaltet. Da habe ich definitiv schon Erfahrungen mit einem facettenreicher gestalteten Figurenensamble machen können. 

    Nichts destotrotz ist und bleibt das Buch eine spannende und interessante Lektüre, die ich nur weiter ans Herz legen kann. 

  3. Cover des Buches Stella (ISBN: 9783446259935)
    Takis Würger

    Stella

     (322)
    Aktuelle Rezension von: Argentumverde

    Der junge und reiche Friedrich ist vollkommen naiv, farbenblind und sucht den Sinn seines Tuns in der Flucht von daheim ins Berlin während des 2. Weltkrieges. Schon nach wenigen Tagen lernt er die junge Kristin und den Belgier Tristan von Appen kennen. Eine Freundschaft und eine Liebesgeschichte entstehen, die aber bald zu bröckeln beginnen, als der junge Schweizer anfängt zu begreifen, wer die beiden wirklich sind. Tristan ist bei der SS und Kristin heißt eigentlich Stella, ist eine Jüdin, aber vor Allem ist sie eine „Greiferin“.

    Die Erzählung dieser Dreiecksbeziehung ist dabei ausgesprochen distanziert und teils völlig emotionslos. Hinzu kommt, dass das Buch durchzogen ist, von in kursiver Schrift eingefügten russischen Originalakten über die Person Stella Goldberg. Zusätzlich gibt jedes Kapitel einen Einstieg in Form von geschichtlichen Kurzfakten, dazu, was in dieser Zeit passiert ist. So zeichnet der Schriftsteller einen realistischen Hintergrund rund um die berühmt berüchtigte Stella Goldberg. Die fiktive Liebesgeschichte dient zum  einfacheren Lesen und bietet auch uninformierten Lesern einen leichteren Einstieg in die Thematik. Dabei bietet die kalte distanzierte Schreibweise dem Leser die Möglichkeit ebenfalls auf Distanz zu bleiben, was gut ist, wenn man bedenkt, worum es hier geht.

    Mein Fazit: Ein sehr guter interessanter literarischer Ansatz, schwierige geschichtliche Inhalte auch an eher weniger interessierte Leser zu vermitteln. Der Autor vermag tatsächlich in seinen Bann zu ziehen, aber gleichzeitig bleiben die Figuren trotzdem zu blaß und gerade der Protagonist einfach zu blasiert. Wer einen einfachen Zugang zu dem Thema sucht, kann in meinen Augen mit diesem Buch gut einsteigen.

  4. Cover des Buches Er ist wieder da (ISBN: 9783404171781)
    Timur Vermes

    Er ist wieder da

     (3.378)
    Aktuelle Rezension von: malins_dagbok

    Zum Inhalt brauche ich wahrscheinlich nicht mehr viel schreiben, es geht darum, dass Adolf Hitler in der heutigen Zeit aufwacht und versucht, seine alten Überzeugungen weiter zu vertreten. Er trifft dabei auf eine Fernsehproduzentin, die ihn für einen Satirekünstler hält und ihm einen Platz in einer Sendung verschafft.

    Das Buch ist wirklich sehr unterhaltsam. Es enthält so viele deutsche Klischees, versteckte Kritik an den heutigen Strukturen, an dem Umgang mit der Geschichte und sehr viele Missverständnisse. Zwischendurch wurde es mir persönlich dann etwas zu langatmig, insgesamt habe ich es jedoch gerne gelesen. Erschreckend fand ich jedoch, dass die Person Hitler es erneut schaffen konnte, Anerkennung zu finden und wenig Personen in dem Buch verstanden haben, dass er es wirklich ist und das alles kein Spaß ist. Somit sollte das Buch auch als eine Warnung gesehen werden, dass sich hinter Witz und Satire auch ernste Überzeugungen verstecken können, die man auf gar keinen Fall unterstützen möchte.

  5. Cover des Buches Das Mädchen, das den Himmel berührte (ISBN: 9783404167777)
    Luca Di Fulvio

    Das Mädchen, das den Himmel berührte

     (462)
    Aktuelle Rezension von: JennysWorldofBooks

    ⭐️Meinung


    Eine atemberaubende Geschichte von kühnen Lebensträumen - und von einer Liebe über alle Grenzen hinweg.


    Der Roman spielt im Jahre 1515 und erzählt die Geschichte von Mercurio und Guiditta. Mercurio ist ein Bettlerjunge, der in der Gosse groß geworden ist und sein Überleben mit Taschendiebstahl und meisterhaften Verkleidungen sichert. Dabei wird er tatkräftig von seinen 2 Freunden Bernadette und Zolfo unterstützt.


