Bücher mit dem Tag "anfang 20. jahrhundert"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "anfang 20. jahrhundert" gekennzeichnet haben.

77 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

     (1.264)
    Aktuelle Rezension von: Erwin-Reader

    Ganz in der Tradition der "Kingsbridge-Saga" erweckt hier Ken Follett die Zeit um den ersten Weltkrieg zum Leben. An seinen Charakteren "Billy with Jesus", Ethel, Lady Maud, Walter von Ulbrich, Fitz, Grigori und und und ... nimmt man nur zu gerne Anteil. Man fiebert mit ihnen und taucht ganz in ihre ganz persönliche Sichtweise auf das Leben der damaligen Zeit ein.

    Das ist auch der Schwachpunkt, der zu einem Stern Abzug führt bei mir: das detailreiche Ausleuchten der (vielen) Charaktere erfordert viele Seiten und führt so unweigerlich zu einem fast unlesbaren Wälzer.

    Dennoch habe ich jede Seite genossen.

  2. Cover des Buches Die Schokoladenvilla (ISBN: 9783328103226)
    Maria Nikolai

    Die Schokoladenvilla

     (237)
    Aktuelle Rezension von: schmoekerstunde

    Ein sehr berührender Roman. Obwohl die Handlung einigermassen vorhersehbar ist, verläuft die Geschichte spannend. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen und man fiebert geradezu mit den vielen Charakteren und ihren Lebensumständen mit.

    Ein nettes Detail: am Ende des Buches gibt es einen Überblick über die mitwirkenden und über historische Personen sowie ein Glossar über die damalige Mode und den historischen Hintergrund.

    Ein schöner und lesenswerter erster Band einer Trilogie.

  3. Cover des Buches Als wir unsterblich waren (ISBN: 9783426512067)
    Charlotte Roth

    Als wir unsterblich waren

     (238)
    Aktuelle Rezension von: berliness

    Der Aufbau dass zwei Geschichten in zwei Zeiten erst parallel erzählt und dann zusammengeführt werden ist nicht neu, aber hier durch die - man ahnt es ziemlich früh - familiäre Verbindung sehr gut erzählt. Die Enkelin und die ihr unbekannte Vergangenheit ihrer Großmutter.  Die Geschichte der Großmutter als junge Frau wird spannend erzählt und gibt einen guten Einblick in die Zeit im dritten Reich. Die Auflösung ist ebenfalls gut gelungen nur die notwendige, sehr zufällige Begegnung am Anfang der Geschichte finde ich nicht gut gelungen. Das Aufeinandertreffen von Ostfrau und Westmann in der Wendenacht, deren Familien - Achtung Spoiler - sich schon vor dem Krieg kannten ist mir, nun ja, zu zufällig. Da hätte ich mir eine elegantere Lösung gewünscht, obwohl das Leben ja manchmal die verrücktesten Geschichten schreibt. Aber hier im Buch war mir das zu durchsichtig. 

    Die Geschichte ist dann aber sehr gut erzählt, schöne Details, sehr kurzweilig, guter Erzählstil für meinen Geschmack. Gerne mehr von der Autorin!

  4. Cover des Buches Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1) (ISBN: 9783548064055)
    Antonia Blum

    Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)

     (223)
    Aktuelle Rezension von: rose7474

    Dieser Auftakt hat mir wunderbar gefallen. Ich mochte beide Schwestern sehr und sie wuchsen mir gleich ans Herz. Es gab auch immer interessantes zur Medizin. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr und war sehr gut zu lesen. Ich vergebe 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung. Die anderen Teile werde ich auf jeden Fall lesen. 

  5. Cover des Buches Der Zauberberg (ISBN: 9783596904167)
    Thomas Mann

    Der Zauberberg

     (535)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Hans Castrop ist drei und zwanzig Jahre alt, hat studiert und soll in Hamburg in ein großes Schifffahrtsunternehmen einsteigen. Zuvor reist er aber nach Davos, denn in einer Bergklinik ist sein Vetter. Hoch oben sind viele Patienten, die mit den Lungen Problemen haben. Drei Wochen will Hans seinen Besuch dauern lassen, aber irgend etwas hält ihn fest. Die Geschichten der Leute, die Atmosphäre, das gemeinsame Essen und der Tanz und die Abendstunden mit Musik und Gesang. Hans fühlt sich krank und bekommt Fieber und tatsächlich findet der Arzt eine dunkle Stelle auf seiner Lunge. So bleibt der Ingenieur und kommt immer mehr in dem Haus an und verliebt sich und driftet ab und vergisst zu weilen sogar sein Alter. Aus drei Wochen werden sieben Jahr und die politische Veränderung in der Welt, hält nun Einzug auf dem Zauberberg. Thomas Manns Roman ist eine Wucht, ein ganz großer Wurf und wirkt heute noch genauso wie damals. Faszinierende Personen und genaue Beschreibungen und ein großartiger Schauplatz.

  6. Cover des Buches Das Spiel des Engels (ISBN: 9783596512645)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Spiel des Engels

     (1.379)
    Aktuelle Rezension von: luckytimmi


    David Martin, ein kleiner Schriftsteller, schreibt anfangs für einen Verlag, bis er eines Tages von einem gewissen Corelli - David nennt ihn später "Patron" - ein gut bezahltes Angebot bekommt: er soll ein Buch über eine neue Religion schreiben. Das war schon das 1., was ich nicht verstanden habe, denn dieser Corelli war mir sehr suspekt. 2. dann war David angeblich schwer krank und plötzlich wieder gesund.
    Corelli taucht dann immer wieder auf, um sich mit David zu treffen. Auch andere Personen tauchen plötzlich mystisch in Davids Umfeld auf, und einige haben es scheinbar auf ihn abgesehen. Und dann sterben auch noch einige Menschen...

    Meine Sternebewertung reichte eigentlich während des Lesens von 2 bis 5. Eher langweilig fand ich die meisten Gespräche zw. David und Corelli. Der Schreibstil ist nicht immer so einfach, oft recht gestelzte Sätze. Schwierig fand ich auch die vielen span. Namen. Trotzdem hat mich das Buch irgendwie gefesselt.
    Alles in allem ein mystischer Krimi, der anstrengend, aber doch auch irgendwie gut zu lesen war...

