Bücher mit dem Tag "abgrenzung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "abgrenzung" gekennzeichnet haben.

34 Bücher

  1. Cover des Buches Ich habe einen Knall – Sie auch? (ISBN: 9783037631065)
    Mirjam Indermaur

    Ich habe einen Knall – Sie auch?

     (24)
    Aktuelle Rezension von: LiberteToujours

    Mirjams Leben gerät aus den Fugen. Ihr Mann hat Krebs - und sie Depressionen. Dabei muss sie doch stark sein, alles am Laufen halten. Alleine geht es aber einfach nicht mehr - so trifft sie auf Denise Hürlimann und beginnt eine Psychotherapie.


    Das Konzept hat mich von Anfang an angesprochen - ich bin selbst "vom Fach" und die Idee, dass Klientin und Therapeutin zusammen an diesem Buch saßen hat mich einfach neugierig gemacht. Ich hatte die Hoffnung eine gelungene Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht und fachlichen Informationen zu bekommen - und genau so war es dann auch. Mirjam berichtet eindringlich von ihrer schwierigen Zeit, ihrem steinigen Weg. Die Geschichte wird immer wieder von eingestreuten seitens Hürlimann abgerundet und komplettiert. Sicher, Hürlimanns Sicht auf die Dinge ist oft von ihrer gewählten Schule geprägt, sodass ich nicht immer einer Meinung mit ihr war, aber fachlich war das Buch absolut korrekt und gibt gute Denkanstöße.

    Wichtig finde ich aber besonders, dass das Thema Psychotherapie so Stück für Stück normaler, weniger bedrohlich wird. Das ist eben nicht nur was für "Freaks, Irre und Versager" sondern kann jeden treffen und schämen sollte sich niemand dafür. Trotzdem trifft das Thema in der Gesellschaft noch auf viel Unverständnis - umso wichtiger sind genau solche Bücher. Mirjam ist keine Versagerin. Der Leser kommt nicht umhin, sie dann und wann für ihre Stärke zu bewundern. 

    "Ich hab einen Knall - Sie auch?" ist definitiv ein empfehlenswertes Buch mit innovativem Konzept!

  2. Cover des Buches Inseln (ISBN: 9783832199890)
    Gavin Francis

    Inseln

     (15)
    Aktuelle Rezension von: evaczyk

    „Die Kartierung einer Sehnsucht“ heißt das Buch „Inseln“ des schottischen Arztes und Schriftstellers Gavin Francis im Untertitel – und das ist wortwörtlich zu nehmen. Denn das Buch ist reich illustriert mit alten Landkarten, die sich mit entlegenen, oft wenig bekannten Inseln befassen. Von ungefähr kommt das nicht, denn wie Francis gleich zu Beginn des sehr persönlichen Texts erläutert, faszinierten ihn schon als Kind die Abbildungen eines alten Atlas in der Stadtbücherei.

    Millenials und die ihnen folgenden Generationen können es vermutlich gar nicht mehr nachvollziehen, was der Atlas für den Jungen bedeutet hatte, der sein Fernweh mit dem Finger auf der Landkarte und seiner Vorstellungskraft stillt. Schließlich wuchs Francis noch zu einer Zeit auf, als Fernreisen bei weitem nicht so verbreitet waren und die Information selbst über entlegene Gebiete nur einen Mausklick entfernt aus dem Internet abrufbar.

    Geplant war „Inseln“ als „persönliche Reise durch Landkarten und Inselgeschichten, durch die Segnungen und Nöte der Abgeschiedenheit“, über die Rolle von Inseln in der kollektiven Kultur, über den möglichen Gewinn aus der Isolation des Insellebens.  Die Corona-Pandemie habe den Ansatz seiner Überlegungen noch einmal verstärkt, schreibt Francis: „Die Welt hat sich verändert, es ist entscheidender denn je, die Vorzüge der Isolation zu schätzen und dennoch neue Wege zur Verbundenheit zu finden.“

    Der Autor schildert eigene Inselerlebnisse, sei es als Naturschutzwart auf einem Leuchtturm, während eines Forschungsaufenthalts in der Antarktis oder als Besucher isolierter Inselgemeinschaften oder der Mönche auf dem Berg Athos. Daneben ist das Buch gespickt mit Verweisen aus der Literatur, etwa Robinson Crusoe. Auch die medizinischen Überlegungen kommen nicht zu kurz – ist nicht etwa die Pubertät eine wichtige Phase der Abkapselung, in der sich Jugendliche gewissermaßen auf ihre eigene, innere Insel zurückziehen?

    Wenn von Sehnsuchtsinseln die Rede ist, denken die meisten vermutlich erst einmal an Traumstrände in der Südsee, im Indischen Ozean und der Karibik, an Korallenstrände und türkisblaues Meer. Doch auch wenn Francis Reisen auf das Lamu-Archipel vor der Küste Kenias und die Inseln im Titicacasee beschreibt – sein Focus liegt auf den einsamen, rauen, sturmumtösten Inseln des Nordens, seien es die Hebriden und Orkney-Inseln seiner schottischen Heimat, seien es Grönlad, die Faröer-Inseln, auf den Begegnungen mit Basstölpeln, Möwen und anderen wilden Seevögeln.  Geradezu poetisch lesen sich seine Beschreibungen von Inselerlebnissen, als er sein Zelt in der Nähe von Vogelkolonien aufschlägt und ganz den den Geräuschen von Wellen, Wind und Vogelschreien hingeben kann.

