Matt Ruff

 4,1 Sterne bei 1.386 Bewertungen
Autor von Ich und die anderen, Fool on the Hill und weiteren Büchern.
Autorenbild von Matt Ruff (© Lisa Gold)

Lebenslauf von Matt Ruff

Abgedrehtes Lesevergnügen jenseits aller bekannten Genres: Andere Jungen wollten Feuerwehrmann werden, Matt Ruff aber Schriftsteller und Geschichtenerzähler. Im zarten Alter von fünf Jahren beschloss er, Romane zu schreiben, berichtet der 1965 in New York City geborene Autor.

Diesen Plan setzte er zielstrebig um. Sein Erstlingswerk „Fool on the Hill“ (1988; deutsch 1991), das er als Abschlussarbeit verfasste, entwickelte sich schnell zum Kultroman. Ähnliche Erfolge erzielte er mit seinem Roman „Sewer, Gas and Electric: The Public Works Trilogy“ (1997; deutsch „G.A.S. Die Trilogie der Stadtwerke“, 1998). 

In seinem Thriller „Set This House in Order“ (2003; deutsch „Ich und die anderen“, 2004) stellte Ruff Menschen mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung in den Mittelpunkt der Handlung. Für diesen Roman und für sein Werk „Bad Monkeys“ (2007; deutsch 2008) erhielt er mehrere Literaturpreise. 

In seinen Büchern verbindet Ruff seine blühende Fantasie mit schrägem Humor und der gekonnten Vermischung unterschiedlicher Genres. Dies gilt ebenfalls für „The Mirage“ (2012; deutsch „Mirage“, 2014) und für „Lovecraft Country“ (2016; deutsch 2018). Für dieses von HBO als Serie verfilmte Werk, das die wahnwitzigen Abenteuer einer farbigen Familie in Chicago zur Zeit der Rassengesetze beschreibt, nahm er zahlreiche Auszeichnungen entgegen. 

Matt Ruff lebt zusammen mit seiner Familie in Seattle.

Alle Bücher von Matt Ruff

Cover des Buches Ich und die anderen (ISBN: 9783423208901)

Ich und die anderen

 (394)
Erschienen am 01.05.2006
Cover des Buches Fool on the Hill (ISBN: 9783423195171)

Fool on the Hill

 (380)
Erschienen am 21.06.2011
Cover des Buches Bad Monkeys (ISBN: 9783423211796)

Bad Monkeys

 (214)
Erschienen am 01.11.2009
Cover des Buches G.A.S. (ISBN: 9783446258044)

G.A.S.

 (144)
Erschienen am 17.07.2017
Cover des Buches 88 Namen (ISBN: 9783596700936)

88 Namen

 (67)
Erschienen am 25.11.2020
Cover des Buches Lovecraft Country (ISBN: 9783446258204)

Lovecraft Country

 (33)
Erschienen am 14.05.2018
Cover des Buches Mirage (ISBN: 9783423215947)

Mirage

 (36)
Erschienen am 19.06.2015
Cover des Buches Lovecraft Country (ISBN: 9783423219150)

Lovecraft Country

 (14)
Erschienen am 24.07.2020

Auf einen Kaffee mit...

Matt Ruff veröffentlichte mit seiner Magisterarbeit "Fool on the Hill" 1987 zugleich sein Romandebüt, das 1991 auch in Deutschland erschien. Bereits zuvor widmete der 1965 in Queens geborene US-Amerikaner sein ganzes Leben dem Schreiben und experimentierte mit Worten und Sätzen, ehe er seinen eigenen Stil fand. Kurz vor dem Erscheinen seines sechsten Romanes "Lovecraft Country" 2018 hat der Autor uns sein größtes Laster und sein Lieblingswort verraten und ganz exklusiv einen ersten Satz aus seinem neuen Buch...

Hallo Matt, was ist für dich das schönste Feedback von Lesern?

Meine Lieblingsreaktion ist, wenn mir ein Leser erzählt, dass er nicht erwartet hat, dass ihm das Buch gefällt und es letztendlich geliebt hat.