    Durch einen Zufall trifft er auf das jüdische Mädchen Guiditta, die mit ihrem Vater untertaucht, um vor den gläubigen Christen in Sicherheit zu sein.


    Eine meisterhafte Liebesgeschichte beginnt, die einen steinigen Weg über die Judenverfolgung, Eifersucht, Hass und falschen Glaubenssätzen, gehen wird.

    Mercurio geht über alle Grenzen, um seine große Liebe zu retten. Er schafft es, sich von der Gosse zu befreien und viele tolle Menschen für sich und sein Vorhaben zu gewinnen.


    Der Schreibstil ist fesselnd , die Charakter werden bildhaft und mit viel Liebe beschrieben. Die Umstände des Lebens von früher werden so detailgetreu dargestellt, dass ich ab und an eine Gänsehaut bekam. Es ist erschreckend zu sehen, wieviel Macht die „Herrscher“ dort haben und besonders die Kirche.


    Absolut empfehlenswert!


    Eine Buch, das mein Herz berührte.


  6. Cover des Buches Verblendung (ISBN: 9783453438200)
    Stieg Larsson

    Verblendung

     (6.205)
    Aktuelle Rezension von: shizu_reads

    Seit Ewigkeiten steht die Trilogie in meinem Regal. Ich kann mich noch an den Hype damals erinnern. Daran das es als schlimm, grausam und unvorstellbar galt. Ich hab mich irgendwie nie getraut die Filme zu schauen.

    Jetzt hab ich mich aber getraut den ersten Band zu lesen. Und muss gleich vorweg nehmen, so schlimm ist es gar nicht. Allerdings halt aus heutiger Sicht. Vor 17 Jahren allerdings sah das halt doch etwas anders aus. Da waren wir noch nicht so abgebrüht wie heute. Hacken war da noch was neues, eher unbekanntes. 

    Aber kommen wir zum Buch. Der Schreibstil liest sich super flüssig. Die Hauptprotagonisten Mikael und Lisbeth werden dem Leser langsam näher gebracht, was Spannung aufbaut und so immer wieder neue, kleine Details über sie zutage kommen.

    Ich war anfangs etwas überfordert von den ganzen Personen, der Vanger-Clan ist halt relativ groß. Aber das lässt nach der Zeit nach, denn es kommen ja immer weniger in den Fokus. Es ist spannend, abwechslungsreich durch die beiden sehr unterschiedlichen Protagonisten. Es entsetzt durchaus durch die Gewalt, die Unberechenbarkeit, die Skrupellosigkeit. Trägt sozusagen das schlimmste des Menschen vor.

    Ich habs verschlungen und bin gespannt worin die beiden in Band 2 ermitteln.

  7. Cover des Buches 28 Tage lang (ISBN: 9783499266638)
    David Safier

    28 Tage lang

     (551)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    1942 lebt die 16-jährige Jüdin Mira im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah zu ernähren. Ihr Vater hat sich vor der Deportation das Leben genommen, ihr Bruder Simon arbeitet bei der Judenpolizei. Beide empfindet sie als Verräter. 

    Als sich die Lage im Warschauer Ghetto zuspitzt und die Deutschen beginnen, die jüdische Bevölkerung weiter in den Osten "umzusiedeln", schließt sich Mira, die vor lauter Hoffnungslosigkeit empfindet, nichts mehr zu verlieren zu haben, der jüdischen Widerstandsorganisation ŻOB an. 

    "28 Tage lang" wird aus der Perspektive der 16-jährigen Mira geschildert, die einerseits mutig, aber andererseits auch kopflos und naiv agiert. Schon während ihrer Schmuggeltätigkeit bringt sie sich laufend in Gefahr, hat jedoch immer wieder aufs Neue Glück, nicht von der SS erwischt zu werden. Auch ihre Träume von Liebe und Tanzen und einer Sehnsucht nach New York wirken kindlich. Das Buch würde ich deshalb eher als Jugendbuch einordnen, als einen Roman. 

    Aufgrund der eindringlichen Thematik und der wirklich erschütternden Schilderungen über Hunger, Leid, Angst und Gewalt ist es jedoch auch für Erwachsene ein relevantes Buch über den Holocaust und #GegendasVergessen. 

    Mir war der Roman zu wenig bildhaft geschrieben, das jüdische Ghetto wurde für mich nicht lebendig und vorstellbar, auch die Charaktere wirkten blutleer. Die Geschichte verliert sich häufig in der Gedankenwelt von Mira. Auch wenn man das als Flucht vor der schrecklichen Realität nachvollziehen kann, hatte die Geschichte damit, gerade bis zum Anschluss Miras an den Widerstand, immer wieder ihre Längen. 

