Rayk Wieland

 3,7 Sterne bei 42 Bewertungen
Autorenbild von Rayk Wieland (© H.-Christoph Bigalke)

Lebenslauf von Rayk Wieland

Der Autor Rayk Wieland, geb. 1965, hat eigentlich Elektriker gelernt. Doch dann entschied er sich zu einem Philosophiestudium und war dann Zeitungs-, Funk- und Fernsehredakteur und lebt als Autor und TV-Journalist bei Hamburg. Seine neueste Buchveröffentlichung erschien 2009 im Antje Kunstmann Verlag: "Ich schlage vor, dass wir uns küssen". Einmal im Monat veranstaltet er zusammen mit Gerhard Henschel den „Toten Salon“ im Nachtasyl des Hamburger Thalia Theaters.

Alle Bücher von Rayk Wieland

Cover des Buches Ich schlage vor, dass wir uns küssen (ISBN: 9783888976056)

Ich schlage vor, dass wir uns küssen

 (26)
Erschienen am 15.11.2012
Cover des Buches Kein Feuer, das nicht brennt (ISBN: 9783492303736)

Kein Feuer, das nicht brennt

 (12)
Erschienen am 20.01.2014
Cover des Buches Beleidigung dritten Grades (ISBN: 9783956144813)

Beleidigung dritten Grades

 (1)
Erschienen am 08.03.2022
Cover des Buches Ich schlage vor, dass wir uns küssen (ISBN: 9783868471120)

Ich schlage vor, dass wir uns küssen

 (1)
Erschienen am 01.10.2009

Neue Rezensionen zu Rayk Wieland

Cover des Buches Beleidigung dritten Grades (ISBN: 9783956144813)AndreasKuecks avatar

Rezension zu "Beleidigung dritten Grades" von Rayk Wieland

…unterhaltsame Groteske mit ironisch-bösem Unterton!
AndreasKueckvor 5 Monaten

Herrn Oskar B. Markow, Reinhardstr. 22, 10117 Berlin
Mit dieser Ihnen persönlich per Sekundant zugehenden Depesche fordere ich Sie auf, mir Genugtuung zu geben. Eine andere Möglichkeit zur Wiederherstellung meiner Ehre, die durch Ihre geschmacklose Verführung von Constanze Kamp verletzt wurde, besteht leider nicht. Konkret heißt das, dass ich Sie bitten muss, sich zum nächstmöglichen Termin von mir erschießen zu lassen.

Eben jener Oskar B. Markow, seines Zeichens Psychiater und Schlafcoach und mit der besagten Constanze Kamp liiert, staunt nicht schlecht, als er von deren Verflossenen Alexander Schill dieses Schreiben erhält, in dem dieser u.a. den Ablauf des Duells detailliert festlegt und klar verdeutlicht, dass ein Entrinnen zwecklos wäre. Da staunt auch die Oberkommissarinnen Eva Tannenschmidt von der Berliner Polizei nicht schlecht, an der sich Markow mit immer blanker liegenden Nerven mit der Bitte um Hilfe wendet. Allein der Umstand, dass das letzte in Deutschland verbriefte Duell schon Jahrzehnte zurückliegt und die Versicherung, dass Duelle in der heutigen Zeit gesetzlich verboten sind, können die Nerven von Markow nicht beruhigen. Schließlich sind Banküberfälle und Autodiebstähle auch gesetzlich verboten und werden trotzdem begangen. Eben jenes Duell ereignete sich im Jahre 1937 zwischen dem SS-Hauptsturmführer Roland Strunk, der Horst Krutschinna, persönlicher Adjutant von Reichsjugendführer Baldur von Schirach, herausforderte, weil dieser angeblich mit seiner Gattin angebandelt haben soll, und endete mit dem Tod von Strunk. Und genau dieses Duell heizt die Phantasie von Alexander Schill an, der sich mit einer abnormen Besessenheit dieser Thematik widmet und in ihr die Wiedergeburt wahrhaft männlicher Tugenden sieht…!

Was wäre, wenn…? Was wäre, wenn etwas passiert, was nicht passieren kann, da es nicht passieren darf? Was wäre, wenn wir im heutigen „Hier & Jetzt“ eine absurde Einladung zur Wiederherstellung der Ehre erhalten würden, die wie ein fossiles Relikt aus der Vergangenheit erscheint? Wir würden zweifeln – zuerst an der Echtheit dieser Einladung, dann am Geisteszustand des Absenders und zuletzt an der eigenen mentalen Gesundheit. Rayk Wieland scheint sich diesen Grundgedanken zu Eigen gemacht zu haben, bemächtigt sich den historisch belegten Fakten des letzten in Deutschland durchgeführten Duells zwischen zwei SS-Männer, und verknüpft diese mit der Gegenwart.

Dabei pendelt er gekonnt zwischen den Zeiten und sorgt dafür, dass beide Erzählstränge sich gegenseitig befruchten. Jeder für sich betrachtet wäre zwar durchaus lesenswert. Allerdings erst die Verknüpfung miteinander und der direkte Vergleich eines Vorgangs, der im Jahre 1937 angemessen bzw. heute inakzeptabel erscheint, lässt diesen Roman zur fesselnden Groteske voller Ironie aufblühen. Wieland porträtiert seine „Helden“ zwar durchaus ambivalent aber nicht unsympathisch – im Gegenteil – meine Sympathien schwankten zwischen dem Herausforderer und seinem „Opfer“ immer wieder hin und her.

Dank der Freude des Autors am Fabulieren, skizziert er beinah belanglose Alltagssituationen so vergnüglich leichtfüßig und deckt somit deren Absurdität auf. Doch gerade hinter dieser unterhaltsamen Fassade versteckt sich das Grauen: Habe ich von den SS-Schergen auch nichts anderes als ein verkorkstes Ehrempfinden erwartet, so packte mich der Schrecken bei dem Gedanken, jemand würde in der heutigen Zeit zu einem solchen Mittel greifen. Wäre ich der Betroffene, ich würde um meine Sicherheit fürchten. Dabei scheint mir gerade die heutige Zeit prädestiniert zu sein, um sich mit Begriffen wie „Ehre“ und „ehrenhaftes Verhalten“ aber auch mit „Ehrerbietung“ auseinanderzusetzten.

Ich gebe es zu, dass ein Ausspruch wie „Es ist eine Frage der Ehre.“ wie ein verstaubtes Relikt aus einer längst vergangenen Zeit wirkt, und ich ihn eher in einen patriarchalisch geprägten Kulturkreis verorten würde. Doch gilt dies für mich nicht gleichermaßen für „ehrenhaftes Verhalten“: Mit diesem Ausspruch verbinde ich Tugenden wie Toleranz, Rücksichtnahme und Respekt. Wobei sicherlich die Interpretation von Mensch zu Mensch variieren könnte.

Dank der Lektüre von Rayk Wielands Roman, der gespickt ist voller hintersinnigem Irrwitz, war ich „gezwungen“, mir einige Begrifflichkeiten ins Gedächtnis zurückzurufen bzw. sie für mich neu zu definieren.

Kommentare: 1
Teilen
Cover des Buches Kein Feuer, das nicht brennt (ISBN: 9783888977480)NicolePs avatar

Rezension zu "Kein Feuer, das nicht brennt" von Rayk Wieland

Kein Feuer, das nicht brennt
NicolePvor 2 Jahren

Ein Reisereporter, der seit den 80er-Jahren Ostberlin nicht mehr verlassen hat, das ist ein Mann namens W. – zwar schreibt er immer noch seine Reisereportagen, aber W. war nie selbst vor Ort. Als er auffliegt, startet er in die Reise seines Lebens.

Der Klappentext hört sich nach einer tollen Geschichte an. Doch diese stellt sich für mich als furchtbar langweilig heraus. Es fehlt ein roter Faden, die Gedanken des Herrn W. schweifen ab ins Sinnfreie bis Sinnlose. Ein öder Schreibstil zieht das Lesen in die Länge.

Alle Geschehnisse und Figuren bleiben oberflächlich, und es lässt sich zu keinem Charakter eine Bindung irgendwelcher Art aufbauen. Irgendwann nervt die Geschichte nur noch, und ich habe mich durch die letzte Hälfte des Buches nur noch „durchgelesen“, in der winzigen Hoffnung, dass sich doch noch etwas entwickelt.

Ironie und Witz habe ich in diesem Roman vergeblich gesucht. Aber, dank diesem Buch weiß ich jetzt, wie viele Seiten man mit Kaminfeuer aus dem Fernseher füllen kann. Wer die Geschichte kennt, weiß genau, was ich damit meine. Der Autor versucht, an einigen Stellen philosophisch zu wirken, scheitert jedoch völlig.

Statt eines humorvollen Buches gab es in meinen Augen nur den Versuch, eines hinzubekommen. Für mich ist „Kein Feuer, das nicht brennt“ ein Flop.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Ich schlage vor, dass wir uns küssen (ISBN: 9783868471120)black_horses avatar

Rezension zu "Ich schlage vor, dass wir uns küssen" von Rayk Wieland

Bespitzelt? Ich doch nicht!
black_horsevor 8 Jahren

Als Herr W. eines Tages eine Einladung bekommt, auf einem Symposium für unterdrückte Untergrunddichter der DDR zu sprechen, ist er sehr verwundert: ein Dichter? Er? Davon hat er noch gar nichts gewusst und auch nicht, jemals Gedichte veröffentlicht zu haben.

Doch ja, in dem Büchlein mit Gedichten unterdrückter Untergrunddichter der DDR taucht ein Gedicht mit seinem Namen auf, ein Vers, den er ganz privat für seine "West-Freundin" gedichtet hat.

Als er Einsicht in seine Stasi-Akte nimmt, findet er so ziemlich alles, was er jemals ganz privat in Briefen an seine Liane geschrieben und gedichtet hat. Der Stasi-Mann Herr Schnatz hat seine Liebes-Korrespondenz als staatsfeindlich entlarvt und säuberlichst kommentiert und archiviert.

Der Autor Rayk Wieland selbst liest seinen (autobiografisch angehauchten?) ungekürzten Roman über die Bespitzelung in der DDR. Dabei mischt er Anektoden aus seiner Jugend in der DDR mit der Handlung ca. 20 Jahre später. Es gelingt ihm sehr gut, dieses sehr ernste Thema, das oft groteske Auswüchse hatte, humorvoll darzustellen, ohne es ins Lächerliche zu ziehen.

Von mir eine Empfehlung für diesen kurzweiligen Roman. Denn die Mauer gab es eben doch, auch wenn wir es uns heute kaum noch vorstellen können.

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 78 Bibliotheken

von 6 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks