Sten Nadolny

 3,9 Sterne bei 663 Bewertungen

Lebenslauf von Sten Nadolny

Bedeutende deutsche Literatur: Sten Nadolny wird 1942 in Zehdenick im heutigen Brandenburg als Sohn zweier Schriftsteller geboren. Er verbringt seine Kindheit in Oberbayern und beginnt nach dem Abitur ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Göttingen, Tübingen und Berlin. Er promoviert an der Freien Universität zu Berlin und erhält 1976 den Doktortitel. Danach schlägt er sich mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten durch das Leben. Er fährt Taxi, arbeitet vorübergehend als Strafvollzugshelfer und wird für ein Jahr Geschichtslehrer, bis er sich schließlich als Aufnahmeleiter im Filmgeschäft betätigt. 1981 veröffentlicht er mit „Netzkarte“ seinen ersten Roman. Das Buch basiert auf einem Drehbuch, welches nie vollendet wurde. Für sein Werk „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von 1983 erhält Sten Nadolny den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Eigenschaft der Langsamkeit soll darin das Gefühlvolle, Menschliche und Natürliche symbolisieren, das im Gegensatz zur rationalisierten, unmenschlichen Leistungsgesellschaft steht. Sten Nadolny gewinnt zahlreiche weitere Auszeichnungen, wie 1985 den Hans-Fallada-Preis, 1995 den „Ernst-Hoferichter-Preis“ sowie 2005 den „Mainzer Stadtschreiberpreis“. Sein autobiographisches Buch „Putz- und Flickstunde - Zwei Kalte Krieger erinnern sich“ aus dem Jahr 2009, das er gemeinsam mit dem ostdeutschen Schriftsteller Jens Sparschuh geschrieben hat, erzählt die Erfahrungen beider Schriftsteller in der Bundeswehr und NVA während des kalten Krieges. Sein 2012 veröffentlichter Roman "Weitlings Sommerfrische" schafft es auf die Longlist des deutschen Buchpreises. Sten Nadolny lebt derzeit in Berlin.

Alle Bücher von Sten Nadolny

Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492957939)

Die Entdeckung der Langsamkeit

 (443)
Erschienen am 17.07.2012
Cover des Buches Weitlings Sommerfrische (ISBN: 9783492303071)

Weitlings Sommerfrische

 (41)
Erschienen am 14.05.2013
Cover des Buches Netzkarte (ISBN: 9783492309868)

Netzkarte

 (34)
Erschienen am 01.02.2017
Cover des Buches Selim oder Die Gabe der Rede (ISBN: 9783492957922)

Selim oder Die Gabe der Rede

 (29)
Erschienen am 17.07.2012
Cover des Buches Ein Gott der Frechheit (ISBN: 9783492957908)

Ein Gott der Frechheit

 (34)
Erschienen am 19.09.2012
Cover des Buches Das Glück des Zauberers (ISBN: 9783492313896)

Das Glück des Zauberers

 (20)
Erschienen am 04.12.2018
Cover des Buches Ullsteinroman (ISBN: 9783548269863)

Ullsteinroman

 (16)
Erschienen am 14.01.2009
Cover des Buches Er oder Ich (ISBN: 9783492301312)

Er oder Ich

 (17)
Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Sten Nadolny

Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)
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Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Wohlfühlbuch
caro_linvor 7 Monaten

Die ersten 50 Seiten habe ich überlegt es wegzulegen. Ich bin froh, dass ich es nicht getan habe! Als ich einmal drin war, habe ich es geliebt. Die Tage und Wochen, die ich die Entdeckung der Langsamkeit gelesen habe war dieses Buch mein Rückzugs- und Wohlfühlort. Und das, obwohl es inhaltlich oft alles andere als schön zugeht, es geht stellenweise um Krieg, Hunger, Tod und menschliche Abgründe. Dann aber wieder um die Schönheit unserer Welt und der Dinge die uns Menschen voneinander unterscheiden. 


Eigentlich wollte ich 4 Sterne geben, da es phasenweise dann doch auch wieder etwas zäh wird. Aber die Gefühle, die dieses Buch in mir ausgelöst hat, sind besonders und darum vergebe ich 5 Sterne.

