Bücher mit dem Tag "aids"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "aids" gekennzeichnet haben.

268 Bücher

  1. Cover des Buches Dem Horizont so nah (ISBN: 9783499290862)
    Jessica Koch

    Dem Horizont so nah

     (741)
    Aktuelle Rezension von: living_in_a_bookworld

    Wie kann man ein Buch beschreiben, das sich nicht in Worte fassen lässt?

    Wenn man beginnt "Dem Horizont so nah" zu lesen, scheint es nichts besonderes zu sein. Eine nette, unterhaltsame Geschichte, klassisch klischeehaft verliebt sich das unschuldige junge Mädchen in den gutaussehenden Badboy.

    Aber diese Geschichte ist anders. Vielleicht liegt es daran, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht, dass die Autorin hier einen Teil ihrer eigenen Vergangenheit niederschreibt. Vielleicht ist es die besondere Situation, in der die Charaktere sich befinden, die einzigartige Kombination der Schicksale, Gefühle und Beziehungen, die mich so sehr berührt hat.

    Jessica ist überhaupt nicht begeistert, als sie und ihr Freundin Vanessa auf dem Volksfest von drei Typen angequatscht werden, viel lieber würde sie die Zeit allein mit Vanessa verbringen, die sie viel zu selten sieht.

    Dennoch geht ihr Danny nach diesem ersten Treffen nicht mehr aus dem Kopf, den sie eigentlich gar nicht mögen will, weil er viel zu gut aussieht und dazu noch unausstehlich selbstbewusst ist. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso mehr Fragen werfen sich auf.

    Zusammen mit Jessica habe ich gelernt, dass nie etwas so ist, wie es scheint, dass Dinge, die uns so wichtig erscheinen im Vergleich mit anderen Problemen nicht unwichtiger sein könnten. Aber vor allem habe ich gelernt, dass das Leben verdammt unfair ist und das hat mir das Herz gebrochen.

    Danny hat in seinem kurzen Leben bereits so viel Leid und Schmerz erfahren müssen, dass es für mich unmöglich ist das auch nur ansazuweise nachzuempfinden. Dennoch ist er der beste, fürsorglichste, stärkste und loyalste Mensch, den es nur geben kann. 

    Seine Beziehung zu Jessica (und auch Tina) ist einzigartig, zwischen den beiden herrscht ein so tiefes Vertrauen, dass man es selbst durch geschriebene Worte auf Papier spüren konnte. Eine solche Verbindung als außenstehende Person zu verstehen ist nicht einfach; ich glaube, selbst duch das Buch wird man nie ganz verstehen, wie tief die Gefühle wirklich waren.

    Ich möchte das Buch nicht bewerten, denn hier geht es nicht um einen besonders poetischen Schreibstil oder die Ausgefeiltheit des Plots, hier geht es um die Geschichte von Danny, die mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird.

    Doch müsste ich ein Wort wählen um "Dem Horizont so nah" zu beschreiben, dann wäre es "Herzensbuch", weil es berührt, erschüttert und gebrochen worden ist.

  2. Cover des Buches Bevor ich sterbe (ISBN: 9783570306741)
    Jenny Downham

    Bevor ich sterbe

     (1.901)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Es handelt sich hier um die Geschichte der krebskranken Tessa, für die es keine Heilung mehr gibt, die vor ihrem Tod noch eine Liste abarbeiten möchte und dann auch noch Adam kennen lernt...

    Erzählt wird alles aus der Sicht von Tessa. Dazu wird die Ich-Perspektive genutzt, meine Lieblingsperspektive.
    Ich fand Tessa zugegebenermaßen oft unsympathisch. Sie verhält sich rücksichtslos gegenüber anderen, denkt nicht daran, wie doll sie andere (zum Beispiel ihren Vater) mit ihrem Verhalten verletzt und ist sehr egozentrisch. Außerdem hat sie einige Charaktereigenschaften und Eigenarten, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte und auch ihre Entscheidungen und Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar.
    Einerseits war es schwierig, ein Buch mit einer Protagonistin zu lesen, die man nicht immer mag, andererseits fand ich es auch sehr realistisch und es wurde dadurch echt. Ich finde es gut, dass Tessa keine Heilige ist, das perfekte Opfer, die reif dem Tod entgegensieht und immer alles richtig macht. Stattdessen ist sie ein Teenager. Sie ist wütend, sie ist verletzt, sie ist auf sich selbst fixiert, trifft dumme Entscheidungen, lässt andere links liegen, verletzt ihr Umfeld und hört nicht auf ihre Eltern.
    Das war oft schwer zu ertragen, aber ich glaube, genau da liegt die Stärke des Buches. Der Tod ist nunmal nicht leicht zu ertragen und Sterben auch nicht.

    Was mir gefehlt hat und glaube ich der Grund dafür ist, dass mich das Buch nicht so doll ergreifen konnte, sind Tessas Gefühle und Gedanken. Zwar bekommt man durch die Ich-Perspektive einiges mit, einiges lässt die Autorin aber auch aus. Mir fehlt zum Beispiel ein innerer Zwiespalt im Bezug auf Adam - sollte sie mit ihm zusammen sein oder nicht? Anstelle von einem inneren Monolog zeigt sich dieses Hin- und Her nur auf der äußeren Ebene an Tessas Umschwüngen und ihrem Verhalten. Da hätte mir ein Selbstgespräch besser gefallen. Ähnlich ist es auch in einer Szene, in der Tessa alle möglichen Dinge aus ihrem Fenster wirft. Offenbar ist sie wütend, die Wut wird aber nicht beschrieben und auch ihre Gedanken nicht, es zeigt sich nur durch die Handlung.
    Mir gefällt es glaube ich eher, einen Einblick in das Innenleben zu bekommen, hier werden Gedanken und Gefühle eher durch die Handlungen ausgedrückt, was - glaube ich - nicht ganz meine Sprache ist.


    Fazit: An sich ist es eine interessante und bewegende Geschichte.
    Leider hat sie mich auf der Gefühlsebene nicht so sehr angesprochen und ergriffen. Ich vermute, das hängt einerseits damit zusammen, dass Tessa oft so unsympathisch und nicht nachvollziehbar ist (was ich ja eigentlich gut und realistisch fand) und dass andererseits eher Handlungen als Gedanken und Gefühle beschrieben werden.
    Ich muss sagen, dass mir das Buch damit leider nicht so gut gefallen hat, wie ich gehofft hatte.

    Bevor ich sterbe bekommt von mir 3,4 (also gerundet 3) / 5 Sterne.