    Phasenweise vermittelte der Roman zudem eine sehr einseitige Botschaft hinsichtlich der Frage von Anstand und Moral. Man erhielt die Vorstellung, dass nur der unbedingte Kampf gegen die herrschenden Zustände und die Gefährdung des eigenen Lebens als integer galt. 

    Dagegen fehlte mir ein Gefühl für die Atmosphäre im Warschauer Ghetto, da die Schilderungen des Alltags arg an der Oberfläche blieben. Die junge Mira, die mehr Glück als Verstand hat, konnte mich als Heldin nur bedingt überzeugen, taugt jedoch als Identifikationsfigur für jugendliche Leser*innen.  

  8. Cover des Buches Die Fliedertochter (ISBN: 9783453421455)
    Teresa Simon

    Die Fliedertochter

     (146)
    Aktuelle Rezension von: eriS

    Paulina begibt sich unbewusst auf die Spuren ihrer Herkunft. Ihre Bekannte Antonia bittet sie nach Wien zu reisen um dort ein unbekanntes Vermächtnis in Empfang zu nehmen. Ihr Glücksbringer, die Schneekugel, ist wie immer auch dabei. Das Vermächtnis besteht aus einem blauen Tagebuch, welche Luzie Kühne verfasst hat. Diese ist 1938 als Halbjüdin von Berlin nach Wien zu ihrer Tante geflüchtet und versucht da Fuss zu fassen. Sie wägt sich in Wien in Sicherheit, die jedoch nicht lange hält. Paulina beginnt in dem Tagebuch zu lesen und verlängert sogar ihren Aufenthalt in Wien hierfür. Was sie zu Beginn nicht weiss, ist das das blaue Buch ihr ganzes Leben verändern wird ...

    Teresa Simon erzählt die Geschichte in zwei verschiedenen Zeitebenen und als Leser bekommt man so das Gefühl auch im Tagebuch zu lesen. Die Geschichte rund um Luzie ist sehr bewegend beschrieben und führt dazu, dass das Buch nicht mehr aus den Händen gelegt werden möchte. Die Autorin hat mit 'Die Fliedertochter' gut rübergebracht, was dazumal auch in Wien geschehen ist. Das Buch ist sehr spannend und gleichzeitig auch traurig. Mich regen solche Geschichten immer wieder zum Nachdenken an und man leidet mit den Einzelschicksalen mit.

    Das Buch ist jedem Leser zu empfehlen, der noch mehr geschichtliche Hintergründe verpackt in einem spannenden Roman entdecken möchte.

  9. Cover des Buches Die Teehändlerin (ISBN: 9783596706037)
    Susanne Popp

    Die Teehändlerin

     (172)
    Aktuelle Rezension von: friederickesblog

    Das Cover:

    Ein wunderschönes Cover, das mich sofort angesprochen hat. Gemeinsam mit dem Klappentext ist es eine perfekte Einladung, das Buch lesen zu wollen. 

    Die Geschichte:

    Friederike Ronnefeldt liebt es, im Teeladen ihres Mannes hinter der Theke zu stehen, was im Jahre 1838 keine Selbstverständlichkeit ist. Als er auf eine lange Reise nach China aufbricht, während sie gerade wieder schwanger ist, beginnen die Probleme. Sie merkt, dass der Prokurist nicht vertrauenswürdig ist, und sieht das Unternehmen in Gefahr. Sie beginnt mutig und kraftvoll zu handeln. 

     

    Meine Meinung:

    Ich hatte bis dato nichts von der Familie Ronnefeldt und Ronnefeldt-Tee aus Frankfurt gehört. Umso gespannter war ich auf die Saga. Die Protagonisten sind allesamt wunderbar ausgearbeitet und haben mich sehr überzeugt. Allen voran Friederike Ronnefeldt, die als Frau und Mutter sehr viel kämpfen, leisten und auch Stärke zeigen musste. 

    Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen, flüssigen und unterhaltsamen Sprache. Neben der Familiengeschichte ist auch die nicht einfache Zeitgeschichte rund um die Jahre 1838 eingebunden. Das aber finde ich in der Breite etwas zu viel, da es den Fortgang der Geschichte immer wieder stoppt und die Nebenschauplätze in den Vordergrund schiebt. Sehr interessant finde ich die Reise von Tobias Ronnefeldt nach China, der in dieser Zeit, mit diesen Umständen und den Problemen versuchte, den Tee nach Europa zu holen. Zahlreiche Perspektivwechsel sorgen dafür, dass die Lust weiterzulesen erhalten bleibt. 

    Mein Fazit: Gelungener Auftakt einer Familiensaga. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Meine Leseempfehlung spreche ich gerne aus. 

     

    Heidelinde von friederickes bücherblog

  10. Cover des Buches Die Welle (ISBN: 9783473544042)
    Morton Rhue

    Die Welle

     (2.291)
    Aktuelle Rezension von: Mandarinebiene

    Das Buch "Die Welle", welches von dem Autor Morton Rhue anhand einer wahren Begebenheit geschrieben wurde, ist eins, das im Kopf bleibt.

    Schon lange hatte ich vor, mir die Geschichte durchzulesen. Die deutsche Verfilmung kannte ich schon und die Tatsache, dass das Buch nicht nur reine Fiktion ist, hat mich schwer beeindruckt. Darum fand ich es schade, dass wir uns dieser Lektüre nicht im Unterricht gewidmet haben, denn dort gehört es auf jeden Fall hin. 

    Der Autor behandelt ein Thema, mit dem sich jeder mindestens einmal im Leben auseinadergesetzt haben sollte. Die Schüler einer Highschool setzen sich mit Nazi-Deutschland und Konzentrationslagern auseinander, woraufhin sich natürlich folgende Fragen stellen: wie kommt es dazu, dass Leute mitmachen? Wie sehr kann man eine Gruppe manipulieren, dass sie von Faschismus und Unterdrückung eine gute Meinung hat, nichts dagegen tut und am Ende noch sagt, sie habe nichts davon gewusst bzw. nichts damit zu tun gehabt? Der zuständige Lehrer Ben Ross kann diese Fragen aber nicht beantworten, weshalb er das Experiment "Die Welle" in die Tat umsetzt, um seinen Schülern die Situation im Dritten Reich zu verdeutlichen. Und so nimmt das Exeriment seinen Lauf und zieht Folgen nach sich...

    Zu dem Buch muss man natürlich sagen, dass es sich um keine locker flockige Geschichte handelt, die man mal eben so zum Spaß liest. Der Schreibstil ist zwar leicht gehalten, macht aber etwas her. Und der Autor schafft es, eine beklemmende Stimmung zu erwirken, die einem während des Lesens nicht ganz loslässt. Die Handlung hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und dazu geführt, dass ich mir während des Lesens auch Fragen gestellt habe: was daran ist noch gute Absicht? Wie weit kann man es treiben? Und wie kann man soetwas in Zukunft verhindern? Aus diesem Grund denke ich auch, dass jeder einmal in dieses Buch geblickt haben sollte. Ob es einem als Roman gefällt oder nicht, es ist auf jeden Fall lehrreich und gibt einen anderen Gesichtspunkt auf Faschismus. Und die Tatsache, dass es sich bei dem Experiment um eine wahre Begebenheit handelt, lässt es mir kalt über den Rücken laufen!

    Ich kann das Buch an wirklich jeden empfehlen, der nach einem Buch auf der Suche ist, welches zum Nachdenken anregt und einem nicht mehr aus dem Kopf geht. 

  11. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (189)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der dritte Band um den Berliner Kommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2010, verfilmt unter dem Titel Babylon Berlin in 2020, was die die Serie berühmt machte. Die wesentliche Handlung beschränkt sich auf einen Zeitraum vom 27.06.1931 und dem 18.07.1931. Ein Tag im September wird dann am Ende noch angefügt. Zwischen den Ereignissen des zweiten und dieses dritten Bandes liegen also eineinhalb Jahre.

    Auch dieser Band ist in sich abgeschlossen, es wird aber immer wieder Bezug genommen auf Ereignisse aus den beiden Vorgängerbänden und die handelnden Personen entwickeln sich weiter. Es ist daher sinnvoll, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Wie bereits in den Vorgängerbänden sind die historischen Details genau wiedergegeben, diesmal aber nicht so zahlreich. Es werden im Grunde nur die Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und den Kommunisten sowie die gegenseitige Bekämpfung der Ringvereine erwähnt.

    Die erzählte Geschichte ist kompliziert mit sehr vielen handelnden Personen und auch die Zahl der Morde ist hoch. Doch es gelingt Kutscher alle gesponnenen Fäden am Ende auch logisch aufzuklären und zu einem Ende zu führen. Das Aufkommen der Nationalsozialisten ist in diesem Band deutlich zu spüren, die sogenannten Kurfürstendamm-Krawalle am 12.09.1931 sind historisch belegt und deuten bereits an, wie es weitergehen wird. Wie es Kutscher immer wieder schafft, historisch belegte Ereignisse elegant in seine Geschichten einzubinden ohne dass das bemüht wirkt, ist große Schriftstellerkunst.

    Mit gefällt auch gut, dass der Autor die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man als Leser unterschiedliche Blicke auf die Handlung und die Gefühlswelt werfen kann, was insbesondere bei den Streitereien zwischen Charlotte und Gereon ganz erhellend ist.

