Judith Schalansky

 4 Sterne bei 482 Bewertungen
Autorin von Der Hals der Giraffe, Atlas der abgelegenen Inseln und weiteren Büchern.
Autorenbild von Judith Schalansky (© Petra Koßmann)

Lebenslauf von Judith Schalansky

Besonderes Design und außergewöhnliche Literatur: Judith Schalansky wurde 1980 in Greifswald geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Mit ihrer Diplomarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign, dem typografischen Kompendium »Fraktur mon Amour«, wurde sie bekannt. 2006 veröffentlichte sie »Fraktur mon Amour« beim Hermann Schmidt Verlag Mainz. Hinzu kam, dass ihr Buch mit diversen Designpreisen ausgezeichnet wurde. Seit 2008 lehrt sie Typografische Grundlagen an ihrer ehemaligen Hochschule in Potsdam. Im Frühjahr 2008 erschien ihr Debütroman »Blau steht dir nicht« im mare Verlag, gefolgt von einem Stipendium 2009 welches sie von der Villa Aurora in Los Angeles erhielt. Mittlerweile lebt und arbeitet Judith Schalansky als freie Autorin und Gestalterin in Berlin.

Neue Bücher

Cover des Buches Einen Stein zum Sprechen bringen (ISBN: 9783751802222)

Einen Stein zum Sprechen bringen

Neu erschienen am 24.11.2022 als Taschenbuch bei Matthes & Seitz Berlin.
Cover des Buches Luchse (ISBN: 9783751802208)

Luchse

Neu erschienen am 27.10.2022 als Gebundenes Buch bei Matthes & Seitz Berlin.
Cover des Buches Die Eulen des östlichen Eises (ISBN: 9783751802192)

Die Eulen des östlichen Eises

Erscheint am 02.02.2023 als Gebundenes Buch bei Matthes & Seitz Berlin.
Cover des Buches Austern (ISBN: 9783751802215)

Austern

Neu erschienen am 22.09.2022 als Gebundenes Buch bei Matthes & Seitz Berlin.

Alle Bücher von Judith Schalansky

Cover des Buches Der Hals der Giraffe (ISBN: 9783518467909)

Der Hals der Giraffe

 (255)
Erschienen am 06.03.2017
Cover des Buches Atlas der abgelegenen Inseln (ISBN: 9783866481176)

Atlas der abgelegenen Inseln

 (34)
Erschienen am 01.01.2009
Cover des Buches Krähen (ISBN: 9783882210484)

Krähen

 (28)
Erschienen am 01.04.2013
Cover des Buches Taschenatlas der abgelegenen Inseln (ISBN: 9783596190126)

Taschenatlas der abgelegenen Inseln

 (12)
Erschienen am 14.07.2011
Cover des Buches Verzeichnis einiger Verluste (ISBN: 9783518470787)

Verzeichnis einiger Verluste

 (13)
Erschienen am 18.05.2020
Cover des Buches Esel (ISBN: 9783882210781)

Esel

 (10)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Eulen (ISBN: 9783957570888)

Eulen

 (7)
Erschienen am 14.10.2014
Cover des Buches Heringe (ISBN: 9783882213928)

Heringe

 (6)
Erschienen am 17.03.2014

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Judith Schalansky

Cover des Buches Quallen (ISBN: 9783751802147)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Quallen" von Samuel Hamen

‚Risiko und Glamour, Gefahr und Hypnose'
sabatayn76vor einem Monat

‚Risiko und Glamour, Gefahr und Hypnose: Es geht nicht ohne, wenn man sich diesem Tier nähert.‘ (Seite 9)

Samuel Hamen erzählt in ‚Quallen. Ein Portrait‘ von Portugiesischer Galeere und Medusa, Fortpflanzung und Hermaphrodismus, Literatur und Verfilmungen, Konservierung und Aquarellen, Jackass und Aquakulturen, dem Induzieren von Schmerz und dem Spüren von Schmerz, Ernst Haeckel und Gustav Klimt, Vladimir Putin und LGBTQ-Bewegung.

Wie immer bei den Naturkunden ist das Buch an sich schon ein echtes Schmuckstück: farbiger Schnitt und Vorsatz, geprägter Deckel, hochwertiges Papier, wundervolle Illustrationen.

Inhaltlich hat mich das Buch über Quallen erst spät richtig begeistert und gefesselt, aber die Illustrationen fand ich von der ersten Seite an wunderschön, und später haben mir auch die Texte gut gefallen, sind spannend, lehrreich, breitgefächert.

