Sven Koch

 4 Sterne bei 459 Bewertungen
Autor von Dünengrab, Brennen muss die Hexe und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sven Koch (©)

Lebenslauf von Sven Koch

Das Schreiben ist immer schon mein Ding gewesen. Meine erste eigene Schülerzeitung habe ich in der 6. Klasse auf den Markt geworfen, randvoll mit eigenen Satiren, Glossen und Comics. Aus der gleichen Zeit dürfte die erste Kurzgeschichte datieren. Es ging um eine Werwolfjagd in Yorkshire. Schon in der Grundschule habe ich mal ein Script für einen Western entworfen. Leider scheiterten wir an den immensen Produktionskosten und an der technischen Hürde, wer uns diese verdammte Westernstadt und das Fort aufbauen würde. Seither habe ich einen besonderen Draht zu Special Effects – und die Liebe zum Film sitzt mir eh im Nacken. Es entstanden in der Folgezeit Kurzwerke auf Video und Super8, und ich verfasste Drehbücher, was mich zu den Aufnahmeprüfungen an den Filmhochschulen in Berlin und München führte. Zeitgleich begann ich mit freier journalistischer Tätigkeit und entschied mich nach einem Volontariat für den Beruf des Redakteurs, den ich seit 1991 bei der Lippischen Landes-Zeitung mit Abstechern zu der Neuen Westfälischen in Bielefeld ausübe. "Purpurdrache" ist nicht mein erster Roman, aber mein erster publizierter. Er erscheint bei Droemer/Knaur und ist das erste Abenteuer der jungen Kriminalpsychologin Alex, die sich mit einer Serie von blutigen Ritualmorden herumschlagen muss. Ich werde von der Heidelberger Literaturagentur Schmidt&Abrahams vertreten, und wenn man mich fragen würde: Ich mag Karin Slaughter, Jean-Christophe Grangé, Jo Nesbo, Preston/Child – und natürlich seit eh und je Stephen King, meinen Initialzünder, mit dem ich wenigstens die Initialen teilen darf...

Neue Bücher

Cover des Buches Dein ist der Tod (ISBN: 9783751725576)

Dein ist der Tod

Neu erschienen am 30.09.2022 als eBook bei beTHRILLED.
Cover des Buches EVERYDAY PLAY – Eine Kampagne gegen die Langeweile (ISBN: 9783949582080)

EVERYDAY PLAY – Eine Kampagne gegen die Langeweile

Neu erschienen am 26.09.2022 als Taschenbuch bei Elisabeth Sandmann Verlag.
Cover des Buches Dünengrab (ISBN: 9783426529850)

Dünengrab

 (85)
Erscheint am 01.03.2023 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch. Es ist der 1. Band der Reihe "Tjark Wolf und Femke Folkmer".
Cover des Buches Dünensturm (ISBN: 9783426529447)

Dünensturm

Erscheint am 01.03.2023 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch.

Alle Bücher von Sven Koch

Cover des Buches Dünengrab (ISBN: 9783426529850)

Dünengrab

 (85)
Erscheint am 01.03.2023
Cover des Buches Brennen muss die Hexe (ISBN: 9783426508558)

Brennen muss die Hexe

 (60)
Erschienen am 02.04.2012
Cover des Buches Dünentod (ISBN: 9783426514412)

Dünentod

 (54)
Erschienen am 02.05.2014
Cover des Buches Purpurdrache (ISBN: 9783426506622)

Purpurdrache

 (50)
Erschienen am 13.12.2010
Cover des Buches Dünenkiller (ISBN: 9783426516331)

Dünenkiller

 (23)
Erschienen am 04.05.2015
Cover des Buches Totenmond (ISBN: 9783426508565)

Totenmond

 (20)
Erschienen am 01.11.2013
Cover des Buches Kalte Sonne (ISBN: 9783426521540)

Kalte Sonne

 (22)
Erschienen am 01.03.2018
Cover des Buches Dünenblut (ISBN: 9783426523483)

Dünenblut

 (20)
Erschienen am 03.06.2019

Interview mit Sven Koch

Interview zwischen Sven Koch und LovelyBooks // April 2011

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen bzw. wie kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich habe schon in der Grundschule begonnen, mir Geschichten auszudenken und aufzuschreiben. Das hat mich einfach nicht losgelassen, aber wie das immer so ist: Man beginnt eine Menge, hört aber nicht alles auf. Vor einigen Jahren habe ich dann ernsthaft begonnen, an Romanprojekten zu arbeiten. Schließlich hatte ich ein Manuskript, das ich selbst für reif genug fand. Über das Autorenforum Montségur habe ich Natalja Schmidt und ihre Agentur Schmidt & Abrahams kennen gelernt und ihr meinen Thriller „Purpurdrache“ angeboten. Sie war sofort davon überzeugt, es kam zu einer Auktion, und diese hat Droemer/Knaur für sich entschieden, worüber ich sehr glücklich bin.