     So manchen Schlenker im Fortgang der Geschichte hätte sich Kutscher allerdings sparen können, diese wirken deplatziert und wie Füllmaterial. Ich denke dabei z:B. an die Episode, als eine Hauswirtin ihren unschuldigen Mieter Fleming verdächtigt oder auch die Geschichte um den ermordeten Heinrich Beckmann.

    Insgesamt aber gut gelungen. Vier Sterne von mir.

  12. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.708)
    Aktuelle Rezension von: Katharina_Klose

    Das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Es hat mich einfach nicht mehr losgelassen und mich an den Inhalt gebunden. 

    Die Geschichte ist wunderschön geschrieben, der Schreibstil führt leicht durch den Inhalt hindurch und packt einen in den überraschendsten Momenten. Die beiden Protagonisten sind tiefgründig charakterisiert und überraschen einen immer wieder aufs Neue. 

    Generell ist es ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann, da es relativ kurze Kapitel hat und man auch sofort wieder in der Geschichte drin ist. 

    Die Gesellschaftskritik, die in dem Buch geübt wird, ist wichtig und wird trotzdem ohne den mahnenden Zeigefinger herübergebracht. So wird das Buch angenehmer beim Lesen, auch wenn es um wichtige Themen geht. 

  13. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.268)
    Aktuelle Rezension von: Oeznur

    Erinnert uns an die dunkle Zeit des Deutschen Volkes

  14. Cover des Buches Cop Town - Stadt der Angst (ISBN: 9783734104060)
    Karin Slaughter

    Cop Town - Stadt der Angst

     (205)
    Aktuelle Rezension von: leipzigermama

    Ich habe die anderen Bücher von Karin Slaughter geliebt. Ok, bei manchen war es schwer sich durch die ersten, trägen Seiten zu kämpfen. Aber gerade Belladonna oder Gottlos blieben mir im Gedächtnis haften.
    Aber leider, leider, baut Karin Slaughter von Buch zu Buch ab. Anfangs war man noch mittendrin im Geschehen. Nun gibt es einen Prolog, der Fragen aufwirft und dann unzählige, träge Seiten die erst einmal die Leben aller Protagonisten genau beleuchten muss.
    Ok, das ist an dieser Stelle vielleicht etwas übertrieben. Es war einfach schwer am Ball zu bleiben. Doch ich biss die Zähne zusammen, um bis zum Ende zu kommen.
    An einigen Stellen war die Story mitreißend und man wollte das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Dann kamen aber leider wieder viele, träge Seiten. Insbesondere die Stellen mit dem Onkel habe ich irgendwann gehasst.
    Ob ich das Buch weiterempfehlen würde?
    Wenn man schon andere Bücher der Autorin kennt? Vielleicht.
    Wenn es das erste Buch der Autorin ist, das man lesen möchte? Nein! Definitiv nein!
    Es gibt einfach bessere Werke. Wie schon erwähnt Belladonna und Gottlos.

  15. Cover des Buches Gut Greifenau - Silberstreif (ISBN: 9783426525456)
    Hanna Caspian

    Gut Greifenau - Silberstreif

     (131)
    Aktuelle Rezension von: nino

    Das Buch „Gut Greifenau“-Silberstreif hat mir insgesamt relativ gut gefallen. Obwohl es ein Band einer Reihe ist, konnte man direkt durch Charaktererklärungen in das Geschehen einsteigen und hatte nicht das Gefühl alles verpasst zu haben. Historische Romane sind bei mir eine Grauzone. Sie können gut sein, mir gefallen allerdings die wenigsten. Hier war es so, dass ich am Anfang Vorbehalte hatte, die sich nach einiger Zeit gelöst haben, da ich mich durch die Erzählung gut in Dan geschehen hineinversetzen konnte, was gerade bei historischen Romanen sehr schwierig ist, da es nicht etwa eine ausgedachte Zukunft ist, sondern etwas, das Menschen vielleicht genau so passiert ist. Etwas, das bereits geschehen ist/ geschehen sein könnte, in einem Buch, so gut in Shene zu setzen finde ich persönlich eine tolle Leistung! Meine Kritikpunkte an sich sind einfach der Anfang, da es einen Moment dauert, bis man wirklich in das Geschehen eintauchen kann. Damit meine ich nicht das Verständnis des Textes, sondern die Art das Buch zu „leben“ und im Kopf eine klare Vorstellung der Situationen zu haben. Zudem ist es einfach nicht zu 100% mein Genre, daher nur 3Sterne, wobei es hier wirklich nur um Geschmacksache geht! Für Leser, die gerne historische Romane lesen, ist dieses Buch absolut zu empfehlen!

