Michel Houellebecq

 3,8 Sterne bei 1.896 Bewertungen
Autor von Elementarteilchen, Unterwerfung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michel Houellebecq

Satire, Skandale und große Literatur: Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 oder 1958 auf Réunion, Frankreich geboren. In den 1980er Jahren begann er mit Gedichten, die 1991 und 1992 gesammelt in zwei Bänden veröffentlicht wurden. Mit den 1994 und 1998 veröffentlichten Romanen »Ausweitung der Kampfzone« und »Elementarteilchen«, die beide verfilmt wurden, gelang ihm der nationale und auch internationale Durchbruch. Er wurde unter anderem mit den Literaturpreisen »Prix Novembre« sowie »Prix interallié« ausgezeichnet. Heute lebt Houellebecq auf Lanzarote oder in Irland. 2018 heiratete er seine dritte Ehefrau Lysis.

Neue Bücher

Cover des Buches Vernichten (ISBN: 9783832166724)

Vernichten

 (28)
Erscheint am 14.02.2023 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Michel Houellebecq

Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)

Elementarteilchen

 (428)
Erschienen am 16.11.2021
Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)

Unterwerfung

 (295)
Erschienen am 21.06.2016
Cover des Buches Ausweitung der Kampfzone (ISBN: 9783803141828)

Ausweitung der Kampfzone

 (266)
Erschienen am 30.01.2015
Cover des Buches Plattform (ISBN: 9783832161767)

Plattform

 (225)
Erschienen am 12.03.2015
Cover des Buches Karte und Gebiet (ISBN: 9783832164522)

Karte und Gebiet

 (172)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Die Möglichkeit einer Insel (ISBN: 9783832163655)

Die Möglichkeit einer Insel

 (173)
Erschienen am 16.11.2021
Cover des Buches Serotonin (ISBN: 9783832165482)

Serotonin

 (54)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Gegen die Welt, gegen das Leben. (ISBN: 9783832164010)

Gegen die Welt, gegen das Leben.

 (35)
Erschienen am 17.11.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Michel Houellebecq

Cover des Buches Plattform (ISBN: 9783832161767)
goellmountains avatar

Rezension zu "Plattform" von Michel Houellebecq

"Emanuelle" mit Anspruch
goellmountainvor 15 Tagen

Eigentlich ein ganz gutes Buch: teils kritische Anmerkungen zum Tourismus (hier speziell Sextourismus), islamistischer Terrorismus (man merkt Houellebecq's Abneigung gegen den Islam) und ein Hauptprotagonist der sich zu Beginn des Buches nichts mehr von seinem weiteren Leben erwartet und seinen Feierabend nur noch in Sexclubs und Peep Shows verbringt. Bis er seine Freundin kennenlernt, denn dann geht es fast nur noch um Sex in allen Varianten. 

Erst gegen Ende des Buches passiert (endlich) mal wieder was anderes, so das hier doch noch etwas Spannung aufkommt.

Ein ganz klein bisschen weniger Beschreibung der (zu) vielen Sexszenen und etwas mehr zum (Sex)tourismus und islamistischen Terrorismus stünde dem Buch ganz gut.

Ansonsten wie eigentlich alle Houllebecq Bücher ganz gut zu lesen; deshalb auch die 4 Sterne

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Cover des Buches Karte und Gebiet (ISBN: 9783832164522)
Olaf_Raacks avatar

Rezension zu "Karte und Gebiet" von Michel Houellebecq

Hat mich am Lesen gehalten!
Olaf_Raackvor einem Monat

Lange wusste ich nicht so recht, wo das Buch mit mir hin will, was nicht bedeutet, dass ich mich gelangweilt habe. Der Protagonist ist das, was man von einem echten Künstler erwartet: einsam und sonderbar. Wir begleiten ihn auf seinem Weg vom Fotografen diverser industriezeitlicher Stillleben, über das Ablichten von Straßenkarten, bis hin zu einer Ausstellung seiner Bilder, die ihn zum Millionär werden lässt. Parallel taucht Michel Houellebecq als Nebenfigur in seinem eigenen Roman auf. Er zeichnet ein eher zerstörerisches Selbstbild, wirkt tragikomisch und exzentrisch. Im letzten Drittel gibt es einen überraschenden Plot-Twist, der neuen Schwung in die Story bringt.

Handwerklich ist das Buch ohne Frage hervorragend. Houellebecq ist melancholisch, gesellschaftskritisch und unverblümt. Trifft es die Richtigen, ist das fein, arbeitet er sich entgegen meiner Sichtweise an Themen ab, lässt mich das befremdet weiterlesen.

Ein umstrittener Autor mit einem aus meiner Sicht unumstritten guten Buch.

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Cover des Buches Vernichten (ISBN: 9783832181932)
alascas avatar

Rezension zu "Vernichten" von Michel Houellebecq

Zahme Dystopie eines Unverbesserlichen
alascavor 4 Monaten

„Vernichten“ setzt ein mit einer Reihe rätselhafter, anscheinend unzusammenhängender Terroranschläge, die die Sphäre von Paul Raison erschüttern. Paul ist der Vertraute und Assistent des amtierenden Finanzministers, einer Art grauen Eminenz in der Regierung. Dieser Erzählstrang ist der wichtigste des Romans und handelt vom Wahlkampf um die Präsidentschaft im Jahr 2027.

Ein weiterer Strang handelt von Pauls Vater, einem ehemaligen hochrangigen Geheimdienstler, der nach einem Schlaganfall ins Koma fällt, und prangert die miserablen Zustände in Krankenhäusern und in der Altenpflege an.

Im dritten Strang geht es um die Wiederbelebung von Pauls Ehe mit Prudence, die seit 10 Jahren quasi kontaktlos in derselben Wohnung leben. Zunächst habe ich mich von der sensiblen Schilderung dieser langjährigen Ehe bestechen lassen. Immerhin ist „Vernichten“ mein erster von drei Houellebecqs, bei dem ich NICHT alle 10 Seiten das Bedürfnis hatte, das Buch an die Wand zu schmeißen. Die üblichen hasserfüllten Sexismen und Wichsexzesse bleiben uns in diesem Roman erspart, H. ist offenbar altersmilde geworden. Meine Verblüffung  hielt jedoch nicht lange vor. H. geht nicht so weit, das Unglück seiner armseligen Männer auf die patriarchalen Strukturen zurückzuführen, die sie um den Preis ihres Glückes aufrecht erhalten wollen. Es ist ihre Unfähigkeit, intime Beziehungen auf Augenhöhe zu führen, die in die Einsamkeit führt. H. hält dies für naturgegeben, notwendig, ja heroisch. In Houellebecqs Welt sind Männer die Inhaber der Macht und Frauen tun das, was sie „von Natur aus“ am besten können, nämlich lieben, mitfühlen, unterstützen, kommunizieren – und kochen.

Ein vierter Strang dreht sich um Pauls künstlerischen, schwachen, lebensuntüchtigen (weil „unmännlichen“) Bruder Aurélien. Dieser wird durch seine Frau gedemütigt, indem sie nicht von ihm schwanger werden will, sondern den Samen eines Schwarzen aus einer Samenbank vorzieht. Der ultimative Alptraum des weißen Hetero, Houellebecq, wie er leibt und lebt, patriarchalischer Rechtspopulismus pur.

Damit können letztlich auch die vielen klugen, oft brillanten Überlegungen zu gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen nicht versöhnen, mit denen er den Niedergang Europas beschwört. Buchtitel und Einstieg versprachen eine saftige Dystopie – leider versandet dieser Strang in vagen Satanismustheorien ohne jede Auflösung. Am Ende bleibt uns nicht mal die aufopferungsvolle Ehefrau erspart, die buchstäblich mit Todesverachtung ihren sterbenden, nach Verwesung stinkenden Ehemann besteigt – wahre (weibliche) Liebe eben.

Dazu kommt das behäbige, antiquiert wirkende Erzähltempo. Insgesamt hätten 100 Seiten weniger (mindestens!) dem Buch gut getan. Das Dankeswort am Ende überrascht mit der Ankündigung, dass „Vernichten“ Houellebecqs letzter Roman gewesen sein wird.

Dazu zitiere ich Christine Lehnen von DW.com, besser kann man es nicht sagen:  „In unzähligen Romanen hat er sein Anliegen erfüllt: die Einsamkeit der männlichen Existenz im Patriarchat in der Literatur zu verewigen. Das ist ihm gelungen. Man möchte nur noch eines rufen: Bravo! – und Adieu.“

Leider keine Leseempfehlung.

Kommentare: 1
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Gespräche aus der Community

Wir lesen mit unserem eigenen Exemplar. Die Seitenangaben beziehen sich auf die Taschenbuchausgabe von DuMont. Start der Leserunde: 1. Juni 2019
59 Beiträge
schokoloko29s avatar
Letzter Beitrag von  schokoloko29vor 4 Jahren
Ich habe dem Buch sogar zwei Sterne gegeben!
Geht's nur mir so, oder haben auch andere bei der Lektüre von "Unterwerfung" immer wieder die Klappentext-Rezensionen (von Spiegel, Welt etc) gegengelesen und sich gefragt, ob der ein oder andere professionelle Kritiker eigentlich das gleiche Buch gelesen hat und ob der Verlag einfach alles draufdruckt - Hauptsache der Rezensent hat ein auflagenstarkes Medium hinter sich?
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Zusätzliche Informationen

Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 in Réunion (Frankreich) geboren.

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