Paul M.M. Cooper

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Autor*in von River of Ink.

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Cover des Buches River of Ink (ISBN: 9781408862186)

River of Ink

 (2)
Erschienen am 28.01.2016

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Cover des Buches River of Ink (ISBN: 9781408862186)
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Rezension zu "River of Ink" von Paul M.M. Cooper

Ein wunderbarer historischer Roman über die Macht der Poesie
Moni2506vor 2 Monaten

„River of Ink“ von Paul M. M. Cooper erzählt die Geschichte eines Poeten, der eher unfreiwillig zur Symbolfigur einer Rebellion wird. Erschienen ist der Roman im Januar 2017 bei Bloomsbury UK. Eine deutsche Übersetzung gibt es bisher nicht. 


In den letzten 3 Jahren ist Asanka seinem früheren Leben auf dem Dorf entwachsen und zum Hofpoeten im Inselkönigreich Lanka aufgestiegen. Er lebte bisher ein ruhiges Leben, in dem er die Annehmlichkeiten des Lebens genießen und seine Schüler im Schreiben unterrichten konnte. Doch dann erobert der grausame Magha den lankischen Thron und das Leben des Poeten soll sich dramatisch ändern. Er wird mit der Aufgaben betraut ein episches Gedicht in die Sprache der Untertanen zu übersetzen, um diese dadurch gefügiger zu machen und die Ansätze der Rebellion auszulöschen. Doch es soll anders kommen: Asanka hat immer geglaubt, dass Poesie nichts verändern kann, doch er muss lernen, dass Worte sehr viel Macht haben können. 


Dieses Buch habe ich in meinem Kaufrausch für englische Bücher gekauft. Auf der Suche nach Leseempfehlungen für englische historische Romane bin ich dank Empfehlung auf Twitter über dieses Buch hier gestolpert. Der Klappentext sprach mich an und ich fand es gut mal einen ganz neuen Schauplatz in einem historischen Roman zu erkunden. 

Das Buch spielt auf Sri Lanka und zieht einen schnell in seinen Bann. Es entstehen wunderbare Bilder im Kopf und ich konnte mir Polonnaruwa und seine Straßen als auch den Dschungel und seine Elefantenpfade sehr gut vorstellen. Ich mochte sehr, wie Asanka seine Geschichte erzählt und war gespannt, wie diese sich entwickeln wird. Der Klappentext verrät hier tatsächlich nur den Anfang und die Grundprämisse des Buches, was mir sehr gefällt. 

Asanka erzählt seine Geschichte aus der Ich-Perspektive, die ich eher selten lese. Unterbrochen wird dies von Kapiteln aus der Perspektive der Protagonisten des Gedichtes, dass er übersetzen soll. Diese sind allerdings nur sehr kurz. Für mich war das in diesem Fall sehr stimmig und hat gepasst. 

Zumindest ich konnte mich in Teilen sehr gut mit Asanka identifizieren. Durch seine Übersetzung kommt er direkt in den Dunstkreis Maghas. Ein Eroberer, der mit harten Mitteln durchzugreifen versucht und der eben auch Angst in seinem Gegenüber auslöst. Asanka möchte nicht für ihn arbeiten, sieht sich allerdings auch außerstande ihm zu widersprechen. Er ist eigentlich ein Feigling und dennoch sorgen seine Worte dafür, dass die Rebellion nicht stirbt. Man könnte meinen, dass dies ein Widerspruch ist und das Asanka seine Aufgabe nicht erfüllt hat, schließlich sollte die Übersetzung das genaue Gegenteil bewirken. Dieser Roman zeigt allerdings eindrucksvoll, dass Worte, Gedichte, Geschichten je nach Empfänger anders wahrgenommen werden. Dieses Buch ist eine Hommage an das geschriebene Wort und seine vieldeutigen Botschaften. 

Ich mochte es sehr mitzuerleben, wie Magha das Gedicht in seinem Sinne interpretiert und ich mochte es sehr, was die Bevölkerung Lankas daraus gemacht hat. Ich bin tausend Tode gemeinsam mit Asanka gestorben, wenn dieser zu Magha gerufen wurde, um seine neueste Übersetzung zu besprechen. Ich habe seine Beobachtungen geliebt und wie diese ihm den Mut gegeben haben, seinen eingeschlagenen Pfad weiterzuverfolgen. Ich mochte es sehr, welche Gedanken diese Geschichte in mir ausgelöst hat. 

Es ist ein historischer Roman und zugleich ist es ein zeitloser Roman. Magha z.B. gab es wirklich und mit der Hilfe von Google findet man heraus, dass dieser Roman Anfang des 13. Jahrhunderts spielen muss. Wirklich wichtig für das Verständnis der Geschichte ist dies nicht und Asanka und seine Übersetzung sind fiktiv. Eine spannende Form des historischen Roman, die weniger Wert auf feste Daten legt und sich mehr auf die Botschaft bezieht, die vermittelt werden soll und den Lesenden so die Möglichkeit gibt, sich selbst zu reflektieren und über viele unterschiedliche Themen nachzudenken. 

Viel an Zusatzmaterial gibt es nicht. Es gibt eine Karte von Polonnaruwa und eine kurze Danksagung. Die geringe Anzahl der Personen macht ein Personenverzeichnis überflüssig. Mit dem benutzten Wortschatz im Roman hatte ich keine größeren Probleme. Für das ein oder andere Wort wäre sicher ein Glossar nicht schlecht gewesen, es ist in diesem Falle allerdings auch kein Muss. Wer regelmäßig auf englisch liest, sollte keine größeren Probleme bekommen. 


Fazit: Ein wunderbarer historischer Roman, über die Macht der Worte und seine vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten. Ich bin Asanka gerne auf seinem Weg als unfreiwilliger Rebell gefolgt. Empfehlenswert für alle, die ein bisschen Abwechslung in ihr Histo-Regal bringen wollen und die auch mal auf genaue Zeitangaben verzichten und die Geschichte für sich sprechen lassen können.

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