    „Inseln“ nimmt den Leser mit auf die Reise – nicht nur mit Hilfe der alten Karten, sondern auch auf die Gedankenreise des Autors und die philosophischen Überlegungen über die Kontraste zwischen Inseleinsamkeit und pulsierenden Städten, zwischen Isolation und Verbundenheit und der Frage, ob die Suche nach Einsamkeit nicht auch der Selbstfindung dient: „Liegt hier der ewige Reiz von Robinson Crusoe? Dass wir alle danach dürsten, uns in der Einsamkeit zu definieren? Dass wir davon träumen, endlich Schiffbrüchige zu sein?“ Insofern ist „Inseln“ in der erzwungenen Isolation durch die Pandemie nicht nur eine Möglichkeit, Fernweh zu stillen, sondern auch die positiven Seiten der Isolation zu untersuchen.

     

  3. Cover des Buches Zurück in Virgin River (ISBN: 9783745701760)
    Robyn Carr

    Zurück in Virgin River

     (85)
    Aktuelle Rezension von: peedee

    Virgin River, Band 7: Rick Sudder ist bei den Marines. Bei seinem ersten Einsatz im Irak wird er schwer verletzt – nicht nur körperlich, sondern vor allem psychisch. Er stösst alle, die ihn lieben, von sich. Darunter auch seine langjährige Freundin Liz. Er meint, sie sei besser dran, ohne ihn. Jack Sheridan erkennt seinen Ziehsohn fast nicht wieder. Können Liz und er Rick helfen?

    Erster Eindruck: Die Gestaltung des Covers (Ausgabe 2012) entspricht leider gestalterisch nicht meinem Geschmack. Die Neuauflage hingegen gefällt mir sehr.

    Dies ist Band 7 einer Reihe, kann jedoch unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden (schöner ist es jedoch schon, die Protagonisten von Anfang an zu begleiten). Innerhalb weniger Wochen bin ich nun schon das siebte Mal in Virgin River – ich fühle mich dort offensichtlich sehr wohl…

    Gemäss Originalklappenbeschreibung soll es hauptsächlich um Rick und Liz gehen. Aus meiner Sicht gab es dieses Mal aber mehrere Beziehungsgeschichten, die gleich prominent vertreten waren: Walt und Muriel, Cameron und Abby sowie eben Rick und Liz. Zudem gab es weiteren Zugang in Virgin River: Dan Brady – zwar ein neuer Name, aber kein unbekanntes Gesicht.
    Walt fällt es sehr schwer, zu akzeptieren, dass Muriel für Dreharbeiten weggefahren ist. Er fühlt sich einsam und verlassen. Cameron wirbt mit stetem Bestreben um Abby, die mittlerweile hochschwanger mit Zwillingen ist. Rick und Liz haben – trotz ihrer jungen Jahre – bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Den Anschlag hat Rick zwar überlebt, aber er ist verbittert und meint, er bringe allen nur Unglück. Es war schwer zu ertragen, dass Rick alle von sich stösst, insbesondere Jack, der Rick wie seinen Sohn liebt, und Liz, seine langjährige Freundin. Natürlich ist es zu verstehen, dass er die Folgen des Anschlags nicht einfach so „wegsteckt“, aber er will sich nicht von anderen helfen lassen.

    Verlust, Liebe, Eifersucht, Vergangenheitsbewältigung, Neuorientierung – dies sind nur einige der behandelten Themen. Mir hat das Buch trotz der vielen parallelen Geschichten gut gefallen – 3 Sterne.

  4. Cover des Buches Das Licht ist hier viel heller (ISBN: 9783328106500)
    Mareike Fallwickl

    Das Licht ist hier viel heller

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Leserstimme

    Mareike Fallwickl begeistert auch in ihrem 2. Roman. Sie erzählt von dem  gescheiterten Autor Wenger, der nach 3 Flops erfolglos und demotiviert in einer verdreckten Wohnung haust. Seine EX -Frau Patrizia , die sich nach seinen etlichen Affären einen Fitnesstrainer angelacht hat, führt ihr Scheinleben ebenso weiter. Hier liest man über 2 extreme Charaktere, der eine verwahrlost und lethargisch und die andere ständig unter Strom und dem Fitness- und Ernährungswahn verfallen. Zwischen diesen beiden eigentlich sehr unglücklichen Menschen stehen ihre Kinder Finnegan und Chloe (genannt Spin und Zoey), 16 und 18 Jahre alt. Beide hadern mit ihren eigenen Schwierigkeiten in diesem Alter und haben sich jedoch als Geschwister jeden Schmerz und jede Freude mitgeteilt. Das Vertrauen in die Eltern jedoch scheint zerbrochen zu sein,  -  viel zu sehr auf sich konzentriert. Spin und Zoey verbringen langweilige Wochenenden bei dem Vater , die Mutter heischt mit geschmacklosen Geschenken bei ihren Kindern um Aufmerksamkeit, anstatt ihnen lieber ein wenig Liebe zu geben und zuzuhören.

    Eines Tages jedoch verändert sich etwas bei Zoey und ihrem Vater. Eine Unbekannte schreibt sehr emotionale Briefe und wirft sie in den Briefkasten Wengers, der immer noch mit dem Vormieter beschriftet ist. Wenger liest die Briefe und ist begeistert. Aber auch Zoey findet die Briefe und liest diese heimlich ohne Wengers Wissen. Jeder der Beiden nimmt diese von enttäuschter Liebe und tiefem Schmerz handelnden Briefe mit in sein Leben. 

    Diese sehr unterschiedlichen Charaktere machen das Buch so durchaus spannend, lesenswert. Die Kinder der Erwachsenen suchten ständig nach Liebe und Aufmerksamkeit, doch keiner schien sie zu hören. Daher versteht man ihren eigenen kleinen Rachefeldzug und kann sich ein zufriedenes Lächeln nach "der Tat" nicht verkneifen. 

    Manchmal liest man dieses Buch mit Wut und Unverständnis, wie die Eltern mit ihren Kindern umgehen oder sie ignorieren. Ich bin schon gespannt auf ihr neues Buch: "Die Wut, die bleibt". 



