Jonathan Lethem

 3,6 Sterne bei 187 Bewertungen
Autor von Chronic City, Die Festung der Einsamkeit und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jonathan Lethem (© Keke Keukelaar)

Lebenslauf von Jonathan Lethem

Ein Verfächter der amerikanischen Pop-Kultur: Der 1964 in New York geborene Schriftsteller ist bekannt für seine gesellschaftskritischen Science-Fiction Romane. Zu Studienzeit fing er an erste Kurzgeschichten zu schreiben und zu veröffentlichen. 

Doch erst mit seinem Debütroman „Gun with Occasional Music“ schaffte er seinen internationalen Durchbruch. Hierfür wurde er mit dem Nebula Award und dem Locus Award für den „Best First Novel“ ausgezeichnet. 

Vor allem seine Vorliebe für amerikanische Pop-Kultur finden sich in seinen Inhalten sowie seinem Schreibstil wieder. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen Preisen wie dem 'National Book Critic‘s Award' und dem 'Gold Dagger' geehrt.

 Er arbeitet als Professor für Creative Writing am Pomona College.

Alle Bücher von Jonathan Lethem

Cover des Buches Die Festung der Einsamkeit (ISBN: 9783608503883)

Die Festung der Einsamkeit

 (42)
Erschienen am 26.01.2019
Cover des Buches Motherless Brooklyn (ISBN: 9783608503890)

Motherless Brooklyn

 (41)
Erschienen am 26.01.2019
Cover des Buches Chronic City (ISBN: 9783596191611)

Chronic City

 (55)
Erschienen am 20.06.2013
Cover des Buches Du liebst mich, du liebst mich nicht (ISBN: 9783442542635)

Du liebst mich, du liebst mich nicht

 (23)
Erschienen am 16.01.2009
Cover des Buches Der wilde Detektiv (ISBN: 9783608503852)

Der wilde Detektiv

 (9)
Erschienen am 26.01.2019
Cover des Buches Der Garten der Dissidenten (ISBN: 9783596033089)

Der Garten der Dissidenten

 (8)
Erschienen am 20.08.2015
Cover des Buches Der kurze Schlaf. (ISBN: 9783453877948)

Der kurze Schlaf.

 (5)
Erschienen am 01.01.2004

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Jonathan Lethem

Cover des Buches Anatomie eines Spielers (ISBN: 9783608501544)mapefues avatar

Rezension zu "Anatomie eines Spielers" von Jonathan Lethem

Verzockt! So spielt das Leben
mapefuevor einem Jahr

Jonathan Lethems neuer, an unglaublichen und emotional eindringlichen Szenen reicher Roman „Anatomie eines Spielers“. Ein literarischer Hochgenuss, ein Lesevergnügen der besonderen Art. Bei Tropen zu Recht in der Kategorie „Literarischer Krimi“.
Wortschöpfungen, noch nie in dieser Form gelesen, heben diesen Roman auf oberstes Niveau. Höchste Anerkennung für Ulrich Blumenbachs Übersetzung.
 Und erst die Geschichte:

Alexander Bruno, noch keine 50, ein selbstsicherer, vielbeschäftigter Berufs-Backgammon-Spieler möchte in Berlin Wolf-Dirk-Köhler, einen Superreichen, der unbedingt die Spielerlegende Bruno herausfordern will, abzocken. Nach einem Desaster in Singapur, sollen die angelaufenen Schulden abgedeckt werden. Doch da war er da: Der Fleck in seinem Auge: „Er war da, wenn er aufwachte. Wahrscheinlich auch, wenn er schlief. Der Fleck.“ Hatte Bruno den Fleck nur für das „heraufziehende Gespenst seiner Unaufmerksamkeit“ gehalten?

Nach anfänglichen Spielglück musste er feststellen, dass der, den er nur für einen Abzuzockenden gehalten hatte, „ganz schön viel von einem Zocker hatte“. Auf der Wannsee-Fähre hatte Bruno ein deutsches Mädchen namens Madchen! kennenglernt. Köhlers Serviermädchen in auffälliger Halbkörperledermaskierung lässt Bruno „verstohlene Blicke auf das kosmische Mysterium zwischen den Beinen der maskierten Frau“ riskieren. Madchen? Bruno denkt nach über „das Rätsel seiner veränderten Beziehung zum Glück.“ Er kollabiert und muss in die Charité eingeliefert werden, wo hinter dem Auge ein Tumor festgestellt wird, der auf Grund seiner Lage und Größe als inoperabel eingeschätzt wird: Ein Meningeom, ein Tumor des Zentralnervensystems, das hinter seinen Augen wuchert und Ursache für die Sehstörung ist. Er lasse sich resezieren, also chirurgisch entfernen, aber nur von einem Spezialisten in San Francisco, von Dr. med. Noah R. Behringer.
San Franzisco war eine futuristische Karikatur einer verschnarchten Schnuckelstadt (S. 149)

Mit Keith Stolarsky, ein ehemaliger Schulkollege und durch Immobilienspekulation zu Reichtum gelangt, tritt ein Mensch in Brunos Leben, der ihn fortan beeinflusst, demütigt, aber auch finanziell unterstützt. Intellektuell fühlt sich Bruno seinem „Freund“ überlegen, doch dieser ungeschlachte Typ „sitzt am längeren Hebel“. Stolarsky – ein ins Tageslicht befördertes Nachtlebewesen (S. 122), der Brunos Operation samt Flug nach San Francisco bezahlt – nach dem Hochschieben der Sichtblenden flutete Skalpell scharfes kalifornisches Tageslicht herein (S. 121), ist nicht auf Dauer ein Wohltäter, er zeigt bald seine andere Seite und lässt seinen alten Schulfreund, der ohnehin schon durch medizinische Verbände gezeichnet ist, noch zusätzlich in einer Halloween-Kostümierung mit Schlinge um den Hals in einem seiner Fastfood-Betriebe die Kosten abarbeiten.

Die Zeilen im emotional gravierendsten Kapitel des Buches sind die schmerzhaft-intensiven Schilderungen rund um die monströse 14stündigen Operation von Brunos als inoperabel geltendem Tumor. Der Leser steht körperlich fast unmittelbar im Operationssaal und scheint damit Zeuge der unvorstellbaren medizinischen Spitzenleistung geworden zu sein. Frappierend, wie Lethem mit unvermeidlicher Unausweichlichkeit diese Authentizität in Worte zu fassen im Stande ist. Jonathan Lethem läuft zur Hochform auf auch mit Noah R. Behringer, der exzentrische Figur des langhaarigen, in Sandalen und mit Rucksack und Bart ins Spital kommenden Ausnahmeneurochirurgen, der bei Jimi-Hendrix-Musik mit großem, im Schichtbetrieb arbeitendem Team auch Alexander Bruno erfolgreich operiert, was bedeutet, dass er zuerst sein gesamtes Gesicht abnimmt und es dann wie ein Lätzchen in die Schale auf seiner Brust legt!

„Nur der weiße Leinenkittel verriet, dass er (Noah) überhaupt irgendeine Zutrittsberechtigung zu diesem medizinischen Gebäude hatte, und der Kittel konnte er bei jedem Gartenflohmarkt oder in einem Halloween-Laden abgestaubt haben.“ (S. 150)

Wenn sein Arzt verrückt, aber fantastisch war, war das vielleicht genau das, was sein fantastisch verrückter Zustand (Brunos) erforderte.“ (S. 151)

 „Stellen Sie sich Ihr Gesicht als Tür vor. Wir werden sie ganz sanft aufmachen. Un dann heben wir sie aus den Scharnieren und legen sie beiseite, als ganze und unbeschädigt. Viel besser, als an der Tür selbst herumzubohren und -zusägen, finden Sie nicht auch?“ (Noah zu Bruno, S. 152)

Nach erfolgreicher Operation kehrt Bruno nicht gleich in sein früheres Metier zurück, bevor er als „Mumie“ auch an Pokerspieltischen sitzt und sich im Romanfinale noch eine bizarr-ironische Backgammonpartie mit dem anarchistischen Sliderbrater liefert, bei der die dabei verkohlenden Bratlinge als Spielsteine benutzt werden.

Jonathan Lethem 1964 in New York geboren und lebt derzeit in Kalifornien. Seit seinem Roman „Der wilde Detektiv“ bin ich ein Fan von Lethem.

