Michel Houellebecq

 3,8 Sterne bei 1.887 Bewertungen
Autor von Elementarteilchen, Unterwerfung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michel Houellebecq

Satire, Skandale und große Literatur: Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 oder 1958 auf Réunion, Frankreich geboren. In den 1980er Jahren begann er mit Gedichten, die 1991 und 1992 gesammelt in zwei Bänden veröffentlicht wurden. Mit den 1994 und 1998 veröffentlichten Romanen »Ausweitung der Kampfzone« und »Elementarteilchen«, die beide verfilmt wurden, gelang ihm der nationale und auch internationale Durchbruch. Er wurde unter anderem mit den Literaturpreisen »Prix Novembre« sowie »Prix interallié« ausgezeichnet. Heute lebt Houellebecq auf Lanzarote oder in Irland. 2018 heiratete er seine dritte Ehefrau Lysis.

Alle Bücher von Michel Houellebecq

Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)

Elementarteilchen

 (428)
Erschienen am 16.11.2021
Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)

Unterwerfung

 (293)
Erschienen am 21.06.2016
Cover des Buches Ausweitung der Kampfzone (ISBN: 9783803141828)

Ausweitung der Kampfzone

 (265)
Erschienen am 30.01.2015
Cover des Buches Plattform (ISBN: 9783832161767)

Plattform

 (224)
Erschienen am 12.03.2015
Cover des Buches Karte und Gebiet (ISBN: 9783832164522)

Karte und Gebiet

 (171)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Die Möglichkeit einer Insel (ISBN: 9783832163655)

Die Möglichkeit einer Insel

 (172)
Erschienen am 16.11.2021
Cover des Buches Serotonin (ISBN: 9783832165482)

Serotonin

 (54)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Gegen die Welt, gegen das Leben. (ISBN: 9783832164010)

Gegen die Welt, gegen das Leben.

 (35)
Erschienen am 17.11.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Michel Houellebecq

Cover des Buches Vernichten (ISBN: 9783832181932)alascas avatar

Rezension zu "Vernichten" von Michel Houellebecq

Zahme Dystopie eines Unverbesserlichen
alascavor 11 Tagen

„Vernichten“ setzt ein mit einer Reihe rätselhafter, anscheinend unzusammenhängender Terroranschläge, die die Sphäre von Paul Raison erschüttern. Paul ist der Vertraute und Assistent des amtierenden Finanzministers, einer Art grauen Eminenz in der Regierung. Dieser Erzählstrang ist der wichtigste des Romans und handelt vom Wahlkampf um die Präsidentschaft im Jahr 2027.

Ein weiterer Strang handelt von Pauls Vater, einem ehemaligen hochrangigen Geheimdienstler, der nach einem Schlaganfall ins Koma fällt, und prangert die miserablen Zustände in Krankenhäusern und in der Altenpflege an.

Im dritten Strang geht es um die Wiederbelebung von Pauls Ehe mit Prudence, die seit 10 Jahren quasi kontaktlos in derselben Wohnung leben. Zunächst habe ich mich von der sensiblen Schilderung dieser langjährigen Ehe bestechen lassen. Immerhin ist „Vernichten“ mein erster von drei Houellebecqs, bei dem ich NICHT alle 10 Seiten das Bedürfnis hatte, das Buch an die Wand zu schmeißen. Die üblichen hasserfüllten Sexismen und Wichsexzesse bleiben uns in diesem Roman erspart, H. ist offenbar altersmilde geworden. Meine Verblüffung  hielt jedoch nicht lange vor. H. geht nicht so weit, das Unglück seiner armseligen Männer auf die patriarchalen Strukturen zurückzuführen, die sie um den Preis ihres Glückes aufrecht erhalten wollen. Es ist ihre Unfähigkeit, intime Beziehungen auf Augenhöhe zu führen, die in die Einsamkeit führt. H. hält dies für naturgegeben, notwendig, ja heroisch. In Houellebecqs Welt sind Männer die Inhaber der Macht und Frauen tun das, was sie „von Natur aus“ am besten können, nämlich lieben, mitfühlen, unterstützen, kommunizieren – und kochen.

Ein vierter Strang dreht sich um Pauls künstlerischen, schwachen, lebensuntüchtigen (weil „unmännlichen“) Bruder Aurélien. Dieser wird durch seine Frau gedemütigt, indem sie nicht von ihm schwanger werden will, sondern den Samen eines Schwarzen aus einer Samenbank vorzieht. Der ultimative Alptraum des weißen Hetero, Houellebecq, wie er leibt und lebt, patriarchalischer Rechtspopulismus pur.

Damit können letztlich auch die vielen klugen, oft brillanten Überlegungen zu gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen nicht versöhnen, mit denen er den Niedergang Europas beschwört. Buchtitel und Einstieg versprachen eine saftige Dystopie – leider versandet dieser Strang in vagen Satanismustheorien ohne jede Auflösung. Am Ende bleibt uns nicht mal die aufopferungsvolle Ehefrau erspart, die buchstäblich mit Todesverachtung ihren sterbenden, nach Verwesung stinkenden Ehemann besteigt – wahre (weibliche) Liebe eben.

Dazu kommt das behäbige, antiquiert wirkende Erzähltempo. Insgesamt hätten 100 Seiten weniger (mindestens!) dem Buch gut getan. Das Dankeswort am Ende überrascht mit der Ankündigung, dass „Vernichten“ Houellebecqs letzter Roman gewesen sein wird.

Dazu zitiere ich Christine Lehnen von DW.com, besser kann man es nicht sagen:  „In unzähligen Romanen hat er sein Anliegen erfüllt: die Einsamkeit der männlichen Existenz im Patriarchat in der Literatur zu verewigen. Das ist ihm gelungen. Man möchte nur noch eines rufen: Bravo! – und Adieu.“

Leider keine Leseempfehlung.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Plattform (ISBN: 9783832161767)Der_Buchklubs avatar

Rezension zu "Plattform" von Michel Houellebecq

Wenn man versucht, einen Porno zuende zu erzählen, kommt "Plattform" dabei raus.
Der_Buchklubvor 3 Monaten

Wenige geistreiche Betrachtungen in einem Wust aus inauthentischem Geschwafel von unrealistischen Charakteren. Keine Beziehungsdynamik, dafür Vorlesungen über die Tourismusbranche. Ach ja, und sehr viel, für die Handlung vollkommen irrelevanter Sex.

Zur vollständigen Buchbesprechung bitte hier entlang: https://buchklub.podbean.com/e/michel-houellebecq-plattform/

Vorsicht, Spoiler!

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Cover des Buches Die Möglichkeit einer Insel (ISBN: 9783832163655)Stephanuss avatar

Rezension zu "Die Möglichkeit einer Insel" von Michel Houellebecq

Utopie über das Leben des Menschen in der Zukunft
Stephanusvor 4 Monaten

In einer fernen Zukunft besteht die Menschheit nur mehr aus Klone, die ihr Leben fernab von dem, was eine Gesellschaft ausmacht bestreiten. Isoliert, ihren Aufgaben und der Arbeit nachgehend und getrieben vor der Angst des Altwerdens leben die Klone. Daniel 1,24 und Daniel 1,25 sind mit diesem Leben nicht mehr zufrieden und wollen es nicht weiter führen. Daniel 1,25 lernt Marie 23 kennen und lieben. Beide begeben sich auf den Weg ein anderes, gemeinsames Leben zu finden, das ihnen mehr Glück beschert.

Der Autor entwirft ein teils sehr düsteres Bild einer Zukunft aus Klonen und einer aufgelösten Gesellschaft aus Individuen, die wie eine Sekte gleich, zusammenleben. Immer wieder kommt jedoch eine gewisse Romantik zum Vorschein, die bislang beim Autor fehlte, aber das Buch durchzieht. Ein wenig schwierig zu lesen, da immer wieder zwischen den Figuren und damit der Gegenwart und Vergangenheit hin und her gesprungen wird, bleibt das Buch für mich hinter anderen Werken des Autors zurück. Wer den Autor gern liest wird auch dieses Buch mögen, für Einsteiger aber weniger geeignet.

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Gespräche aus der Community

Wir lesen mit unserem eigenen Exemplar. Die Seitenangaben beziehen sich auf die Taschenbuchausgabe von DuMont. Start der Leserunde: 1. Juni 2019
59 Beiträge
schokoloko29s avatar
Letzter Beitrag von  schokoloko29vor 3 Jahren
Ich habe dem Buch sogar zwei Sterne gegeben!
Geht's nur mir so, oder haben auch andere bei der Lektüre von "Unterwerfung" immer wieder die Klappentext-Rezensionen (von Spiegel, Welt etc) gegengelesen und sich gefragt, ob der ein oder andere professionelle Kritiker eigentlich das gleiche Buch gelesen hat und ob der Verlag einfach alles draufdruckt - Hauptsache der Rezensent hat ein auflagenstarkes Medium hinter sich?
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Zusätzliche Informationen

Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 in Réunion (Frankreich) geboren.

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