Bücher mit dem Tag "anteilnahme"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "anteilnahme" gekennzeichnet haben.

25 Bücher

  1. Cover des Buches Die Toten Hosen (ISBN: 9783498073794)
    Philipp Oehmke

    Die Toten Hosen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Radermacher

    Locker geschrieben und amüsant, hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Sprachliche Feinheiten habe ich nicht erwartet, ebenso wenig Tiefgang. Dennoch gab es einige emotionale Kapitel, die auch zum Nachdenken anregten. Insbesondere die Schilderung des Todesfalles auf dem "1.000 Konzert" und der Reisen in die DDR und hinter den eisernen Vorhang.

  2. Cover des Buches Alles Sense (ISBN: 9783442483778)
    Terry Pratchett

    Alles Sense

     (526)
    Aktuelle Rezension von: Kajani

    Ich hab Gevatter Tod als Hörbuch gehabt und nachdem ich anderen Scheibenwelt-Romanen nicht ganz so viel abgewinnen konnte, hat Gevatter Tod das Ruder für mich rumgerissen und so hab ich mir auch diesen zweiten Band zu Gemüte geführt.


    Ein großartiges Lesevergnügen meiner Ansicht nach, der Charakter Bill Tür, der alle möglichen Emotionen kennen lernt und und auch das träumen lernt. 

    Auch Frau Flinkwert fand ich sehr symphatisch, auch wie dargestellt wird, wie sie Bill Tür wahrnimmt oder eben auch nicht. 

    Dann wären da noch die Zauberer, tote und lebendige. Ein großartiger Klamauk, ich fand nur am Ende, das mit den Schläuchen und dem Gebilde etwas verwirrend, da konnte ich nicht mehr zu 100 Prozent folgen. 


    Und ich mochte das Ende, wie dieses Buch zu Ende geführt wurde! :) 

  3. Cover des Buches Stadt der Finsternis - Duell der Schatten (ISBN: 9783802582196)
    Ilona Andrews

    Stadt der Finsternis - Duell der Schatten

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Crazygirl1

    Dies war der bisher beste Teil der Reihe! Es sprüht nur so vor Energie. Viel Spannung, viel Witz, viel Action und etwas mehr Gefühl und Erotik als bei den beiden Vorgängern. Dies war eine sehr gelungene Mischung uns das Lesen hat sehr viel Spaß gemacht. Besonders die langsam fortschreitende Beziehung von Kate und Curran sorgt immer wieder für sehr unterhaltsame Momente. Auch die Freundschaft und der Zusammenhalt unter den Protagonisten nimmt immer festere Formen an.

    Ich bin hier bei guten 4,5 Sternen, die ich gerne aufrunde. 

  4. Cover des Buches Sara auf der Suche nach Normal (ISBN: 9783734847301)
    Wesley King

    Sara auf der Suche nach Normal

     (41)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Seitdem Sara klein ist, leidet sie unter verschiedenen psychischen Erkrankungen. Diese machen ihr das Leben teilweise echt schwer und sie wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich wieder ,,normal‘‘ zu sein. Deshalb geht sie in eine Gruppepentherapie, wo sie Erin kennenlernt. Beide freunden sich sehr schnell miteinander an, jedoch hat Erin ein Geheimnis, von dem niemand erfahren soll…

    Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von dem Magellan Verlag erhalten, vielen Dank dafür! Dies beeinflusst jedoch in keiner Weise meine Meinung! Außerdem möchte ich anmerken, dass psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie u.a. thematisiert werden, deshalb möchte ich euch bitten, dass ihr beim Lesen auf euch achtet! In diesem Buch ist keine TW drinnen.

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich dieses Buch liebe. Ich habe es innerhalb kurzer Zeit verschlungen, alleine deshalb, weil es so eine wichtige Botschaft hat. Nämlich diese, dass es gar kein ,,normal‘‘ gibt, sondern das wir alle auf unsere eigene Art und Weise normal sind. Einfach wunderschön.

    Sara ist eine unglaublich starke und authentische Protagonistin. Sie leidet unter unterschiedlichen Erkrankungen, die ihr Leben schwer machen. Dass sie trotz allem nicht aufgibt und weiter kämpft, hat mir sehr gut gefallen. Da ich auch einige psychische Erkrankungen habe, konnte ich mich unfassbar gut in Sara hineinversetzen und habe jedes Mal mit ihr gelitten. Ich habe sie verstanden und konnte ihre Emotionen nachempfinden. Sara hat in diesem Buch eine Entwicklung durch gemacht, die ich sehr bewundere. Ihren Mut und ihre Kraft die sie dafür aufgebracht hat, fand ich super. Außerdem gibt auch dies die Botschaft mit, dass man niemals aufgeben sollte, denn es kann immer besser werden.

    Erin bewundere ich auch sehr. Auch sie hat einiges erleben müssen und versucht trotzdem das Beste daraus zu machen. Sie versteckt ihren Kummer und Schmerz hinter einer Fassade und ich hatte immer das Bedürfnis sie in den Arm nehmen zu wollen und ihr zu helfen. Gottseidank hat sie Sara an ihrer Seite!

    Der Schreibstil von Wesley King hat mir unfassbar gut gefallen. Er hat sich auf die Zielgruppe angepasst und schreibt auch so. Ein bisschen Sarkasmus und Humor ist auch vorhanden, das hat mir sehr gut gefallen und mich auch einige Male zum Lachen gebracht. Ich bin sehr schnell durch die Seiten geflogen und habe es gerne gelesen, obwohl diese Geschichte sensible Themen behandelt. Das Buch passt sich der Zielgruppe von 12 Jahren an, aber ich glaube, dass es besser für Jugendliche ist. Abgesehen davon ist es auch ein Buch, das Erwachsene lesen können.

    ,,Sara auf der Suche nach Normal‘‘ ist eine Geschichte gewesen, die einem tief ins Herz geht. Außerdem sensibilisiert sich Jugendliche und auch Erwachsene, was psychische Erkrankungen angeht. Durch Sara und ihre besondere Art bekommt man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt. Ich kann euch das Buch nur empfehlen, denn wirklich jeder kann etwas aus dieser Geschichte mitnehmen.

  5. Cover des Buches Die Einsamkeit der Primzahlen (ISBN: 9783499291289)
    Paolo Giordano

    Die Einsamkeit der Primzahlen

     (795)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Treffender könnte ein Buchtitel nicht sein. Es geht um die einsame Lebensgeschichte zweier junger Menschen, die nach einem tragischen Ereignis in früher Kindheit das Vertrauen in andere Menschen verlieren. Soziale Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, bleibt für beide eine ausserordentliche Herausforderung. Wie viel kann ein Mensch ertragen, um am eigenen Schicksal nicht zu zerbrechen? Wie weit gehen Selbstbestimmung und die Verantwortung für das eigene Lebensglück? Diese Themen sind verwoben in der anrührenden Liebesgeschichte von Alice und Mattia.


    Das Buch liest sich angenehm und leicht trotz dramatischer Handlung, ich würde es literarisch jedoch nicht allzu hoch bewerten.

  6. Cover des Buches Das fünfte Paar (ISBN: 9783442473861)
    Patricia Cornwell

    Das fünfte Paar

     (214)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Der dritte Fall für Kay S., in dem mehrere Paare auf die gleiche Art verschwinden und erst Monate später als verweste Leichen aufgefunden werden. Als das titelgebende "fünfte Paar" vermißt wird, ist schnell klar, daß das vetrschwundene Mädchen die Tochter Pat Harveys ist, Nr-1-Drogenbekämpferin der USA. Die größten Probleme bereiten K.S., daß von den Leichen kaum was übrig ist, wenn sie aufgefunden werden. Und privat leidet sie immer noch unter der Trennung von Mark, die sie nie ganz aufgearbeitet hat...Ein stimmungsvoller Krimi, mit menschlichen Einsprengseln wie der angesprochenen Trennungskrise. Aber das Kay und Marino zu einer hellseherin gehen, hat mir nicht so gut gefallen, und warum gab es im Drugstore keine kameraüberwachung und warum wurde kein Phantombild von dem auffälligen Besucher gemacht? Sehr unprofessionell an dieser Stelle, aber ansonsten spannende Krimiunterhaltung.
  7. Cover des Buches Die Zombies (ISBN: 9783492268127)
    Thomas Plischke

    Die Zombies

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Da war ich ja neugierig, zumal das Buch schon lange im Regal stand und ich der Start war mehr als holprig um nicht zu sagen, sehr zäh, durch die die Lexikonartige und fast als Sachbuch erscheinende Auflistung am Anfang. Doch wer sich durch die fürchterlichen ersten 50 Seiten kämpft wird mit einer richtig guten Geschichte belohnt ...

    Lily lebt in London und untersucht auf wissenschaftliche Art den Glauben und auch die Geschichte nach alten Symbolen oder Erzählungen über Tote, die wieder auferstehen oder Wiedergängern. Als Gottlieb Ihr deutscher Frend, plötzlich angerufen wird und verschwinden muss und zudem Ihr Großvater stirbt, fällt Lily in ein tiefes Loch und lässt sich von Victor einem Mann, den sie auf der Beerdigung Ihrer Großmutter kennen gelernt hat, zu einem Besuch eines Clubs überreden, doch was während des Clubbesuchs passiert, verändert Lilys Leben komplett....

    Zunächst waren die ersten Seiten und gähnende Langeweile bis mir klar wurde, die Einleitung dauert halt etwas länger, doch dann hatte ich das Gefühl, der Erzählstil ändert sich und die Charaktere gefallen mir plötzlich und es wird aus verschiedenen Sichten eine Geschichte erzählt.  Lily und Ihre Abenteuer mit Victor, während auf der anderen Seite Gottlieb und sein Besuch in Deutschland eine ganz andere Seite des Romans zeigt und doch treffen alle zu einem Showdown wieder aufeinander.

    Zuviel kann ich an dieser Stelle nicht verraten, aber alleine die Idee, dass es verschiedene Arten von Zombies geben kann und auch einen Hintergrund, lässt das ganze richtig spannend werden. Zwischen Fantasy, Horror und Thriller angesiedelt, vermischt sich der Roman zu einer sehr guten Geschichte. Ohne die ersten Seiten ... Dafür 4 gute Sterne !!!

