Rebecca Makkai

 3,8 Sterne bei 131 Bewertungen
Autorin von Ausgeliehen, Die Optimisten und weiteren Büchern.
Autorenbild von Rebecca Makkai (©)

Lebenslauf von Rebecca Makkai

Die US-amerikanische Schriftstellerin Rebecca Makkai, Jahrgang 1971, ist als Lehrerin tätig und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Chicago. Ihre erste Bekanntheit erlangte sie aufgrund ihrer Erzählungen, die unter Anderem in der 2008 von Salman Rushdie und 2009 von Alice Sebold herausgegebenen Anthologie "The Best American Short Storys" veröffentlicht wurden. Mit "Ausgeliehen" erscheint 2011 ihr Debütroman.

Alle Bücher von Rebecca Makkai

Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961610778)

Die Optimisten

 (54)
Erschienen am 30.03.2020
Cover des Buches Ausgeliehen (ISBN: 9783548611341)

Ausgeliehen

 (67)
Erschienen am 14.12.2012
Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961611065)

Die Optimisten

 (2)
Erschienen am 27.09.2021
Cover des Buches Ausgeliehen (ISBN: 9783899031546)

Ausgeliehen

 (6)
Erschienen am 10.10.2011
Cover des Buches The Great Believers (ISBN: 9780708899137)

The Great Believers

 (2)
Erschienen am 05.07.2018
Cover des Buches The Great Believers: A Novel (ISBN: 9780735223530)

The Great Believers: A Novel

 (0)
Erschienen am 04.06.2019

Neue Rezensionen zu Rebecca Makkai

Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961610778)Minijanes avatar

Rezension zu "Die Optimisten" von Rebecca Makkai

Beeindruckend und erschütternd
Minijanevor einem Tag

Zum Inhalt:

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen.

Der Einstieg ins Buch beginnt direkt mit einer Trauerfeier. Wir befinden uns im Jahr 1985, dem Beginn der 1. großen Aidswelle in Chicago und Nico, ein junger Mann aus der Schwulencommunity ist ein Opfer des Virus geworden. Von den Eltern geächtet,  der jüngeren Schwester Fiona jedoch geliebt und umsorgt, muß er viel zu früh, ohne dass es vernünftige Medikamente gegeben hätte auf grausame Weise sterben.

Im Anschluss lernen wir Chicago‘s „Boystown“ näher kennen, insbesondere Nico‘s engen Freund Yale, der ein Kunstexperte ist und gerade dabei ist, die Gemäldesammlung einer alten Dame, die ihren Nachlass regeln möchte, in den Besitz der Galerie zu übertragen. Gleichzeitig geht natürlich die Angst vor dem Virus um. Immer mehr Freunde von Yale stecken sich an, werden krank und versterben. 

Eine zweite Erzählebene führt uns ins Jahr 2015 nach Paris, wo die inzwischen 50jährige Fiona nach ihrer verschollenen Tochter sucht. Diese war zunächst in einer Sekte, aus der sie aber wohl ausgestiegen ist und soll sich jetzt mit einem Kind,(Fiona‘s Enkeltochter) in Paris aufhalten. Fiona hat einen Privatdetektiv beauftragt ihre Tochter, zu der sie nie ein besonders inniges Verhältnis hatte, zu finden und sich mit ihr auszusöhnen.

Auf den ersten Blick haben die beiden Erzählstränge wenig miteinander zu tun. Sie nähern sich aber im Laufe der Zeit an und hängen natürlich zusammen.


Was soll ich sagen?! Das Buch war erschütternd, berührend und großartig.

Die Protagonisten dieses Romans habe ich allesamt ins Herz geschlossen. Obwohl das Thema Aids, über das im Übrigen viel zu wenig in der Literatur zu finden ist, ein wirklich bedrückendes ist, ist die Geschichte keineswegs trübsinnig. Dafür sorgen schon die klugen, oft humorvollen Dialoge. Die Krankheit, die in den 80erJahren ein klares Todesurteil war, ist ja nach wie vor eine existierende Erkrankung. Trotzdem ist sie völlig aus dem öffentlichen Fokus gerückt. Das Buch jetzt zur Zeit der Corona Pandemie zu lesen, deckt natürlich auch gewisse Parallelen zu der 1. Covidwelle auf, wo es noch keine Impfstoffe gab und die Todeszahlen täglich in die Höhe schossen. Somit reflektiert man mit dem Buch auch ein bisschen den Umgang mit Seuchen von Seiten der Politik und der Bevölkerung. Außerdem zeigt der Roman auch auf, was diese Krankheit mit Menschen macht, die zurückbleiben, die auf diese schreckliche Weise ihre Lieben oder Angehörigen verloren haben und danach irgendwie weiterleben müssen. 

Im Gegensatz zu COVID hatte Aids allerdings immer auch das Stigma eine Sexkrankheit der Homosexuellen zu sein, was massive Vorurteile und Ausgrenzung zur Folge hatte. Auch das ist im Buch deutlich spürbar und einfach nur furchtbar.

„Die Optimisten“ von Rebecca Makkai ist wie ich finde ein wichtiges Buch, dass ich nur wärmstens empfehlen kann. Vielleicht ist es ein wenig zu lang geraten, aber andererseits hatte die Autorin auf diese Weise auch viel Zeit ihre Geschichte und ihre Charaktere abzurunden.

Für mich war es auf jeden Fall ein Jahreshighlight.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961610778)schokoloko29s avatar

Rezension zu "Die Optimisten" von Rebecca Makkai

Chicago 1985 + Paris 2015
schokoloko29vor 2 Monaten

Im Endeffekt geht es in diesem Buch um schwule Männer in Chicago, (um 1985) die an AIDS erkranken und daran sterben und wie das soziale Umfeld (in dem Fall Fiona) mit diesen Verlusten umgeht.

Für mich war die Geschichte, die in Chicago spielt toll geschrieben. Die Männer werden sehr liebevoll und berürhend beschrieben, so dass man sie als Leser richtig lieb gewinnt. Sie wurden für einen richtige Freunde, mit denen man sich mitfühlt und trauert.

Als Gegenpol spielt der andere Teil in Paris. Fiona, die ihren Bruder in den 1980 er Jahren verloren hatte und eine Schlüsselfigut und Maskottchen, der schwulen Szene in Chicago, sucht ihre Tocher, Claire. Diese hat den Kontakt zu Fiona abgebrochen und ist in eine Sekte abgetaucht und hat sich dann mit ihrem damaligen Freund daraus befreit.

Für mich schrappte die Geschichte knapp an Trash/ Schmonzette und Melodramatik vorbei. Sie war wirklich sehr langatmig geschrieben, so dass ich 200 Seiten vorgeblättert habe, um festzustellen, dass ich nicht sehr viel verpasst habe.

Was für mich ein wirklicher Pluspunkt war, dass die Figuren, die in Chicago spielten, "echt" waren. Sie lebten, sie berührten mich. Ich wollte auf einmal total viel über die Entwicklung der Krankheit AIDS erfahren. Und ihr Lebens- und Leidensweg hat mich zu Tränen berührt. Ich habe als Leser gemerkt, dass die Autorin wirklich etwas zu sagen hat und dass das ihr Thema ist/ war.

Ein wirklich lesenswertes Buch!



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Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961610778)hamburgerlesemauss avatar

Rezension zu "Die Optimisten" von Rebecca Makkai

Wichtiges Thema
hamburgerlesemausvor 6 Monaten

Die Optimisten

Rebecca Makkai

Übersetzerin: Bettina Abarbanell


Es hat fast 200 Seiten gebraucht bis es mich packte, ein paar Seiten später kamen mir zum ersten Mal die Tränen und dann ging es gemeinsam mit ihm, im freien Fall, nach unten, bis zum Grund. 


Sein Name ist Yale und er ist Kunstexperte in Chicago. Er sieht gut aus, er ist gebildet und ich möchte diesen coolen, schwulen Typen zum besten Freund haben. Mit ihm reden, feiern und lachen, aber ich merke ganz schnell, dass es keine lustige Geschichte mit ihm wird: Er hört nicht auf mich, schreibt meine Warnungen in den Wind. Und so bewegen wir uns gemeinsam in eine Richtung. Wir laufen auf etwas ganz schlimmes zu, etwas, dass erst seit kurzem einen Namen hat: AIDS. 1985 erlebt Yale, wie sein ganzer Freundeskreis von einem Virus beherrscht wird.
Der zweite Erzählstrang spielt 2015: Fiona reist nach Paris um ihre Tochter Claire zu finden, die seit Jahren untergetaucht ist. Vor ein paar Jahren war sie noch Mitglied einer Sekte, aber auch dort ist sie unauffindbar.

„Wenn er nicht gestorben wäre, hätten unsere Wege sich bald getrennt. Er hätte ein Leben draußen in der Welt geführt, wäre mir aus dem Sinn geraten. Aber wenn jemand tot ist und niemand außer einem Selbst sein Andenken hauptsächlich bewahrt, dann wäre es doch eine Art Mord, ihn loszulassen, oder? Ich habe ihn so geliebt, selbst wenn es eine komplizierte Liebe war, und wo soll all diese Liebe hin? Er war tot, also konnte sie sich nicht verändern, sich nicht in Gleichgültigkeit verwandeln. Ich saß mit dieser Liebe fest.“ (S.463/464)
Fazit:
Das Buch spricht ein wichtiges Thema an, das auch in der heutigen Zeit nicht vergessen werden sollte. Es ist ein bewegendes und trauriges Buch, eines was einem mit gebrochenen Herzen zurücklässt. Es liest sich schnell und ist in einer angenehmen Sprache geschrieben. Insgesamt ein gutes Buch, dem 150 Seiten weniger gut gestanden hätten. 4 Sterne von mir.
An dieser Stelle möchte ich noch ein weiteres Buch zum Thema AIDS empfehlen, welches auch im @eiseleverlag erschienen ist: ’Sag den Wölfen, ich bin zu Hause’ von Carol Rifka Brunt ist für mich das beste Buch überhaupt.

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Gespräche aus der Community

My first novel (The Borrower in English, Ausgeliehen in German) has just come out in paperback, and I’m eager to hear from all of you and answer your questions!

The Borrower is about a young librarian who hasn’t quite figured out who she is yet, and a ten-year old boy whose conservative parents have enrolled him in anti-gay therapy. After a strange series of events, the two take off together on a road trip across the US.

I’ve been thrilled that this book has found an audience internationally – a bit of a surprise for me, since the book addresses some political issues quite particular to America right now. But the themes of finding yourself through reading, and coming to terms with family, are ones that are (I hope) more universal. Our schools differ country by country, but it seems our libraries are much the same – and so passionate readers around the world have come discover books in much the same way.

The Borrower is a book about stories – the stories we tell each other, and the ones we tell ourselves. I hope that in talking with you, I’m able to tell you some of my own stories about how this book came to be!
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Kurzbeschreibung:
Der 10-jährige Ian ist süchtig nach immer neuen Geschichten. Lucy Hull ist Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Hannibal – und seine Komplizin. Sie hilft ihm, die geliehenen Bücher an seiner herrischen Mutter vorbeizuschmuggeln. Als Lucy eines Morgens zur Arbeit kommt, traut sie ihren Augen kaum: Ian kampiert, umgeben von Decken, T-Shirts und Büchern, zwischen den Regalen. Pflichtbewusst will Lucy den Ausreißer nach Hause bringen, doch Ian hat einen anderen Plan: Geschickt lotst er sie mitten hinein in eine abenteuerliche Reise quer durch die USA. Doch wer hat hier wen entführt? Und läuft wirklich nur Ian vor seinen Eltern davon?

--> Leseprobe

Allgemeines zur Bewerbung und zur Leserunde:

Ihr habt hier die Möglichkeit bei einer Leserunde mit Rebecca Makkai mitzumachen. Rebecca spricht kein Deutsch, ihr könnt hier aber gern trotzdem auch auf Deutsch diskutieren. Stellt Fragen an die Autorin bitte auf Englisch - es ist gar nicht schlimm, dabei Fehler zu machen, sie wird euch verstehen. Wenn ihr auf Deutsch diskutiert und gelegentlich trotzdem knapp eure Eindrücke auf Englisch zusammenfasst, wird sich die Autorin sehr freuen :-)

Unter allen Bewerbern vergibt der List Verlag 10 Testleseexemplare des Buches. Ihr könnt euch dafür bis einschließlich 15. Januar 2013 bewerben - dafür gibt es nur eine kleine Aufgabe zu erfüllen:

Weshalb sind Bücher ein wichtiger Teil eures Lebens? (Wenn möglich, wäre eine Antwort auf Englisch toll!)


156 Beiträge
booklovings avatar
Letzter Beitrag von  booklovingvor 10 Jahren

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