Joe R. Lansdale

 4,1 Sterne bei 659 Bewertungen
Autor von Ein feiner dunkler Riss, Dunkle Gewässer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Joe R. Lansdale

Joe R. Lansdale, 1951 in Gladewater/Texas geboren, gehört mit zahlreichen Romanen und Erzählbänden zu den Stars der amerikanischen Krimiliteratur. Er wurde mit dem American Mystery Award, dem British Fantasy Award und fünfmal mit dem Bram Stoker Horror Award ausgezeichnet. Joe R. Lansdale lebt mit Frau und Kindern in Texas, wo er auch mehrere Kampfsportschulen betreibt.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Moon Lake (ISBN: 9783987851100)

Moon Lake

Neu erschienen am 12.01.2023 als Hörbuch bei ABOD Verlag.
Cover des Buches Moon Lake (ISBN: 9783987851094)

Moon Lake

Neu erschienen am 12.01.2023 als Hörbuch bei ABOD Verlag.

Alle Bücher von Joe R. Lansdale

Cover des Buches Ein feiner dunkler Riss (ISBN: 9783518464977)

Ein feiner dunkler Riss

 (87)
Erschienen am 17.02.2014
Cover des Buches Dunkle Gewässer (ISBN: 9783453676565)

Dunkle Gewässer

 (76)
Erschienen am 08.09.2014
Cover des Buches Wilder Winter (ISBN: 9783965090002)

Wilder Winter

 (74)
Erschienen am 07.06.2019
Cover des Buches Die Wälder am Fluss (ISBN: 9783832161521)

Die Wälder am Fluss

 (52)
Erschienen am 17.12.2013
Cover des Buches Akt der Liebe (ISBN: 9783453675865)

Akt der Liebe

 (46)
Erschienen am 09.08.2010
Cover des Buches Das Dickicht (ISBN: 9783453676770)

Das Dickicht

 (35)
Erschienen am 08.02.2016
Cover des Buches Gluthitze (ISBN: 9783518464410)

Gluthitze

 (32)
Erschienen am 17.06.2013
Cover des Buches Kahlschlag (ISBN: 9783518463987)

Kahlschlag

 (26)
Erschienen am 10.12.2012

Neue Rezensionen zu Joe R. Lansdale

Cover des Buches Moon Lake - Eine verlorene Stadt (ISBN: 9783986760304)
Filip2806s avatar

Rezension zu "Moon Lake - Eine verlorene Stadt" von Joe R. Lansdale

Ein mysteriöser Fall am Moon Lake
Filip2806vor 2 Monaten

Mit "Moon Lake" begeben wir uns in die Nähe einer Kleinstadt in Ost-Texas. Daniel war nur 13 Jahre alt, als sein Vater versuchte ihn und sich selbst, mit einem Sturz mit dem Auto in den Moon Lake umzubringen. Glücklicherweise wurde Daniel gerettet und überlebte. Etliche Jahre später gewinnt Daniel neue Informationen über den Vorfall damals. Mit viel Mut begibt sich der Protagonist zurück in die Stadt am Moon Lake. Mit viel Hoffnung sucht er nach dem Auto und den Knochen seines Vaters, um mehr Informationen zu erhalten. Bei der Suche entdeckt er etwas Schockierendes... etwas, das mit einer Reihe ungewöhnlicher Morde in Verbindung steht.


Moon Lake war für mich ein mittelmäßiges Buch, welches meiner Meinung nach auch nicht ganz der Kategorie "Thriller" zugeordnet werden kann. Aber dazu gleich mehr.


Den Anfang des Buches (die ersten 100 Seiten) fand ich sehr zäh. Hier hatte ich das Gefühl, dass sich der Autor sehr viel Zeit lässt, einen Überblick über den Werdegang von Daniel und des Settings darzustellen. Hier hätte ich mir über die eine oder andere Spannungssteigerung gefreut. 


Doch dann nach dem zähen Beginn kam endlich Spannung auf. Teils übernatürlich, teils unvorhersehbar. Ich habe gut mitgefiebert und habe die Geschichte an der Seite von Daniel mit viel Begeisterung gefreut. Zudem hatte ich besonders zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, dass dieses Buch sich endlich gefangen hat. Besonders durch den Ich-Schreibstil konnte ich Daniels Gedankengänge und Gefühle noch detaillierter wahrnehmen. Richtig gut!


Doch je mehr ich weiter im Buch gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass sich das Buch genretechnisch ändert. Mir fehlte an dieser Stelle irgendwie die Orientierung. Zudem empfand ich den Verlauf des Buches nicht so gut, wie erhofft, da mir besonders mit der Auflösung des Falls und dem allgemeinen Ende das gewisse Etwas gefehlt hat.