  8. Cover des Buches Friedhof der Kuscheltiere (ISBN: 9783453441606)
    Stephen King

    Friedhof der Kuscheltiere

     (1.922)
    Aktuelle Rezension von: benfi
    KURZBESCHREIBUNG: 
    Nur zwei Dinge waren es, die Louis Creed und seiner Familie nach dem Umzug nach Ludlow vom perfekten Zuhause trennten. Zum einen die stark befahrene Route 15 direkt vor der Tür und zum anderen der Friedhof der Kuscheltiere; gut eine Meile hinter dem Haus im Wald versteckt. Ersteres war immer eine Gefahr für Mensch und Tier, zweiteres weckte in Louis Frau Rachel dunkle Erinnerungen an den frühen Tod ihrer Schwester Zelda. Als Arzt der Universität von Maine sieht der dreißigjährige Mann dies jedoch als natürliche Sache dem Leben zugehörend an. Bis eines Tages der Familien-Kater Churchill Winston eben auf jener Straße überfahren wird. Da Rachel, Tochter Ellie und Sohn Gage bei seinen Schwiegereltern sind, nimmt Louis die eigenartige Hilfe des Nachbarn Jud Crandall an und begräbt das Tier auf einem alten Indianer-Friedhof hinter dem für die Kuscheltiere. Church kommt tatsächlich wieder, wenn auch verändert und emotionslos erscheinend. So richtig fällt dies aber nicht auf. Als jedoch das Drama seinen Lauf nimmt und Louis Sohn der Route 15 zum Opfer fällt, will der Vater trotz aller Warnungen und Geschehnissen in der Vergangenheit Gage auf dem Friedhof begraben und ihn zurückholen...

    KOMMENTAR:
    Auch bei dem erneuten Lesen des Romans 'Friedhof der Kuscheltiere' fühlte ich die drückende Stimmung, die durch das Thema Tod in dem Buch vorherrscht. Der amerikanische Autor Stephen King empfand die Story selber als harten Stoff, trotzdem wurde sie 1983 auf dem Markt gebracht - erfolgreich, denn es landete auf Platz Eins der Bestsellerliste. Dabei ist der Roman nun wirklich kein acition-geladener Stoff oder mit typischen Figuren aus klassischen Horror-Geschichten geladen; nein - King spielt einfach mit den natürlichen Ängsten des Menschen und dies ziemlich erfolgreich. Gerade Louis Frau Rachel und ihre kindlichen Erlebnisse innerhalb der Familie ist glaube für nicht wenige Menschen ein Horror-Szenario, dass sie nicht selber durchschreiten wollen. Natürlich kann man jetzt von Untoten reden, allerdings ist dies hier durch diesen mystischen Friedhof doch etwas anders konstruiert. Der Roman fesselt durch seine intimen Gedanken zu dem Thema des Todes und dem Sterben, und hat dafür doch verschiedenste Charaktere parat. Kam er mir beim ersten Lesen gar nicht so in den großen Fokus, ist der alte Nachbar Jud eine wirklich wunderbare Figur, die der Schriftsteller in diesen Roman eingebaut hat. King beweist auch mit diesem Werk, was mit seinen über sechshundert Seiten nicht gerade einen kurzweiligen Lesestoff bietet, seine erzählerische Kunst durch die Erlebnisse seiner Charaktere in deren Vergangenheit und ihren sehr tiefgründigen Gedanken. Immer noch begeistert mich, dass King in dem Roman mehrfach die Punk-Rocker RAMONES erwähnt, welche ja zu dem Film aus den Achtzigern sogar einen Song lieferten. 'Hey Ho, let's go' wurde ja sogar zum Schlachtruf der Hauptfigur. 'Friedhof der Kuscheltiere' ist ein wirklich gelungener Roman, der dosierten Horror vermittelt, immer wieder ein unwohles Schaudern verbreitet und den Leser wunderbar an die Seiten bindet. Eigentlich ein schöner Roman, um in die Welt von Stephen King einzusteigen. Und ein zweites Mal kann man das Buch ebenfalls nochmal sehr gut lesen...

    9,0 Sterne

  9. Cover des Buches Die Empathie-Tests (ISBN: 9783446249257)
    Leslie Jamison

    Die Empathie-Tests

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Clari
    Dieses in Amerika zum Bestseller erkorene Buch ist in seiner Substanz eindringlich.
    Es geht um die Verstehbarkeit von Leid und die Fähigkeit zum Mitfühlen im weiteren auch Empathie genannt. Es handelt sich um ein vielschichtiges, wichtiges und interessantes Sujet.

    Das Thema ist komplex und schwierig zu vermitteln. Wie weit können wir mitfühlen, und wo liegen unsere Grenzen?