  7. Cover des Buches Rendezvous im Café de Flore (ISBN: 9783746632711)
    Caroline Bernard

    Rendezvous im Café de Flore

     (77)
    Aktuelle Rezension von: Woerterkatze

    Caroline Bernard führt uns direkt zweimal nach Paris. Beim ersten Mal entdecken wir Paris mit Vianne, einem fünfzehnjährigen Mädchen, das am liebsten Botanikerin im Jardin de Plants in Paris würde, aber leider bei streng konservativen Eltern zur Zeit der Belle Epoque aufwächst. Zusammen mit Marléne entdecken wir Paris in der heutigen Zeit, sie ist mit Jean-Louis verheiratet und feiert in Paris den zehnten Hochzeitstag, einer nicht glücklichen Ehe.

    Im Wechsel zwischen Vianne und Marléne lernen wir Paris kennen und Caroline Bernard gelingt es das Flair von Paris mit ihrem Schreibstil einzufangen. Das Flair der Belle Epoque und auch das Flair des heutigen Paris.

    Lernen wir mit Vianne zunächst das Paris der ausgehenden zwanziger Jahre kennen und ihre Entbehrungsreiche Zeit nach ihrem Weggehen von der heimatlichen Provinz im Süden Frankreichs. Vianne findet in Clothilde schnell eine Freundin und gemeinsam arbeiten sie als Wäscherinnen in Paris. Eine harte Arbeit, die ihr aber ihre Existenz in Paris sichert. Auf ihren Streifzügen begleiten wir sie durch Paris entlang der Seine, dem Montmatre, der Sacre Coeur und natürlich in den Jardin des Plantes. Der Ort an dem Vianne am liebsten arbeiten würde.
    Beim Fest der Wäscherinnen lernt sie den jungen englischen Maler David Scott kennen und lieben. Er ist aus gutem Haus, einziger Sohn eines Fabrikbesitzers und versucht sich im Paris der 20er Jahre als Maler. Neben Größen wie Picasso, Matisse und Chagall hat er es schwer. Wie Künstler so sind ist er auch exzentrisch, das tut allerdings Viannes Liebe keinen Abbruch und manchmal habe ich mir so gedacht, dass sie ihn ändern will, was ihr allerdings nicht gelingt.
    Durch David Scott lernt sie auch den künftigen Direktor des Jardin de Plantes kennen und vielleicht erfüllt sich ja ihr Lebenstraum von der Arbeit als Botanikerin.

    Ein anderes Bild von Paris begegnen wir zusammen mit Marléne, die in einer unglücklichen Ehe mit Jean-Louis gefangen ist, und ihren zehnten Hochzeitstag in Paris verbringt. Sie hat dort schon an der Sorbonne studiert, aber ihr Studium nicht beendet, da ihre Mutter krank wurde. Wieder zu Hause in Südfrankreich lernt sie nach einer unglücklichen Liebe Jean-Louis kennen und bleibt schließlich dort. Gefangen in einem Beruf, den sie nicht liebt, in einer Ehe, in denen sich beide nichts mehr zu sagen, denn zu unterschiedlich sind ihre Wesen und mit sich hadernd über ihr Leben und den verpassten Chancen reisen sie nach Paris in die Stadt der Liebe. Was ein Neuanfang für ihre Ehe werden soll, endet in einem Desaster. Zumindest was die Ehe betrifft, aber nicht was Marlénes Leben angeht.
    Nach einem heftigen Streit am Hochzeitstag gehen sie just an dem Tag getrennte Wege, während Jean-Louis mit einer sehr guten Bekannten auf der Oldtimerautomesse weilt, geht Marléne ins Museum d’Orsay. Dort entdeckt sie sich auf einem Gemälde wieder. Sprachlos und überrascht betrachtet sie es und kommt zu der Erkenntnis, dass es eine Verwandte von ihr sein muss. Aber wer? Denn eine weibliche Verwandte von ihr hat nie in Paris gelebt? Oder gibt es in ihrer Familie ein Geheimnis? Zusammen mit dem Auktionator Etienne, der sie auf die gemeinsame Unverwechselbarkeit zwischen der Frau auf dem Gemälde und ihr anspricht, macht sie sich auf die Suche nach der unbekannten Frau.

    Caroline Bernards “Rendezvous im Café de Flore” lebt von der Lebendigkeit der Charaktere und dem Flair von Paris. Sie hat es ohne weiteres geschafft mich sowohl ins Paris der Belle Epoque mit seinen Künstlern in Montmartre und Montparnasse zu entführen als auch in das Paris der Jetztzeit. Ich habe das Gefühl an der Seine entlang zu spazieren, mit Marléne und Etienne auf den Spuren ihrer Ahnin zu wandeln, in einer Boulangerie ein Baguette zu kaufen oder auf den Blumenmärkten um die Sacre Coeur den Duft der Vielzahl von Blumen zu riechen. Ebenso bildhaft kann ich mir den Jardin des Plantes und das Café de Flore vorstellen. Caroline Bernard beschreibt Paris so bildhaft als wäre ich da und ich habe immer wieder das Gefühl auf der Pontes des Arts zu stehen und die Liebesschlösser an dem Geländer zu betrachten oder mit Vianne und David in den Bars von Paris unterwegs zu sein.

    Neben dem ganzen Flair besticht der teilhistorische Roman auch durch seien Charaktere. Vor allem Vianne und Marléne waren mir von der ersten Zeile an sympathisch. Zwei tolle Frauen.
    Vianne ist mutig und neugierig. Sie sieht es nicht ein, dass Leben ihrer Mutter führen zu sollen, nur weil sie ein Mädchen ist. Sie will in die Welt hinaus und wagt schon im Teenageralter den Absprung nach Paris. So kämpferisch wie sie ist, hat sie aber auch die Fähigkeit sich auf andere einzulassen. Zu Beginn ihrer Beziehung zu David ist sie noch verunsichert und zurückhaltend, das ich auf ihr jugendliches Alter schiebe. So tough wie sie ist, nimmt sie sich im Hinblick auf David sehr zurück und stellt ihre Interessen hintenan. Womit sie auch oft hadert.
    David ist exzentrisch und eigenbrötlerisch. Seine Malerei steht für ihn an erster Stelle und danach kommt lange Zeit nichts. Erst dann Vianne, dennoch ist er in der Lage zu lieben, was manchmal etwas eigenartig und befremdlich rüber kommt. Vor allen dann, wenn er erst Vianne wegstößt und danach ängstlich kauernd vor ihr sitzt, aus Angst das sie ihn verlassen könnte.

