Martin Cruz Smith

 3,7 Sterne bei 253 Bewertungen
Autor von Gorki Park, Nacht in Havanna und weiteren Büchern.
Autorenbild von Martin Cruz Smith (©Luisa Cruz Smith)

Lebenslauf von Martin Cruz Smith

Historisch angehauchte Kriminalfälle: Der 1942 geborene Autor wurde als Sohn eines Jazz-Musikers und einer Indianerin in Pennsylvania geboren. Nach seinem Bachelorstudium arbeitete er als Journalist. 1970 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Indians Won“ (dt. „Der andere Sieger“ 1984). Zu internationaler Bekanntheit verhalf ihm die Krimireihe um den Moskauer Ermittler Arkady Renko, deren erster Band „Gorky Park“ 1981 zu einem weltweiten Bestseller und zwei Jahre später mit William Hurt, Lee Marvin und Brian Dennehy verfilmt wurde. Martin Cruz Smith heißt mit bürgerlichem Namen William Martin Smith und publiziert auch als Nick Carter, Martin Quinn, Simon Quinn, Martin Smith und dem Gemeinschaftspseudonym Jake Logan. Aber der Schriftsteller verfasst nicht nur Kriminalromane und Thriller. 2018 erschien der Liebesroman „Im Schatten von San Marco“, der in Venedig kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs spielt und von der Jüdin Giulia Silber erzählt. Martin Cruz Smith lebt mit seiner Familie in San Rafael in Kalifornien und wird trotz seines fortgeschrittenen Alters nicht müde, uns mit literarischen Schätzen zu versorgen.

Alle Bücher von Martin Cruz Smith

Cover des Buches Gorki Park (ISBN: 9783442749980)

Gorki Park

 (86)
Erschienen am 09.11.2015
Cover des Buches Nacht in Havanna (ISBN: 9783442554959)

Nacht in Havanna

 (27)
Erschienen am 08.05.2007
Cover des Buches Stalins Geist (ISBN: 9783442471461)

Stalins Geist

 (19)
Erschienen am 14.10.2009
Cover des Buches Polar Star (ISBN: 9783442446612)

Polar Star

 (18)
Erschienen am 13.12.2002
Cover des Buches Die schwarze Rose (ISBN: 9783442459599)

Die schwarze Rose

 (15)
Erschienen am 11.07.2005
Cover des Buches Treue Genossen (ISBN: 9783841901644)

Treue Genossen

 (12)
Erschienen am 11.06.2012
Cover des Buches Tatjana (ISBN: 9783442749270)

Tatjana

 (9)
Erschienen am 11.05.2015

Neue Rezensionen zu Martin Cruz Smith

Cover des Buches Der andere Sieger (ISBN: 9783453048324)D

Rezension zu "Der andere Sieger" von Martin Cruz Smith

Wenn die Indianer gewonnen hätten...
Dominik_Hellenbeckvor 3 Monaten

Das Buch ist zwar mit 188 Seiten nicht umfangreich, besticht aber durch Sachkenntnis und historische Genauigkeit, etwa was die handelnden Personen und Institutionen betrifft. Zumindest, was die Geschichte der USA betrifft, denn eine vom Autor in die 1870er verortete „Türkei“ gab es damals noch nicht. Aber sowohl der Mormonen-Staat „Deseret“ mit seinem Präsidenten John Taylor und Prediger Orson Pratt samt der mormonischen „Nouvoo Legion“ sind historisch ebenso verbürgt wie die US-Generäle George Crook oder Nelson Miles auf der einen oder die Häuptlinge Red Cloud und White Bull, die Dog Soldiers etc. auf der anderen Seite.

Bis zur (kontrafaktischen) Niederlage von General Crook orientiert sich der Autor am geschichtlichen Ablauf, ab dann handeln die Protagonisten in einem Paralleluniversum, in welchem der Autor aber trotzdem noch sehr viel reale Geschichte verarbeitet. Der entscheidende Aspekt, der bei Cruz-Smith für den alternativen Ausgang der Geschichte sorgt, ist primär das Gleichziehen der Indianer bei der Waffentechnik, bedingt durch Lieferungen moderner Repetier- und "Goroloff-"Maschinengewehre durch Großbritannien via Kanada an die Indianer. Er zieht ausdrückliche Parallelen zwischen der Loslösung der amerikanischen Kolonien vom britischen Mutterland und der Bildung einer indianischen Nation, beides ermöglicht durch das Vorhandensein einer technischen und intellektuellen Intelligenzschicht aus Ingenieuren, Anwälten, Ärzten, Soldaten etc.

Inwieweit dies bei den zahlreichen indianischen Nationen hätte Realität werden können, bleibt natürlich Spekulation. Tatsache ist jedoch, dass der gesellschaftliche Entwicklungsstand der amerikanischen Siedler (mit ihrer primär europäischen Prägung) kaum vergleichbar mit den Jägern und Sammlern der Nomadenstämme war, die im Kern ihre urzeitlichen Lebensgewohnheiten beibehielten. Der Autor setzt mit seinem alternativen Geschichtsverlauf voraus, dass die Indianer sich innerhalb einer Generation von der Steinzeit (Pfeil und Bogen samt Tomahawk) in die Moderne (Granaten, Tretminen und Maschinengewehre) katapultieren und taktische Konzepte plus Gefechtsstrategien diszipliniert umsetzen konnten. Er umschreibt diese seltsame Turbo-Verwandlung mit dem Satz: „Die Indianer waren plötzlich zu etwas anderem geworden“. Dies reicht meines Erachtens aber nicht, um ihnen glaubhaft die Entwicklung „der ersten Luftwaffe der Welt“ zuzutrauen, wie es Cruz-Smith tut. Hier fehlt - neben den technischen Ausbildungsstätten  - vor allem die Technik-Affinität bei Naturvölkern, die Schußwaffen nicht selbst erfanden und weiterentwickelten, sondern diese erbeuteten oder erwarben.

Fraglich ist zudem, ob eine durch eine Indianernation in Ost und West geteilte USA überhaupt die Fähigkeit und Motivation gehabt hätte, etwa den (vom Autor explizit angesprochenen) Vietnamkrieg zu führen. Allein der Schutz der Außen- und Binnengrenzen hätte Truppen und Energie gebunden, Mexiko hatte ja bereits immense Gebiete an die USA verloren (Revanchegedanke) und Großbritannien (im Buch den USA gegenüber feindselig) stand quasi an der Nordgrenze (Kanada). Auch der Immigrantenstrom in die überfüllte Staaten mit wenig wirtschaftlichem Wachstum (Keine Transportwege „Coast to Coast“) wäre versiegt, daher bleibt schon fraglich, woher die Soldaten für interkontinentale Einsätze hätten kommen sollen. Die Vorstellung des Autors, dass karibische Staaten, Kuba und die Philippinen Bundesstaaten der USA wurden, mag manchem gefallen, bleibt aber vor diesem Hintergrund doch eher unwahrscheinlich.

Da die geopolitische Statik vollkommen anders gewesen wäre, muß hinterfragt werden, ob der Norden überhaupt den (im Buch ebenso erwähnten) Sezessionskrieg siegreich überstanden hätte. Wenn Großbritannien die Bildung einer Indianernation unterstützte, dann sicherlich auch die Konföderierten Staaten von Amerika („Divide et impera“). Der Schluß des Romans auf den letzten beiden Seiten wirkt seltsam willkürlich drangehängt, als hätte der Verlagslektor dem Autor das Manuskript aus der Hand gerissen, weil schon längst Abgabetermin war. Hier gibt es plötzlich einen Twist, der den gesamten vorherigen  Spannungsaufbau ad absurdum führt. Schade drum, das Buch hätte ein logisches Ende verdient.

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Cover des Buches Nacht in Havanna (ISBN: 9783442554959)A

Rezension zu "Nacht in Havanna" von Martin Cruz Smith

Eiskalt und bullenheiß in einem!
addicted3booksvor einem Jahr

Havanna ist der vierte Renko-Roman von Martin Cruz Smith (1981 Gorky Park, 1989 Polar Star, 1991 Red Square, 1999 Havanna, 2004 Wolves eat Dogs, 2007 Stalin's Ghost, 2010 Three Stations, 2013 Tatiana, 2019 The Seberian Delemma). 

Von den neun Romanen ist dieser meiner Meinung nach der beste. Arkadi Renko ist in Havanna, Kuba unterwegs, Dort soll er das Verschwinden seines FreundFeindes Sergej Pribluda aufklären. Er kommt gerade zurecht, um beim Auffinden einer Leiche aus der Bucht von Havanna dabeizusein, die möglicherweise jene von Pribluda ist. An den Herzinfarkt glaubt er nicht und beginnt zu ermitteln. Ohne jede Rücksicht, so wie immer. Und macht sich natürlich wieder mal mächtige Feinde.

Für mich eine gelungene und interessante Mischung aus Russland und Kuba, die zwar lange dicke Freunde waren, aber so gar nicht zusammenpassen. Detailreich beschreibt Cruz die schwierigen Ermittlungen in einer Welt, die so gar nicht Arkadis ist. 

Kann ich nur empfehlen!

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Cover des Buches Die Spur des Bären (ISBN: 9783570104187)nellsches avatar

Rezension zu "Die Spur des Bären" von Martin Cruz Smith

Ein echter Flop
nellschevor einem Jahr

Der Moskauer Ermittler Arkadi Renko macht sich auf die Suche nach seiner ehemaligen Geliebten Tatjana, denn sie ist nicht planmäßig aus Sibirien zurückgekehrt. Arkadi befürchtet, dass sie in Gefahr ist, denn als Enthüllungsjournalistin wollte sie einen durchaus skrupellosen Mann porträtieren.

Die Beschreibung dieses Thrillers und das toll gestaltete Cover haben mich total angesprochen. Und da ich noch kein Buch dieses Autors kannte, war ich umso mehr gespannt.
Leider hat mich das Buch von Anfang an einfach nur enttäuscht. Ich habe wirklich schon lange kein so schlechtes Buch mehr gelesen.
Der Schreibstil war nicht packend, sondern eher einschläfernd. Es fiel mir unglaublich schwer, weiterzulesen und bis zum Ende durchzuhalten. Am liebsten hätte ich das Buch schon spätestens nach dem ersten Viertel beiseite gelegt.
Die Charaktere blieben oberflächlich und blass, sie besaßen keinerlei Tiefe und mich konnte keiner von ihnen fesseln. Dies sollte aber zumindest bei dem Hauptcharakter, egal ob sympathisch oder nicht, sein. Hier leider Fehlanzeige.
Die Story selbst konnte mich leider gar nicht packen. Alles wurde tendenziell langweilig und ohne Pfiff erzählt. Dazu gab es noch ganz viel Verwirrung und aufgebauschtes Nebensächliches. Spannung habe ich hier vergeblich gesucht. Da frage ich mich natürlich, wieso dieses Buch als Thriller deklariert wurde. Bei mir kam wirklich Null Spannung auf.

Dieses Buch war ein absoluter Flop und ich vergebe 1 von 5 Sternen.

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Zusätzliche Informationen

Martin Cruz Smith wurde am 03. November 1942 in Reading, Pennsylvania (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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