  3. Cover des Buches Flugangst 7A (ISBN: 9783426510193)
    Sebastian Fitzek

    Flugangst 7A

     (1.229)
    Aktuelle Rezension von: zauber_seiten

    Zugegeben, Sebastian Fitzek ist mittlerweile bekannt dafür, abgedrehte Psychothriller zu schreiben. Aber hier erscheinen mir einige Handlungsstränge zu skurril, um mir noch zu gefallen.

    Während eines Fluges eine solche Geschichte entstehen zu lassen, finde ich genial. Viele können sich gut in die Situation hineinversetzen, wie es ist, in einem Flugzeug zu fliegen. Immer ein bisschen aufregend, immer ein bisschen spannend. Fitzek spielt hier mit der Flugangst und weiteren Urängsten seiner Hauptfigur. Es dreht sich viel um die Psyche eines Menschen, was ich als sehr interessant empfand. Generell fliegt man regelrecht durch die Seiten, da man in jedem Kapitel mit neuen, faszinierenden Informationen gefüttert wird. Allerdings entwickeln sich nach und nach verschiedene Handlungsstränge, die meiner Meinung nach am Ende nicht gut miteinander verwoben werden. Zu viel stellt sich hier als zu gewollt und zu unrealistisch, fast skurril dar. Letztendlich hat das Buch mich gut unterhalten, aber das Hineinversetzen in die Geschichte, in die Situation, war von meiner Seite aus am Ende leider nicht mehr gegeben. 

  4. Cover des Buches Geständnisse (ISBN: 9783570102909)
    Kanae Minato

    Geständnisse

     (258)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


          Puh! Ich weiß immer noch nicht so richtig, wie ich dieses Buch fand. Die Japaner sind schon echt anders drauf.
    Ich fand den Schreibstil sehr außergewöhnlich, aber gut zugänglich. Es war mal wieder ein Buch, in dem ich eigentlich niemanden leiden konnte, aber trotzdem unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Gut gefallen hat mir auch, dass es hier nicht das für einen Thriller klassische "Who-done-it"-Prinzip gab (weswegen ich ja nicht gerne Thriller lese), sondern es eher um die kranke Psyche der Protagonisten ging. Und mal ehrlich - aller der Reihe nach hatte da niemand.
    Richtig toll fand ich auch, dass die Spannung wirklich bis auf die letzte Seite gezogen wurde. Durch die nacheinader wechselnde Perspektive veränderte sich auch jeweils die eigene Sicht auf das ganze Geschehen.
    Gar nicht mochte ich hingegen die durch den Perspektivwechsel hervorgerufenen Wiederholungen. Und warum ist da ein Apfel auf dem Cover?
  5. Cover des Buches Final Cut (ISBN: 9783404166879)
    Veit Etzold

    Final Cut

     (585)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    „In einer Welt, in der die Kommunikation mehr und mehr ins digitale wandert, ist der lebendig, der digital lebendig ist, dachte Clara. Auch wenn er in Wirklichkeit tot ist..“ S. 135

    Inhalt:
    In der Onlinewelt hat jeder unzählige Freunde und Kontakte. Und hat man einen Feind, so wird nichts weiter geschehen. Doch was ist, wenn dieser Feind real ist und der Kontakt zu den Leuten nur virtuell?

    Cover:
    Das Cover ist speziell.Noch nie hatte ich ein Cover gesehen, dass schon durch Schnitte zerstört wurde. Natürlich passt es zum Buch und fällt durch die rot hinterlegte Seite sofort auf. Ein sehr kreatives Cover.

    Meine persönliche Meinung:
    Selten hat mich ein Thriller so gegraust wie dieser. Die genauen Beschreibungen der Opfer und deren Wunden, gingen mir arg unter die Haut. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil ich selbst gerade verletzt bin. Es war so grausig, dass ich schnell las, damit ich das rasch hinter mir habe. Der Klappentext verrät sehr viel und man wartet ca. 100 Seiten bis man dahin kommt, was der Klappentext verspricht. Zudem gibt es eine Nebenhandlung, die bis auf die letzten Seiten nichts mit dem Mörder und der Geschichte überhaupt zu tun hat. Die Ermittlerin Clara Vidalis war mir nicht so sympathisch und einige Schlussfolgerungen kamen recht spät, wie z.B. die Identität der ersten männlichen Leiche. Das war schon bei betreten der Wohnung logisch, dass es nicht der intelligente Mörder selbst sein kann. Trotzdem ist es ein durchaus spannender Thriller, der jedoch noch ein paar Verbesserungen braucht.

    Fazit:
    Ein grausiger Thriller, bei dem ich schnell lesen musste, damit es rasch vorbei ist.

  6. Cover des Buches Die Frau des Zeitreisenden (ISBN: 9783596163908)
    Audrey Niffenegger

    Die Frau des Zeitreisenden

     (4.360)
    Aktuelle Rezension von: bookilicious_de

    Klappentext:

    Clare ist Kunststudentin und eine Boticelli- Schönheit, Henry ein verwegener und lebenshungriger Bibliothekar. 

    Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender, ohne jede Ankündigung verstellt sich seine innere Uhr. Plötzlich und unerwartet stürzt er los, nie ist sicher, aus welcher Zeit er kommt und in welcher Zeit er bei Clare landet, aber immer ist sicher, dass er wieder bei ihr landet. 

    Als sie sich das erste Mal begegnen, ist Clare sechs und Henry 36, aber in Wahrheit ist Henry nur acht Jahre älter als sie und schon lange mit ihr verheiratet. Absurdes wird zur Normalität. Seine Zeitreisen sind das brennende Geheimnis, das Henry und Clare mit jeder Trennung noch inniger vereint. 

