Lydia Sandgren

 4,5 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Gesammelte Werke.

Lebenslauf von Lydia Sandgren

Lydia Sandgren, geboren 1987, studierte Psychologie, Literaturwissenschaften und Philosophie in Göteborg, wo sie als praktizierende Psychologin noch heute lebt. Mit Anfang zwanzig begann sie, »Gesammelte Werke« zu schreiben. Nun, knapp zehn Jahre später, erobert ihr Debütroman die Herzen von Presse und Publikum im Sturm.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lydia Sandgren

Cover des Buches Gesammelte Werke (ISBN: 9783866486614)

Gesammelte Werke

 (41)
Erschienen am 12.10.2021

Neue Rezensionen zu Lydia Sandgren

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Rezension zu "Gesammelte Werke" von Lydia Sandgren

"Martin Berg"
Literaturwerkstatt-kreativvor 6 Tagen

„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

„Gesammelte Werke“ von Lydia Sandgren

Der Göteborger Verleger Martin Berg steckt beruflich und privat in einer Krise und versinkt in Erinnerungen an seine Göteborger Schul- und Studienzeit in den 80er Jahren. Er denkt an seinen langjährigen Freund und berühmten Künstler Gustav Becker, mit dem er ein Jahr in Frankreich war und wie sie zusammen in die Welt der Pariser Bohème eintauchten. Er denkt an sein Romanprojekt, welches immer noch nicht vollendet ist, aber auch an seine Frau Cecilia, die Jahre zuvor einfach spurlos aus seinem Leben verschwunden ist und nicht mehr zurückgekehrt ist. 

„Während Martin sich seinen Erinnerungen hingibt, blickt seine Tochter Rakel an jeder Straßenecke in die Augen ihrer verschwundenen Mutter, deren Porträt das Plakat einer großen Gustav-Becker-Retrospektive ziert. Als Rakel glaubt, Cecilia in dem Roman eines Berliner Schriftstellers wiederzuerkennen, scheint es an der Zeit, den Schatten, der über ihrer Familie liegt, endlich zu vertreiben.“


Fazit:

Lydia Sandgren hat mit ihrem Debütroman – der nicht weniger als 900 Seiten umfasst – ein ganz besonders anspruchsvolles und sehr ansprechendes Werk vorgelegt und mich nachhaltig beeindruckt. Sie besticht mit einer herrlich wortgewandten und bildhaften Sprache und hat mich bis zum Ende mit ihrer Geschichte gefesselt. Sie erzählt leichtfüßig und sehr unterhaltsam und trotzdem auf eine sehr tiefgründige und nachdenkliche Art. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Der Autorin gelang es zudem, in den Zeiten und Geschehnissen so locker hin und her zu springen – und das über so viele Seiten lang – ohne das ich den Überblick über die Handlung verloren hätte. Ihr gelang es mich auf eine interessante Zeitreise zurück in die 80er Jahre mitzunehmen. So wurde mir ein Einblick in die Welt des studierenden Göteborger (fiktiven) Philosophen Martin Berg und des( fiktiven) Künstlers Gustav Becker gewährt. Sandgren vermochte mich mitzunehmen in die Pariser Bohème, wo Martin und Gustav ein Jahr ihres Studiums verbrachten. Dabei entführt sie uns in eine interessante Welt der Literatur, Malerei, Philosophie und Psychologie. Und hier wird deutlich, dass die Autorin Psychologie, Literaturwissenschaften und Philosophie studiert hat. Das zeigt sich auch deutlich bei der Einführung der Protagonisten mit ihren sehr unterschiedlichen Charakteren; alle haben mir sehr gut gefallen. Gerade durch die einzelnen sehr detailliert beschriebenen Lebensgeschichten wurden ihre Figuren einem sehr vertraut und nahe. Mann sollte allerdings schon ein Faible für Literatur und Philosophie besitzen, ansonsten könnte der Roman möglicherweise als langatmig empfunden werden.

Ein außergewöhnlicher und interessanter Roman für Literaturliebhaber*innen und eine absolute Leseempfehlung von mir!





Die ganze Rezi auch auf meinem Literaturblog: https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2022/01/16/gesammelte-werke-von-lydia-sandgren/



Besten Dank an den "Mare Verlag" für das Rezensionsexemplar.
 

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Rezension zu "Gesammelte Werke" von Lydia Sandgren

Für Literaturliebhaber*innen
Nell_liestvor 25 Tagen

An „Gesammelte Werke“ von Lydia Sandgren kommt man seit Wochen nicht mehr vorbei und zwar zurecht. Es ist eine intelligente, feinsinnige Hommage an die Literatur und absolut lesenswert.

Erzählt wird die Familiengeschichte der Bergs, wozu auch Gustav, Martins bester Freund und erfolgreicher Künstler, gehört. Sie ist geprägt durch das Verschwinden von Cecilia, die ganz plötzlich Ehemann Martin und ihre beiden Kinder Rakel und Elis verlässt. Dabei geht Lydia Sandgren nicht rein chronologisch vor. In den ersten beiden Teilen wechselt Martins Perspektive, die in seiner frühen Jugend anfängt, lange bevor er Cecilia kennenlernt und wo Gustav noch die wichtigste Person in seinem Leben ist, mit der von Rakel, die mittlerweile Psychologie studiert und von Martin fast schon genötigt wird, deutsche Romane zu sichten, die er in seinem Verlag veröffentlichen will. Beide Erzählstränge ergänzen sich zu detaillierten Charakterstudien der einzelnen Familienmitglieder. Man erfährt wie sehr Martin für Literatur brennt, wie er Cecilia kennenlernt, wie sich eine Art Dreiecks-Freundschaft zwischen Martin, Gustav und Cecilia entspinnt, wie sie erwachsen werden. Und über allem schwebt die Frage, wie eine Mutter einfach so ihre Familie verlassen konnte. Der Antwort nähert man sich durch Martins Erzählung und Rakels Nachforschungen, Puzzlestück für Puzzlestück.

Der Plot ist gelungen konstruiert und die Charaktere vielschichtig gezeichnet. Es macht Spaß immer mehr über Cecilia zu erfahren, über die Dynamik der Beziehung und die Rollen, die jede*r Einzelne im Laufe der Zeit einnimmt. Es ist komplex, daher ist die Fülle von über 870 Seiten nicht verwunderlich, aber jede Einzelne hat ihre Daseinsberechtigung. Darüber hinaus ist der Roman eine Liebeserklärung an die Literatur, an das Schreiben und Lesen. Literaturliebhaber*innen werden sich darin verlieren. Es ist leicht zu lesen und gespickt mit wunderbaren Formulierungen. Und wie es bei solchen Büchern ist: man möchte nicht, dass es endet.

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Rezension zu "Gesammelte Werke" von Lydia Sandgren

Ein dicker Wälzer
Buecherwurmvor einem Monat

Das fast 900 Seiten dicke Buch ist schon ganz schön eindrucksvoll. Zu Beginn wusste ich nicht, ob mich ein solch dickes Buch fesseln kann.
Kurz zum Inhalt: Martin Berg leitet in Schweden einen kleinen Buchverlag. Er lebt mit seinen beiden Kindern in Göteburg in einer Wohnung. Seine Frau ist nach der Geburt des zweiten Kindes verschwunden und ist seitdem nicht mehr aufgetaucht. Als die Tochter ein Gutachten über ein Buch schreiben soll, glaubt sie darin ihre Mutter zu erkennen... Martin Berg erinnert sich währenddessen an wichtige Episoden in seinem Leben...
Die Autorin beschreibt minutiös das Leben des Martin Berg. Dazwischen finden sich erfundene Interviews, bzw. die Autorin schwenkt wieder in die Gegenwart zurück, in der die Tochter Rakel die Hauptrolle spielt, da sie die Mutter finden will. Die Stränge laufen paralell zueinander. Durch die genauen Beschreibungen kann man sehr tief in den Roman einsteigen.
Fazit: Für mich waren die 900 Seiten nicht zu viel. Zeigt dieser Roman doch verschiedene Fazetten. Das Scheitern des eigenen Lebensentwurfes, die Suche nach der Mutter, eine außergewöhnliche Freundschaft und auch noch die Beschreibung, wie ein Verlag funktioniert. Für mich ein schöner Schmöker für die nasskalten Tage.

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