Thomas Hettche

 3,9 Sterne bei 410 Bewertungen
Autor von Pfaueninsel, Herzfaden und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Thomas Hettche

Thomas Hettche wurde 1964 im Landkreis Gießen geboren und hat Germanistik, Filmwissenschaft und Philosophie in Frankfurt am Main studiert. 1989 veröffentlichte er seinen Debütroman "Ludwig muss sterben" im Suhrkamp Verlag. Nach weiteren Romanen, einem Erzählband, sowie verschiedenen Essays stand Hettche 2006 mit seinem Roman "Woraus wir gemacht sind" auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Im Jahr 2014 erschien sein aktueller Roman "Pfaueninsel", der für den Deutschen Buchpreis 2014 nomminiert ist. Hettche veröffentlichte außerdem Reportagen in der F.A.Z. und N.Z.Z., war Juror des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt und gründete 1999 mit der Online Anthologie "NULL" eines der ersten deutschsprachigen Literaturprojekte im Internet. Nach Auslandsaufenthalten in u.a. Krakau, Los Angeles, Venedig und Roman lebt Hetteche heute in Berlin und der Schweiz.

Neue Bücher

Cover des Buches Es ist recht sehr Nacht geworden (ISBN: 9783462002850)

Es ist recht sehr Nacht geworden

Neu erschienen am 05.05.2022 als Hardcover bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Thomas Hettche

Cover des Buches Herzfaden (ISBN: 9783462052565)

Herzfaden

 (126)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Pfaueninsel (ISBN: 9783442749836)

Pfaueninsel

 (127)
Erschienen am 08.02.2016
Cover des Buches Die Liebe der Väter (ISBN: 9783442742882)

Die Liebe der Väter

 (39)
Erschienen am 12.03.2012
Cover des Buches Woraus wir gemacht sind (ISBN: 9783442736843)

Woraus wir gemacht sind

 (41)
Erschienen am 09.01.2008
Cover des Buches Der Fall Arbogast (ISBN: 9783832161118)

Der Fall Arbogast

 (18)
Erschienen am 15.04.2010
Cover des Buches Herzfaden: Roman der Augsburger Puppenkiste (ISBN: B088885F43)

Herzfaden: Roman der Augsburger Puppenkiste

 (6)
Erschienen am 10.09.2020
Cover des Buches Nox (ISBN: 9783462044225)

Nox

 (7)
Erschienen am 01.08.2011
Cover des Buches Herzfaden (ISBN: 9783442771578)

Herzfaden

 (4)
Erschienen am 08.03.2022

Neue Rezensionen zu Thomas Hettche

Cover des Buches Herzfaden (ISBN: 9783462052565)Y

Rezension zu "Herzfaden" von Thomas Hettche

Hommage an das Marionettentheater
ysmnvor 2 Monaten

Ein Mädchen besucht seinen Vater am Wochenende in Augsburg. Bei einem Besuch in der Augsburger Puppenkiste entdeckt sie eine Tür und findet sich plötzlich in einem Raum mit lauter Marionetten wieder, die zum Leben erwachen. Als inmitten der Puppen auch noch Hatü, oder Hannelore, die Tochter des Begründers Walter Oehmichen auftaucht, vermischen sich Zeit und Raum. Gegenwart und Vergangenheit treffen aufeinander, werden lebendig und zusammen mit dem kleinen Mädchen wird der Leser in die Zeit der Gründung des bekanntesten deutschen Marionettentheaters entführt.

Die Augsburger Puppenkiste wird während des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen, inmitten von Zensur, Luftangriffen, Tod und Grauen. Die Familie Oehmichen glaubt an die Bedeutung der Kultur und des Theaters, ist regelrecht beseelt von ihr, spielt erst im eigenen Wohnzimmer und lässt sich auch durch den Verlust und die Zerstörung von Material und Spielstätte nicht unterkriegen oder aufhalten.