2) Wie lang hast Du an Deinem ersten Buch geschrieben – wie viel Zeit hast Du für die Recherche und wie viel für die Ausarbeitung gebraucht?

Es ist ein Unterschied, wenn man erstmal nur für sich schreibt – oder gezielt für eine Veröffentlichung. Der „Purpurdrache“ ist schrittweise im Zeitraum von etwa zwei Jahren entstanden. Als der Plot stand, habe ich viel kriminologische Fachliteratur gelesen – über Profilerstellung, Kriminalpsychologie und Kriminaltechnik. Ich habe bei der Polizei recherchiert, eine Menge im Internet – das hat etwa ein Drittel der Zeit beansprucht. Schließlich kam die Lektoratsphase mit Überarbeitungen, die zusammen etwa ein weiteres halbes Jahr in Anspruch genommen haben. Da ich berufstätig bin, ist das natürlich alles nebenbei erfolgt. Heute kann ich sagen, dass ich für einen Roman mit Recherche etwa ein dreiviertel Jahr benötige.

3) Gibt es schon Ideen & Pläne für einen neuen Roman?

Bei Knaur werden zwei weitere Romane um die Kriminalpsychologin Alexandra von Stietencron erscheinen. Teil zwei erscheint kommendes Frühjahr und erhält in Kürze das redaktionelle Feintuning. Teil drei ist bereits geschrieben und bei mir gerade in der Überarbeitungsphase. Und daneben gibt es so einige Ideen für Thriller-Projekte, die ich in Zukunft gerne realisieren möchte.

4) Welche Vorteile bietet für Dich das Internet und wie nutzt Du hier
 den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de

Ich war zunächst erstaunt über die Fülle von Communitys und Bloggern, die das Internet heute bietet – ich finde das ganz großartig. Bei Lovelybooks bin ich Mitglied, bei einigen weiteren ebenfalls, Facebook und Twitter nutze ich natürlich auch. Ich finde die Möglichkeiten toll, direkt mit Lesern in Kontakt zu treten und Feedback zu erhalten. Als Autor war man früher - im Gegensatz zu Musikern oder Malern, die bei Konzerten oder Ausstellung Kontakt zum Publikum erfahren - eher eine Insel. Es ist in Leserunden toll, wenn man sieht, ob die gesponnenen Erzählfäden funktionieren. Auch aus Leserezensionen nehme ich viel mit. Weiter mag ich, dass sich erfahren lässt, welcher Mensch hinter dem Buch steht. Kurz: Mir gefällt der direkte Draht, den das Internet ermöglicht.

5) Bei der Buchfrage können sich neuerdings Leser in Echtzeit über Autoren 
und ihre Bücher austauschen, damit ist ein weiterer Platz für Lob und Kritik 
geschaffen. Wie gehst Du damit um?

Aus Lob wie aus Kritik ziehe ich das, was mir jeweils konstruktiv erscheint und beim Schreiben vielleicht nicht ganz so klar gewesen ist. Auf beidem lässt sich aufbauen. Ich möchte spannend unterhalten, und deswegen ist es mir sehr wichtig, was Leser denken. Für sie schreibe ich ja.

6) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du
 Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese Thriller von Preston/Child, Stephen King, Lee Child, Meg Gardiner, Karin Slaughter, Jean Christophe Grangé und Jo Nesbo sehr gern. Ich mag auch die Bücher von Thomas Thiemeyer – oder auch Klassiker wie Edgar Allen Poe, E.T.A. Hoffmann oder H.P. Lovecraft. Über Neuerscheinungen informiere ich mich meist in den Verlagsvorschauen, Foren oder im Buchgeschäft. Ich bin ein Klappentext- und Leseprobenjunkie – wenn mich das packt bzw. toll geschrieben ist, hat das Buch schon gewonnen. Egal, wie es bewertet oder rezensiert wird.

7) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner 
Bücher wünschen und warum?

