Nino Haratischwili

 4,3 Sterne bei 447 Bewertungen
Autorin von Das achte Leben (Für Brilka), Die Katze und der General und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Nino Haratischwili

Deutsch-georgisches Gedankengut der Dramatikerin und Autorin Nino Haratischwili: Nino Haratischwili wurde 1983 in Georgien geboren und fühlte sich von Beginn an sowohl ihrer Heimat als auch Deutschland verbunden. Bereits im Alter von 15 Jahren gründete sie den deutsch-georgischen Theaterverein „Fliedertheater“. Sie schrieb und inszenierte Stücke für das Ensemble, die meist in Georgien und teilweise bei Gastspielen in Deutschland aufgeführt wurden. 2003, nach dem Abschluss ihres Studiums der Filmregie in Tiflis, verließ sie Georgien und das "Fliedertheater" und zog in ihre Wahlheimat Hamburg. Hier studierte sie bis 2007 Theaterregie an der Theaterakademie. Seitdem inszenierte sie mehrere Uraufführungen an bekannten Hamburger Theatern wie "Kampnagel" und dem "Thalia Theater". Nebenher schreibt sie weiterhin eigene Stücke. Ihr erster Roman erschien 2010. „Juja“ beruht auf einer wahren Geschichte und erzählt vom Potenzial der Literatur, Leben zu verändern. Er erhielt den Debütpreis des Buddenbrookhauses. Der Nachfolgeroman „Mein sanfter Zwilling“ wurde ebenfalls mit Preisen ausgezeichnet. 2014 erschien das dritte Werk „Das achte Leben (Für Brilka)“. Das Familienepos folgt sechs Generationen einer georgischen Familie. Haratischwili erhielt dafür unter anderem den Bertolt-Brecht-Preis und das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, dass ihr Recherchen in Russland und Georgien ermöglichte. Mit "Die Katze und der General" steht sie 2018 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Neue Bücher

Cover des Buches Phädra, in Flammen (ISBN: 9783886614165)

Phädra, in Flammen

Erscheint am 15.03.2023 als Buch bei Verlag der Autoren.

Alle Bücher von Nino Haratischwili

Cover des Buches Das achte Leben (Für Brilka) (ISBN: 9783548289274)

Das achte Leben (Für Brilka)

 (238)
Erschienen am 08.09.2017
Cover des Buches Die Katze und der General (ISBN: 9783627002763)

Die Katze und der General

 (63)
Erschienen am 05.03.2020
Cover des Buches Mein sanfter Zwilling (ISBN: 9783442745500)

Mein sanfter Zwilling

 (58)
Erschienen am 12.08.2013
Cover des Buches Das mangelnde Licht (ISBN: 9783627002930)

Das mangelnde Licht

 (34)
Erschienen am 25.02.2022
Cover des Buches Ali und Nino (ISBN: 9783548289045)

Ali und Nino

 (31)
Erschienen am 18.11.2016
Cover des Buches Der Literaturexpress (ISBN: 9783627002237)

Der Literaturexpress

 (15)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Der Südelefant (ISBN: 9783548061184)

Der Südelefant

 (4)
Erschienen am 27.12.2019
Cover des Buches LUCRECIA515 (ISBN: 9783627002435)

LUCRECIA515

 (2)
Erschienen am 30.08.2017

Auf Georgienreise mit...

Nino Haratischwili ist eine der bekanntesten und bedeutendsten Autorinnen Georgiens der Gegenwart. Sie fühlt sich ihr ganzes Leben lang sowohl Deutschland, als auch ihrer Heimat verbunden und wächst mit einem Band zu beiden Ländern auf. Als sie 2003 nach Hamburg zieht, beginnt sie, eigene Texte zu schreiben. In ihren Romanen verarbeitet Haratischwili häufig wahre Geschichten und eigene Erfahrungen in Bezug auf ihr Heimatland. Mit „Die Katze und der General“ steht sie 2018 sogar auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Und der Zeitpunkt könnte nicht passender sein, ist doch Georgien in diesem Jahr das Gastland der Frankfurter Buchmessse. Wir haben Nino Haratischwili zum Interview getroffen und ihr einige Fragen gestellt. Lest selbst:

Liebe Frau Haratischwili, was ist das schönste Feedback, das Sie von Lesern erhalten haben?

Ich fühle mich immer sehr demütig und irgendwie auch überfordert, wenn mir Menschen Persönliches erzählen – ob es ihre Familiengeschichten sind, an die sie durch mein Buch bzw. Texte erinnert wurden oder irgendeine Veränderung in ihrem Leben, die sie nach der Lektüre vollbracht haben. Auch die Tatsache, dass z.B. viele nach der „Das achte Leben“ Lektüre nach Georgien gereist sind bzw. noch reisen ist ein großes Geschenk.

Wann kommen Ihnen die besten Ideen?

Unterschiedlich, manchmal vollkommen unvermittelt, manchmal in völlig unpassenden Momenten, aber die kommen nie in der ersten Tageshälfte. Ich bin erst ab nachmittags so richtig „wach,“ davor funktioniere ich nur. Und die produktivste Zeit sind für mich die Abend- bzw. Nachtstunden. Das frühe Aufstehen war noch nie meins und wird es auch nie mehr werden.

Haben Sie ein Lieblingswort?

Im Georgischen verwende ich sehr oft das Wort „codoa,“ das im direkten Sinne „armselig,“ bedeutet, aber ich verwende es anders und zwar im Sinne von „rührend.“ Mittlerweile benutzen es auch einige meiner deutschen Freunde.

Welchen anderen Job würden Sie gerne für einen Tag ausüben?

Ich wäre gerne einen Tag lang eine Wissenschaftlerin, die an etwas Wichtigem forscht oder eine entscheidende Entdeckung macht. Da ich einen vollkommen unwissenschaftlichen Blick auf die Welt habe und für diesen Weg viel zu ungeduldig bin – würde es mich reizen etwas derart Entgegengesetztes zu tun.

Haben Sie für uns einen Tip für eine gute Fernsehserie?

Oh, da gibt es viele. „Game of Thrones“ natürlich, aber auch „House of Cards“ habe ich sehr genossen. „The Killing“ fand ich großartig. Momentan habe ich eine neue Krimi-Serie angefangen „Sharp Things“ – die bisher auch ziemlich vielversprechend zu sein scheint.

Welches Buch verschenken Sie gerne?

„Der Gott der kleinen Dinge“ hab ich schon öfters verschenkt, aber auch aktuelle deutschsprachige Bücher. Ich versuche die Bücher immer individuell auszusuchen, denn nicht jedes Buch passt zu jedem Leser. Und überlege mir im Vorfeld was der Mensch, dem ich ein Geschenk mache, an Literatur mag bzw. mögen könnte.

Wohin sollen wir unbedingt einmal reisen und welches Buch soll uns begleiten?

Oh, die Auswahl ist endlos. Wenn ich nach Indien reisen würde, würde ich auf jeden Fall die besagte Arundhati Roy mitnehmen oder „Mitternachtskinder“ von Rushdie, für Russland würde ich u.a. auch „Meister und Margarita“ empfehlen, für Kolumbien muss es Marquez sein, Philip Roth würde mich in die USA begleiten. „Vielleicht Esther“ von Katja Perowskaja würde ich jedem Ukraine-Reisenden ans Herz legen wollen… Es gibt so unendlich viele gute Bücher…

Gibt es etwas, was Sie gerne lernen würden?

Ich hätte nichts dagegen in Mathematik besser zu sein – Zahlen waren leider noch nie meine Stärke. Und ich wäre grundsätzlich gerne geduldiger.

Was ist das Besondere an georgischer Literatur?

Sie ist vielfältig und großteils noch ziemlich unentdeckt. Die moderne georgische Literatur ist ebenfalls sehr heterogen und sie kann einem definitiv dabei helfen einen Zugang zu dem Land zu bekommen.

Warum können wir uns auf die Buchmesse mit dem Gastland Georgien besonders freuen?

Ich denke und hoffe, dass die Georgier das Land mitsamt seiner Literatur so präsentieren werden, dass man Lust bekommt sie weiter zu entdecken, dorthin zu reisen, sie kennenzulernen und das lohnt sich ein für alle Male!

Ihr georgisches Lieblingsbuch:

Auch da gibt es viele. Von den Klassikern mag ich Iwane Dschawachischvili sehr, ein Autor, der leider den stalinistischen Säuberungen zum Opfer gefallen ist. Von den Gegenwartsautoren würde ich viele empfehlen können: Lasha Bugadze, Tamta Melaschwili, Archil Kikodze, Ana Kordsaia, etc Auch die georgische Lyrik, ist sehr intensiv und eigen. Die Lyriker der Künstlergruppe/Strömung „Die blauen Hörner“ sind großartig.

Ihr Lieblingsort in Georgien:

Die Vera und das Sololaki-Viertel sind ein Teil meiner Kindheit und haben demnach einen besonderen Stellenwert für mich. Überhaupt die Altstadt von Tbilissi bietet so viele Schönes, das man sich erschließen muss und das man entdecken kann. Es gibt nicht den einen Ort, eher sehr viele und das ist immer auch von der Stimmung abhängig, in der man grade ist.

Ihr Lieblingsort in Hamburg:

Ich liebe den gesamten St. Pauli Bereich und den Blick vom Park Fiction auf die Elbe. Da fühle ich mich immer sehr wohl.

Ein Satz über Ihr neues Buch:

Puh, das fällt mir schwer.

Ein Satz aus Ihrem neuen Buch:

Auch das überlasse ich gerne Ihnen.

Zu guter Letzt: Welche Figur aus einer Buchwelt würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie gemeinsam unternehmen?

Meine ganze Kindheit lang wollte ich Pippi Langstrumpf treffen und mit ihr zu großen Abenteuern aufbrechen. Ich fand Anika immer nervig und wünschte mir, ich wäre an ihrer Stelle :) Shabatt aus „Shabatts Theater“ hätte ich gerne irgendwo in einer New Yorker Bar getroffen. Der ist meine liebste „Antifigur“ und der Roman – einer der Größten des 20. Jahrhunderts.

Neue Rezensionen zu Nino Haratischwili

Cover des Buches Das mangelnde Licht (ISBN: 9783627002930)
leseleas avatar

Rezension zu "Das mangelnde Licht" von Nino Haratischwili

Der innere und der äußere Krieg
leseleavor einem Monat

Es beginnt, wie eine normale Freundschaftsgeschichte: Dina, Keto, Nene und Ira wachsen zusammen auf und werden über die Jahre unzertrennlich. So unterschiedlich sie doch sind – Dina ist stürmisch, Keto nachdenklich, Nene naiv und Ira nüchtern –, trägt ihre Freundschaft sie durch die erste Verliebtheit, durch Streitigkeiten mit Eltern und Geschwistern und die Suche nach der eigenen Zukunft. Doch die Freundschaftsgeschichte der vier ist keine der klassischen Geschichten, die wir kennen, denn Dina, Keto, Nene und Ira wachsen im postsowjetischen Georgien der 1990er auf. Von einem Tag auf dem anderen bricht der Staat, den sie bisher kannten und ihr Leben geformt hat, zusammen: Teilrepubliken streben in die Unabhängigkeit, in einem Bürgerkrieg stehen sich Nachbarn verfeindet gegenüber, Panzer sind auf den Straßen so selbstverständlich wie das Anstehen für Brot und das Ausfallen der Heizung. Die vorher schon existierende Korruption und Kleinkriminalität nimmt gewaltige Züge an, sind es doch nun auch ihre eigenen Brüder, Freunde und Liebhaber, die nun Schutzgeld erpressen, illegales Glückspiel betreiben und in Straßenkämpfen über die Vorherschafften ganzer Viertel kämpfen. Die Zukunft des Landes, aber auch ihre eigene scheint düster zu sein – und tatsächlich werden sie 30 Jahre später nur noch zu dritt sein. Dina hat sich das Leben genommen und alles, was von ihr bleibt, sind ihre berühmt gewordenen Fotos über den Alltag in einem zusammengebrochenen Land.

Es ist mal erneut ein opulentes Werk, das Nino Haratischwili mit Das mangelnde Licht vorlegt. Knapp 830 Seiten umfasst ihr neuster Roman und ist damit doch noch um einiges kürzer als ihr Bestseller Das achte Leben (für Brilka). Wie so viele Leser:innen zähle ich Letzteres zu meinen Lieblingsbüchern und halte es für einen großen und wichtigen Roman. Allen, die deswegen auch zum neuen Werk greifen wollen, sei gesagt: Es ist thematisch ebenso wichtig und bedeutend, doch handwerklich weniger gelungen. Denn wo sich im über 1000 Seiten zählenden Brilka-Roman überraschenderweise keine Längen finden, wartet Das mangelnde Licht mit einem Meer von „Zuviel“ auf: zu viele Seiten, zu viele Szenen, die als Füller dienen, zu viele dramatischen Wendungen, die die Story höher und höher schrauben.

Dies liegt vor allem an der wenig geglückten Rahmenhandlung: Keto, Nene und Ira treffen sich nach fast 30 Jahren, in denen sie nur spärlich Kontakt hatten, auf einer Ausstellung in Brüssel wieder, auf der die Bilder der verstorbene Dina als Retrospektive gezeigt werden. Das Abschreiten der Bilder in chronologischer Reihenfolge öffnet dabei ein Fenster in die Vergangenheit: Die Fotos rufen Erinnerungen wach – die Haratischwili dabei einmal zu oft mit bedeutungsschweren Andeutungen einleitet, die auf Leid, Tod und Trauma hinweisen –, in denen sich Keto, die Erzählerin, verliert. Was zu Beginn noch sinnig wirkt (die Bilder als Brücke in die Vergangenheit), nutzt sich mit der Zeit jedoch ab und wirkt nur noch bemüht. Vollends zusammen bricht der Gegenwartsstrang, als die drei Freundinnen die Ausstellung verlassen und durch das nächtliche Brüssel streifen: Hier hätten mindestens 50, wenn nicht gar 100 Seiten gestrichen werden können. Stattdessen versucht Haratischwili krampfhaft einen Bogen zum Anfang des Romans zu schlagen, was den Roman auf den letzten Seiten arg auf der Stelle treten lässt und dem Ende seine Kraft raubt.

Dies empfinde ich als besonders schade, da der historische Teil des Romans mehr als gelungen ist. Ja, auch hier mag die Sprache für meinen Geschmack bisweilen zu aufgeladen sein und leider weisen auch alle Figuren eine leichte Neigung zum Schablonenhaften auf; doch das komplexe Freundschaftsgeflecht ist liebevoll beschrieben und das Zusammenleben im Hinterhof eines georgischen Viertels mit seinen verschiedenen Bewohnern atmosphärisch und bildhaft gezeichnet. Vor allem aber gelingt es Haratischwili ein Verständnis dafür zu vermitteln, was es bedeutet, wenn ein Staat zusammenbricht: Geduldig und mit gutem Blick erzählt sie davon, wie der Wegfall einer richtenden und leitenden Distanz zu einer drastischen Verschiebung der moralischen und gesellschaftlichen Grenzen führt, an deren Ende ein Bürgerkrieg, terrorisierende Milizen und der komplette Verlust der Versorgungsinfrastruktur steht. Das Aufwachsen in einem solchen Umfeld bedeutet daher Krieg – und zwar nicht nur einen äußeren Krieg, in dem Soldaten, Waffen und Ausgangssperren allgegenwärtig sondern, sondern auch ein innerer Krieg: Alle vier treffen Entscheidungen von moralisch zweifelhaften Charakter, alle vier handeln mehr als einmal nach der Divise „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ und alle vier hadern mit dem Bild, das sie abendlich im Spiegel betrachten.

Das mangelnde Licht ist kein zweiter Brilka-Roman, hat mich aber nach dem grauenhaften Die Katze und  der General wieder mit Haratischwili versöhnt. Ich persönlich würde mir wünschen, dass sie in ihren kommenden Romanen wieder das rechte Maß findet: Ausschweifende Geschichten können einen einsaugen, doch nur wenn der Erzählinhalt wirklich nach einem solchen Erzählumfang giert. Dies war meiner Meinung nach in Das mangelnde Licht nicht immer der Fall: Das rasche Aufeinanderfolgen der vielen Dramen hätte es überhaupt nicht gebraucht, um deutlich zu machen, in was für einer Extremsituation junge Menschen im postsowjetischen Zeitalter großgeworden sind. Diese Darstellung gelingt Haratischwili bereits ausgezeichnet durch das Verweben der Alltagshandlungen mit dem politischen Hintergrund und macht den Roman – trotz aller Kritik – deswegen immer noch lesens- und empfehlenswert. 4. Sterne!

Kommentare: 1
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Cover des Buches Das mangelnde Licht (ISBN: 9783627002930)
Federfees avatar

Rezension zu "Das mangelnde Licht" von Nino Haratischwili

Opulente, überladene Geschichte über Freundschaft und Liebe
Federfeevor einem Monat

Am Ende habe ich nicht mehr jedes Wort gelesen, sondern war froh, als ich fertig war. So ein Gefühl des 'Zuviel' sollte man nicht haben, wenn man ein Buch beendet hat. Ich mag es sehr, wenn ich danach in Gedanken noch ein wenig verweilen kann und darüber nachdenken muss, was mir das Buch gegeben hat. Hier war es für mich ein wirres Knäuel, das ich von mir weggeschoben habe. Abgehakt! Sehr schade, denn das Buch hätte so gut sein können! Vieles ist es ja auch, aber wie bei einem mehrgängigen leckeren Essen kann man sich auch an den köstlichsten Dingen 'überfressen'.

Es geht um vier Freundinnen, die alle in einem Hof eines Viertels der georgischen Hauptstadt Tbilissi (Tiflis) leben. Erstaunlich, dass in jeglicher Hinsicht so unterschiedliche Mädchen sich so mögen, sich unterstützen und das auch noch nach langer Zeit.

Sie treffen sich in Brüssel zu einer Retrospektive: die Ich-Erzählerin Keto, die anscheinend nie zu sich selbst gefunden hat, die kokette Männerfreundin Nene, die etwas männlich wirkende Ira und … die Fotografin Dina, die nur noch stellvertretend durch ihre international anerkannten Fotografien anwesend ist. Wir erfahren gleich zu Anfang, dass sie nicht mehr lebt.

Es ist eine erzählerisch hervorragende Idee, anhand der Fotografien in die Vergangenheit der Vier einzutauchen und rückblickend mehr darüber zu erfahren. So winden sich die beiden Handlungsstränge umeinander und man erfährt (fast) alles über das Leben und die Entwicklung der Vier. Am Anfang habe ich mich schwer mit der Vielzahl von Personen getan, denn außer den Vieren spielen noch deren Brüder und andere Verwandte und Freunde eine teils gewichtige Rolle.

Was die Autorin gut kann: die psychischen Zwänge, die Probleme, die Gefühle der Personen darstellen und verständlich machen. Dazu kommt noch, dass sich das Ganze nicht im luftleeren Raum abspielt, sondern auf dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Zustände im chaotischen postsowjetischen Georgien.

Alles in allem war es mir in seiner ganzen epischen Breite und opulenten Fülle zu aber viel. Es sind quasi '1000 Bücher in einem', was man bei einmaligem Lesen nicht alles verarbeiten kann.

Kommentare: 2
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Cover des Buches Das achte Leben (Für Brilka) (ISBN: 9783548289274)
W

Rezension zu "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili

Faszinierender Familien Epos
Willsonvor 2 Monaten

Trotz der umfangreichen Seitenzahl war das achte Leben (Für Brilka) ein Buch welches sich fantastisch und gefühlt ohne jede Länge liest.  Ich fand den Aufbau des Buches, wo man als Leser die Generationen einer Familie und deren teilweise sehr schwerwiegenden Schicksalsschläge verfolgt sehr spannend.  Auch verschiedene historische Fakten kommen vor, an denen man orientieren kann.  


Dieses Buch schaffte es trotz der Anzahl verschiedener Personen eine solch klare Struktur zu schaffen, sodass ich keinerlei Mühe hatte mir die Protagonisten zu merken.  


Ich mochte die Geschichte sehr gerne,  es liest sich wie das Leben,  teilweise schonungslos brutal. 

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Gespräche aus der Community

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Wenn euch anspruchsvolle Neuerscheinungen begeistern und ihr euch gerne mit anderen Buchverrückten darüber austauscht, seid ihr hier goldrichtig.

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Aktuelles: 

Habt ihr schon alle Rezensionen geschrieben? Wir werden ganz bald die Challenge auswerten. Aktualisiert noch schnell eure Sammelbeiträge. 🤗

Am Samstag, den 7.1.2023 wollen wir uns dann hier treffen, die drei Challengesieger küren und eine kleine Abschiedsparty mit euch feiern. Passt euch 18.00?
😁

Und die Challenge für 2023 gibt es auch schon!

https://www.lovelybooks.de/autor/LovelyBooks/LovelyBooks-Spezial-1287744138-w/leserunde/7422478752/7422483083/


Vom    01.01.2022    bis    31.12.2022    möchten    wir    15    anspruchsvolle    Romane    lesen   . 

Anspruchsvolle Romane? Gemeint sind Bücher der Gegenwartsliteratur, die in diesem Jahr erschienen sind oder noch erscheinen werden und die an diesen Beitrag angehängt sind. Auch Neuauflagen von Klassikern zählen dazu. 

Falls ihr Vorschläge zu interessanten Neuerscheinungen habt, könnt ihr diese gerne im entsprechenden Unterthema einreichen. Habt jedoch bitte Verständnis, dass nicht jedes Buch in die Liste aufgenommen werden kann.

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Es gelten die Bücher, die in der unten angehängten Liste zu finden sind (wir füllen gerade auf! ;D ).

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Das Minimum für den Lostopf sind also 15 rezensiere Bücher. Ihr seid Viellesende und habt die 15 Bücher schnell geschafft? Wunderbar! Auch für euch haben wir uns etwas überlegt: Pro 5 gelesene und rezensiere Bücher mehr gibt es 1 Extra-Los für euch! 

(d.h. mit 20 Büchern bekommt ihr 2 Lose, mit 25 Büchern 3 Lose usw.) 

Wichtige zusätzliche Hinweise: Eure Rezensionen müssen nicht lang sein. Sie sollten euren Leseeindruck wiedergeben, eine bloße Inhaltsangabe reicht nicht, eine größere Analyse des Buches muss es aber auch nicht sein. Wir wünschen uns eine etwas ausführlichere Kurzmeinung. 

Für die Verlosung des Buchpaketes werden nur Rezensionen zu den hier angehängten Büchern berücksichtigt.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen: Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen, Hören, Diskutieren, Staunen und Entdecken. Auf ein schönes Bücherjahr 2022! 

Eure SEVEN


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959 Beiträge
monerls avatar
Letzter Beitrag von  monerlvor 15 Tagen

Uff, welche Erleichterung, dass auch dein Paket angekommen ist. Kurz mal hatten wir etwas Sorge, dass es verlorengegangen ist. Dass auch du kein Buch schon hast ist wirklich genial! Viel Spaß mit deinem Gewinn! Lesezeit konnten wir leider nicht mit dazu einpacken. :)

Deutscher Buchpreis

Wir freuen uns sehr, den Deutschen Buchpreis 2018 bei LovelyBooks begleiten zu dürfen! Nachdem wir die Leseproben der zwanzig Longlist-Titel diskutiert haben, stellen wir euch nun die sechs Titel der Shortlist vor.

Heute möchte wir euch in unserer Buchverlosung
Nino Haratischwili mit ihrem nominierten Titel "Die Katze und der General" vorstellen. Mit etwas Glück könnt ihr eines von zwei Exemplaren von "Die Katze und der General" gewinnen!

Verratet uns heute am 22.09.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, warum ihr gerne das neue Buch von Nino Haratischwili lesen möchtet und landet somit automatisch im Lostopf für unsere Verlosung.

Unter allen Usern, die an mindestens 3 Aktionen zu den Shortlist-Autoren teilnehmen, verlosen wir außerdem ein signiertes Exemplar des Deutschen Buchpreis-Gewinners!

Mehr zum Buch
Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und von allen »Der General« genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los. Die dunkelste ist jene an die grausamste aller Nächte, nach der von der jungen Tschetschenin Nura nichts blieb als eine große ungesühnte Schuld. Der Zeitpunkt der Abrechnung ist gekommen.
Nino Haratischwili spürt in ihrem neuen Roman den Abgründen nach, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenden Sowjetreichs aufgetan haben. »Die Katze und der General« ist ein spannungsgeladener, psychologisch tiefenscharfer Schuld-und-Sühne-Roman über den Krieg in den Ländern und in den Köpfen, über die Sehnsucht nach Frieden und Erlösung. Wie in einem Zauberwürfel drehen sich die Schicksale der Figuren ineinander, um eine verborgene Achse aus Liebe und Schuld. Sie alle sind Teil eines tödlichen Spiels, in dem sie mit der Wucht einer klassischen Tragödie aufeinanderprallen.



81 BeiträgeVerlosung beendet
-nicole-s avatar
Letzter Beitrag von  -nicole-vor 4 Jahren
Nun habe ich das Buch gelesen - die atmosphärisch dichte Geschichte hat mir sehr gut gefallen! Die Aution hat die anfangs scheinbar so losen Fäden gekonnt miteinander verknüpft. :) Meine Rezension gibt es auf meinem Blog und natürlich hier bei Lovelybooks: https://www.lovelybooks.de/autor/Nino-Haratischwili/Die-Katze-und-der-General-1563443246-w/rezension/1816806215/ Liebe Grüße Nicole

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