Thomas Hettche hat mit “Herzfaden” ein Stück deutscher Theater- und Kulturgeschichte zum Leben erweckt. Der Roman ist eine Hommage an die Kunst des Puppenspielens, eine Hommage auch an all jene Menschen, die gegen widrige Umstände kämpfen, um Kultur zu ermöglichen und um die Vielfalt der Kultur zu bewahren. Der Roman geht zurück bis an die Anfänge und ermöglicht so einen Blick in die Geschichte des Erfolgstheaters, das die meisten Leser wohl hauptsächlich mit den Fernsehausstrahlungen in Verbindung bringen.

Der Roman ist ein großes Vergnügen, ist lehrreich und unterhaltend zugleich. Er entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Erschienen ist das Buch nun bei btb im Taschenbuchformat und all diejenigen Leser, die es noch nicht im Regal stehen haben, sollten endlich dazu greifen. Es lohnt sich!

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Cover des Buches Herzfaden (ISBN: 9783462052565)M

Rezension zu "Herzfaden" von Thomas Hettche

Eine Hommage an Hannelore Marschall und die Augsburger Puppenkiste
Martinchenvor 3 Monaten

Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen Dachboden, wo Prinzessin Li Si, der klappernde Tod, Kater Mikeschund ein sprechender Storch auf es warten. Vor allem aber trifft es jene Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. (Klappentext)

Der bekannte Autor Thomas Hettche, dessen Werke mehrfach auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises standen und der mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurde, legt mit „Herzfaden“ einen Roman über die Anfänge der Augsburger Puppenkiste vor. 

Hettche lässt seinen Roman auf zwei Ebenen spielen. Die Rahmenhandlung erzählt die Geschichte der namenlosen Zwölfjährigen, die die verborgene Tür findet und ihre Erlebnisse auf dem Dachboden. Diese Teile werden in Anlehnung an Michael Ende farblich von der Erzählung der Puppenbauerin Hannelore Marschall, genannt Hatü, unterschieden. Hettche beginnt ihre Erzählung mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges, dem Tag, an dem die Familie ihren Urlaub abbricht und zurück nach Augsburg fährt, weil ihr Vater, der Schauspieler Walter Öhmichen, eingezogen wird. Nach seiner Rückkehr Anfang der 40er Jahre baut er ein Puppentheater, den „Puppenschrein“, das während des Bombenangriffs auf Augsburg 1944 zerstört wird. Nach Ende des II. Weltkrieges beginnt er mit dem Aufbau eines neuen Marionettentheaters, eines, das transportabel sein sollte, eben der „Augsburger Puppenkiste“. Hatüs Erzählung endet mit den Aufzeichnungen zur vierteiligen Fernsehserie von Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, die Geschichte der Augsburger Puppenkiste ist damit aber noch lange nicht zu Ende.

Hannelore, Hatü, erzählt ihre Erinnerungen in kleinen Episoden. Dazu gehören Erinnerungen an die Schulzeit, an einen Lehrer, eine betagte Nachbarin genauso wie die Begegnungen mit Prominenten vor, während und nach dem Krieg. 

Auch das Auseinanderleben mit ihrer einstmals besten Freundin Vroni, die während des Angriffs ihre Eltern verloren hat und die Dinge anders sieht als Hatü als junge Mutter. Viele Hinweise auf den Krieg, seine Schrecken und seine Folgen werden eingestreut, verstellen aber nicht den Blick auf das Wesentliche: die Marionetten und das Theater. Die Magie, die von ihnen und ihrem Spiel ausgeht, die Liebe dazu, wird durchgehend deutlich. Immer, wenn von Proben oder Aufführungen die Rede ist, entstehen die dazugehörigen Bilder wie von selbst. Jeder, der eine Aufführung eines Figurentheaters besucht, wird verstehen, was ich meine.

Entstanden ist ein Roman, der nicht nur eine Hommage an die leidenschaftliche Puppenbauerin Hannelore Marschall ist, sondern auch an Michael Ende, der mit Jim Knopf so viel mehr als nur eine fantastische Geschichte geschrieben hat. 

Die Rahmenhandlung bleibt für mich etwas im Unklaren. Dient sie dazu, einige Figuren, an die sich jeder erinnert, der die Augsburger Puppenkiste kennt. Vermutlich eher, um den ominösen Kasper ins Spiel zu bringen, von dem Hatü sagt, dass er mit dem iPhone groß würde? Was es mit ihm auf sich hat, wird an dieser Stelle nicht verraten. 

Zeichnungen von Matthias Beckmann nach Figuren der Augsburger Puppenkiste ergänzen das Buch, ebenso wie ein versteckter Buchtipp am Ende von Thomas Hettches kurzem Nachwort.

Fazit: ein wunderbarer Roman, ein absolutes Muss für alle Fans von Figurentheatern

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Cover des Buches Herzfaden (ISBN: 9783462052565)3

Rezension zu "Herzfaden" von Thomas Hettche

Herzfaden - Roman der Augsburger Puppenkiste von Thomas Hettche
3lesendemaedelsvor 3 Monaten

Hannelore Oehmichen, genannt Hatü, wächst in Augsburg in der Vorkriegszeit als Tochter eines Schauspielerpaares auf. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, wird der Vater zur Wehrmacht eingezogen. Dort lernt er einen Mann kennen, der ihn für die Kunst des Puppentheaters begeistert. Im Heimaturlaub möchte er für Ablenkung von den Auswirkungen des Krieges sorgen und schnitzt zusammen mit Hatü Marionetten und einen Puppenschrein. Vor ausgewähltem Publikum führen sie „Hänsel und Gretel“ mit großem Erfolg auf. Doch in der Bombennacht im Februar 1944, bei der weite Teile der Augsburger Innenstadt zerstört wurden, gehen auch die Marionetten in Flammen auf. Doch die Oehmichens geben ihren Traum von einem eigenen Theater nicht auf und finden, im vom Krieg verschonten Heilig-Geist-Spital, eine passende Spielstätte. Sie gehen mit den Puppen auf Tournee und auch das Fernsehen hat Interesse an einer Verfilmung.
Der zweite Handlungsstrang des Romans spielt in der heutigen Zeit. Ein Mädchen verirrt sich in den dunklen Gängen der Puppenkiste und trifft auf die Marionetten, die genauso groß wie sie sind. Auch Hatü ist lebensecht und erzählt dem Mädchen ihre Geschichte.
Ehrlich gesagt, finde ich diesen neuen Teil relativ überflüssig und uninteressant. Wahrscheinlich gedacht als Aufforderung an die Jugend, sich weniger dem Handy zu widmen, da das Mädchen ständig panisch nach seinem iPhone sucht, und stattdessen mal eine Theatervorstellung zu besuchen.
Dennoch ist der historische Teil gut und unterhaltsam erzählt. Und wer einmal in Augsburg weilt, sollte sich den Besuch einer unvergesslichen Vorstellung in der Augsburger Puppenkiste einplanen oder zumindest in dem angegliederten Museum die liebevoll gestalteten Marionetten und Kulissen bewundern.

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Gespräche aus der Community

Eine neue Leserunde im Rahmen "SuB-Aufbaus mit Niveau" von Buchrättin im Mai ist "Pfaueninsel" von Thomas Hettche

Jede/r, die/der mitmachen möchte, ist herzlich willkommen!

Ach ja:
Es gibt keine Bücher zu gewinnen, wir lesen bitte alle mit eigenem Exemplar.
Die Seitenangaben zur Abschnittseinteilung beziehen sich auf die gebundene Ausgabe, doch durch die Kapitelbenennung sollte es auch mit anderen Ausgaben kein Problem sein.

Der Link zur Challenge ist hier:
https://www.lovelybooks.de/thema/SuB-Aufbau-mit-Niveau-Die-literarische-Runde-2017-1354267593/
22 Beiträge
C
Letzter Beitrag von  Code-between-linesvor 5 Jahren

Zusätzliche Informationen

Thomas Hettche wurde am 30. November 1964 in Treis (Deutschland) geboren.

Thomas Hettche im Netz:

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