    Jamison beginnt ihre Essays mit Tests von Studenten und Schauspielern, die angehende Mediziner auf ihr Mitfühlen überprüfen. Die Mediziner wissen nicht, dass sie nur Scheinkranken gegenüberstehen. Diese sind geschult, auf die Echtheit der Gefühle zu achten und die Kälte oder den Mangel an Gefühlen heraus zu spüren.
    Durch die Experimente wird dem Leser verdeutlicht, wie schwierig echtes Mitfühlen von der künstlichen Teilnahme oder der Übertreibung, womöglich gar dem Desinteresse, zu unterscheiden ist. Kann man Empathie überhaupt erlernen?
    Die Fähigkeit zur Empathie hängt von zahlreichen Variablen ab. Das eigene Gefühlsleben, das soziale Umfeld und die Herkunft, Beziehungen zu geliebten Menschen und soziale Kompetenz sind unabdingbare Voraussetzungen für die Fähigkeit zur Empathie. Wie soll man Empathie beschreiben? Es geht um die Sensibilität, sich in andere Menschen hineinzudenken und wahrzunehmen, wie es in deren Gefühlsleben und mit ihren Ängsten und Glücksmomenten aussieht. Die Selbstwahrnehmung über eigene Befindlichkeiten im Guten wie im Zweifel sind ebenso Bestandteil der Fähigkeit zur Empathie, wie die Bereitschaft, sich auf eine vorübergehende Nähe zu einem leidenden Menschen einzulassen. Das alles lässt sich bei entsprechenden Voraussetzungen und in Supervisionen verfeinern lernen. Die Reflexionen über die Konfrontation mit dem Leid anderer wird dazu führen, Selbst-und Fremdwahrnehmung zu differenzieren. Nur so lässt sich zwischen Kranken und Leidenden ein vorübergehendes Bündnis herstellen, das zur Heilung oder zum Ertragen des Mitleidens beitragen kann, gleichzeitig aber eine gewisse Distanz nicht überschreiten soll.
    Empathie aber wird nicht nur von Menschen in helfenden Berufen erwartet, sondern kann einen jeden im Alltag berühren und hervorragende Schriftsteller und Künstler zu sensiblen Darstellern in Politik und Gesellschaft befähigen. Sie erklären uns auf diese Weise die Welt mit allen ihren Widersprüchen.
    Was hat nun Leslie Jamison dazu beizutragen?

    In ihren folgenden Essays geht es um eingebildete Kranke, um Gangster und Überfälle und allerlei Übel, die uns Menschen wiederfahren können. Ist das erste Kapitel noch eingängig nachzuvollziehen, so folgen dann Kapitel auf Kapitel, die in ihrer Absurdität gelegentlich ermüdend sind.
    Zwischen Sachbuch und Literatur schwankend legt man das Buch nach einiger Zeit beiseite, um es bei passender Gelegenheit weiterzulesen.
    Leslie Jamison wird mit so bekannten Autorinnen wie Joan Didion und Susan Sonntag verglichen. In ihrer sensiblen Beobachtungsgabe kann man sie mit diesen Autorinnen durchaus gleichsetzen.
  10. Cover des Buches Verschleppt im Jemen (ISBN: 9783453645004)
    Zana Muhsen

    Verschleppt im Jemen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: sanrafael

    Zana Muhsen wurde zusammen mit ihrer jüngeren Schwester im Jemen zwangsverheiratet. Nach 8 Jahren gelingt es ihr zurück nach England zukehren. Als Preis dafür muss sie ihren 2-jährigen Sohn und ihre Schwester Nadja zurücklassen. Sie schreibt ein Buch darüber (Noch einmal meine Mutter sehen – lesenswert!) und mit Hilfe des Geldes und der Publicity das sie dadurch erhält, versucht sie Unterstützung zur Befreiung von Nadja zu gewinnen.

    Mehr als Dokumentationsbericht geschrieben, beschreibt sie nun ihren hoffnungslosen Kampf gegen Behörden die ihr nicht helfen wollen/können. Sie gibt europaweit Interviews um die Gemeinschaft zu mobilisieren und scheitert am Ende jedoch immer an der Hilflosigkeit gegen das Regime. Trotz kleiner Hoffnungsschimmer, wie die Reise mit einem französischen Fernsehteam in den Jemen, öffentliche Auftritte, das Anheuern eine angeblichen Söldner-Elite-Truppe, wird sie immer wieder enttäuscht.

    Man muss den ersten Roman gelesen haben um diesen zu verstehen.

  11. Cover des Buches Philadelphia (ISBN: 9783442425280)
    Christopher Davis

    Philadelphia

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Als ich dieses Buch vor kurzem in einem Secondhand-Bücherladen entdeckt habe, war ich skeptisch ob ich es tatsächlich kaufen sollte. Es ist eine halbe Ewigkeit her, seit ich den Film zum ersten und letzten Mal gesehen habe und darum konnte ich mich auch nicht mehr ganz an das Ende erinnern. 
    Wird mir dieses Buch gefallen, obwohl es den Film zu erst gab und erst dann das Buch? In diesem Bereich wurde ich schon ein mal enttäuscht. 

    Ich hab das Buch dann doch gekauft und anders als erwartet in einem Zug durchgelesen. Die Geschichte des Aids-Kranken Andrew hat mich einfach nicht mehr losgelassen. 
    Ich finde, der Autor, hat die schwere Aufgabe, ein Buch nach einem Drehbuch zu verfassen mit Bravour gemeistert. Mich hat diese Geschichte unglaublich berührt und nachdenklich gestimmt. Und ich glaube, DAS ist es, was dieses Buch so gut macht. Das Thema lässt einen nicht kalt. 
    Ich hab es mit Freuden gelesen und werde mir nun auch mal wieder den Film zu Gemüte führen. Ich freu mich drauf. 
  12. Cover des Buches Über das Sterben (ISBN: 9783406629792)
    Gian Domenico Borasio

    Über das Sterben

     (20)
    Aktuelle Rezension von: BettinaKok

    Gian Domenico Borasio ist nicht nur einer der führenden Palliativmediziner im deutschsprachigen Raum, sondern auch ein Arzt, der in der Lage ist, sich für Laien verständlich auszudrücken. Sein Buch enthält zwar schwere Kost, ist aber verhältnismäßig leicht zu lesen. Das allerdings, ohne in irgendeiner Weise populärwissenschaftlich zu argumentieren.

