Michael Schulte

 3,6 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor*in von Krumm gelaufen!, Der Frühstücksdirektor und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michael Schulte

Michael Schulte, 1941-2019. Nach einer abgebrochenen Buchhändlerlehre studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie in Göttingen und Frankfurt am Main. Nach Abbruch des Studiums arbeitete er als freier Schriftsteller und literarischer Übersetzer. Er erhielt neben verschiedenen Stipendien den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1971) und den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg (1988). Seit 2010 schrieb Schulte nur noch für den Rundfunk und war hauptberuflich Maler. - Michael Schulte war ein eigenwilliger Vertreter der komischen deutschen Gegenwartsliteratur. Wichtige Einflüsse waren für ihn der Dadaismus, die absurde Komik Karl Valentins, der anarchische Humor der Marx Brothers, der Pataphysiker, der tschechische Autor Ivan Vyskočil sowie der amerikanische Autor Kurt Vonnegut.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Schulte

Cover des Buches Wertorientierte Banksteuerung II (ISBN: 9783956470486)

Wertorientierte Banksteuerung II

 (2)
Erschienen am 04.04.2016
Cover des Buches Der Frühstücksdirektor (ISBN: 9783423243711)

Der Frühstücksdirektor

 (2)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Warum haben Sie nicht das Pferd geheiratet (ISBN: 9783492112796)

Warum haben Sie nicht das Pferd geheiratet

 (1)
Erschienen am 01.09.1995
Cover des Buches Alles von Karl Valentin (ISBN: 9783492024693)

Alles von Karl Valentin

 (1)
Erschienen am 01.01.1984
Cover des Buches Wach auf (ISBN: 9783827005205)

Wach auf

 (2)
Erschienen am 01.02.2004
Cover des Buches Bertha Zuckerkandl (ISBN: 9783855357208)

Bertha Zuckerkandl

 (1)
Erschienen am 01.09.2006

Neue Rezensionen zu Michael Schulte

Cover des Buches Das Leben des Karl Valentin (Sonderausgabe) (ISBN: 9783958625655)
Anteks avatar

Rezension zu "Das Leben des Karl Valentin (Sonderausgabe)" von Michael Schulte

Vergnüglicher war eine Biografie für mich noch nie
Antekvor 3 Jahren

Das Leben des Karl Valentin – „Zum Kotzen ist das“ (Karl Valentin)

 

Da komme ich mir ja vor wie der Buchbinder Wanninger. Wie oft habe ich den Satz von meinem Vater gehört? Ich weiß es nicht, ich habe ihn aber immer noch im Ohr. Er war ein großer Fan von Karl Valentin, ich folglich als Kind auch, gerade in der Zeit in der die nach dem zweiten Weltkrieg und seinem Tod fast ein wenig in Vergessenheit geratenen Produktionen eine Wiederentdeckung und neue Popularität erlebten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich immer königlich amüsiert habe. Auch jetzt noch wenn mir Zitate von ihm begegnet sind, musste ich oft schmunzeln. Er ist zweifelsohne einer der größten Komiker des 20. Jahrhunderts. Außer dieser Tatsache wusste ich bisher nicht viel von diesem Mann, da ich aber neugierig und mir sicher war, ich werde lachen können, musste ich ganz unbedingt zu dieser klingenden Biografie greifen. Und ich habe es nicht bereut - ein kleines Hörhighlight, das jede Investition mehr als wert ist. 

 

