Thomas Reschke

Lebenslauf von Thomas Reschke

Thomas Reschke, geboren 1932 in Danzig, studierte Slawistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1955-1990 war er Redakteur und Lektor der DDR-Verlage "Kultur und Fortschritt" und "Volk und Welt". Seit 1956 übersetzt er literarische Werke aus dem Russischen, seit 1990 hauptberuflich als freier Übersetzer. Heute zählt er zu den produktivsten deutschen Russisch-Übersetzern der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, seine Übersetzung eines Großteils der Werke Michail Bulgakows gilt als hervorragend. Thomas Reschke wurde für seine Übersetzungen vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem F.-C.-Weiskopf-Preis (1975), dem Maxim-Gorki-Preis des Sowjetischen Schriftstellerverbandes (1987), dem Deutschen Jugendliteraturpreis, Sparte Übersetzung (1992), dem Bundesverdienstkreuz (2000) sowie in Anerkennung seines Lebenswerks dem Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW (2001).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Reschke

Cover des Buches Doktor Shiwago (ISBN: 9783100022455)

Doktor Shiwago

 (86)
Erschienen am 11.12.2014
Cover des Buches Hundeherz (ISBN: 9783423123433)

Hundeherz

 (27)
Erschienen am 01.01.1997
Cover des Buches Teufeliaden (ISBN: 9783641099374)

Teufeliaden

 (13)
Erschienen am 31.10.2012
Cover des Buches Arztgeschichten (ISBN: 9783641029920)

Arztgeschichten

 (9)
Erschienen am 31.10.2012
Cover des Buches Das Leben des Herrn de Molière (ISBN: 9783641097127)

Das Leben des Herrn de Molière

 (6)
Erschienen am 31.10.2012
Cover des Buches Aufzeichnungen eines Toten (ISBN: 9783641097110)

Aufzeichnungen eines Toten

 (5)
Erschienen am 31.10.2012
Cover des Buches Schlief ein Goldnes Wölkchen (ISBN: 9783630620695)

Schlief ein Goldnes Wölkchen

 (4)
Erschienen am 01.10.2003
Cover des Buches Schlief ein goldnes Wölkchen (ISBN: 9783351038212)

Schlief ein goldnes Wölkchen

 (3)
Erschienen am 12.04.2021

Neue Rezensionen zu Thomas Reschke

Cover des Buches Doktor Shiwago (ISBN: 9783100022455)
dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Doktor Shiwago" von Boris Pasternak

Beginnt als interessanter Roman über unruhige Zeiten, ufert ab der Hälfte etwas zu sehr ab,
dunkelbuchvor 8 Monaten

Nach dem Tod seiner Mutter kommt der zehnjährige Juri Schiwago zu seinem Onkel Nikolai Wedenjapin und reift bei ihm zum Mann heran. Er absolviert ein Medizinstudium und heiratet seine Jugendliebe Tonja. Parallel dazu lernen wir die hübsche Larissa Antipowa, genannt Lara, kennen und erfahren, wie sie als Erzieherin in einem Privataushalt anfängt und sich später zu einem Studium an der Universität entschließt. Bei einem tragischen Unfall lernen Juri und Lara sich kennen, verlieren sich aber wieder aus den Augen. Erst viele Jahre später, im großen vaterländischen Krieg, treffen sie einander wieder. Juri ist inzwischen ein angesehener Arzt, der von einer Gewehrkugel verletzt wurde. Lara hat sich als Krankenschwester freiwillig an die Front gemeldet und pflegt ihn im Lazarett gesund. Viel Zeit zum Durchatmen bekommen niemand, denn danach breitet sich die Februarrevolution von Moskau stetig weiter aus. Das ganze Land befindet sich im Umbruch und Dr. Schiwago wird von seiner Familie getrennt und zur Zwangsarbeit verurteilt. Als er nach vielen Jahren freikommt, trifft er Lara wieder und verliebt sich in sie. Anstatt zu seiner Familie zurückzukehren, bleibt er bei Lara, obwohl sie beide wissen, dass ihr Glück nicht von langer Dauer ist. Schließlich zwingen die Umstände sie zur erneuten Trennung und Juri versucht sein Leben allein unter Kontrolle zu bekommen. Doch nicht einmal seine Arbeit als Arzt sagt ihm mehr zu.
Boris Pasternaks berühmter Roman erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte des Doktor Schiwago, festgemacht an vielen wichtigen Punkten der russischen Geschichte. Neben Hauptpersonen Juri und Lara tauchen mehrere hundert Personen auf – manche nur kurz, andere länger. Dadurch zeigt sich sowohl sein epochaler Umfang als auch seine größte Schwäche. Die Geschichte ist viel zu weitläufig erzählt. Vor allem ab dem Beginn der Februarrevolution ufert die Handlung immer weiter aus. Zig Kapitel haben nichts mit Juri oder Lara zu tun und man merkt deutlich, dass der Autor hier etwas den Fokus verloren hatte. Statt fortlaufender Handlung überwiegen ellenlange Dialoge und Monologe, damit scheinbar jede Person ihre Weltansicht detailliert erläutern kann. Leider setzt sich das bis zum Ende fort. Selbst nach Doktor Schiwagos unspektakulärem Tod ist die Geschichte nicht vorüber, sondern noch mehr Gespräche und Erkenntnisse müssen ausgetauscht werden. Hätte man da einiges gekürzt, es hätte dem Roman vermutlich nicht geschadet. Zumal die Geschichte durch (viel zu) vielen Ansichten eher sachlich erscheint und dadurch Gefühle und Leidenschaft meist ins Hintertreffen geraten. Man leidet daher auch nicht mit den Figuren, sondern weiß vorwiegend über die äußeren Umstände Bescheid.

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Cover des Buches Schlief ein goldnes Wölkchen (ISBN: 9783351038212)
N

Rezension zu "Schlief ein goldnes Wölkchen" von Anatoli Pristawkin

Eine besondere Geschichte
nonostarvor 2 Jahren

Erstmals 1987 erschienen, machte es Anatoli Pristawkin bekannt. Dieses Jahr ist es im Aufbau Verlag in aktualisierter und überarbeiteter Übersetzung neu erschienen. Ich muss gestehen, mir war das Buch vorher kein Begriff, doch der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Es geht um die beiden Zwillinge Saschka und Kolka, die unzertrennlich sind und im Waisenhaus aufwachsen. Das Leben ist geprägt von Hunger und Verzicht. Sie halten stets zusammen, sie sind wie eine Person, einer der Kopf und einer der Körper. 1944 werden sie zusammen mit 500 anderen Kindern in den Kaukasus geschickt um dort die Gegend zu besiedeln. Doch die dort lebenden Tschetschenen setzen sich mit aller Macht zur Wehr.

Saschka und Kolka sind zwei unglaubliche Kinder, ich hab sie direkt in mein Herz geschlossen. Sie sind mutig, halten zusammen und haben mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht. Pristawkin beschreibt das Leben der beiden, den Hunger und was er in den Kindern auslöst, auf sehr eindringliche Weise. Man hat fast das Gefühl selbst dort in diesem Waisenhaus zu sein. Dennoch blieb mir die Geschichte im Allgemeinen etwas fern.

Das hat sich jedoch nach und nach geändert, nachdem sie im Kaukasus angekommen sind. Die Sinnlosigkeit der Kriege und der Kämpfe werden aus Kindersicht so schonungslos gezeigt, dass man sich fragt, warum kommen da die Leute, die das sagen haben, nicht drauf? Das letzte Drittel hat mich dann schließlich zu Tränen gerührt, was die beiden durchmachen müssen ist so traurig, berührend und erschütternd und es sollte eigentlich niemand erleben müssen.

"Schlief ein goldnes Wölkchen" ist ein ganz besonderes Buch, das das Schicksal dieser Kinder in sehr emotionaler Weise beschreibt. Es ist ein Buch, das die Kriege anprangert und mit Kinderaugen auf eine Welt voller Entbehrungen und Bedrohungen blickt. Kurz: Es ist ein Buch vom Überleben.

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Cover des Buches Doktor Shiwago (ISBN: 9783104032351)
itwt69s avatar

Rezension zu "Doktor Shiwago" von Boris Pasternak

Die Leiden des Juri S.
itwt69vor 3 Jahren

Den Klassiker habe ich mir ganz anders vorgestellt: lebendiger, interessanter, spannender. Leider gibt es davon kaum etwas, nur ganz wenige Abschnitte sind geschichtlich und geografisch ansprechend und interessant. Der überwiegende Teil ist langatmig und verzettelt sich in immer weitere Teilereignisse mit hunderten von russischen Namen, die irgendwann nur noch nerven. Über 500 Ebook-Seiten und leider kaum Lesevergnügen - 2 Sterne.

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