  16. Cover des Buches Sechs Koffer (ISBN: 9783462050868)
    Maxim Biller

    Sechs Koffer

     (79)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    „Wäre ich geblieben, wäre ich geflohen, hätte ich selbst meine engsten Freunde und Verwandten verraten, wenn die Kommunisten mich erwischt hätten?“ Der Großvater der Familie wird 1960 auf dem Flughafen von Moskau verhaftet und wegen seiner verbotenen Devisengeschäfte hingerichtet. Kurz danach war einer seiner Söhne, Dima, ebenfalls verhaftet worden, weil er, in Prag lebend, nach Westberlin flüchten wollte. Seither stellt sich in der Familie durch die Jahre und Generationen die Frage, ob es da einen Zusammenhang gibt, war es Dima, der damals den Großvater verraten hatte?

  17. Cover des Buches Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück (ISBN: 9783548063416)
    Lilly Bernstein

    Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück

     (150)
    Aktuelle Rezension von: Katjuschka

    Köln 1941: Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar.

    Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein.

    Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf.

    Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen.

    Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen.


    Diese, in vielfacher Hinsicht berührende Geschichte, fesselt von der ersten bis zur letzten Seite.

    Der Schreibstil ist extrem bildhaft und sehr emotional - bleibt dabei aber immer authentisch!

    So hatte ich Marie und Anna sofort ins Herz geschlossen und habe mit ihnen gebangt und gehofft.

    Gefühlt stand ich mit ihnen in der Backstube, saß aber auch während der Bombenhagel mit im Bunker.

    Die Beschreibungen des ständigen Hungers haben mir manches Mal beim lesen direkt die Kehle zugeschnürt.

    So wie mich die Schilderung vom laufen mit Papierschuhen (oder sogar barfuß) über gefrorenen Boden wirklich hat frösteln lassen.

    Anna und Marie - ihre Gedanken und Gefühle - werden so intensiv und gleichzeitig realistisch dargestellt, dass man fast das Gefühl hat, an deren Seite durch das zerstörte Köln zu laufen.

    Die beiden werden unglaublich liebevoll, mutig und stark dargestellt!

    Der kleine Karl erwärmt einem das Herz und bringt nicht nur Marie und Anna zum lächeln!

    Der tägliche Kampf aber (um Lebensmittel zum überleben oder um Kohle um nicht zu erfrieren), wird so eindrucksvoll beschrieben, dass man schon mal tief durchatmen muss.

    Und dann ist da natürlich noch die tapfere Kinderbande! Sie alle haben mich tatsächlich zu Tränen gerührt. Besonders Hilde. Sie war eine "rote Zora" für ihre kleine "Familie"!

    Das Ende: Liebe und Hoffnung besiegen alles! 

    Ich liebe Köln und ich liebe dieses Buch!

    Wenn ich Adjektive dafür benennen müsste, dann wären das "eindrucksvoll und bildgewaltig"!

  18. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783866048256)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (247)
    Aktuelle Rezension von: JustAli

    Wir mussten das Buch für die Schule lesen und ein Lesejournal dazu bearbeiten. Am Anfang klang es relativ langweilig, einfach nur ein Mädchen, das Bücher stiehlt. ich muss zugeben, ich hab mich zuerst für ein anderes Buch gemeldet. Aber die Mehrzahl in meiner Klasse wollte unbedingt dieses Buch lesen. Aber inzwischen bin ich froh darüber. Es ist eine echt schöne Geschichte, jedoch etwas gewöhnungsbedürftig geschrieben. Was aber bisschen mies war, war, das der Erzähler schon gesagt hat, das alle sterben würden am Ende. Alle außer Liesel Meminger. Das hat die Spannung etwas genommen.

  19. Cover des Buches Es (ISBN: 9783453504080)
    Stephen King

    Es

     (2.290)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Die Handlungsstränge springen zwischen den Jahren 1957/1958 und 1985 hin und her. Teilweise werden Ausflüge in eine noch entferntere Vergangenheit unternommen. Alles bleibt jedoch sehr übersichtlich, es fällt nicht schwer zu folgen.
    Bleibt noch zu sagen was den Kern des Ganzen ausmacht. Eine Schar von Kindern stellt sich im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse einem namenlosen Grauen entgegen, das seit Ewigkeiten ihre Heimatstadt unsicher macht. Niemand scheint etwas zu unternehmen. Bis eine fremde Macht die grenzenlose Fantasie und Wagemut des kindlichen Geistes einzusetzen weiß und den Showdown einleitet...

