Yasmina Reza

 3,5 Sterne bei 240 Bewertungen
Autorin von Glücklich die Glücklichen, Babylon und weiteren Büchern.
Autorenbild von Yasmina Reza (©Pascal Victor)

Lebenslauf von Yasmina Reza

Die französische Sprache ist ihre Heimat: Yasmina Reza wurde 1957 in Paris geboren. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie als Schauspielerin, wurde aber vor allem als meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin, Regisseurin und Schriftstellerin bekannt. Ihr Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ wurde 2011 von Roman Polański mit Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz fürs Kino verfilmt. Mit dem Roman "Eine Verzweiflung“ debütierte Yasmina Reza als Autorin. Inzwischen wurde eine ganze Reihe erfolgreicher Romane aus ihrer Feder veröffentlicht. Für ihren Roman "Babylon" wurde sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet und ihre Theaterstücke wurden weltweit schon in über 30 Sprachen übersetzt.

Alle Bücher von Yasmina Reza

Cover des Buches Glücklich die Glücklichen (ISBN: 9783596521050)

Glücklich die Glücklichen

 (76)
Erschienen am 27.04.2016
Cover des Buches Babylon (ISBN: 9783596702824)

Babylon

 (35)
Erschienen am 27.02.2019
Cover des Buches Der Gott des Gemetzels (ISBN: 9783446258860)

Der Gott des Gemetzels

 (26)
Erschienen am 12.03.2018
Cover des Buches Serge (ISBN: 9783596706945)

Serge

 (24)
Erscheint am 26.07.2023
Cover des Buches Eine Verzweiflung (ISBN: 9783596703135)

Eine Verzweiflung

 (9)
Erschienen am 23.01.2019
Cover des Buches Kunst (ISBN: 9783446258877)

Kunst

 (5)
Erschienen am 12.03.2018
Cover des Buches Drei Mal Leben (ISBN: 9783446261792)

Drei Mal Leben

 (6)
Erschienen am 28.01.2019
Cover des Buches Adam Haberberg (ISBN: 9783596299744)

Adam Haberberg

 (5)
Erschienen am 21.09.2017

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Yasmina Reza

Cover des Buches Glücklich die Glücklichen (ISBN: 9783596521050)
luckytimmis avatar

Rezension zu "Glücklich die Glücklichen" von Yasmina Reza

Ein Buch mit wenig zusammenhängendem Inhalt
luckytimmivor 17 Tagen

Der Buchrückentext, dass ein Paar sich im Supermarkt wegen Käse in die Haare kriegt,  hatte mich auf das Buch neugierig gemacht.  Aber dass es witzig und komisch ist, davon habe ich nicht viel gemerkt...

Wer in diesem Buch eine spannende und zusammenhängende Geschichte sucht, sucht vergebens: das Buch ist quasi eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten,  jeweils von einer anderen Person (insgesamt. 18) erzählt.  Irgendwann stellt man zwar fest, dass diese Personen alle irgendwie zusammengehören. Die Idee des Buches ist nett, aber die Ausführung eher langweilig.  Selten konnte ich mal lachen. 

Was mich total gestört hat, dass keine Redezeichen gesetzt waren, manchmal wusste ich gar nicht,  wer redet bzw. ob da gerade einer redet.  Und Absätze gab es in den Kapiteln auch nicht; die Sätze waren aneinandergereiht, auch wenn die Situation oder der Ort sich änderte...

Trotzdem habe ich das Buch komplett durchgelesen,  manchmal auch überflogen...

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Cover des Buches Serge (ISBN: 9783446272927)
dracomas avatar

Rezension zu "Serge" von Yasmina Reza

Identitätssuche einer jüdischen Familie
dracomavor 3 Monaten

Ein leichtes Stück über Auschwitz? Und dann noch Imre Kertesz gewidmet, dem einsamen Unbehausten, der sein Leben lang unter dem Trauma seines KZ-Aufenthalts litt?

Das hat mich irritiert, aber weil das Buch nun einmal da war, habe ich es auch gelesen.

Und siehe da: Yasmina Reza gelingt wirklich ein unglaublicher Spagat.


Im Mittelpunkt steht eine jüdische Familie in Paris: drei Geschwister, und der mittlere Bruder Jean ist der Ich-Erzähler. In treffsicheren Dialogen nimmt der Leser teil an ihren Kabbeleien, an ihren Streitereien, aber auch an ihren beruflichen Problemen und ihrem wirklich komplizierten Beziehungsalltag. Die Elterngeneration, die die Geschwister früher als kraftvolle Vorbilder erlebt hat, siecht dahin, wird zunehmend unselbständiger, die Alten müssen betreut und betüttelt werden – kein Gedanke mehr an frühere Pläne, kraftvoll und selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden! Noch hält die Mutter mit ihren sonntäglichen Mittagessen die Familie zusammen. Aber mit ihrem Tod verlieren die Geschwister nicht nur ihren Bezugspunkt, sondern auch die letzte Zeitzeugin ihrer Familiengeschichte der Shoa. Und so müssen sie sich neu formieren. Dazu beschließen sie, eine Reise nach Auschwitz zu machen, dem Ort, an dem die Familie ihrer Mutter ermordet worden war.

Auschwitz präsentiert sich als touristisch perfekt durchorganisiert. Die Massen pilgern von einem grausigen Anziehungspunkt zum nächsten, angetan mit Sonnenbrille und geblümten Shorts, und eigentlich fehlt – dachte ich – nur noch der Würschtlstand an einer versteckten Ecke. Die bizarre Situation wird gesteigert durch die Erinnerung an eine Klassenreise, bei der die Lehrerin angesichts dieses Massentourismus loslachen musste und nicht mehr aufhören konnte. Auch die Familie wuselt durch die „Sehenswürdigkeiten“, die einen sind interessiert, den anderen ist es zu warm, sie schwitzen, lassen ihrer schlechten Laune freien Lauf und entziehen sich der Betrachtung des Grauens. Dieser Gegensatz zwischen dem großen Vorhaben, der Familiengeschichte auf die Spur zu kommen, und der Verwirklichung bzw. dem Scheitern dieses Vorhabens hat etwas Groteskes, aber auch etwas Tragisches. Und auch die kommenden Versuche, die Familie zusammenzuhalten, haben etwas Morbides und sind von diesem Gegensatz geprägt.

Wie die Autorin den Bogen spannt zwischen dem Ernst, der diesem Ort (und auch folgenden Ereignissen) zukommen muss, und der Komik, die sich am Miteinander der Familie zeigt – das ist gekonnt. Souverän hält sie die Balance, wenn wir ihre unbeholfene, desorientierte, aber dennoch sympathische Familie auf ihrer Identitätssuche begleiten.

Einer Identitätssuche, die nicht gelingt.


Fazit: Ein kunstvolles, aber sehr unterhaltsames Buch über Identität und ein besonderer Beitrag zur Erinnerungskultur.

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Cover des Buches Serge (ISBN: 9783446272927)
Nosimis avatar

Rezension zu "Serge" von Yasmina Reza

Die Familie, die Shoa und die Befindlichkeiten - ein Familienroman
Nosimivor 5 Monaten

Yasmina Rezas Roman Serge erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie. Es ist die Geschichte der Familie Popper, den Kindern Serge, Jean und Nana und deren Beziehung zueinander. Und es geht ums Jüdisch sein heutzutage und alles was dazu gehört: Die Vergangenheit, die Gegenwart, das Leiden und das Erinnern. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit: wie geht man mit dem jüdischen Erbe um? Was ist das für eine Erinnerungskultur? Wer sind die Juden heutzutage?

Ganz konkret werden die Proppers beschrieben: Die 3 Kinder sind alle in ihren späten Fünfizigern bis mittleren Sechzigern. Jean, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, lebt vermutlich aus Gründen der Bindungsscheue nicht mehr mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin zusammen, kümmert sich aber liebevoll um deren Sohn. Er ist das mittlere Kind, der Vermittler, der Verstehende.. Nana, die jüngste Schwester hat einen Mann geheiratet, den und dessen Leben ihre Brüder ablehnen und als unpassend empfinden, und den sie andauernd vor ihnen verteidigen muss. Ihr Sohn Victor hat eine Ausbildung zum Koch gemacht, hat Großes vor und möchte auf eigenen Beinen stehen, auch wenn der Onkel Serge ihm großspurig bei der Jobfindung unter die Arme greifen möchte. Sie ist angekommen in ihrer kleinen Familie und zufrieden in der beschaulichen kleinen Welt um sie herum. Serge, die titelgebende Figur, ist ein gescheiterter Mensch: Gescheitert in den unklaren geschäftlichen Aktivitäten, gescheitert in seiner Ehe und auch in seiner Beziehung mit der Italienerin Valentina. Gescheitert in der Beziehung zu seiner Tochter Joséphine. Er hängt einem obskuren Aberglauben an und lässt sich davon bestimmen. Aktuell lebt er verlassen und einsam in einem tristen traurigen Appartment und hadert mit dem Schicksal.
 Nach dem Tod der Mutter entschließen sich die drei Geschwister auf Wunsch von Serges Tochter Joséphine sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und nach Auschwitz zu fahren. Dort sehen sie sich mit dem „Erinnerungstourismus“ konfrontiert, der die Familie spaltet und letztlich die Fahrt zu einer Zerreißprobe macht. Denn jeder reagiert anders auf die Gegebenheiten vor Ort und den „gewollten Schrecken“.

Was mir besonders gut an dem Buch gefallen hat ist die Beschreibung der Charaktere. Die Dynamik in der Familie, die „Kuddelmuddelkiste“, der Umgang der Geschwister miteinander, mit den bereits verstorbenen Eltern und den Kindern macht es sehr lebendig. Serge ist am ausführlichsten beschrieben und ist der tragische gescheiterte Held. Die Sprache, das Tempo und der Wirtz macht das Buch wunderbar leicht zu lesen. Dem gegenüber steht die schwere Auschwitzreise und das große Mahnmal der Shoa. Kritisch hinterfragt die Autorin die Erinnerungskultur und das touristische Vermarkten der Kulissen. Dem kann man sich anschließen oder nicht. Aber was mir dieses Buch besonders lesenswert machte war nicht die Familienaufstellung an sich, sondern die jüdischen Wurzeln der Familie und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Natürlich muss man die Sprache von Yasmina Reza mögen. Die ist oft sehr direkt, respektlos, bissig. Aber man spürt meines Erachtens auch die Wärme und die Komik, auch an unerwarteten Stellen. Wer mit ihrem Humor etwas anfangen kann, dem wird das Buch gefallen. Vor der gemeinsamen Auschwitzreise wirkt der Roman eher episodenhaft und verwirrend, wenn man sich jedoch Zeit lässt und ihn langsam ließt feindet sich das eine oder andere Juwel.

Wie gesagt hängt es meiner Meinung nach sehr davon ab, ob man den Stil Yasmina Rezas mag oder nicht, um zu sagen, wie gut das Buch beim Leser ankommt.
 Ich mochte es sehr.

 

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Zusätzliche Informationen

Yasmina Reza wurde am 01. Mai 1959 in Paris (Frankreich) geboren.

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