Philipp Winkler

 3,9 Sterne bei 181 Bewertungen
Autor von Hool, Creep und weiteren Büchern.
Autorenbild von Philipp Winkler (©Kat Kaufmann/ Quelle: aufbau Verlag)

Lebenslauf von Philipp Winkler

Philipp Winkler wurde 1986 in Neustadt am Rübenberge geboren, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und lebt heute in Leipzig. Einige Zeit verbrachte er im Ausland, unter anderem im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Winkler veröffentlichte in Literaturmagazinen und -anthologien und erhielt 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis. Für Auszüge aus seinem Debütroman "HOOL" bekam Philipp Winkler zudem den Retzhof-Preis für junge Literatur es Literaturhauses Graz, sein Roman ist derzeit für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.

Alle Bücher von Philipp Winkler

Cover des Buches Hool (ISBN: 9783746633954)

Hool

 (136)
Erschienen am 13.04.2018
Cover des Buches Creep (ISBN: 9783351037253)

Creep

 (27)
Erschienen am 17.01.2022
Cover des Buches Carnival (ISBN: 9783351038281)

Carnival

 (13)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Carnival (ISBN: B087369PW7)

Carnival

 (1)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Hool (ISBN: 9783869742779)

Hool

 (4)
Erschienen am 30.05.2018
Cover des Buches Creep (ISBN: 9783961054886)

Creep

 (0)
Erschienen am 17.01.2022

Neue Rezensionen zu Philipp Winkler

Cover des Buches Creep (ISBN: 9783351037253)
-Leselust-s avatar

Rezension zu "Creep" von Philipp Winkler

Ein Buch über Außenseiter und die Entfremdung im digitalen Zeitalter
-Leselust-vor 2 Monaten

Am Anfang hat mich dieser Roman richtig gefesselt. Wir lernen die Deutsche Fanni und den Japaner Junya kennen und verfolgen die beiden auf ihrem Weg durch eine Welt, die nicht für sie gemacht scheint. Beide sind Außenseiter und erleben auf ihre Weise Einsamkeit und Enfremdung und sind in ihrem Bedürfnis nach Zugehörigkeit doch nicht alleine. Fanni sucht sich diese, in dem sie über die eingebauten Überwachungskameras am Familienleben einer eigentlich fremden Familie teilnimmt. Und Junya rutscht noch tiefer ab ins Zwielicht und findet sich schließlich auf den Straßen Tokyos in Mitten von Gewalt und Gangs wieder.
Das Buch fängt gut diese Stimmung von Einsamkeit, Angst und Entfremdung ein. Es bleibt beim Lesen immer eine Distanz zu den Protagonisten. Und keinen der beiden konnte ich wirklich verstehen. Das passt sehr gut zu der Geschichte, die der Autor erzählen will. Trotzdem hat es leider auch dazu geführt, dass ich dieses Buch passagenweise nicht ganz so gerne gelesen habe, weil ich eben nicht so mitfühlen konnte und immer eine Gefühl von Fremdheit zurückblieb.
Wer sich darauf einlassen kann, bekommt aber eine gut konstruierte Geschichte, die in konsequentem Stil ein wichtiges Thema unserer Zeit bearbeitet.

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Cover des Buches Carnival (ISBN: 9783351038281)
Maus86s avatar

Rezension zu "Carnival" von Philipp Winkler

Carnival
Maus86vor 5 Monaten

Winkler hat mich mit diesem Buch auf dem falschen Fuß erwischt. An seinen anderen Romanen hat mich in erster Linie seine seine Fähigkeit überzeugt, interessante Charaktere zu zeichnen. Er hat mich mit deren Einzigartigkeit überzeugt und sie mir gut verkaufen können, ich habe sie ihm komplett abgenommen.


In Carnival sind die Charaktere auch einzigartig, das schon, aber ich nehme dem Autor leider fast gar keinen davon ab. Mir wird zu jeder Figur kurz irgendetwas erzählt (dabei gilt offenbar die Devise: Je abstruser desto besser) und dann wird zur nächsten (sehr besonderen) Gestalt gesprungen. Das  gefällt vielleicht dem/der ein oder anderen, mir leider nicht. Ich habe schon oft festgestellt, dass ich mich nur schwer auf ein Buch einlassen kann, wenn es dutzende Charaktere gibt und hysterisch von einer Person zur andern gehüpft wird.


Einen Stern gibt es für die teilweise sehr kreativen Ideen, die Winkler zum Teil für seine kleinen Anekdoten und Beschreibungen hat. Vielleicht ist das auch alles sehr realistisch, ich kenne mich im Kirmesgewerbe nicht aus. Dann muss es mir jedoch viel glaubhafter vermittelt werden, für meinen Geschmack. 