    Borasio bringt die Dinge auf den Punkt und beantwortet Fragen zum Thema Sterben, die viele von uns niemals zu fragen gewagt hätten. Der Erkenntnisgewinn ist groß. Für mich persönlich unglaublich erhellend war die eigentlich schlichte Weisheit "Man stirbt nicht, weil man nicht mehr isst. Man isst nicht mehr, weil man stirbt."

    Ich würde dieses Buch als Standardwerk jedem empfehlen, der mehr über das Sterben erfahren möchte. Die Wahrscheinlichkeit, dass das hier erworbene Wissen irgendwann einmal lebenswichtig wird, ist groß.

  13. Cover des Buches Nurejews Hund (ISBN: 9783499242601)
    Elke Heidenreich

    Nurejews Hund

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Rudolf nurejew wird er zufällig zum Hundehalter, als er bei einer Party bei Truman Capote sieht, wie dieser mit dem Hund Oblomow (Ex-Garcon) Champagner aus einer Schale schlürft und niemand den Hund am Ende mitnimmt. Oblomow ist das genaue Gegenteil von Nurejew, der vor Eleganz und Leidenschaft nur so sprüht, während der plumpe Hund fast nur herumlliegt und sich im Stillen für das Ballett begeistert. Nach Nurejews Tod eifert Oblomow im heimlich nach..eine tolle Erzählung, mit viel Wärme geschrieben, man beneidet Oblomow von der ersten Seite an!

  14. Cover des Buches Ich, Safiya (ISBN: 9783442364855)
    Safiya Hussaini

    Ich, Safiya

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Safiya, geboren in Nigeria und Mutter von 7 Kindern wird durch ein Sharia Urteil zur Hadd Strafe (Strafe zum Schutz des Eigentums) , also dem Tod durch Steinigung  verurteilt. Der Grund: außerehelicher Geschlechtsverkehr, Ehebruch, Geburt eines unehelichen Kindes (ihr Kind wurde während der Ehe gezeugt, aber erst nach der Scheidung geboren.) 


    Sie wurde von ihrem eigenen Bruder angezeigt. Bei ihrem Gerichtsverfahren steht es ihr als Frau nicht zu derselben beizuwohnen und sie ist darauf angewiesen ihrem Anwalt blind zu vertrauen. 


    Sie erzählt von der Flucht mit ihrer Tochter, der Angst was aus ihrem Kind wird wenn das Urteil vollstreckt wird.


    Nach einem BBC Interview regt sich weltweiter Protest gegen das bevorstehende Urteil und Safiya erfährt große Solidarität.


    Der Druck der Öffentlichkeit führt schließlich zu ihrem Freispruch.


    2002 wurde das Verfahren eingestellt. Im selben Jahr erhielt Safiya Hussaini zudem die Ehrenbürgerschaft der Stadt Rom. Nach dem Prozess heiratete sie erneut und lebt nun mit ihrem neuen Ehemann und zwei Töchtern in Sokoto. Von ihren fünf weiteren Kindern leben drei bei ihrem leiblichen Vater und zwei starben.


    Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Man fragt sich während dem Lesen einfach die ganze Zeit nur wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können. Es zeigt auch auf welche Art und Weise eine Religion oder ein Glaube von Fundamentalisten mißbraucht werden kann.


    Sehr gutes, erschreckendes und wichtiges Buch. 

  15. Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783746733678)
    Wolfgang Borchert

    Draußen vor der Tür

     (221)
    Aktuelle Rezension von: buecherblondine_blondie4books

    German version/English version below:

    Für mich erzählt „Draußen vor der Tür“ nicht nur die Geschichte von Unteroffizier Beckmann, einem ehemaligen Soldaten, der nicht allzu lange nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland zurückkehrt – meiner Meinung nach ist sie die Geschichte eines Außenseiters, eines Ausgestoßenen, der nach der Bedeutung des Lebens sucht. Dieses Thema ist immer aktuell, heute genauso wie zur Entstehungszeit des Theaterstücks vor 75 Jahren.  

    Der Protagonist kehrt nach drei Jahren in russischer Gefangenschaft in sein Heimatland zurück. Ein Deutschland, dass nicht mehr das Land ist, dass er vor dem Krieg gekannt hat. Auch Beckmann ist nicht mehr der, der er einmal war. Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Vorgesetzten, dem Oberst, der gut gelaunt mit der Familie am gedeckten Tisch sitzt, als Beckmann ihn zu Hause aufsucht, ist dem Gasmaskenbrillenträger nicht gerade zum Lachen zumute. Statt an einer üppigen Mahlzeit hat Beckmann noch immer am Krieg zu verdauen. Am Krieg, der Gefangenschaft in Sibirien, deren Folgen für ihn und für jene, die er anzutreffen hoffte: Bei der Ehefrau ist er abgeschrieben, da diese einen neuen Mann an ihrer Seite hat, die Eltern haben sich das Leben genommen, Beckmann findet keine Arbeit, hat einen hungrigen Magen, aber nicht einmal warmes Bett, in das er heimkehren könnte. Der Versuch, sich in der Elbe zu ertränken, scheitert, der mächtige Fluss will sein bisschen 25-jähriges Leben nicht. Und so stolpert Beckmann weiter durch das Theaterstück, der mysteriöse Andere und eine Flasche Rum, die er dem Oberst gestohlen hat, begleiten ihn dabei. 

