Jeanette Winterson

 4 Sterne bei 223 Bewertungen

Lebenslauf von Jeanette Winterson

Jeanette Winterson wurde 1959 in Manchester geboren und wuchs als Adoptivtochter in Accrington, Lancashire auf. Mit 16 Jahren zog sie von zu Hause aus, da sie eine Beziehung mit einer Frau begonnen hatte, was ihre Adoptivmutter nicht verstehen konnte. Nach einigen Gelegenheitsjobs studierte sie Englisch am St. Catherine’s College in Oxford. Nach ihrem Umzug nach London, veröffentlichte sie mit 26 Jahren ihren Debütroman »Orangen sind nicht die einzige Frucht« der auf Anhieb den »Whitbread Prize« gewann. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit betreibt Winterston ein Geschäft für Bio-Lebensmittel in East London und unterrichtet an der University of Manchester. Seit 2006 trägt sie den Titel Officer im Order oft he British Empire. Ihre Bücher gewannen diverse Preise und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Seit 2015 ist sie mit der Psychoanalytikerin Susie Orbach verheiratet.

Alle Bücher von Jeanette Winterson

Cover des Buches Der weite Raum der Zeit (ISBN: 9783813506730)

Der weite Raum der Zeit

 (34)
Erschienen am 11.04.2016
Cover des Buches Orangen sind nicht die einzige Frucht (ISBN: 9783833301186)

Orangen sind nicht die einzige Frucht

 (20)
Erschienen am 01.01.2004
Cover des Buches Warum glücklich statt einfach nur normal? (ISBN: 9783596031825)

Warum glücklich statt einfach nur normal?

 (20)
Erschienen am 22.06.2017
Cover des Buches Wunderweiße Tage (ISBN: 9783442489794)

Wunderweiße Tage

 (15)
Erschienen am 21.10.2019
Cover des Buches Frankissstein (ISBN: 9783036961156)

Frankissstein

 (14)
Erschienen am 06.04.2021
Cover des Buches Orangen sind nicht die einzige Frucht (ISBN: 9783036959993)

Orangen sind nicht die einzige Frucht

 (12)
Erschienen am 10.09.2019
Cover des Buches Die steinernen Götter (ISBN: 9783827009500)

Die steinernen Götter

 (7)
Erschienen am 08.03.2011
Cover des Buches Verlangen (ISBN: 9783833302893)

Verlangen

 (7)
Erschienen am 01.01.2005

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Jeanette Winterson

Cover des Buches Orangen sind nicht die einzige Frucht (ISBN: 9783833301186)
KarenAydins avatar

Rezension zu "Orangen sind nicht die einzige Frucht" von Jeanette Winterson

Wintersons Debütroman
KarenAydinvor 15 Tagen

Ich hatte bis dato zwei Romane von Winterson gelesen und fand sie so furchtbar, dass ich sie weder ganz gelesen noch behalten hatte. So hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, als ich für ein Kolloquium wieder einen Winterson lesen sollte. Der Roman konnte mich jedoch nicht nur überzeugen, sondern von Seite eins an hellauf begeistern, so dass ich ihn hier gern vorstellen möchte, zumal er vor einigen Jahren neu auf Deutsch verlegt wurde. Es handelt sich um Wintersons Debütroman aus dem Jahr 1985, den sie im Alter von 25 Jahren geschrieben hat und hat autobiographische Züge.

Worum geht es? 

Die Ich-Erzählerin Jeanette wird in den 1960ern nahe Manchester als kleines Kind von einem Ehepaar adoptiert, das einer Pfingstgemeinde angehört. Sie ist dazu bestimmt, Missionarin zu werden. Ihre Mutter ist streng religiös und ein sehr aktives Mitglied der Gemeinde. Erst als die Behörden mit Gefängnis drohen, schickt ihre Mutter sie in die Schule. Jeanette bringt sich zunehmend selbst in der Gemeinde ein, solange bis sie sich in Melanie verliebt. Während das Mädchen in dieser Liebe nichts Schlechtes sehen kann, reagieren Mutter und Pastor entsetzt.

Kritik

Die einzelnen Kapitel tragen die Überschriften von Büchern des Alten Testaments. Genesis zeigt die Entstehungsgeschichte, also die frühe Kindheit der Erzählerin, Exodus schildert wie sie in die Schule kommt usw. Der Lebensweg des Mädchens wird bis ins Erwachsenenalter (Buch Ruth) erzählt.