Die Portraits am Ende des Buches sind (wie immer bei den Naturkunden) ein richtiges Highlight, zeigen Quallen, die so unwirklich scheinen, dass man kaum an ihre Existenz glauben möchte, und präsentieren die wichtigsten Informationen zu ausgewählten Quallen.

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Cover des Buches Verzeichnis einiger Verluste (ISBN: 9783742407221)
Bris avatar

Rezension zu "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky

Was wird sein - oder alles bleibt anders
Brivor 2 Monaten

Alles ist ein ein ewiges Erstehen und Vergehen. Nichts ist, gerade in Zeiten wie unseren, die geprägt sind von Klimakrise, Ukraine-Krieg, Pandemien und Bedrohungen unserer Zivilgesellschaften, deutlicher zu sehen, als das eben nix fix ist, auch wenn wir uns das noch so sehr wünschen. Konservatives Denken, also im besten Fall als „bewahrendes“ Denken ausgelegt, wird meist leider nur als für einen geringeren Teil der Menschheit sinnvoll, weil es nur das bewahren will, was ein paar wenige zu privilegierten Lebenssituationen verholfen hat und deshalb als für diese bewahrenswert gilt. Das Diktum des stetigen Wachstums, das allen Menschen dieses Planeten Wohlstand bescheren sollte, ist gründlich nach hinten losgegangen. Hat doch dieses Wachstum viele Menschen in Lohnsklaverei getrieben und unseren doch so perfekt für uns ausbalancierten Planeten arg ins Straucheln gebracht. So sehr sogar, dass die Klimakrise nicht mehr nur als Damoklesschwert über uns hängt, sondern wir mittendrin stecken, wie uns vor circa 30 Jahren bereits von Wissenschaftlern prophezeit wurde – und aus heutiger Sicht sogar recht genau. Das Leben lehrt uns, wenn wir genau hinsehen, dass weder irgendwelche „Märkte“ etwas regeln, noch dass Wachstum oder Wohstand immer ein materieller sein muss oder darf. Es gibt Verluste, wie zum Bespiel die schrumpfende Artenvielfalt, die wir nie mehr rückgängig machen können. Und dann tauchen plötzlich Tiere oder Pflanzen wieder auf, die längst als ausgestorben galten. Wie gut wäre es, gäbe es eine universelle Aufzeichnung, die uns diese Verluste und Gewinne aufzeigen könnte. Judith Schalansky hat sich vor einiger Zeit schon an ein solches Projekt gewagt, das zwar nicht universell, sondern subjektiv von ihr ausgewählt, einige dieser Verluste und Zugewinne zugänglich macht und für mich eines der eindruckvollsten Bücher ist, das ich in den letzten Jahren in die Finger bekam.


„Am Leben sein, bedeutet Verluste zu erfahren“

Im Grunde ist es ein ganz menschliches Thema, dessen sich Schalansky über verschiedene Wege nähert: Was wäre schlimmer,  wenn alles ein absolutes Ende hätte oder wenn es dieses Ende gar nicht gäbe? Ein Buch, das mir beim ersten Hören der von Bettina Hoppe und Wolfram Koch meisterhaft eingelesenen Texte, sofort in den Kopf kam, war Simone de Beauvoirs „Alle Menschen sind sterblich“, das mir erstaunlicherweise bis heute den größten Trost in Bezug auf die Endlichkeit meines und aller anderen Leben bescherte, weil es mir zeigte, dass seine Unendlichkeite nur dann erstrebenswert wäre, wenn ich diese nicht alleine verbringen müsste. Die Vergänglichkeit macht doch das Leben erst so einzigartig. Das macht auch Schalansky in ihrer Vorbemerkung zu den folgenden 12 Miniaturen (die im Buch immer genau 18 Seiten umfangen) klar. Dabei wird deutlich, wie gut sie Verbindungen finden kann und wie belesen sie ist.

„Geschichte als nachträgliche Sinngebung des Sinnlosen“

Was in unserer Geschichte als erinnernswert bestehen bleibt, was wir als „gezielte“ Entwicklung bewahren wollen, gibt es nicht. Die Menschheit sieht sich allzu gerne als vernünftig und planvoll vorgehend an. Doch die Geschehnisse der Vergangenheit zeigen nur allzu deutlich, dass wir überhaupt keinen Plan hatten und haben. Die Welt ist zu komplex, als dass wir sie durchweg zielgerichtet durchschreiten können. Zufall und Anpassung sind es, die unseren Weg zeichnen. Wer die Marvel Serie „Loki“ gesehen hat, weiß was ich meine – ein tatsächlich geradeliniger Zeitstrahl ist aufgrund der Vielfalt an Leben auf diesem Planeten nicht real. Jegliches Handeln unsererseits bedingt eine Ausprägung, die durch ein anderes Handeln eine andere Ausprägung bedingen würde. Kein Wunder, dass wir Menschen immer ein System benötigen, in dem wir uns verorten können, damit wir nicht durchknallen, inklusive religiöser Konzepte. Homo sapiens – zur Vernunft begabt, aber vernünftig? Schalansky macht klar, sogar der Versuch, Zeitkapseln zu hinterlassen, aus denen andere Spezies von uns Kenntnis erhalten sollen, ist im Grunde egozentrisch gedacht und entspringt dem unreifen Wunsch, die eigene Bedeutungslosigkeit nicht hinnehmen zu wollen. Was wir tatsächlich hinterlassen ist: Atommüll, Plastik und Elektroschrott. Im Grunde also nur den Planeten belastendes.

Vom Suchen und Finden und der Kraft der Erinnerung

Und so hat Schalansky ihr ganz eigenes Archiv geschaffen, indem sie ausgewählt hat, wovon sie uns erzählt, was sie im Buch auch illustratorisch sichtbar macht und auf welche Spur sie uns schickt, um uns vielleicht weiter einzulesen beziehungsweise einzuhören.Sie beginnt mit den Inseln, die es vielleicht einmal gegeben haben mag – sonst hätte sie niemand auf einer Karte verewigt – und die heute nicht mehr existieren oder (wieder) neu auftauchen. Ein optimaler Einstieg, um zu zeigen, dass die einzige wahre Konstante die Veränderung ist.

Schalanskys Auswahl ist beeindruckend breit – da findet sich der kaspische Tiger, neben der Insel Tuanaki, dem Hafen von Greifswald, Sapphos neu entdeckten Liebesliedern oder dem Palast der Republik. Ihre Texte sind überaus poetisch und eindringlich, was weniger an der sehr genauen Sprache, als mehr an den Gedanken dahinter liegt. Die Umsetzung als Hörbuch ist so gelungen, dass sie mir quasi über Jahre hinweg im Gedächtnis blieb und mich zum wiederholten Hören animiert und mit immer wieder zeigt, wie wichtig trotz allem und wegen der Gleichzeitigkeit der Geschehnisse eines ist: sich zu erinnern.

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Cover des Buches Verzeichnis einiger Verluste (ISBN: 9783518428245)
mabo63s avatar

Rezension zu "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky

12 Geschichten über Vergessenes
mabo63vor 3 Monaten

12 interessannte Geschichten die von Vergessenem, Verlorenem, Verschollenem erzählen.

Einige fand ich ganz wunderbar erzählt, andere fand ich eher schwierig.


Spannend fand ich die Erzählung über Armand Schulthess, einem Schweizer Textkünstler der im Tessin Land kaufte und der seinen Kastanienwald in eine 'Bibliothek des Wissens' umgestaltete indem er diese mit tausenden beschrifteten Tafeln behängte.

Nach seinem Tode im Jahr 1972 ging ein grosser Teil seines Kunstschaffens verloren da die Erben es zerstörten.


'[...] Die Sonnenflecktabelle zum Grillplatz, die Geheimnisse Tibets gleich hinter den Baum der Psychoanalyse und die Tafel zum Ameisenstaat direkt über den Ameisenhaufen. Geschriebenes muss sich mit Erlebtem verbinden. Eine Enzyklopädie im Walde. Das Wissen der Menschheit ist hier zusammengetragen. Es hängt in den Bäumen. Es ist natürlich nicht vollständig. Es kann ja gar nicht vollständig sein. Diese ganzen Schilder zu schreiben das war eine Arbeit! Man muss immer etwas nützliches tun im Leben. Etwas sammeln wenn man unterwegs ist, einen Apfel aufheben, eine Kastanie, eine Dose. Alles kann man noch gebrauchen. Man darf nichts wegwerfen, nicht ein kleines Stück Papier' [...]


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Gespräche aus der Community

Wer hat den Roman "Der Hals der Giraffe" gelesen? Meinungen?
1 Beiträge
S
Letzter Beitrag von  SuSannevor 11 Jahren
Wird just heute um 23.00 Uhr im ZDF bejubelt http://dasblauesofa.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,8312242,00.html - die Sendung kann man jetzt schon im Netz sehen
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