Wann kommen dir die besten Ideen?

Wenn ich draußen bin. Immer, wenn ich beim Schreiben einen Hänger habe, gehe ich auf eine lange Wanderung.

Hast du ein Liebslingswort?

"Epilog" finde ich super, denn es bedeutet, dass ich fast fertig bin.

Welchen anderen Job würdest du gerne für einen Tag ausüben?

Nachtwächter in der Alhambra Festung.

Wie prokrastinierst du am liebsten?

Computerspiele sind mein größtes Laster.

Kannst du uns eine gute TV-Serie empfehlen?

Die britische Miniserie "Ultraviolet" aus dem Jahr 1998. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film mit Milla Jovovich.

Welches Buch verschenkst du gerne?

"Little Big oder das Parlament der Feen" von John Crowley.

Wohin sollten wir unbedingt einmal reisen und welches Buch sollte uns begleiten?

Mit "The Skeleton Coast" (dt. Schlangenjagd) von Clive Cussler an die gleichnamige Küste in Namibia. Eine sehr gute, lange Strandlektüre.

Was ist dein Seelentier?

Eine Französische Bulldogge.

Gibt es etwas, was du gerne lernen würdest?

Wie sich die menschliche Geschichte entwickelt, nachdem ich nicht mehr hier bin, um es miterleben zu können.

Hast du eine heimliche Leidenschaft?

Ja, aber wenn ich dir das erzählen würde, wäre sie nicht mehr geheim.

Ein Satz über dein neues Buch:

Es ist wie Akte X, wenn Scully und Mulder zwei schwarze Reiseschriftsteller wären, die zur Jim-Crow-Ära ("Jim die Krähe") leben.

Ein Satz aus deinem neuen Buch:

"Atticus war schon beinahe zu Hause, als der State Trooper ihn rechts heranfahren ließ." (Lovecraft Country, 2018)

Zu guter Letzt: Welchen Buchcharakter würdest du gerne treffen und was würdet ihr zusammen unternehmen?

Es ist pervers, aber ich würde tatsächlich gerne an Professor Dyers Expedition in die Antarktis aus H. P. Lovecrafts "Berge des Wahnsinns" teilnehmen. Natürlich wäre ich einer der glücklichen Typen, die lebendig zurückkommen.

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Matt Ruff

Cover des Buches Bad Monkeys (ISBN: 9783423211796)A

Rezension zu "Bad Monkeys" von Matt Ruff

Verrückte Story
andre-neumannvor 22 Tagen

Absolut verrückte Story - mit einem ebenso verrückten und daher passenden Ende. Sehr unterhaltsam geschrieben! Wer schwarzen Humor und etwas abgefahrene Erzählungen mag, wird dieses Buch lieben. Lesenswert!

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Cover des Buches 88 Namen (ISBN: 9783596700936)H

Rezension zu "88 Namen" von Matt Ruff

Ein Roman über das Online Gaming und Identitäten, der leider zu viele Gelegenheiten vergibt.
Horatio-Buecherliebevor 2 Monaten

Matt Ruffs Roman mit dem etwas rätselhaften Titel „88 Namen“ zielt von Seiten des Verlags auf eine ganz besondere Leserschaft. Der Klappentext verspricht: >Publishers Weekly< „Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller und mit seinen vielen Anspielungen Pures Geek-Gold“. Da auch noch die Schlagworte „Massively Multiplayer Online Role-Playing Games“ fallen, war es um mich geschehen. An diesem Roman des bekannten Fantasyautors konnte ich nicht vorbeigehen. Mit großer Vorfreude und einem erheblichen Sympathievorschuss begab ich mich an die Lektüre.


Der US-amerikanische Autor Matt Ruff, geboren 1965 in Queens, NY, ist Freunden der Fantasy Literatur vor allem durch seinen gelungenen Debüt-Roman „Fool on the Hill“ ein fester Begriff. Auch weitere erfolgreiche Romane wie das verstörende „Bad Monkeys“ und das gewichtige, sozialkritisch phantastische „Lovecraft Country“ stammen aus seiner Feder.