    Marléne ist ein bisschen wie Vianne, aber im Gegensatz zu ihr lebt sie ihre Träume und Sehnsüchte nicht. Harmonie geht ihr über alles und vor allen vor ihren eigenen Wünschen. So lässt sie sich viel von ihrem Mann Jean-Louis gefallen, der sie lieblos behandelt und erst in Paris und durch das Gemälde findet sie den Mut ihre Wünsche zu realisieren.
    Jean-Louis, oh ja Jean-Louis, selten war mir ein Charakter so zu Wider, wie dieser. Ein Ekelpaket höchster Güte. Marléne ist seine Frau und hat sich so zu benehmen, wie es für ihn angenehm ist. Was er sagt und tut ist Gesetz. Er verhält sich lieblos ihr gegenüber, macht ihr Paris mies, verunglimpft sie am Telefon und benimmt sich egal in welcher Situation wie ein Kotzbrocken. Bis zum Ende habe ich keine einzige gute Seite an ihm gefunden.
    Ganz der Gegenpart dazu ist Etienne. Er ist ein weltoffener, romantischer und vielseitig interessierter Mann. Mit ihm kann Marléne reden und er tut ihr gut.

    Der Großteil von  “Rendezvous im Café de Flore” erzählt von den beiden Liebesgeschichten, die mehr als nur den Rahmen des Buches ausmachen. Ein kleiner Teil erzählt aber auch von Frankreich im Zweiten Weltkrieg  von der Résistance. Auch der historische Teil ist sehr gut dargestellt und oft lief mir ein Schauder über den Rücken.

    Fazit

    “Rendezvous im Café de Flore” ist ein wundervoller kurzweiliger Roman über Paris. Mit jeder Zeile habe ich gemerkt wie sehr Caroline Bernard die Stadt verehrt und ihr Roman ist eine Hommage an diese wundervolle Stadt. Eingebettet in einem historischen Hintergrund hat sie die Lebensgeschichte von zwei Frauen, die sich nie begegnet sind, aber so unheimlich viel gemeinsam haben. Ein wundervoller Roman über Paris, die Liebe und die Selbstbestimmung. Absolut lesenswert!

  8. Cover des Buches Der Duft der weiten Welt (ISBN: 9783431041255)
    Fenja Lüders

    Der Duft der weiten Welt

     (111)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks

    Mina ist die Tochter des Kaffeehändlers Deharde in der alten Speicherstadt Hamburgs. Sie soll sich entscheiden was sie nach der Schule machen soll. Eigentlich möchte Mina gerne das väterliche Geschäft übernehmen. Dies geht leider nicht, da nur Männer das Geschäft erben dürfen. Eine Hochzeit ist da unausweichlich. 

    Das Entscheidungen für seine Zukunft einen nicht leicht fallen, weiß jeder. Für Mina ist es besonders schwer, darf sie als Mädchen nicht das väterliche Geschäft leiten. Für mich alles etwas zu seicht. Da hätte viel mehr vertieft können. Aber gut zu lesen war es trotzdem. Vielleicht wollte die Autorin Fenja Lüders nicht zu viel verraten und vielleicht kommt ja noch etwas mehr in den Folgebänden. Spannung ist leider nicht gegeben, auch kein erwähnenswerter Blick in die alte Speicherstadt Hamburgs. Hier geht es wohl wirklich um Minas Entscheidungen und ihre nicht erlaubte Liebe. 

  9. Cover des Buches Die Hafenschwester - Als wir wieder Hoffnung hatten (ISBN: 9783453292444)
    Melanie Metzenthin

    Die Hafenschwester - Als wir wieder Hoffnung hatten

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Julia_x3

    Im zweiten Teil der Hafenschwester befinden wir uns immer noch in Hamburg. Martha ist glücklich mit ihrer Familie und alles könnte perfekt sein. Nun steht auf einmal der Erste Weltkrieg vor der Tür und alles verändert sich. Allerdings sehen wir trotz der ganzen schweren Situation auch gute Veränderungen. 


    Ich habe öfter in diesem Teil nachgelesen und muss feststellen, das so einiges der Wahrheit entspricht. Genau das macht die Reihe zu was besonderem. Nicht nur die packende und fesselnde Story. Auch der Inhalt und die Genauigkeit der geschichtlichen Hintergründe. 


    Die Protagonisten und Ereignisse und die Art der Autorin, all das genaustens zu beschreiben, hat mich richtig tief mitfühlen lassen. Es las sich einfach flüssig und hat mich sofort mitgerissen. 

  10. Cover des Buches Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein (ISBN: 9783426528495)
    Hanna Caspian

    Schloss Liebenberg. Hinter dem hellen Schein

     (82)
    Aktuelle Rezension von: Jasika

    Für Adelheid Schaaf geht ein Traum in Erfüllung, als älteste Tochter eines Tagelöhners darf sie auf dem prächtigen Schloss Liebenberg als Stubenmädchen Dienst verrichten und kann der engen elterlichen Behausung aus Hunger und Kälte entkommen. Fast alles was sie verdient, bringt sie ihren Eltern und Geschwistern für Lebensmittel und Heizmaterial, doch es ist nie genug.

    Der gutaussehendende und arrogant wirkende Diener Viktor Novak hat indes ein Geheimnis, welches niemals jemand aus dem Schloss erfahren darf.

    Hedda Pietsch ist Stubenmädchen, träumt von einem besseren Leben und spart für eine Passage nach Amerika. Allerdings greift sie dafür bei den Komtessen oder Gästen kleinere Geldstücke, deren Verlust nicht weiter auffällt, ab.



    Auf den Auftakt der neuen Trilogie der Autorin Hanna Caspian war ich schon sehr gespannt.  Vielleicht waren meine Erwartungen nach der überragenden Reihe "Gut Greifenau" einfach zu hoch, aber wirklich überzeugen konnte mich der Roman nicht. Der Ansatz war durchaus spannend gewählt, die Handlung wird komplett aus Sicht der stets hart arbeitenden Dienstboten erzählt,  persönliche Probleme, Intrigen, ein hohes Arbeitsaufkommen für wenig Lohn und keine Achtung, sie hatten still und nahezu unsichtbar zu sein.
    Für den damaligen überaus brisanten politischen Skandal um den Kaiser und seinen besten Freund, Fürst Philipp zu Eulenburg, ist diese Erzählweise allerdings nur bedingt geeignet. Den Hergang erfährt der Leser nur anhand von Zeitungsartikeln, welche die Bediensteten heimlich lesen, aber was fühlten der Fürst und seine Ehefrau zu dieser Zeit? Ahnte seine Frau etwas?