Der Roman ist interessant – von Beginn an. Ich war neugierig, mehr über die Pfingstgemeinde und das Leben des kleinen Mädchens in diesem Umfeld zu erfahren. Spätestens mit ihrer Jugend und der heimlichen Liebe zu Melanie wird es dann auch richtig spannend, denn Homosexualität wird auf das Wirken von Dämonen zurückgeführt.  

Der Roman ist humorvoll – das ist bei der Thematik gar nicht so naheliegend, doch ich habe an vielen Stellen lachen müssen, da Winterson die Kindheit so skurril witzig schildert. Als Jeanette in die Schule kommt, bringt sie ihren Klassenkameraden – zu deren Schrecken – all das bei, was sie selbst über die Hölle und Dämonen gelernt hat, mit dem Ergebnis, dass alle anderen Kinder völlig verschreckt sind und Angst vor dem Mädchen bekommen. Dafür wird sie von den Lehrern gescholten und es wird überlegt, sie wieder von der Schule zu nehmen. Auch sind ihre Stickereien düstere Warnungen, während die anderen Kaninchen und Schäfchen fabrizieren. Jeanette findet sie tiefsinnig, ist den anderen Kindern ohnehin intellektuell haushoch überlegen und versteht nicht, warum die anderen bessere Noten erhalten. Das Kind erinnerte mich immer mal wieder an Wednesday, nur mit einem religiösen Drall. Auch hat der Roman eine ganz eigene, ein bisschen bissige Art von Humor, wenn die Mutter, die von Beginn des Romans als resolute und dominante Person gezeichnet wird, sich plötzlich dafür einsetzt, dass das Weib in der Gemeinde zu schweigen habe. Winterson enttarnt auch die Doppelmoral dieser Gemeinde, wobei sie es meines Erachtens vermag diese sehr spezifische radikale Gruppe zu karikieren, ohne allgemeine religiöse Gefühle zu verletzten. Es sei denn, man glaubt an Dämonen – dann könnte der Roman vielleicht nichts sein.

Der Roman ist großartig geschrieben – das liegt nicht nur an der Hauptgeschichte, die erzählt wird, sondern auch daran, dass in den Roman unzählige kleine Geschichten eingewoben sind. Jeanette ist ein Kind, das mit den Geschichten der Bibel aufgewachsen ist, sie hat nun vielleicht daher ein besonderes Talent, sich selbst Erzählungen auszudenken. Wir wissen nicht, ob sich die Erzählerin an die Geschichten der Kindheit erinnert oder ob sie ein Mittel sind, mit denen sie im Nachhinein die Situationen deutet. Ein Beispiel: an einer Stelle liest man plötzlich ein Märchen von einem Prinzen, der in einem Zwiegespräch mit einer Gans deutlich macht, dass er nur eine perfekte Ehefrau nehmen möchte. Seine Hofangestellten machen sich sogleich auf die Suche. Es dauert Jahre, dann hat er sie gefunden. Nur möchte sie ihn gar nicht heiraten. Und dann nimmt auch dieses Märchen noch eine schräge Wendung.

 

Wem könnte dieser Roman gefallen? Grundsätzlich allen, die gern anspruchsvolle Themen in einer humorvollen und erzählerisch ansprechenden Form präsentiert bekommen. Der Roman liest sich sehr locker und leicht. Ich habe ihn fast in einem Rutsch durchgelesen.

 

 

 

Kommentieren
Teilen
Cover des Buches Orangen sind nicht die einzige Frucht (ISBN: 9783036959993)
F

Rezension zu "Orangen sind nicht die einzige Frucht" von Jeanette Winterson

extrem religiöse Mutter
flower2vor 4 Monaten

Inhalt:


Jeanette Winterson erzählt ihre Biographie von ihrer Kindheit. Ihre Mutter adoptierte sie, da sie gegen eine Schwangerschaft und Sex ist und diese Unzucht nennt. Jeanette kennt nichts anderes als ihre Gemeinde und Gott, sie nennen sich selber als "Pfingstlerin". Als sie in die Schule muss, ändert sich ihr Leben. Ebenso, als sie das Mädchen Melanie kennen und lieben lernt, sperrt ihre Mutter Jeanette ein und bestraft sie damit, dass sie der Teufel ist. Leider wird es nicht besser für die Mutter, da sie ihre Tochter mit einem anderem Mädchen erwischt, wird sie von daheim und von der Kirche rausgeschmissen.