Wenn ich frei wählen könnte: Jo Nesbo. Ich glaube, das ist ein ganz cooler Typ, zumindest habe ich ihn bei einer Lesung so erlebt. Ich mag seine Bücher und seinen Stil, außerdem ist er – wie ich – auch Musiker, und wir tragen die gleiche übersichtliche Frisur. Das verbindet irgendwie.

8) Man wird als Autor schnell in Schubladen gesteckt.
 Würdest Du gerne mal das Genre wechseln und Deine Leser mit einer 
völlig neuen Seite überraschen?

Ich fühle mich in der Thriller-Schublade sehr wohl, und sie ist ja auch sehr groß. Ich kann mir aber gut vorstellen, mir außerhalb des Crime-Bereichs wissenschaftliche oder archäologische Themen vorzunehmen, beziehungsweise etwas ins Fantastische zu gleiten. Aber Thriller werden es wohl immer bleiben.

9) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration für Deine Arbeit?

Überall. In meiner täglichen Arbeit als Tageszeitungsredakteur bekomme ich viel mit. Beim Lesen ebenfalls – weiter, wenn ich Reportagen im TV sehe. Und unter der Dusche.

10) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine 
Arbeit für die kommenden Jahre?

Dass meine Geschichten spannend unterhalten. Dass mir der Ideenquell nicht versiegt. Und dass es mir künftig einmal gelingt, eine wirklich umfassende, detaillierte Outline nebst Treatment zu entwerfen, an die ich mich beim Schreiben auch halte...

Neue Rezensionen zu Sven Koch

Cover des Buches Wintersturm (ISBN: 9783948392628)
ulrikerabes avatar

Rezension zu "Wintersturm" von John Vercher

Abbild des amerikanischen Rassismus
ulrikerabevor 2 Monaten

Pittsburgh 1995, Bobby Saraceno ist 22 Jahre alt, er arbeitet in einem Restaurant im Schichtbetrieb. Seine Mutter Isabel ist Alkoholikerin, die finanzielle Situation regelmäßig prekär. Bobbys Freund Aaron saß einige Zeit wegen eines Drogendelikts im Gefängnis. Gleich an seinem ersten Abend in Freiheit erschlägt Aaron einen jungen Schwarzen, während Bobby Zeuge dieser Tat war. 

Wintersturm ist der Titel des Debütromans von John Vercher. „Three-Fifths“, wie der Originaltitel des Romans lautet, erzielte einige Auszeichnungen. Es ist ein Buch im Zeichen des blacklivesmatter.

Vercher siedelt seine Story im Jahr 1995 an. In diesem Jahr fand der Prozess gegen O.J. Simpson statt und dieses Ereignis wird im Roman auch mehrfach erwähnt. Auch wenn die deutsche Ausgabe unter der Bezeichnung Kriminalroman erscheint, handelt es sich eigentlich viel mehr um eine Milieustudie und ein Abbild des amerikanischen Rassismus.

Bobby, so erfährt man schon im Klappentext, ist ein gemischtrassiger Schwarzer. Doch weiß sein bester Freund Aaaron nichts davon. Aaron hingegen hat vor seiner Haft den Style schwarzer Jugendlicher imitiert. Im Gefängnis wird der junge Mann nach schweren Verletzungen unter den Schutz einer arischen Bruderschaft gestellt und radikalisiert.

Erzählt wird die Geschichte aus drei Blickwinkeln: Bobby, Bobbys Mutter und Robert, dem Arzt, der Aarons Opfer im Spital behandelt. Mit dem Perspektivenwechsel nimmt Vercher immer wieder auch das Tempo nach aufgeladenen gewaltsamen Handlungsteilen.

Schwarz, Weiß, Herkunft und Identität, Schuld und Gewissen sind die Schlagworte für diesen Roman.

„Was bist du eigentlich für eine?“, fragte er sie…… „Ich bin ein Mensch“, sagte sie….

Eine Nebenfigur der Handlung wird zum moralischen Zeigefinger

Der „Three-Fifths Compromise“ - die Drei-Fünftel-Klausel - aus 1787 legte fest, dass jeweils drei von fünf Sklaven bei der Volkszählung mitgezählt werden sollten. Der europäische Leser kann sich diese Information selbst erarbeiten, aber Verchers Anliegen, den Menschen nicht aufgrund der Hautfarbe unterschiedliche Werte beizumessen muss auch ohne dieses „Hintergrundwissen“ gehört werden.

 

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Cover des Buches Wintersturm (ISBN: 9783948392628)
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Rezension zu "Wintersturm" von John Vercher

Lügen habe kurze Beine
lesehorizontvor 3 Monaten

Der Polar Verlag hat John Verchers hoch gelobtes Debut "Wintersturm" nun auch ins deutsche Verlagsprogramm aufgenommen. Ein klassischer Kriminalroman, so viel vorweg, ist es nicht. Im Kern geht es um die Themen Brutalität und Rassismus. Die Geschichte spielt Mitte der 90er Jahre; Schauplatz ist Pittsburgh.

Zu Beginn der Geschichte treffen Bobby und Aaron aufeinander. Sie sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Damals schweißte sie ihr Außenseitertum und die Leidenschaft zu Comics zusammen. Der eine (Bobby) ist ein gemischtrassiger Schwarzer, der aber den Part des Schwarz-Seins bezüglich seiner Identität verdrängt hat. Seinen (schwarzen) Vater hält er den Erzählungen seiner Mutter Isabel folgend für tot. Der andere (Aaron) ist ein Weißer, der zu Schulzeiten gerne den Kleidungsstil der schwarzen Mitschüler imitierte, nun aber Schwarze verachtet. Er hat im Gefängnis eingesessen, wo er sich einer Bande angeschlossen und radikalisiert hat. Die Freunde treffen nun seit langer Zeit erstmalig aufeinander. Nach einem Kneipenbesuch kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Aaron erschlägt einen schwarzen Jungen mit einem Ziegelstein und Bobby wird zum Mittäter. Fortan fürchtet er Aaron.

Im Laufe der Geschichte erfahren wir v.a. viel aus Bobbys Sicht: Er kellnert, um die Miete für sich und seine alkoholkranke Mutter Isabel aufbringen zu können. Ihm ist wortwörtlich nicht wohl in seiner Haut- erst Recht, seitdem Aaron verändert aus der Haft wieder aufgetaucht ist. Über Aaron selbst erfahren wir deutlich weniger. Wohl aber lesen wir über einen schwarzen Arzt namens Robert, der im Krankenhaus den oben erwähnten schwazen Jungen behandelt. Wir lesen auch im Rückblick über seine gescheiterte Ehe und einen unerfüllten Kinderwunsch. Und natürlich lesen wir über Isabel und ihren Versuch, Bobby durch das Verschweigen der Wahrheit vor einer potentiellen Gefahr durch ihren Vater, Großvater zu schützen. Sie alle lügen sich irgendwie in die Tasche und alle müssen sie am Ende einsehen, dass die Wahrheit siegt...

Soviel zum Inhalt, ohne zu viel zu verraten. "Wintersturm" greift also das Thema auf, ob und wie die Hautfarbe, Einfluss auf das Leben nimmt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich passende Bezüge zur US-Lebenswirklichkeit finden, u.a. auf den damals mit großem Interesse verfolgten Simpson-Prozess. Rassismus ist gerade in manchen US-Regionen nach wie vor ein sehr aktuelles Thema. Vercher nimmt im Orginaltitel "Three-Fiths" auf die US-amerikanische Verfassung Bezug, wo ein Mensch schwarzer Hautfarber weniger zählt: Nur drei von fünf Schwarze werden bei der Volkszählung mit berücksichtigt. Ein durchgängiges Motiv ist die Bedeutung der Hautfarbe für das Leben der einzelnen Protagonisten, deren Lügen und Selbstinszenierungen nicht verhindern können, dass die harte und wahre Realität sie einholt. Wie Vercher diesen Faden in die Geschichte einwebt, sachlich und unaufgeregt, hat mir gut gefallen. Allein, das Thema Rassismus wurde in der Literatur bereits meisterhaft aufgearbeitet. Verchers Roman ist von daher nicht sonderlich "originell". Als Leser wundert man sich an manchen Stellen vielleicht etwas, welche Figuren wieviel Aufmerksamkeit erhalten und was letztlich vom Autor als relevant erachtet wird. Dennoch finde ich die Figurenzeichnung insgesamt gut gelungen. Bobbies Zerrissenheit kommt besonders gut heraus. Allerdings hätte ich gerne mehr über Aarons Innenperspektive gelesen. Das Ende - darüber kann man diskutieren. Letztlich ist es so ,wie mitunter das Leben selbst: hart und ungerecht. 

"Wintersturm" ist kein klassischer Krimi, was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Es ist eine solide Milieustudie zu einem nach wie vor wichtigen Thema, die meines Erachtens die Lektüre wert ist. 

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Cover des Buches Wintersturm (ISBN: 9783948392628)
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Rezension zu "Wintersturm" von John Vercher

Rassismus ist Mist.
wandabluevor 3 Monaten

In „Wintersturm“ begegnen sich zwei alte Freunde. Bobby, der als Kellner arbeitet, um seine Mutter zu unterstützen und die Miete zusammenzukratzen, begegnet seinem Jugendfreund Aaron. Aaron kam für einige kleinere Drogendeals vor Gericht und wurde zu 3 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Sein erster Gang in Freiheit führt ihn zu Bobby. Das Unheil nimmt seinen Lauf. 

Was sich aus dieser Begegnung entwickelt ist folgerichtig, der Leser kann genau so wenig etwas dagegen tun wie die beiden Jungs selber. Es sind noch junge Kerle, aber jeder ist auf seine Weise gebrochen. Aaron wurde in der Justizvollzugsanstalt durch die anderen Insassen so zugerichtet, dass Bobby ihn nicht wiedererkennt; äußerlich und innerlich ein anderer Mensch. Bobby hat Angst vor ihm. 

Der Roman „Wintersturm“, Originaltitel „Three-Fifth“ hat das Rassismusproblem in den USA im Visier. Das Geschehen ist zurückdatiert auf 1995, der O.J. Simpson Prozess ist in vollem Gange und wird sowohl in der schwarzen wie in der weißen Community erregt diskutiert; der Fall Rodney King macht Schlagzeilen und elektrisiert die Bevölkerung. 

Der Kommentar: 
Bobby und Aaron sind keine ganz typischen Vertreter der beiden Parteien, schwarz und weiß. Der eine, Aaron wollte in seiner Jugend schwarz sein, bzw. wurde von deren Lebensart angezogen und buhlte um deren Anerkennung. Der andere dagegen, Bobby, dem man seine Gemischtrassigkeit nicht ansieht und von der ausser seiner Mutter auch keiner weiß, wollte weiß sein und haderte mit seiner Herkunft. Nach den drei Jahren Freiheitsentzug hat sich alles ins Gegenteil verkehrt, denn Aaron hat sich einer rechtsradikalen Gruppierung angeschlossen und Bobby lernt, zu seiner gemischtrassigen Herkunft zu stehen. 

Dieses Spiel mit den Hautfarben ist reizvoll, es unterstreicht die Absurdität des Konstrukts Rassismus (alles nur in den Köpfen). Die Freundschaft der beiden Jungs hat Sprengkraft. Beide haben ihre Geheimnisse voreinander und aufgrund von in ihren Kreisen und insgesamt in der Gesellschaft der USA festsitzenden, angstmachenden Vorurteilen können sie sich einander nicht anvertrauen. Als sie es dann doch wagen, ist es zu spät. 

Die Sprache des Romans ist sehr klar, aber auch schlicht. Sie passt indes zu der bildungsfernen Herkunft der Protagonisten. Der Autor hält sich jedoch abseits seiner beiden Jungs nicht mit großartigen Charakterisierungen anderer Personen auf, die Frauenfiguren sind fast schon beleidigend simpel, auch die Dialoge des Romans hauen einen nicht vom Hocker, der belehrende Zeigefinger ist erhoben. 

Trotzdem überzeugt besonders die Figur des Aaron. Ein netter, vorurteilsfreier Junge wird im Zuchthaus gebrochen und radikalisiert sich. Das Ende ist kurz und schmerzhaft. Wie im Leben. Frustrierend, aber vollkommen nachvollziehbar.

Fazit: Das klassische Whodunit bekommt man hier nicht. Jedoch eine realistische Darstellung, wohin uns Rassismus bringt. Wohltuend, dass der Autor auf die üblichen Schuldzuweisungen verzichtet, keiner Seite den schwarzen Peter zuschiebt. Jeder ist verantwortlich. Jeder macht etwas falsch. Jede Seite hat Angst. 

Kategorie: Kriminalroman
Verlag: Polar 2022

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Gespräche aus der Community

Seit einigen Monaten gibt es in meinem Blog jede Woche eine Verlosung zu einem anderen Buch. Ich habe einige Bücher gewonnen und in Challenges erarbeitet, die ich auf diesem Wege weiter geben möchte.

Mitmachen kann man per Kommentar (nur im Blogeintrag zur Verlosung) oder per E-Mail an die hinterlegte Adresse in meinem Blog "S.D. blogt Buch und Test": http://esdeh.blogspot.de/

Diese Woche gibt es den Krimi "Dünengrab" von Sven Koch als Taschenbuch aus dem Knaur Verlag zu gewinnen.

Hier eine kurze Inhaltsangabe:
"In dem kleinen Ort Werlesiel an der friesischen Küste verschwindet ein junges Mädchen nachts im dichten Seenebel. Femke Folkmer, Chefin der kleinen Polizeiinspektion, glaubt nicht an einen normalen Vermisstenfall. Aber auch die Schauergeschichte, die die Küstenbewohner sich erzählen, hält sie für eine Mär. Kriminalist Wolf verstärkt ihr Team. Doch statt der Vermissten finden die Ermittler den versteckten Friedhof eines Serienmörders …"


Hat Euch das neugierig gemacht? Dann versucht Euer Glück und springt in den Lostopf (Bitte oben nochmal nachlesen, wie ihr mitmachen könnt!). Wichtig ist noch, dass der Einsendeschluss am letzten Tag jeweils schon um 20 Uhr ist und nicht erst um Mitternacht! Der Gewinner wird am nächsten Tag bekannt gegeben.
Wer seine E-Mail Adresse nicht mit angibt ist selber dafür verantwortlich von seinem Gewinn zu erfahren. Wenn ich bis zum zweiten folgenden Sonntag keine Versanddaten erhalten habe und nicht von einer Verzögerung (z.B. Urlaub) vorab erfahren habe, dann wird unter den übrigen Teilnehmern neu verlost.
Teilnehmen können aus Kostengründen leider nur Personen mit einer Adresse in Deutschland.
1 BeiträgeVerlosung beendet
silkedbs avatar
Letzter Beitrag von  silkedbvor 9 Jahren
Der Gewinner steht nun fest: http://esdeh.blogspot.de/2013/09/der-gewinner-der-buchverlosung-aus_13.html Herzlichen Glückwunsch an Thrillerpfeife! :-)
Hallo zusammen! Gerade ist mein neuer Krimi „Brennen muss die Hexe“ bei Knaur erschienen, zu dem ich gerne eine Leserunde anbieten möchte. In Zusammenarbeit mit dem Verlag gibt es für die ersten fünf Bewerber/Teilnehmer ein signiertes Exemplar zu gewinnen! Die Runde selbst würde ich gerne Ende April/Anfang Mai starten. „Brennen muss die Hexe“ ist nach „Purpurdrache“ der zweite Roman um meine Ermittlerin und Kriminalpsychologin Alex Stietencron, hier der Klappentext: „Eine grauenvolle Mordserie versetzt die Bürger von Lemfeld in Angst und Schrecken. Ein Wahnsinniger verbrennt Frauen auf dem Scheiterhaufen, nachdem er sie nach mittelalterlichen Methoden brutal gefoltert hat. »Für immer. A.G.« – diese kryptische Botschaft hinterlässt der Mörder am Tatort. Die SOKO »Flammenhimmel« ermittelt unter Hochdruck. Denn Polizeipsychologin Alexandra von Stietencron befürchtet, die bevorstehende Walpurgisnacht könnte in einem Blutbad enden …“ Mehr über mich und meine Bücher sowie ein Interview findet ihr bei LB auf meiner Autorenseite oder unter www.sven-koch.com sowie Aktuelles auf meinem Facebook-Profil. Herzliche Grüße von Sven
145 Beiträge
PierreLagranges avatar
Letzter Beitrag von  PierreLagrangevor 11 Jahren
Herzlichen Dank, und der Drache kommt bestimmt gerne vorbei ;-)
Zu meinem Thriller "Purpurdrache" (Knaur, erschienen im Dezember) möchte ich bei gerne eine Leserunde mit kleinem Gewinnspiel anbieten: Für die ersten fünf Teilnehmer, die sich bis einschließlich Sonntag, 8. Mai, anmelden, gibt es jeweils ein signiertes Exemplar zu gewinnen! Einen Blick ins Buch gibt es beim Verlag - ich verlinke ich mal die Leseprobe: http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-50662-2/index.html Bei ausreichendem Interesse könnten wir mit der Runde schon relativ bald starten - am Montag, 16. Mai. Herzliche Grüße, Sven
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Nins avatar
Letzter Beitrag von  Ninvor 11 Jahren

Zusätzliche Informationen

Sven Koch wurde am 04. Februar 1969 in Lemgo, Kreis Lippe (Deutschland) geboren.

Sven Koch im Netz:

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