    Meinung:

    Das Buch habe ich vor über zehn Jahren von einer sehr sehr guten Freundin für entspannte Abende geschenkt bekommen. Ich kannte bis dahin noch nicht die kleinen Bücher aus der Fischer Taschenbibliothek und war schonmal von dem handlichen Format begeistert. Immerhin passte es locker in meine Handtasche :-) Ihr müsst euch vorstellen, dass es zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Verfilmung gab, die ich übrigens nicht besonders toll fand (ich bin kein besonders großer Fan von Rachel McAdams). Seitdem habe ich das Buch sicherlich schon dreimal verschlungen und es gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern (so zerfleddert sieht es teilweise auch schon aus!). Ich muss gestehen, dass ich ein Fan von Zeitreise Geschichten bin. Und Audrey Niffenegger zeigt mit dieser Liebesgeschichte, dass Zeitreisen nicht nur aus Abenteuern, Action oder Science- Fiction bestehen. Die Geschichte wird aus Sicht der beiden Hauptprotagonisten Henry und Clare erzählt in einer Art Tagebuchstil. Dabei wird jeder Abschnitt mit einem Datum versehen und dem aktuellen Alter von Clare und Henry. Dies ist auch wichtig, um als Leser nicht die Übersicht zu verlieren. Wenn man sich erst einmal auf die Story eingelassen hat und davon absieht, dass sich nicht alles logisch erklären lässt, erlebt man eine wunderschöne Liebesgeschichte, die zumindest ich nicht als kitschig empfunden habe. Die Autorin erzählt die Geschichte halbwegs chronologisch. Aber Zeitsprünge bleiben halt Zeitsprünge. So hat man als Leser auch eine ungefähre Ahnung, wie sich Clare und Henry teilweise fühlen müssen. Der Plot hält auch einige lustige und chaotische Szenen parat, vor allem wenn Henry wieder einmal nackt in einer ihm unbekannten Zeit landet und sich zunächst auf die Suche nach passenden Klamotten machen muss. Aber wir leiden auch mit Clare und Henry mit und hoffen auf ein gutes Ende. Wie gesagt, es handelt sich hierbei um eines meiner Lieblingsbücher, deshalb kann ich natürlich auch nur 5 Sterne vergeben :)

  7. Cover des Buches Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (ISBN: 9783551359414)
    Christiane F.

    Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

     (2.245)
    Aktuelle Rezension von: Roksana

    Da ich das Buch leider nicht in Deutschunterricht gelesen und dennoch viel Gutes darüber gehört habe, wollte ich es unbedingt lesen.

    Dieses Buch sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre in allen Schulen sein. Die Message von Christianes Geschichte ist so stark und überwältigend. Ich habe das Buch gestern gelesen und es beschäftigt mich noch immer.

    Drogensucht generell ist schon an sich ein sehr hartes Thema, Drogensucht bei Kindern jedoch ist noch 100 Mal erschreckender... Aber genau dieses Abschrecken brauchen manche Kinder wirklich, um gar nicht erst auf die Idee zu kommen mit den Drogen anzufangen. 

    Ich bin (im Gegensatz zu bestimmt vielen anderen) prinzipiell gegen Drogen aller Art und denke auch, dass man anhand Christianes Beispiel sehen kann wie schnell man vom Kiffen zum Fixen kommen kann ... Und das ist leider oft die traurige Realität.

    Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen, gerade weil man es so schwer verarbeiten und verdauen kann! 

  8. Cover des Buches Dem Ozean so nah (ISBN: 9783499290886)
    Jessica Koch

    Dem Ozean so nah

     (143)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus

    Zum Inhalt:

    Der Abschluss der Danny-Trilogie nach den Bestsellern «Dem Horizont so nah» und «Dem Abgrund so nah». Eine Geschichte über die alles überwindende Kraft der Freundschaft. Sie teilen das gleiche Schicksal und sind doch ganz verschieden: Danny ist erfolgreich und unabhängig, auch wenn er hart dafür kämpfen musste - nach einer Kindheit, die für ihn keine war. Tina hingegen hat die letzten Jahre auf der Straße verbracht. Als die beiden, denen das Leben nichts geschenkt hat, einander begegnen, spüren sie eine nie erlebte Nähe. Verzweifelt bemüht Danny sich, Tina zu zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Hilft den beiden ihre Freundschaft, die Schatten der Vergangenheit endgültig abzuwerfen?

     

    Cover:

    Auch das Cover hatte für mich einen absoluten Wiedererkennungsfaktor von der Gestaltung her. Zu sehen ist hier dieses Mal als Schatten ein Steg an einem See, auf dem ein Junge sitzt und ein Mädchen hinter ihm steht. Die Farben sind etwas wärmer gehalten und es wirkt, als würden sich die beiden zusammen einen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang ansehen.

     

    Eigener Eindruck:

    Tina hat es in ihrem Leben nicht einfach gehabt. Von ihrer Familie nicht wirklich geliebt und schon in frühen Lebensjahren vergewaltigt, versucht sie ihren Kummer in Drogen zu finden. Dabei gerät sie bald an die falschen Leute und muss für ihren Stoff anschaffen gehen. Als sie schließlich Danny kennen lernt, erkennt sie, dass er genau so eine gebrannte Seele ist wie sie und die beiden freunden sich an. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Drogensucht von ihr an und Danny ist es auch schließlich, der sie immer wieder auffängt, wenn sie auf die schiefe Bahn gerät. Doch nicht immer ist es so einfach für Tina, wie sie glaubt, denn die Versuchung lauert überall…

     

    Den dritten Band der „Danny-Trilogie“ habe ich mehr oder minder gleich mit dem zweiten Band zusammengekauft und ich muss ehrlich gestehen, dass ich das wohl nicht getan hätte, wenn ich da schon gewusst hätte, wie sehr mich Band 2 enttäuschen würde. Denn auch dieser Band konnte meine Erwartungen nicht erfüllen beziehungsweise konnte mich einfach nicht überzeugen, denn wir erfahren kaum etwas Neues. Im Groben wird hier das Leben von Tina ausgeschlachtet, hat aber genau die gleiche Aussage wie in Band 1. Man erfährt nichts Neues. Stattdessen bekommt man schonungslos aufgetischt, wie Tina sich verkaufen muss, vergewaltigt wird und immer wieder Abstürze mit Drogen hat. Im Anschluss kommt Danny daher und rettet sie immer wieder, was dann schon durch das Ganze wiederholen nervig wird. Auch wenn das wirklich passiert ist, so wäre doch mit Band 1 alles erzählt gewesen. Stattdessen bleibt man als Leser schockiert zurück, weil hier schonungslos Details durchgeprügelt werden müssen und man muss sich auch hier fragen, warum die Autorin die Toten nicht ruhen lassen kann. Davon wird’s halt auch nicht besser. Irgendwie ziemlich pietätlos, wie ich finde. Eigentlich kann man das Buch auch gar nicht wirklich bewerten, genau wie den zweiten Band. Wer das Buch hier wirklich richtig toll findet, den kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen, denn das was Tina durchleben musste ist einfach schrecklich. Sicher ist es aufklärend, dieses Buch, aber meinte halber hätte das nicht sein müssen.

     

    Fazit:

    Auch der dritte Teil kann mich weniger überzeugen. Zwar hat es auch wieder einen aufklärenden Charakter, aber ich finde genau wie beim zweiten Band, dass man sich das Buch hätte sparen können. Schlimm das Schicksal von Toten noch einmal dermaßen ausschlachten zu müssen.