  5. Cover des Buches Der Regen in deinem Zimmer (ISBN: 9783746630717)
    Paola Predicatori

    Der Regen in deinem Zimmer

     (33)
    Aktuelle Rezension von: daydreamin

    Geschrieben im Oktober 2014:
    Alessandra wohnt mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter in einer Wohnung in Italien. Als ihre Mutter stirbt, bleibt sie mit ihrer Großmutter und einem großen Loch im Herzen zurück. Sie zieht sich komplett aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld zurück und setzt sich in der Schule in die letzte Reihe neben Gabriele, auch Zero genannt. Mit ihm will niemand was zu tun haben, was auf Gegenseitigkeit beruht. Zuerst ignorieren sich auch die beiden, doch nach und nach baut sich eine Beziehung auf.

    Unabhängig davon, ob Alessandras Mutter gestorben ist oder nicht, der Sitzplatzwechsel hätte ihr auch schon früher gut getan. Liest man nur den Klappentext, dann denkt man, dass sie sich komplett aus ihrem Freundeskreis zurückzieht. Doch die Leute, von denen sie Abstand gewinnt, sind für mich keine Freunde gewesen. Anstatt ihr beizustehen und ihr zu helfen, erscheinen ihre Freundinnen mir vollkommen gleichgültig. Die Freundlichkeit und das Mitgefühl zu Beginn des Buches erscheinen mir unfassbar aufgesetzt. Wenn sich Alessandra doch noch einmal mit ihrer einst so guten Freundin Sonia trifft, dann redet diese ununterbrochen nur von sich selbst und ihren Typen. Dreht Alessandra ihr den Rücken zu und setzt sich neben Zero, dann wendet sich Sonia einem anderen Mädchen zu und lästert ziemlich offensichtlich über Alessandra ab. Die Klassenkameraden sind mit Abstand die unsympathischsten Menschen des ganzen Buches und wie schon gesagt, Alessandra hätte sich viel früher von ihnen abspalten sollten.

    „Abgesehen von dem Video, das Großvater an meinem Geburtstag gemacht hat, habe ich nur Fotos von dir, und will ich mich an dein Gesicht oder deine Stimme erinnern, stelle ich bestürzt fest, dass bereits wenige Monate nach deinem Tod etwas verlorengegangen ist. Ich will alles von dir im Gedächtnis behalten, doch es sind die alltäglichen Gesten, die mir fehlen, das, was mir dich wieder l ebendig erscheinen lassen würde und den sanften Schimmer deiner Gegenwart bedingte.“

    Die restlichen Charakter waren aber alle furchtbar sympathisch. Alessandras Großmutter ist eine liebevolle Frau, der man Leid und Trauer um die eigene Tochter richtig anmerkt. Man kann förmlich spüren, wie sie ganz plötzlich altert und schwächer wird. Genauso gut kann man jedoch auch spüren, wie sie langsam wieder in den Alltag zurückfindet. Dieser Prozess ist nicht nur bei ihr, sondern auch bei Alessandra unfassbar schön beschrieben. Die Entwicklung und Verarbeitung des Todes sind authentisch, aber nicht zu kitschig oder übertrieben, sondern einfach passend dargestellt. Ganz großes Lob an die Autorin für die Wortwahl und die Darstellung dieses Prozesses.

    Neben ihrer Großmutter kann sich Alessandra immer an die beiden Freundinnen ihrer Mutter wenden. Die beiden Frauen kamen mir sogar etwas zu kurz. In den Kapiteln, in denen sie vorkamen, erschienen sie mir wie zwei warmherzige und spritzige Frauen, über die ich gerne noch mehr gelesen hätte. Alessandra selbst ist auch ein sehr angenehmer Charakter und kommt glaubwürdig rüber. Anders als viele Protagonisten in solchen Büchern versinkt sie nicht in Selbstmitleid, sondern geht vernünftig und gleichzeitig emotional mit dem Tod ihrer Mutter um. Es fällt mir ganz schwer in Worte zu fassen, wie sie sich verhält. Daher belasse ich es besser dabei, dass sie authentisch und sympathisch ist. Ich konnte vollkommen nachvollziehen, wie sie sich fühlt und wie sie den langsam Tod verarbeitet, ohne dabei gefühlskalt zu wirken, allerdings auch ohne dabei ihre Ziele aus den Augen zu verlieren.

    „Das Schrecklichste ist nicht, einen geliebten Menschen zu verlieren, sondern nicht mehr von ihm zu sprechen.“


    Dann hätten wir da noch Gabriele alias Zero. Der ist zugegebenermaßen nicht mein Typ Mann gewesen. Er ist sehr exzentrisch und launisch und oftmals hätte ich ihm gerne eine Ohrfeige dafür verpasst. Man spürt, dass er nach und nach etwas für Alessandra entwickelt. Er sorgt sich spürbar um sie, doch seine Art dies auszudrücken ist gewöhnungsbedürftig. Trotzdem habe ich ihn gern gemocht und auch wenn ich nicht viel mehr mit ihm anfangen konnte, konnte ich dennoch nachvollziehen, warum Alessandra ihn gern hat. Die Beziehung und deren Entwicklung sind ebenfalls schön dargestellt worden. Allerdings auch sehr realistisch. Wer eine rosarote Liebesgeschichte erwartet, ist definitiv falsch. Die beiden haben einen wirklich langen und harten Weg vor sich, was durch Zeros interessanten und unerwarteten Hintergrund noch bestärkt wird.

