Safiye Can

 4,3 Sterne bei 23 Bewertungen

Alle Bücher von Safiye Can

Cover des Buches Rose und Nachtigall (ISBN: 9783942223645)

Rose und Nachtigall

 (9)
Erschienen am 24.01.2014
Cover des Buches Diese Haltestelle hab ich mir gemacht (ISBN: 9783957710499)

Diese Haltestelle hab ich mir gemacht

 (6)
Erschienen am 16.07.2015
Cover des Buches Kinder der verlorenen Gesellschaft (ISBN: 9783835330481)

Kinder der verlorenen Gesellschaft

 (3)
Erschienen am 27.02.2017
Cover des Buches Das Halbhalbe und das Ganzganze (ISBN: 9783942212960)

Das Halbhalbe und das Ganzganze

 (3)
Erschienen am 30.04.2014
Cover des Buches Poesie und Pandemie (ISBN: 9783835350083)

Poesie und Pandemie

 (2)
Erschienen am 26.07.2021
Cover des Buches Rose und Nachtigall (ISBN: 9783835336094)

Rose und Nachtigall

 (0)
Erschienen am 02.03.2020

Neue Rezensionen zu Safiye Can

Cover des Buches Kinder der verlorenen Gesellschaft (ISBN: 9783835330481)J

Rezension zu "Kinder der verlorenen Gesellschaft" von Safiye Can

Poetische Putzmittel im Goldstaubregen
jamal_tuschickvor 3 Jahren

Sie steht „am Laufband Richtung Kasse“, während im Abspann der Assoziationen überall auf der Welt Menschen auf Laufbändern an ihrer Selbstoptimierung feilend scheitern. Sie scheitern schwitzend. Die Szene hallt vor Redundanz wie ein Kirchenschiff im Orgelsturm und eröffnet dem „Konservendosengefühl“ der Erzählerin einen weiten Raum. Das Ich schweift aus im Liebes-Du. Es erzählt eine Geschichte mit poetischen Putzmitteln. Die Laufbandgeräusche sind so oder so universell. Sie versichern eine Verliebte gegen Tod und Not im Überangebot.
Safiye Can, „Kinder der verlorenen Gesellschaft“, Gedichte, Wallstein Verlag, 90 Seiten, 18,-
So steht es geschrieben in den Linien „Deine(r) Archäologenhände“, einem Gedicht im Paarungsrausch mit seiner Nachbarin aus dem Can Weg 35, die weiter von der Liebe spricht. Nein, Safiye Can schreibt keine „Damit-verdienst-du-keinen-Cent-Gedichte“; so wie das Ich in „Aus dem Boden schießen Bäume“ wohl auch nicht; so verwandt erscheint es der Dichterin, die eine Liebesgeschichte lyrisch transformiert, indes keineswegs kommunardisch vom Ich zum Wir schreitend in einem überschaubaren Glückswinkel.
Can erlebt Poesie als „unendlichen Prozess“. Sie hat auf ihrer Strecke die Grenzen der Zirkelprominenz gesprengt. In einem Seitenfach der Literatur avancierte sie zur Bestsellerautorin. Seit Nâzım Hikmet und Pablo Neruda könnte es diese Kombination nicht mehr gegeben haben.
In einem Interview mit Türkân Kurt verkündete Can: „Alles kann als Inspiration dienen, um Worte zum Leben zu erwecken.“
Sie sagt: „Wer sein Herz nicht bändigen kann, der lebt.“
Sie sagt: Vielleicht ist Heimat das Hineinfallen ins eigene Bett …“
Sie sagt: „Wann immer ich Solingen höre, brennt ein Haus vor meinen Augen.“
Das sagt Can in den Tonfällen ihrer lyrischen Avatare.

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