Kristine Bilkau

 4,3 Sterne bei 279 Bewertungen
Autorin von Die Glücklichen, Eine Liebe, in Gedanken und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kristine Bilkau (©Luchterhand Literaturverlag)

Lebenslauf von Kristine Bilkau

Was braucht man, um glücklich zu sein? Dieser Frage geht die deutsche Autorin Kristine Bilkau in ihrem 2015 erschienenen Debütroman „Die Glücklichen“ nach. Isabell und Georg sind mit ihrem Leben zufrieden. Es könnte natürlich immer noch besser laufen, doch eigentlich fehlt es ihnen an nichts. Doch dann nimmt das Unglück seinen Lauf. Beide verlieren ihre Jobs und auch privat kämpfen sie um den Erhalt ihrer kleinen Familie. Trotz aller Anstrengungen drohen die beiden zu scheitern. Doch was bedeutet es, zu scheitern? Wann ist man wirklich gescheitert und wie kann man auch in unbeständigen, schwierigen Zeiten glücklich sein? Das Buch wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise dem Franz-Tumler-Preis, und in mehrere Sprachen übersetzt. Wie ihre Protagonisten lebt auch die Autorin in Hamburg. Dort ist sie 1974 geboren und aufgewachsen. Sie studiert in Hamburg und New Orleans Geschichte. Bilkau nimmt an verschiedenen Wettbewerben teil, wird 2008 Finalistin des Literaturwettbewerbs Open Mike in Berlin und erhält mehrere Stipendien. 2013 ist sie Teilnehmerin der Bayerischen Akademie des Schreibens des Münchener Literaturhauses. Heute lebt Kristine Bilkau mit ihrer Familie in Hamburg.

Alle Bücher von Kristine Bilkau

Cover des Buches Die Glücklichen (ISBN: 9783442717101)

Die Glücklichen

 (120)
Erschienen am 10.04.2018
Cover des Buches Eine Liebe, in Gedanken (ISBN: 9783442719778)

Eine Liebe, in Gedanken

 (107)
Erschienen am 13.04.2021
Cover des Buches Nebenan (ISBN: 9783630875194)

Nebenan

 (49)
Erschienen am 08.03.2022
Cover des Buches Wasserzeiten (ISBN: 9783716028193)

Wasserzeiten

 (0)
Erscheint am 16.03.2023
Cover des Buches Nebenan (ISBN: 9783844546088)

Nebenan

 (3)
Erschienen am 08.03.2022
Cover des Buches Nebenan (ISBN: B09TW94GJY)

Nebenan

 (0)
Erschienen am 08.03.2022

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Kristine Bilkau

Cover des Buches Nebenan (ISBN: 9783630875194)Lia48s avatar

Rezension zu "Nebenan" von Kristine Bilkau

Schöner Anfang mit atmosphärischem Schreibstil. Das viel zu offene Ende, leider ein Flop!
Lia48vor 4 Tagen

CN: Unerfüllter Kinderwunsch


INHALT:
Kristine Bilkau erzählt von einem knapp 700-Einwohner-Dorf am Nord-Ostsee-Kanal und einer angrenzenden kleinen Stadt.
Die Verbindungen zwischen den Leuten sind mit den Jahren lose geworden. Die Menschen bleiben eher unter sich. Der Stadtkern ist alt und verlassen. Viele Gebäude müssen abgerissen oder renoviert werden.
Trotzdem eröffnet Julia dort einen kleinen Keramikladen.
Sie und Chris sind erst im Sommer vor 6 Monaten in das Dorf gezogen. Dort leben sie möglichst umweltbewusst und ohne Auto.
Das Paar wünscht sich ein Kind. Julia schluckt Nahrungsergänzungsmittel, spritzt sich Hormone, lässt sich künstlich befruchten und hält sich an alle Regeln. Doch es scheint vergebens zu sein.
Der Frau Ende dreißig fällt es schwer, Freundschaften zu pflegen und Kontakte aufrecht zu halten. Viele haben mittlerweile eigene Kinder. Nur sie selbst nicht. Sie kann an nichts anderes mehr denken …
„Es ist, als wäre sie mit allen zusammen in einen Zug gestiegen, mit einem gemeinsamen Ziel. Doch nach und nach sind die Leute ausgestiegen, sind umgestiegen, fahren in andere Richtungen, und sie, sie hat ein Stück der Strecke verschlafen, wacht auf und sieht, sie hat ihren Anschluss verpasst.“ 


Um die ältere Elsa von nebenan, kümmert sich Astrid. Sie hat in der Nähe eine Praxis, möchte aber bald kürzertreten. Doch ihre Tante bereitet ihr seit einem Zusammenbruch immer wieder Sorgen.
Und dann sind da noch diese seltsamen Briefe, die sie plötzlich erreichen … 


Sie alle spekulieren: Was hat es denn eigentlich mit dem verlassenen Haus in der Straße auf sich? Von der Familie fehlt plötzlich jede Spur, der Briefkasten quillt über. Und eines Tages treibt sich ein unbekanntes Kind dort herum … 



MEINUNG:
Zugegeben, ich habe vor allem deshalb zu diesem Buch gegriffen, da es auf Long- und Shortlist vom Deutschen Buchpreis steht. Ich war neugierig, was dieses Werk kann. Meine Erwartungen lagen vermutlich hoch.
Außerdem mag ich Romane, die in Dörfern oder kleineren Ortschaften spielen, ganz gerne. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen doch sind, in welchem Verhältnis die Leute zu ihren Nachbarn stehen und was in der Nachbarschaft so vor sich geht.
Es geht im Buch viel um Verbindungen, das Wort wird immer wieder aufgegriffen. 


Kristine Bilkau hat das Buch zu Beginn genau so geschrieben, wie ich es mir gewünscht hatte: ruhig, unaufgeregt und in beschaulicher Kulisse. Dazu interessante Figuren und ein atmosphärischer Schreibstil, der einen die gefrorene Erde unter den Füßen, den Wind im Gesicht und später die warme Nachtluft oder den Blütenduft wahrnehmen lässt.
Ja, so hätte es gerne weitergehen können. Bis dahin war es für mich das perfekte Buch, für einen in Decken eingekuschelten Abend im Herbst oder Winter. 


Ab der Mitte etwa geriet ich beim Lesen jedoch immer wieder ins Stocken. Von Julia war ich manchmal etwas genervt, weil es bei ihr nur noch ein Thema ging. So gab es hier ein paar Längen. 


Doch der Hauptgrund, warum sich meine Begeisterung für das Buch in Grenzen hält, ist der Schluss. Bzw. für mich ist er eigentlich gar keiner. Das Ende war so offen, als würde man sich noch mitten im Buch befinden, welches einfach abbricht. Das hat mir leider gefühlt die komplette Lektüre zunichtegemacht, ich war so enttäuscht darüber! Die Ansätze zuvor waren doch so gut! 


Es war, als hätte man zig Themen angeschnitten, um diese am Ende einfach wie heiße Kartoffeln alle gleichzeitig fallen zu lassen! Und dann steht man da, ist genauso schlau wie vorher und ärgert sich, weil man sich auch noch die Finger daran verbrannt hat … 


Nur mit Julias Denken und Fühlen konnte ich einigermaßen gut abschließen, das war für mich stimmig. Beim Rest müsste man, zumindest für meinen Geschmack, noch viel zu viel selbst hineininterpretieren, Schlüsse ziehen und sich ggf. eine passende Fortsetzung überlegen. Und das mag ich bei Büchern bedauerlicherweise nur in dezenter Dosierung. Für mich blieben zu viele (fast alle) Fragen offen. 


FAZIT: Trotz schönem Anfang mit atmosphärischem Schreibstil, empfinde ich sehr gemischte Gefühle für das Buch, die Enttäuschung überwiegt jedoch. Ich kann es wirklich nur dann empfehlen, wenn man mit einem komplett offenen Ende gut zurechtkommt. 3/5 Sterne!

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Cover des Buches Nebenan (ISBN: 9783630875194)Kiaras avatar

Rezension zu "Nebenan" von Kristine Bilkau

Ein leiser und zugleich kraftvoller Roman
Kiaravor 4 Tagen

Eine junge Familie verschwindet von einem auf den anderen Tag spurlos. Einige Menschen aus der Nachbarschaft kreisen gedanklich um dieses verlassene Haus. Unter ihnen Julia und Chris, deren Kinderwunsch bisher unerfüllt blieb, sowie die Anfang sechzigjährige Astrid, die sich um ihre Tante sorgt, Drohbriefe erhält und sich zugleich nach einer vor Jahren verlorenen Freundschaft sehnt. 

In "Nebenan" herrscht ab der ersten Seite eine besondere melancholische und wehmütige Stimmung, die sich wie ein roter Faden durch die Seiten zieht und den Roman dadurch zu einer perfekten Lektüre für den Herbst macht. Die Charaktere, die allesamt auf ihre ganz eigene Art einsam und in einer Form der Sprachlosigkeit gefangen sind, verstärken diesen Effekt noch. Da ist zum einen Julia, die sich sehnlichst ein eigenes Kind wünscht, als neu Zugezogene in der Gegend bislang keine neuen Kontakte knüpfen konnte und mit ihren Gedanken meist alleine ist. Das Zugehen auf fremde Menschen fällt ihr schwer und anstatt sich ein Herz zu fassen, zieht sie sich immer wieder in sich zurück. Auch Astrid kämpft mit ihrer Einsamkeit, möchte ihre alte Freundschaft zu Marli wieder aufleben lassen, doch fehlt ihr dazu schlicht der Mut. Verbunden sind diese Personen auf verschlungene Weise durch das verlassene Haus, dessen Bewohner ihnen bis zu ihrem plötzlichen Verschwinden ebenfalls fremd blieben. 

Kristine Bilkau zeichnet ihre beiden Hauptprotagonistinnen Julia und Astrid, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, mit viel Feingefühl und Einfühlungsvermögen. In ganz leisen und bedächtigen Tönen erzählt sie von ihren verzagten Versuchen, ihre Einsamkeit zu überwinden. Das leerstehende Haus verstärkt dieses Gefühl noch und verleiht der Geschichte zudem einen Hauch von Bedrohung. Doch auch die weiteren Themen sind keine leichten: Julias Kinderlosigkeit, die Drohbriefe an Astrid und noch einige mehr beschäftigen die Gedankenwelt der beiden Frauen. Und obwohl dies ganz schön viele Themen für die knapp 300 Seiten sind, wirkt der Roman auf keiner Seite überfrachtet. Dennoch hätte ich die beiden gerne ein Stück weiter begleitet und würde mir eine Fortsetzung wünschen, in denen wir erfahren, welchen Verlauf ihr weiteres Leben nimmt. 

Fazit: "Nebenan" ist ein leiser und zugleich sehr kraftvoller Roman, dem es gelingt, unseren Sehnsüchten nach Geborgenheit und Zugehörigkeit auf feinfühlige Weise Ausdruck zu verleihen. (4,5/5).

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Cover des Buches Nebenan (ISBN: 9783630875194)schillerbuchs avatar

Rezension zu "Nebenan" von Kristine Bilkau

Ein Dorf und seine Menschen in Zeiten des Umbruchs
schillerbuchvor 5 Tagen

Diesen Roman hielt ich im Frühsommer zum ersten Mal im Urlaub in Norddeutschland in der Hand. Aber wir waren mit dem Zug unterwegs und die Gepäckmenge limitiert. Nun machte es seinen Weg bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises und ich bedanke mich beim Luchterhand Verlag, der mir ein kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Der Inhalt

Ein kleiner Ort am Nord-Ostsee-Kanal, zwischen Natur, Kreisstadt und Industrie, kurz nach dem Jahreswechsel. Mitten aus dem Alltag heraus verschwindet eine Familie spurlos. Das verlassene Haus wird zum gedanklichen Zentrum der Nachbarn: Julia, Ende dreißig, die sich vergeblich ein Kind wünscht, die mit ihrem Freund erst vor Kurzem aus der Großstadt hergezogen ist und einen kleinen Keramikladen mit Online-Shop betreibt. Astrid, Anfang sechzig, die seit Jahrzehnten eine Praxis in der nahen Kreisstadt führt und sich um die alt gewordene Tante sorgt. Und dann ist da das mysteriöse Kind, das im Garten der verschwundenen Familie auftaucht.

Sie alle kreisen wie Fremde umeinander, scheinbar unbemerkt von den Nächsten, sie wollen Verbundenheit und ziehen sich doch ins Private zurück. Und sie alle haben Geheimnisse, Sehnsüchte und Ängste. Ihre Wege kreuzen sich, ihre Geschichten verbinden sich miteinander, denn sie suchen, wonach wir alle uns sehnen: Geborgenheit, Zugehörigkeit und Vertrautheit. (© Luchterhand Verlag)

Meine Meinung

Das Buch hatte mich beim reinlesen sofort gefangen genommen. Ich sah die Containerschiffe durch den Nord-Ostsee-Kanal schweben und das Dorf, in dem die beiden Hauptprotagonistinnen Julia und Astrid leben und ich sah den Jungen, der immer wieder im Lafe der Handlung auftaucht.

Die Handlung wird abwechselnd aus Julias Perspektive und der von Astrid erzählt. Julia gehört zu den Menschen, die sich einen gewissen Idealismus leisten können: Gemeinsam mit ihrem Freund Chris hat sie sich ein Haus im Dorf gekauft und in mühevoller Eigenarbeit renoviert. Er ist Biologe und arbeitet in einem Institut in Hamburg und untersucht die Wasserproben der Gegend auf Plastikrückstände, sie hat in der nahegelegenen Kleinstadt eine Töpferei aufgemacht, in den zwar wenig Kundschaft kommt, mit dem sie aber gute Onlineumsätze macht. Sie haben kein Auto und versuchen, alles mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, was teilweise mühsam ist. Julia wünscht sich unbedingt eine Familie, nachdem sie selbst bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist und ihren Vater nie kennenlernte. Für Chris ist das weniger wichtig und er ist zunehmend genervt von den erfolglosen, teuren Hormonbehandlungen. Julia treibt sich in Onlineforen herum, in denen Familien ihre glücklichen Kinder zeigen und in denen angeblich erfolgreiche Methoden diskutiert werden, wie man erfolgreich schwanger wird.

Astrid ist so ziemlich das Gegenteil von Julia: Sie ist um die 60, Mutter 3er erwachsener Söhne und hat über viele Jahre ihre eigene Praxis geführt, für die sie nun eine Nachfolge sucht. Das ist nicht einfach in der Kleinstadt, die zunehmend verödet und in der zahlreiche Geschäfte geschlossen werden. Ihr Mann Andreas ist pensionierter Geschichtslehrer und verfolgt intensiv die aktuellen politischen Entwicklungen, ja er hat sich sogar bei Twitter angemeldet, nicht zur Freude seiner Frau. Astrid hat eine Tante im Dorf, in dem Julia lebt, die sie regelmäßig betreut. Diese beginnt, sich zu verändern, eine Veränderung, die Astrid nicht wahrhaben möchte. Zusätzlich beschäftigt sie, daß Marli, eine frühere Nachbarin und enge Freundin ins Dorf zurückgekehrt ist, das sie vor vielen Jahren verlassen hat, nachdem ihre Familie zerbrochen ist. Auch die Freundschaft zwischen Astrid und Marlit zerbrach.

Und dann ist da noch das leerstehende Haus von Julia und Chris’ Nachbarn, in dem eine mehrköpfige Familie gelebt hat, die seit Wochen niemand mehr gesehen hat. Julia hatte kaum Kontakt zu der Familie, aber dennoch beschäftigt sie das Verschwinden. Der Junge, der dort manchmal im Garten steht, hinterlässt merkwürdige Botschaften, verschwindet aber, wenn sie versucht, ihn  anzusprechen.

Aus diesen Zutaten baut Kristine Bilkau eine subtile Spannung auf, die mich zunächst sehr rasch gefangennahm. Sie reflektiert über eine Zeit des Umbruchs, der sich sowohl im Leben ihrer Figuren, als auch an den Orten, in denen sie leben und arbeiten zeigt: Die Kleinstadt im Niedergang, das Dorf, in dem man sich eher aus dem Weg geht, als miteinander spricht, in dem jeder für sich lebt und sich kaum für die Nachbarschaft interessiert. Dieser Umbruch manifestiert sich auch in den beiden Frauen: Julia beginnt sich immer öfter zu fragen, ob ihr Kinderwunsch wirklich das ist, was ihr Leben reicher macht, während Astrid langsam erkennt, daß sie selbst auch ihren Anteil an der zerbrochenen Freundschaft mit Marli hat. Mit den merkwürdigen Eigenheiten, die ihre Tante entwickelt, kann sie nur schlecht umgehen, sie will nicht wahrhaben, daß diese sich auf ihr Lebensende vorbereitet. Wie die Autorin das alles beschreibt hat mir gut gefallen.

Trotzdem hat die Spannung im Verlaufe des Romans für mich irgendwann nachgelassen. Ich war zunehmend genervt von der Besessenheit Julias, schwanger zu werden. Es werden eine ganze Reihe von Geheimnissen aufgebaut, die sich bis auf wenige nicht auflösen, vieles bleibt bis zum Schluss in der Schwebe. Das ist natürlich legitim, aber mich hat die Lektüre weniger befriedigt als erhofft.

Fazit: Ein gut geschriebener Roman, der ein feines Beziehungsgeflecht entwirft und die Stimmung einer Zeit und Gegend im Umbruch sehr gut einfängt. Trotzdem blieb für mich zu viel in der Schwebe, aber vielleicht es ist genau dieses ambivalente Gefühl, das Kristine Bilkau bei ihren Leser:innen erreichen will.

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Gespräche aus der Community

Herzlich willkommen zu unserer inklusiven Challenge für aktuelle Gegenwartsliteratur mit Niveau! 

Wenn euch anspruchsvolle Neuerscheinungen begeistern und ihr euch gerne mit anderen Buchverrückten darüber austauscht, seid ihr hier goldrichtig.

Unser Hauptanliegen ist ein barrierefreier Zugang zur Literatur über verschiedene Medien und die geteilte Freude am Lesen.

Vom    01.01.2022    bis    31.12.2022    möchten    wir    15    anspruchsvolle    Romane    lesen   . 

Anspruchsvolle Romane? Gemeint sind Bücher der Gegenwartsliteratur, die in diesem Jahr erschienen sind oder noch erscheinen werden und die an diesen Beitrag angehängt sind. Auch Neuauflagen von Klassikern zählen dazu. 

Falls ihr Vorschläge zu interessanten Neuerscheinungen habt, könnt ihr diese gerne im entsprechenden Unterthema einreichen. Habt jedoch bitte Verständnis, dass nicht jedes Buch in die Liste aufgenommen werden kann.

Da es uns wichtig ist, dass die Challenge so barrierefrei wie möglich ist, könnt ihr die Bücher als Printexemplar, E-Book, ungekürztes Hörbuch oder auch in der Originalsprache/in einer anderen Sprache lesen. Denn was in dieser Challenge zählt ist der Inhalt, nicht die Form des Mediums. 

Kommen wir nun zu den Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. 

Der Einstieg oder Ausstieg ist jederzeit möglich. Du verpflichtest dich zu nichts. 

Schreibe zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei Lovelybooks. Anschließend verlinkst du jede der Rezensionen für diese Challenge in einem einzigen Beitrag im Unterthema "Eure Sammelbeiträge". Das wird dein Sammelbeitrag für alle deine Challenge-Rezensionen sein. 

Es gelten die Bücher, die in der unten angehängten Liste zu finden sind (wir füllen gerade auf! ;D ).

Unter allen Teilnehmenden, die 15 Romane mit Niveau in der Zeit vom 01.01.2022 bis 31.12.2022 lesen und rezensieren, wird ein liebevoll ausgewähltes Buchpaket verlost!

Das Minimum für den Lostopf sind also 15 rezensiere Bücher. Ihr seid Viellesende und habt die 15 Bücher schnell geschafft? Wunderbar! Auch für euch haben wir uns etwas überlegt: Pro 5 gelesene und rezensiere Bücher mehr gibt es 1 Extra-Los für euch! 

(d.h. mit 20 Büchern bekommt ihr 2 Lose, mit 25 Büchern 3 Lose usw.) 

Wichtige zusätzliche Hinweise: Eure Rezensionen müssen nicht lang sein. Sie sollten euren Leseeindruck wiedergeben, eine bloße Inhaltsangabe reicht nicht, eine größere Analyse des Buches muss es aber auch nicht sein. Wir wünschen uns eine etwas ausführlichere Kurzmeinung. 

Für die Verlosung des Buchpaketes werden nur Rezensionen zu den hier angehängten Büchern berücksichtigt.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen: Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen, Hören, Diskutieren, Staunen und Entdecken. Auf ein schönes Bücherjahr 2022! 

Eure SEVEN


Links zu euren Sammelbeiträgen:

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Letzter Beitrag von  sursulapitschivor 2 Stunden

Da legst du gerade den Finger auf den wunden Punkt. Eigentlich haben hier Klassiker nichts zu suchen, auch wenn sie aufpoliert, neu übersetzt oder sonstwie neu herausgebracht werden. Das haben wir ein bisschen kritiklos aus der alten Challenge übernommen, haben aber auch schon überlegt, dass wir das nächstes Jahr ändern möchten.

Ansonsten bin ich da ganz bei Wanda: Ein Buch geht von Buchdeckel zu Buchdeckel und dafür gilt eine Rezension.

 „Wer Kopfweh hat, nimmt Pyramidon. Wer an Magendrücken leidet, schluckt doppeltkohlensaures Natron." Aber was tun bei Einsamkeit? Bei Trauer? Bei Liebeskummer? "Was nützen dem, dessen Ehe zerbricht, lauwarme Umschläge? Was soll er mit einem Heizkissen anfangen?", hat Erich Kästner einmal gefragt. Was stattdessen hilft? Lesen, sagt er.

Mit diesem Einstieg wurde bei SPIEGEL Online heute gefragt: Welche Bücher lindern Liebesschmerz? ( https://bit.ly/2QvXosG)
Empfohlen wurden u.a. das Buch der Soziologin Eva Illouz „Warum Liebe weh tut" und mein Roman „Eine Liebe, in Gedanken". Außer, dass ich mich darüber gefreut habe, hat mich die Geschichte inspiriert darüber nachzudenken, welche Bücher mir selbst geholfen haben. Und es würde mich sehr interessieren, welche Romane Euch dazu einfallen, Euch getröstet und gestärkt haben.

Hier meine Liste (work in progress):
1. Marcelle Sauvageot: "Fast ganz die Deine", Nagel & Kimche
2. Lena Andersson: "Widerrechtliche Inbesitznahme", Luchterhand
3. Patrick Modiano: "Der Horizont", Hanser
4. Lot Vekemans: "Ein Brautkleid aus Warschau", Wallstein
5. Erich Fried: "Es ist, was es ist", Liebesgedichte, Angstgedichte, Zorngedichte, Wagenbach

Und vor einigen Tagen ist "Süßer  Ernst" von A.L. Kennedy erschienen über Liebe in ihrer unvollkommenen, beschädigten, traurig-komischen Form, auf das ich sehr gespannt bin.
4 Beiträge
Kristine_Bilkaus avatar
Letzter Beitrag von  Kristine_Bilkauvor 4 Jahren
Gerade lese ich "Mein Jahr der Ruhe und Entspannung" über eine emotional erschöpfte New Yorkerin, die sich mit Schlaftabletten eine Art Winterschlaf beschert. Auch ganz gut für Rückzugszeiten geeignet (edit: also, der Roman, nicht die Strategie mit den Tabletten : ). Allerdings ist der Text keine Ablenkung vom Thema, im Gegenteil. Große Empfehlung! Teilweise sehr böse, schnippisch und auf den Punkt geschrieben, wenn es um den Blick auf unsere Gegenwart und Beziehungen geht.
Zum Thema

Isabell und Georg sind ein Paar. Ein glückliches. Wenn die Cellistin Isabell spätabends von ihren Auftritten mit dem Orchester nach Hause geht oder der Journalist Georg von seinem Dienst in der Redaktion auf dem Heimweg ist, schauen sie in die Fenster fremder Wohnungen, dringen mit ihren Blicken in die hellen Räume ein. Regalwände voller Bücher, stilvolle Deckenlampen, die bunten Vorhänge der Kinderzimmer. Signale gesicherter Existenzen, die ihnen ein wohliges Gefühl geben. Das eigene Leben in den fremden Wohnungen erkennen. Doch das Gefühl verliert sich.

Nach der Geburt von Sohn Matti erweist sich für Isabell die Rückkehr ins Orchester als schwierig: Während des Solos zittern ihre Hände, nicht nur am ersten Abend, sondern auch an den folgenden. Ihr Engagement steht auf der Kippe. Ohnehin ist unklar, ob die befristeten Verträge der Musiker verlängert werden. In Georgs Redaktion bestätigen sich die Gerüchte, der Verlag würde die Zeitung verkaufen und die Belegschaft verkleinern. Währenddessen wird ihr Haus saniert. Im Treppenhaus hängt jetzt ein Kronleuchter, im Briefkasten liegt eine Mieterhöhung. Für die jungen Eltern beginnt ein leiser sozialer Abstieg.

Georg flüchtet sich beim Surfen in Immobilienportalen in alternative Lebensmodelle und spielt mit Aussteigerfantasien.

„Alles, was er wollte, war sein Herz zu erleichtern. Ein überschaubares Leben führen. Wie er sich danach sehnte. Ja, es war kleinkariert. Sollte es doch.“


Isabell dagegen sehnt sich nach Verbundenheit mit ihrem vertrauten Viertel und seinen Menschen, und hängt an der Wohnung, in der sie seit langem lebt.

„Sie kann ihren Krimskrams in Kartons verstauen, aber nicht die Zeit, die sie in diesen Räumen gelebt hat, die Zeit bleibt dort, sie hat sich in die Wände eingeschrieben.“

Gegenseitig treiben die beiden sich mit ihren Ängsten und Ansprüchen in die Enge, bis das Gefüge ihrer kleinen Familie zu zerbrechen droht.



„Zu viel Information, zu viele Wahlmöglichkeiten, zu viel Konkurrenz. Zu viel Unsicherheit. Zu viele Verpflichtungen gleichzeitig", schrieb DIE WELT über die heute 30- bis 40jährigen, die "Generation Zuviel".

bit.ly/1zfuj8x    

DIE ZEIT hat eine interessante Umfrage zu dem Thema gemacht, wie die Generation 30+ sich an den Anforderungen und Unsicherheiten des Arbeitsmarktes aufreibt – und wie sich das auf ihre Lebensentwürfe auswirkt.

http://www.zeit.de/karriere/2015-05/generation-y-mythos-leiharbeit-befristetung-unbezahlt-praktika


Meine Figuren zählen zu dieser Generation – und womöglich erkennen sich auch manche Leserinnen darin wieder.

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Gern würde ich die Diskussion mit euch vertiefen und lade deshalb herzlich zu einer Leserunde ein. Macht mit und bewerbt euch!

20 Bücher warten hier auf den Versand.



Wer teilnehmen möchte, beantwortet einfach folgende Frage:

Was wünscht ihr euch für die nachfolgenden Generationen, die heutigen Kinder und Jugendlichen?




Ich freu mich auf eure Beiträge!

Bewerbungsschluss ist der 3. Juni 2015.



Herzlich,

Kristine Bilkau




Ihr Lieben,

vielen, vielen Dank für die großartigen Zuschriften!

Eure Gedanken über die Zukunft waren so schön zu lesen! Und so zahlreich, spannend und vielseitig, dass ich mich nur mit schwerem Herzen auf 20 Gewinner beschränken konnte. Ich habe dabei möglichst vielfältige Meinungen und Schwerpunkte (Leben mit großen Kindern, mit kleinen Kindern, ohne Kinder, vor dem Berufseinstieg, nach dem Berufseinstieg, und viele Varianten mehr) versucht zu berücksichtigen. Aber nochmal: Es fiel mir wirklich schwer auszuwählen!!!

Nun freue mich auf die Leserunde und lade nochmal ausdrücklich JEDEN ein, an der Diskussion teilzunehmen.


Die 20 Gewinner sind:

Leselea

Hannelore259

LibriHolly

freiegedanken

Ginevra

seschat

kruemelhino

Cellissima

Simi159

Barbara62

Maritzel

Kerstin2505

buecherwurm1310

Sarafinchen

Sweet-little-angel

StSchWHV

Pocci

Liseron

Larischen

kleinegrauewolke


Achso, wichtig: Alle Gewinnerinnen schicken mir bitte per PM ihre Adressen für die Zusendung der Bücher.

481 BeiträgeVerlosung beendet
Kristine_Bilkaus avatar
Letzter Beitrag von  Kristine_Bilkauvor 4 Jahren
Liebe Leute auch aus dieser Runde, ich habe heute (zum ersten Mal) ein Thema erstellt, und zwar zur Frage: Welche Bücher lindern Liebeskummer? Ich wäre gespannt auf eure Empfehlungen und Leseerfahrungen. Liebe Grüße! https://www.lovelybooks.de/thema/Die-besten-Bücher-bei-Liebeskummer-1816602653/

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