John Burdett

 3,8 Sterne bei 79 Bewertungen
Autor*in von Der Jadereiter, Bangkok Tattoo und weiteren Büchern.

Lebenslauf

John Burdett, 1951 in London geboren, studierte Rechtswissenschaften und arbeitete vierzehn Jahre als Anwalt in Hongkong und London, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er ist der Schöpfer der in und um Bangkok angesiedelten Krimireihe mit dem buddhistischen Ermittler Sonchai Jitpleecheep. Burdett lebt in Bangkok und in Frankreich.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von John Burdett

Cover des Buches Der Jadereiter (ISBN: 9783492262248)

Der Jadereiter

 (28)
Erschienen am 01.06.2010
Cover des Buches Bangkok Tattoo (ISBN: 9783492249454)

Bangkok Tattoo

 (17)
Erschienen am 01.07.2007
Cover des Buches Die letzten Tage von Hongkong (ISBN: 9783492241311)

Die letzten Tage von Hongkong

 (12)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Der buddhistische Mönch (ISBN: 9783492257565)

Der buddhistische Mönch

 (8)
Erschienen am 12.02.2010
Cover des Buches Der Jadereiter (ISBN: 9783293208759)

Der Jadereiter

 (2)
Erschienen am 17.02.2020
Cover des Buches Bangkok Tattoo (ISBN: 9783293208858)

Bangkok Tattoo

 (1)
Erschienen am 24.08.2020
Cover des Buches Der buddhistische Mönch (ISBN: 9783293208865)

Der buddhistische Mönch

 (1)
Erschienen am 15.02.2021
Cover des Buches Eine private Affäre (ISBN: 9783492243759)

Eine private Affäre

 (1)
Erschienen am 01.04.2005

Neue Rezensionen zu John Burdett

Cover des Buches Der Jadereiter (ISBN: 9783492262248)
G

Rezension zu "Der Jadereiter" von John Burdett

Mit Buddha ermitteln
Giorgio_Brunellovor einem Jahr

Der Bangkoker Polizist Sonchai ermittelt in einem skurrilen Mordfall, in dessen Zusammenhang sein Freund und Partner ums Leben gekommen ist. Bei den vielen Widerständen, die Sonchai überwinden muss, hilft ihm sein "alltagstauglicher" Buddhismus - ein ebenso tiefgründiger wie witziger Ansatz. 

Weil der Ermordete ein amerikanischer Marine war, schaltet sich die US-Botschaft und das FBI ein, was Sonchai zu einer Kimberly als Ermittlungspartnerin verhilft. Die Beziehung dieser beiden Polizisten aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen allein verdient es, gelesen zu werden.

Der Gang der Handlung hat nicht nur viele Überraschungen parat. Nebenbei erfährt man unglaublich viel über Bangkok, über Thailand, über den Buddhismus und das Lebensgefühl in Südostasien. 

Bei den vielen Wendungen des Romans stellt man fest, dass fast nichts so ist wie es scheint ... 

Man muss sich auf dieses Buch einlassen und neugierig sein auf eine Welt, die der Europäer meist nur vom Urlaub her kennt. Aber dann packt einen der "Jadereiter" so sehr, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen will.

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Cover des Buches Der buddhistische Mönch (ISBN: 9783293208865)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Der buddhistische Mönch" von John Burdett

Die Eleganz des Gewöhnlichen
aus-erlesenvor 3 Jahren

Taschendiebstahl, betrunkene Touristen, leichte Mädchen und leichte Beute – der achte Bezirk Bangkoks bietet die Bühne für alle Arten an kriminellen Delikten, die man sich vorstellen kann. Und Sonchai Jitpleecheep ist hier zuhause. Er kennt jeden Straßenköter – und alle kennen ihn. Er weiß wen er wie anzupacken hat, um sein Ziel zu erreichen. Ihn aus der Fassung zu bringen bedarf schon einiges. 

Wie zum Beispiel ein kleines Filmchen. So eines wie das, was sich gerade seine Kollegin vom FBI Kimberly Jones auf dem Revier anschaut. Ein so genannter Snuff Movie. Ein Film, indem vor laufender Kamera ein Mensch umgebracht wird. Das allein reicht schon, um die Innereien auf Links zu drehen. Doch dass Sonchai mit ansehen muss wie diese Frau, Damrong, eine der begehrtesten Prostituierten, seine Ex, bestialisch der Garaus gemacht wird, haut selbst den hartgesottenen Ermittler um. Mehr als Ehrensache, den Machern auf den Grund und den Mördern an die Gurgel zu gehen! Kimberly, extra aus den Staaten angekommen, Snuff Movie-Expertin, bietet unumwunden ihre Hilfe an. 

Der Familie zu sagen, dass ihr Tochter tot ist, überlässt er den örtlichen Behörden. Der Weg in den Norden wäre zu weit für ihn. Doch die Befragung von Damrongs Ehemann übernimmt Sonchai höchstselbst. Mr. Baker – Damrong hatte sich ihn geangelt – findet wenig zärtliche Worte für seine Frau. Er hat immer noch nicht die thailändische Kultur verstanden. Sonchai nickt vielwissend. 

Sonchais Suche mach den Mördern und den Hintermännern – die Professionalität des Videos schließt einen Einzeltäter ohne Rückendeckung definitiv aus! – führt ihn gleichermaßen in die Welt der Banken wie in die rot- und zwielichtigsten Ecken Bangkoks. Er selbst hat ja nebenbei noch eine Bar, in der die Mädchen sich den Gästen anbieten. Das Warum stellt sich nicht. Sie sind arm, und sie wissen um ihre Wirkung. Menschlichkeit spielt hier nicht die Rolle, die sie spielen sollte.

Bei all dem Elend, das ihm täglich begegnet, bei alle dem Glanz, der ihm andauernd blendet, weiß er instinktiv, dass Schein und Sein in Bangkok Hand in Hand gehen. Dass es aber derart gefährlich werden kann, hat Sonchai nicht unbedingt auf dem Schirm. Es wird brenzliger als er es sich in seinen kühnsten Träumen ausrechnen kann…

Das Bangkok von Sonchai Jitpleecheep ist düster, rau und voller Lebensfreude. Dieser Widerspruch lässt den Leser erschaudern. Die fesseln, die John Burdett dem Leser anlegt, schneiden sich tief ins Fleisch der Erinnerung. Den buddhistischen Mönch wird man so schnell nicht vergessen! 


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Cover des Buches Bangkok Tattoo (ISBN: 9783293208858)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Bangkok Tattoo" von John Burdett

Dieses Buch bleibt für immer im Gedächtnis, schwer wegzulasern
aus-erlesenvor 3 Jahren

Der kürzeste Krimi aller Zeiten. Eine Frau steht blutverschmiert und mit dem Beweis ihrer substanzbedingten Unzurechnungsfähigkeit in der Hand vor Jitpleecheep und gesteht einem Mann mit einem Messer sein bestes Stück vom Körper getrennt zu haben. Er wollte, was sie nicht wollte. Im Fallen fiel er in das Messer, das ihn soeben seiner Männlichkeit beraubte. Fall geklärt, Akte geschlossen, weiter geht’s. Wenn da nicht die Zweifel wären. 

Jitpleecheep kann einfach nicht glauben, dass das Bargirl Chanya ihren Gönner ermordet haben soll. Auch ihre Kolleginnen trauen ihr so etwas nicht zu. Schließlich war sie immer häufiger umnebelt vom Opium. Wie sollte sie denn da die Tür schließen können? Geschweige denn dem wuchtigen Kerl ein Messer in den Leib rammen und ihn vorher noch … naja, hier stimmt einiges nicht.

Zuerst einmal muss Chanya aus der Schusslinie gebracht werden. Sie soll untertauchen, rät ihr Jitpleecheep. Sein Interesse an ihr hat auch wirtschaftliche Gründe. Das Opfer war nicht besonders ansehnlich. Kräftige Statur. Und er war – und da sind sich Jitpleecheep und sein Vorgesetzter einig – bestimmt bei der CIA. Woher sonst soll er ein Zweijahres-Visum haben, das es ihm erlaubt so oft ein- und ausreisen zu können wie es ihm beliebt. Seit 9/11 kommen immer mehr ins Land, um den Terrorismus sich gar nicht erst ausbreiten zu lassen. Andererseits ist es so. Wenn ein CIA-Mitarbeiter ermordet wird, ist es Terror. So die offizielle Sichtweise. Jitpleecheep muss also nur warten bis die Sonnenbrillenträger auftauchen, und er hofft, dass er bis dahin vielleicht schon einen Verdächtigen anbieten kann. Das wird nicht Chanya sein, so viel steht fest…

Da es die Lage mehr oder weniger erfordert, ist Jitpleecheep besonders vorsichtig. Auch als ein Moslem ihn anspricht. Dieser Typ weiß sogar wer Jitpleecheep ist, weiß, dass er Polizist ist. Dieser Mann aus dem Süden ist Mitch Turner, so heißt der Ermordete, nach Bangkok gefolgt. Und schon bald folgt Jitpleecheep dem Moslem in den Süden. Er will sich ein Bild machen, wer Mitch Turner war. Oder wer er vorgab zu sein. Und schon bald rückt Jitpleecheep von seiner Idee der unschuldigen Chanya ab…

John Burdett lässt den ermittelnden Sonchai Jitpleecheep in direkten Dialog mit dem Leser treten. So erfährt der Farang, der unwissende Thailandbesucher, mehr über Land und Leute als aus jedem Tourismus-Prospekt. „Bangkok Tattoo“ verwandelt sich so schlagartig in einen Kulturguide, der mit Klischees spielt und sie postwendend ins Gegenteil verkehrt. Ach ja, und eine Krimi ist dieses Buch natürlich auch. Und was für einer! Raffiniert ausgestaltete Wendungen lassen den Leser an den Lippen des spitzfindigen Ermittlers kleben bis er am Ende völlig erschöpft zusammenbricht und nie wieder etwas anderes lesen will. Es sei denn es gibt eine Fortsetzung…


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