Max Frisch

 3,7 Sterne bei 5.843 Bewertungen
Autor von Homo faber, Andorra und weiteren Büchern.
Autorenbild von Max Frisch (©(c) Andrej Reiser / Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Max Frisch

Max Frisch war Schweizer Architekt und Schriftsteller, der 15. Mai 1911 in Zürich geboren wurde. Der zweite Sohn von Franz Bruno Frisch (Architekt) und Karolina Bettina Frisch (geb. Wildermuth) war einer der bedeutendsten Autoren der Nachkriegszeit. Während das Verhältnis zum Vater unbedeutend ist, steht er seiner Mutter Karolina sehr nahe. Frisch wird in einfachen Verhältnissen groß. Bereits während seiner Gymnasialzeit schreibt er erste Bühnenstücke, die aber niemals aufgeführt werden und die Frisch nachträglich vernichtet. Der Vater seines Schulfreundes Werner Coninx ist zu jener Zeit Verlagschef und gibt Frisch bereits in jungen Jahren immer wieder Impulse für seine spätere Laufbahn als Schriftsteller. Seine Eltern geben ihm die Möglichkeit, eine Studienrichtung nach eigener Wahl einzuschlagen und so entscheidet sich Frisch zum Germanistik-Studium. Geprägt durch den deutschen Nationalsozialismus beginnt Frisch ein kritisches politisches Bewusstsein zu entwickeln. Vorerst gibt Frisch 1937 das Schreiben auf und beginnt ein Architektur-Studium. Doch bereits 1938 gewinnt er den Conrad-Ferdinand-Meyer Preis, der mit 3000 Schweizer Franken sehr hoch dotiert ist. 1939 wird Frisch Kanonier der Schweizer Armee, für die er bis 1945 tätig ist. Während dieser Zeit beginnt er Notizen in der Zeitschrift Atlantis über das Kriegsgeschehen zu veröffentlichen. 1942 gewinnt Max Frisch einen ebenfalls mit 3000 Schweizer Franken dotierten Architekturpreis, das dadurch entstandene Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Ab 1945 ist Max Frisch für das Theater tätig. In dieser Zeit entstehen Stücke, die vom Krieg gezeichnet sind und immer wieder für öffentliche Diskussionen sorgen. Max Frisch stirbt am 4. April 1991 in Zürich.

Alle Bücher von Max Frisch

Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)

Homo faber

 (3.266)
Erschienen am 21.11.2021
Cover des Buches Andorra (ISBN: 9783518734803)

Andorra

 (1.001)
Erschienen am 09.12.2013
Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)

Stiller

 (361)
Erschienen am 11.03.2011
Cover des Buches Mein Name sei Gantenbein (ISBN: 9783518462362)

Mein Name sei Gantenbein

 (231)
Erschienen am 11.03.2011
Cover des Buches Montauk (ISBN: 9783518427484)

Montauk

 (151)
Erschienen am 11.03.2018
Cover des Buches Der Mensch erscheint im Holozän (ISBN: 9783518738856)

Der Mensch erscheint im Holozän

 (52)
Erschienen am 10.12.2012

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Max Frisch

Cover des Buches Antwort aus der Stille (ISBN: 9783518462195)Ferdinand-Uths avatar

Rezension zu "Antwort aus der Stille" von Max Frisch

Kurz, poetisch, fast autobiografisch
Ferdinand-Uthvor 23 Tagen

In Max Frischs Erzählung „Antwort aus der Stille" von 1937 schlüpfen wir in die Rolle eines dreißigjährigen angehenden Lehrers, der immer erwartet hatte, etwas außergewöhnliches zu vollbringen und nun plötzlich auf dem Weg ist, ein normales Leben zu leben. Deshalb möchte er vor seiner Hochzeit noch etwas wagen: als Erster die unbezwingbare Nordwand eines Berges in den Schweizer Alpen, wo er früher mit seinem Bruder geklettert ist. Insgesamt fand ich das Buch ganz gut, allerdings ist es in seiner geraden Vorstellung und Behandlung des Themas irgendwie eindimensional. Man merkt, dass hinter den interessanten Gedanken noch der junge Max Frisch steckt. Homo Faber beispielsweise hat bereits ganz andere Qualitäten. Interessanterweise spiegeln diese Gedanken jedoch gewissermaßen seine Biografie: Max Frisch gab in jungen Jahren den Traum auf, Autor zu werden, und wurde Architekt. Erst später kehrte er zum Schreiben zurück.
Abschließend ein Gedanke aus dem Buch, der mir nachgegangen ist: „Sein Wille wird ihn in den Nordgrat schicken, in die Tat oder in den Tod. Auch wenn er den Berg bezwingt, wird er darum ein andrer sein? Aber wer keine Sehnsucht mehr hat, keine echte Sehnsucht, was bleibt ihm anderes übrig als Ehrgeiz?"

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Cover des Buches Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter (ISBN: 9783425060859)beccariss avatar

Rezension zu "Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch

Skurriles Theaterstück
beccarisvor einem Monat

Das Stück von Max Frisch muss vor dem Hintergrund der damaligen Zeit gelesen und verstanden werden. Sicherlich gibt es Parallelen zur heutigen Zeit und den vermeintlichen Bedrohungsfeldern. Ich sehe vor allem aber einen Bezug zum alltäglichen Leben im engeren Sinne. Lüge, Opportunismus, Wehrlosigkeit begegnen uns doch schliesslich Tag für Tag. Darüber sich Gedanken zu machen, lohnt sich und das Buch ist ein guter Anstoss dazu.

Die Lektüre ist leicht und schnell zu lesen, aber nicht leicht und schnell verständlich.

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Cover des Buches Andorra (ISBN: 9783518734803)Olympia_Summers avatar

Rezension zu "Andorra" von Max Frisch

Andorra
Olympia_Summervor 3 Monaten

„Andorra“ von Max Frisch, welches im Jahr 1961 erschienen ist, behandelt die Vorurteile gegenüber Juden.

Dabei steht Andri im Vordergrund, welcher der Adoptivsohn des Dorflehrers ist. Er erlebt immer wieder Rückschläge, da er selbst Jude ist, und somit viele Nachteile genießt. Der Protagonist verliebt sich in seine Stiefschwester, sodass schon bald der Heiratsantrag folgt. Beiden ist jedoch bewusst, dass die Tat nicht ohne Folgen bleiben kann. Kurz darauf begrüßt das Dorf eine Reisende, die mehr mit Andris Vergangenheit zu tun hat, als der Protagonist vorerst denkt.

Max Frisch versucht mit zahlreichen Vorausdeutungen, die Handlung des Buches vorweg zunehmen. Diese sind allerdings bloß anwendbar, wenn der Leser sich aufwendig mit dem Werk beschäftigt. Allgemein ist die Handlung nicht immer linear angeordnet, sodass es zwischen den Bilder öfters einen „Vordergrund“ gibt. Diese Szenen spielen nach der Haupthandlung und dienen zum Verständnis des Ablaufs. Leider werden diese Nebenhandlungen nicht weitergeführt, sodass man beispielsweise nicht mehr erfährt, wieso der Tischler, der Geselle, der Wirt sowie verschiedene andere Charaktere vor Gericht aussagen mussten. Jedoch ist die Absicht des Autors ganz klar zu erkennen. Gerade durch den Protagonisten möchte Max Frisch zeigen, wie viel Vorurteile bewirken und beeinflussen können. Vordergründig steht vor allem der Antisemitismus der Menschen, wie es der Autor in „Andorra“ stark verdeutlicht.

Der Spannungsbogen ist erst im letzten Bild wirklich zu erkennen, was unter anderem auch daran liegt, dass es sich beim letzten Bild um ein Drama im Drama handelt. Ab hier steigt die Spannung stetig und viele Aktionen passieren schnell hintereinander. Dies ist trotz alledem der einzige Part, in dem meine Neugier voll und ganz geweckt wurde. Das erste drittel des Buches beschäftigt sich stattdessen hauptsächlich damit, den Sachverhalt sowie die Beziehung zwischen den einzelnen Personen zu erklären.

Der Schreibstil ist angenehm und gut verständlich. Es werden hin und wieder Wörter benutzt, die heute so nicht mehr verwendet werden und der Wortklang sowie die Schreibweise einiger Begriffe sind veraltet. Ein Beispiel dafür ist das Wort ‚muss‘, welches im Werk von Frisch mit einem ‚ß‘ statt einem Doppel-S geschrieben wird. Dies ist allerdings verständlich, da zu beachten ist, dass das Stück aus dem Jahre 1961 stammt. Hat man die ersten paar Seiten durch, gewöhnt man sich aber schnell an den Schreibstil.

Ich empfehle jedem das Buch, der sich das Thema Antisemitismus interessiert und sich auch auf einen älteren Schreibstil einlassen kann.

Insgesamt konnte mich „Andorra“ einigermaßen begeistern, was vor allem an dem flüssigen Schreibstil liegt. Max Frisch hat die Themen Antisemitismus sowie allgemein Vorurteile wunderbar in seinem Werk inszeniert, jedoch hat mir der Spannungsbogen im mittleren Fragment etwas gefehlt.

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Zusätzliche Informationen

Max Frisch wurde am 14. Mai 1911 in Zürich (Schweiz) geboren.

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