    Laut Protagonist Beckmann verhält es sich mit dem Leben wie folgt: 

    1. Akt: Grauer Himmel. Es wird einem wehgetan. 

    2.  Akt: Grauer Himmel. Man tut wieder weh.

    3. Akt: Es wird dunkel und es regnet.

    4. Akt: Es ist noch dunkler. Man sieht eine Tür. 

    5. Akt: Es ist Nacht. Tiefe Nacht. Und die Tür ist zu... 

    In Borcherts Theaterstück, das 1947 uraufgeführt wurde, kann niemand eine Antwort auf die großen Fragen des Lebens geben – selbst Gott nicht. Im Gegenteil. Gott, der Allmächtige, ist mit seinem Latein am Ende, weil die Menschen nicht mehr an ihn glauben wollen... Borcherts Gott ist ein alter Mann, der sich selbst bemitleidet und am Elend der Welt nichts ändern kann –ein Gott, der sogar neidisch auf den Tod ist, denn den Tod kann schließlich niemand leugnen. Dennoch bleibt auch Gevatter Tod, der als Beerdigungsunternehmer dargestellt wird, Beckmann die Antwort auf seine Frage, die Frage nachdem Warum, die Frage nach dem Grund zum Weiterleben, schuldig.


    To me, Borchert’s play “Draußen vor der Tür” (literal translation:“Outside in front of the door”) is not only the story of sergeant Beckmann, a former soldier returning to Germany not too long after the end of World War II – in my opinion, the story is the one of an outsider, an outlaw, searching for the meaning of life. A topic that is always present, as present today as it was 75 years ago at the time of the play’s origin.  

    The main character returns to his home country after three years in Russian captivity. A Germany that is no longer the country he knew before the Second World War, and Beckmann is also no longer who he once was. In contrast to his former superior, the colonel, who is sitting cheerfully with his family at the laid table when Beckmann visits him at home, the man wearing gas mask glasses has not much to laugh about. Instead of a luxuriant meal, Beckmann is still digesting the war. The war, the imprisonment in Siberia, its consequences for him and for those he hoped to meet again: He has been dumped by his wife who has a new man in her life, his parents committed suicide, Beckmann can't find work, has a hungry stomach, but not even a warm bed to come home to. The attempt to drown himself in the Elbe fails, the mighty river does not want his little 25-year-old life. And so Beckmann stumbles on through the play, accompanied by the mysterious Other and a bottle of rum he stole from the colonel. 

    According to the protagonist Beckmann, life is like this: 

    Act 1: Grey sky. One gets hurt. 

    Act 2: Grey sky. One gets hurt again.

    Act 3: It's getting dark, and it's raining.

    Act 4: It’s getting even darker. One sees a door. 

    Act 5: It is night. Deep night. And the door is closed... 

    In Borchert's play, which premiered in 1947, no one can give an answer to the big questions of life - not even God. On the contrary. God, the Almighty, is at his wit's end because people no longer want to believe in him... Borchert's God is an old man feeling sorry for himself, unable to change anything about the world’s misery - a God who is even jealous of death, because no one can deny death, after all. Nevertheless, even Grim Reaper, who is portrayed as an undertaker, doesn’t answer Beckmann’s question of why, the question of why to stay alive and carry on.

  16. Cover des Buches Das Leiden anderer betrachten (ISBN: 9783596164806)
    Susan Sontag

    Das Leiden anderer betrachten

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Susan Sontag beginnt mit ihrem Anti-Kriegs-Essay Das Leiden anderer betrachten nicht ohne Grund mit einem Verweis auf Virginia Woolf, die bereits 1936 in Drei Guineen auf die brachiale Wirkung von Kriegsfotographie hingewiesen hat. Allerdings noch unter einem anderen Gesichtspunkt: Woolf war (noch) der Ansicht, Kriegsfotographie habe einzig die Aufgabe, gerade gegen den Krieg und seine Folgen aufmerksam zu machen; die Folge solcher Fotos sollte eine wachsende Überzeugung des Betrachters sein, den Krieg in seiner Gänze abzulehnen. Entgegen Sontags ursprünglicher Meinung, dass vielerorts gezeigte Bilder den Menschen mit der Zeit abstumpfen würden, revidierte sie in Das Leid anderer betrachten diese Annahme. Stattdessen vertritt sie jetzt wieder die Meinung, dass die ständige Wiederkehr aktueller Kriegsfotographie genau den gegenteiligen Effekt beim Betrachter haben würde. Inwieweit man Susan Sontag bei ihrer Meinung folgt, sei dahingestellt; diskussionswürdig ist ihre Position allemal. Unabhängig jedoch von einer individuellen Meinung beim Autor ist Sontags Essay meines Erachtens ein absolutes Muss für jeden, der sich für Kriegsfotographie, aktueller Politik, Soziologie, Kulturgeschichte und Philosophie beschäftigt. Heute mehr denn je kursieren Fotos mit zum Teil extremen Themen die Tageszeitungen oder werden als World Press Foto gekürt; die auf dieser Jahresausstellung zu sehenden Bilder sind oft an der Schmerzgrenze dessen, was man ertragen kann. Fotographie ist gerade in Zeiten des Internets noch wichtiger geworden: war früher in Zeitungen der Platz für Fotos begrenzt, ermöglicht das Internet heute eine scheinbar unbegrenzte Möglichkeit der Publikation; ganze Bildstrecken können problemlos veröffentlicht werden. Die Masse an bewegenden Bildern steigt also zunehmend. Doch anstatt den Betrachter zur Umkehr in der Politik aufzufordern, scheinen sich die weltweiten Konflikte zu häufen. Neben einem überzeugenden und hochaktuellen Essay der Amerikanerin Susan Sontag bleibt dennoch die grundsätzliche Frage: stumpfen Menschen nicht doch zusehends ab, je mehr Leiden der anderen sie betrachten?
  17. Cover des Buches Andy und Marwa (ISBN: 9783570305430)
    Jürgen Todenhöfer

