Juli Zeh

 4,1 Sterne bei 3.668 Bewertungen
Autorin von Unterleuten, Corpus Delicti und weiteren Büchern.
Autorenbild von Juli Zeh (©Thomas Müller)

Lebenslauf von Juli Zeh

Jedes Buch eine Wucht: Juli Zeh (Jahrgang 1974) ist eine echte Ausnahmeerscheinung im deutschen Literaturbetrieb. Die studierte Juristin und Völkerrechtlerin fesselt ihre Leser immer wieder mit zeitkritischen Romanen, in denen markante Figuren einzigartige Geschichten erleben. Ihr erster Roman „Adler und Engel“ (2001) bewegt sich zwischen rasanter Roadstory, brutalem Drogenthriller und einfühlsamer Initationsgeschichte. Er begeisterte bereits ein Millionenpublikum und wurde in 31 Sprachen übersetzt. Die schlichte, nüchterne Sprache Zehs und ihr gesellschaftskritischer Sarkasmus kommen auch in den folgenden Romanen „Spieltrieb“, „Schilf“, „Nullzeit“ und „Unterleuten“ zum Einsatz, die allesamt zu Bestsellern wurden. Juli Zeh, die mit ihrem Mann und zwei Kindern in Brandenburg lebt, wurde mit unzähligen Literaturpreisen ausgezeichnet und konnte sich auch als Essayistin und Journalistin einen Namen machen. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und engagiert sich politisch für die SPD.

Neue Bücher

Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)

Über Menschen

 (239)
Neu erschienen am 10.08.2022 als Taschenbuch bei btb.
Cover des Buches Die große Hörbuch-Edition (ISBN: 9783844546644)

Die große Hörbuch-Edition

Erscheint am 13.10.2022 als Hörbuch bei Der Hörverlag.
Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783844546781)

Über Menschen

 (20)
Neu erschienen am 10.08.2022 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Juli Zeh

Cover des Buches Unterleuten (ISBN: 9783442719761)

Unterleuten

 (531)
Erschienen am 10.02.2020
Cover des Buches Corpus Delicti (ISBN: 9783641242701)

Corpus Delicti

 (481)
Erschienen am 06.08.2018
Cover des Buches Spieltrieb (ISBN: 9783641242749)

Spieltrieb

 (418)
Erschienen am 06.08.2018
Cover des Buches Neujahr (ISBN: 9783442770540)

Neujahr

 (313)
Erschienen am 11.10.2021
Cover des Buches Nullzeit (ISBN: 9783641242763)

Nullzeit

 (312)
Erschienen am 06.08.2018
Cover des Buches Leere Herzen (ISBN: 9783442718382)

Leere Herzen

 (297)
Erschienen am 08.04.2019
Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)

Über Menschen

 (239)
Erschienen am 10.08.2022
Cover des Buches Adler und Engel (ISBN: 9783641242671)

Adler und Engel

 (264)
Erschienen am 06.08.2018

Auf einen Kaffee mit …

Juli Zeh erregte mit ihrem ersten Roman „Adler und Engel“ von 2001 große Aufmerksamkeit und sicherte sich schnell einen Platz unter den bekanntesten und erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Die Mischung aus Roadstory und Thriller begeisterte jedoch nicht nur die heimischen Leser, sondern wurde außerdem in mehr als dreißig Sprachen übersetzt. Mit weiteren Erfolgen wie „Leere Herzen“ oder „Unterleuten“ festigte Zeh ihren Status. Wir haben die gebürtige Bonnerin interviewen dürfen und einige interessante Antworten von ihr bekommen. Beispielsweise haben wir erfahren, was Juli Zehs Lieblingswörter sind und wie man wieder zu sich selbst findet. Im folgenden Beitrag könnt ihr das ganze Interview nachlesen.

Liebe Frau Zeh, was ist das schönste Feedback, das Sie von Lesern erhalten haben?

Am schönsten sind eigentlich immer Fotos von ungewöhnlichen Orten, an denen Menschen meine Bücher lesen. Ich bekam mal eins aus einer Tropfsteinhöhle, da brauchte der Leser die Grubenlampe.

Wann kommen Ihnen die besten Ideen?

Das kann in jeder beliebigen Situation passieren. Wenn ich aktiv nach einer Idee suche, gehe ich am liebsten spazieren.