Zu den Figuren kann ich sagen, dass mir besonders die Charakterentwicklung von Daniel gefallen hat. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn sehr ausführlich kennenlernen durfte und es machte mir Spaß, an seine Seite den Fall zu lösen. Die Nebenfiguren in diesem Buch passen auch hervoragend zu diesem Plot, da diese dem Setting entsprechend authentisch konstruiert wurden. Ein wahres Ost-Texas-Feeling. Zum Schreibstil kann ich zum Schluss sagen, dass mir dieser gut gefallen hat. Die Kapitellänge ist gut gewählt und es erwartet sie im Buch keine unnötigen verschachtelte Sätze.


Fazit: "Moon Lake" war für mich kein reiner Thriller, sondern eine Genremischung mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den einzelnen Teilen. An der Seite von Daniel können sie einen komplizierten Fall in einer Stadt nahe dem Moon Lake in Ost-Texas lösen. Zudem erwartet sie ein flüssiger Schreibstil und ein interessanter Protagonist. Ich vergebe an das Buch 3,5 Sterne, Tendenz nach unten. 

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Cover des Buches Rote Rache (ISBN: 9783944720944)
chumas avatar

Rezension zu "Rote Rache" von Joe R. Lansdale

Gelungen - Ernstere Töne gepaart mit gewohnt derben Wortwitz
chumavor 5 Monaten

Da wären wir wieder. Runde 8 ist eingeläutet und siehe da, unsere beiden Hobbyschnüffler Hap & Leonard ermitteln dieses Mal ganz offiziell. Ihr erster Fall, in den sie quasi nicht zufällig hineinstolpern ... naja gestolpert wird trotzdem aber das kennen und wollen wir ja auch nicht anders, stimmts?

Es gilt also einen lang zurückliegenden Doppelmord aufzuklären und tatsächlich stoßen Hap & Leonard auf interessante Hinweise. Mithilfe des Journalisten Cason Statler (Lansdale Anhänger kennen ihn vielleicht) wühlen sie immer tiefer in blutigen Geheimnissen und kommen dabei einer ganzen Reihe von Morden auf die Spur ...

Lansdale schlägt in "Rote Rache" einen etwas anderen Ton an, was nicht zuletzt daran liegt, dass hier der Krimifaktor mehr im Vordergrund steht. Zudem hat Hap stark an den zurückliegenden Ereignissen zu knabbern und steckt in einer waschechten Sinnkrise. Dieser wachsende innere Konflikt wurde bereits in den vergangen Bänden angedeutet und wird hier wieder aufgenommen und weitergeführt. Das lässt den Leser noch stärker an die Figur Hap heranrücken und zeigt umso deutlicher, dass neben allem Witz und Haudrauf-Geplänkel eben auch Tragik und Moral im Fokus stehen können. Das Eine schließt das Andere eben nicht aus.

Der Autor bleibt sich und dem Leser treu und schreibt nicht für die breite Masse, um zu gefallen. Er hat etwas zu sagen und tut dies bei dieser Reihe eben mit Wortwitz und im derben Ton. Doch zwischen den Zeilen ist stets eine klare Botschaft verpackt. Freundschaft, Zusammenhalt, Treue, Moral, Gewissen, Gerechtigkeit, Rache und Liebe bestimmen das Menschsein und prägen jeden von uns.

Fazit

Was soll ich sagen - ich bin und bleibe Fan der Reihe und des Autors. Wer bis hierher gekommen ist, liebt das Auf-die-Spitze-Treiben, die einzigartigen Charaktere und das rasante Erzähltempo gepaart mit derbem schwarzen Humor. Wer noch einsteigen möchte, sollte dies aber unbedingt mit "Wilder Winter" tun.

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Cover des Buches Ein feiner dunkler Riss (ISBN: 9783518464977)
SalanderLisbeths avatar

Rezension zu "Ein feiner dunkler Riss" von Joe R. Lansdale

Heißer Sommer in Texas
SalanderLisbethvor 9 Monaten

In mir wuchs die Befürchtung, dass es – was auch immer es war – mich packen und mit sich ziehen würde, auf die andere Seite dieses feinen, dunklen Risses: der Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. (Auszug Seite 94)

 In einem heißen texanischen Sommer im Jahr 1958 begegnen wir unserem Protagonisten Stanley Mitchel. Der Dreizehnjährige ist erst vor kurzem mit seiner Familie in das fiktive Kaff Dewmont in East Texas gezogen, wo sich sein Vater einen Traum erfüllte und das dortige Dew Drop Drive-In Autokino betreibt. Stan streift an heißen Sommertagen mit seinem Hund Nub durch die Gegend und genießt bis Schulbeginn das noch unbeschwerte Leben eines naiven, wohlbehüteten Heranwachsenden. Hinter dem Wohnhaus beginnen die Wälder und eines Tages finden er und seine ältere Schwester Caldonia zufällig in der Ruine einer abgebrannten Villa ein verwittertes Metallkästchen mit geheimnisvollen Briefen. Im Gegensatz zu seiner Schwester ist Stan gleich fasziniert, er wittert ein großes Abenteuer und beginnt Detektiv zu spielen. Die Villa gehörte der angesehenen Familie Stilwind und bei dem Brand vor 20 Jahren kam die Tochter Jewel Ellen ums Leben. In der gleichen Nacht wurde die junge Margret Wood vergewaltigt und ermordet auf den Gleisen gefunden. Ihr Kopf wurde nie entdeckt und seitdem soll ihr Geist in der Gegend herumspuken. Bei seinen Erkundigungen unterstützt ihn der lebenskluge sowie oftmals launische Schwarze Buster Smith. Der trunksüchtige Alte war früher mal als Hilfspolizist tätig und arbeitet jetzt als Filmvorführer für seinen Vater. Das zunächst harmlos beginnende Detektivspiel entwickelt ungeahnte Ausmaße und Stan findet sich in einem ausgewachsenen Kriminalfall wieder.

Die fesselnde Aufklärung der damaligen Verbrechen rückt mal mehr, mal weniger in den Vordergrund, die Krimielemente des Romans bilden dabei nur das Gerüst für eine warmherzige Coming-of-Age Geschichte und eine genaue Milieustudie der amerikanischen Provinz der 50er Jahre. Dieser Sommer wird das Leben von Stan gehörig auf den Kopf stellen und für immer verändern. Er wird nicht nur sexuell aufgeklärt, er lernt auch Rassismus, Alkoholismus und häusliche Gewalt kennen. Während er in einem liebevollen Elternhaus aufwächst, wird sein bester Freund Richard täglich von seinem Vater verprügelt. Auch die schwarze Hausangestellte Rosy Mae erfährt von ihrem brutalen Partner täglich Gewalt. Sie findet Unterschlupf bei den Mitchels, kann aber auch nicht von ihrem alkoholsüchtigen Geliebten lassen. Stans heile Welt bekommt Risse und er wird mit einer bitterbösen Realität konfrontiert, die ihn seine Unschuld verlieren und erwachsen werden lässt. Ende der 1950er Jahre ist in Amerika Rassentrennung noch an der Tagesordnung. Schwarze und Weiße leben in voneinander getrennten Vierteln, werden auf unterschiedlichen Friedhöfen beerdigt oder sitzen im Kino in getrennten Bereichen, Frauen haben generell nur wenig zu sagen.

Die Handlung ist eher ruhig, ohne übertriebenes Pathos erzählt und weist einige dramatische sowie spannende Passagen auf. Die menschlichen Abgründe, die hinter der kleinstädtischen Idylle lauern, werden aber geschmeidig in die Handlung eingewebt und trotz der Schwere der Themen bleibt der Tonfall leichtfüßig. Besonders durch die hemdsärmelige Erzählweise, passend aus der Perspektive eines Dreizehnjährigen mit bisweilen schnoddrigen Dialogen und deftiger Ausdrucksweise, entsteht eine Leichtigkeit. Die Dialoge klingen authentisch und verzichten dennoch nicht auf einen literarischen Anspruch. Lansdale erzählt seine Geschichte sehr einfühlsam, die er auch nie aus den Augen verliert, und nah an den Figuren, die er glaubwürdig ausleuchtet. Sie überzeugen durch Authentizität und Lebendigkeit.

Wahrscheinlich spielten sich solche Dinge in jeder Kleinstadt ab, und die meisten Leute merkten nichts davon. Ich hätte lieber zu den meisten Leuten gehört. Es war, als ob ich einen Deckel angehoben hätte, und nun kamen alle üblichen Geheimnisse der Welt hervorgekrochen. (Auszug Seite 297)

Lansdale beschreibt die eindrückliche Szenerie einer texanischen Kleinstadt, wo die älteren Leute am späten Nachmittag im Unterhemd auf Veranden sitzen und sich unterhalten, während die Glühwürmchen ausschwärmen und die Sonne wie ein roter Feuerball in die Wälder von East Texas eintaucht und die Jugendlichen mit pomadiger Haartolle oder Pferdeschwanz vorm Dairy Queen herumlungern, Milchshakes im Drugstore trinken und Rockabilly im Radio hören und ich konnte in dieses Setting und in die dichte Atmosphäre mit viel Südstaatenflair versinken.

Ein sehr gelungenes Zeitportrait mit einem Protagonisten, der in seiner jugendlichen Naivität felsenfest an den amerikanischen Traum glaubt und sich eine tiefe Menschlichkeit bewahrt.

Kommentare: 7
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Zusätzliche Informationen

Joe R. Lansdale wurde am 28. Oktober 1951 in Gladewater (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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