Mit seinem Science-Fiction Thriller „88 Namen“ wendet sich Matt Ruff nunmehr dem Online-Gaming zu. Angesiedelt in einer recht nahen Zukunft, ist der junge Gamer John Chu Inhaber eines kleinen, in der virtuellen Realität tätigen Unternehmens. Er bietet eine, für Laien wohl etwas befremdliche, für Gamer jedoch absolut faszinierende Dienstleistung an. Sein Team führt, als sogenannte „Sherpas“, zahlungskräftige Kundinnen und Kunden, durch die virtuellen Welten großer Multiplayer-Online-Computerspiele. Diese professionellen Sherpa-Teams, bestehen meist aus drei Spielcharacteren: Einem Schaden auf sich ziehenden „Tank“ Player, einem hohen Schaden austeilenden „DPS“ (damage per second) Player, sowie einem „Heiler“/einer „Heilerin“. Als „Sherpas“ nehmen sie die mehr oder minder gamingerfahrenen Kunden in ihre Mitte und geleiten sie professionell durch die virtuellen Spielwelten.


Eines Tages stößt John Chu bei der Aquisition im Netz auf einen geheimnisvollen neuen Kunden, der sich „Mr. Jones“ nennt und offensichtlich über ganz außerordentliche technische und finanzielle Ressourcen verfügt. Von Mr. Jones´ großem Sicherheitsbedürfnis und auffälligen Verhalten überrascht kommt John Chu der Verdacht, dass es sich bei diesem mysteriösen virtuellen Gegenüber um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handeln könnte. Als dann auch noch konkurrierende Geheimdienste auf den Plan treten, ist es bereits zu spät. Bei seinen Versuchen, die Angelegenheit aufzuklären, verstrickt sich John Chu in einem Netz aus Verdacht und Intrigen, das schnell beginnt auch in seinem Real Life eine Bedrohung darzustellen. Die ganze Sache wird zunehmend undurchsichtiger und gefährlicher und mündet schließlich in ein actionreiches, bleihaltiges Finale.


Nimmt man das Thema Online-Gaming beiseite, verbleibt als Grundgerüst des Romans der Plot eines Spionage Thrillers. Dieser ist auch durchaus interessant angelegt. Die Idee, in der virtuellen Gamingwelt auf einen echten Diktator als anonymen virtuellen Spielpartner treffen zu können, ist unverbraucht und hat großen Charme. Es macht Spaß zu verfolgen, welche Gefahren und Konsequenzen sich aus dieser mysteriösen Zusammenkunft für die Beteiligten ergeben und wie sie auf einen solchen unerhörten Verdacht reagieren.


Leider trägt die Idee für sich allein keinen ganzen Roman. Der Rest des Thriller-Plots besteht lediglich aus konventioneller Kost: Verschiedene undurchsichtige Personen treten an den Protagonisten heran, setzten ihn unter Druck und versuchen ihn zu manipulieren. Natürlich schalten sich auch Geheimdienste ein. John Chu weiß schließlich nicht mehr, wem er trauen kann und am Ende gerät auch sein Leben in Gefahr. Alles konventioneller Thriller Standard von der Stange.

Matt Ruff erkennt zur Hälfte des Romans offenbar selbst, dass der Plot weitgehend ausgereizt ist. Die Thriller-Handlung wird nicht mehr weiter aufgespannt sondern von da an überhastet auf ein konventionelles Finale hingeführt.


Auch an den Stellen, an denen sich der Roman mit der Thematik des Online-Gamings beschäftigt, bleibt er seltsam uninspiriert und trotz einiger interessanter Gedanken meist an der Oberfläche.

