Lara Prescott

 3,8 Sterne bei 113 Bewertungen
Autor von Alles, was wir sind, Alles, was wir sind und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Lara Prescott

Lara Prescott, geboren 1981 in Pennsylvania, studierte als Stipendiatin am Michener Center for Writers. Ihre Geschichten erschienen in literarischen Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Alles, was wir sind ist ihr Debütroman, für den sie jahrelang in Russland, Europa und den Archiven der CIA recherchierte. Sie lebt in Austin, Texas.Mehr unter www.laraprescott.com

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Lara Prescott

Cover des Buches Alles, was wir sind (ISBN: 9783746638072)

Alles, was wir sind

 (107)
Erschienen am 12.04.2021
Cover des Buches Alles, was wir sind (ISBN: 9783961050673)

Alles, was wir sind

 (4)
Erschienen am 08.11.2019

Neue Rezensionen zu Lara Prescott

Cover des Buches Alles, was wir sind (ISBN: 9783746638072)dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Alles, was wir sind" von Lara Prescott

Dr. Shiwago und die CIA
dunkelbuchvor 6 Monaten

Der Debütroman „Alles, was wir sind“ von Lara Prescott ist eine Geschichte über Spionage während des 2. Weltkriegs, die sich um das Buch Dr. Schiwago von Pasternak rankt. So gibt es auf amerikanischer Seite eine Personengruppe, die das Buch unbedingt in ihren Besitz bringen will, während die sowjetische Seite genau das zu verhindern sucht. Hauptspione und Protagonistinnen sind die amerikanische Sally Forrester und sowjetische Irina Drosdov. Dabei geht es um eine geschmuggelte Kopie von Dr. Schiwago, die in die USA gelangt und als Vorlage für viele weitere Kopien dienen soll, um die öffentliche Meinung in der UdSSR zu beeinflussen. Mein Fazit: Mir gefällt dieser Roman ausnehmend gut. Beeindruckend mit wie viel Einfühlungsvermögen die Autorin die damaligen gesellschaftlichen Strukturen nachzeichnet, insbesondere im Hinblick auf die Geschlechterrollen am Arbeitsplatz in Amerika. In der UdSSR hingegen wird ein Bild des Angst- und Überwachungsregimes gezeichnet.Mir hat diese Geschichte großes Lesevergnügen bereitet.

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Cover des Buches Alles, was wir sind (ISBN: 9783961050673)engineerwifes avatar

Rezension zu "Alles, was wir sind" von Lara Prescott

Hüben und drüben: Den Männern die Macht ...
engineerwifevor 10 Monaten

Wer liebt ihn nicht, den Film „Doktor Shiwago“ nach dem gleichnamigen Buch des Autors Boris Leonidowitsch Pasternak? Als Vorbild für Lara, die weibliche Hauptfigur des Romans, soll dabei Pasternaks langjährige Geliebte Olga Iwinskaja fungiert haben. Und um sie dreht sich auch ein Großteil der Geschichte „Alles, was wir sind“. Um Sie und ihre große Liebe für den Schriftsteller, der ihr schließlich einige Jahre Gefangenschaft in einem russischen Arbeitslager einbrachte. Doch er dankt ihr diese Ergebenheit nicht wirklich. Immer wieder bringt er sie in Gefahr, in dem er sie als seine Sekretärin fungieren lässt, um sie schließlich zu hintergehen, in dem er das fertige Manuskript aus den Händen gibt. Zeitgleich wird auch die USA auf der anderen Seite des Ozeans aktiv. Auch die CIA begibt sich auf Jagd nach dem scheinbar sehr kritischen Buch, dessen Veröffentlichung in Russland verboten ist. Zum Einsatz kommen dabei die Agentinnen Sally und Irina, die bald mehr als nur die Arbeit verbindet …


Ich gebe zu, es hat eine Weile gedauert, bis ich die Zusammenhänge verstanden habe. Mag auch mit daran gelegen haben, dass ich schlussendlich der Hörbuchversion der Printversion gegenüber den Vorrang gegeben habe. Aber einmal drin in der Story, wurde mir schnell klar, dass die Autorin Lara Prescott mit ihrem Roman viel mehr ausdrücken wollte als nur die reine Jagd auf das Buch. Auf eindringliche Weise prangert sie die unsäglichen Zustände in Russland an und macht auch vor den Vereinigten Staaten nicht halt. Auch dort scheint sich die Uhr nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs eher rückwärts gedreht zu haben. Frauen werden gerne wieder auf ihre Rolle als Heimchen am Herd reduziert, Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe und den Tisch gekehrt, kurzum: „Den Männern die Macht. 


Wie gesagt, denke ich, dass ich diesmal mit der Printversion besser gefahren wäre und so kann ich für das Hörbuch leider nur 3,5 von 5 möglichen Sternen vergeben. 

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Cover des Buches Alles, was wir sind (ISBN: 9783746638072)wbetty77s avatar

Rezension zu "Alles, was wir sind" von Lara Prescott

Fesselnder Mix
wbetty77vor einem Jahr

Inhalt

Der bekannte russische Dichter Boris Pasternak stellt seinen Roman „Dr. Schiwago“ fertig, doch in der Sowjetunion wird das Buch aufgrund der staatsfeindlichen Schilderungen nicht veröffentlicht. Als ein italienischer Verleger sich um die Rechte des Romans bemüht, um diesen in Europa zu veröffentlichen, willigt Pasternak ein und tritt damit eine Lawine los, die ihn in seinem Land das Leben kosten könnte.

Der Roman erscheint und wird zum Bestseller. Mitten im Kalten Krieg wird der US-amerikanische Geheimdienst auf diesen Literaturerfolg aufmerksam. Die CIA lässt den Roman im Original drucken und schmuggelt das Buch in die Sowjetunion, um Widerstand in der Bevölkerung zu wecken. Als der KGB davon erfährt, versucht er mit allen Mitteln die Verbreitung des Romans zu verhindern. Als Pasternak dann auch noch der Nobelpreis verliehen wird, sieht die Sowjetunion sich gezwungen zu handeln. Es ist der Kampf der Systeme, die einen Roman kurzzeitig zum Spielball der Macht machen und dadurch das Leben einiger Menschen tiefgreifend verändern. 


Meinung

„Alles, was wir sind“ erzählt die Geschichte eines berühmten Romans; Doktor Schiwago. Der sensible Schriftsteller und Arzt Schiwago, hin und her gerissen zwischen seiner Familie und seiner großen Liebe Lara und das alles vor dem historischen Umbruch der russischen Oktoberrevolution. „Dr. Schiwago“ wurde bei seinem erscheinen zu einem Politikum, zum Spielball im Kalten Krieg. Der Roman „Alles, was wir sind“ beruht auf wahren Tatsachen. Dafür hat die Autorin Lara Prescott aufwendig recherchiert.

Die Geschichte spielt über das gesamte Jahrzehnt der 1950er. Dabei wechseln sich Ost und West ab, sodass die Handlung aus völlig unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Den Anfang macht Olga, also der Osten. Sie ist Pasternaks Geliebte. Eine verhängnisvolle Liebe zu Zeiten Stalins und Chruschtschow. Noch bevor Schiwago überhaupt fertig gestellt ist, verbringt sie drei Jahre im Arbeitslager. An Pasternak selbst traut man sich nicht heran, zu groß ist seine Beliebtheit. Als der Roman beendet ist, findet sich in der Sowjetunion niemand, der es wagt,das Buch zu veröffentlichen. Am Beispiel von Pasternak wird deutlich, wie der Staat seine Macht ausspielt, wie sehr er über die Kultur bestimmt und wie er es versteht sein Volk zu manipulieren. Olgas Schilderungen vom Umerziehungslager sind erschreckend. Dort sind keine Straftäterinnen, sondern nur Frauen, die die rechtliche Willkür einer Diktatur zu spüren bekommen. 

Auch in Pasternaks Gedanken tauchen wir ein und erfahren seine Sicht der Dinge. Ich kann verstehen, dass er seinen Roman veröffentlichen will, dass er den Nobelpreis annehmen will, doch er bringt damit nicht nur sich selbst, sondern vor allem Olga und ihre Kinder in Gefahr. Er nimmt meiner Ansicht nach wenig Rücksicht. Drei Jahre hat sie wegen ihm schon im Lager verbracht. Sie, nicht seine Frau! Und es werden nach seinem Tod weitere hinzukommen. Wohl wissend welche Konsequenzen sein Handeln haben könnte, lässt er zu, dass Schiwago in Europa veröffentlicht wird. Er unternimmt auch keinerlei Anstrengung Olga herauszuhalten. Jedenfalls wirkt es auf mich so. 

Im Westen, in Washington D.C., sind die Frauen nach dem zweiten Weltkrieg wieder auf ihren Platz verwiesen worden. Die meisten fügen sich in die neue alte Welt, heiraten, werden Mutter. Nur wenige bleiben dem Geheimdienst treu. Die feine, aber auf den Punkt gebrachte Kritik der Autorin hat mir sehr gefallen. Sie sagt wie es ist. Die Männer, egal wie unfähig, machen Karriere, die Frauen, mit gleicher Qualifikation, bleiben Stenotypistinnen. Auch sonst finden sich in dem Roman einige deutliche Seitenhiebe auf das patriarchische System. 

Die Grundzüge dessen, was den Westen bewegt, erzählen uns eben diese Stenotypistinnen. Es ist ähnlich wie der Klatsch auf dem Büroflur, den man im Vorübergehen aufschnappt. Informativ, kurzweilig und wahrhaftiger als so manches offizielle Statement. Jedenfalls erzählen sie uns von früher, von jetzt und erklären den Lesern die Zusammenhänge und versorgen uns mit allen Neuigkeiten. Tiefer in die Geschichte steigen wir mit Irinas und Sallys Erzählungen ein. Aus ihren Perspektiven erleben wir sowohl ihre Liebesaffäre als auch ihre geheimen Aktivitäten hautnah mit. In den konservativen 1950er Jahre war Homosexualität in den USA undenkbar und wurde verfolgt. Eine Haltung, die es den beiden Frauen unmöglich macht, ihre Liebe zu leben. 

Die Autorin Lara Prescott hat aus einer wahren Geschichte rund um „Doktor Schiwago“, die mir bisher nicht in dem Umfang bekannt war, einen packenden und gesellschaftskritischen Roman verfasst. „Alles, was wir sind“ kritisiert dabei nicht einseitig nur die willkürliche und menschenverachtende Politik der ehemaligen Sowjetunion, sie schreibt auch über die Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf Ehefrau und Mutter reduziert wurden. Ihre Leistungen während des Krieges waren schnell vergessen und die Männer nahmen wieder ihre angestammten Positionen ein. Es war ein Zurück zu den konservativen Werten. Auch das Thema der Homosexualität oder die sexuelle Übergriffigkeit mancher Männer spart die Autorin nicht aus. 

Aufgrund der klaren Unterteilung zwischen West und Ost, den verschiedenen Erzählperspektiven, die meinen Lesefluss nie gestört haben, ist der/die Leser:in immer mitten im Geschehen und lernt die Charaktere in allen Facetten kennen. Die Hauptakteurinnen des Romans sind die Frauen. Olga und im späteren Verlauf des Buches auch ihre Tochter Ira für den Osten und natürlich Irina und Sally ebenso wie der Pulk der Stenotypistinnen für den Westen. Dem Roman gelingt es großartig die Stimmung der Angst, die in der Sowjetunion umgeht, einzufangen ebenso wie die biedere, patriarchische Gesellschaft in den USA auf den Punkt zu beschreiben. Der Roman schlägt sich auf keine Seite. Kein schwarzweiß Denken, kein Gut und Böse, etwas, das mir sehr gut gefallen hat.


Fazit

Es ist ein lebendiger als auch bemerkenswerter Roman nach einer wahren Geschichte.


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Gespräche aus der Community

Die unvergessliche Liebesgeschichte zwischen Boris Pasternak und seiner Muse Olga Iwinskaja.
Herzlich Willkommen zu unserer Leserunde zu Lara Prescotts Debütroman »Alles, was wir sind«

Liebe Leser*innen, 

Wir verlosen 20 Exemplare des Romans »Alles, was wir sind« von Lara Prescott unter allen die gespannt sind auf den Debütroman der US-Autorin. Möchtet ihr euch mit anderen Leser*innenn im Rahmen der Leserunde austauschen und anschließend eine Rezension schreiben?

Dann bewerbt euch bis zum 1. Dezember und gewinnt eines von 20 Exemplaren! 


Und darum geht´s im Buch: Der Kalte Krieg zieht herauf, und Worte werden zu Waffen. Olga Iwinskaja, Schriftstellerin und Muse des großen Boris Pasternak, wird verhaftet. In Moskau will man verhindern, dass Pasternaks Roman »Doktor Shiwago« erscheint. In der Lagerhaft verliert Olga ihr Kind, doch sie hört nie auf, an ihre Liebe zu Boris zu glauben. Zugleich will die CIA mit einer einzigartigen Waffe den Geist des Widerstands in der Sowjetunion wecken – mit Literatur, mit »Doktor Shiwago«. Für die Mission wird die junge Irina angeworben und von der erfahrenen Agentin Sally ausgebildet. Eine gefährliche Hetzjagd auf den Roman beginnt, und der Druck auf Boris und Olga wird immer größer. Doch dann tritt »Doktor Shiwago« seinen Triumphzug um die Welt an ...

 
Viel Glück wünscht das Aufbau-Team 


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235 BeiträgeVerlosung beendet
Furbaby_Moms avatar
Letzter Beitrag von  Furbaby_Momvor 3 Jahren

Herzlichen Dank, dass ich dieses vielversprechende Werk kennenlernen durfte! Auch wenn es mich nicht komplett gefesselt hat, war es doch eine interessante Lektüre und man erkennt, dass es auf sehr intensiver Recherche basiert.

Meine Rezension habe ich neben LB u.A. auch auf den folgenden Seiten veröffentlicht: Amazon, WLD, mojoreads, Lesejury, Vorablesen, Heyn, Thalia, Hugendubel, eBook, Bücher, Weltbild, Ecobookstore und jpc.

https://www.lovelybooks.de/autor/Lara-Prescott/Alles-was-wir-sind-2028442356-w/rezension/2436434467/


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