Wlodzimierz Odojewski

 3,5 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor*in von Ein Sommer in Venedig, Verdrehte Zeit und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Wlodzimierz Odojewski

Cover des Buches Ein Sommer in Venedig (ISBN: 9783423139809)

Ein Sommer in Venedig

 (23)
Erschienen am 01.04.2011
Cover des Buches Als der Zirkus kam (ISBN: 9783423141680)

Als der Zirkus kam

 (3)
Erschienen am 01.11.2012
Cover des Buches Verdrehte Zeit (ISBN: 9783423280785)

Verdrehte Zeit

 (3)
Erschienen am 22.07.2016
Cover des Buches Die Entdeckung der Zärtlichkeit (ISBN: 9783865550705)

Die Entdeckung der Zärtlichkeit

 (0)
Erschienen am 01.08.2009

Neue Rezensionen zu Wlodzimierz Odojewski

Cover des Buches Verdrehte Zeit (ISBN: 9783423280785)
JoBerlins avatar

Rezension zu "Verdrehte Zeit" von Wlodzimierz Odojewski

Der Augenblick der Illusion
JoBerlinvor 6 Jahren

„Alles verschwimmt allmählich …. doch das geht vorbei und schließlich werde ich glauben, ich lebe noch“. 


Spricht hier ein Toter? Aber nein, das kann doch nicht sein, dieses Gefühl der Unwirklichkeit, das Leser und Protagonist gleichermaßen bereits zu Beginn des Romans „Verdrehte Zeit“ empfinden, ist doch sicher nur ein raffinierter Schachzug des kürzlich verstorbenen polnischen Autors Wlodzimierz Odojewski ? So auch sein Hauptdarsteller: „Das ist doch nur eine hervorragend durchdachte, inszenierte Kriminalgeschichte, in die ich mich hatte verwickeln lassen“.


Aber wer ist dieser Mann mit dem Aliasnamen „Roman“? Ein Agent? Ein Warschauer Widerstandskämpfer? Ja, wir sind noch nicht mal sicher – spielt der Roman im Hier und Jetzt oder sind wir in der Zeit der deutschen Okkupation Polens? Wlodimierz Odojewski gelingt es meisterhaft, die große Spannung des Verwirrspiels seines exzellent konstruierten Romans von Anfang bis Ende aufrechtzuerhalten. 


Unser Protagonist versucht verzweifelt sich in einer ihm fremden und doch so vertrauten Umgebung zurechtzufinden, die zwei Bildschablonen seiner Vergangenheit und Gegenwart müssen doch übereinandergelegt das richtige, das passende Leben ergeben, oder nicht? Denn es existiert doch nur eine beständige Zeiteinheit, die beides ist – oder ist es nur unsere merkwürdige und nicht überprüfbare Vorstellung von Zeit? Wo endet die Erinnerung und wo beginnt die Selbsttäuschung?
„Alles befand sich plötzlich gleichsam außerhalb von mir, hinter mir … die Grenze menschlicher Erfahrung überschreitend. In dieser umgekehrten Drehung verringerte sich schlagartig des Gewicht des ganzen Körpers … alles schien aus mir heraus- und herunterzufallen …. Mantel, Notizheft, Schlüssel, Personalausweis (war das überhaupt mein Personalausweis? War ich eigentlich dieser Mensch! Wer war ich denn?), dann drehte sich alles noch eine Weile zusammen mit mir ....


Wlodzimierz Odojewski legt eine dicke Schicht kalten Nebels über seinen Protagonisten, die langsam zur eisigen Erkenntnis der eigenen Schuld kristallisiert. Und bis zum Schluss herrscht diese wunderbare irrationale, bedrohliche Stimmung, die sicher nur ein Schriftsteller großer Klasse derart gekonnt wirken lassen kann . „Gehören meine Erinnerungen mir oder einer anderen Person? Wieder war ich wie meines „Ichs“ beraubt, innerlich leer, aber doch so als säße in mir jemand, ein Fremder, der mir diktierte, was ich zu tun hatte.“

_______

Anmerkung:

Zwei Kurzkritiken über Bücher anderer polnischer Autoren sind auf meinem blog www.booksandplaces.de zu finden.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Ein Sommer in Venedig (ISBN: 9783865550446)
Speckelfes avatar

Rezension zu "Ein Sommer in Venedig" von Wlodzimierz Odojewski

Familiengeschichte
Speckelfevor 10 Jahren

Schon irgendwie ein nettes Buch, aber vom Hocker gehauen hat es mich nicht. Vor allem das dauernde "... und er, Marek, ..." oder sowas in der Art fand ich sehr nervig.

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Cover des Buches Ein Sommer in Venedig (ISBN: 9783423139809)
milasuns avatar

Rezension zu "Ein Sommer in Venedig" von Wlodzimierz Odojewski

Ein Sommer in Venedig - Wlodzimierz Odojewski
milasunvor 10 Jahren

"Er, Marek, stand die ganze Zeit im Garten, wie durch eine plötzliche Schwäche gelähmt, die es ihm nicht erlaubte, auch nur einen Schritt zu machen, schaute wie hypnotisiert auf die am blaßblauen Himmel explodierenden Geschosse, und es war ihm, als explodierte etwas in seinem Kopf."
Es ist der Sommer 1939, der letzte Friedenssommer und am Himmel ziehen langsam dunkle Wolken auf, während die Menschen fluchtartig die Stadt verlassen. Doch davon kriegt der kleine Marek nicht viel mit. Betrübt durch die Aussicht, den Sommer nicht wie versprochen in Venedig, sondern auf dem Hof seiner Tante auf dem Land zu verbringen, ist er blind für die Geschehnisse auf den Straßen.
Und auch als die Realität langsam den Hof erreicht, wissen die Tanten Abhilfe zu schaffen. Kurzerhand wird das Kellergeschoss des Hauses zu "Venedig" umgestaltet und nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen schaffen sich eine eigene kleine Sommeridylle.
Ein wunderschönes Cover und ein Klappentext, der viel erwarten ließ. Das Buch hat gelungene Abschnitte, die einen eindrucksvollen Kontrast zwischen der Welt durch die Kinderaugen des kleinen Marek und die der harten Realität des Sommers ´39 erschaffen. Doch die "phantastische Welt" des erfundenen Venedig war zu nüchtern beschrieben, um die Stimmung einzufangen und Bilder vor Augen entstehen zu lassen. Daher leider nur 3 Sterne und keine echte Leseempfehlung.

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