Meine Meinung:


Betonung liegt, Jeanettes Mutter ist extrem religiös, noch schlimmer als man denken kann. Mir kommt tatsächlich deren Verhalten bekannt vor. Wer schon Florenz war und die Skultupur eines Mönchs namens Savonarola gehört? 


- kleines Insiderwissen


Girolamo Savonarola (1452–1498) und wurde 1497 bekannt beim Karneval.  Er war gegen jedliche Macht- und Lustspiele  dagegen und startete Ketzerei  gegen diese und gewann auch für 2 Jahre lang.


Tatsächlich übertreibt diese Mutter, laut Quellen, nachdem Jeanette rausgeschmissen ist, ist diese immer noch im ihrem Glauben gefangen.


Sie wurde von daheim und der Gemeinde unterrichtet, aber nicht normal, sondern bezüglich der Bibel.


Als der Staat die Mutter zwingt, dass ihr Kind in die Schule muss, merkt Jeanette, dass sie anders ist als ihre Gleichaltrigen. Andere vermeiden die religiöse Mädchen. Eines Tages lernt sie Melanie beim Stand verkauf kennen, diese hat keine Angst vor ihr und teilt ihr Glauben, beide werden beste Freundinnen und lernen sich zu lieben mit Folgen.


Der Papst "treibt ihr den Teufel raus", dass sie nicht lesbisch ist sondern ganz normal als hetero sein soll. 


Jeder Mensch ist nicht gleich. Jeder hat eine andere Sexualität. Aber das ist leider der Punkt, was ihre Mutter nicht einsieht und das hat mich so aufgeregt.


Eigentlich hätte man das Jugendamt einschalten sollen, da Jeanette Verhaltensstörungen und Manipulation und vieles mehr, was ich aufregt beinhaltet, aber ich weiß nicht, wie die Zeit vor 30 Jahren war.


Fazit:


Es ist eine erschütternede und sehr emotionale Biographie von Jeanette. Man kann nachlesen, was mit der Autorin genau passierte, mit ihrer tyrannisierenden und religösen Mutter, wie schwer diese es hatte, ein normales Leben zu führen ohne Pfingsterlin und als "Heide" zu leben.


Tasächlich hätte ich mehr erwartet, dass sie mehr rebellieren wird, aber sie konnte nicht. 


An sich, war das Buch okay zu lesen, aber ich war dann froh, als es ganz schnell aus war.

Kommentieren
Teilen
Cover des Buches Written on the Body (ISBN: 9780099598275)
S

Rezension zu "Written on the Body" von Jeanette Winterson

Ungewöhnlicher Schreibstil mit ein paar Problem.
Sarah_Wvor einem Jahr

Ich wollte dieses Buch wirklich mögen.

Aber zum einen war mir der Schreibstil dann doch zu viel und zum anderen sind mir da ein paar Stellen im Buch aufgefallen, die mir einfach säuerlich aufstießen.

Triggerwarning: Rassismus

----- SPOILER ZONE -----

Zum einen Beschrieb der Hauptcharakter die Brüste eines anderen Charakters als [Slur für die Romani] und ich dachte ich lese das nicht richtig. 

Zum anderen gab es auf den darauffolgenden Seiten irgendwann eine Szene bei der eine jüdisch-orthodoxe Familie vorkam. Der Protagnonist meinte dann anmerken zu müssen, dass der einzige Schutz für die Familie vor der Gaskammer, deren häuslicher Besitz sei. Da fragt man sich doch zu Recht, ob dieses Detail nötig war oder je sein wird. 

Ich versteh, dass das Buch schon etwas älter ist; für mich sind diese Punkte trotzdem alle Mal ein Grund dieses Buch nicht weiterzulesen. Von mir gibt es dennoch zwei Sterne für die potenziell gute Handlung und den Schreibstil.

Kommentieren
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Jeanette Winterson wurde am 27. August 1959 in Manchester (Großbritannien) geboren.

Jeanette Winterson im Netz:

Community-Statistik

in 329 Bibliotheken

auf 60 Merkzettel

von 6 Leser*innen aktuell gelesen

von 4 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks