Stanislaw Lem

 3,9 Sterne bei 529 Bewertungen
Autor von Solaris, Eden und weiteren Büchern.
Autorenbild von Stanislaw Lem (©CC BY-SA 3.0)

Lebenslauf von Stanislaw Lem

Stanisław Lem wird 1921 in Lemberg geboren, das zu dieser Zeit zu Polen gehört. Der Sohn einer polnisch-jüdischen Arztfamilie eifert seinen Eltern nach und beginnt 1940 ein Studium der Medizin in dem nun sowjetisch besetzten Lemberg. Als Folge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im folgenden Jahr ist Lem gezwungen, sein Studium abzubrechen. Er verschleiert mit gefälschten Papieren seine jüdische Herkunft und kann so als Schweißer für eine deutsche Firma arbeiten. Gegen Ende des Krieges setzt er sein Studium in dem nun wieder von der Roten Armee kontrollierten Osten Polens fort. Da Lemberg aber 1946 von der Sowjetunion annektiert wird, ist Lem gezwungen, nach Krakau zu gehen, wo er sein Studium fortsetzt und als Forschungsassistent arbeitet. Zeitgleich beginnt er, erste Texte zu verfassen. Obwohl er das Medizinstudium formell abschließt, lässt ihn die Prüfungskommission durchfallen, da er sich weder der stalinistischen Ideologie unterwerfen will, noch bereit ist, als Militärarzt eingesetzt zu werden. Als Folge dessen wird er den Beruf des Arztes nicht ausüben können, so dass er sich auf die wissenschaftliche Forschung beschränken muss. Er intensiviert nun auch die schriftstellerische Arbeit und stellt 1946 seine erste Erzählung „Człowiek z Marsa“ (dt. Titel: „Der Mensch vom Mars“) fertig, die in einer kleineren Zeitschrift erscheint. Das Werk wird erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Buchform veröffentlicht. Auch seine frühe, teils autobiographische Erzählung „Szpital Przemienienia“ (dt. Titel: „Das Hospital der Verklärung“) aus dem Jahre 1948 wird wegen der Zensur erst 1955 in überarbeiteter Form und als erster Teil der Trilogie „Czas nieutracony“ (dt. Titel: „Die Irrungen des Dr. Stefan T.“) publiziert. Das Buch „Astronauci“ (dt. Titel: „Die Astronauten“, auch als „Der Planet des Todes“ erschienen) wird 1951 als seine erste Novelle herausgegeben. Das Werk handelt von einer Expedition von der Erde zur Venus, bei der die Astronauten feststellen, dass dort einst eine fortschrittliche Zivilisation gelebt hatte, die sich selbst ausgelöscht haben musste. 1953 heiratet Stanisław Lem die Radiologin Barbara Leśniak. Nach dem Ende der stalinistischen Periode in Polen 1956 konnte Stanisław Lem nun freier arbeiten als zuvor. Er veröffentlich 1957 sein erstes philosophisches Werk „Dialogi“ (dt. Titel: „Dialoge“). Bis 1968 folgen 16 weitere Bücher, unter anderem „Solaris“, „Cyberiada“(dt. Titel: „Kyberiade“), „Niezwyciężony“ (dt. Titel: „Der Unbesiegbare“) und „Głos Pana“ (dt. Titel: „Die Stimme des Herrn“). Er gewinnt zahlreiche nationale und internationale Literaturpreise. Als 1982 in Polen das Kriegsrecht verhängt wird, verlässt er das Land vorübergehend, um zunächst nach Westberlin und später nach Wien zu ziehen. Dort veröffentlicht er von 1986 bis 1987 seine letzten Romane „Pokój na ziemi“ (Dt. Titel: „Frieden auf Erden“, auch als „Der Flop“ veröffentlicht) und „Fiasko“. Er beschränkt sich nun auf publizistische Tätigkeiten und das Verfassen von Feuilleton-Beiträgen. Erst 1988 kehrt er nach Polen zurück. Am 27. März 2006 stirbt Stanisław Lem wegen eines Herzleidens im Universitätsklinikum von Krakau. Stanisław Lem gilt als einer der größten Vordenker und Schriftsteller der Nachkriegszeit, der das Genre Science-Fiction innerhalb der Literaturwelt erst wirklich salonfähig gemacht hat. Dabei gehen seine Werke über die üblichen Grenzen der reinen Science-Fiction-Literatur hinaus. Sie verbinden futuristische - aber nie utopische - technologische Visionen mit philosophischen Überlegungen über den Menschen und seine Sozialstruktur zu einer faszinierten und einfallsreichen Mengelage.

Alle Bücher von Stanislaw Lem

Cover des Buches Solaris (ISBN: 9783843705806)

Solaris

 (305)
Erschienen am 09.11.2012
Cover des Buches Rückkehr von den Sternen (ISBN: 9783548601465)

Rückkehr von den Sternen

 (25)
Erschienen am 01.12.2001
Cover des Buches Die Jagd (ISBN: 9783518368022)

Die Jagd

 (16)
Erschienen am 01.01.1976
Cover des Buches Stanislaw Lem: Gast im Weltraum (ISBN: B004FW1MMO)

Stanislaw Lem: Gast im Weltraum

 (4)
Erschienen am 01.01.1980
Cover des Buches Das absolute Vakuum (ISBN: B001ANT4U8)

Das absolute Vakuum

 (3)
Erschienen am 01.01.1984
Cover des Buches Der Planet des Todes (ISBN: B002ZKCHS6)

Der Planet des Todes

 (3)
Erschienen am 01.01.1960

Neue Rezensionen zu Stanislaw Lem

Cover des Buches Solaris (ISBN: 9783843705806)
Der_Buchklubs avatar

Rezension zu "Solaris" von Stanislaw Lem

Ein guter Einstieg in die Science Fiction
Der_Buchklubvor 2 Monaten

Zur vollständigen Buchbesprechung geht's hier entlang: https://buchklub.podbean.com/e/stanislaw-lem-solaris-mit-yvonne-tunnat/

Vorsicht, Spoiler!