    Andy und Marwa

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Todenhöfer berichtet über zwei Menschen, die beide nicht unterschiedlicher von ihrer Herkunft her nicht sein könnten, und dennoch gleiche Wünsche und Ziele für sich und ihre Familie haben. Am 7. April 2003 endet ihr bisheriges Leben auf brutalste Weise. Der Autor erzählt uns parallel die Lebensgeschichte der beiden und zitiert zwischendurch immer wieder die zynischen Reden von George W. Bush. Den Forderungen, die Todenhöfer aus dem Ganzen abgeleitet, kann selbstverständlich nur absolut zugestimmt werden, daß diese beachtet werden, muß man aber leider bezweifeln.
  18. Cover des Buches Briefe an einen jungen Dichter (ISBN: 9783835339323)
    Rainer Maria Rilke

    Briefe an einen jungen Dichter

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Lucinda4
    Poetische Gedanken über die Bedeutung der Einsamkeit für die Kreativität, über das Leben und die Liebe. Manchmal wünscht man sich, einen Blick in die Gegenbriefe werfen zu können. Aber Rilkes Texte berühren in jedem Fall.
  19. Cover des Buches Besser leben mit dem Tod (ISBN: 9783608947458)
    Susanne Jung

    Besser leben mit dem Tod

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Ati

    Obwohl er unabdingbar zum Leben dazugehört, befassen sich die Wenigsten von uns ernsthaft mit dem Tod. Er wird tabuisiert und verdrängt, obwohl er uns ohne Ausnahme bevorsteht. Vermutlich einer der Gründe, warum er die Hinterbliebenen immer wieder besonders schmerzhaft trifft und so manchen aus der Bahn wirft.

    Susanne Jung schreibt über den Tod und das Thema Abschied nehmen. Der Schutzumschlag des Buches ist schlicht gehalten. Er zeigt ein weißes Kissen auf weißem Grund, eine einzelne rote Rose. Friedlich und liebevoll wirkt dieses bescheidene Motiv und steht damit eigentlich im krassen Kontrast zum Thema an sich. Immerhin wird durch den Tod eine Person aus unserem Leben gerissen; für so manchen bricht dadurch eine Welt zusammen. Andere sind erleichtert, weil eventuell ein langer Leidensweg beendet wurde. Doch egal ob so oder so, ohne einen adäquaten Abschied fällt die eigentliche Trauerarbeit schwer. Ohne Akzeptanz ist sie unmöglich.

    Ebenso schlicht wie das Umschlagmotiv ist der Schreibstil der Autorin. Das allerdings nur im Sinne von sehr gut nachvollziehbar, denn tatsächlich vermittelt Susanne Jung den Inhalt ihres Buches auf niveauvolle Art. Sie gestaltet ihn sehr praxisbezogen. Nicht unbedingt philosophisch-anspruchsvoll, dafür aber ebenso anrührend wie achtungsvoll, verständnisvoll wie kritisch. Denn die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Nicht nur, weil sie selbst mehr als einen schmerzhaften Verlust erlitt. Auch weil sie einen Beruf ausübt, der nicht ganz gewöhnlich ist. Ursprünglich lernte sie, wie man Bilderrahmen vergoldet. Über eine ehrenamtliche Sterbebegleitung kam sie im Laufe der Jahre jedoch in ein Bestattungsinstitut. Was sie dort erlebte, war nicht das, was sie sich unter einem würdigen Abschied vorstellte. Und so machte sie sich einige Jahre danach als Bestatterin selbstständig.

    Von ihren eigenen Erfahrungen mit den Themen Sterben und Abschied, über ihren Umgang damit, erfahren LeserInnen eingangs des Buches. Offen erzählt Jung von Erlebnissen und Verlusten, jahrelanger Verdrängung und Trauerbewältigung. Nach ihren Ausführungen dazu, wie sie Bestatterin wurde, widmet sie sich dann Todesfällen, die andere erlebt haben. Sie schreibt vom Abschied von einem Kind, das nie leben durfte. Von einem Jugendlichen, der sich das Leben nahm. Von einem Mann, der durch seinen letzten Willen seiner Witwe fast die Möglichkeit zum Abschiednehmen nahm. Von einem Witwer, der innerlich mit seiner Frau starb. Von einer Organspenderin. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Jungs Erfahrungsschatz, der mittlerweile über 800 Bestattungen umfasst, die aber natürlich nicht alle in dem Buch erwähnt werden. Was jedoch erwähnt wird, sind bürokratische Hürden, die es nicht nur im Rahmen individuell gestalteter Bestattungen zu nehmen gilt. Unaussprechliches, das ausgesprochen werden sollte. Gefühle, die zugelassen werden sollten. Und Jungs Wünsche für Veränderungen der hierzulande geläufigen Sterbe- und Bestattungskultur.

