Stina Jackson

 4,1 Sterne bei 151 Bewertungen
Autorin von Dunkelsommer und Dunkelsommer.

Lebenslauf von Stina Jackson

Schwedin international erfolgreich: Stina Jackson wird 1983 in Skellefteå, Schweden, geboren, zieht aber 2002 nach Stockholm, um zu studieren. Seit 2006 lebt sie gemeinsam mit ihrem amerikanischen Ehemann in Denver, Colorado.

2018 erscheint ihr Debütroman »Silvervägen« auf Schwedisch. Der Name, zu deutsch „Silberweg“, ist ein anderer Ausdruck für den „Riksväg 95“ (dt. „Reichsstraße 95“), eine Strecke, die von Skellefteå im Nordosten Schwedens bis ins norwegische Bodø verläuft. »Silvervägen« wird 2018 mit den gyllene kofoten als der beste Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. Das Buch erscheint auch in Deutschland 2019 unter dem Titel »Dunkelsommer«.

Alle Bücher von Stina Jackson

Cover des Buches Dunkelsommer (ISBN: 9783442491377)

Dunkelsommer

 (147)
Erschienen am 21.06.2021
Cover des Buches Dunkelsommer (ISBN: 9783844534733)

Dunkelsommer

 (4)
Erschienen am 22.07.2019

Neue Rezensionen zu Stina Jackson

Cover des Buches Dunkelsommer (ISBN: 9783442491377)PoldisHoerspielseites avatar

Rezension zu "Dunkelsommer" von Stina Jackson

Dunkelsommer (Stina Jackson)
PoldisHoerspielseitevor einem Jahr

Lelle Gustafsson fährt seit drei Jahren jeden Abend die nordschwedische Umgebung seines Heimatdorfes ab, wie besessen auf der Suche nach seiner Tochter, die seitdem verschwunden ist. Doch er ist sicher, sie nach all der Zeit noch finden zu können. Meja, die fast ebenso alt ist wie Lelles Tochter, zieht mit ihrer drogenabhängigen Mutter ebenfalls in die Gegend, doch die Hoffnung auf einen guten Neustart hat sie schon längs begraben. Doch als ein weiterer weiblicher Teenager verschwindet, rücken die Leben von Lelle und Meja näher zusammen…

Auch wenn Stina Jackson mittlerweile in den USA lebt, kann man aus ihrem Roman „Dunkelsommer“ unverkennbar ihre schwedische Herkunft herauslesen. Die düstere Stimmung, die wortkargen Menschen, die raue Landschaft – all das ist sehr intensiv herauszulesen und atmosphärisch in die Handlung eingebaut, sodass die Kulisse eine sehr intensive Wirkung entfaltet. Und auch die Charaktere werden von der Autorin sehr fein gezeichnet, was natürlich vor allem für die beiden Hauptfiguren gilt. Beide fast zerbrochen, beide voller Wut und doch beide an so unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Lelle, der sein Leben fast ausschließlich auf die Suche seiner Tochter konzentriert und alles andere zu vergessen scheint. Meja, mit jungen Jahren schon desillusioniert und auf der Suche nach Bindung. Doch auch die Nebenfiguren sind sehr facettenreich und ausdrucksstark beschrieben, was sie lebendig und nahbar wirken lässt. Auch durch sie wirkt die Stimmung gedrückt, düster, trist, was mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Die Wechsel zwischen den beiden zunächst unabhängigen Handlungssträngen sind geschickt gewählt, die Kapitel haben eine angenehme Länge, sodass ein überzeugender Lesefluss entsteht.

Dabei muss man sich jedoch darauf einlassen, dass etwa die erste Hälfe des Romans eher eine Zustandsbeschreibung ist als eine wirkliche Handlung. Stina Jackson verwendet hier viel Zeit darauf, die Grundsituation ausführlich zu schildern und bringt dabei die Entwicklung nur langsam in Gang. Das ändert sich allerdings mit dem Verschwinden des zweiten Mädchens, die Handlung verdichtet sich dann merklich und wird deutlich temporeicher, ohne die aufgebaute Stimmung zu vernachlässigen. Und die Autorin sorgt dann noch für viele Überraschungen und ein stimmiges, aber unvorhersehbares Finale, welches mich vollkommen gepackt hat.

„Dunkelsommer“ ist ein Roman, der mich mit seiner dichten, düsteren Stimmung schnell gepackt hat, der seine Charaktere ernst nimmt und sehr stimmig beschreibt, der sich traut, langsam und intensiv zu beschreiben. Doch auch der zweite Teil mit seiner packenden Handlung und der überraschenden Auflösung hat mich vollkommen überzeugt und sorgt für ein denkwürdiges Ende. Sehr lesenswert!   