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Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)
Federfees avatar

Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Wie ein extrem langsamer Mensch trotzdem erfolgreich war
Federfeevor einem Jahr

Es ist die teils fiktive, teils realistische Lebensgeschichte des John Franklin (1786 – 1847), Seefahrer und Nordpolarforscher, der mit einer Besonderheit zu kämpfen hat: er ist extrem langsam und wird deshalb schon in seiner Kindheit und Jugend gehänselt. Er lässt sich aber nicht beirren und entwickelt Techniken, nicht nur, um im Leben zurechtzukommen, sondern sogar Karriere zu machen. Am Ende überträgt man ihm als Schiffskommandant sogar Forschungsaufgaben im Nordpolarmeer.

Manche Abschnitte haben mir sehr gut gefallen: wie Nadolny den Leser in die verlangsamte Gedankenwelt des Kindes und jungen Mannes mitnimmt, wie er bestimmte Gefahrensituationen beschreibt, wie Franklin sich Gedanken um die Unsinnigkeit von Kriegen macht, wie überlegt er vorgeht.

Und dann doch nur 3 Sterne? ? Leider hat mich der Roman gelangweilt: für eine Biografie zu romanhaft, für einen Roman zu viele inhaltliche Höhepunkte. Es geht ständig auf und ab. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen, da es ja immerhin ein fiktionales Werk ist.

Allerdings hat dieser Roman vielen gut gefallen, auch namhaften Kritikern (Ortheil). Ich fand ihn nicht schlecht, hätte ihn aber nicht lesen müssen.

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Cover des Buches Die Entdeckung der Langsamkeit (ISBN: 9783492259750)
suse9s avatar

Rezension zu "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny

Mut zur Langsamkeit
suse9vor 2 Jahren

Ich kann kein Buch lesen, das „Die Entdeckung der Langsamkeit“ heißt. Für mich zählen Bewegung, Tatendrang, Emotionalität. Gefühle kann ich nie zurückhalten. Sie sprudeln aus mir heraus, meine Reaktionen sind immer unmittelbar. Deshalb ist der Roman von Sten Nadolny nichts für mich, wenn da nicht, ja wenn nicht dieses Cover mit dem tollen Bild von Turner gewesen wäre und wenn man mir das Buch nicht ans Herz gelegt hätte.   

 

Im Mittelpunkt steht Entdecker John Franklin und sein Kampf gegen die Schnelligkeit. Der Roman beschreibt sein Leben und wie er es schafft, sich mit seiner Langsamkeit in einer ungeduldigen Welt zu behaupten. Mir hat er unglaublich gut gefallen. Die Worte Nadolnys haben mich komplett verzaubert. Einige Formulierungen versetzten mich in Erstaunen. Oft blätterte ich zurück und wiederholte ein paar Seiten, nur um noch einmal den Gedanken folgen zu können.

 

Johns Traum ist die Seefahrt und nach einigen Anstrengungen erfüllt er ihn sich. Anfangs muss er mit der Kriegsmarine vorlieb nehmen und erlebt dort den Schrecken von Seeschlachten. Ich habe schon einige gute Bücher aus dieser Zeit gelesen, die das Leben auf einem Schiff und die Gefechte zum Thema hatten. Nadolny lässt uns an der Seite John Franklins einen vollkommen anderen Blickwinkel einnehmen, der fasziniert. Auf jegliche Effekthascherei wird verzichtet und lässt dadurch Grausamkeiten noch mehr zu Tage treten.

 

Der Leser folgt dem Polarforscher durch alle Bereiche seines Lebens, die Forschungsreisen, privaten Gedanken und Gefühle sowie verschiedene Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten. Viel habe ich während des Lesens nachgeschlagen, interessante Dinge erfahren. Dabei kam niemals Langeweile auf, obwohl mich die Wissenschaft nicht vordergründig bewegt. Am Ende des Romans erhielt ich allerdings den Eindruck, dass Sten Nadolny selbst die Langsamkeit ein bisschen verlor. Die letzte Etappe im Leben John Franklins wirkte auf mich nur angerissen, fast schon gehetzt. Das mildert meine Begeisterung für den Roman aber nicht.

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Sten Nadolny wurde am 29. Juli 1942 in Zehdenick (Deutschland) geboren.

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