    Auch die vielen Wiederholungen, z. B. hinsichtlich des höchsten Dieners Opitz, der immer wieder über der noch zu verteilenden Tagespost einschläft, lassen nur wenig Spannung aufkommen.


    Fazit:

    Solider Auftakt einer neuen Trilogie, der mich allerdings nicht vollständig überzeugen konnte.


  11. Cover des Buches Lottes Träume (ISBN: 9783734107320)
    Beate Maly

    Lottes Träume

     (58)
    Aktuelle Rezension von: pinkdinoprincess

    Inhalt: Lotte Seidls Vater ist gerade gestorben, daher macht sich die junge Frau aus einem kleinen Dorf in den Bergen auf nach Wien, um eine Anstellung als Verkäuferin zu finden. Als sie bei Mizzi Langer-Kauba vorspricht, dauert es nicht lang, bis klar ist: Wenn Lotte sich mit einer Sache auskennt, dann mit dem neuartigen Ski-Sport. Im Wien des Jahres 1904 eigentlich noch undenkbar, hat Mizzi Kauba einen Traum: Ski-Ausrüstung und -Kleidung auch für Frauen anzubieten. Gemeinsam mit Lotte als Angestellte rückt diese Vision in greifbare Nähe. Doch nicht nur geschäftlich prasseln jeden Tag neue Eindrücke auf Lotte ein. Der junge jüdische Arzt Jacob Sonnstein scheint ihr nicht mehr aus dem Kopf zu gehen.

    Fazit: Inhaltlich würde ich dieses Buch wohl als Wohlfühlroman bezeichnen. Wien ist für mich die schönste Stadt der Welt und auch im Jahr 1904 konnte ich einige Schauplätze wiedererkennen, auch wenn sie damals vermutlich noch etwas anders aussahen. Die Geschichte der Ski-Bekleidung für Damen war mir bis zu diesem Roman noch fremd, umso spannender fand ich es, nun zu wissen, welche historischen Persönlichkeiten daran mitwirkten! Denn auch wenn Lotte Seidl erfunden ist, so sind es ihre Zeitgenoss*innen in diesem Roman nicht immer, allen voran Mizzi Langer-Kauba. Die Figuren waren authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar, wenn auch für Lotte nicht immer angenehm.

    Empfehlung: Wer sich für Wien, das frühe zwanzigsten Jahrhundert oder die Geschichte der Emanzipation im Sport interessiert, darf sich hier auf einen angenehmen und interessanten Roman freuen! 

  12. Cover des Buches Die Tuchvilla (ISBN: 9783734110177)
    Anne Jacobs

    Die Tuchvilla

     (501)
    Aktuelle Rezension von: Ellaa_

    Meine Meinung:
    •Achtung. Diese Rezension enthält Spoiler. Es handelt sich um den Auftakt einer Reihe.• Das Buch lag schon etwas länger auf meinem SuB. Umso glücklicher bin ich, es endlich davon befreit zu haben. (: Ich muss sagen das ich diesen Auftakt wirklich gut fande, mir hat Maries Geschichte gefallen und auch alle Tragödien und Dramen rund um die Tuchvilla fande ich sehr unterhaltsam.

    Cover: Das Cover des Buches hat mir auf Anhieb gefallen. Es verströmte das gewisse Etwas und zeigte sofort, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Zu sehen ist eine junge Frau, die mit dem Rücken zu uns steht. Sie trägt einen langärmligen, braunen Pullover und einen langen, gelben Rock. Ihre braunen Haare hat sie hochgesteckt. Sie steht ganz vorne im Cover. Vor ihr erstreckt sich eine verschneite Landschaft- ein riesiges Anwesend ist zu erkennen, welches von riesigen Bäumen umsäumt ist. Sofort weiß man als Leser das es sich um die Tuchvilla handeln muss. Diese ist wunderschön erbaut worden und zeigt sogar gelbe Verzierungen an der Fassade.

    Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin hat mir wirklich sehr Gut gefallen. Da wir uns im Jahr 1913 befinden, hat sich die Autorin dieser Zeit hervorragend mit ihrem Stil angepasst und verströmt die perfekte historische Atmosphäre. Im Allgemeinen war er jedoch gut verständlich, locker und leicht geschrieben und auch sehr lebhaft. Ihre sehr detaillierten Beschreibungen haben mir gut gefallen. Nicht zuletzt auch die verschiedenen Verstrickungen und Beziehungen der Charaktere haben mir sehr zugesagt. Ich behalte die Autorin definitiv im Auge und freue mich auf die weiteren Fortsetzungen der Reihe. (:

    Idee: Die Idee des Buches hat mir tatsächlich sehr gut gefallen. (:
    In diesem Buch begleiten uns so einige Intrigen und Tragödien, die jedoch nur nach und nach und ganz sanft auf uns einrieseln.
    Zunächst lernen wir die Waise Marie kennen. Sie erhält die Chance als Küchenhilfe in der Tuchvilla zu arbeiten und so der angesehenden Familie Melzer zu dienen.
    Die Familie Melzer besteht aus Alicia und Johann und dessen drei Kindern Kitty, Paul und Elizabeth.
    Schnell rückt Marie jedoch ins Zentrum der Familie- nicht nur Paul scheint ein Auge auf die taffe Marie geworfen zu haben, auch Kitty wird sie zu einer guten Freundin. Sie verbindet die Kunst. Und natürlich Maries Talent zu Näh-& Handwerksarbeit steht unter einem guten Stern. Da sind Dramen gleich vorprogrammiert- nicht nur das es unschicklich ist, wenn eine Küchenhilfe so in das Zentrum der erwachsenen Kinder des Hauses rückt. Der Herr des Hauses hat Geheimnisse aufgebaut, die durch die Anwesenheit Maries drohen entlüftet zu werden.. Ganz zu schweigen von den anderen Angestellten deren Missgunst und Eifersucht sie sich nun ganz sicher sein kann.. Denn ein jeder möchte seine Probleme natürlich ganz geschmeidig unter den Teppich kehren..


    Kapitel: Das Buch baut sich wirklich unheimlich sachte auf. Eine gewisse Grundspannung war allgegenwärtig, aber auch ein paar langatmige Stellen schlichen sich hin und wieder ein. Für mich war das Buch dennoch sehr unterhaltsam. (:
    Das Ende hat mir nochmal sehr Gut gefallen. Für die Meisten der Charaktere gibt es nochmal ein herrlich schönes Happy End. Auch für Marie, was mich ganz besonders gefreut hat. Jedoch wäre die Tuchvilla.. Nunja eben nicht die Tuchvilla, wenn nicht noch einige Geheimnisse in ihren vier Wänden schlummern würden.. und von einem davon werden wir unwiderruflich nochmals Zeuge! Umso gespannter bin ich nun auf den zweiten Band der Reihe und bin sehr neugierig, wie sich das Leben in der Tuchvilla nun entwickeln wird! ♡

    Charaktere: Die Charaktere haben mir gut gefallen. Unser Hauptcharakter in diesem Buch ist Marie. Marie hat mich unheimlich beeindrucken können. Trotzdessen das sie arm wie eine Kirchenmaus ist, als sie in die Tuchvilla kommt, hat sie eine unglaublich stolze Haltung. Sie weiß was sie will und obwohl sie fast nie widerspricht, was ihre Aufgaben angeht, merkt man schnell das sie einen wachen und intelligenten Geist besitzt. Kein Wunder das sie schnell geschätzt wird, denn Marie ist handwerklich sehr geschickt. Ihre wohl engste Vertraute wird schnell Kitty. Kitty ist ein echter Wirbelwind, etwas sprunghaft und leidenschaftlich, aber auch bildschön. Ihre Liebe zur Kunst wird von ihrer Familie toleriert, aber nicht geteilt. Kittys Schwester Elizabeth ist das Ganze Gegenteil: Sehr besonnen, ernst und realistisch, gibt sie sich selten Träumen hin und ist sehr strukturiert. Ich muss sagen das ich vor allem das einfache Gesinde mit ihren gottlosen Mäulern sehr unterhaltsam fande. Man merkt den Unterschied zwischen den Ständen doch extrem, was aber auch erheiternt war. (:

    Mein Fazit: Ich vergebe herzliche 4,5 Sternchen. Die Tuchvilla ist ein Buch voller familiären Tragödien, verbotenen Liebschaften, Geheimnissen, aber auch Prunk und Armut, Lügen und Intrigen und das alles in dem Jahr 1913. Ich wurde wirklich sehr Gut unterhalten und empfande die ein oder andere Langatmigkeit als nicht allzu störend. (: Klare Leseempfehlung.

  13. Cover des Buches Die Fotografin - Am Anfang des Weges (2 MP3-CDs) (ISBN: 9783958620810)
    Petra Durst-Benning

    Die Fotografin - Am Anfang des Weges (2 MP3-CDs)

     (40)
    Aktuelle Rezension von: jackdeck

    3 nette Kurzgeschichten für den Urlaub oder einen kuscheligen Lesenachmittag im Winter. Man wird entführt in warme italienische Gefilde und fühlt sich wohl. Kurzweilig und angenehm zu lesen.

    Wo Durst-Benning draufsteht, ist ein wunderbares Buch drin . Vom Anfang bis zum offenen Ende, das auf die Fortsetzung hin fiebern lässt, ist die Geschichte stimmig, angenehm zu lesen, was mir persönlich Lust macht auf mehr.

  14. Cover des Buches The Light Between Oceans (ISBN: 9783734104534)
    M. L. Stedman

    The Light Between Oceans

     (365)
    Aktuelle Rezension von: Gatita

    Die Idee an sich ist erstmal total interessant, die Umsetzung allerdings nur bedingt. Denn die meiste Zeit passiert nicht wirklich viel. 

    Zudem wirken Isabel und vor allem Tom irgendwie starr und unsympathisch, was mir ein Mitfiebern meist doch sehr schwer gemacht hat.

    Auch konnte ich mich nicht mit den abwechselnden Zeitformen anfreunden. 

    Die Geschichte (wenn denn mal was passiert) ist trotzdem herzzerreißend und ich konnte mich in alle Beteiligten hineinversetzen und ihr Handeln nachvollziehen. Bis zum Schluss versucht man, sich für eine Seite zu entscheiden, nur um festzustellen, dass das fast unmöglich ist. 

  15. Cover des Buches Fabian (ISBN: 9783038820086)
    Erich Kästner

    Fabian

     (320)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Der junge Fabian, arbeitsloser Student im Berlin Mitte der 1920er Jahre streift ziellos durch die Metropole. Dabei kommt er nicht nur durch das Nachtleben, den Luxus, die Bordelle und die Sonnenseite, sowie auch die Schattenseiten und das Elend. Dabei lernt er die Liebe kennen, die Menschen und deren falsches Gesicht, aber auch das persönliche Scheitern.

     

    Der Autor erzählt die bewegenden Zeiten in Berlin in den 1920er Jahren mit allen Schattenseiten und Glanzpunkten. Die Großstadt und das moderne Leben werden großartig erzählt und ironisiert. Dadurch gelingt ein, aus heutiger Sicht historischer Blick, auf die Zwischenkriegszeit und das Leben vor dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, der immer noch aktuell und lesenswert ist.

  16. Cover des Buches Samson und Nadjeschda (ISBN: 9783257072075)
    Andrej Kurkow

    Samson und Nadjeschda

     (88)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    Kiew, 1919: Die Russische Revolution hat Kiew fest im Griff, als Samson und sein Vater auf offener Straße von marodierenden Kosaken angegriffen werden. Samson verliert dabei sein Ohr und seinen Vater. Das abgetrennte Ohr bewahrt er fortan in einer Schublade des alten Schreibtisches seines Vaters auf - der unglücklicherweise von der sowjetischen Polizei beschlagnahmt wird. Um den Schreibtisch zurückzuholen, begibt sich Samson auf das Polizeirevier, schreibt eine Anzeige und wird prompt bei der Miliz eingestellt. Die zwangsweise in seiner Wohnung einquartierten Rotarmisten liefern ihm auch gleich seinen ersten Fall...