    Zu dem Aufbau des Buches ist noch zu sagen, dass Alessandra über Wochen hinweg von ihrem Alltag berichtet. Die Kapitel tragen Daten als Überschriften, dennoch ist das Buch kein Tagebuch. Zwischendurch unterbricht sich dieser Aufbau durch Erinnerungen an ihre Mutter, welche in den Kapitel ganz direkt mit „du“ durch ihre Tochter angesprochen wird.

    Fazit

    Ich vergebe insgesamt 4 Sterne. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich hab mich wirklich richtig in den Kapiteln verlieren können. Der Schreibstil ist wunderschön und die Charakter zum Großteil angenehm. Der Trauerprozess ist, ebenso wie die Beziehung zwischen Alessandra und Zero, sehr authentisch und zeitintensiv dargestellt. Die Protagonistin hat klare Ziele und ich konnte mich sehr gut in sie hineindenken. Klare Empfehlung von mir.
  6. Cover des Buches Salz auf unserer Haut (ISBN: 9783426654347)
    Benoîte Groult

    Salz auf unserer Haut

     (340)
    Aktuelle Rezension von: Erdbaerchen

    Zwischendurch habe ich immer wieder mal das Verlangen nach einem erotischen Liebesroman, der sich als Skandal entpuppen könnte. Während meiner Recherche stieß ich auf "Salz auf unserer Haut".

    Dieses Buch erzählt über zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Gauvain und George. Sie aus gutbürgerlichem Elternhaus, er eher aus ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen. Doch die Liebe kennt keine Grenzen. 

    Anfangs war ich wirklich begeistert. Der Schreibstil war sehr bildlich und emotional. Doch bald schon plätschert die Geschichte nur mehr so dahin. Die Handlung wiederholt sich auf den 300 Seiten immer wieder. Das Ende kam sehr abrupt.
    Die Enttäuschung war relativ groß, hatte ich doch etwas mehr Abwechslung und Niveau erwartet. Wo ist die starke Frau, die am Klappentext beschrieben wurde? 

    Fazit: Mehr Softporno als niveauvoller Erotikroman. 

  7. Cover des Buches Garp und wie er die Welt sah (ISBN: 9783499258398)
    John Irving

    Garp und wie er die Welt sah

     (785)
    Aktuelle Rezension von: Vyanne

    Wunderbar schillernde Charaktere, wunderbar absurder (und schwarzer) Humor, allerdings kein wirklicher roter Faden in der Geschichte, kein typischer "Spannungsbogen" über das Buch hinweg, eher die Struktur des typischen Bildungsroman (Das Leben von XY von der Wiege bis zur Bahre). Es geht um sexuelle Vorbehalte, Klischees, Grenzen, Stereotype, Verstrickungen und das aus verschiedenen Perspektiven. 

  8. Cover des Buches Mr. Chartwell (ISBN: 9783442746835)
    Rebecca Hunt

    Mr. Chartwell

     (44)
    Aktuelle Rezension von: TamiraS

    Churchills Flüstern war kaum zu verstehen, doch das spielte keine Rolle, er wusste, dass das Etwas lauschte. "Hau ab."
    "Nein."


    Die junge Witwe Esther möchte ein Zimmer in ihrem Haus vermieten, doch der einzige Interessent, der sich auf ihre Anzeige hin meldet,  ist ein großer, zugegebener maßen sehr menschenähnlicher und auch sprechender Hund - doch ein Hund ist er trotzdem. Und zudem ist er kein sehr reinlicher Mitbewohner, er verschmutzt das Haus, kommt Esther auch körperlich viel zu Nahe und gräbt Löcher in ihren Garten. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Esther anfangs stark sträubt, ihn in ihrem Haus aufzunehmen. Doch, obwohl der Hund - Black Pat Chartwell - abstoßend und unangenehm ist, kann Esther sich dem verführerischen Wunsch nicht erwehren, ihm doch Einlass in ihr Leben zu gewähren, das seit dem erst wenige Jahre zurückliegenden Selbstmord ihres Mannes immer mehr brach liegen zu scheint. Obwohl es Menschen in ihrem Leben gibt, denen sie viel bedeuten, ist sie fast immer allein und einsam. Und so lässt sich Mr. Chartwell in ihr Leben.


    "Komisch, welche Dinge einem im Leben erhalten bleiben. Nicht immer die, von denen man es erwartet hatte, und nicht immer so, wie man es erwartet hatte."


    Während seines Lebens litt Winston Churchill - der bekannte Premierminister Englands - unter Depressionen, die er als "den schwarzen Hund" bezeichnete und die ihn mal mehr mal weniger begleiteten, jedoch nie ganz verließen. Während Churchill am Ende seiner Karriere steht und Chartwell immer näher an ihn heran zu treten scheint, nutzt der schwarze Hund die Zeit, in der Churchill es schafft, ihn nicht zu nah an sich heran zu lassen, Esther zu besuchen und zu bedrängen. Dabei begleitet der Leser beide Personen in ihren Gefühlen gegenüber der Depressionen.
    Beide wollen den Hund verscheuchen, aber auch in ihr Leben lassen. Und ich denke, gerade diesen Punkt verstehen nur Menschen, die selbst unter Depressionen leiden. Denn, obwohl man sich nichts lieber wünscht, als sie los zu werden, suhlt man sich auch immer wieder im Leid - ein Wunsch, eine Sucht, die in dieser Hinsicht "gesunden" Menschen unverständlich sein muss.


    Beide - Churchill und Esther - werden immer wieder stark von Black Pat Chartwell bedrängt, können sich kaum seiner erwehren, fühlen seinen Schatten hinter jeder Straßenecke, seinen Atem in ihrem Nacken, mal näher, mal weiter fort. Doch er ist immer da.


