Bücher mit dem Tag "30er jahre"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "30er jahre" gekennzeichnet haben.

218 Bücher

  1. Cover des Buches Der Trafikant (ISBN: 9783036959092)
    Robert Seethaler

    Der Trafikant

     (441)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Im Sommer 1937 kommt der junge Franz Huchel nach Wien und beginnt dort eine Ausbildung zum Trafikanten bei Otto Trsnjek. Schnell taucht der aus dem beschaulichen Salzkammergut stammende Franz in das hektische und aktive Leben Wiens ein, lernt neue Vergnügungen kennen, begegnet der Liebe und tritt unter anderem auch in Kontakt zu Siegmund Freud, der Stammkunde der Trafik ist,. Schnell kann dieser den jungen Mann faszinieren und ihn als Gesprächspartner für sich gewinnen. Doch es ist der Vorabend des Anschlusses an Deutschland und neben den Freuden des Stadtlebens muss Franz recht schnell auch mit den Schattenseiten des politischen Epizentrums Wien Bekanntschaft machen. 

    Der Roman bietet wirklich gute Unterhaltung. Bedingt durch den simplen und geradlinigen Schreibstil wird man sehr schnell und flüssig durch die Geschichte getragen und ließt lange Passagen am Stück. Dazu kommt noch, dass durch die persönlichen Lebensleiden Franz Huchels und durch die Zeit des Anschlusses und den damit verbundenen politischen Umbrüchen, die in diesem Buch aufgearbeitet werden, ein enormer Spannungsbogen entsteht, der die Leserschaft an der Stange hält. Gerade diese Mischung ist es aber auch, die das Buch so interessant macht. Weder die Geschichte rund um den Protagonisten, noch die historischen Hintergründe gewinnen an Übergewicht. Diese Balance verursacht deshalb, dass das Buch weder zu kitschig und emotional verwirrend wird, noch, dass trockene historisch interessante Passagen den Lesefluss und die Spannung beeinträchtigen. Im Generellen bietet das Buch eine sehr anschauliche und unterhaltsame Möglichkeit, sich mit der österreichischen Gesellschafts- und Politiklage der Jahre 1937, 38 und 39 auseinanderzusetzen, da diese spielerisch und authentisch in den Inhalt mit einfließen. Einzig und alleine den Protagonisten Franz empfand ich als ein wenig blass und unindividuell gestaltet. Da habe ich definitiv schon Erfahrungen mit einem facettenreicher gestalteten Figurenensamble machen können. 

    Nichts destotrotz ist und bleibt das Buch eine spannende und interessante Lektüre, die ich nur weiter ans Herz legen kann. 

  2. Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783499271571)
    Harper Lee

    Wer die Nachtigall stört ...

     (963)
    Aktuelle Rezension von: LuisasBuecherliebe

    Klassiker mit liebenswerten Charakteren, der allerdings seine Längen hat

    "Wer die Nachtigall stört" lag sehr lang auf meinem SuB und dank des Hörbuchs habe ich es nun endlich davon befreien können. Doch leider wurde ich etwas enttäuscht.
    Ich erwartete, wie im Klappentext beschrieben, eine Geschichte über Rassismus, das "demokratische Gerechtigkeitsempfinden" der Kinder zu sehen und mehr über den Fall und seine Folgen zu erfahren.
    Das alles war allerdings nur Bestandteil des letzten Drittels. Vorher wirkte das Buch eher wie eine Aneinanderreihung von Episoden aus dem Leben der jungen Scout. Diese Episoden wirken leider etwas wahllos und ohne Ziel. Es wurde erzählt, um zu erzählen. Erst ab Seite 300 wurde es interessant und spannend mit dem Prozess und seinen Nachwirkungen. Das Ende ging dann dafür aber relativ schnell und mit einem Mal war das Buch vorbei, da hätte ich mir etwas mehr gewünscht.
    Dafür waren die Charaktere sehr lesenswert. Scout und Jem sind ganz besondere Kinder und die Geschichte aus ihren kindlichen Augen zu lesen, war mal etwas anderes. Aber auch Atticus als ihr Vater war eine sehr interessante Persönlichkeit.

    Fazit: Ein vielgelobter Klassiker, der mich leider etwas enttäuscht zurückgelassen hat. Vielleicht habe ich auch zu viel erwartet und mich zu sehr an den Klappentext geklammert. Die Charaktere waren wirklich großartig und auch das Lesen der Geschichte aus den Augen eines Kindes hatte es. Allerdings wurde die Aneinanderreihung von gefühlt ziellosen Episoden aus dem Alltag irgendwann etwas langweilig, bevor das letzte Drittel dann wieder echt interessant und spannend war.

  3. Cover des Buches Die Geisha (ISBN: 9783442735228)
    Arthur Golden

    Die Geisha

     (2.919)
    Aktuelle Rezension von: Wortkosterin

    Mit Arthur Goldens Bestseller von 1997 "Die Geisha" (Memoirs of a Geisha) habe ich einen Fehlgriff getan, denn inhaltlich und stilistisch hat mich einiges gestört.

    Der US-amerikanische Japanologe Golden hat nur diesen einen Roman (one hit wonder) geschrieben: mit mäßiger schriftstellerischer Könnerschaft, finde ich. Er hatte das Glück, auf eine starke Story zu stoßen und die Cleverness, diese in "disneyfizierter" Form für den westlichen Geschmack aufzubereiten: Mineko Iwasaki, die in den 1930ern Japans berühmteste Geisha war, hat ihm im Interview ihre Lebensgeschichte anvertraut. Er nahm sich im Roman einige Freiheiten. Iwasaki verklagte ihn wegen falscher Darstellung und Rufschädigung.

    Das Ergebnis ist der vor Klischees triefende Blick eines amerikanischen Mannes auf eine japanische Frau und eine "exotische" fernöstliche Kultur. Er benutzt Stereotypen und Versatzstücke einer fremden Kultur, um eine westliche Aschenputtel-Geschichte zu erzählen: Der Aufstieg eines kleinen Mädchens (Fischermädchen Chiyo) zur "Prinzessin" (berühmte Geisha Sayuri), deren größter Lebenstraum es ist, vom starken Prinzen (Direktor) geliebt und gerettet zu werden. Einmal mehr gefiel der Leserschaft die Mär, dass in jeder noch so selbstbewussten Frau ein schwaches Weib steckt, das nichts mehr ersehnt, als vom Mann ihrer Träume erobert zu werden. Eine emanzipierte Frau ist nicht erkennbar.

    Und ich muss zugeben, dass die bildgewaltige, romantische Hollywood-Verfilmung (2005) auch mich bezaubert hat. Darin haben die gefühlvollen Schauspielerinnen den portraitierten Frauen eine Seele geschenkt.

    Jetzt beim Lesen des Romans haben mir die seelenlosen und platten Figurenzeichnungen missfallen. Zwischen den japanischen Frauen (durch Goldens Augen) herrscht Gefühlskälte. Das Leben in der Okiya (Geisha-Haus) ist von Konkurrenz, Eifersucht und Härte geprägt. Die Gefühlswelt der Protagonistin war für mich nicht greifbar.

    Negativ aufgefallen sind mir die stilistischen Brüche: Mal scheint der emotionslose Japanologe Golden zu dozieren, mal meine ich, in Interview-O-Tönen die Stimme der echten Geisha durchzuhören, z.B in eindrücklichen Beschreibungen und in originellen Bezeichnungen (z.B. das windschiefe "tipsy" / "beschwipste" Fischerhaus).

    Bei der Vermarktung des Romans schmückte Golden sich reichlich und erfolgsbringend damit, die "wahre Geschichte" von Iwasaki zu erzählen.

    Dabei war Mineko Iwasaki von dem Roman entsetzt: Golden hatte ihre Geschichte geklaut (ohne jegliche Vergütung) und sie entstellt. Sie kritisierte einige Darstellungen der Bräuche als verfälscht. Eine Geisha ist eine Unterhaltungskünstlerin, keine Edelprostituierte. Sie ging vor Gericht, denn sie war nicht einverstanden mit der Nennung ihres vollen Namens als Quelle (Golden habe das mündliche Abkommen über vertrauliche biografische Informationen verletzt). Und für die – von Golden aufgestellte – Behauptung, ihre Jungfräulichkeit sei versteigert worden (Mizuage), verklagte sie ihn auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz wegen Rufschädigung. Da jedoch kein schriftlicher Beweis existierte, verlor sie den Prozess. Immerhin erwirkte sie, dass Golden sich nicht mehr auf sie als Quelle berufen darf.

    Im Jahr 2002 veröffentlichte Iwasaki (mit der Japanologin Rande Brown als Co-Autorin) ihre Autobiografie "Die wahre Geschichte der Geisha" (Geisha, A Life): Diese habe ich heute bestellt und freue mich auf ihre Erzählung aus eigenem Munde. Ihr Buch ist kein Bestseller, gilt als trocken, halt ohne Schmalz - dafür ist es eine unverfälschte own voice narrative.

    Fazit: 

    Wer romantischen Geisha-Kitsch in schönen Bildern erleben möchte, dem lege ich den Hollywood-Film „Die Geisha“ nahe (anstelle des Golden-Romans). Für einen authentischen Einblick empfehle ich, die Autobiografie der Geisha Mineko Iwasaki zu lesen. Oder diese weitere Autobiografie der Japanerin Mineko: „Die letzte Geisha: Eine wahre Geschichte“.

  4. Cover des Buches Gottes Werk und Teufels Beitrag (ISBN: 9783257218374)
    John Irving

    Gottes Werk und Teufels Beitrag

     (990)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Mit "Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist John Irving ein Mammutwerk gelungen. Den Personen wird so viel Leben eingehaucht, dass man meinen könnte sie schon ewig zu kennen. Irving baut ungewöhnliche Spannung auf. Nicht wie man sie sonst gewohnt ist, sondern man möchte unbedingt wissen, wie Homer die anstehenden Situationen meistert und man wünscht ihm dabei immer nur das Beste. Unbedingt Lesen!                            

  5. Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)
    Harper Lee

    To Kill A Mockingbird

     (454)
    Aktuelle Rezension von: chillbibliophie

    INHALT:

    At the age of eight, Scout Finch is an entrenched free-thinker. She can accept her father's warning that it is a sin to kill a mockingbird, because mockingbirds harm no one and give great pleasure. But Scouts world isn‘t as happy as it seems. 

    REZENSION:

    Ich bin relativ schwer in das Buch hineingekommen. Das könnte aber an der englischen Version liegen. 

    Die Geschichte wird aus der kindlichen Sicht von Scout, was also auch etwas anders ist. 

    Leider war für mich einfach nicht wirklich viel los. Erst am Seite 200/310 ging es mal. Da wurde auch endlich das Hauptthema aufgegriffen. 

  6. Cover des Buches Albertos verlorener Geburtstag (ISBN: 9783426653937)
    Diana Rosie

    Albertos verlorener Geburtstag

     (127)
    Aktuelle Rezension von: MartaMller

    Eine charmante, herzerwärmende und einfühlsame Geschichte über den kleinen Tino, der <a href="https://abcgeburtstag.com/glueckwuensche/zum-80-geburtstag/">den Geburtstag</a> seines Großvaters Alberto sucht.

    Das ländliche Spanien ist so anschaulich, ich konnte die Oliven schmecken und die Zitronen riechen!

    Eine schöne Darstellung der Beziehung zwischen Tino und seinem Großvater.

  7. Cover des Buches Das Seehaus (ISBN: 9783453359468)
    Kate Morton

    Das Seehaus

     (372)
    Aktuelle Rezension von: Ms_Violin

    Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mittsommernachtfest auf dem herrlichen Landgut ihrer Familie entgegen. Noch ahnt niemand, dass die Ereignisse dieser Nacht die Familie auseinanderreißen werden.
    Siebzig Jahre später stößt die Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Und sie erfährt, dass damals ein Kind verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld.


    Dieses immerhin gut sechshundert Seiten schwere Buch hat mich wirklich rundherum positiv überrascht.
    Nicht nur ist der Schreibstil so unglaublich bildhaft, dass ich wirklich teilweise das Gefühl hatte, direkt in Cornwall zu sein und das Anwesen der Edevanes aus den verschiedenen Blickwinkeln von 1933 und 2003 erforschen zu können, sondern auch die Geschichte an sich hat mich absolut fesseln können.

    Die Geschichte spielt abwechselnd zu verschiedenen Zeitpunkten, wobei wir uns hauptsächlich zwischen 1933 und 2003 bewegen, aber auch schon mal kurze Ausflüge in andere Zeiten unternehmen. Diese ständigen Schauplatzwechsel (und Zeitenwechsel) konnten zwar zwischendurch auch echt anstrengend sein, weil hier doch schon etwas mehr Konzentration gefragt ist, haben aber bei mir aber hauptsächlich zu gesteigertem Interesse geführt, weil sich dadurch die Geschichte so herrlich raffiniert und eben nur langsam entfaltet hat.

    Besonders die falschen Fährten sind wirklich meisterhaft gelegt. Oft werden Hinweise sehr gekonnt beiläufig platziert und wir glauben schon, dass wir jetzt das Rätsel gelöst haben und werden dann doch, z.B. durch einen Perspektivwechsel, wieder vom Gegenteil überzeugt.
    Die Perspektivwechsel erlauben uns das Geschehen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben und überraschen immer wieder damit, wie unterschiedlich die einzelnen Figuren alles wahrgenommen haben.
    Das war wirklich immer wieder spannend, da dadurch für wahr geglaubte Tatsachen eine komplett andere Bedeutung bekommen haben und die „Ermittlungen“ in eine ganz neue Richtung geführt haben.
    Dadurch habe ich mich trotz dieser hohen Seitenanzahl zu wirklich keiner Minute gelangweilt, sondern ständig neue Theorien aufgestellt bzw. alte Theorien an neue Erkenntnisse angepasst.

    Neben dem unglaublich bildhaften Schreibstil, war ich auch sehr begeistert davon, wie sehr die einzelnen Figuren herausgearbeitet wurden und so eine wirklich schöne Tiefe bekommen haben, sodass ich - auch um der Figuren willen - nur noch mehr herausfinden wollte, was genau damals geschehen ist.
    Daher hätte ich mich dann auch über einen deutlich längeren Epilog extrem gefreut, denn das Ende empfand ich nach dieser doch recht intensiven Zeit, die ich mit den Figuren verbracht habe, dann doch schon fast als viel zu kurz und hätte einfach gerne noch mehr Details über ihr Leben nach der Auflösung der Geschehnisse gehabt. Im Grunde ist das aber auch nur meckern auf hohem Niveau.


    Fazit: Eine raffiniert konstruierte Geschichte, die mich immer wieder meisterhaft in die Irre führen konnte und auch nie langweilig wurde. Allerdings sollte man auch etwas Konzentration mitbringen, denn die Zeiten-, Schauplatz- und Perspektivwechsel verlangen schon eine gewisse Aufmerksamkeit, bringen aber auch erst so richtig Bewegung in die Geschichte.

  8. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (189)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der dritte Band um den Berliner Kommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2010, verfilmt unter dem Titel Babylon Berlin in 2020, was die die Serie berühmt machte. Die wesentliche Handlung beschränkt sich auf einen Zeitraum vom 27.06.1931 und dem 18.07.1931. Ein Tag im September wird dann am Ende noch angefügt. Zwischen den Ereignissen des zweiten und dieses dritten Bandes liegen also eineinhalb Jahre.

    Auch dieser Band ist in sich abgeschlossen, es wird aber immer wieder Bezug genommen auf Ereignisse aus den beiden Vorgängerbänden und die handelnden Personen entwickeln sich weiter. Es ist daher sinnvoll, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Wie bereits in den Vorgängerbänden sind die historischen Details genau wiedergegeben, diesmal aber nicht so zahlreich. Es werden im Grunde nur die Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und den Kommunisten sowie die gegenseitige Bekämpfung der Ringvereine erwähnt.

    Die erzählte Geschichte ist kompliziert mit sehr vielen handelnden Personen und auch die Zahl der Morde ist hoch. Doch es gelingt Kutscher alle gesponnenen Fäden am Ende auch logisch aufzuklären und zu einem Ende zu führen. Das Aufkommen der Nationalsozialisten ist in diesem Band deutlich zu spüren, die sogenannten Kurfürstendamm-Krawalle am 12.09.1931 sind historisch belegt und deuten bereits an, wie es weitergehen wird. Wie es Kutscher immer wieder schafft, historisch belegte Ereignisse elegant in seine Geschichten einzubinden ohne dass das bemüht wirkt, ist große Schriftstellerkunst.

    Mit gefällt auch gut, dass der Autor die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man als Leser unterschiedliche Blicke auf die Handlung und die Gefühlswelt werfen kann, was insbesondere bei den Streitereien zwischen Charlotte und Gereon ganz erhellend ist.

     So manchen Schlenker im Fortgang der Geschichte hätte sich Kutscher allerdings sparen können, diese wirken deplatziert und wie Füllmaterial. Ich denke dabei z:B. an die Episode, als eine Hauswirtin ihren unschuldigen Mieter Fleming verdächtigt oder auch die Geschichte um den ermordeten Heinrich Beckmann.

    Insgesamt aber gut gelungen. Vier Sterne von mir.

  9. Cover des Buches Das Spiel des Engels (ISBN: 9783596512645)
    Carlos Ruiz Zafón

    Das Spiel des Engels

     (1.372)
    Aktuelle Rezension von: itwt69

    Das Nachfolgebuch von "Der Schatten des Windes" kommt nicht an die Klasse des ersten heran, mich verfolgten von Anfang an diverse Deja Vu's, als hätte ich das Ganze vor kurzem gelesen. So lässt mich der Roman mit dem Gefühl zurück, ein etwas umgeschriebenes Duplikat gelesen zu haben. Vom Plot und der Sprache her gibt es an für sich nichts auszusetzen, allerdings reicht das dann insgesamt für maximal 3 🌟

  10. Cover des Buches Die verbotene Zeit (ISBN: 9783453359215)
    Claire Winter

    Die verbotene Zeit

     (183)
    Aktuelle Rezension von: booksLOVEshare

    Ich liebe generationsübergreifende Familiengeschichten! „Die verbotene Zeit“ von Claire Winter ist daher genau nach meinem Geschmack. Die Geschichte beginnt 1975 in London mit Carla, die nach einem schweren Autounfall an Amnesie leidet und versucht, ihr Gedächtnis wieder zu erlangen. Schnell wird klar, die Journalistin war ihrem eigenen Familiengeheimnis auf der Spur und es gibt ein paar Gegenspieler, die nicht möchten, dass sie ihre Erinnerung rekonstruiert.

    Der zweite Handlungsstrang spielt zwischen 1933 und 1959 und erzählt die Geschichte von und um die beiden Freundinnen Dora und Edith, die in einer schwierigen Zeit erwachsen werden müssen und dabei mit einigen Schicksalsschlägen konfrontiert werden. Es geht um Klassengesellschaften, Verfolgung, Verzweiflung, Mut, Hilfsbereitschaft und wahre Liebe.

    Stück für Stück verbinden sich die Geschichten von Carla, Dora und Edith, bis am Ende die schockierende Wahrheit ans Licht kommt. Nicht alles davon ist unvorhersehbar, dennoch ist die Geschichte einfühlsam und spannend erzählt und lebt von den starken Charakteren.

    Generell habe ich mehr mit den Protagonisten der Vergangenheit mitgefiebert. Die Geschichte von Carla war mir stellenweise etwas zu klischeehaft, aber immer noch unterhaltsam. „Die verbotene Zeit“ von Claire Winter hat mir sehr gut gefallen und war sicher nicht das letzte Buch der Autorin auf meiner Leseliste. Ich vergebe vier von fünf Lesesternen.

     

  11. Cover des Buches Heimat ist ein Sehnsuchtsort (ISBN: 9783866124615)
    Hanni Münzer

    Heimat ist ein Sehnsuchtsort

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Katharina83

    Ich habe es wieder getan. Ich habe einen wunderschönen hanni münzer gelesen.

    Er ist wie die zwei anderen die ich bis her von ihr gelesen habe voll mit historischen Wissen und explodiert vor Ereignissen.

    Die junge Katharina 😍 erlebt soviel auf dem elterlichen Hof das man denkt mehr kann man nicht passieren. Weit gefällt.

    Die Ereignisse überschlagen sich ab 1942 bis 1944.

    Ich hatte wieder Monente wo ich es bei Seite packen musste weil mich das er lesende so mit genommen hat.

    Ich freue mich demnächst den zweiten Teil dieser Saga zu lesen.

  12. Cover des Buches Kenia Valley (ISBN: 9783455002775)
    Kat Gordon

    Kenia Valley

     (54)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Mit dem vorliegenden Roman über das Kenia der zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts ist Kat Gordon ein echter Pageturner gelungen.  TOLL

  13. Cover des Buches Die Glücksbäckerin von Long Island (ISBN: 9783442381814)
    Sylvia Lott

    Die Glücksbäckerin von Long Island

     (64)
    Aktuelle Rezension von: elycalxa
    Marie verlibet sich in den falschen Mann und wird von ihrem Vater nach Amerika zu ihren Brüdern geschickte. Dort hilft Marie in deren Gastwirtschaft un dwird zur Glücksbäckerin Von Long Island  
  14. Cover des Buches Die Asche meiner Mutter (ISBN: 9783442741007)
    Frank McCourt

    Die Asche meiner Mutter

     (876)
    Aktuelle Rezension von: MelLila

    Vom Klappentext her dachte ich erst so "Na ja, kannst du ja mal lesen" und so lag es jahrelang auf meinem Bücherregal, bis es an die Reihe kam. Ich sage nur: völlig zu unrecht, diese lange Wartezeit! Oder anders: es hat sich gelohnt, was lange währt usw. Frank McCourt beschreibt sein Leben in den Elendsgassen von Irland und wie er sich mit einem alkoholkranken Vater, einer überforderten, depressiven Mutter und mehreren jüngeren Geschwistern durchschlägt und irgendwie immer einen Weg findet. Er verliert dabei nie sein Ziel aus den Augen und zeigt sich auch durchaus sozial und empathisch. Nie verzweifelt er vollends. Sehr bewundernswert. Ich habe mir sofort das Nachfolgebuch bestellt. Absolute Leseempfehlung!

  15. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

     (754)
    Aktuelle Rezension von: VeroniKi

    Kurz zuvor hatte ich einen anderen Roman gelesen, der zur Zeit des Stalinismus’ spielt. Mit “Kind 44” traf mich diese beklemmende Zeit erneut, die ständige Angst davor, etwas falsches zu sagen, nur, damit einen die Nachbarn, Freunde oder gar Partner nicht denunzieren und in den “Gulag” bringen. Ich bin nun sehr geschafft und hoffe, dass sich so eine Zeit nie wiederholen wird.

    Zum Kriminalfall

    Ein typischer Fall ist das nicht, den Leo bearbeitet. Schließlich arbeitet er bei der Miliz und seine Aufgabe ist es nicht, den Mörder der zahlreichen Kinder aufzuspüren. Ganz im Gegenteil. Mit den Nachforschungen gefährdet er nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das seiner Frau Raisa und seiner Eltern. Aus diesem Grund finden alle Ermittlungen im Verborgenen statt. Es ist spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Die Charaktere 

    Leo ist zwar Mitglied der MGB und man weiß, dass er schuldig ist am Tod vieler Unschuldiger, dennoch erkennt man recht schnell, dass er zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Bei seiner Frau Raisa weiß man lange nicht, wie sie zu ihm steht und generell, wie sie zum Staat und seinen Machenschaften steht. Ich mag sie beide irgendwie und man fiebert mit, dass sie unbeschadet aus diesem Albtraum wieder aufwachen werden und alles gut endet…

    Fazit

    Teilweise war mir der Thriller zu brutal, der Kriminalfall ist übel und die Spionage des Staates macht einen fertig. Ich denke, dass es die Zeit in der Sowjetunion gut wieder spiegelt, weshalb mich das Buch stärker mitgenommen hat, als es ein “normaler” aus der Fantasie heraus entstandener Thriller tun würde. Ich kann mir gut vorstellen die weiteren Romane von Tom Rob Smith zu lesen um zu erfahren, wie es mit *Achtung Spoiler* Leo und seinem Morddezernat weiter gehen wird.


  16. Cover des Buches Ich warte auf dich, jeden Tag (ISBN: 9783426516058)
    Clarissa Linden

    Ich warte auf dich, jeden Tag

     (53)
    Aktuelle Rezension von: MissNorge
    Kurz zur Geschichte:
    Erin findet auf dem Dachboden einen alten Brief, aus dem Jahr 1933, an ihrem verstorbenen Großvater Alexander, unterschrieben mit dem Namen „Lily“ und ein Flugticket nach Deutschland. Doch wer war Lily? Erin´s Großmutter hieß anders. Da Erin selbst im Moment einige persönliche Probleme zu verarbeiten hat, die Trennung von ihrem Mann und der Job in der Buchhandlung ihrer Freundin steht auf der Kippe, stürzt sie sich in die Vergangenheit ihres Großvaters und macht sich auf die Reise nach Deutschland um herauszufinden, wer Lily war und warum sie und ihr Großvater sich 60 Jahre nicht vergessen konnten.
    Wird es Erin gelingen, dem Geheimnis ihres Großvaters auf die Spur zu kommen?


    Meine Meinung:
    Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, einmal im Jahr 1999 mit Erin und einmal im Jahr 1933 mit Lily. Doch zum Ende hin verknüpfen sich diese beiden Erzählstränge sehr harmonisch und logisch.
    Clarissa Linden hat es sofort geschafft, mir ihre beiden Hauptpersonen, Erin und Lily, sehr nahe zu bringen. Zwei Frauen die zwar zu unterschiedlichen Zeiten lebten, aber doch einiges gemeinsam haben. Sie müssen mit ihren eigenen und den Entscheidungen von Anderen klar kommen und ihr Leben neu ordnen.
    Der wundervolle Schreibstil der Autorin beschreibt selbst alltägliche Situationen so, dass man als Leserin sich alles sehr genau vorstellen kann. Das kommt vor allem sehr gut rüber, wenn es um Lily und Erin´s Opa Alexander geht und die schwere Nazizeit in Frankfurt.
    Wie stark und groß, muss diese Liebe zwischen Lily und Alexander gewesen sein? 60 Jahre in denen sie einander nie vergessen haben.
    Auch die Gedanken und Gefühle von Erin werden sehr gut ausgedrückt. Man erhält tiefe Einblicke in Erin´s Seelenleben man fühlt und leidet richtig mit ihr.

    Wer eine Geschichte sucht mit Geheimnissen, Sehnsucht, Entscheidungen, Wendungen, Annäherungen, Entfremdungen und dem Glauben an die einzige wahre große Liebe des Lebens, der kann es sich mit diesem Roman gemütlich machen und einfach in die Story versinken. 
  17. Cover des Buches Unsere Hälfte des Himmels (ISBN: 9783426519011)
    Clarissa Linden

    Unsere Hälfte des Himmels

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Nil
    Mit großer Vorfreude habe ich den Roman Unsere Hälfte des Himmels von Clarissa Linden zur Hand genommen und angefangen zu lesen. Große Themen beinhaltet der Roman: die Emanzipation, die Veränderungen von den 20er Jahren hin zum Nationalsozialismus und die Rolle der Frauen beim Fliegen. VIelleicht wollte der Roman zu viel und hat sich dann in einer recht einfachen Familiengeschichte zerlaufe und das auf mehr als 300 Seiten.

    Der Roman hat zwei Handlungsstränge, zum einen die Geschichte von Liselotte im Jahr 1971 und die ihrer eigenen Mutter im Jahr 1935. Die Tochter beginnt das Leben der Mutter zu recherchieren als diese im Koma im Krankenhaus landet. Und ganz nebenbei befreit sie sich von den Fängen des eigenen Lebens.

    Mir persönlich war die Geschichte zu einfach mit vielen Wiederholungen, wenig Reflektion und Tiefe. Da hätte ich mehr erwartet.
  18. Cover des Buches Ein neues Blau (ISBN: 9783471360040)
    Tom Saller

    Ein neues Blau

     (83)
    Aktuelle Rezension von: uli123

    Mit dem Lesen dieses Romans habe ich mich etwas schwergetan, obwohl ich die Thematik sehr interessant finde – zwei starke Frauen unterschiedlichen Alters mit ihren ureigenen Problemen treffen aufeinander, haben Gemeinsamkeiten und lernen voneinander. Auf mich wirkt die Geschichte aber zu konstruiert und in die Länge gezogen. Er hat aber auch viele positive Aspekte. So ist er für mich äußerst lehrreich aufgrund der vielen Informationen zu Porzellanherstellung, jüdischem Glauben und japanischer Teekultur. Auch der formale Aufbau - perspektivischer und zeitlicher Wechsel der Erzählenden - sowie der Wechsel in der Sprache – gehobene bzw. Jugendsprache - haben mir gefallen.

    Ein Buch für jemanden mit Interesse an Familienromanen mit geschichtlichem Hintergrund.

  19. Cover des Buches Im Herzen des Sturms (ISBN: 9783442383153)
    Beatriz Williams

    Im Herzen des Sturms

     (60)
    Aktuelle Rezension von: lisbethsalander2102

    Ich muss gestehen, dass ich gar nicht so hohe Erwartungen an dieses Buch hatte, aber die wurden bei weitem übertroffen! Sie Autorin nimmt uns mit ins Neuengland der 30iger Jahre. Lilly lernt 1931 ihre große Liebe, Nick Greenwald kennen, die beiden beschließen zu heiraten. Doch alles kommt anders als geplant, im zweiten Erzählstrang finden wir uns sieben Jahre später wieder, und der charismatische Nick ist mit Lillys Freundin Budgie verheiratet. Was für familiäre Verwicklungen und Intrigen dahinter stecken, und wie es zu der Ehe kam, erschließt sich dem Leser nach und nach, und die beiden Handlungsebenen werden auf spannende Art und Weise zusammen geführt. 

    Anfangs dachte ich, es würde sich um eine oberflächliche typisch kitschige amerikanische Liebesgeschichte handeln, dich ich wurde im Laufe des Romans eines Besseren belehrt! Das hier ist ganz großes Kino, eigentlich guter Stoff für eine Verfilmung, wie ich finde! Der Schreibstil von Beatriz Williams hat mir ausgesprochen gut gefallen, die Personen bis in den kleinsten Nebendarsteller hervorragend beschrieben, so dass man sich als Leser alles bildlich vorstellen kann. Das war mein erstes Buch der Autorin, aber mit Sicherheit nicht das letzte! Absolute Leseempfehlung und mindestens fünf Sterne!

  20. Cover des Buches Zeit der Gespenster (ISBN: 9783492271905)
    Jodi Picoult

    Zeit der Gespenster

     (246)
    Aktuelle Rezension von: BUCHWURM20

    2001: Ross Wakeman, müde vom Leben, möchte sterben. Seit er mitansehen musste, wie seine große Liebe bei einem gemeinsamen Autounfall starb, hat er den Überlebenwillen verloren. Mehrere Suizidversuche scheiterten kläglich, nun sucht er einen anderen Weg. Er widmet sich fortan der Parapsychologie, mit ihrer Hilfe begibt er sich auf Geistersuche, immer in der Hoffnung seine geliebte Aimee eines Tages wiederzufinden. Doch er stört so nicht nur die Ruhe Verstorbener, vielmehr weckt er auch die Geister der Vergangenheit. Seit mit dem Bau eines neuen Einkaufszentrums begonnen wurde, häufen sich merkwürdige Ereignisse. Das Gerede von Geistern wird lauter, weshalb Ross beauftragt wird die näheren Umstände zu klären. Doch statt der erwarteten Geister, trifft er dort auf Lia. Er verliebt sich augenblicklich in die mysteriöse Frau..

    1932: Cilia, 18 Jahre alt wurde durch unzählige Schicksalsschläge an den Rand ihrer mentalen Gesundheit gedrängt. Getrieben von ihren Ängsten, sah sie nur im Selbstmord einen Ausweg, doch auch sie wurde beide Male gefunden. Als sie eines Tages das Starren eines fremden "Indianers" bemerkt, macht ihr das jedoch keine Angst. Er kommt ihr vertraut vor und auf unerklärliche Weise fühlt sich Cilia direkt zu ihm hingezogen. Doch wie so viele andere im Ort, haben auch ihr Ehemann und Vater eine große Abneigung gegen die Menschen des Urvolks.

    Beide Zeitebenen beschäftigen sich mit emotional anspruchsvollen und ernsthaften Themen: Tod, Trauer, Verlust, Hoffnungslosigkeit und Suizid sind die Kernthemen des Romans. Zusätzlich wird man mit dem Eugenik- Experiment an Teilen der indigenen Bevölkerung Amerikas konfrontiert. Die geballte, thematische Intensität ist grenzwertig, kann auch mal leicht (über-) fordern. Die Geister- Szenen sind atmosphärisch dicht, melancholisch. Jodi Picoult beschreibt die Emotionen/ Psyche ihrer Figuren stets respektvoll, leider nicht immer glaubwürdig: Ross' tiefe Verzweiflung soll sich beispielsweise durch die flüchtige Begegnung mit Mia einfach in Luft aufgelöst haben, um sofort und radikal von einer neuen, unsterblichen Liebe ersetzt zu werden!? Naja.. Schlussendlich führt die Autorin beide Handlungsstränge elegant zusammen. Bei Leser*innen entsteht so ein komplexes Panoramabild von Vergangenheit und Gegenwart. Die konkreten Zusammenhänge einzelner Ereignisse werden nachvollziehbar, aufgeworfene Fragen restlos beantwortet. 

    Für mich nicht der beste Roman von Jodi Picoult, wenn auch thematisch außergewöhnlich und interessant. 






  21. Cover des Buches Abbitte (ISBN: 9783257261189)
    Ian McEwan

    Abbitte

     (880)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    [..Schlägt man nur lang genug Brennesseln nieder, stellt sich wie von selbst eine Geschichte ein, wesshalb Briony schon bald völlig in ihrem Tun aufging und auf grimmige Weise zufrieden war, obwohl jedermann bei ihrem Anblick geglaubt hätte, ein fürchterlich schlecht gelauntes Mädchen vor sich zu haben. Sie hatte von einer schlanken Haselnussrute die kleineren Äste abgestreift, und da es allerhand zu tun gab, machte sie sich unverzüglich ans Werk. Eine grosse Brennessel mit arrogantem Blick, den Kopf scheu gesenkt, die mittleren Blätter wie auf Unschuld plädierende Hände nach aussen gewandt - das war Lola, und obwohl sie um Gnade winselte, mähte die fast ein Meter lange Rute sie mit sirrendem Hieb in Kniehöhe ab und schleuderte den wertlosen Torso durch die Luft. Das war zu schön, um damit gleich wieder aufzuhören, und so waren die nächsten Brennesseln alle Lola; die da, die sich vorbeugte, um ihrer Nachbarin etwas ins Ohr flüsterte, wurde mit einer abscheulichen Lüge auf den Lippen dahingerafft...]

     Die Geschichte beginnt in England kurz vor dem Krieg, 1935, darin eingebetet die Liebesgeschichte von Cecilia und Robbie.

    Die blühende Fantasie von Briony der kleinen Schwester von Cecilia, und das prüde England dazumal,  wird den beiden liebenden zum Verhängnis.

    grosses Lesevergnügen.

  22. Cover des Buches Meister und Margarita (ISBN: 9783423143011)
    Michail Bulgakow

    Meister und Margarita

     (426)
    Aktuelle Rezension von: claudiaZ

    Grundsätzlich mag ich Bücher, in denen die Handlung nicht vorhersehbar ist, die mich vielmehr überraschen. Hier stellte sich für mich beim Lesen jedoch die Frage, ob das Maß überschritten wurde.

    Zu Beginn konnte ich die Handlung sehr gut nachvollziehen und die gesellschaftskritische Satire gut interpretieren. Später ging für mich die Handlung komplett ins Fiktionale über. Interessant fand ich die Einbindung des Erzählstrangs, der in Jerschalaim spielt.

    Hilfreich war im Nachhinein, das in meiner Ausgabe enthaltene Nachwort der Übersetzerin Alexandra Berlina. Vieles wurde dadurch verständlicher. Auch habe ich mich mit dem Leben bzw. den Lebensumständen Bulgakows beschäftigt, wodurch nochmals Einiges klarer wurde. Vor diesem Hintergrund finde ich den Roman wirklich bemerkenswert. Ein re-read ist nicht ausgeschlossen.

  23. Cover des Buches Ostende (ISBN: 9783462046007)
    Volker Weidermann

    Ostende

     (83)
    Aktuelle Rezension von: dominona

    Wenn man gar nichts über die Situation deutscher Exilschriftsteller Mitte der 30er Jahre in Deutschland weiß, könnte das Buch vielleicht sogar ein bisschen viel auf einmal sein. Ich kannte schon einige der Figuren und saß aber trotzdem die Hälfte der Zeit da und habe mich durch Wikipedia gescrollt und mir oft gedacht: wow, wieso habe ich davon nichts in der Schule gehört? Dabei war es schon fast schade, dass man so oft springt und im Einzelnen wenig Zeit für die doch oft sehr interessanten Figuren bleibt. Klar soll das ein gewisses Chaos und eine Zerrissenheit der Zeit unterstützen, aber manchmal hat mich das gestört. 

    Insgesamt war ich von dem kurzen Bändchen angenehm überrascht und habe viel gelernt. 

  24. Cover des Buches Die Akte Vaterland (ISBN: 9783462046465)
    Volker Kutscher

    Die Akte Vaterland

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der vierte Band um Kutschers Ermittler Gereon Rath. Er spielt im Sommer 1932 in Berlin und Ostpreußen. Sieht man von Prolog und Epilog ab, beschränkt sich die Handlung auf einen Zeitraum von einem Monat. Erstmals ermittelt Gereon Rath in diesem Band außerhalb Berlins, nämlich in Ostpreußen in und um Treuburg bzw. Marggrabowa, dem heutigen Olecko in Masuren.

    Wie immer versteht es Kutscher ausgezeichnet fiktive Ereignisse in echte historische Ereignisse einzubetten. Da wirkt nichts bemüht oder gekünstelt, das fügt sich harmonisch zusammen. Die damalige Zeit wird in den Geschichten sehr lebendig vor den Augen des Lesers. Besonders toll finde ich auch die Webseite https://www.nianli.de/ mit historischen Karten und Schauplätzen der Krimireihe, wo man auch Infos über die entsprechenden Gebäude und nicht selten eine Verlinkung zur Wikipedia findet. Ich weiß nicht, ob das die private Seite eines großen Fans ist oder etwas Offizielles, aber es lohnt sich, die Ereignisse dort mit zu verfolgen. Allerdings besteht Spoilergefahr, wenn man noch nicht weit im Buch ist.

    Die Handlung an sich fand ich in diesem Band weniger komplex, als in den vorangegangenen Bänden, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, zumal der Autor auch falsche Fährten legt. Schön finde ich auch, dass es sich um eine echte Reihe handelt, also nicht um eine reine Serie. Die Protagonisten und ihre Beziehungen untereinander entwickeln sich stetig weiter und immer mal wieder  wird auch Bezug auf vergangene Bände genommen. Es ist zwar grundsätzlich möglich, die Bände unabhängig voneinander zu lesen, aber man beraubt sich selbst eines Teils des Lesevergnügens sofern man so verfährt.

    In manchen Momenten erinnert mich das Duo Rath/Marlow an Ian Rankins Rebus/Cafferty. Jedenfalls ist sind beide Verbrecher so gezeichnet, dass der Leser immer mal wieder auch Sympathie für sie empfinden kann.

    Die Romane der Reihe haben bisher eine gleichbleibende Qualität, was auch nicht jeder Autor schafft. Den Showdown am Ende finde ich übertrieben und unwahrscheinlich, aber dieses Manko haben viele Krimis. Dennoch reicht es deshalb nicht für fünf Sterne. 

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