    "Samson und Nadjeschda" ist ein historischer Kriminalroman aus der Feder von Andrej Kurkow, aus dem Russischen übersetzt von Johanna Marx und Sabine Grebing, der sich wohl am treffendsten mit dem Adjektiv "skurril" bezeichnen lässt. Ich kannte den Autor bisher nur durch seinen Roman "Graue Bienen", den ich Anfang des Jahres gelesen und sehr geliebt habe. "Samson und Nadjeschda" strahlt eine ganz andere, humorvolle Stimmung aus, ist aber nicht minder relevant in der heutigen Zeit.


    Samson ist ein junger, neugieriger Mann, der unerwartet und durch tragische Umstände zum Vollwaisen wird und völlig ungeplant und unausgebildet in den Polizeidienst in unsicheren Zeiten stolpert. Gerade dieses Unbeholfene und dabei doch Gewitzte an Samson haben mir besonders gut gefallen. Unterstützung erhält unser Protagonist vor allem auf seelischer Ebene von Nadjeschda, die im Laufe des Romans bei ihm einzieht. Als sein größter Trumpf entpuppt sich jedoch sein abgetrenntes Ohr, das auf wundersame Weise weiter hören kann und in der Schreibtischschublade wertvolle Informationen sammelt - was für ein ausgeklügelter Kniff von Kurkow!


    Zum Schluss des Buches heißt es: "Ende. Aber Fortsetzung folgt." Das finde ich wirklich toll, denn ich habe große Lust, Samson weiter bei seinen Ermittlungen im Kiew des 20. Jahrhunderts zu begleiten und zu beobachten, wie sich seine Beziehung zu Nadjeschda weiter entwickelt. Dieser erste Band der historischen Krimi-Reihe war für meinen Geschmack etwas zu langatmig und nicht spannend genug, ich denke aber, dass sich die Charaktere samt Geschichte in weiteren Bänden gut entwickeln könnten. Ein Highlight ist für mich jedenfalls die Aufmachung der Büchergilde-Ausgabe von "Samson und Nadjeschda" - das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buchs, die Karte von Kiew am Anfang erleichtert die Orientierung beim Lesen und die kleinen Zeichnungen an den Kapitelanfängen ergänzen die Lektüre perfekt. Insgesamt für mich daher ein unterhaltsamer Kriminalroman, der vor allem optisch punkten kann und einen etwas ausbaufähigen Spannungsbogen bereit hält.

  17. Cover des Buches Ungeduld des Herzens (ISBN: 9783746719740)
    Stefan Zweig

    Ungeduld des Herzens

     (102)
    Aktuelle Rezension von: Maus86

    Der Leutnant Toni Hofmiller erzählt uns in diesem Roman, aus Perspektive seines älteren Ichs, aus seiner Zeit als junger Leutnant Mitte Zwanzig in Wien. Er lernt die Familie Kekesfala kennen und hier besonders die Tochter Edith, die im Rollstuhl sitzt. Es entsteht eine Freundschaft, die sich leider in eine Richtung entwickelt, die Unheil ahnen lässt.

    Ich bin bei diesem Roman hin und her gerissen. Der Plot ist im meinen Augen furchtbar. Im Grunde lernen wir hier, dass die Fähigkeit zur Emphatie sich üben lässt (danke Herr Zweig, das wusste ich schon), dass 17-Jährige Mädchen schwierig sind (war mir jetzt auch nicht neu) und dass Menschen mit Behinderung, mehr sind als ihre Behinderung (wer hätte das gedacht). Mir ist klar, dass ich vielleicht etwas zu sehr aus dem Jahr 2022 drauf schaue. Aber, es tut mir leid, dann ist dieser Roman eben einfach nicht gut gealtert. Kommt vor.

    Nun hätte ich abgebrochen und 1 Stern vergeben, wenn der Mann nicht so unglaublich gut schreiben hätte können. Der Text ist durchzogen von großartigen Sprachbildern, so dass ich mir die Sätze geradezu auf der Zunge zergehen lassen konnte. Teilweise finden sich feine Ironie und subtiler Humor in den Ausführungen Zweigs. Auch wie die Personen zum Teil charakterisiert werden, ist stellenweise tatsächlich ein Genuss.

    Also 5 Sterne für sie Sprache. 

    Macht faire 3 Sterne insgesamt. 

  18. Cover des Buches Eine Nacht, ein Leben (ISBN: 9783866482784)
    Sophie Van der Linden

    Eine Nacht, ein Leben

     (18)
    Aktuelle Rezension von: EvelynM

    Henri, lange Zeit beim Militär, reist Anfang des 20. Jahrhunderts auf eine kleine französische Insel. Er wurde von seiner Freundin Youna, zu der er nur noch Briefkontakt hatte, „verlassen“. Sie hatte ihm geschrieben, dass sie alleine auf einer Insel leben wolle. Doch Henri kann das Ende ihrer Beziehung nicht akzeptieren und reist zu ihr. Er möchte sie für sich zurückgewinnen und dabei begegnet ihm das Leben.

    Dieses kleine Buch ist schon von außen betrachtet liebevoll gestaltet. Das Cover mutet wie ein impressionistisches Gemälde an, die Innenseite des Buches ist in derselben Farbe wie das Meer des Covers gestaltet und auch das Lesebändchen ist perfekt darauf abgestimmt. Die Geschichte des jungen Henri, der seine Liebe Youna nicht aufgeben will, wird in lyrischer Weise beschrieben und versprüht eine Portion Melancholie. Kurze Begegnungen mit Inselbewohner und sogar mit einer Katze werden nicht nur angerissen, sondern der Leser taucht für einen Moment in deren Leben ein. Dadurch wird der Focus von Henri weg und auf andere hin gelenkt. Das gefällt mir sehr gut, denn dadurch gewinnt die Geschichte an Lebendigkeit und es wird nicht nur eindimensional über Henri geschrieben. Die lyrische Art der Geschichte lässt mich an einen Klassiker denken. Der Leser wird auf eine Insel entführt, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Nur hin und wieder wird der drohende Krieg thematisiert, doch das Augenmerk liegt ganz klar auf der Schönheit der Umgebung und den wenig gesprächigen Bewohner und natürlich auf Henri und Youna. Wenn ich an die Zeit, in der der Roman angesiedelt ist, denke, war es nicht alltäglich, dass sich eine junge Frau entschloss, alleine zu bleiben und damit auch noch glücklich ist.
    Dieses kleine Buch ist ein Schatz für alle, die eine schöne Sprache, das Meer und eigenwillige Charaktere lieben.