Haben Sie ein Lieblingswort?

Mir gefallen skurrile Begriffe aus der Juristensprache. „Fliegende Bauten“, „Höhere Gewalt“, „Feindliches Grün“. Klingen die nicht alle wie Romantitel?

Welchen anderen Job würden Sie gerne für einen Tag ausüben?

Nur für einen Tag? Es gibt so viele Berufe, die ich gerne ausüben würde … Zum Beispiel Richterin. Wahnsinnig gerne wäre ich auch Musikerin. Oder Jockey. Oder Physikerin. Schade, dass man nur ein Leben hat.

Wohin sollen wir unbedingt einmal reisen und welches Buch soll uns begleiten?

Da würde ich jetzt gern sagen: Überallhin, und: Jedes Buch! Aber ihr wollt wahrscheinlich etwas Konkreteres hören. Zum Beispiel auf einen englischen Landsitz in Begleitung von Evelyn Waughs „Wiedersehen mit Brideshead“. Da komme ich dann auch mit.

Gibt es etwas, was Sie gerne lernen würden?

Karate.

In Ihren Büchern blicken Sie tief in die Seele der Gesellschaft und gleichzeitig vermitteln Sie Alltägliches. Wie finden Sie Ihre Themen und schaffen es, den LeserInnen so unterschiedliche Positionen zu vermitteln?

Ich schöpfe meine Literatur hauptsächlich aus mir selbst. Sehr selten unternehme ich Recherche-Anstrengungen. Wir sind ja alle vom Zeitgeist durchdrungen, wir sind Träger einer Mentalität, eines kulturellen Zustands. Man könnte sagen: Ich bin alle meine Figuren, und auch jeder einzelne Leser ist alle meine Figuren – wenigstens zu einem kleinen Teil.

Sie beziehen immer wieder politisch Stellung. Europa muss seine demokratischen Werte derzeit stärker verteidigen als zuvor. Welchen Beitrag kann Literatur dabei leisten?

Literatur wirkt vor allem langfristig. Sie bildet eher Zustände ab, als aktiv ins Geschehen einzugreifen. Ich glaube aber, dass Autoren einen Beitrag leisten können, in dem sie immer wieder besonnen und vernünftig in die Debatte eingreifen.

In „Neujahr“ wenden Sie sich mit Angststörungen und Panikattacken einem sehr sensiblen Thema zu. Wie in vielen realen Fällen lebt auch Ihr Protagonist Henning ein nach Außen vollkommen normales, erfülltes Leben. Was kann unsere Gesellschaft tun, damit Menschen ihre Gewohnheiten und Erinnerungen aufbrechen, um sich ihren Ängsten offen zu stellen und sie zu überkommen?

Unsere Welt ist sehr stark von Leistungsansprüchen definiert, von Wettbewerb, Selbstoptimierung, ständigen Bewertungen. Solange das so bleibt, werden wir es mit immer mehr Angststörungen und Depressionen zu tun haben. Immer mehr Menschen werden das Gefühl haben, den Herausforderungen unserer Zeit nicht genügen zu können, und sich deshalb latent als Versager fühlen. Es liegt bei jedem Einzelnen und bei uns allen gemeinsam, den Sinn des Lebens neu zu entdecken – jenseits des „Größer-Schneller-Besser-Mehr“ der Leistungsgesellschaft.

Waren Sie für die Recherche auf Lanzarote? Wenn ja, haben Sie eine Reiseempfehlung für uns?

Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit auf Lanzarote verbracht. Es ist in gewisser Weise meine zweite Heimat geworden. Meine Reiseempfehlung lautet: Hinfahren! Und an einem schwarzen Vulkanstrand ein paar Stunden lang dem Tosen des Wassers zusehen. Danach weiß man wieder, wer man ist.

Ihr Lieblingsort in Brandenburg:

Die Bäckerei in Päwesin.

Ein Satz über Ihr neues Buch:

Gewiss das Mitreißendste, was ich je geschrieben habe.

Ein Satz aus Ihrem neuen Buch:

„Sie liegt neben ihm, schläft mit offenem Mund und schnarcht leise dabei, aber wenn er sie länger ansieht, verwandelt sich ihr süßes, friedliches Gesicht in eine schreckliche Fratze mit aufgerissenem Maul und spitzen Zähnen, und Henning presst schnell die Augen zu, sein Herz schlägt wie eine Trommel, während die Frau an der Wand schon längst nicht mehr nach oben schaut, sondern ihn direkt ansieht, direkt in ihn hinein.“

Zu guter Letzt: Welche Figur aus einer Buchwelt würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie gemeinsam unternehmen?

Ada aus „Ada“ von Vladimir Nabokov. Wir würden zusammen auf einen großen Baum klettern und dort eine Weile sitzen.

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Juli Zeh

Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)buchverzueckts avatar

Rezension zu "Über Menschen" von Juli Zeh

Klare Leseempfehlung!
buchverzuecktvor 3 Tagen

🅁🄴🅉🄴🄽🅂🄸🄾🄽 🤍
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Über Menschen
von Juli Zeh

Mein Leseeindruck:
Dora braucht dringend Abstand von ihrem Freund und zieht weg von Berlin. Mit dabei ihre Hündin Jochen - ja, richtig gelesen! Eine Hündin mit einem eher speziellem Körperbau, weswegen sie diesen Namen trägt. Im kleinen brandenburgerischen Dorf Bracken angelangt, täuscht die Idylle gewaltig: Nachbar Gote der sich selbst den Dorf-Nazi nennt und die Verkehrsanbindung mit den Öffentlichen ist genauso ein Graus.

Doch nach welchen Antworten sucht Dora in dem kleinen Dorf? "Wo bekomme ich Setzkartoffeln her?" ist zumindest eine der Fragen, die sie sich stellt.

In dieser Geschichte geht's nicht um schwarz oder weiß. Gesellschaftskritisch, ganz egal welche politische Einstellung man verfolgt. Juli Zeh regt mit einer guten Prise Humor zum Nachdenken an. Mit Dora erschafft die Autorin eine Protagonistin, in die man sich sehr leicht reinversetzen kann. Der Beginn der Pandemie, Existenzängste, Einsamkeit und sich in den eigenen vier Wänden gefangen fühlen - aktuelle Thematik die trotz der schwierigen Themen sehr unterhaltsam ist.

Doch wie geht man mit Rassismus um? Auch darauf findet Dora im Buch eine Antwort: Das Leben und die Menschen haben viele Facetten.

Mit Gote und seiner Einstellung tat ich mir sehr schwer, wusste nicht, wie ich das bewerten soll. Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht bewerten. Dora gelingt es eine Art Freundschaft zu Gote aufzubauen, denn er ist eben nicht "nur" rassistisch. Dennoch lehnt sie seine Einstellung durchweg ab und hadert mit sich, ob sie die Beziehung tatsächlich Freundschaft nennen kann.

Stellenweise habe ich mich auch gefragt, ob ich den Dorf-Nazi jetzt sympathisch finde, ob ich das wirklich denken "darf", weil er mit seiner hilfsbereiten und doch auch menschlichen Art überzeugt hat. Auch ich verabscheute seine Taten und Aussagen. Juli Zeh ist es gelungen, das Bild ins Wanken zu bringen.

Ein Roman, der mich mit vielen Gedanken zurückgelassen hat und den ich euch wirklich sehr empfehlen kann.

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Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)A

Rezension zu "Über Menschen" von Juli Zeh

Ein pointierter und packender Roman
AROCTRAGNERPS93vor 4 Tagen

Nach der Trennung von ihrem Freund ist Dora  mit ihrer Hündin von Berlin aufs Land gezogen. Das kleine brandenburgische Dorf Bracken ist nicht ganz so idyllisch wie gedacht - die Infrastruktur ist ohne Auto eine Herausforderung, Dora besitzt noch nicht einmal Möbel und ihr hilfsbereiter kahlköpfiger Nachbar hat eine rechtsradikale Vergangenheit. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von ihrem Exfreund? Ruhe vor der eigenen Unruhe und dem Streben nach immer mehr? Gründe fürs das Auseinanderdriften der Gesellschaft? Schnell wird ihr klar, dass Menschen sich nicht pauschal in Kategorien unterteilen lassen, auch wenn das manchmal einfacher ist.

Der Roman wagt eine Auseinandersetzung mit unserer unmittelbaren Gegenwart. Thematisiert werden die eigenen Ängste und Befangenheit. Hierbei hat man - wie Dora - die Möglichkeit, Menschen "auf dem Land" kennen zu lernen und beginnt zu hinterfragen, an welcher Stelle Menschen aufgehört haben, sich gegenseitig zuzuhören.

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Cover des Buches Über Menschen (ISBN: 9783442772193)birdies_buecherwelts avatar

Rezension zu "Über Menschen" von Juli Zeh

Lockdown, Dorfleben und andere Herausforderungen
birdies_buecherweltvor 10 Tagen

Als die erste Welle der Corona-Pandemie Deutschland überrollt, flieht Dora nicht nur vor Lockdown und Kontaktbeschränkungen, sondern auch vor ihrer Beziehung mit Robert. Im brandenburgischen Dorf Bracken hat sie sich wenige Monate zuvor ein Grundstück mit Haus gekauft. Schicksalshaft, so erscheint ihr die Situation. Gemeinsam mit ihrer Hündin "Jochen-der-Rochen", versucht Dora herauszufinden, ob ihr das Leben auf dem Land eine Zukunft bietet. Schnell muss sie feststellen, dass das Landleben nicht nur Idylle und Ruhe zu bieten hat. Der Nahverkehr ist quasi nicht vorhanden, der Anbau von Kartoffeln alles andere als leicht und der Nachbar stellt sich mit den Worten "Ich bin hier der Dorfnazi." vor.

Ich habe bereits mehrere Romane von Juli Zeh gelesen und bin auch hier wieder begeistert von ihrer Gesellschaftskritik. Ganz gleich, welche politische Einstellung, welche Meinung man zum Lockdown, Klimaschutz oder ganz anderen Dingen vertritt: Juli Zeh schafft es, mit der Präzision eines Brennglases und doch mit viel Humor, jeden von uns abzubilden, die breite Gesellschaft! Dabei gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, das muss auch Dora in ihrem neuen Alltag erkennen. Wie sich die Dinge dann aber entwickeln, wohin Doras Entscheidungen und neue Einstellungen sie führen, hat mir persönlich nicht gefallen. Zu unrealistisch und konstruiert habe ich den Verlauf der Handlung empfunden. Die Erfahrung habe ich bereits bei anderen Romanen der Autorin gemacht. Vom Grundsatz her und bis zu einem gewissen Punkt bin ich begeistert, vom Ende dann aber nicht selten enttäuscht.

Dennoch: Ein lesenswerter Roman, der uns den Spiegel vorhält und keine Tabus kennt.

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Gespräche aus der Community

Dies ist eine privat erstellte Leserunde. Es gibt keine Bücher zu gewinnen; jeder liest mit seinem eigenen Exemplar - Beginn 15. Februar

Liebe Leserunden-TeilnehmerInnen. Dies ist ein Buch mit aktuellen Themen, die viel Diskussionspotential zu bieten scheinen. Nach meinem Eindruck nach Lesen der ersten Kapitel mit mehr Gedanken als Handlung scheint es sich gut für nebenher zu eignen, vor allem aber, um immer wieder innezuhalten und sich miteinander auszutauschen.

461 Beiträge

Wer möchte sich mit eigenem Exemplar anschließen?

Wir starten mit der Leserunde am 16.05.2021


Hallo in die Runde,

ab 16. Mai 2021 möchte ich zusammen mit @Frollein_Annika Juli Zehs Gesellschaftsroman "Unterleuten" lesen.
Interessierte können sich uns gerne (mit eigenem Exemplar) anschließen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch.

Bis dahin 

Liebe Grüße

Elbenwind

176 Beiträge
Elbenwinds avatar
Letzter Beitrag von  Elbenwindvor einem Jahr

Schade! Vielleicht klappt's beim nächsten Mal. Hast du noch andere Bücher von Juli Zeh auf deinem SuB liegen?

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Mehr zum Buch: 
Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passsieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen - etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.

Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen.  
341 BeiträgeVerlosung beendet
daydreamins avatar
Letzter Beitrag von  daydreaminvor 4 Jahren
Wow, ich freue mich riesig über so gute Neuigkeiten am Ende der anstrengenden Woche :) Vielen Dank!!

Zusätzliche Informationen

Juli Zeh wurde am 30. Juni 1974 in Bonn (Deutschland) geboren.

Juli Zeh im Netz:

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