    Nun möchte man meinen, dass die Geschichte traurig ist und Depressionen noch verstärken könnte - doch genau das Gegenteil ist der Fall. Denn einerseits schafft es Rebecca Hunt, sehr gefühlvoll das Gefühl der Depression zu beschreiben, hat aber mit dem schwarzen Hund und seinen Gemeinheiten der Depression ein fast schon amüsantes Gesicht gegeben. Immer wieder musste ich schmunzeln, während ich gleichzeitig dachte: Ja, genau so fühlt man sich.




    Dieses Buch kann ich jeden empfehlen, der bereits einmal Bekanntschaft mit dem schwarzen Hund gemacht hat und von ihm in seinem Leben begleitet wird - nur wenig Bücher schaffen es, mit einem solchen Fingerspitzengefühl dieser Krankheit zu begegnen. Gleichzeitig denke ich jedoch, dass Leser, die das Gefühl nicht kennen, vielleicht nicht so viel in dem Buch finden werden.


    Mir persönlich hat es sehr gut gefallen und ein Gefühl des "Verstandenwerdens" verschafft - etwas das ich selten bei einem Roman mit einem solchen Thema gefühlt habe. 

  9. Cover des Buches Die Selbstmord-Schwestern (ISBN: 9783644011717)
    Jeffrey Eugenides

    Die Selbstmord-Schwestern

     (397)
    Aktuelle Rezension von: mariameerhaba

    Als sich die erste Schwester aus dem Fenster stürzte, war ich wie gebannt von der Szene. Es hat mich schockiert, mir den Atem geraubt, für einen Moment habe ich perplex mit dem Lesen aufgehört, damit ich die Wirkung des Geschriebenen begreifen konnte. Der Autor war schonungslos, fast brutal, das Nachbeben hat mich eine Zeitlang begleitet, war wie ein Echo weit hinter meinen Gedanken, zwischen den Zeilen, zwischen jedem Atemzug, bis der Autor wieder endlos um den heißen Brei gesprochen hat.

    Er zieht es in die Länge, erzählt über alles Mögliche und macht dabei so einen gewaltigen Rückschritt vom Mord, dass er die Geduld des Lesers überstrapaziert. Irgendwann wurden die Informationen über die Schwestern zu viel, die Handlung blieb auf halber Strecke stecken und das Lesen wurde anstrengender. Ich kämpfte gegen die Flut von Nebensächlichkeiten, die ich unmöglich besiegen konnte und dann habe ich mich zu langweilen begonnen. Ich wollte nicht mehr.

    Die Idee des Autors ist interessant. Als ich den Titel las und die Kurzfassung, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Ich habe mich ehrlich darauf gefreut. Doch der Autor überspannt den Spannungsbogen und überhäuft mit so vielen Nebengeschichten, dass es für mich nicht funktioniert.

  10. Cover des Buches Power (ISBN: 9783328107385)
    Verena Güntner

    Power

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Raven

    Das Werk "Power" von Verena Günter ist als gebundene Ausgabe und Softcover, sowie Ebook und Hörbuch über Dumont Verlag erschienen. Das Buch umfasst 254 Seiten.

    Kerze ist noch ein Kind, aber sehr selbstbewusst und sie hilft wo sie nur kann. Als der Hund „Power“ verschwindet verspricht sie ihn zurück zu bringen ob Tod oder lebendig. Doch nicht nur sie, sondern alle Kinder sind schon bald in den Wald gezogen und suchen dort nach dem Hund.

    Die Geschichte regt schon zum Nachdenken an und hat eine bittere, bleierne Schwere und Hoffnungslosigkeit, die einen nieder reißt, aber die Handlung ist sehr lebensfremd und absurd. Und je mehr man versucht sich darauf einzulassen, desto verworrener wird es. Der Sprachausdruck und die Fantasie sind zweifelsohne literarisch ausgereift. Schade das die Geschichte an sich so Realitätsfremd bleibt.

    Fazit: Fantastische, realitätsfremde Geschichte, die eine bleierne Schwere und Hoffnungslosigkeit erzeugt und zur inneren Verwirrung führt. Literarisch großartiger Ausdruck mit absurden Handlungen. Kann man Zwischendurch lesen!

  11. Cover des Buches Andorra (ISBN: 9783518734803)
    Max Frisch

    Andorra

     (1.001)
    Aktuelle Rezension von: Olympia_Summer

    „Andorra“ von Max Frisch, welches im Jahr 1961 erschienen ist, behandelt die Vorurteile gegenüber Juden.

    Dabei steht Andri im Vordergrund, welcher der Adoptivsohn des Dorflehrers ist. Er erlebt immer wieder Rückschläge, da er selbst Jude ist, und somit viele Nachteile genießt. Der Protagonist verliebt sich in seine Stiefschwester, sodass schon bald der Heiratsantrag folgt. Beiden ist jedoch bewusst, dass die Tat nicht ohne Folgen bleiben kann. Kurz darauf begrüßt das Dorf eine Reisende, die mehr mit Andris Vergangenheit zu tun hat, als der Protagonist vorerst denkt.

    Max Frisch versucht mit zahlreichen Vorausdeutungen, die Handlung des Buches vorweg zunehmen. Diese sind allerdings bloß anwendbar, wenn der Leser sich aufwendig mit dem Werk beschäftigt. Allgemein ist die Handlung nicht immer linear angeordnet, sodass es zwischen den Bilder öfters einen „Vordergrund“ gibt. Diese Szenen spielen nach der Haupthandlung und dienen zum Verständnis des Ablaufs. Leider werden diese Nebenhandlungen nicht weitergeführt, sodass man beispielsweise nicht mehr erfährt, wieso der Tischler, der Geselle, der Wirt sowie verschiedene andere Charaktere vor Gericht aussagen mussten. Jedoch ist die Absicht des Autors ganz klar zu erkennen. Gerade durch den Protagonisten möchte Max Frisch zeigen, wie viel Vorurteile bewirken und beeinflussen können. Vordergründig steht vor allem der Antisemitismus der Menschen, wie es der Autor in „Andorra“ stark verdeutlicht.

    Der Spannungsbogen ist erst im letzten Bild wirklich zu erkennen, was unter anderem auch daran liegt, dass es sich beim letzten Bild um ein Drama im Drama handelt. Ab hier steigt die Spannung stetig und viele Aktionen passieren schnell hintereinander. Dies ist trotz alledem der einzige Part, in dem meine Neugier voll und ganz geweckt wurde. Das erste drittel des Buches beschäftigt sich stattdessen hauptsächlich damit, den Sachverhalt sowie die Beziehung zwischen den einzelnen Personen zu erklären.

    Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich. Es werden hin und wieder Wörter benutzt, die heute so nicht mehr verwendet werden und der Wortklang sowie die Schreibweise einiger Begriffe sind veraltet. Ein Beispiel dafür ist das Wort ‚muss‘, welches im Werk von Frisch mit einem ‚ß‘ statt einem Doppel-S geschrieben wird. Dies ist allerdings verständlich, da zu beachten ist, dass das Stück aus dem Jahre 1961 stammt. Hat man die ersten paar Seiten durch, gewöhnt man sich aber schnell an den Schreibstil.

    Ich empfehle jedem das Buch, der sich das Thema Antisemitismus interessiert und sich auch auf einen älteren Schreibstil einlassen kann.

    Insgesamt konnte mich „Andorra“ einigermaßen begeistern, was vor allem an dem flüssigen Schreibstil liegt. Max Frisch hat die Themen Antisemitismus sowie allgemein Vorurteile wunderbar in seinem Werk inszeniert, jedoch hat mir der Spannungsbogen im mittleren Fragment etwas gefehlt.

  12. Cover des Buches Generation Golf (ISBN: 9783596150656)
    Florian Illies

    Generation Golf

     (257)
    Aktuelle Rezension von: Manuel_Martensen

    Ich habe mich vor Lachen gekringelt und wünsche mir mein altes Playmobil Piratenschiff wieder. :-) Ein toller Roman über die Generation Golf

  13. Cover des Buches Jetzt bin ich hier (ISBN: 9783956671340)
    Maria Braig

    Jetzt bin ich hier

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Igelmanu66

    »Da sah ich afrikanische Leute und habe sie über Dortmund gefragt und ganz plötzlich habe ich angefangen zu weinen. Sie haben mich beruhigt und haben mir geholfen. Ich wollte sterben. Alles war fremd und viel zu viel. Ich werde diesen Tag nie vergessen.«

     

    Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Dafür gibt es viele mögliche Gründe, manchmal sogar gute, weil einen z.B. die Liebe in die Fremde zieht. Meist jedoch geht es ganz simpel um Fragen des Überlebens, meist ist das Verlassen der Heimat nichts anderes als eine Flucht vor Krieg, Folter, Unterdrückung und/oder Hunger.

     

    In dieser Anthologie kommen Menschen zu Wort, die aus den verschiedensten Ländern nach Deutschland kamen. Ursprünglich sollten nur Texte von Flüchtlingen aufgenommen werden, es kamen dann aber noch weitere von MigrantInnen und Menschen mit Migrationshintergrund hinzu. Alles zusammen bildet eine beeindruckende Sammlung, die sowohl inhaltlich als auch von der Art der Texte her eine große Vielfalt aufweist.

     

    So finden sich neben sehr persönlichen Erfahrungsberichten Geschichten zu verschiedenen Themen, es findet sich ein umfangreicher Sachtext und einiges an Lyrik. Die Lektüre des Buchs ist entsprechend abwechslungsreich und kurzweilig. Zwar machen manche Texte sehr betroffen, andere hingegen sind einfach unterhaltsam zu lesen oder strahlen puren Optimismus aus. Beeindruckt haben mich in diesem Zusammenhang die positiven Gefühle, die in nicht wenigen Texten herauskommen, die Liebe zur alten Heimat, selbst wenn sie einem übel mitgespielt hat und die Verbundenheit mit der neuen Heimat, selbst wenn man sich dort noch fremd fühlt.

     

    Neben den Texten enthält die Anthologie auch einige sehr ausdrucksstarke und thematisch passende Bilder des Künstlers Bernard Bieling. Genau wie die Autorinnen und Autoren hat er auf sein Honorar verzichtet. Dieses geht, wie auch ein großer Teil der Erlöse aus dem Buchverkauf, an den Verein Exil e.V. in Osnabrück. Mit dem Kauf erwirbt man also nicht nur ein hochinteressantes Buch, sondern tut auch noch etwas Gutes.

     

    Fait: Ein Buch, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ich kann diese Anthologie jedem interessierten Leser wärmstens empfehlen.

     

    »Ich habe gelernt, dass Heimat nicht nur ein Ort ist, wo wir geboren sind, sondern es ist das Gefühl, das wir von Menschen bekommen, das Gefühl der Akzeptanz, der Zugehörigkeit und Liebe, und um dieses Gefühl zu entwickeln, müssen wir die Menschen zuerst akzeptieren. Wir müssen sie akzeptieren und lieben und langsam werden sie anfangen, uns zurückzulieben.«

  14. Cover des Buches Bis hierher und nicht weiter (ISBN: 9783466347759)
    Rolf Sellin

    Bis hierher und nicht weiter

     (15)
    Aktuelle Rezension von: SandyMercier

    Ich wollte schon lange einmal Bücher über das Nein-sagen lesen, weil das doch oft im Alltag mein Problem war. Ich bin nach meinem Burnout zwar besser geworden, doch ich merke immer wieder, wie ich damit zu kämpfen habe, Nein zu sagen. Daher musste dieses Buch her und ich bin wirklich froh, es gelesen zu haben. Die Übungen haben mir viel gebracht und auch der theoretische Teil war sehr wichtig. Es hat unterbewusst glaube ich einiges in mir geändert und ich versuche viel mehr auf meine Körperreaktionen zu achten und sie wahrzunehmen. Noch mehr als vorher. Sehr wichtiger Ratgeber.

  15. Cover des Buches Gesellschaft der Angst (ISBN: 9783868542844)
    Heinz Bude

    Gesellschaft der Angst

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Der Traum vom Leben (ISBN: 9783596170869)
    Klaus Brinkbäumer

    Der Traum vom Leben

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Kermunto
    Afrika, irreguläre Migration
  17. Cover des Buches Die Hundeesser von Svinia (ISBN: 9783423134378)
    Karl-Markus Gauß

    Die Hundeesser von Svinia

     (11)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    'Du siehst aus der Weite einen Menschen näherkommen [...] und wenn er da ist, siehst du, es ist doch nur ein Zigeuner.'


    Inhalt und mein Eindruck:

    Karl-Markus Gauß hat eine Reportage über slowakische Slums geschrieben, allen voran die Vorhölle Svinia, wo 700 Roma leben, die sogar von anderen Roma ausgegrenzt und verachtet werden, da sie als Hundeesser gelten.

    Neben der Beschreibung der Zustände in den slowakischen Slums erzählt Gauß von der Geschichte der Roma von 1945 bis heute, von der Eingliederung in die tschechoslowakische Gesellschaft zu Zeiten des Sozialismus über reihenweise Sterilisierungen in den letzten Jahren vor Beendigung des Kalten Krieges bis zum EU-Beitritt der Slowakei und der Vertreibung der Roma aus ihren Häusern und ihrem bisherigen Leben.

    Mir hat 'Die Hundeesser von Svinia' sehr gut gefallen, obgleich ich recht bestürzt war über die geschilderten Zustände. Begriffe wie Ghetto, Apartheid, Slums und bitterste Armut assoziiert man für gewöhnlich nicht mit dem Europa des späten 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Der Autor berichtet aber genau von diesen Missständen, die man in einem EU-Land nicht vermutet und die das Weltbild des Lesers demnach ein wenig gerade rücken.


    Mein Resümee:

    Eine beeindruckende und spannende Reportage.



  18. Cover des Buches Und nehmen was kommt (ISBN: 9783852188850)
    Ludwig Laher

    Und nehmen was kommt

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die junge Romni Monika ist vom Leben gebeutelt. Zunächst muss sie den Tod ihrer Mutter verkraften, der sie und ihren Bruder zu Waisen macht. Kaum aus dem Heim entlassen fällt sie zwei Betrügern in die Hände, die sie postwendend um all ihr Geld bringen. Monika findet Zuflucht bei alten Freunden aus dem Heim. Dort spritzt sie zum ersten Mal Speed, nur um bald darauf von ihren angeblichen Freunden an einen Zuhälter verkauft zu werden. Monikas Leben scheint aussichtslos, doch ganz kann die junge Frau die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben.

    Das Schicksal Monikas ist schwer zu fassen, wenn man als behütete Tochter der deutschen Mittelklasse aufgewachsen ist. Auch wenn ich mich noch nicht mit dem Leben osteuropäischer Roma beschäftigt habe, nahm ich gleich Anteil an dem Leben dieser jungen Frau, die zum Ende des Buchs gerade mal so alt ist wie ich jetzt. Nichts desto trotz könnten unsere Leben nicht unterschiedlicher sein.

    Laher erzählt von den Ereignissen im Leben Monikas mit einer Schlichtheit, die berichtet ohne Anteil zu nehmen. Das Buch ist also weder sentimental noch Mitleid heischend und so um einiges besser verdaulich als manche Berichte dieser Art. Trotzdem bohrt sich Kapitel für Kapitel dem Leser das metaphorische Messer ins Herz. Wer bei diesem Buch keine Träne vergießt muss aus Stein sein, Erzählstil hin oder her.

    Monika wächst einem ans Herz und bleibt doch immer irgendwie fremd. Denn der Erzähler maßt sich nie an in ihren Kopf vorzudringen. Laher macht keine Anspielungen oder legt seinem Buch etwas zwischen die Zeilen, was nicht von Monika selbst geäußert wurde. Der Bericht bleibt über zweihundert Seiten hinweg realistisch, fast journalistisch, wertet nicht, stellt nur ab und an das Offensichtliche in den Raum.

    Ein wunderbares Buch für jeden, der daran interessiert ist über den Tellerrand zu schauen und dabei auch nicht vor harten Schicksalen zurück scheut.

  19. Cover des Buches Spiegelkind (ISBN: 9783401506524)
    Alina Bronsky

    Spiegelkind

     (208)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    Inhalt:
    Juli’s Welt gerät aus den Fugen. In ihrem Haus wird eingebrochen und ihre Mutter verschwindet. In ihrer Schule taucht ein Mädchen auf, das auf den ersten Blick nicht den Standards des Lyzeums entspricht. Ehe sich Juli versieht, entdeckt sie Welten jenseits der Normalität und erfährt, dass ihre Mutter eine Phee ist. Gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Ksü macht sich Juli auf die Suche nach ihrer Mutter und dem Familiengeheimnis.

    Cover:
    Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt sich dem Titel an und ist mit der knalligen Türkisen Farbe ein Blickfang. Durch die Risse kann man schon vermuten, dass dieses Buch sicher nicht langweilig ist.

