Malla Nunn

 4,2 Sterne bei 48 Bewertungen
Autorin von Ein schöner Ort zum Sterben, Tal des Schweigens und weiteren Büchern.
Autorenbild von Malla Nunn (© Darryl Robinson)

Lebenslauf von Malla Nunn

Malla Nunn wurde in Swasiland, Südafrika geboren und ist einige Jahre dort aufgewachsen. In den 1970er Jahren emigrierte Sie mit ihrer Familie nach Australien, wo sie an der University of Western Australia Englisch und Geschichte studierte und mit einem Bachelor abschloss. Nach dem Studium ging sie für einige Jahre in die USA, wo sie ihren späteren Ehemann kennenlernte. Nach ihrer Rückkehr nach Australien veröffentlichte sie einige Kurzfilme sowie Kurzgeschichten. 2008 veröffentlichte Sie ihren Debütroman »Ein schöner Ort zu sterben« (Originaltitel: »A Beautiful Place to Die«) als ersten Band einer geplanten Reihe um den Johannisburger Detektiv Emmanuel Cooper. Nunn lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Sydney.

Alle Bücher von Malla Nunn

Cover des Buches Ein schöner Ort zum Sterben (ISBN: 9783867542616)

Ein schöner Ort zum Sterben

 (23)
Erschienen am 23.05.2022
Cover des Buches Tal des Schweigens (ISBN: 9783867542074)

Tal des Schweigens

 (7)
Erschienen am 31.10.2022
Cover des Buches Zeit der Finsternis (ISBN: 9783867542173)

Zeit der Finsternis

 (6)
Erschienen am 19.09.2016
Cover des Buches Lass die Toten ruhen (ISBN: 9783746628806)

Lass die Toten ruhen

 (7)
Erschienen am 21.01.2013
Cover des Buches Ist die Erde hart (ISBN: 9783867544092)

Ist die Erde hart

 (1)
Erschienen am 08.08.2022
Cover des Buches Lass die Toten ruhen (ISBN: 9783867542623)

Lass die Toten ruhen

 (0)
Erschienen am 15.08.2022
Cover des Buches A Beautiful Place to Die (ISBN: 9781410429728)

A Beautiful Place to Die

 (1)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Let the Dead Lie (ISBN: 9780330461016)

Let the Dead Lie

 (1)
Erschienen am 14.02.2011

Neue Rezensionen zu Malla Nunn

Cover des Buches Ist die Erde hart (ISBN: 9783867544092)
schillerbuchs avatar

Rezension zu "Ist die Erde hart" von Malla Nunn

Ist die Erde hart, tanzen die Frauen
schillerbuchvor 16 Stunden

Malla Nunn kannte ich bisher als Krimiautorin, deren Romane im Südafrika der 1950er Jahre spielen. Als ich las, daß es von ihr einen neuen Roman gibt (kein Krimi!) interessierte er mich sofort und ich freute mich sehr, daß er unterm Weihnachtsbaum lag!

Der Inhalt

Januar 1965 in Swasiland: Schulbeginn an der Keziah Christian Academy, einem Internat ausschließlich für ›Mischlinge‹. Adele Joubert ist gut darin, nicht anzuecken: immer lächeln, die Regeln befolgen, keinen Ärger machen. Doch nun kommt eine Neue aufs Internat, und Adele büßt ihren Platz in der Gruppe der privilegierten Mädchen ein. Sie muss mit der Querulantin der Schule in die Kammer der toten Lorraine ziehen, wo es spukt …
Mit Hilfe der Lektüre von Jane Eyre entflieht Adele ins ferne nasskalte England, doch die Internatswirklichkeit holt sie bald wieder ein, und sie sieht sich um ihre Wahrheiten kämpfen. (© Ariadne Verlag)

Meine Meinung

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Spannend, empathisch und mit leisem Humor erzählt Malla Nunn von Adele. Der Vater hat “tiefe Taschen”, wie es an einer Stelle heißt, das bedeutet, daß er seine Zweitfamilie finanziell großzügig unterstützt. Jeden Donnerstag begleitet Adele ihre Mutter zur Telefonzelle des Dorfes, in dem sie leben, wo sie mit dem Vater telefonieren, manchmal kommt er auch, um sie zu besuchen. Er finanziert außerdem Adeles Internatsausbildung.

Mit Adele erleben wir Leser:innen den Alltag in dieser Schule, in der ausschließlich Mischlingskinder unterrichtet werden. Auch dort gibt es klare Hierarchien und einen Verhaltenskodex unter den Schüler:innen. Die Kinder wohlhabender Eltern werden besser behandelt als die Armen: Sie bekommen größere Essensportionen (schließlich haben sie mehr bezahlt oder gespendet), müssen nicht in einer langen Schlange anstehen, um ihre  (gebrauchten) Schulbücher zu erhalten (die die anderen selbst mitbringen) und werden bei der morgendlichen Sauberkeitsinspektion übergangen. Und wem es glingt, mit den “Oberligamädchen” zusammen zu sein, genießt Ansehen unter den Mädchen. Zu dieser Oberliga gehörte Adele bisher und der Schock ist groß, als sie nach den Ferien nicht nur ihren Platz in der Clique einbüßt, sondern auch noch mit Lotti Diamond in ein Zimmer gesteckt wird, einem Mädchen, das “halb jüdisch, ein Viertel schottisch und der Rest rein Zulu” ist. Aber im Laufe des Romans beginnt Adele sich zu ändern. Sie merkt, daß Lotti zwar im Gegensatz zu ihr nicht höflich und brav ist, sich aber ihre eigene Strategie geschaffen hat, mit den Demütigungen zurecht zu kommen, die ihr zugefügt werden. Und so beginnt Adele selbst, die Regeln, die sie bisher so brav und unreflektiert befolgt hat, immer öfter zu hinterfragen und sich zu verändern.

Wie Mala Nunn das erzählt, hat mich beeindruckt. Sie erzählt konsequent aus der Perspektive von Adele und wir erleben mit, wie Adeles Blick für die Ungerechtigkeiten sich schärft und sie, wie Lotti, beginnt, sich nicht mehr nur zu fügen, sondern selbstbewusst zu agieren. Dieser Prozess ist schmerzhaft, aber Lotti wird ihr, nicht nur durch die gemeinsame Lektüre von Jane Eyre zu einer guten Freundin, ohne daß ihr das zunächst bewusst ist. Und es wäre kein Roman von Malla Nunn, wenn nicht auch noch ein kleines kriminalistisches Moment in ihm enthalten wäre: Im Internat ist auch ein Junge mit Trisomie 21, mit dem Lotti sich angefreundet hat, und der irgendwann spurlos verschwindet. Lotti ist die Einzige, die ihn vermisst und schlimmes befürchtet. Was mit ihm passiert ist, löst sich erst am Ende auf.

“Ist die Erde hart, tanzen die Frauen” ist das titelgebende Afrikanische Sprichwort. Und am Ende begreift auch Adele, was es bedeutet: Die harte Erde mit all ihrer Ungerechtigkeit, dem Schmerz und der Grausamkeit, auf der sie und ihre Mutter stehen, kann nicht ersetzt werden, aber sie kann verändert werden. Die Frauen tanzen, um Freude zu bringen und die Erde weicher zu machen. Und sie tanzen für Veränderung.

Fazit: Ein wirklich lesenswerter Roman, der mich berührt und gefesselt hat. Leseempfehlung!

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Cover des Buches Ein schöner Ort zu sterben (ISBN: 9783746626833)
Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Ein schöner Ort zu sterben" von Malla Nunn

Ein spannender Krimi, eingebettet in eine intensive Beschreibung der südafrikanischen Gesellschaft und der wunderschönen Natur.
Igelmanu66vor 2 Monaten

»Es war nach sechs Uhr morgens«, antwortete der schwarze Polizist.
»Die wissen einfach, wie spät es ist«, half Hansie eilfertig aus. »Uhren wie unsereiner brauchen die nicht.«

 

Südafrika 1952. Die neuen Apartheid-Gesetze sind in Kraft, jegliche Kontakte zu Angehörigen anderer Rassen sind zu meiden. Als in einer ländlichen Gegend der dortige Captain der Polizei, ein Bure, erschossen aufgefunden wird, wird Detective Sergeant Emmanuel Cooper, ein Engländer aus Johannisburg, zu den Ermittlungen gerufen. In einem Klima voller Unsicherheit und Angst, gegenseitiger Vorurteile und weißer Arroganz beginnt er seine Arbeit, fast völlig auf sich allein gestellt.

Schnell wird ihm ein Tatverdächtiger präsentiert, der den ehrbaren Captain ermordet haben soll. Doch Emmanuel kommen Zweifel, dass die Weste des Opfers tatsächlich so blütenrein war, wie allgemein dargestellt. Er beginnt tiefer zu graben und gerät schon bald in große Gefahr, denn sein Ansatz passt der parallel ermittelnden Geheimpolizei überhaupt nicht…

 

Dieses Buch hat mich gleichzeitig gefesselt und abgestoßen, fasziniert und schockiert. Vorurteile ärgern mich generell, aber solche, die auf Rassenzugehörigkeiten beruhen, stoßen mich richtig ab. Furchtbar, wie sich Menschen anderen überlegen fühlen und das nur aufgrund ihrer Herkunft! Sie haben nichts dazu getan, besser oder schlechter, klüger oder dümmer zu sein, sie wurden lediglich geboren. Was für eine unglaubliche Anmaßung! Entsprechend war ich weite Teile des Buchs schlicht wütend. Dazu kam die ungeheure Brutalität der Geheimpolizei, unmenschlich und durch nichts zu rechtfertigen.

 

Der Krimi selbst war spannend und wurde ordentlich aufgelöst. Neben Emmanuel als positivem, wenn auch innerlich zerrissenem Protagonisten, gab es weitere Charaktere, die meine Sympathie hatten, zum Beispiel Constable Samuel Shabalala, ein Zulu oder Daniel Zweigman, ein alter Jude. Was mir zudem zusagte, waren die Beschreibungen der atemberaubend schönen Natur. Dazwischen empfand ich die Lektüre aufgrund der intensiven Schilderungen manchmal als belastend.

 

Fazit: Ein spannender Krimi, eingebettet in eine intensive Beschreibung der südafrikanischen Gesellschaft und der wunderschönen Natur.

 

»Was blieb einem schon übrig, als wieder aufzustehen und erneut gegen die ganze Welt anzutreten?«

Kommentare: 13
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Cover des Buches Lass die Toten ruhen (ISBN: 9783746628806)
efells avatar

Rezension zu "Lass die Toten ruhen" von Malla Nunn

Durban - Südafrika in den 50er Jahren
efellvor 3 Jahren

Malla Nunn wurde im südafrikanischen Swasiland geboren und besuchte dort eine gemischtrassige christliche Schule. Jetzt lebt sie in Australien


Eine sehr interessante Studie über die vielen verschiedenen Einwohnergruppen in Südafrika. Der Plot spielt in den 50er Jahren in Durban, wo die Rassentrennung damals sehr extrem war. Aber ist sie heute besser? Schottet sich nicht noch immer jede Rasse zusammen und will mit den anderen Menschengruppen nichts zu tun haben? Die Geschichte selber ist aber doch ziemlich düster und melancholisch. Drogenmilieu, Zuhälter, korrupte Polizei haben das Sagen. Kann der Ermittler Emmanuel Cooper Licht in die dunklen Machenschaften bringen?

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Gespräche aus der Community

Kennt jemand ähnliche Bücher, wie "Ein schöner Ort zu sterben" von Malla Nunn? Es ist ein Krimi, der in den 50er Jahren in Afrika spielt.
3 Beiträge
Schiller-Buchhandlungs avatar
Letzter Beitrag von  Schiller-Buchhandlungvor 13 Jahren
Ich habe das Buch von Malla Nunn ebenfalls gelsen und fand es sehr gut. Neben dem schon erwähnten Deon Meyer (hier vor allem das Buch "Tod vor Morgengrauen", das in die Vergangenheit zurückführt). Was sich auch sehr intensiv mit der südafrikanischen Gechichte auseinandersetzt ist der Roman "Roter Staub" von Gillian Slowo. Im Mittelpunkt steht die Verhandlung eines Falles vor der Wahrheitskommission, die zur Versöhnung beitragen soll und mich hat sehr beeindruckt, daß es so simple Schuld - Nichtschuld nicht gibt.
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