Kommentare: 1
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Cover des Buches Creep (ISBN: 9783351037253)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Creep" von Philipp Winkler

Sie beobachten uns ...
Gwhynwhyfarvor 6 Monaten

«Als sie wieder mal auf der Suche nach einer Erklärung oder einer Bezeichnung für sich selbst war, stieß Fanni in einem Post im agender-Subreddit zum ersten Mal auf die Bezeichnung Meat Prison und verstand mit diesem Begriff die Entkopplung von sich und ihrem Körper.»


Sie kennen uns, denn sie beobachten uns, Nerds, die sich in Überwachungskameras einhacken. Philipp Winkler erzählt die Geschichten von Fanni in Deutschland und Junya in Japan - beide suchen im Leben fremder Menschen, woran sie persönlich in der Realität scheitern: Zuneigung, Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Dabei überschreiten sie Grenzen, die für sie schon längst nicht  mehr gelten.


«Was Fanni am MonstroMart überzeugt hatte – neben dem vergleichsweise starken Fokus auf Data Dumps und Carding –, war der Name des Marketplaces selbst bzw. der Humor hinter der Simpsons-Referenz, den die Admins damit bewiesen. Sie gingen sogar die Extra Mile und übernahmen den Slogan in den Seitenheader: MonstroMart – Where shopping is a baffling ordeal. Fanni schätzte die Konsequenz. Immerhin riskieren die Admins, potenzielle User_innen, die die Referenz nicht verstehen, damit abzuschrecken. Außerdem kann man den Slogan natürlich auch als Metajoke über die allgemeine Shoppingerfahrung im Dark Web betrachten.»


Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt: Fannis Geschichte beginnt damit, dass sie zusammen mit den Naumanns frühstückt. Eine Bilderbuchfamilie, in deren Leben sie sich hackt, die sich nach einem Wohnungseinbruch Sicherheitskameras einbauen ließen; für diese Familie entwickelt sie eine Obsession. Fanny selbst ernährt sich ausschließlich von abgepackten EPAs und Militärmenüs. Bei der Beobachtung der Familie kann sie sich entspannen, Nähe und Wärme in sich aufsaugen. Als Agender fühlt sie sich in ihrem Körper, den sie «Meat Prison» nennt, gefangen, fühlt sich keinem Geschlecht zugehörig. Sie arbeitet im Bereich Research & Development für die Home-Security-Firma namens BELL. Als professionelle Creeperin durchsucht die Wohnungen der Bell-Kundinnen, bringt dem «Überwachungsalgorithmus bei, was auf dem Kamerabild der Postbote ist, was eine Gassigängerin und was der Hund.» Welche Bewegungen gehören zum Tagesablauf und können vom Alarm ignoriert werden. Wenn am Ende der Schicht alle nach Hause gehen, bleibt Fanny allein zurück und beobachtet Menschen in ihren Wohnungen. Und sie verkauft Firmendaten im Darknet. Eines Tages beobachtet sie einen Einbruch und erlebt, wie der maskierte Täter sein schlafendes Opfer mit einem Hammer traktiert. Leider verlor ich schnell die Lust am Lesen, da der Autor den Text mit IT-Begriffen zuknallt. Ich hätte gern inhaltlich mehr über sie erfahren – was gibt es ihr, in diese Familie am Tisch hineinzublicken?


«Wie jedes Mal vor dem Erheben des Hammers rasen Bilder durch seinen Kopf, so schnell, dass sie sich überlagern. Die hassverzerrte Fratze seiner Mutter. Die Ablehnung in den Augen seiner Lehrer. Dann sind die Gesichter verschwunden, und alles, was bleibt, ist immer nur ein Satz: Deru kugi wa utareru. Ein herausstechender Nagel muss eingeschlagen werden»


Der zweite Strang handelt von Junya, der in Tokio lebt und sein Kinderzimmer kaum verlässt. Die Mutter stellt ihm Essen vor die Tür, er ihr später das leere Geschirr. Sie darf das Zimmer nicht betreten. Er bewirbt sich regelmäßig an einer Kunsthochschule und erhält ebenso regelmäßig eine Absage. Juny wurde in der Schule extrem gemobbt und genoss durch die alten Eltern eine beinharte Erziehung. Heute ist er ein Computernerd, zieht sich Gewaltvideos im Darknet rein und er nimmt real Rache im nächtlichen Tokio an seinen ehemaligen Peinigern, verkleidet durch Perücke und Maske – er ist ein Creeper. Seinen seinen ehemaligen Lehrer erschlägt er mit dem Hammer. Was bei Fanny mit IT-Begriffen überfrachtet ist, überfluten hier die japanische Worte und Begriffe den Text, was ebenso nervig ist.


Zwei Menschen, die die Netzwelt der realen vorziehen; allerdings gibt der Autor keine Antwort zu dem, was dieses Leben für sie gibt. Zwei depressive Menschen – so weit ist die Geschichte klar. Mobbing und Cybermobbing, Datenklau, Gewalt im Netz ansehen und streamen, elektronische Überwachung auf vielen Ebenen, Verlust der Privatsphäre – Themen, die gestreift werden. Fehlende Kommunikation, bzw. eine andere Kommunikation. Die Fanny-Kapitel sind gegendert (bis zum Erbrechen), die mit dem Japaner Junya nicht, das gibt Sinn. Doch beide haben die gemeinsame Sprache der Elterngeneration zugunsten  ihrer Netzsprache aufgegeben. Das nervt mich als Leserin. Weder stecke ich so tief in der Netz-Ausdrucksform, schon gar nicht in den japanischen Begriffen. Ein Glossar existiert nicht, das wäre dann wohl länger als 50 Seiten. Für mich hat sich dadurch leider kein Nerd-Sound, eine persönliche Sprache der Figur entwickelt – das war in dieser intensiven Form nicht nötig. Für mich eine Aneinanderreihung von nicht verständlichen Vokabeln. Sperrig ohne guten Sprachfluss hemmt es das Lesen. Was ist dies für ein Roman? Ein Thriller? Ein wenig, letztendlich doch nicht. Die Protagonisten werden sich niemals begegnen, es sind zwei parallele Geschichten mit offenen Enden. Ich habe viel geblättert, mich konnte der Roman rundherum nicht begeistern, obwohl ich die Grundidee recht gut finde.


In den USA versteht man unter dem Begriff «Creeper» Personen, die durch fremde Wohnungen schleichen, ohne dabei bemerkt zu werden, während die Bewohner zu Hause sind. Es gibt auch einen Fall aus den USA, auf den der Autor sich in dem Buch bezieht: Der bis heute ungeklärte Mord an der US-Amerikanerin Missy Bevers, die 2016 in Texas in einer Kirche wahrscheinlich vom sogenannten «Church Creeper» mit einem Hammer getötet wurde.


Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Für seinen Debütroman »Hool« erhielt er den ZDF aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Debüt, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und war zum Festival Neue Literatur in New York eingeladen. Der Roman war ein Spiegel-Bestseller, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Er lebt in Niedersachsen auf dem Land.


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Gespräche aus der Community


- Nominiert für den Deutschen Buchpreis -


Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.

"Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden." Lucy Fricke

Zur Leseprobe

Über Philipp Winkler

Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Neben Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und -anthologien, erhielt er 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis und 2015 für Auszüge aus Hool den Retzhof-Preis für junge Literatur des Literaturhauses Graz. „HOOL“ ist sein Debütroman.


© Kat Kaufmann


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Viele Grüße
euer Team vom Aufbau Verlag

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.
236 BeiträgeVerlosung beendet
M
Letzter Beitrag von  MissGoldblattvor 6 Jahren
Besser spät, als nie. Vielen Dank für das Buch, es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen. Ein paar Eigenheiten haben mich dennoch nicht ganz überzeugt. Hier meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Philipp-Winkler/Hool-1246190712-w/rezension/1360699467/

Fragerunde mit Philipp Winkler zu "Hool"

Auch in diesem Jahr habt ihr wieder die Möglichkeit, Autoren der Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 Fragen zu ihren Werken zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Welches Buch ist euer Favorit? Hier könnt ihr abstimmen!

Wir freuen uns sehr, dass Philipp Winkler bei unserer Fragerunden Aktion zum Deutschen Buchpreis dabei ist.  Mit seinem Debütroman "Hool" ist es ihm gelungen, mit viel Herz eine harte Geschichte über einen jungen Mann und seine Blutsbrüder, die Hooligans, zu schreiben. Sein Sound geht unter die Haut und er gibt seine Stimme denen, die keine Sprache haben.

Mehr zum Inhalt
Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben. 

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Mehr zum Autor
Philipp Winkler wurde 1986 in Neustadt am Rübenberge geboren, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und lebt heute in Leipzig. Einige Zeit verbrachte er im Ausland, unter anderem im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Winkler veröffentlichte in Literaturmagazinen und -anthologien und erhielt 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis. Für Auszüge aus seinem Debütroman "HOOL" bekam Philipp Winkler zudem den Retzhof-Preis für junge Literatur es Literaturhauses Graz, sein Roman ist derzeit für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.

Gemeinsam mit dem Aufbau Verlag verlosen wir unter allen Fragestellern ein Exemplar von "Hool"! Außerdem haben alle, die an den Fragerunden teilnehmen, die Chance auf ein großes Buchpaket mit allen Titeln, die auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stehen!

Philipp Winkler wird eure Fragen am 07. September beantworten.

Ich bin gespannt auf eure Fragen und wünsche euch viel Spaß!



Bitte beachtet auch unsere Richtlinien: http://www.lovelybooks.de/info/richtlinien-lr-bv/
124 BeiträgeVerlosung beendet
blaustrumpfines avatar
Letzter Beitrag von  blaustrumpfinevor 6 Jahren
Vielen Dank für die Antwort! Dann bleibe ich gespannt, zunächst natürlich erstmal aufs Buch, und drücke die Daumen fürs Möglicherweise! ;-)

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