Moshe Kahn

 5 Sterne bei 1 Bewertungen

Lebenslauf von Moshe Kahn

Moshe Kahn, geboren 1942, Übersetzer von Pier Paolo Pasolini, Primo Levi, Muigi Malerba, Andrea Camilleri, Roberto Calasso, Norberto Bobbio u.a.; 2015 wurde er für seine letzte Entdeckung und Übersetzung, Stefano D'Arrigos Horcynus Orca, mit dem Deutsch-Italienischen Übersetzerpreis, dem Jane Scatcherd-Preis, und dem Paul-Celan-Preis (fürs Lebenswerk) ausgezeichnet. 

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero (ISBN: 9783869712666)

Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero

Neu erschienen am 06.10.2022 als Gebundenes Buch bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Moshe Kahn

Cover des Buches Die schwarze Seele des Sommers (ISBN: 9783404164547)

Die schwarze Seele des Sommers

 (56)
Erschienen am 26.06.2010
Cover des Buches Die dunkle Wahrheit des Mondes (ISBN: 9783838709444)

Die dunkle Wahrheit des Mondes

 (53)
Erschienen am 19.08.2011
Cover des Buches Die Flügel der Sphinx (ISBN: 9783404160235)

Die Flügel der Sphinx

 (50)
Erschienen am 13.04.2011
Cover des Buches Die Spur des Fuchses (ISBN: 9783404166701)

Die Spur des Fuchses

 (36)
Erschienen am 18.05.2012
Cover des Buches Die Pension Eva (ISBN: 9783499244728)

Die Pension Eva

 (38)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Antoine oder die Idiotie (ISBN: 9783803125163)

Antoine oder die Idiotie

 (33)
Erschienen am 12.04.2005
Cover des Buches Das Ritual der Rache (ISBN: 9783404169108)

Das Ritual der Rache

 (29)
Erschienen am 14.02.2014
Cover des Buches Das Netz der großen Fische (ISBN: 9783404167494)

Das Netz der großen Fische

 (24)
Erschienen am 16.11.2012

Neue Rezensionen zu Moshe Kahn

Cover des Buches Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero (ISBN: 9783869712659)
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Rezension zu "Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero" von Andrea Giovene

Niedergang einer Familie
dracomavor 3 Monaten

Ein toller Plot: der Niedergang einer süditalienischen Adelsfamilie und der Untergang einer Welt im Umkreis des I. Weltkrieges! Der Roman war ein großer Erfolg, mehrfach übersetzt, preisgekrönt und sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen. Liest man einen solchen Roman, nimmt man innerlich den Hut ab und legt die Hände an die Hosennaht!

Dort bleiben sie allerdings nicht lange; ich habe meine Hände gebraucht, um die vielen unverbundenen Erzählfäden festzuhalten...

Das Werk umfasst insgesamt fünf Bände, deren Handlung vom Jahrhundertbeginn bis Ende der 50er Jahre reicht. Der vorliegende 1. Band stellt uns 5 Lebensphasen des Protagonisten in 5 Kapiteln vor.

Gleich zu Beginn wird der Leser in die hocharistokratische Familie eingeführt, wenn der junge Held, der zweitgeborene Sohn, zusammen mit seiner kleinen Schwester den Stammbaum der Herzöge von Sansevero spielerisch erkundet und dort seinen Platz in der Ordnung einer jahrhundertelangen Ahnenreihe findet. Im letzten Kapitel verlässt er schließlich seine Familie, und so schließt sich hier ein Kreis.

Dazwischen liegen episodenhafte Erzählungen z. B. über den Schulbesuch in einem Benediktiner-Kloster, sein Einzelgängertum in der Familie, seine Hinwendung zur Literatur und Philosophie, seine ersten amourösen Erfahrungen, Kontakt zu recht zwielichtigen Onkeln in noch zwielichtigeren Kreisen und vor allem über seine Erkenntnis, dass das jahrhundertealt, gewaltige Vermögen der Familie schwindet und keinerlei Anstrengungen seitens seiner Eltern erfolgt, den drohenden Ruin aufzuhalten. Stattdessen liest man von einer märchenhaften Prachtentfaltung bei opulenten Festen, von Müßiggang und Familiendramen, von Mäzenatentum und gewaltigen Kunstsammlungen.

Aber alle diese Episoden bleiben merkwürdig flach. Sie werden additiv aneinandergereiht, und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Helden lässt sich nicht immer erschließen. Dazu kommt, dass auch die Zeitgeschichte – immerhin der I. Weltkrieg und das Aufkommen der Faschisten unter Mussolini – nur als periphere Hintergrundfolie dient. Der ältere Bruder, Stammhalter, verliert zwar ein Vermögen durch betrügerische Verwicklungen mit den Faschisten, aber was brachte den Bruder in die Nähe der Braunhemden? Wie sah der innere Zusammenhang zwischen Faschismus und Bankrott aus? Und was machte das mit dem Protagonisten?

Der Vergleich mit Tommaso di Lampedusas „Il Gattopardo“ drängt sich natürlich auf, weil beide Werke den Niedergang einer alten Familie und den Zusammenbruch ihrer feudalen Weltordnung erzählen, aber im Unterschied zu Giovenes Werk weist „Il Gattopardo“ durchgehend die innere Stringenz der Handlung auf, die ich bei Giovenes „Roman“ vermisse.