     

    Idee: 3/5

    Charaktere: 4/5

    Logik: 4/5

    Spannung: 3/5

    Emotionen: 3/5

     

     

    Gesamt: 3/5

     

    Daten:

    ISBN: 9783499290886

    Sprache: Deutsch

    Ausgabe: Flexibler Einband

    Umfang: 368 Seiten

    Verlag: ROWOHLT Taschenbuch

    Erscheinungsdatum: 16.12.2016

     

  9. Cover des Buches Gefangene des Blutes (ISBN: 9783802581311)
    Lara Adrian

    Gefangene des Blutes

     (991)
    Aktuelle Rezension von: JennyWa

    Klappentext:

    Bei der Tierärztin Tess Culver taucht ein Mann auf, der aus mehreren Schusswunden blutet. Verzweifelt kämpft sie um sein Leben, ohne zu ahnen, dass es sich bei dem gutaussehenden Fremden um einen Vampir handelt. Da schmiedet ein verhängnisvoller Kuss das Schicksal der beiden auf ewig aneinander und macht sie zu Verbündeten im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. 

    Meinung:

    Der zweite Teil dieser Vampir-Story war um einiges besser als der Start. Die Geschichte von Dante und Tess ist spannend und mitreißend. Mir gefiel besonders, dass es nicht nur um die Liebesgeschichte der zwei Hauptcharaktere ging, sondern auch um die Gefühle und Probleme anderer Personen. 

    Der Schreibstil gefiel mir nicht ganz so gut, da immer wieder von der ICH-Perspektive in den Schreibstil der 3ten Person gewechselt wird. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es ein Problem der Übersetzung ist.

  10. Cover des Buches Ein unmögliches Leben (ISBN: 9783100278272)
    Andrew Sean Greer

    Ein unmögliches Leben

     (56)
    Aktuelle Rezension von: Scheherazade

    Greta Wells lebt 1985 und hat gerade ihren Bruder verloren. Eine spezielle Behandlung schickt sie auf eine Reise der besonderen Art. Nämlich auf eine Zeitreise, bei der sie in alternativen Versionen ihres Lebens landet. So findet sie sich in 1918 und 1941 wieder. In jeder Epoche trifft sie die Menschen wieder, die ihr wichtig sind, ihre Liebe, ihren Zwillingsbruder, den Geliebten, ihre Tante Ruth. Aber jede Zeit ist anders und so sind auch die Menschen, die in ihr Leben nicht immer gleich. Es gibt verschiedene Träume, andere Tode und Greta ist in jedem Leben eine andere, aber welche Greta möchte sie wirklich sein?

    Die Story an sich fand ich großartig. Der Aufbau war wirklich interessant. So ist die Geschichte in Tagen aufgeteilt und Grete erlebt wirklich wichtige Ereignisse der Weltgeschichte, die aber unterschiedlicher nicht sein können. In der einen Zeit das Ende eines Krieges und in der anderen den Anfang. Auch sind die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten an die Zeiten angepasste, was ich sehr überzeugend fand.

    Weniger überzeugen fand ich den Grund für Gretas Zeitreisen. Sie litt an einer Depression und bekam Behandlungen. Allerdings hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, diese Depression war nur Mittel zum Zweck. Ich habe schon einige Bücher mit depressiven Protagonisten gelesen und so wie Greta, ihr Leben und ihre Handlungen hier beschrieben werden, passt es für mich nicht zu einer depressiven Person. Deshalb war Greta mir anfangs auch nicht sehr sympathisch. Da die Depression aber irgendwann auch gar nicht mehr erwähnt wurde (obwohl sie natürlich noch Behandlungen dagegen bekam), störte es mich im Laufe des Buches weniger.

    Den Erzählstil fand ich zu Anfang wirklich schrecklich und ich wusste nicht, ob ich das Buch zu Ende lesen würde. Für mich war es einfach zu überladen mit Bildern und wahnsinnig kitschig.

    Ein Beispiel: „…, wenn meine kleine Gasse alle Farben gegen Blau tauschte und im Westen der helle, lavendel zerfließende Sonnenuntergang über dem Hudson stand.“ (S. 26) Aber zum Glück wurde dieser Kitsch mit der Zeit weniger.

    Insgesamt ein Buch, dessen Geschichte ich eigentlich sehr interessant fand, bei dem mich der Erzählstil allerdings nicht überzeugt hat. Deshalb gibt es 3 Sterne von mir.

  11. Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961610778)
    Rebecca Makkai

    Die Optimisten

     (46)
    Aktuelle Rezension von: SalanderLisbeth

    Der Roman der amerikanischen Autorin Rebecca Makkai ist in der Kunst- und Partyszene Chicagos Mitte der 80er Jahre angesiedelt. Hier in einem Stadtviertel, das wegen seiner aktiven Schwulenszene „Boystown“ genannt wird, begleiten wir den jungen Kunstexperten Yale, der den Ausbruch von Aids miterlebt und wie viele seiner Freunde daran elendig krepieren, immer mit der Angst, sich selbst zu infizieren. 

    Mit einer zweiten Erzählebene, die 30 Jahre später in Paris spielt, folgt der Roman Fiona, der Schwester eines der Aids-Opfer und Teil der damaligen Clique auf der Suche nach ihrer verschollenen Tochter. Die Reise gestaltet sich zu einem Trip in die eigene Vergangenheit, denn sie trifft auf alte Freunde aus Chicago, die sie wieder mit den Tragödien von damals konfrontieren. 

    Selten hat mich ein Roman so berührt und ergriffen, denn Makkai hat wunderbare Figuren erschaffen. Ihre Charaktere fühlen sich so echt an, man leidet mit ihnen mit und möchte sie nicht loslassen. Die tragischen Schicksale sowie großen Emotionen werden voller Empathie und sehr präzise beschrieben, ohne dabei rührselig oder pathetisch zu werden. Sehr authentisch lässt sie die 80er Jahre wieder aufleben. Für mich, trotz des schwächeren Erzählstrangs 2005 in Paris, ein vielschichtiger, ein literarischer Roman von Liebe und Freundschaft, den ich so schnell nicht vergessen werde. 

     

  12. Cover des Buches In einer Person (ISBN: 9783257242706)
    John Irving

    In einer Person

     (131)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Mal wieder ein Epos von Irving, gute 700 Seiten, und mal wieder schafft er es, eine ganz eigene umfassende Welt aufzubauen. Hier die Welt von des bisexuellen William „Billy“ Abbott, den wir aus seinen Jugendjahren bis ins Pensionsalter, aus den 60ern in Neuengland bis ins Heute. Ich hab lange gebraucht für den Roman, das hat diverse Gründe. Einer ist in der privaten Freizeit gelegen, weil einfach weniger Freiräume waren und andere Dinge wichtig waren, der andere ist, dass es Irving hier in meinen Augen weniger geschafft hat, mich in seine Welt zu ziehen als bei anderen Werken. Trotzdem ist es ein bemerkenswertes Buch: Geschrieben vor zehn Jahren trifft es aktuell voll in die Debatte um Gendern und sexuelle Identitäten. Wir nähern uns Billy und vielen anderen Menschen seines Umfeldes intensiv und bekommen erst so einen Einblick und ein Gefühl dafür, wie ein Leben für Menschen mit einer nicht heteronormativen Sexualität viele Jahre lang ausgesehen hat und immer noch aussieht. Das ist bemerkenswert, tiefgründig, nah und erhellend. Lange bin ich geschwankt, ob ich hier 3 oder 4 Sterne vergeben soll, literarisch gefühlt eher drei, aber der Nachhall des Buchs macht dann doch eine vier.

  13. Cover des Buches Cyril Avery (ISBN: 9783492058537)
    John Boyne

    Cyril Avery

     (33)
    Aktuelle Rezension von: solveig

    Das Leben Cyril Averys ist gleich durch mehrere Makel geprägt: im Dublin der 40er Jahre wird er unehelich geboren und von zwar vermögenden, aber etwas lieblosen Adoptiveltern aufgenommen, die ihm immer wieder versichern, dass er kein „echter Avery“ ist. Dazu kommt seine homosexuelle Veranlagung, die er schon früh entdeckt. Verständlich, dass Cyrils Weg im katholisch-konservativen Irland mit Problemen behaftet ist. Immerhin hat er seinen besten Freund Julian, für den er allerdings mehr als Freundschaft empfindet.

    Auf mehr als siebenhundert Seiten lässt der Autor Cyrils Lebenslauf von seiner Geburt bis ins Alter erstehen  -  keine Seite erscheint zuviel. John Boyne ist ein geistreicher, spannender Erzähler; sehr eindrücklich schildert er Cyrils Erlebnisse, offenbart seine intimsten Geheimnisse und Ängste. Empathisch erzählt er von schmerzhaften Erfahrungen mit Vertretern der Kirche, seiner Sexualität und Aids. Doch niemals wird sein Ton larmoyant. Viel hintergründiger Humor durchzieht Boynes Roman; sein Held verliert nie seinen Optimismus und die Lebensfreude. Und als er endlich einen Wechsel in ein anderes Land und später auf einen anderen Kontinent wagt, scheint sich für ihn alles zum Guten zu wenden. Auf lockere Art schreibt Boyne ein Stück irische Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, teilweise bereichert um eigene Kindheits- und Jugenderfahrungen. Ein beeindruckendes, geistreiches Buch, das ich wärmstens empfehlen kann.

  14. Cover des Buches Sag den Wölfen, ich bin zu Hause (ISBN: 9783961610563)
    Carol Rifka Brunt

    Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

     (188)
    Aktuelle Rezension von: buechererzaehlengeschichten

    Ein beeindruckendes Buch, dessen Geschichte bei mir Eindruck hinterlassen hat... 

    Bis zum Schluss eine fesselnde Geschichte über Freundschaft, Familie, Krankheit und Ängste... 

  15. Cover des Buches Das Herz ihrer Tochter (ISBN: 9783492263764)
    Jodi Picoult

    Das Herz ihrer Tochter

     (387)
    Aktuelle Rezension von: Tintenklex

    "Das Herz ihrer Tochter" hat Jodi Picoult zu einer meiner Lieblingsautorinnen gemacht! Sie schafft es - scheinbar mühelos - dass der Leser schon nach kurzer Zeit ins Nachdenken kommt und alles zu hinterfragen beginnt. Die Handlungen der Personen im Buch und dadurch gezwungenermaßen auch unsere eigenen Handlungen. Unsere Gesellschaft. Die Welt in der wir leben. Man könnte meinen, dieses Buch würde "die Guten" und "die Bösen" klar voneinander trennen - immerhin reden wir hier über einen Mörder. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kein schwarz und weiß - der Leser soll sich seine eigene Meinung bilden. Der Stoff geth wirklich unter die Haut und lässt einen nicht los, auch lange nachdem man das Buch beendet hat. Großartig erzählt!

  16. Cover des Buches Zirkuskind (ISBN: 9783257229660)
    John Irving

    Zirkuskind

     (246)
    Aktuelle Rezension von: Samaire

    Farrokh Daruwalla ist ein Mann auf der Suche nach seiner Identität. In Kanada ist er zu sehr Inder, in Indien zu sehr Kanadier. Dennoch kann er nicht von Indien lassen, auch wenn er es eigentlich hasst. Grund dafür ist auch sein Ziehsohn John D., der in Indien ein großer Bollywood-Star ist. Eine Tatache, an der Dr. Daruwalla nicht ganz unschuldig ist. Als in dem elitären Duckworth Club ein Mitglied ermordet wird, gerät der Doktor mitten in eine Mordserie, die mehr mit ihm zu tun hat, als ihm lieb ist.

    John Irving goes Indien und ich muss gleich vorweg sagen: Ich habe jede einzelne Seite genossen. Natürlich gibt es viel, was man von Irving kennt, die gewohnt starke Frauenrolle ist natürlich auch dabei, dennoch war es, dank des exotischen Settings, etwas neues. Die Geschichte, die gegen Ende zu einem wahren Kriminalfall wird, ist in keiner Minute langweilig und ich kann das Buch nur besten Gewissens jedem empfehlen, der Irving kennt und natürlich auch jedem, der ihn noch nicht kennt. Ein gewisser Hang zur Absurdität muss, wie eigentlich bei jedem Irving, aber gegeben sein.

  17. Cover des Buches Die Unsterblichen (ISBN: 9783442719853)
    Chloe Benjamin

    Die Unsterblichen

     (202)
    Aktuelle Rezension von: Surari


    Die Geschwister Varya, Daniel, Klara und Simon gehen 1969 zu einer Wahrsagerin. Die Kinder dürfen nur einzeln eintreten und die Wahrsagerin erzählt jedem der Geschwister an welchem Tag genau diese sterben werden. Nun begleiten wir die vier auf ihrem Weg, Simon wird Baletttänzer. Klara macht ihren Traum wahr und wird Zauberkünstlerin. Daniel studiert Medizin und arbeitet später als Arzt. Varya studiert und geht dann an ein Forschungsinstitut. Wie werden sie diese Wege bestreiten im Wissen um ihren Todestag?

    Achtung Spoiler:
    Die Idee zu diesem Buch gefällt mir sehr, wie bestreitest du dein Leben in dem Wissen wann es vorbei sein wird? Gehst du den sicheren Weg oder schaust du einfach wohin dein Weg führt, egal wie unsicher er ist?
    Das Buch hat aber sehr viele verschiedene Themen angesprochen und das waren mir einfach zu viele verschiedene Thematiken in einem Buch:
    Simon ist Homosexuell und stirbt an Aids.
    Klara wird Alkoholkrank und erhängt sich.
    Daniel und seine Frau können keine Kinder bekommen und er bereut dies.
    Varya gibt ihr Kind zur Adoption frei, sie arbeitet in einem Tierversuchslabor und sie hat Zwangsstörungen.
    Durch all diese Themen im Leben der Protagonisten führte dazu, dass die Lebenswege aller Geschwister nicht sehr positiv verlaufen. Das hat mir etwas zu schaffen gemacht, da ich beim lesen ein doch sehr trauriges, negatives Gefühl hatte.

    Das Buch bekommt 3,5 von 5 Sternen, leider ist dies oben nicht auswählbar.

  18. Cover des Buches Todesrosen (ISBN: 9783404163458)
    Arnaldur Indriðason

    Todesrosen

     (167)
    Aktuelle Rezension von: Daphne1962
    Der Autor Arnaldur Indridason führt uns mit seinem Krimi
    in die Drogenszene von Island. Was treibt die jungen Leute
    in diese Perspektivlosigkeit. Die Fragen stellt sich Kommissar
    Erlendur Sveindsson, denn seine Tochter befindet sich seit Jahren in
    diesem Sumpf. Seinem Sohn geht es ähnlich, er ist dem Alkohol
    verfallen. Hatte er das Thema immer erfolgreich verdrängen können, so kommt es nun mit geballter Ladung.

    In Reykjavik wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die auf
    einem Grab aufgebahrt liegt. Es ist die Grabstätte des isländischen
    Freiheitskämpfer Jon Sigurosson. Allerdings ist die Tote eine
    Drogenabhängige gewesen, die sich auch mit Prostitution verdingte.
    Niemand vermisst sie, die Polizei tappt im Dunkeln bei der Aufklärung. Mühselige Recherche beginnt um zu erfahren, woher sie stammte. Island zählt ja eher zu eines der friedlicheren Länder, mit einer geringen Bevölkerungsdichte. Dann so etwas. 

    Der Autor schreibt glaubhaft und realitätsnah, auch wenn Erlendur und seine Kollegen Oli und Elinborg gegen Windmühlen kämpfen. Auch gibt es hin und wieder amüsante Abschnitte, die den Krimi nicht ganz so düster erscheinen lassen. Dennoch ist es ein ernstes Thema, was hier beleuchtet wird. Ich bin nicht abgeneigt mir bei Gelegenheit wieder einen Krimi aus dieser Reihe vorzunehmen. Der Autor hat mich gut unterhalten und die Spannung kam nicht zu kurz. 4 Sterne, da ich denke es gibt noch bessere aus dieser Reihe. 
  19. Cover des Buches Die Musik der Wale (ISBN: 9783548605944)
    Wally Lamb

    Die Musik der Wale

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Ich hab das Buch vor ca 2 Jahren gelesen und kann mich nur an ganz wenige Details erinnern (das ist bei mir normal). Auf jeden Fall aber erinnere ich, dass ich das Buch wirklich lesenswert fand und es weiterempfehle an Leute, die gerne mäßig spannende, aber kurzweilig und lebensnah geschriebene Romane "wie sie das Leben so schreibt" lesen.
  20. Cover des Buches Blind (ISBN: 9783734106200)
    Christine Brand

    Blind

     (156)
    Aktuelle Rezension von: MoMe

    Es ging gleich spannend los und ich bekam im Prolog Felix Winter präsentiert, der bei seinem ersten Tag in der Mordkommission zu einem brutalen Familienmord gerufen wurde. Meine Neugier war geweckt, doch nach diesem packenden Einstieg erfuhr ich erst einmal nichts weiter von oder über ihn. Im ersten Moment fand ich das reichlich schade, doch mich nahmen die weiteren Ereignisse so gefangen, dass ich fürs erste Felix Winter wieder vergaß.

    Denn im Anschluss an den Prolog lernte ich erst die schwangere Carole Stein und danach den blinden Nathaniel Brenner kennen. Beide Protagonisten mochte ich auf Anhieb. Beide waren sie durchweg spannende Charaktere, die unterschiedlichen Herausforderungen gegenüberstanden. Während Carole hochschwanger auf die Geburt ihres Sohnes wartete, schlug sich Nathaniel mit seiner Hündin Alisha durchs Leben. Durch Zufall werden die beiden Protagonisten per Videochat miteinander verbunden, als Nathaniel Hilfe bei der Auswahl eines Hemdes benötigt. Ab da nahm das Schicksal seinen Lauf und die Geschichte rasant Fahrt auf.

    Besonders gut gefiel mir, dass es mehrere Handlungsstränge und Schauplätze gegeben hatte. Ich begleitete recht viele unterschiedliche Figuren, jedoch baute Christine Brand die Geschichte so geschickt auf, dass ich die Übersicht spielend leicht behalten konnte. Aber auch die Sprecherin Martina Treger machte es mir leicht, durch die Vielzahl an unterschiedlichen Szenarien am Ball zu blieben. Bemerkenswert war hier, dass zu jedem Handlungsstrang andere Figuren im Fokus standen. So entstand ein sehr aufwendiger Handlungsaufbau, der sich mit zwei Kernthemen auseinandersetzte.
    So versuchte Nathaniel, immer nah am Rande der Verzweiflung, Carole zu finden, doch niemand schien ihm so wirklich glauben zu wollen. Gleichzeitig durfte ich auch Carole über die Schulter schauen und konnte ihre Tortur miterleben.
    Dann gab es aber noch den Fall der Polizei, indem es um mysteriöse HIV-Infizierungen ging. Hier hatte ich das Gefühl, dass dieser Storystrang weniger Gewicht als die Blindengeschichte hatte, allerdings kann dieser Eindruck auch nur an meiner subjektiven Wahrnehmung gelegen haben.

    Die Charaktere fand ich alle samt interessant und vielschichtig aufgebaut. Auch bemühte sich Christine Brand, mich immer mit in die Leben der Hauptfiguren zu nehmen. So erfuhr ich zum Beispiel einiges über die Hindernisse, die Blinde im täglichen Leben bewältigen müssen. So war es auch kaum verwunderlich, dass ich reichlich Sympathien für Nathaniel hegte. Er war ein toller, warmherziger Charakter, der sich durch Hartnäckigkeit und Klugheit hervortat. Manchmal wirkte er weinerlich, aber es passte zu ihm und seinem Lebenshintergrund. Mir gefiel besonders, wie begreiflich Christine Brand mir Nathaniels Welt machte.

    Carole Stein war für mich eine spannende Figur, die ein bisschen in der Flut der Ereignisse unterging. Ihr Kampf ums Überleben war zwar interessant, aber berührte mich nicht immer sehr intensiv. Trotzdem war ich stets neugierig, was weiter mit ihr geschehen würde und bangte schlussendlich mit ihr mit.

    Milla Nova konnte ich am Anfang nicht einschätzen. Das lag aber vor allem daran, dass die Journalistin nicht gleich voll dabei war, sondern erst nach und nach in die verschiedenen Szenenebenen eingeflochten wurde. Sie war am Ende die Brücke zwischen den zwei Haupthandlungssträngen und brachte mich dadurch immer zum mitraten über mögliche Zusammenhänge.

    Bei Sandro Bandini sah dies anders aus. Der Polizeichef der Abteilung Leib und Leben hatte es schwer bei mir. Ich mochte ihn am Anfang nicht sonderlich und es dauerte lange, bis ich mit ihm warm wurde. Aber ich konnte seine Entscheidungen nachvollziehen, da er ziemlich hohe moralische Wertvorstellungen besaß, mit denen er logischerweise an bestimmten Punkten immer wieder in einen Konflikt mit sich selber geriet.

    Die wechselnde auktoriale Erzählperspektive brachte unglaublich viel Aufregung und überraschende Wendungen in „Blind“. Abgerundet wurde dies durch einen sehr flotten, einfach gehaltenen und dadurch leicht zu lesenden Schreibstil. Er sorgte dafür, dass oft schmunzeln musste, aber ebenso Mitfiebern konnte, wenn es plötzlich total packend wurde. Auch die kurzen Kapitel trugen dazu bei, dass das Spannungsniveau kontinuierlich hoch blieb.
    Einzig bemängeln muss ich die Wahl der Hauptschauplätze, welche zwischen Bern und Zürich hin und her wechselten. Für mich hätten das auch Städte wie Berlin oder Hannover sein können. Hier hätte ich mir gern noch etwas mehr speziellen Flair der jeweiligen Städte gewünscht.

    Das mir „Blind“ so gut gefiel, lag mit Sicherheit auch an der wundervollen Martina Treger. Ihre Art zu sprechen und die Geschichte zu erzählen, war ein absoluter Hörgenuss. Ich höre ihr unglaublich gerne zu und sie schaffte es, alle Emotionen so zu transportieren, dass sie bei mir auch ankamen. Als Hörbuch kann ich „Blind“ definitiv empfehlen.
    Etwa bei der Hälfte des Hörbuches war ich mir recht sicher, wie die Auflösung des Krimis aussehen würde. Doch Christine Brand machte es mich gar nicht so einfach und legte reichlich falsche Fährten aus, die genau betrachtet auch erschreckend logisch waren. So fing ich irgendwann an mir selbst und meinen Überlegungen nicht mehr zu trauen. Das spornte mich zum Weiterraten an.

    Das Ende war an sich nicht überraschend für mich, weil ich insgesamt genau richtig gelegen hatte. Aber die Umsetzung fand ich sehr gelungen, auch, dass es zum Schluss etwas offenblieb. Denn der Kern der Geschichte wurde schlüssig aufgelöst und es schloss sich der Kreis mit der Szene zu Beginn. Das fand ich übrigens sehr genial gemacht. Dafür weckte der Ausgang von „Blind“ meine Neugier auf die weiteren Bände mit Milla Nova, denn dieses Buch hier war der Start in eine neue Reihe.

    Fazit:
    Ein spannender Krimi, der jede Menge packender Wendungen auf Lager hatte und mich bestens unterhalten konnte. Das Mitraten und die sehr unterschiedlichen, aber sympathischen Hauptcharaktere hatten mir extrem viel Spaß gemacht.

  21. Cover des Buches Morgen früh, wenn du willst (ISBN: 9783548613345)
    Tania Carver

    Morgen früh, wenn du willst

     (92)
    Aktuelle Rezension von: JenniS

    „Würdest du dein Leben für einen Traum aufgeben?“

    Ein neuer Fall für DI Phil Brennan und Profilerin Marina Esposito.
    Neue Stadt, neue Kollegen und neue Fälle.
    Nachdem die beiden im vierten Teil selbst von einem Anschlag betroffen waren, wollen sie einen Neustart wagen.
    Doch auch dort werden sie von Problemen eingeholt und brauchen Hilfe von alten Bekannten.

     

    Der Einstieg in den 5ten Fall von Phil und Marina war ziemlich hart. Ich habe schon so einiges gelesen und möchte von mir behaupten ziemlich abgehärtet zu sein, doch hier habe selbst ich immer öfters das Gesicht verzogen.
    Die Familie ist umgezogen und dadurch kommen viele neue Charaktere auf, wo ich anfangs etwas Schwierigkeiten hatte diese auseinanderzuhalten. Auch habe ich die alten Kollegen wie Anni und Mike teilweise vermisst. (Dies ist auch einfach der Grund für den Abzug.)
    An sich war das Buch, wie bisher alle vorangegangen Teile, unglaublich spannend und ich wollte es kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil lässt viel Platz für eigene Spekulationen offen, welche aber kurze Zeit später wieder zerschlagen werden.
    Ich fand die beiden Handlungsstränge nebeneinander her, mit dem ein oder anderen Berührungspunkt sehr gelungen.

  22. Cover des Buches Der Atem des Jägers (ISBN: 9783746630526)
    Deon Meyer

    Der Atem des Jägers

     (63)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Auf Empfehlung las ich diesen Thriller (erster Band der Bennie Griessel-Reihe) des südafrikanischen Autors Deon Meyer.

     In „Der Atem des Jägers“ werden drei Protagonisten und drei Handlungsstränge parallel entwickelt: Die Lebensgeschichte der Prostituierten Christine, Arbeit und Leben des alkoholabhängigen Polizei-Inspektors Bennie Griessel und die Tätigkeit von Tholeba, einem ehemaligen Auftragskiller und Angehörigen der Xhosa, der nun als Rächer unterwegs ist, um ungesühnte Verbrechen an Kindern in Selbstjustiz zu verfolgen.

    Griessels Aufgabe ist es, den Mörder, der mit einer traditionellen afrikanischen Waffe mordet, zu finden.

    Alle drei Handlungsstränge werden am Ende zusammengeführt (spannend!) und viele offene Fragen, die sich durch das gesamte Werk ziehen, finden auf den letzten dreißig Seiten die Antwort.

    Schauplatz ist zunächst Kapstadt und im weiteren Verlauf des Thrillers ganz Südafrika.

    Wer, wie ich, mit diesem Land nicht vertraut ist, benötigt hin und wieder eine Karte, um die geografischen Gegebenheiten nachvollziehen zu können.

    Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, die sehr häufig wechselnden Perspektiven zu differenzieren. Die Sprünge, die mehrfach innerhalb der Kapitel stattfinden, sind nicht einmal optisch klar differenziert. Viele Seiten widmen sich zudem den Lebensgeschichten und persönlichen Problemen der Protagonisten. Das geht in der ersten Hälfte eindeutig zu Lasten der Spannung. Die stellte sich für mich erst im letzten Drittel des Buches ein.

    Sprachlich gibt es nichts auszusetzen: Die Beschreibungen sind plastisch, die Protagonisten nehmen vor dem inneren Auge Profil an, ihre Gefühlswelt wird nachvollziehbar geschildert. Auch die Übersetzung (aus dem Englischen, Originalsprache ist aber Afrikaans) ist sehr gelungen und unterstützt den südafrikanischen Eindruck.

    Ich habe hier einen Thriller gelesen, der das moderne Südafrika porträtiert, die verschiedenen Ethnien in den Blick nimmt und immer ganz authentisch bleibt. Auch das Grundthema des Buches ist passend zum Land gewählt und mit einem intelligenten Plot ausgestattet. Durch die Lektüre ist mir Südafrika ein ganzes Stück bekannter geworden.

    Zwar stand ich während der Lektüre kurz vor dem Abbruch, bin aber nun froh, den Thriller beendet zu haben, der seine Stärke erst gegen Ende voll ausspielt. Nun bin ich tatsächlich neugierig, wie sich die Figur des Bennie Griessel in den nachfolgenden Bänden entwickeln wird.

    Von mir gibt es vier Sterne und eine Lese-Empfehlung für alle Thriller-Fans, die ihren Horizont in Richtung Afrika erweitern möchten. Durchhalten wird belohnt!

  23. Cover des Buches Die Mutter (ISBN: 9783499257070)
    Petra Hammesfahr

    Die Mutter

     (132)
    Aktuelle Rezension von: kathibesos
    Zu Beginn las sich das Buch sehr flüssig, ich konnte mich ziemlich gut in das Leben der Familie Zardiss auf ihrem neu erworbenen Bauernhof hineinversetzen. Man kannte ja die kurze Inhaltsangabe auf dem Cover und ich dachte mir von gelesener Seite zu gelesener Seite: Wann passiert es? Es war spannend. Bis zu dem Zeitpunkt als Rena dann verschwunden war. Danach zog sich der Roman nur so hin. Ich kam mit den einzelnen Theorien der Angehörigen zum Verschwinden von Rena nicht mehr so ganz mit. Das einzige Ergreifende war dann mal, dass durch das Tagebuch von Rena herauskam, dass sie kein Wunschkind war und Renas Vater anscheinend eine Affäre mit einer Patientin hatte... Zu guter Letzt dann das offene Ende bezüglich Renas Verschwunden. Total unpassend, wenn man die Inhaltsangabe auf dem Cover berücksichtigt. Der Roman hat mit jeder Seite einfach abgebaut.
  24. Cover des Buches Der Verrat (ISBN: 9783426514023)
    Val McDermid

    Der Verrat

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Ewynn

    Der Verrat 

    von Val McDermid


    Es handelt sich um das erste Buch, das ich von Val McDermid lese. Ein "Thriller" nur in Anführungszeichen, denn ich hab schon brisantere Romane gelesen. 

    Durch den Klappentext hatte ich eine andere Erwartung an die Geschichte. Der "Abstecher" in die Vergangenheit nahm sehr viel mehr Raum ein als vermutet und nahm gleich zu Beginn die Spannung aus der Geschichte. Die Vorgeschichte fand ich zunehmend interessant, und auch wichtig für das Verstädnis, aber unpassend für einen Thriller. 

    Wenn ich diesen Aspekt einmal bei Seite lasse, fand ich das Buch ausgezeichnet. Hervorragend geschrieben, insbesondere das Rätsel um den Entführer bzw. Verräter, wie der Titel ja schon erahnen lässt ... 

    Auch der Einblick in das Leben einer Ghostwriterin und die Freundschaft mit einer Prominenten war sehr interessant. Mir gefielen (falt alle) Rollen, die jeder etwas Besonderes hatte, und deren Entwicklung ich sehr interessant fand. Nick Nicolaides entpuppte sich als mein Lieblingscharakter. Viele kleine Wendungen und Überraschungsmomente (auch in der Vorgeschichtr) hielten mein Interesse aufrecht, auch wenn die echte Thriller-Spannung fehlte. 

    Die Entführungsgeschichte selbst, sowie auch die Ermittlungen von Vivian McKuras, hatten nicht viel Raum, schufen aber das Fundament für das bahnbrechende Finale. 

    Das Ende - aufgeteilt in Private Ermittlung und die Auflösung - war wirklich spannend und schockierend. Es hatte eigentlich alles, was man sich von einem Thriller wünschte könnte ... mit einem kleinen Aber. 

    Aber: 1. Die Einleitung der Auflösung kam zu aprupt. Stephs Erkenntnis kam ohne Vorwarnung. Für den Leser fehlte da Etwas (z.B. Gedanken), die diese Eingebung erklärt hätten. 2. Mir fehlte das "danach". Ein Epilog hätte das gelöst. Meiner Meinung nach herrschen noch zu viele offene Fragen. Bezüglich der Ermittlungen und Stephs, Nicks und Jimmys Leben. Den Umgang oder die Reaktionen auf das Erlebte waren non-existent. Das führte zu einem aprupten Ende und einem unbefriediedigen Gefühl bei mir als Leserin.

    Nicht viel Kritik, aber entscheidende. Der letzte Punkt machte den Unterschied zwischen 3 und 4 Sternen letztendlich aus. Für den Stil und den Überraschungseffekt hätte ich nämlich sehr gerne 4 Sterne vergeben. Nach dieser Leseerfahrung würde ich definitiv wieder zu einem Buch/Thriller von Val McDermid greifen, jedoch mit einer anderen Erwartungshaltung.

    3 Sterne 


     



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