Dima und Jarik sind unzertrennliche Zwillinge die auf dem Bauernhof des Onkels aufwachsen. Beide arbeiten in einem Gewächshaus "Oranzeria". Das gläserne Meer welches aufgrund reflektierender Spiegel geschaffen wurde um den ewigen Tag herzustellen. So wird sichergestellt das das Gewächshaus noch produktiver arbeiten kann. Schon bald verbindet die beiden nicht mehr das Abenteuer und die russischen Sagen sondern nur noch die Arbeit. Ihre Lebensläufe kläffen immer mehr auseinander, der eine als Erfolgreicher Geschäftsmann mit Frau und Kind, der andere Zwilling der dem ganzen hinterherhingt. Ein dicker Wälzer mit einem sehr schönem Cover und einem tollen Titel. Wenn man erst man den Schreibstil versteht und sich gewöhnt geht das Buch runter wie Öl. Die Geschichte ist schön detailliert und liebevoll geschrieben. Einige Wörter waren mir unbekannt, das ist aber das einzige Manko an dem Buch. Würde ich immer wieder lesen.
Josh Weil
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Das gläserne Meer
Das neue Tal
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Das Cover des Buches wirkt erst einmal sehr ansprechend. Ein idyllischer Ort in Rottönen gehalten, wirkt insgesamt stimmig und harmonisch.
Nach der Leseprobe habe ich mich regelrecht auf das Buch gefreut. Ich wollte unbedingt mehr über die Zwillinge Jarik und Dima erfahren.
Der Schreibstil erweist sich teilweise sehr schwierig und langatmig. Es gibt oft sehr lange, verschachtelte Sätze, die teilweise über eine halbe Seite des Buches gehen.
Die Personen Jarik und Dima finde ich sehr interessant. Auch der Beginn, als ihre Arbeit in der Orangerie, einer Stadt, die künstlich hergestellt wird, in der es immer Tag ist und es keine Nacht ist, war sehr einschlussreich.
Die Szene mit dem Hahn finde ich etwas übertrieben und zu langatmig ausgearbeitet. Insgesamt ist das wahrscheinlich eher ein Buch für Leute, die sich für die Politik und die Geschichte Russlands interessieren.
Als reines Unterhaltungsbuch finde ich es nicht unbedingt zu empfehlen. Ich hatte immer wieder Schwierigkeiten beim Buch zu bleiben und es weiter zu lesen. Da es insgesamt alles sehr langatmig beschrieben war. Mir persönlich fehlte es an Spannung und Dynamik im Buch, so dass ich letztendlich froh war, als ich den dicken Schmöker endlich beendet hatte.
Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen.
Seit ihrer Geburt sind die Zwillinge Jarik und Dima unzertrennlich. Beide brauchen den anderen wie die Luft zum Atmen, und so trotzen sie den Widrigkeiten ihres jungen Lebens: Der Vater stirbt beim Eisangeln, die Mutter wird über den Verlust verrückt und so wachsen sie auf dem Bauernhof ihres Onkels auf. Dieser wird sich Jahre später mit einer alten Pistole das Leben nehmen. Mit dem Verlust des Onkels steht irgendwann die Rückkehr in die Stadt an, doch die Brüder schwören sich, eines Tages zurückzukommen und den Bauernhof zu kaufen.
Jahre später arbeiten die Brüder Seite an Seite in der Oranzeria. Sie wird auch das „Gläserne Meer“ genannt – ein überdimensionales Gewächshaus, das sich immer weiter rund um die russische Stadt Petroplawilsk ausbreitet. Die Oranzeria hat den Menschen die Nacht genommen, denn Spiegel spenden aus dem Weltraum Licht, wenn die Sonne untergegangen ist. Die Tage sind gefüllt mit Arbeit, es herrscht der reine Kapitalismus: sieben Tage Woche, Zwölfstundenschichten. Bald werden die Zwillinge zwei entgegengesetzten Schichten zugeteilt und eine unheilvolle Entwicklung nimmt seinen Lauf. Jarik, mittlerweile verheiratet und zweifacher Familienvater, wird Vorarbeiter und von der Geschäftsleitung als Hoffnungsträger für die gesamte Belegschaft auserkoren. Mit seiner Geschichte soll vermittelt werden: durch harte Arbeit kann man alles schaffen. Und während Jarik immer weiter die Karriereleiter nach oben geschoben wird, beginnt Dima sich dem System zu verweigern. Er wird kündigt, bemüht sich nicht um eine neue Arbeit und bald rezitiert er öffentlich Gedichte in einer Stadt, der jegliches Vergnügen fremd ist, und wird bald seinerseits von Organisationen, die ein anderes System herbeisehnen, missbraucht. So werden die Brüder öffentlich zu zwei entgegengesetzten Figuren und beginnen sich bald immer weiter voneinander zu entfernen.
„Das gläserne Meer“ ist ein seltener, ein wertvoller Roman. Es ist der Roman einer Zukunft, die nicht allzu fremd und allzu fern erscheint. Es ist eine Welt des totalen Kapitalismus, der Mensch ist degradiert zu einem Zahnrad im Getriebe, das unaufhörlich funktionieren muss. Unliebsame Elemente werden ausgestoßen. Im „Gläsernen Meer“ drohen außerhalb der Stadt liegende, eingezäunte Viertel für jeden, der sich dem System verweigert. Dima kann nur dank einer monatlichen Zahlung seines Bruders vor diesem Schicksal bewahrt werden. Im Leben der Menschen ist kein Platz mehr für Freizeit und Vergnügen, aber auch nicht für Bildung: die Theater haben geschlossen, das Kino, ebenso die Universität. Doch überall gibt es Händler, Werbetafeln und amerikanische Cafés. Josh Well versteht es meisterhaft, diese Welt für den Leser entstehen zu lassen. Wenige Charaktere gewinnen wirklich an Schärfe, viele sind nur einzelne aus der geschichtslosen Masse an Arbeitern. Individuelle Züge tauchen vor allem bei den Verweigerern auf, denen Dima begegnet und die ihn für ihre Zwecke benutzen. Doch Dima merkt jeweils zu spät, was vor sich geht. Er ist der Träumer, der für den Gedanken lebt, irgendwann wieder auf dem alten Bauernhof des Onkels verweilen zu können. Immer tiefer taucht man in den Roman ein, will wissen, wie es mit den beiden Brüdern weitergeht. Werden sie sich wiederfinden oder auf ewig verlieren? Zu was ist das System fähig und: Was droht auch uns, wenn wir die Zeichen der Zeit missdeuten? Einen besonderen Charme erhält das über 660 Seiten starke Werk auch durch die typisch russischen märchenhaften Elemente. Oft spielen Sagengestalten aus der Kindheit der Zwillinge eine wichtige Rolle. Fazit: Unbedingt lesen!
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