Mary Adkins

 3,4 Sterne bei 91 Bewertungen

Lebenslauf von Mary Adkins

Mutter voller Power und Kreativität: Mary Adkins, geboren im Süden der USA, studierte an der Duke University und der Yale Law School, sie hat einen Abschluss in Jura und arbeitete lange Zeit als Anwältin. Sie ist Co-Moderatorin des Podcasts „I’m Still Here!“, der sich mit dem Thema beschäftigt, wie frau nach der Schwangerschaft wieder kreativ tätig wird. Heute unterrichtet Adkins Storytelling und ist freischaffende Schriftstellerin. Ihre Texte erscheinen in verschiedenen Zeitungen, darunter beispielsweise die New York Times, zudem hat sie mehrere Theaterstücke verfasst. 2019 erscheint in Deutschland ihr Debütroman, „Wenn du das liest“. Heute lebt Mary Adkins gemeinsam mit ihrer Familie in New York City.

Alle Bücher von Mary Adkins

Cover des Buches Wenn du das hier liest (ISBN: 9783499274589)

Wenn du das hier liest

 (74)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Das Privileg (ISBN: 9783499274565)

Das Privileg

 (17)
Erschienen am 25.01.2022

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Mary Adkins

Cover des Buches Das Privileg (ISBN: 9783499274565)
bookfeminists avatar

Rezension zu "Das Privileg" von Mary Adkins

Etwas mehr Tiefe hätte der Geschichte nicht geschadet
bookfeministvor 6 Monaten

Wir begleiten drei Protagonistinnen, die alle eins gemeinsam haben: Sie treffen Tyler. Jede von ihnen wird eine eigene Geschichte mit ihm haben. Ihre Wege kreuzen sich dabei nur am Rande. Über die Handlung hinweg schwebt die Anschuldigung einer der Protagonistin, dass Tyler sie vergewaltigt habe.

Ich habe das Buch vor dem Hintergrund ausgewählt, weil aus der Inhaltsbeschreibung hervor ging, dass die Handlung auch juristisch betrachtet wird und die Autorin selbst Juristin ist. Zwar ist eine der Protagonistin angehende Jurastudentin und an wenigen Stellen wird auch das Verhältnis zwischen Recht und Gerechtigkeit angesprochen, aber leider doch nur sehr oberflächlich und meines Empfinden nach etwas zu unvollständig. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen. 

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Cover des Buches Das Privileg (ISBN: 9783499274565)
DrunkenCherrys avatar

Rezension zu "Das Privileg" von Mary Adkins

Konnte mich nicht überzeugen
DrunkenCherryvor 8 Monaten

Ich muss sagen, dass ich mir unter dem Buch etwas ganz anderes vorgestellt habe. Auf dem Klappentext wird verraten, dass es um die Geschichte dreier Frauen geht, die nur eine Gemeinsamkeit haben: Tyler Brand, einen Mann, der hier noch wegen eines sexuellen Übergriffs beschuldigt werden wird. Irgendwie habe ich erwartet, dass sich die Wege der drei irgendwann kreuzen würden und aus drei Geschichten eine werden würde, aber so richtig ist das nicht passiert, zumindest nicht so, wie ich es mir gedacht hatte.

Der Schreibstil der Autorin war für mich gewöhnungsbedürftig. Sie erschafft durchaus interessante Charaktere und hatte auch tolle Ansätze in ihrer Geschichte, brachte aber keinerlei Gefühle rüber. Ich hatte oft das Gefühl, dass es unnötige Passagen gab, die eigentlich nichts zur Geschichte beitrugen. Zum Ende hin ergibt das, was geschrieben wurde, dann schon irgendwie Sinn, es war aber weder spannend, noch wurde es befriedigend aufgelöst. Das Buch hätte problemlos hundert Seiten weniger haben können, ohne, dass etwas gefehlt hätte.

Über die einzelnen Figuren wurde viel erzählt, so dass man ein genaues Bild von ihnen vor Augen hatte, jedoch schaffte Mary Adkins es nicht, dass ich mich auch nur einer von ihnen verbunden fühlte. Ihre Geschichten waren traurig, kämpferisch und mitten aus dem Leben – aber sie waren mir einfach egal. Und das finde ich schon sehr traurig.

Am traurigsten fand ich, dass mir nicht einmal Annie, die Opfer einer Vergewaltigung wird, sympathisch war. Tatsächlich konnte ich ihr Verhalten oftmals gar nicht nachvollziehen. Dass der zweite sexuelle Übergriff nur rückblickend erzählt wird, trug auch nicht dazu bei, dass ich sie besser verstehen konnte.

Den Part von Bea, die zu Beginn Tyler Brands studentische Beihilfe ist, hätte man komplett aus der Geschichte streichen können und es hätte sich nur minimal etwas geändert.

Ja, das Buch greift mit der MeToo-Debatte ein wichtiges Thema auf, die Umsetzung fand ich aber überhaupt nicht gelungen. Das Einzige, was ich aus dem Buch mitnehmen kann, ist, dass reiche, weiße Männer mit Verbindungen es im Leben immer leicht haben werden und sich alles erlauben können. Und ich glaube, das war eigentlich nicht das Ziel der Autorin. 

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Cover des Buches Das Privileg (ISBN: 9783463407128)
leseleas avatar

Rezension zu "Das Privileg" von Mary Adkins

College Girls
leseleavor einem Jahr

Annie, Bea und Stayja haben nichts gemeinsam, außer genau zwei Dinge: Sie sind alle mit dem Carter College verbunden. Und sie alle kennen Tyler Brand. Annie studiert im zweiten Jahr am College, das sie dank eines Musikstipendiums besuchen kann; sie zeigt Tyler wegen Vergewaltigung. Bea hat sich aufgrund eines speziellen juristischen Programms für das Carter entschieden und darf bereits als Erstsemestlerin der berühmten Improtheatergruppe des Colleges anschließen; sie wird Tyler als studentischer Rechtsbeistand beigestellt, als der Vergewaltigungsvorwurf intern untersucht wird. Stayja jobbt im Café des Colleges, um so genügend Geld für ihre Krankenschwesterausbildung anzusparen, die ihre alleinerziehende Mutter nicht finanzieren kann; sie verliebt sich in Tyler und lässt sich auf eine lockere Beziehung mit ihm ein. Das Opfer, die neutrale Richterin, die verblendete Verliebte: Sie alle bekommen im Collegeuniversum (das mehr von Tyler und seiner reichen Familie dominiert wird, als sie zunächst realisieren können) eine bestimmte Rolle zugewiesen. Doch keine der drei Frauen fühlt sich auf Dauer mit dieser Fremdbeschreibung wohl und eine jede versucht – mal früher, mal später, mal kämpferischer, mal vorsichtiger – aus diesem Korsett auszubrechen.

Mary Adkins hat mit Das Privileg einen zeitgenössischen #metoo-Roman veröffentlicht, der in der amerikanischen College-Welt spielt und die Thematik sexuelle Belästigung bzw. sexuelle Übergriffe mit ebenso großen Begriffen wie Rassismus und sozialer Ungleichheit verbindet und dabei vor allem die Spannung zwischen Geld und moralischen Entscheidungen in den Blick nimmt. Dabei liest sich der Roman jedoch deutlich leichter, als man es bei dieser Themenfülle erwarten würde. Mary Adkins hat einen in gewisser Weise klassischen College-Roman verfasst, in dem sich Leser:innen leicht wiederfinden und aus zahlreichen US-Serien bekannt ist: Es gibt Partys mit roten Trinkcups, verschiedene Stipendienmodelle, den Campus als Lebensmittelpunkt und eigene Stadt, Verbindungen mit jedes Vorurteil bestätigenden Verbindungsstudierenden, Wohnheimatmosphäre etc. Adkins schafft auf knapp 430 Seiten eine College-Blase, aus der sie ihre Protagonistinnen nur selten ausbrechen lässt. In Verbindung mit dem lockeren Schreibstil ohne jegliche Schwere und Anspruch kommt der Roman daher bisweilen oberflächlich daher. Kann man auf diese Weisen diesem so wichtigen und facettenreichen Thema überhaupt gerecht werden?

Ich persönlich habe mich lange an dieser Frage aufgehalten und war über lange Zeit skeptisch – auch wenn mich der Roman gut unterhalten hat und ich schnell bei den Figuren und der Welt, in der sie interagieren, war. Ich hätte mir tatsächlich bisweilen einen schärferen analytischen Blick und eine größere Debatte im Roman selber gewünscht und glaube, dass man vor allem die Figur der Bea dafür hätte stärker nutzen müssen, da sie insgesamt die spannendste, weil eben auch zerrissenste Protagonistin war und damit für die Leser:innen die größte Projektionsfläche anbot; die Rolle von Stayja hingegen schien mir im Roman die unnötigste zu sein und nur für den Aspekt des Klassismus integriert worden zu sein. Andererseits erzählt Adkins sehr realistisch von einem Vorfall und seinen Folgen, der in dem geschilderten Kosmos (und hierbei ist es durchaus ausschlaggeben, dass die Geschichte in den Staaten mit ihrer Diskussion um Identitätpolitik und Safe Spaces gerade in Bildungsinstitutionen spielt) beinahe eine Alltäglichkeit darstellt: Ein reicher Verbindungstyp wird der Vergewaltigung beschuldigt. Die einen halten pauschal zu Anklägerin, einer „Überlebenden“, die anderen unterstellen ihr, es auf das Geld des Beschuldigten abgesehen zu haben. Vielen ist es der Vorfall egal, einige intellektualisieren ihn und betten ihn in das nächste Gender-Seminar ein, während die Hochschulverwaltung den Verhaltenskodex überarbeitet. Für Annie hat sie alles geändert, für Tyler vielleicht auch etwas, der Großteil des Umfelds bleibt von der individuellen Tragödie aber unberührt – eine Haltung, die sich in der Erzählweise tatsächlich widerspiegelt und damit passend ist.

Letztendlich hat mich Das Privileg nicht hundertprozentig überzeugen können, dafür erschien mir der Roman nicht vollends ausgereift, was sich vor allem an dem sich improvisiert anfühlenden Ende deutlich wurde. Er ist sicherlich ein weitere Beitrag zu #metoo-Debatte und zeigt für mich besonders deutlich, dass es weniger um „Nein heißt Nein“, sondern um „Nur Ja heißt Ja“ gehen sollte; der große Wurf zur Diskussion ist er jedoch nicht. Trotzdem habe ich das Buch – auch wenn es bei dem Thema komisch klingt – gerne gelesen. Für mich hatte es etwas von einer Einsteigerlektüre, die frei von Radikalität und jeglichem Theorisieren ist, aber trotzdem deutlich macht, dass wir über Grenzen und Grenzüberschreitungen reden müssen und Schwarz-Weiß-Kategorien bei sexueller Gewalt nicht dienlich sind. Daher insgesamt immer noch 4 Sterne.

Kommentare: 3
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