Kerry Drewery

 4,2 Sterne bei 320 Bewertungen
Autorin von Marthas Widerstand, Marthas Mission und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kerry Drewery

Packende Jugendromane aus England: Die britische Autorin Kerry Drewery lebt in Lincolnshire, an der englischen Ostküste. Sie hat einen Abschluss in Professionellem Schreiben und war Finalistin bei einem Schreibwettbewerb für Drehbücher für Kinder des BBCs. Ihr erstes Buch, das ins Deutsche übersetzt wurde, ist „Cell 7“. Es erscheint 2017 unter dem Titel „Marthas Widerstand“ und bildet den Auftakt einer Trilogie, die von einer Gesellschaft handelt, in der es keine juristische Instanz gibt, was dazu führt, dass das Volk das Urteil selbst fällt. Das Buch gewann den Spellbinding Book of the Year Preis 2017 und war auf der Longlist für den Southern Schools Book Award, sowie auf der Shortlist für den CrimFest Best YA Award. Neben dem Schreiben und Lesen geht die Autorin Schwimmen, Joggen oder Radfahren, aber hauptsächlich nur um ohne Schuldgefühle Kuchen essen zu können. Sie liebt Käsekuchen und ist als Probeesserin immer zu haben. Beim Schreiben ihrer Bücher wird sie mehr oder weniger von ihren Haustieren unterstützt - mehr von Hündin Astrid, weniger von Kater Luther.

Alle Bücher von Kerry Drewery

Cover des Buches Marthas Widerstand (ISBN: 9783846600436)

Marthas Widerstand

 (220)
Erschienen am 16.03.2017
Cover des Buches Marthas Mission (ISBN: 9783846600627)

Marthas Mission

 (68)
Erschienen am 23.02.2018
Cover des Buches The Last Paper Crane (ISBN: B0881X287G)

The Last Paper Crane

 (1)
Erschienen am 15.05.2020

Neue Rezensionen zu Kerry Drewery

Cover des Buches Der letzte Papierkranich - Eine Geschichte aus Hiroshima (ISBN: 9783038800439)
Kagalis avatar

Rezension zu "Der letzte Papierkranich - Eine Geschichte aus Hiroshima" von Kerry Drewery

Emotional, doch ohne Tiefe
Kagalivor 3 Monaten

Ich kann nicht genau sagen wieso, oder was das über mich aussagt, aber die Atombombenabwürde in Hiroshima und Nagasaki üben eine grausige Faszination auf mich aus. Vielleicht, weil es nicht in meinem Kopf will, wie man zu diesen Waffen greifen konnte, wie man wissentlich so viel Leid und Elend verursachen konnte. Ich versuche das Schicksal dieser Menschen zu verstehen, versuche zu verstehen, was aber eigentlich nicht verstanden werden kann. Trotzdem greife ich immer wieder zu Büchern, die diese Thematik aufgreifen und so geriet auch Der letzte Papierkranich schnell in mein Blickfeld.

“Wir alle sind Geschichten”

In dem Buch haben wir zwei Handlungsstränge. Die Rahmenhandlung spielt in der Gegenwart. Mizuki macht sich Sorgen um ihren Großvater Ichiro, der zunehmend verbittert und verzweifelt wirkt. Sie möchte ihm helfen und sucht daher die Ursache für seine Traurigkeit. Schnell stößt sich auf die tragische Vergangenheit ihres Großvaters in dessen Heimatstadt Hiroshima …
Dieser Gegenwart-Teil ist komplett in Versform geschrieben, wobei der “Text” in einer freien Versform ist, während die Kapitel stets von einem Haiku eingeleitet werden. Ein Ansatz, den ich sehr interessant fand und der sich doch besser lesen ließ, als erwartet.


Schatten der Vergangenheit
zehren an seiner Seele
Was geschieht in seinem Kopf,
was ihm so zusetzt?

Was bedrückt
den Mann,
der mir einst
das Radfahren
beibrachte?

(Der letzte Papierkranich von Kerry Drewery, Arctis Verlag, 2020, S. 21.)


Wenngleich ich, nur eine Leseprobe des Originals gelesen habe und es daher nicht ganz genau sagen kann, habe ich doch das Gefühl, dass Meritxell Janina Piel als Übersetzerin hier auch einen wirklich guten Job gemacht hat. Zumindest bei den freien Versen. Die Haikus verlieren manchmal etwas von ihrer Bedeutung, aber das kreide ich ihr nicht an, denn Haikus sind halt echt schwer zu übersetzten, da man ja drauf achten muss die Silbenzahl beizubehalten.


Wenn deine Welt von einer Sekunde zur anderen explodiert
Der mittlere Teil ist wieder in Prosaform geschrieben und in dem erzähl Großvater Ichiro von seiner Vergangenheit und den Ereignissen in Hiroshima, als die Bombie fiel, wobei er mit seinen Erinnerungen unmittelbar vor dem Abwurf beginnt.

Aus dem Augenwinkel sehe ich Hiro, der zum Fenster geht.
“Ein B-29-Bomber”, stellt er fest. “Aber nur einer.”
Mein Finger liegt auf Seite dreihundertachtundvierzig und markiert das letzte Wort, das ich im “Davor” lesen werde, während ich das deutliche und vertraute Brummen des amerikanischen Flugzeugs höre. Hiro dreht sich zu mir um. “Da ist irgendwas …”
Der Rest seines Satzes verbrennt im alles verschlingenden Weiß.

(Der letzte Papierkranich von Kerry Drewery, Arctis Verlag, 2020, S. 32f..)

Als Leser*in begleiten wir Ichiro und seinen Freund Hiro auf ihrer Suche nach Keiko durch das bis zur blanken Erde zerstörtem Hiroshima. Leider kann man sich eigentlich, wenn man den online genutzten Inhaltstext durchgelesen hat, diesen Teil fast sparen, da der Inhaltstext aber auch wirklich ALLES vorwegnimmt, was in Anbetracht der Kürze des Buches nicht nur ärgerlich, sondern schlichtweg untragbar ist.

Hat man nur den Klapptext auf der Rückseite des Buches gelesen (den ich auch oben verwende) ist man besser dran und ist das Schicksal von Ichiro und Keiko in Hiroshima deutlich emotionaler, wenngleich, und das ist mein großer Kritikpunkt an diesem Buch, alles trotzdem sehr oberflächlich bleibt. Das Buch ist im Grunde viel zu kurz, um die Emotionen wirklich zu übermitteln, die es den/die Leser*in fühlen lassen will. Die Handlung fliegt dahin, Figuren bleiben blass, für tiefgründige Auseinandersetzungen mit dem Grauen fehlt die Zeit. Die Geschichte ist dramatisch, keine Frage, doch es ist Schrecken, erzählt im Eiltempo, weshalb es viel von seiner Eindringlichkeit verliert. Auch das Ende der Rahmenhandlung fand ich viel zu schnell erzählt und in meinen Augen auch etwas zu kitschig. Zumindest letzteres ist jedoch eher Geschmackssache. Ein bisschen hatte ich auch das Gefühl, dass die Autorin ihre Ideen aus Die letzten Glühwürmchen und Sadako will leben zusammengemischt hat, aber das nur mein Gefühl, ich will der Autorin da nichts unterstellen und lasse diesen Punkt auch nicht in meiner Bewertung einfließen.

Fazit:

Das Buch ist für Jugendliche als Einstieg in dieses Thema sicher nicht verkehrt. Es ist ein kurzes, aber einnehmend erzähltes Einzelschicksal, dass ohne zu verstören versucht, dieses katastrophale Ereignis abzubilden. Um wirklich nachhaltig bewegend zu sein, fehlt es jedoch deutlich an Tiefe, denn ein sensibles Thema allein, macht noch kein tiefgründiges Buch.


Folge mir ;)

Diese und andere Rezensionen (mit zusätzlichem Coververgleich Deutsch/Original) findet ihr auch auf meinem Blog Miss PageTurner (https://miss-pageturner.de)

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Cover des Buches Marthas Widerstand (ISBN: 9783846600436)
N

Rezension zu "Marthas Widerstand" von Kerry Drewery

Gut bedachte Thema passt zu heutigen Bedenken.
Niemavor 9 Monaten

Ich möchte dieses Buch da habe ich in 2 Tage fertig gelesen 

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Der letzte Papierkranich ist die Geschichte von Ichiro, mittlerweile Großvater und ein Mensch, dessen Schuldgefühle ihn so zerfressen haben, dass er kaum noch Lebenswillen besitzt. Ichiro erzählt seiner Enkelin Mizuki die Geschichte, wie er als 17-Jähriger den Bombenabwurf auf Hiroshima mit- und überlebt hat. Nach der Katastrophe haben er und sein bester Freund Hiro sich schwer verletzt auf die Suche nach Hiros kleiner Schwester Keiko gemacht. Auf der Flucht vor den Feuern, die nach dem Bombenabwurf in den Resten der Stadt wüten, gibt Ichiro seinem Freund, der mehr tot als lebendig ist, das Versprechen, dessen kleine Schwester zu schützen und zu retten. Ein Versprechen, das er nicht halten kann, woran er anschließend zerbricht…

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt und beginnt damit, dass man Mizukis Gedanken (Japan 2018) zu ihrem Großvater miterlebt. Einem Menschen der scheinbar jede Hoffnung verloren hat. Dieser erzählt Mizuki dann seine Geschichte (Hiroshima 1945). Abschließend befindet man sich dann wieder in der Gegenwart.
Ganz besonders ist, dass die Gegenwart in Form von Versen und Heikus geschrieben ist. Die Geschichte des Großvaters dann in Romanform.
Beide Erzählarten sind der Autorin ganz besonders gelungen. Sie schreibt eindringlich und fesselnd und ich fühlte mich Ichiro unglaublich nah. Unglaublich gefühlvoll erlebt man hier eine Geschichte über Schuld und nicht eingehaltene Versprechen, über tiefe Freundschaft und nicht zuletzt die Liebe einer Enkelin zu ihrem Großvater.

Dieses Buch ist anders, es hat meine Erwartungen übertroffen, es ist ein Buch das zutiefst zu Herzen geht und ich bin dankbar, dass es mir begegnet ist. Ich kann es einfach nur und auf ganzer Linie jedem Menschen empfehlen, der zum einen Geschichten über historische Ereignisse mag, zum anderen aber auch jedem der gerne von Menschlichkeit lies. Es ist wirklich eindrucksvoll und jede Sekunde wert.

Besonders ist auch die Aufmachung des Buchs. Die Zeichnungen von Natsko Seki tragen zum unglaublich tiefgreifenden Leseerlebnis deutlich bei. 

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Gespräche aus der Community

#unvergessen

Herzlich willkommen zur Leserunde »Der letzte Papierkranich« von Kerry Drewery. Du liest gerne und eine Mischung aus Prosa und Geschichte ist genau das Richtige für dich? Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung für diese Geschichte aus Hiroshima.

Begleitet Ichiro auf seinem Weg. Wird er sein Versprechen einhalten können?

Ein Tag, den niemand jemals vergisst.

Ein Versprechen, das seither jemanden verfolgt.

Liebe Leserinnen und Leser

Herzlich willkommen zur Leserunde. »Der letzte Papierkranich« von Kerry Drewery ist ein unvergesslicher Roman in Prosa und Versen, der vom heutigen Japan zurück bis an das Ende vom Zweiten Weltkrieg reicht. Ein Geschichte, die die Hoffnung im Herzen trägt.

Bewerbungsfrage: Wie oft sagt man: "Die Hoffnung stirbt zuletzt!" Glaubt ihr daran?⁠ 

Ihr lest gerne Historische Romane und habt Lesezeit im Oktober? Dann freuen wir uns auf eure Bewerbung zur Leserunde.

»Mizuki macht sich schon seit geraumer Zeit große Sorgen um seinen Großvater Ichiro. Irgendetwas hat ihm jegliche Lebenslust genommen. Er erzählt ihr schließlich von seinem Geheimnis, dem Versprechen, das er damals nicht halten konnte. Im August 1945 als Hiroshima von der Atombombe verwüstet wurde und der siebzehnjährige Ichiro die kleine Keiko aus dem Inferno retten sollte.«

Das Buch enthält eindrucksvolle Illustrationen von Natsko Seki.

#unvergessen


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Letzter Beitrag von  G_Avor 2 Jahren

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