  20. Cover des Buches Märzgefallene (ISBN: 9783462049039)
    Volker Kutscher

    Märzgefallene

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Bei diesem Roman handelt es sich um den fünften Fall für Kriminalkommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2014. Zeitraum der Handlung ist diesmal vom 25.02.1933 bis zum 26.05.1933, ein gutes halbes Jahr also, nach die Akte Vaterland (Band 4) geendet hat. Dieser Band beinhaltet den Zeitpunkt der Reichstagswahlen im März 1933. 

    Es geht um mehrere Morde an Beteiligten des Unternehmens Alberich im 1. Weltkrieg und um die Jagd auf ein junges Mädchen, das aus einer Heilanstalt geflohen ist.

    In diesem Band hat Kutscher über lange Strecken zugunsten der Darstellung des Lebensgefühls und des Zeitgeistes der damaligen Periode den eigentlichen Kriminalfall in den Hintergrund gerückt. Der kommt deshalb nur relativ schwer in Gang und leidet unter zu vielen Unterbrechungen. Aber der Stimmung des Buches tut das gut. Zumindest für mich ist sehr gut nachvollziehbar, ja fast spürbar, wie sich die politische Umgebung für die Menschen veränderte, als sich abzeichnete, dass die Nazis die Macht übernehmen und auch so schnell nicht mehr abgeben würden. Diese Schwanken zwischen Wut und Verzweiflung (Charly) und Verharmlosung und Ignoranz (Gereon).

    Der Kölner und der Berliner Dialekt nehmen einen deutlich breiteren Raum ein, als in den Vorgängerbänden. Ab und an wagt der Autor Ausflüge ins skurril-komische: Das geht im Fall Fritze gerade noch gut, den man als Berliner-Gör-Sidekick gerne goutiert. Den Fall des Kölner Taschendiebes finde ich aber überflüssig und störend.

    Vielleicht ist es mir in den vorangegangenen Bänden nicht aufgefallen, aber in diesem zumindest ist auffällig, wie oft der Autor im Text alte Marken erwähnt, wie z.B. Afri Cola oder Persil

    Insgesamt finde ich auch diesen Band gut gelungen, auch wenn der Schwerpunkt aus meiner Sicht diesmal etwas weg vom Kriminalfall gelegt wurde.

  21. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (755)
    Aktuelle Rezension von: VeroniKi

    Kurz zuvor hatte ich einen anderen Roman gelesen, der zur Zeit des Stalinismus’ spielt. Mit “Kind 44” traf mich diese beklemmende Zeit erneut, die ständige Angst davor, etwas falsches zu sagen, nur, damit einen die Nachbarn, Freunde oder gar Partner nicht denunzieren und in den “Gulag” bringen. Ich bin nun sehr geschafft und hoffe, dass sich so eine Zeit nie wiederholen wird.

    Zum Kriminalfall

    Ein typischer Fall ist das nicht, den Leo bearbeitet. Schließlich arbeitet er bei der Miliz und seine Aufgabe ist es nicht, den Mörder der zahlreichen Kinder aufzuspüren. Ganz im Gegenteil. Mit den Nachforschungen gefährdet er nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das seiner Frau Raisa und seiner Eltern. Aus diesem Grund finden alle Ermittlungen im Verborgenen statt. Es ist spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Die Charaktere 

    Leo ist zwar Mitglied der MGB und man weiß, dass er schuldig ist am Tod vieler Unschuldiger, dennoch erkennt man recht schnell, dass er zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Bei seiner Frau Raisa weiß man lange nicht, wie sie zu ihm steht und generell, wie sie zum Staat und seinen Machenschaften steht. Ich mag sie beide irgendwie und man fiebert mit, dass sie unbeschadet aus diesem Albtraum wieder aufwachen werden und alles gut endet…

    Fazit

    Teilweise war mir der Thriller zu brutal, der Kriminalfall ist übel und die Spionage des Staates macht einen fertig. Ich denke, dass es die Zeit in der Sowjetunion gut wieder spiegelt, weshalb mich das Buch stärker mitgenommen hat, als es ein “normaler” aus der Fantasie heraus entstandener Thriller tun würde. Ich kann mir gut vorstellen die weiteren Romane von Tom Rob Smith zu lesen um zu erfahren, wie es mit *Achtung Spoiler* Leo und seinem Morddezernat weiter gehen wird.