  19. Cover des Buches Alles zerfällt (ISBN: 9783596905744)
    Chinua Achebe

    Alles zerfällt

     (21)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Der afrikanische Autor Chinua Achebe (geb. 1930 in Nigeria) erzählt die Geschichte und den Untergang eines Stammesvolkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ablösung alter Gewohnheiten und Rituale durch britische Kolonialherren und deren christliche Mission geschieht äusserst schmerzvoll. Der Wechsel in diese neue Welt ist insbesondere für den Protagonisten des Buches nicht nachvollziehbar. Einige sehen in der Kolonisation Chancen für eine wirtschaftliche Modernisierung veralteter Strukturen, andere erachten die expansive und aggressive Besiedlung als Bedrohung ihrer Traditionen.


    Zweifellos ein grosser Schriftsteller, der sein Land und die Geschichte besser kennt, als manch anderer und darüber fundiert zu erzählen vermag.


    Die Hinweise am Schluss des Buches sind unerlässlich, um den Text zu verstehen. Das macht das Lesen etwas schwerfällig, da viel geblättert werden muss. Eingeprägt haben sich bei mir nur die wenigsten Erklärungen. Alles in allem hat mich die Thematik sowie die Umsetzung der Geschichte zu wenig interessiert, darum hielt sich meine Lesefreude in Grenzen. Zu empfehlen ist das Buch aber sicher all jenen, die sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas näher auseinandersetzen möchten.

  20. Cover des Buches Der letzte Sommer in Mayfair (ISBN: 9783442478415)
    Theresa Révay

    Der letzte Sommer in Mayfair

     (31)
    Aktuelle Rezension von: _Sahara_
    Inhalt:

    England 1911. Im vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair laden Lord und Lady Rotherfield zum glanzvollen Debütantinnenball ihrer Tochter Victoria. Hinter den Kulissen jedoch brodelt es: Die Arbeiter rebellieren, der Hochadel verliert an Einfluss. Victorias Schwester Evangeline unterstützt die Sufragetten und landet im Gefängnis; und Edward, der jüngste Spross der Rotherfields, ist ein Frauenheld und begeisterter Wettkampf-Flieger. Ausgerechnet an seinen Konkurrenten, den Franzosen Pierre, verliert Evangeline ihr Herz. Wird ihre Liebe diese bewegten Zeiten und den aufziehenden Weltkrieg überstehen können?

    Meinung:

    Mit dem Buch habe ich mich sehr schwer getan. Ich kam von Beginn an nicht in die Geschichte und es hat sich im Laufe des Buches auch nicht geändert. Die Geschichte ist ziemlich langatmig, es gibt viele Passagen die zu sehr mit Erklärungen ausgereizt wurden, dass ich diese nur mehr oder weniger überflogen habe. Nur ab und zu gab es mal spannende Kapitel. Besonders die mit Evie fand ich noch am interessantesten. Es war stellenweise recht vorhersehbar, einige Begebenheiten wurden nur am Rande erwähnt. Aber gerade bei diesen hätte ich mir eine nähere Ausführung gewünscht.

    Das Buch ist für mich nicht richtig greifbar, die Charaktere blieben mir meist fremd. Es hat mich auch emotional in keinster Weise berührt. Zu dem muss ich sagen, dass ich generell kein Fan von historischen Büchern bin. Aber über die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts lese ich eigentlich recht gerne. Doch dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Ich habe über zwei Wochen gebraucht, um das 574 Seiten dicke Buch zu lesen. Das ist für mich eine lange Zeit und zeigt, dass ich keine große Lust hatte es weiterzulesen.

    Fazit:

    Für mich kein gelungenes Buch, nur durch ein paar spannende Momente konnte es bei mir Punkten. Ich würde es nicht weiter empfehlen wollen. Doch ich denke, wer solche Bücher gerne liest, sollte zumindest einen Versuch wagen. Es hat ja durchaus positive Bewertungen erhalten.

    ©_Sahara_
  21. Cover des Buches Die Töchter des Geistbeckbauern (ISBN: 9783423220088)
    Antonia Brauer

    Die Töchter des Geistbeckbauern

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Als jüngstes Kind der Hopfenbauern- und Gastwirtsfamilie Geistbeck aus der Hallertau kommt Wally in einer eiskalten, stürmischen Januarnacht 1911 zur Welt. Wie auch ihr Bruder und ihre beiden Schwestern muss sie schon früh mithelfen, die im Hof und in der Wirtschaft anfallenden Arbeiten zu verrichten. Dennoch haben die Geschwister eine sehr schöne, behütete Kindheit, bis mit dem 1. Weltkrieg und der danach folgenden Inflation auch die Not bei den Geistbecks einzieht. Wally muss im Kloster die Hauswirtschaft erlernen, um sich danach eine Stelle als Dienstmagd in München zu suchen. So ist sie gezwungen, bereits als Vierzehnjährige ihre geliebte Heimat und ihren Freund Ludwig, dem sie seit Kindertagen zugetan ist, zu verlassen und sich alleine in der Fremde durchzuschlagen. 

    Antonia Brauer ist das Pseudonym einer Münchner Autorin und Journalistin, deren Familie aus der Hallertau stammt. Ihre Großmutter war die Wally, über deren Leben sie in diesem Roman schreibt – eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie, nach ihrer eigenen Aussage. 

    „Die Töchter des Geistbeckbauern“„Jahre des Säens“ ist der erste Band, der in den Jahren 1911 bis 1928 spielt und hauptsächlich die Jugendjahre von Wally und ihrer beiden Schwestern Zenzi und Resi beinhaltet – ein zweiter Band mit dem Untertitel „Jahre des Erntens“ folgt. Orte der Handlung sind überwiegend das kleine Dorf Deimhausen im Landkreis Pfaffenhofen und die bayerische Landeshauptstadt München. 