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Cover des Buches Eden (ISBN: 9783423101066)
dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Eden" von Stanislaw Lem

Die erste wirklich fremde Zivilisation
dunkelbuchvor 5 Monaten

Die sechsköpfige Besatzung eines irdischen Raumschiffes havariert während der Beobachtung eines Planeten und muss notlanden. Der Schaden ist beträchtlich. Der Rückflug liegt ungewiss in weiter Ferne. Aber die Crew verfügt über zahlreiche Roboter, die nach Aktivierung die Hauptlast der Reparaturaufgaben leisten. Das Forscherteam nützt die freie Zeit um den Planeten zu erforschen. Flora und Fauna zeigen ein gänzlich anderes Bild, als das von der Erde her bekannte. Bald wird eine Art Fabrik entdeckt. Eine spiegelartige Wand ohne Fenstern und Türen lässt sich durchschreiten. Im Inneren sind zahlreiche Produktionsprozesse dabei Dinge herzustellen, die wenn sie fertiggestellt sind, wieder als Ausgangsprodukt zerlegt und in den wiederholenden Herstellungsprozess wandern.  Das Ganze funktioniert vollautomatisch ohne jede Kontrolle irgendeiner Intelligenz. Wie lange diese sonderbare Produktion bereits so abläuft lässt sich nicht schätzen, es können Jahrzehnte, aber auch Jahrhunderte sein.
Bei der Rückkehr zur Rakete wird ein totes fremdes Wesen entdeckt. Es muss bei dem Versuch die Rakete zu starten zu Tode gekommen sein. Obwohl kein Gehirn vom Doktor bei der Sektion gefunden wird, muss es trotzdem über eine Intelligenz verfügen. Das Wesen selbst besteht aus einem großen äußeren Torso und ähnlich wie bei einem Känguru in einer Hautfalte eingebetetes embryoähnliches Wesen. Beide funktionieren offenbar wie eine Einheit. Deshalb nennen es die Entdecker einen Doppelt.
Bei weiteren Expeditionen entdecken die Forscher Städte dieser Doppeltwesen. Es kommt aber nicht zu einer dialogartigen Kontaktaufnahme. Im Gegenteil, nach Rückkehr zum Raumschiff nehmen die Fremden das Gebiet unter Beschuss und erzeugen so eine Art Silikonwand. Diese kann aber ohne größere Schwierigkeiten mit den irdischen Waffen durchdrungen werden.
Kurz vor Wiederherstellung der Rakete nimmt ein Doppelt mit dem Team Kontakt auf und es kommt zu einem Informationsaustausch. Dieser Austausch gibt dem Leser viele Rätsel auf, zeigt aber auch die Andersartigkeit der evolutionären Entwicklung dieses Planeten.
Der Autor Stanislaw Lem hat hier einen spannenden und fesselnden Science Fiktion Roman geschaffen, der logisch und präzise eine völlig andere Entwicklung einer intelligenten Rasse nachzeichnet. Der völlige Verzicht auf Rohstoffenergien und die ausschließliche Nutzung von Bioenergien bis hin zur Schaffung der eigenen Nachkommen mit den für ihre Funktion bestimmten Organen und Gliedern erzeugt bei Leser Gruseln. Die Verständigungs- und damit verbunden Interpretationsprobleme regen zum Mitdenken und Mitspekulieren an.

 Ein hervorragender SF-Roman mit Anspruch.

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Cover des Buches Der Unbesiegbare (ISBN: 9783900036959)
dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Der Unbesiegbare" von Stanislaw Lem

Für echte Science-Fiction-Fans ein fünf Sterne-Klassiker
dunkelbuchvor 5 Monaten

Eines der modernsten Raumschiffe der irdischen Menschheit, namens „Kondor“, ist verschollen; die letzte bekannte Position ist ein Planet in einem fernen System. Das Schwesterschiff der „Kondor“, ein ebenso modernes und schwer bewaffnetes Raumschiff namens „Der Unbesiegbare“, wird auf eine Rettungs-Expedition geschickt. Die beiden Schiffe sind der Gipfel des menschlichen Erfindergeists und der irdischen Technik. Die Expedition findet den Planeten und stellt fest, dass es keinerlei Anzeichen irgendeiner aktuellen Zivilisation gibt; lediglich primitives leben im Meer konnte man finden. Allerdings muss es früher eine technisch versierte Zivilisation gegeben haben, denn auf einem Kontinent finden die Raumfahrer uralte Relikte einer fremden, fremdartigen Technik.

Dann findet man die „Kondor“. Das Raumschiff ist technisch völlig intakt, aber die Besatzung ist tot; sie ist verhungert, obwohl die Lebensmittelvorräte unangetastet waren. Das Schiff hätte sich auch aus einer Gefahrensituation entfernen können, denn auch Treibstoff- und Energiereserven waren ausreichend vorhanden. Die Besatzung der Rettungs-Expedition stellen Untersuchungen an und erkunden die nähere und weitere Umgebung. In einer Schlucht werden sie von einem Schwarm fliegender metallener Teilchen mit einer unsichtbaren Waffe angegriffen. Diese Waffe strahlt ein immens starkes elektromagnetisches Feld aus, das bewirkt, dass die Erinnerungen aus den Gehirnen der Raumfahrer und die K. I. in den elektronischen Speichern der Computer vollständig gelöscht werden.

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Stanislaw Lem wurde am 12. September 1921 in Lemberg geboren.

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