  22. Cover des Buches Unter der Haut (ISBN: 9783827013750)
    Gunnar Kaiser

    Unter der Haut

     (42)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Ein geheimnisvoller Mann, Josef Eisenstein, ist Mäzen und Verführer, nicht im sexuellen, sondern ideologischen Sinne. Eines jungen Mannes. Jonathan Rosen. Zusammen gabeln sie junge Mädels auf. Jonathan beschläft sie. Eisenstein ist Voyeur 

    Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an wie eine Klinge berührt, die leicht über meine Haut fährt mit einem gewissen Druck..... und mir über die mehr als 500 Seiten durchweg Gänsehaut verschafft. Die unterschwellige Spannung ist grandios in drei Erzählsträngen verflochten. 1969, die beiden ungleichen Männer lernen sich kennen und ein spezieller und für Jonathan unvergesslicher Sommer in New York nimmt seinen Lauf. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Josef Eisenstein geboren wird, und eine Kindheit einen Menschen prägt. Und dann 1990, als sich Jonathan auf den Weg macht, um die wahre Geschichte seines alten Freundes aus dem Sommer 1969 aufzudecken.
    Gunnar Kaiser schafft eine so unglaubliche Atmosphäre, die in den verschiedenen Erzählsträngen durch die spezifische Sprache der Zeit und auch im Buch durch die unterschiedlichen Schriften deutlich gemacht wird. 

    Absolut lesenswert

  23. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.117)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Zu meinem Erschrecken gibt es inzwischen Literatur, die lästiges Recherchieren zu Lessings Drama "Nathan der Weise" ersparen und weniger Zeit zur Vorbereitung kosten soll.

    In Anbetracht solcher Worte und da ich seit einundzwanzig Jahren in der Lessingstraße wohne, wird es Zeit, dass ich dem hervorragenden Dichter und Denker ein Denkmal setze.

    Das Buch "Nathan der Weise" habe ich zwei Mal gelesen und mir fünf Inszenierungen auf der Bühne angesehen, wobei mir die des Poetenpacks am besten gefallen hat.

    Wie viel mehr das 1779 erschienende Ideendrama beinhaltet als die Frage, welcher Ring (Religion) der richtige sei, wird deutlich, wenn man das Werk in seinen Kontext einordnet.

    Ein Streit mit dem der lutherischen Orthodoxie angehörenden Theologen Johann Melchior Goeze führte nicht nur zu elf Erwiderungen Lessings mit dem Titel "Anti-Goeze" (1778), sondern auch zur Entstehung der Figur des Patriarchen im Drama, welcher als Antagonist Nathans und Saladins als christlicher Fanatiker dargestellt wird.

    Wenn man sich Lessings religionsphilosophisches Hauptwerk "Die Erziehung des Menschengeschlechts" (1780) anschaut, tritt seine deistische Auffassung noch mehr hervor und zeigt die Intoleranz des für seine Religionstoleranz berühmten Aufklärers gegenüber dem Theismus noch deutlicher.

    Der rational denkende Nathan schärft seiner Ziehtochter, Recha, in Anbetracht ihrer Rettung aus dem Feuer ein, nicht an das Wirken von Schutzengeln zu glauben.

    Ebenso sei die Begnadigung des Tempelritters durch Saladin ein Zufall, möchte der Autor dem Leser glauben machen.

    Nach Untersuchungen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie sagte der Neurologe John-Dylan Haynes vom Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin 2008: "Unsere Entscheidungen sind, lange bevor unser Bewusstsein ins Spiel kommt, unbewusst vorherbestimmt. Anscheinend trifft das Gehirn die Entscheidung vor der Person."

    Wenn es nach der Aufklärung keine Wunder (mehr) gibt, woher hatte dann Gotthold Ephraim Lessing die Ideen für sein Ideendrama? Der Verstand kann ähnlich wie ein Computer nur das wiedergeben, womit er mittels Erfahrung gefüttert wurde. Werden Computer demnächst von sich sagen: "Ich denke, also bin ich", so wie es Descartes irrtümlicherweise getan hat? Waren Lessings Ideen Zufall so wie die Rettung Rechas und des Tempelritters? Ein Zufall ist, wenn einem etwas zufällt. Von wo fällt es denn? Laut Grawitationsgesetz kann es ja nur von oben fallen.
    Schon Platon wusste lange vor Lessing, dass Ideen als eigenständige Entitäten existieren und dem Bereich der sinnlich wahrnehmbaren Objekte ontologisch übergeordnet sind.

    Ohne Lessings Drama "Nathan der Weise" wären meine kritischen Gedanken zu seinem Werk nicht entstanden. Deshalb möchte ich ihn durch folgendes Gedicht ehren.

    Nathan der Weise

    Nathan der Weise
    Spricht leise
    Oder schweigt
    Seiner Tochter zugeneigt
    Seine Vermutungen
    Abwägungen
    Dass seine Ziehtochter
    Viel gemochter
    Die Schwester sei
    Und damit nicht frei
    Für den Tempelritter
    Bitter

     Vera Seidl 

     

  24. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (213)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks