Kate Grenville

 3,9 Sterne bei 68 Bewertungen
Autorin von Der verborgene Fluss, Ein Raum aus Blättern und weiteren Büchern.
Autorenbild von Kate Grenville (© Privat)

Lebenslauf von Kate Grenville

Kate Grenville zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten australischen Autoren der Gegenwart. In ihrer Heimat sind bereits sieben Romane, ein Erzählband sowie vier Fachbücher über die Arbeit als Schriftstellerin veröffentlicht worden. In Deutschland gelangte Kate Grenville mit ihrem Roman "Der verborgene Fluss" zu Bekanntheit, der es auf die Shortlist für den "Man Booker Prize" schaffte. Ihr Roman "Eine Ahnung von Vollkommenheit" wurde mit dem renommierten "Orange Prize for Fiction" ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt Kate Grenville den "Commonwealth Writers' Prize".

Alle Bücher von Kate Grenville

Cover des Buches Der verborgene Fluss (ISBN: 9783442737253)

Der verborgene Fluss

 (31)
Erschienen am 01.04.2008
Cover des Buches Der Sternenleser (ISBN: 9783442745579)

Der Sternenleser

 (9)
Erschienen am 09.04.2013
Cover des Buches Ein Raum aus Blättern (ISBN: 9783312012343)

Ein Raum aus Blättern

 (9)
Erschienen am 26.07.2021
Cover des Buches Sarahs Traum (ISBN: 9783442713103)

Sarahs Traum

 (6)
Erschienen am 14.12.2015
Cover des Buches Eine Ahnung von Vollkommenheit (ISBN: 9783442740789)

Eine Ahnung von Vollkommenheit

 (4)
Erschienen am 09.08.2010
Cover des Buches The Secret River (ISBN: 9780857860842)

The Secret River

 (7)
Erschienen am 18.04.2011
Cover des Buches The Lieutenant (ISBN: 9780802145031)

The Lieutenant

 (1)
Erschienen am 14.09.2010
Cover des Buches Sarah Thornhill (ISBN: 9780802121219)

Sarah Thornhill

 (1)
Erschienen am 18.06.2013

Neue Rezensionen zu Kate Grenville

Cover des Buches Ein Raum aus Blättern (ISBN: 9783312012343)
Xirxes avatar

Rezension zu "Ein Raum aus Blättern" von Kate Grenville

Die Frau des Wollbarons
Xirxevor einem Jahr

In diesem Buch lässt Kate Grenville Elizabeth Macarthur von ihrem Leben erzählen, unter anderem wie sie mit Anfang 20 mit ihrem Mann John 1790 nach Australien reist, das zu jener Zeit eine Sträflingskolonie war. Es war keine Liebesheirat, die die Beiden zusammenbrachte, aber man arrangiert sich. Für Elizabeth ist es schwer, denn ihr Mann hat nur ein Ziel: gesellschaftlichen Aufstieg um jeden Preis - für Gefühle ist da kein Platz. Doch sie lässt sich nicht so leicht unterkriegen und erkämpft sich in diesem fremden Land nach und nach ihren Freiraum und eine gewisse Selbständigkeit.
John Macarthur war der Erste, der die Schafzucht in Australien zum Geschäft machte und damit ein Vermögen verdiente. Doch wie so häufig in solchen Fällen hatte daran auch die Ehefrau ihren Anteil, was die Geschichte jedoch meist verschweigt. Elizabeth war die erste akademisch ausgebildete Frau in Australien und als John aus politischen und geschäftlichen Gründen mehrfach für mehrere Jahre in Großbritannien blieb, war sie somit allein für die Farm verantwortlich. Doch ihr Wirken und ihr Erfolg blieben stets im Hintergrund.
Die australische Schriftstellerin Kate Grenville will ihr nun späte Gerechtigkeit widerfahren lassen und lässt uns in diesem Roman an ihren Memoiren teilhaben, wobei sich Grenville von Briefen inspirieren lässt, die Elizabeth an ihre beste Freundin, ihre Mutter und ihren Mann nach Großbritannien geschrieben hat. Nur wenig von den Geschehnissen in diesem Buch sind tatsächlich belegt, zu wenig aussagekräftig ist die Korrespondenz. Doch die Autorin lässt Elizabeth recht glaubwürdig von ihrem Leben erzählen, das geprägt war von der Liebe zur Natur, einer überwiegend glücklichen Kindheit, ihrem hartnäckigen Wunsch nach Selbstbestimmung und einem nicht enden wollenden Wissensdurst. Und wie sie letztendlich zu der Frau wurde, die in der Lage war, erfolgreich eine Farm nach ihren Vorstellungen zu leiten und zu führen - ganz ohne Mann ;-)
Eine gelungene, fiktive Biographie mit viel Gefühl (für mich etwas zu viel), die aber genau so hätte geschehen sein können.

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Cover des Buches Ein Raum aus Blättern (ISBN: 9783312012343)
Lesebiene017s avatar

Rezension zu "Ein Raum aus Blättern" von Kate Grenville

Ein Frauenschicksal in den jungen australischen Kolonien
Lesebiene017vor einem Jahr

Die Autorin verspricht uns die Aufzeichnung der geheimen Lebenserinnerungen von Elizabeth Macarthur, die in Australien landläufig bekannt ist, gilt sie doch gemeinsam mit ihrem Mann als Pionierin der Schafzucht und Wollproduktion. Elizabeths Konterfei zierte 1995 sogar eine 5-Dollar-Münze. Zeit ihres Lebens dokumentierte Elizabeth ihre Erlebnisse und Erinnerungen in zahlreichen Briefen, die sie heim nach Großbritannien schickte. Sie sollen die Grundlage dieses Romans bilden.

Erzählt wird stringent aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Elizabeth, die bereits als Kind von der Mutter zum  geliebten Großvater und anschließend  zur Pfarrersfamilie Kingdon abgeschoben wird. Sie muss früh lernen, ihre Neugier und Willensstärke zu unterdrücken. Mädchen dieser Zeit dürfen weder allzu klug sein, noch ungefragt ihre Meinung kundtun. Ihre Wege scheinen vorbestimmt, münden in einer möglichst aussichtsreichen Ehe. Allerdings hat Elizabeth als mittelloses Mündel geringe Aussichten auf eine gute Partie. Ein folgenreicher Fehltritt bindet sie 1788 an den undurchsichtigen Leutnant John Macarthur, der eine Stelle in der neu gegründeten Strafkolonie Sydney in New South Wales antreten soll. Schon die Reise dorthin ist für die hochschwangere Elizabeth extrem beschwerlich. Schnell muss sie reifen. Den Rat einer Reisegenossin nimmt sie sich zu Herzen, er wird ihr Lebensmotto sein: „Aber das kann ich ihnen sagen, Kindchen. Das Leben ist lang. Es hat mehr Wegbiegungen, als Sie zählen können. Eine Frau kann allerlei tun, sie muss nur auf den rechten Augenblick warten.“ (S. 95)

Ehemann John sucht in der neuen Welt konsequent seinen Vorteil, liebt Intrigenspiele, macht sich mächtige Feinde und pflegt sein überhöhtes Ego. Mit der Zeit lernt Elizabeth damit umzugehen. Es gelingt ihr sogar, ihn und seine Machenschaften im Hintergrund zu manipulieren, so dass allzu schädliche Auswirkungen verhindert und sogar Vorteile für die Familie erreicht werden können. Trotz der zahlreichen Kinderschar wird die Ehe nie glücklich, die Schilderungen aus dem Ehebett manifestieren das drastisch. Elizabeth kann das ausblenden. Ihre regelmäßigen Einladungen im Salon werden eine feste Größe im sozialen Leben der kleinen Kolonie. Elizabeth beherrscht das gesellschaftliche Parkett, was ebenso wie die gestelzten Dialoge amüsant und unterhaltsam zu lesen ist. Es gelingt John Macarthur schließlich durch umfassende Ränkespiele, Land zu bekommen und eine Farm zu gründen, die den Grundstein für die spätere Popularität des Ehepaares legt. Es ist imposant, wie sich Elizabeth auch dort in das Landleben einfügt und für sich Bereiche entdeckt, die sie mit Zufriedenheit erfüllen.

Ich habe den Roman gelesen, ohne mich zuvor über die Protagonisten zu informieren. Insofern las ich ihn als Lebensgeschichte einer beeindruckenden Frau, die trotz widriger Umstände nie verzweifelt, sondern immer überlegt nach Chancen sucht. Elizabeth nutzt die wenigen Möglichkeiten, die sich ihr als Frau bieten, um sich auch naturwissenschaftlich oder botanisch weiterzubilden – ein Privileg. Ihr Ehemann bleibt allerdings eine Zumutung. Das wird immer wieder sehr ausführlich dargelegt und ändert sich nicht. Elisabeth ist diejenige, die versucht, Verständnis für ihn zu entwickeln, um Einfluss nehmen zu können. Sie kümmert sich um die Familie, später erfolgreich um die Farm und passt sich an die Gegebenheiten an.

Der Erzählstil ist leichtfüßig, etwas altmodisch anmutend und doch modern, mit leicht ironischem Unterton, der die erzählten Erlebnisse nicht allzu ernst nimmt. Man erfährt viel über das koloniale Leben, in dem trotz Hunger und widriger Umstände Prioritäten gesetzt werden: Etikette, Stil, Ehre, Höflichkeit und Tafelsilber sind elementarste Werte. Man befindet sich noch am Anfang der Kolonialherrschaft. Die Ureinwohner gelten als Wilde, die ihre Kinder auffressen: „Diese Erkenntnis wurde herumerzählt, und nie fragte jemand: Woher wissen Sie das? Vermutungen wuchsen sich zu einer Geschichte aus, die, wenn sie erst kursierte, wasserdicht war wie ein Fass. Ein solches Fass konnte Unwahrheiten rund um die Welt befördern, immer weiter in die Zukunft, ohne jemals leckzuschlagen.“ (S. 240)

Wer bei diesem Roman eine kritische Auseinandersetzung mit dem Britischen Kolonialismus erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch beschränkt sich auf den Mikrokosmos der beeindruckenden Elizabeth Macarthur, die immense Stärke zeigt, kleine Freiheiten genießt, ohne auszubrechen, und die mit der Zeit die australische Wildnis als ihre neue Heimat anerkennt. Trotzdem bekommt man einen guten Eindruck vom Leben der ersten britischen Siedler in Australien, sowie über Schwierigkeiten und Widerstände, die sich ihnen im Laufe der Jahre entgegenstellen.

Die Geschichte wird unterhaltsam und fesselnd erzählt. Die Autorin vermag Natur und Pflanzen sehr atmosphärisch und mit großer Poesie zu beschreiben: „Die Nacht glich einem Geschöpf, das sich versteckte und erst, wenn die Menschen schliefen, zu einem Eigenleben erwachte, in nahezu unmerklichen kühlen Luftbewegungen mal aus dieser, mal aus jener Richtung atmete, im Laub flüsterte und mich in seine Geheimnisse einweihte. (S. 55) 

Zum Ende hin erlaubt sich Kate Grenville einen originellen Kunstgriff, der das Gelesene in einem anderen Licht erscheinen lässt. „Ein Raum aus Blättern“ ist ein lesenswerter, stilistisch ansprechender Unterhaltungsroman, der uns das Leben und Wirken einer hierzulande unbekannten Persönlichkeit näher bringt, ohne den Anspruch zu erheben, eine Biografie zu ersetzen.

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Cover des Buches Ein Raum aus Blättern (ISBN: 9783312012343)
Yolandes avatar

Rezension zu "Ein Raum aus Blättern" von Kate Grenville

Die Wahrheit werden wir nie erfahren
Yolandevor einem Jahr

Bei diesem Buch handelt es sich um die fiktiven Memoiren von Elizabeth Macarthur (1766-1850), der Ehefrau des berühmten und einflussreichen John Macarthur (1767-1834), der als Begründer der Schafzucht in Australien gilt. Beide sind in Australien bekannte Persönlichkeiten, die sogar mit Briefmarken und ihrem Bildnis auf Dollarmünzen und -noten geehrt wurden. Hierzulande sind sie jedoch eher unbekannt.

„John Macarthur galt als streitsüchtig und hitzköpfig, aber durch Elizabeth' Seriosität und Charme behielt das Paar sein soziales Ansehen“, schreibt Wikipedia. Kate Grenville hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, diese starke Frau hinter den Kulissen stärker zu beleuchten. Dabei nutzt sie das Mittel der „geheimen Memoiren“, die angeblich bei Bauarbeiten gefunden wurden. Sie bietet uns einen Blick auf die vermeintlich echte Elizabeth und ihre wahren Gedanken.

Ohne Selbstbestimmung und große Wahl musste sie ihre Heimat verlassen, um ihren Ehemann in das frisch kolonialisierte Australien zu begleiten. Sydney Cove war zu dieser Zeit nur eine Strafkolonie, die Verhältnisse äußerst primitiv und es herrschte Nahrungsmittelknappheit, da die Versorgung der Bevölkerung ausschließlich vom englischen Mutterland gewährleistet wurde.

Auf unterhaltsame Weise beschreibt Kate Grenville nun, wie sich die junge Frau an der Seite ihres ungeliebten Mannes behauptet hat. Mit ironischem Blick schaut sie auf diese Männerwelt, erzählt aber auch von der Unterdrückung ihrer Bedürfnisse sowie der Suche nach Raum für ihre eigene Selbstbestimmung, die den damaligen Frauen nicht zugestanden wurde.

Ich hätte gerne noch etwas mehr über das Leben der indigenen Bevölkerung, ihre Unterdrückung und das schwierige Zusammenleben der Völker erfahren, da aber das Hauptaugenmerk auf den Befindlichkeiten Elizabeth' lag, kamen solche Geschichten eher nur am Rande vor.  Auch lag der Schwerpunkt mehr auf der Vorgeschichte des Erfolgs der Macarthurs und zum Ende hin wurden die Geschehnisse ziemlich komprimiert erzählt

Trotzdem ist die Geschichte ist sehr unterhaltsam und fesselnd und es gibt wunderbare poetische Natur- und Landschaftsbeschreibungen. Die Kapitel sind kurz gehalten und geben ein gutes Tempo vor. Ich gebe ehrlich zu, dass ich zu Beginn auch auf die „echten“ Memoiren hereingefallen bin, aber durch die moderne Sprache wurde mir dann doch schnell klar, dass es sich hier nur um Fiktion handeln kann. Vielleicht ist es der Autorin gelungen, den ein oder anderen wahren Gedanken der Elizabeth Macarthur einzufangen. Die Wahrheit jedoch werden wir nicht erfahren.




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Zusätzliche Informationen

Kate Grenville wurde am 24. Oktober 1950 in Australien geboren.

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