 

Fazit: ein Roman (?), der eine untergegangene Welt nochmals aufleben lässt, geschrieben in der Sprache des Bürgerlichen Realismus des 19. Jhdts, aber ohne innere Zielorientierung.

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Cover des Buches Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero (ISBN: 9783869712659)
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Rezension zu "Die Autobiographie des Giuliano di Sansevero" von Andrea Giovene

Der junge Herr
yellowdogvor 4 Monaten

Mit "Ein junger Herr aus Neapel" beginnt die 5teilige Autobiographie des Giuliano di Sansevero, die in den sechziger Jahren entstanden ist und den Lebensweg Giuliano di Sansevero zeigt. Es zeigt z.B. seine Internatszeit in einem Benedikterkloster ab ca. 1903.

Später kehrt er auf das elterliche Anwesen zurück und bekommt Privatlehrer. ca. 20 jahre vergehen.


Man merkt, dass das Buch aus den sechziger Jahren stammt, aber das ist ja nicht negativ.

Direkt dramatisch oder handlungsreich wird es nicht, aber die Beschreibungen sind detailliert und ansprechend.

Nicht alles konnte mich gleichermaßen interessieren. Manchmal scheint mir derr Junge bzw. junger Mann zu passiv. Er ist aber offensichtlich eher der abwartende und beobachtende Typ.


Ein schön gestaltetes Buch. Die Übersetzung ist von Moshe Kahn und kommt mir passend vor.

Es dürfte eine literarische Herausforderung werden, vielleicht alle 5 Bände zu lesen. Lohnenswert wäre es sicher.

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Cover des Buches Der vertauschte Sohn (ISBN: 9783803128362)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Der vertauschte Sohn" von Andrea Camilleri

Familien-Werks-Puzzle
aus-erlesenvor 2 Jahren

Wie ein vertauschter Sohn hat sich Luigi Pirandello gefühlt. Er passte nicht recht ins Gefüge der Familie. Der Vater war Schwefelminenpächter, die Mutter die gute Seele des Hauses. Geistige Abwechslung war hier kaum bis gar nicht vorhanden. Schon früh steckte der junge Luigi seine Nase in Bücher. Seine ältere Schwester Lina war ihm Inspiration in jeder Hinsicht. 

So kurz und knapp hält sich Andrea Camilleri bei seiner ganz persönlichen Biographie des entfernten Verwandten nicht. Im Geiste waren sich Pirandello und Camilleri näher als Brüder. Beide stammen aus Porto Empedocle, Pirandello bezeichnenderweise aus dem Vorort Caos. Schon allein wie der Ort zu seinem Namen kam, lässt die Schreibfertigkeit Camilleris in einem ungeheuer strahlenden Licht erscheinen. Und zeigt wie Sizilien tickt. 

Rom und Bonn waren Pirandellos Fluchtpunkte, um von der sizilianischen Enge davonzukommen. Zurückgekehrt ist er trotzdem, auch und vor allem in seinen Büchern und Theaterstücken. Auch hier weist das Leben Andrea Camilleris verblüffende Parallelen auf. 

Die über jeden Zweifel erhabenen Ausführungen des über ein halbes Jahrhundert nach Pirnadello geborenen Camilleri sind keine bloße Aneinanderreihungen von Lebensdaten. Camilleris zeigt genau auf, warum Pirandello seinen Figuren welche Aussagen in den Mund legte. Er lüftet so das eine oder andere Geheimnis im Werk seines Idols und macht es zugänglicher. Dass er selbst erst auf der Suche nach Pirandello die Verästelungen der Familien Camilleri und Pirandello aufdeckte, war für ihn nicht weniger erstaunlich als für den Leser. 

Schelmig, allwissend, tiefschürfend sind die Attribute, die Camilleris Werk so zeitlos machen. Mit der ihm eigenen Verve stürzt er sich in das Abenteuer seinem Vorbild ein Denkmal zu setzen. Die zahlreichen Anekdoten sind derart liebevoll zu Papier gebracht, dass wohl wirklich jedes einzelne Wort für bare Münze genommen werden kann. 

Werk und Leben eines Schriftstellers sind miteinander eng verwoben. Für den Außenstehenden sind die Fäden, die beides zusammenhalten nicht immer erkennbar. Hat man sich aber einmal darin verstrickt, ist es ein Vergnügen sich weiter darin zu verheddern, ohne jemals echt in Gefahr zu sein. Der dramatisch klingende Titel führt anfangs ein wenig in die Irre. Bis die in vielen Kulturen vorzufindende Legende vom vertauschten Sohn, der später einmal sich diese Legende selbst zu Nutze machen möchte – sofern sie denn auch wirklich der Wahrheit entspricht – löst die beklemmende Spannung auf. Natürlich wurde Luigi Pirandello nicht als Säugling vertauscht. Aber wenn man seine Lebensumstände betrachtet, kommt einem dieses Gleichnis – das auch er in einem Werk verewigte – unweigerlich in den Sinn.


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