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Cover des Buches Dunkelsommer (ISBN: 9783442491377)Anis avatar

Rezension zu "Dunkelsommer" von Stina Jackson

Düsterer Roman, bei dem sich die Spannung eher spät einstellt
Anivor einem Jahr

Mittlerweile ist es drei Jahre her, dass Lelle seine Tochter Lina an einer abgelegenen Bushaltestelle abgesetzt hat, damit sie von dort aus zu ihrem Ferienjob gelangen konnte. Doch Lina kam nie an. Sie ist und bleibt spurlos verschwunden. Doch Lelle gibt nicht auf. Er braucht Gewissheit. Deshalb fährt der verzweifelte Vater die Straße ab, an der Lina verschwand und sucht in den Wäldern jeden noch so abgelegenen Hof ab. Zur gleichen Zeit zieht Meja mit ihrer Mutter in die Gegend. Mal wieder scheint Mejas Mutter die große Liebe bei einem Mann gefunden zu haben, den sie nur aus dem Internet kennt...

Der Einstieg in die Handlung wird von einer düsteren Atmosphäre geprägt, die unterschwellig zwischen den Zeilen schwebt. Man kann Jelles Verzweiflung, nicht zu wissen, was vor drei Jahren mit Lina geschah, mühelos nachvollziehen. Doch auch der Erzählstrang, in dem Meja im Zentrum der Ereignisse steht, wirkt düster und bedrohlich. Abwechselnd beobachtet man den Verlauf beider Stränge, die zunächst parallel verlaufen, sich aber schließlich annähern und verknüpfen.

Obwohl der Einstieg eher gemächlich verläuft, kann man sich der düsteren Atmosphäre kaum entziehen. Gemeinsam mit Jelle versucht man zu ergründen, was mit Lina passiert ist. Jelles verzweifelte Suche nach Lina und Mejas Versuch, sich auf dem abgelegenen Hof des neuen Freundes ihrer Mutter einzuleben, werden interessant geschildert. Dennoch hat man zuweilen das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt und dass die erhoffte Spannung zu sehr auf Sparflamme kocht. Durchhalten lohnt sich allerdings, da es zum Ende hin richtig spannend wird.

Ein düsterer Roman, bei dem sich die Spannung eher spät einstellt.

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Cover des Buches Dunkelsommer (ISBN: 9783442491377)EmmaWinters avatar

Rezension zu "Dunkelsommer" von Stina Jackson

Eher leise Suche nach einem verschwundenen Mädchen
EmmaWintervor einem Jahr

In Schweden beginnt langsam der Sommer, die Tage werden wieder heller, bis die Sonne gar nicht mehr untergeht. Das ist die Zeit, in der der Lehrer Lelle Gustafsson den Silvervägen, die Silberstraße, abfährt, jede Nacht. Er ist auf der Suche nach seiner vor drei Jahren verschwundenen Tochter, die er an einer Bushaltestelle absetzte und dann nie wieder sah. Auf einer Karte notiert er jeden Waldweg und jedes verlassene Haus, das er durchsucht hat.

Mit dem Zug kommt Meja mit ihrer Mutter Silje in die gleiche Gegend. Sie ziehen beim alten Thorbjörn ein, einer Internetbekanntschaft von Silje. Um dem trostlosen Haus und der trinkenden Mutter zu entgehen, flüchtet Meja immer wieder in den Wald, obwohl er ihr Angst macht. Hier lernt sie Carl-Johan kennen. Plötzlich verschwindet wieder ein Mädchen, von einem Campingplatz am Silvervägen.

Stina Jackson beschreibt ein eher düsteres, raues und unwirtliches Schweden, beileibe keine Idylle. Die Charaktere sind ebenfalls keine strahlenden Helden, sondern vom Leben gezeichnete Figuren. Selbst die erst siebzehnjährige Meja weiß, dass die Sonnenseite des Lebens ganz anders aussieht. Einzig der Polizist Hassan, Lelles einziger Freund, hebt sich positiv gegen die anderen Charaktere ab.

Die Autorin schreibt schnörkellos. In eher kurzen, beschreibenden Sätzen vermittelt sie den Fortgang der Handlung. In der Mitte kommt die Geschichte etwas ins Stocken, gewinnt aber in Teil II (ab Seite 263) durch eine andere Sichtweise wieder an Fahrt und Spannung.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, ein Highlight ist es für mich aber nicht. Dafür fehlt es dem Roman deutlich an Tempo. Das begrenzte Personal des Buches ließ auch nicht ganz so viel Spielraum für die Tätersuche, das ließ früh die Spannung etwas abflachen. Ich kann das Buch allen empfehlen, die einen durchaus spannenden Krimi verbunden mit einer Sozialstudie mögen. Hier prallen verschiedene Weltauffassungen aufeinander und sorgen für Konfliktpotential. Knappe vier Sterne.



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