    Einfühlsam geht sie auf den Unterschied zwischen Verstorbenen und Toten ein. Das mag für den einen oder anderen seltsam klingen. Dass es ihn tatsächlich gibt, weiß ich jedoch aus eigener Erfahrung und kann nur bejahen, was die Autorin dazu schreibt. Ihre Überlegungen, warum der Tod in den letzten Jahrzehnten dermaßen distanziert in Angriff genommen und zunehmend tabuisiert wurde, sind nachvollziehbar logisch. Jung hebt hervor, wie wichtig es ist, die Möglichkeit für einen bewussten Abschied anzubieten, unterstreicht aber auch die Bedeutsamkeit, diese Möglichkeiten als Betroffener zu nutzen. Ihre Anschauung des Lebens und (untrennbar damit verbunden) des Lebensendes vermittelt sie, trotz der Omnipräsenz des Todes, ebenso sensibel wie sachlich und durch alle kurzen Kapitel hindurch durchweg lebendig. Empathisch und unaufgeregt offenbart sich so Stück für Stück eine versöhnliche Fürsprache für ihn, mehr jedoch noch für das bewusste Leben.

    Fazit:

    Besser leben mit dem Tod oder Wie ich lernte Abschied zu nehmen ist ein sehr persönliches Buch, das ich gerne weiterempfehle und für das ich die volle Punktzahl vergebe. Es wirkt tröstlich und informativ. Nicht nur für diejenigen, die gerade selbst einen Todesfall beklagen, sondern auch für jene, die sich mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen. Dass Susanne Jung tatsächlich mehr als eine konventionelle Bestatterin ist, durfte ich beim Abschied eines Freundes erleben. So sensibel, wie sie dabei die Hinterbliebenen begleitete und tröstete, so vermittelt sie in ihrem Buch tatsächlich, dass Abschied nehmen gelernt sein will und man besser lebt, wenn man den Tod nicht verdrängt - einfach weil er zu unserem Leben gehört.

     

    Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

  20. Cover des Buches Kinsey (ISBN: 9783453600171)
    Bill Condon

    Kinsey

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Das Buch zu der Filmbiographie um den viel zu unbekannten Sexualrevolutionär Kinsey: Ob man ihn wirklich als "zweiten Darwin" bezeichnen kann, sei dahingestellt, auf jeden Fall hat Professor K. das Leben aller Menschen verändert, indem er den Schleier gelüftet hat, der von Moralpredigern auf die Sexualität gelegt wurde. Endlich erkannte man, daß es nicht "nur" hetero- oder " nur" homosexuelle Menschen gab, sondern daß die menschliche Sexualität so vielgestaltig war wie die Menschen selbst und daß eine Kriminalisierung von bestimmten Handlungsweisen als verboten oder krankhaft nichts an deren Natürlichkeit änderte. Das Buch bietet hingegen nur einen kurzen Einblick auf eine vielschichtige Persönlichkeit, ansonsten sind nur Urteile Dritter vorhanden.
  21. Cover des Buches BATMAN (Grayson/Ryan) Panini Heft 2 (ISBN: B0056YNSPE)
    Grayson Ryan

    BATMAN (Grayson/Ryan) Panini Heft 2

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Batman hadert mal wieder mit sich, daß er nicht alle Verbrechen in Gotham City verhindern kann, so wie in einer typischen Nacht ein Supermarktkassierer erschossen wird, während er selbst Killer Croc zur Strecke bringt. Überraschenderweise (surprise surprise) erwacht der Getötete wieder zum Leben, mit knallroten Augen und grauer Haut. Sehr spooky, diese Episode, und die Aufklärung überrascht nachhaltig. Eine Art interner Zombie-Fall, allen Zombiefans empfohlen.
  22. Cover des Buches Meat (ISBN: 9783453433724)
    Joseph D'Lacey

    Meat

     (57)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti
    Das war mal nicht der typische Thriller, wo ein Irres rumrennt und irgendwen abmetzelt. Dieses Buch war etwas tiefgründiger und ich denke einiges kann man auch auf die heutige Fleischproduktion anwenden, auch wenn die Kühe hier nicht das waren, was sie zu sein scheinen... Lesenswert!!!
  23. Cover des Buches Wie Max es sah (ISBN: 9783548603407)
    Louis Begley

    Wie Max es sah

     (12)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Onkel Toms Hütte (ISBN: 9783764151201)
    Harriet Beecher-Stowe

    Onkel Toms Hütte

     (306)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Ich war gespannt auf diesen Klassiker. Der Schreibstil ist gut und ich habe das Buch schnell gelesen.

    Tom war mir direkt sympathisch. Er ist bescheiden und klug. 

    Ich fand es einerseits gut, wie die Arbeit der Sklaven dargestellt wurde. Für z.b. lesende Jugendliche war das sicherlich ausreichend. Doch wissen wir auch, dass es den Sklaven deutlich schlechter gegangen ist als beschrieben. Da war mir das Buch stellenweise doch etwas zu beschönigend. Es war mir zu wenig klar gestellt, wie wenig so ein Sklave wert war. 

    So war ich unentschlossen, habe aber gerade noch 4 Sterne vergeben.

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