    Meine persönliche Meinung:
    Obwohl ich keine Bücher mit Fantasy-Charakter lese, war ich von dieser Geschichte von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil ist locker und leicht und man taucht rasch in die Geschichte ein. Der Autorin gelingt es, immer ein kleines Geheimnis zu wahren und somit die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Klar getrennte Welten von Normalen und Freaks oder Feen, gibt es natürlich nicht. Trotzdem regt das Buch zum Nachdenken an. Denn solche Bezirke gibt es zwar offiziell nicht, doch inoffiziell teilen wir Leute oder Bevölkerungsgruppen schon in gewisse Sparten ein. Hier wird deutlich was in der Welt passiert, wenn diese Einordnungen strikt durchgeführt werden und man alle nach Gesinnung und Vorlieben trennt. Als erschreckende Mahnung ist dieser Bezug zur Realität gelungen. Und wo kann dies besser angesprochen werden als in einem Jugendbuch?! Die Jugend wird schließlich unsere Zukunft bestimmen.

    Fazit:
    Absolut spannender Jugendroman mit vielen Wendungen und Rätseln.

  20. Cover des Buches Kinder egozentrischer Eltern (ISBN: 9783955710798)
    Nina W. Brown

    Kinder egozentrischer Eltern

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Die Amish People (ISBN: 9783491694392)
    Peter Ester

    Die Amish People

     (14)
    Aktuelle Rezension von: ban-aislingeach

    Das Buch „the Amish People“ wurde von dem Soziologen Peter Ester geschrieben.

    Er hat selbst einige Zeit bei den Amish verbracht um diese besser kennen zu lernen und schildert teilweise aus seine eigenen Erfahrungen.

     Das Buch ist in sechs Kapitel unterteilt:

     In der Einleitung, welche ich als Kapitel Null zähle, erklärt er uns ein paar Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen der Amish. So gibt es die Old Order Amish, welche sehr an den Regeln festhalten und so leben wollen wie in der Vergangenheit. Dann gibt es noch die New Order Amish, welche z.B. auch Außentelefone erlauben und noch andere Gruppen.

     Im Kapitel Eins erzählt er die Geschichte der Amish. Wie diese aus der Täufer Bewegung entstanden sind und wie sie v.a. von Deutschland und den Niederlanden in die Vereinigten Staaten von Amerika kamen und wie ihre erste Zeit dort war. In den anderen Kapiteln erzählt er manches Mal auch noch einiges zur Vergangenheit der Amish.

     Die soziale Struktur wie auch die Kultur und Religion werden im Kapitel Zwei behandelt. Da sich die Amish nicht immer gegen die Zukunft sperren können mussten sie neue Wege finden bzw. Kompromisse schließen und dies nicht nur innerhalb ihrer Gruppen, sondern auch Kompromisse, welche mit dem Staat getroffen wurden. Beispiele zu diesen kommen im Kapitel Drei vor.

     Das vierte Kapitel erzählt die mögliche Zukunft der Amish. Herr Ester erzählt was schon passiert ist und wie dies die Zukunft verändern wird. Zudem erzählt er uns am Ende des Kapitels wie er sich die Zukunft der Amish vorstellen könnte. Im Epilog wird die Frage was wir von dem Amish lernen können behandelt.

     Alles in allem ein sehr interessantes Buch. Wer einen Blick hinter die „Kulissen“ werfen möchte und mehr über die Amish erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch ans Herz legen. Selbst als Laie in diesem Gebiet konnte ich das Buch verstehen und es blieb immer interessant.

  22. Cover des Buches Herr Jensen steigt aus (ISBN: 9783492968867)
    Jakob Hein

    Herr Jensen steigt aus

     (171)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Gebundene Ausgabe: 134 Seiten

    Verlag: Piper (2006)

    ISBN-13: 978-3492048576

    Preis: vergriffen

    als E-Book und als Taschenbuch erhältlich


    Liest sich ganz vergnüglich


    Inhalt:

    Herr Jensen arbeitet als Postbote - bis er die Kündigung bekommt. Irgendwie ist er durchs Netz gefallen. Zuerst versucht er, seinen Tag sinnvoll herumzukriegen. Doch irgendwann wird ihm klar, dass im Nichtstun das wahre Glück liegt …


    Meine Meinung:

    Leider ist die Geschichte sehr kurz, man hätte sie sicher noch weiter ausbauen und vertiefen können. Aber sie ist sehr kurzweilig zu lesen, fast schon ein bisschen tragikomisch. 


    Dabei ist der Schreibstil sehr einfach und monoton, passend zum Protagonisten und seinem Leben. 


    ★★★★☆


  23. Cover des Buches Integration in Österreich (ISBN: 9783706548328)
    Herbert Langthaler

    Integration in Österreich

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Waldviertler
    Dr. Herbert Langthaler von der „Asylkoordination Österreich“ legt mit diesem Sammelband interessante und aufschlussreiche Beiträge zur aktuellen sozialwissenschaftlichen Forschung über die Integration in Österreich vor. Wer die Diskussionen zu diesem Thema nicht ausländerfeindlichen Populisten überlassen möchte, kann in diesem Buch viele Anregungen zum eigenen Weiterdenken finden, was das wichtige Thema betrifft. Der Band bietet eine allgemeine Einführung in die verschiedenen und vielfältigen Problematiken der Integration und geht darüber hinaus auf Fragen ein wie solche aus der Psychotherapie und des Arbeitsmarktes ein. Seriöse sozialwissenschaftliche Informationen, empirisch belegt sind, gewähren einen guten Argumentationsstoff gegen Xenophobie und das Schüren von Ängsten.
  24. Cover des Buches Mein Leben ist wunderbar (ISBN: 9783453405929)
    A. M. Homes

    Mein Leben ist wunderbar

     (9)
    Aktuelle Rezension von: verena scott
    Unglaublich unrealistisches und uninteressant es Buch zu eigentlich spannendem thema

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