Den Schwerpunkt der Handlung im Bereich Online Gaming bildet das fiktive MMORPG („Massively Multiplayer Online Role-Playing Game“) mit dem ebenfalls fiktiven Namen „Call to Wizardry“, in dem eine riesige Zahl von Spielern in einer Online Spielwelt gleichzeitig agieren können. Das Spiel weist eine gewisse Ähnlichkeit zu „World of Warcraft“ und auch einigen Ego Shootern auf. Nähere Informationen zur Spielwelt und dem Spielprinzip liefert Matt Ruff zu meinem großen Bedauern aber leider nicht. Hier hätte ich bei dem Entwurf eines MMORPG der Zukunft mehr Details und Kreativität erwartet.


Da der Roman etwas in der Zukunft spielt, unterscheidet sich die Spielweise auch ganz erheblich, vom derzeit vorherrschenden Gaming-Alltag. Statt am Bildschirm, wird bei Matt Ruff mittels eines VR Equipments in einer virtuellen Realität gespielt, wodurch die Spieler Umgebung und Gegenüber viel unmittelbarer wahrnehmen können.

Neben einigen leider nur ganz kurz geschilderten Ausflügen in die „Call to Wizardry“ Spielwelt, finden die meisten Ereignisse des Romans im virtuellen Raum außerhalb des Spiels, in der sogenannten Spiellobby statt. Hier treffen die Protagonisten regelmäßig aufeinander und tauschen sich aus und hier treffen sie auch auf die Kunden oder zwielichtige Gestalten aus den Weiten des Internets.

Wohl aufgrund dieser Verlagerung der wesentlichen Handlung und Interaktion in den virtuellen Bereich gelingt es Matt Ruff nicht, seine Charaktere überzeugend auszuarbeiten und mit Leben zu füllen. Sie bleiben allesamt seltsam eindimensional und blass.


Dabei zeigt sich Matt Ruff bei aktuellen Fragestellungen im Ansatz durchaus engagiert. Er kritisiert die Rolle der sozialen Medien als „Opium des Volkes“ oder macht sich Gedanken über mögliche Formen und Utensilien des Cybersex.

Zudem thematisiert er die Problematik ethnischer Stereotypen bei vorgegebenen Charakterklassen und Nichtspieler Charakteren in Computerspielen. Diese Thematik ist im Bereich des Rollenspiels, sowohl im online als auch im PnP Format, ein sehr aktuelles und kontrovers diskutiertes Thema von großer Bedeutung. Gerade in einem aktuellen Roman über das Online Gaming, der ganz wesentlich den Umgang mit Identitäten zum Gegenstand hat, hätte daraus viel mehr als lediglich eine interessante Randnotiz gemacht werden müssen. Hier wurde eine große Gelegenheit vergeben.


Dies ist unverständlich, da der Roman im Umgang mit den Fragen von persönlicher Identität seine besonderen Stärken hat. Im virtuellen Raum sind die Identitäten nicht festgelegt. Die Avatare der Nutzer, die in den Spielen und den Lobbys aufeinander treffen, sind in Gestalt, Aussehen und Geschlecht vollkommen frei wählbar und bleiben immer geheimnisvoll. Selbst die Wahl, welches Mimik die Spielerinnen und Spieler offenlegen wollen ist frei. Das Spektrum reicht hier von Spiegelung der tatsächlichen Mimik bis zur Simulation der Mimik einer völlig anderen Person. So verschwimmen im virtuellen Raum die Grenzen zwischen den Geschlechtern und klassische Rollenkonstellationen verlieren an Bedeutung. Allein John Chu verfügt über 88 Avatare verschiedenster Identitäten, die er frei wählen kann. Dies alles ist sehr interessant und wird auch gut umgesetzt.


Entgegen der Auffassung vieler Rezensenten und der Werbung im Klappentext „Pures Geek-Gold“ zu sein, bietet der Roman tatsächlich aber keinen erkennbaren Anreiz für Nerds und Gamer zur Lektüre. Leicht in die Zukunft versetzt und sehr auf eine fiktive virtuelle Realität fokussiert, ist der aktuelle Gaming Alltag des Jahres 2021 in der Handlung kaum wiederzuerkennen. Mangels Wiedererkennungswert bleibt die Handlung für Gamer weitgehend fremd und beliebig.

Da auch nähere Informationen oder kreative Gedanken zu zukünftigen MMORPG Welten oder Spielmechaniken fehlen ist auch kein Mehrwert für Gamer zu erkennen.


Aber auch für normale Leserinnen und Leser bietet der Roman abseits des konventionellen Thriller Plots sehr wenig. Die im Anhang befindlichen, bzw. einigen Kapiteln vorangestellten Auszüge aus einem fiktiven Lexikon zum Thema Online Gaming, sind für Laien völlig unzureichend keinesfalls geeignet, sich in die Gaming Thematik einzufinden. Leserinnen und Leser, die bisher keinerlei Kontakt zu dem Thema hatten, dürften große Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen oder überhaupt einen Zugang zum Roman zu bekommen. Hier wäre es besser gewesen durch eine zugänglicher Romanhandlung Orientierung zu bieten.


Der Roman ist einfach zu knapp und oberflächlich geraten. Das interessante „Diktator“ Thema vermag keinen ganzen Roman zu tragen und wäre vielleicht besser in einer Erzählung aufgehoben. Die Ausführungen zur Welt des Online Gaming inklusive der kontroversen, teils essayistischen Auseinandersetzungen mit den Aspekten virtueller Realität und des Rollenspiels, werden nicht zu Ende geführt und nicht in die Romanhandlung integriert.

Insgesamt wurden hier zu viele Gelegenheiten vergeben.


Kommentare: 3
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Cover des Buches 88 Namen (ISBN: 9783596700936)G

Rezension zu "88 Namen" von Matt Ruff

Hochgelobter Autor mit einem Griff ins virtuelle Klo
GAIAvor 3 Monaten

Ich hoffe wirklich sehr, dass Matt Ruff nicht einen Gruß an seinen Autorenkollegen Neal Stephenson im vorliegenden Roman "88 Namen" hinterlassen hat, als er es "Für Neal" widmete. Denn der würde sich die nicht vorhandenen Kopf- wohl aber vorhandenen Barthaare raufen, wenn er mit diesem Buch hier in Verbindung gebracht werden würde. Vielleicht auch nicht. Was weiß ich schon...

Zum Plotinhalt sage ich nichts mehr, steht alles im Klappentext, den Rest hat man im Laufe des Lesens sehr schnell von allein erraten. Und da haben wir schon eine Schwachstelle des Romans: Er ist unglaublich vorhersehbar. Bis auf die obskuren Wendungen am Schluss, die aber einfach nur noch lächerlich prototypisch sind. Aber zunächst einmal zu dem einen Pluspunkt des Buches. Ruff schafft es tatsächlich zu Beginn über lange Strecken ganz hervorragend MMORPGs verschiedenster Couleur vom Fantasy- über das Sci-Fi- bis hin zum (politischen) Zombie-Slasher-Genre zu beschreiben. Hier nutzt er gekonnt die sprachlichen Besonderheiten von Gamern. Ob trotz kurzem Nachschlagewerk im Appendix des Buches wirklich die Masse der Leser*innen hier abgeholt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Denn wer schon mit "MMORPG" nicht viel anfangen kann, kann sich eventuell auch gar nicht so gut in beschriebene Spielmechaniken etc. hineindenken. Aber gut. An dieser Stelle trägt vielleicht auch noch ein klitzekleines bisschen die Story und lässt auf eine rasante Abenteuer-Geschichte mit durchaus kritischem Einschlag bezüglich der leider im Gamer-Milieu immer noch omnipräsenten sexistischen und rassistischen Stereotype hoffen. Aber nein. Es geht steil bergab, der Plot entwickelt sich so, wie man es von einem mittelmäßigen Genre-Roman erwarten würde und es gibt ausschweifende Szenen, in denen einfach nur Themen aufs Tableau geworfen werden, die der Autor scheinbar noch unterbringen wollte (Cyber-Sex zum Beispiel). Am Matt Ruff häufig zugesprochenem Humor fehlt es meines Erachtens dem Roman fast komplett. Und öde Anspielungen an pseudo-Nerdwissen ist nicht witzig sondern nur noch lahm. Übrigens finde ich ganz nebenbei, wie ich hier gerade sitze und mir das Cover und den Titel das Buches ansehe, dass das Cover rein gar nichts mit dem Buch zu tun hat und dass "88 Namen" auch wenig bedeutungsvoll bezogen auf den Inhalt des Buches ist. Liegt vielleicht daran, dass so viel Inhalt unterm Strich nicht übrig bleibt.

Letztendlich bleibt zu sagen: Wer sich für das Thema interessiert, findet u.a. in Tad Williams (!!! Otherland !!!), William Gibson, Ernest Cline oder dem oben genannten Neal Stephenson (leider alles männliche Kollegen) bessere Romanautoren, um in virtuelle (Spiel-)Welten einzutauchen. Dieses Buch hier tut zwar nicht schrecklich weh, verschwendet aber wichtige Lebens-/Lesezeit.

Kommentare: 4
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Gespräche aus der Community

Matt Ruff ist bekannt für seine außergewöhnlichen Stories und seinen ganz besonderen Humor. In seinem neuen Buch "88 Namen" erzählt er seinen Leser*innen eine Geschichte - teils Detektivroman, teils Science-Fiction-Thriller – und entwirft eine spannende virtuelle Realität. Wir freuen uns auf einen packenden Austausch im Rahmen einer Leserunde, zu der wir euch zusammen mit
FISCHER Tor einladen.

Herzlich willkommen zu einem neuen House of Fantasy Highlight
Dieses mal dürft ihr euch auf ein ganz außergewöhnliches Buch im House of Fantasy freuen: "88 Namen" von Matt Ruff. Der Autor entführt uns darin in eine Welt rund ums Geschäft um populäre Online-Rollenspiele. Doch einer der zahlungskräftigen Kunden stellt sich nach und nach als der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un heraus ...

Seid ihr neugierig geworden? Dann beantwortet die folgende Frage über unser Bewerbungsformular und nutzt eure Chance auf eines der Bücher:

Wieso möchtet ihr diesen Roman gerne lesen?

Ich freue mich auf eure Antworten!

613 BeiträgeVerlosung beendet
W
Letzter Beitrag von  Wanjavor einem Jahr

Ich glaube, dass keiner mit so einer Auflösung gerechnet hätte.... Oh Mann. Respekt an Matt Ruff, so ein abgedrehtes Buch geschrieben zu haben. Da meint man, man hat eine Ahnung, die sich bestätigt und dann wird alles noch einmal herum gewirbelt. Wahnsinn!!

ACHTUNG!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! SPOILERGEFAHR!!!!!!!!!!!!!!!!!!! NICHT LESEN, WENN MAN DEN INHALT DES BUCHES NICHT ERFAHREN WILL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hallo :) Ich habe grade das Buch "Ich und die anderen" von Matt Ruff fast zuende gelesen (noch 15 Seiten^^) und ich verstehe nicht wie es geht, dass Andrew von allen als Mann gesehen wurde, auch Julie war ja total überrascht, dass er einen weiblichen Körper hat und auf der anderen Seite wird er, als er in seine Heimat zurückkehrt von allen ganz selbstverständlich als Frau gesehen... wird das irgendwann erklärt und ich habe es verpasst, oder gibt es eine andere Erkärung? Vielen Dank im Vorraus!
7 Beiträge
M
Letzter Beitrag von  Millievor 10 Jahren
Hi juni_mond, ja so isses ok :) eine Antwort kann ich dir leider nicht geben, weil ich das Buch nicht gelesen hab. Aber ich drück dir die Daumen, dass jemand, der das Buch kennt, auf deine Frage aufmerksam wird... LG
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Matt Ruff wurde am 08. September 1965 in New York, Queens (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Matt Ruff im Netz:

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von 176 Lesern aktuell gelesen

von 60 Lesern gefolgt

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