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Cover des Buches Der wilde Detektiv (ISBN: 9783608503852)Ana80s avatar

Rezension zu "Der wilde Detektiv" von Jonathan Lethem

Das war nicht meins
Ana80vor 2 Jahren

 Klappentext: 

Als die arbeitslose Phoebe Siegler erfährt, dass die Tochter ihrer besten Freundin vermisst wird, bricht sie von Brooklyn aus auf, um in der kalifornischen Provinz nach dem Teenager zu suchen. Im dunklen Herzen der Wüste trifft sie auf Aussteiger, die jenseits von Recht und Gesetz in Stammesgruppen leben. Der Einzige, der ihr Zugang zu diesen ehemaligen Hippie-Kommunen verschaffen kann ist Charles Heist - genannt "der wilde Detektiv"

Klang für mich spannend und interessant anders, aber...:

Die schräge und manchmal herausfordernde Schreibweise gefielen mir noch ganz gut. Das Buch lässt sich leicht weg lesen. Die Idee fand ich prinzipiell auch ansprechend. Die Umsetzung allerdings konnte mich nicht fesseln.

Die wirre Protagonistin Phoebe, eine Frau auf dem Selbstfindungstrip und der wilde, total in sich ruhende Detektiv, von dessen Wildheit und unkonventioneller Arbeitsweise ich irgendwie nichts mitbekommen habe, weil es nicht wirklich beschrieben wird, blieben mir beide viel zu oberflächlich und fremd. Der Blick auf das Aussteigerleben in der kalifornischen Wüste war mir doch etwas zu abgedreht und unglaubwürdig. Die Vermisstensuche ließ bei mir einen Spannungsbogen vermissen, da die Suche nach der Vermissten eher so nebenbei lief und es keine Detektivarbeit oder irgendwelche Hinweise gegeben hat, die mich hätten mitgrübeln lassen. 

Ein wilder Genremix aus Abenteuerroman, New-Age-Story, Liebesgeschichte und Krimi der vielleicht das Problem ist. Denn keinem Genre wird dieses Buch wirklich gerecht, da jeder Bereich für mich zu oberflächlich behandelt wird. Schade.

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Cover des Buches Der Garten der Dissidenten (ISBN: 9783596033089)S

Rezension zu "Der Garten der Dissidenten" von Jonathan Lethem

Zu viel Individuum - zu wenig Gesellschaft
sKnaerzlevor 3 Jahren

Angeblich erzählt der Roman eine "linke Geschichte der USA", aber ich finde die Hauptfiguren sind viel zu individualistisch, um etwas anderes als ihre eigene Geschichte zu verkörpern.

Es dauerte lange, bis ich in das Buch "reinkam", Ich interessierte mich nicht für die erste Hauptperson, Rose Zimmer, weil sie mir als ziemlich durchschnittliche Arbeiterin erschien, während der Erzähler immer behauptet, sie sei irgendwie dämonisch, und in der Tat versucht sie einmal ihre eigene Tochter umzubringen, was irgendwie hochsymbolisch ist, auf der Handlungsebene aber unmotiviert und doof. 

Dann kommen viele Anspielungen auf Baseball und was Bob Dylan der Folk-Musik angetan hat, bzw. wie er sie weiterentwickelt hat, was mir alles aber nichts sagt.

Roses Tochter Miriam lebt als Hippe in einer Kommune in New York, kifft zu viel, weiß das auch und verbringt ihre Zeit bei Demonstrationen und der Besetzung einer Feuerwache, was wohl ein bedeutendes historisches Ereignis war.

Dann gibt es noch einen angepassten Universitätsdozenten, der seinen nicht vorhandenen Nonkonformismus pflegt - bzw. vielleicht steckt auch mehr dahinter und ein sehr einsames Kind. 

Dieser Personen fand ich dann ganz interessant und damit ließ sich das Buch auch gut lesen.

In Wahrheit sind viele Figuren erstaunlich spießig. Miriam ist verheiratet und hat ein Kind und bleibt ihrem Mann treu, obwohl sonst jeder mit jedem schläft und Rose verschafft einem Jungen aus der Nachbarschaft ein Universitäts-Stipendium, der dann später, als sie in einem Pflegeheim lebt, Verantwortung für sie übernimmt und sie regelmäßig besucht.

Mehr gehört hätte ich gerne von der Gemeinschaftssiedlung Sonny-Side mit den Gemeinschaftsgärten. die am Ende privatisiert sind. Wie lebt es sich in solch einer Gemeinschaft? Aber für Gemeinschaften interessieren sich Letheems Superindividualisten nicht die Bohne - sie leben in einer möglch kleinen Zelle, in der sie sich paranoid einschließen und gehen zu recht unter





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Jonathan Lethem wurde am 18. Februar 1964 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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