Max Frisch

 3,7 Sterne bei 5.826 Bewertungen
Autor von Homo faber, Andorra und weiteren Büchern.
Autorenbild von Max Frisch (©(c) Andrej Reiser / Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Max Frisch

Max Frisch war Schweizer Architekt und Schriftsteller, der 15. Mai 1911 in Zürich geboren wurde. Der zweite Sohn von Franz Bruno Frisch (Architekt) und Karolina Bettina Frisch (geb. Wildermuth) war einer der bedeutendsten Autoren der Nachkriegszeit. Während das Verhältnis zum Vater unbedeutend ist, steht er seiner Mutter Karolina sehr nahe. Frisch wird in einfachen Verhältnissen groß. Bereits während seiner Gymnasialzeit schreibt er erste Bühnenstücke, die aber niemals aufgeführt werden und die Frisch nachträglich vernichtet. Der Vater seines Schulfreundes Werner Coninx ist zu jener Zeit Verlagschef und gibt Frisch bereits in jungen Jahren immer wieder Impulse für seine spätere Laufbahn als Schriftsteller. Seine Eltern geben ihm die Möglichkeit, eine Studienrichtung nach eigener Wahl einzuschlagen und so entscheidet sich Frisch zum Germanistik-Studium. Geprägt durch den deutschen Nationalsozialismus beginnt Frisch ein kritisches politisches Bewusstsein zu entwickeln. Vorerst gibt Frisch 1937 das Schreiben auf und beginnt ein Architektur-Studium. Doch bereits 1938 gewinnt er den Conrad-Ferdinand-Meyer Preis, der mit 3000 Schweizer Franken sehr hoch dotiert ist. 1939 wird Frisch Kanonier der Schweizer Armee, für die er bis 1945 tätig ist. Während dieser Zeit beginnt er Notizen in der Zeitschrift Atlantis über das Kriegsgeschehen zu veröffentlichen. 1942 gewinnt Max Frisch einen ebenfalls mit 3000 Schweizer Franken dotierten Architekturpreis, das dadurch entstandene Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Ab 1945 ist Max Frisch für das Theater tätig. In dieser Zeit entstehen Stücke, die vom Krieg gezeichnet sind und immer wieder für öffentliche Diskussionen sorgen. Max Frisch stirbt am 4. April 1991 in Zürich.

Neue Bücher

Cover des Buches Blätter aus dem Brotsack (ISBN: 9783715250106)

Blätter aus dem Brotsack

Neu erschienen am 10.03.2022 als Hardcover bei Atlantis Verlag.

Alle Bücher von Max Frisch

Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)

Homo faber

 (3.261)
Erschienen am 21.11.2021
Cover des Buches Andorra (ISBN: 9783518734803)

Andorra

 (998)
Erschienen am 09.12.2013
Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)

Stiller

 (360)
Erschienen am 11.03.2011
Cover des Buches Mein Name sei Gantenbein (ISBN: 9783518462362)

Mein Name sei Gantenbein

 (230)
Erschienen am 11.03.2011
Cover des Buches Montauk (ISBN: 9783518189207)

Montauk

 (149)
Erschienen am 19.05.2011
Cover des Buches Der Mensch erscheint im Holozän (ISBN: 9783518738856)

Der Mensch erscheint im Holozän

 (52)
Erschienen am 10.12.2012

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Max Frisch

Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)D

Rezension zu "Stiller" von Max Frisch

Frage nach dem Sinn des Lebens.
dunkelbuchvor 6 Tagen

"Jeder Zeitungsleser scheint hier zu wissen, wer Stiller ist." (S10) Als Mr. White mit dem amerikanischen Pass 1952 in die Schweiz reist, wird er als verschollener Anatol Ludwig Stiller erkannt und festgenommen. Außer seinem Gefängniswärter Knobel will ihm keiner glauben, dass er nicht der Verschollene ist. Schließlich wird er von seiner Ehefrau Julika, die extra aus Paris angereist kam, seinen Freunden und auch seinem Bruder Wilfried wieder erkannt. Sein Verteidiger und auch der Staatsanwalt Rolf geben sich größte Mühe, seine Identität zu beweisen und untermauern die Beweislast in einem kammerspielartigen Show-down in Stillers Atelier in Zürich. 

Mal ein Abenteuerroman, mal eine Entwicklungsgeschichte, mal die Geschichte einer Ehe und ihrer Facetten und doch immer wieder eine so zerrissene und oft hektische Pose, die uns Leser nur eine misstrauische Haltung aus der Distanz erlaubt. Nähe entwickelt sich nur dort, wo er aus den Erzählungen seiner Mitmenschen schreibt. Die Geschichte Stillers endet so ausweglos wie sie begonnen hat und dazu noch überaus traurig.

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Cover des Buches Stiller (ISBN: 9783518462348)M

Rezension zu "Stiller" von Max Frisch

Ein Muss
mabo63vor einem Monat

"für den Fremden ist es ein Vergnügen in diesem Städtchen (zürich) zu schlendern, zumal wenn er Geld hat, und es hätte ein vergnüglicher Nachmittag werden können - wie gesagt -  wäre Julika nicht wieder in ihre fixe Idee verfallen mich für ihren  verschollenen gatten zu halten.'..

grossartige Lektüre

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Cover des Buches Homo faber (ISBN: 9783518471845)B

Rezension zu "Homo faber" von Max Frisch

Wirft Fragen auf, die nicht beantwortet werden können
blertavor einem Monat

Walter Faber, ein Ingenieur mit einem strengen rationalistischen Weltbild, berichtet über die Ereignisse seines Lebens. Durch eine Liebesgeschichte wird er dazu gezwungen, dieses Weltbild zu hinterfragen und setzt sich dabei mit entscheidenden Grundfragen der menschlichen Existenz auseinander.

Es ist spannend, die Entwicklung von Walter Faber zu beobachten. Bevor ich diese Faszination jedoch aufbrachte, musste ich mich zuerst durch das erste Viertel des Buches schlagen, das meiner Meinung nach wirklich zäh war. Dann wiederum, wenn ich mir darüber bewusst werden, dass es ein Bericht von Walter Faber ist, kann ich nichts dagegen einwenden, da diese oft unnötigen und detaillierten Beschreibungen einfach zu seiner Person dazugehören.

Dieses Buch setzt sich sehr klar mit Gegensätzen wie Technik und Natur und Vernunft und Gefühl auseinander. In Walters Ausführungen erkennt man, wie sehr er sich auf Logik, Mathematik und Statistiken stützt. Und vor allem sieht man, wie er in seiner Rolle als Ingenieur aufgeht – jedoch bedeutet das gleichzeitig für ihn, dass er sich keine andere Rolle aneignen kann, weder als Vater noch als Ehepartner.

Zwar sind diese Aspekte an sich überzeugend, aber doch etwas zu sehr ins Extrem gerückt; kein Mensch denkt nur rational. Und das ist vermutlich der Gedanke, der Walters Weltbild verrückt. Durch das Aufzeigen des einen Extrems, wollte der Autor vermutlich Walters Entwicklung verdeutlicht darstellen. Jedoch hat mich das während des Lesens immer wieder die Stirn runzeln lassen, denn Walter war für mich nicht authentisch genug. Auch die anderen Charaktere wie Elisabeth oder Hanna scheinen hauptsächlich nur als Verdeutlichung des Kontrasts zu dienen.

Aber ich muss zugutehalten, dass es definitiv Spannung erzeugt hat. Ich habe als Leserin nur darauf gewartet, dass diese zwei Welten aufeinander krachen, dass irgendetwas Entscheidendes zugrunde geht. Schade nur, dass alles in einem Bericht festgehalten ist, der dramatische Ereignisse so pragmatisch wie nur möglich schildert. Andererseits ist das vermutlich genau der Sinn davon.

Den Schreibstil fand ich trotzdem angenehm zu lesen. Zwar merkt man, dass das Buch nicht in diesem Jahrhundert geschrieben wurde, aber ich kam trotz einiger Wörter, die ich nicht kannte, gut durch die Seiten.

Der gesamte Bericht ist ein Rechtfertigungsversuch, eine erhoffte Antwort auf die Schuldfrage, der zeigt, dass Walter Faber vielleicht doch nicht so rational ist, wie er vorzugeben scheint. Denn nicht nur die Identität des Menschen, sondern auch die Schuldfrage zu einem bestimmten Ereignis stehen in diesem Buch im Vordergrund. Das sind wichtige und interessante Themen, die beim oberflächlichen Lesen irgendwie nicht wirklich zur Geltung kommen.

Ich habe dieses Buch für die Schule gelesen. Und ich bin mir unsicher, ob ich ohne Recherche all die dahinterliegende Bedeutung von Fabers Entwicklung verstanden hätte. Aber mit Recherche liefert das Buch definitiv Diskussionsstoff für die Frage, was die Identität des modernen Menschen ausmacht.

Fazit
Das Buch setzt sich mit dem Gegensatz von Technik und Natur auseinander und hinterfragt das rationalistische Weltbild Walter Fabers. Der Anfang ist zwar etwas zäh, aber danach bin ich flüssig durch die Seiten gekommen. Aufgrund dessen, dass die gesamte Geschichte in einem Bericht geschildert wird, kommt nur selten Spannung auf. Aber trotzdem ist es ein Buch, das einen über die Identität des modernen Menschen nachdenken lässt.

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Zusätzliche Informationen

Max Frisch wurde am 14. Mai 1911 in Zürich (Schweiz) geboren.

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