Die Biografie erfolgt weitgehend chronologisch und beginnt dementsprechend mit seinen Wurzeln. Hatte ich Valentin als Münchner Original im Hinterkopf, war ich daher erst einmal baff erstaunt, dass sein Vater ein Hesse, seine Mutter gar eine Sächsin war. In einem ersten Abschnitt erfährt man unheimlich viel interessante Details über seine Familienverhältnisse, sein Aufwachsen und wie sehr ihn der Münchner damals noch Vorort Au und dessen Bewohner geprägt haben und er auch nur dort zu dem werden konnte, was er war. Ein Originaleinspielung von ihm, „Nein, wir waren fast mehrere“ von Valentin auf die Frage nach Geschwistern wird hier z.B. vom Autor mit der Information, dass er als jüngster und einziger Sohn überlebt hat, unterfüttert. Man erfährt von seiner Schulbildung, solche kleine Details dabei, wie dass er Mathe hasste, und dass er die Schule mit einem Zuchthaus verglichen hat. Auch welche Musikinstrumente er als Autodidakt erlernt hat, samt kleiner Kostproben, fehlen nicht. War für mich unwissend Valentin immer einfach ein Spaßmacher, erfährt man hier auch von seinen anderen Seiten, bei denen Hypochonder, eigenwilliger Egozentriker oder Misanthrop an oberster Stelle zu nennen wären. Auch seine Ehe zu Ehefrau Gisela, die Dreiecksbeziehung mit seiner Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt und deren Folgen für sie, sowie seine Vorlieben für Wallküren, eine attraktive Frau beginnt für ihn z.B. erst ab zwei Zentner, wird unter die Lupe genommen. Besonders im Kopf ist mir dabei sicher geblieben, dass er, der selbst nicht treu war, Untreue bei seinen Geliebten nicht tolerierte. Ein Abschiedsgeschenk an eine solche war ein Volksempfänger, denn das würde dazu passen, dass sie auch andere empfängt. Auch die Einspielung, in der er seiner Tochter, eine Aufstellung der Kosten präsentiert, die sie ihm seit ihrer Geburt verursacht hat, werde ich wohl so schnell sicher nicht vergessen. Es gäbe noch unzählige interessante Details anzufügen.

 

Viel Einblick erhält man natürlich auch in seine Karriere, die mit ersten Auftritten in privaten Krippentheatern begonnen hat, über Volkstheater führte, auch bei den Kammerspielen einige Erfolge feiern konnte, aber nie den Durchbruch in der Filmwelt geschafft, was ihm schwer zu schaffen gemacht hat. Einige Abschnitte des Hörbuchs sind besonders seiner Zusammenarbeit mit Liesl Karlstadt gewidmet. Als Zuhörer kann man natürlich froh sein, dass die sich von seinen ersten Worten für sie „Des war nix Sopranette“, nicht abschrecken hat lassen, schockiert muss man aber sein, dass sie so unter ihm litt, dass sie in der Nervenheilanstalt landete. Besonders interessant fand ich auch den Abschnitt zu den Kriegsjahren, der davon zeugt, dass er sich von Hitler nicht hat kaufen lassen und nicht nur von ihm lukrative Angebote ausgeschlagen hat, was er sich auch lange leisten konnte. Nie hätte ich auch vermutet, dass so ein bekannter und gefeierter Künstler einmal als Hausierer enden würde. Immer wieder erhält man witzige Einspielungen seiner Produktionen aus allen Phasen seines Schaffens. So konnte ich mich darüber amüsieren, wenn er sich beklagt, dass in der Hölle das Essen schlecht ist, von seinen Erlebnissen bei Versuchen einen Goldfisch- mit einem Vogelkäfig zu tauschen, berichtet oder auch von einem Streit über die zu heiße Suppe, weil Ehefrauen einfach nie etwas rechtmachen können. Man darf sich an Gedankenspielen zu blöden Rindviechern, dummen Enten und Papageien und ganz viel sonstigem prima Nonsens erfreuen und bekommt auch einen kleinen Einblick in Stücke, die davon zeugen, dass er gesellschaftliche Probleme und Schieflagen liebend gern humoristisch aufs Korn genommen hat. Diese zahlreichen Einspielungen machen die Biografie zu einem äußerst abwechslungsreichen und daher enorm kurzweiligen Vergnügen. Ich hätte noch ewig zuhören können und war fast traurig, als mit dem Ende des Stücks Buchbinder Wanninger auch der Spaß dieser klingenden Biografie ein fast schon abruptes Ende hat. 

 

Sprecher wechseln sich hier gleich einige ab. Das größte Highlight sind natürlich die Original-Hörszenen von Karl Valentin, oft auch gemeinsam mit Liesl Karlstadt. Von denen könnte ich gar nicht genug bekommen. Aber auch alle anderen Sprecher, die zum einen Valentins Biografie umreißen, aber auch in die Rollen seiner Wegbegleiter schlüpfen, die sich hier über ihn äußern dürfen, haben das Gesamtpaket zu einem Hörgenuss gemacht. Ich hatte das Gefühl, Gerd Anthoff, Josef Bierbichler, Wolf Euba, Peter Fricke und Walter Schmidinger hatten bei den Aufnahmen mindestens genauso viel Spaß wie ich beim Hören. 

 

Lobend erwähnen möchte ich auch noch das etwas ausführlichere Booklet, das einen Kurzabriss Valentins Biografie enthält, in dem alle Titel der eingespielten Hörszenen, einige Zitate und auch zahlreiche Quellen aufgeführt sind. 

 

Alles in allem volle Begeisterung und mehr als wohlverdiente fünf Sterne in Verbindung mit einer absoluten Kauf- und Hörempfehlung

Kommentare: 2
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Cover des Buches Der Fürst der Finsternis (ISBN: 9783442098422)
Ines_Muellers avatar

Rezension zu "Der Fürst der Finsternis" von Anne Rice

Rezension zu "Fürst der Finsternis" von Anne Rice
Ines_Muellervor 9 Jahren

"Ich vermochte meine Augen nicht zu öffnen, vermochte meine Glieder nicht zu bewegen. Doch ich war ruhig. Ich hatte keinen Durst und war von einem Gefühl vollkommenen Friedens erfüllt."

Anne Rice war mir bereits durch "Interview mit einem Vampir" vertraut, weswegen ich auch auf "Fürst der Finsternis" gespannt war. Allerdings erwies sich dieses Buch als so öde und langweilig, dass ich mich geradezu durch die sechshundert Seiten quälen musste.

Schon als ich bemerkte, dass der Vampir Lestat in diesem Teil die Hauptrolle spielen würde, begann meine Freude zu bröckeln. Und tatsächlich erwies Lestat sich als der schlimmste Protagonist, den ich seit langem auf seinem Weg begleiten durfte. Er ist wankelmütig, hochnässig und hysterisch, also in keinster Wiese sympathisch. Dies wurde im Verlauf des Buches so schlimm, dass ich es immer wieder für mehrere Tage weglegen musste, um es nicht gegen die nächste Wand zu schmeißen.

Auch die Story kann ich nur als schlecht bezeichnen, denn der Leser begleitet Lestat auf seinem Lebensweg und erfährt jede Kleinigkeit, die in dessen Verlauf geschah. Meistens handelt es sich dabei um so langweilige Begebenheiten, dass ich fast einschlief, denn es kommt keinerlei Spannung auf.

Großes Manko war zudem, dass immer wieder die Geschichten derjenigen geschildert werden, denen der Vampir begegnet, sodass man letztendlich unzähligen Geschichten in der Geschichte hat. Irgendwann blieb mir keine andere Wahl, als die Augen zu verdrehen, wenn erneut eine Geschichte in der Geschichte geschildert wurde. Diese erwiesen sich als ebenso langweilig, zäh und öde wie der Rest von "Fürst der Finsternis".

Die Handlung ist nicht als Handlung zu bezeichnen, da es kaum Höhen und Tiefen gibt. Auch das Geheimnis um Jene, die bewahrt werden müssen, fand ich weit hergeholt.

Als positiv zu bezeichnen ist einzig und allein der Schreibstil, der sehr detailliert und in gewissem Maße als vornehm zu bezeichnen ist.

Fazit: Es ist schon lange her, dass ich mich so durch ein Buch quälen musste wie durch "Fürst der Finsternis".



Kommentare: 1
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Cover des Buches Million Dollar Baby, Film-Tie-In (ISBN: 9783442460649)
AnnaChis avatar

Rezension zu "Million Dollar Baby, Film-Tie-In" von F. X. Toole

Rezension zu "Million Dollar Baby, Film-Tie-In" von F. X. Toole
AnnaChivor 11 Jahren

Wunderbar erzählte, lebendige Geschichten aus der Welt des Boxens, geschrieben von einem Insider. Der leider schon 2002 verstorbene F. X. Toole arbeitete nach einem bewegten Leben als Trainer und Cutman. "Million Dollar Baby", bekannt geworden durch die preisgekrönte Verfilmung von und mit Clint Eastwood, ist nur eine der sieben Stories. Der geneigte Leser fühlt sich mitten im Geschehen der atmosphärisch dichten Erzählungen.
Nicht nur für Freunde des Boxsports, sondern für alle, die Geschichten lieben, die mitten ins Herz gehen!

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