    In einem angenehmen und mitreißenden Schreibstil schildert die Autorin das damalige Leben, nicht nur auf dem Lande, sondern auch in der Stadt. Sehr lebendig und real erlebt man die extremen Gegensätze, sowohl die harte Arbeit und das Brauchtum auf dem Land, als auch das lockere, unbeschwerte Leben in der Stadt, wobei dort die arme Bevölkerung nicht minder schwer arbeiten musste. Bemerkenswert ist auch die individuelle Charakterisierung der einzelnen Personen, was auf eine gute Recherche in der Familiengeschichte der Autorin schließen lässt. Alle Protagonisten handeln authentisch und ihr Gefühlsleben ist durchaus nachvollziehbar – Leid und Schicksalsschläge berühren sehr und lassen oftmals mitleiden. 

    Fazit: Die Lebensgeschichte dreier Schwestern die gleichsam begeistert und bestürzt – man darf auf die Fortsetzung gespannt sein. 

  22. Cover des Buches Lady Africa (ISBN: 9783746632452)
    Paula McLain

    Lady Africa

     (68)
    Aktuelle Rezension von: monerl
    Stichworte:
    Romanbiografie, fiktionale Biografie, starke Frau, Kenia, Birtisch-Ostafrika

    Handlung 4 - Beryls Leben nur bis zur Überquerung des Atlantik
    Sprache & Stil 5 - schön und spannend zu lesen, tolle landschaftl. Beschreibungen
    Charaktere 5 - Personen aus Beryls Leben
    Spannung & Abenteuer 4 - spannend mit kleinen Längen
    Ende 3 - passend zum Prolog, dennoch recht abrupt

    Gesamtwertung
    4,2 / 5


    Fazit:
    Von der Mutter ver- und in Kenia dem Vater überlassen, wuchs Beryl ganz frei und glücklich auf einer Pferdefarm auf. Das änderte sich, als sie in die Pubertät kam und eine Anstandsdame eingestellt wurde, die Beryl auf das Leben einer britischen Frau vorbereiten sollte. Doch Beryl ließ sich nur bedingt etwas aufzwingen und rebellierte ihr Leben lang. Sie kämpfte für ihr Recht für die Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben, was im 20. Jahrhundert nicht gern gesehen und verurteilt wurde.

    In diesem Roman bringt die Autorin den Leser*innen die starke und selbstbewuste Frau näher, die später als die Frau in die Geschichtsbücher eingeht, die als erste Frau den Atlantik in Ost-West-Richtung überflogen hat. Doch dies ist kein “Fliegerbuch”, denn das Buch endet genau damit.

    Paula McLain schreibt über Beryls Kindheit und ihren Weg als erste lizenzierte Trainerin für Rennpferde bis zur Fliegerei. Sehr spannend und sehr intensiv begleitet man die Protagonistin auf ihrem steinigen und oftmals sehr schmerzhaften Weg. Ich habe einiges über die Zeit der britischen Protektorate und Kronkolonien gelernt. Zudem bringt die Autorin den Leser*innen Kenia durch die wundervollen landschaftlichen Beschreibungen näher.

    Ich dachte jedoch, ich würde mehr über die Flugpionierin erfahren und war in dieser Hinsicht etwas enttäuscht. Zudem hätte ich mir auch mehr Informationen über die Politik und auch mehr Landschaftsbeschreibungen gewünscht.

    Nach der Lektüre informierte ich mich deshalb weiter und intensiver über Beryl Markham, ihr weiteres Leben und die britische Kolonialzeit. Insgesamt aber dennoch ein sehr lesenswertes Buch!
  23. Cover des Buches Die Charité: Aufbruch und Entscheidung (ISBN: 9783499274541)
    Ulrike Schweikert

    Die Charité: Aufbruch und Entscheidung

     (128)
    Aktuelle Rezension von: ReadAndTravel

    Berlin, 1903: Rahel Hirsch fängt als eine der ersten Ärztinnen an der Charité an. Von Gleichberechtigung ist man jedoch noch weit entfernt. Das erlebt auch die junge Arbeiterin Barbara täglich. Sie schuftet in der Wäscherei der Charité und muss immer wieder erfahren, was es bedeutet, wenn Männer Frauen als Besitz betrachten. Ungleicher könnten die beiden Frauen nicht sein, und doch werden sie zu Freundinnen. Während Rahel sich gegen Widerstände in der Charité durchsetzen muss, schließt sich Barbara der Frauenbewegung an. Bis der Erste Weltkrieg ausbricht und alles verändert ...

    Ich habe das erste Buch schon sehr sehr gerne gelesen und auch dieser Teil konnte mich sehr begeistern. Es ist wahnsinnig interessant darüber zu lesen, wie sich die Medizin über die Zeit entwickelt hat. Aber in diesem Buch steht nicht nur die Medizin der damaligen Zeit im Vordergrund, sondern auch die schwierige Rolle der Frau. Unsere weiblichen Charaktere sind wahnsinnig stark und sehr bewundernswert. Ich habe Rahel und Barbara sehr gemacht. Als dann der erste Weltkrieg ausgebrochen ist, kam mir dann die Charité etwas zu kurz. Das Buch bekommt von mir 4/5 Sternen. 

  24. Cover des Buches Der Schatten des Windes (ISBN: 9783596512980)
    Carlos Ruiz Zafón

    Der Schatten des Windes

     (5.777)
    Aktuelle Rezension von: Kirjahan

    "Wir leben in einer Schattenwelt, Daniel, und Magie ist ein rares Gut. Dieser Roman hat mich gelehrt, dass ich durch Lesen mehr und intensiver leben, dass Lesen mir das verlorene Sehen wiedergeben konnte. Allein deshalb hat dieses Buch, das keinem etwas bedeutete, mein Leben verändert." 

    Diese Worte, mit denen Clara Barceló den titelgebenden fiktiven Roman "Der Schatten des Windes" beschreibt, lassen sich sehr gut genauso über Zafóns Romane äußern. Sein bildhafter, einzigartiger Schreibstil macht das Lesen zu einer Reise an ferne Orte und lässt dich die Geschehnisse intensiv miterleben. 

    "Der Schatten des Windes" ist tragisch, zauberhaft und unheimlich atmosphärisch. Ein Buch für jeden, der Bücher liebt.

    Ich habe einen Stern abgezogen (eigentlich hätte es nur ein halber sein sollen, aber lovelybooks lässt dich anscheinend keine halben Sachen machen), weil mir teilweise die Nähe zu den Protagonist*innen gefehlt hat. Obwohl ich die meisten sympathisch fand und mit ihnen mitgefiebert habe, habe ich ihre Intentionen teilweise erst später verstanden und es blieb bis zum Ende eine gewisse Distanz.

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