Jean Webster

 4,4 Sterne bei 208 Bewertungen
Autor von Daddy Langbein, Lieber Feind und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Jean Webster

Jean Webster, eigentlich Alice Jane Chandler Webster, 24.7.1876 – 11.6. 1916), eine amerikanische Autorin, die vor allem für ihr Buch "Daddy-Long-Legs" bekannt wurde, das mit Fred Astaire in der Titelrolle verfilmt wurde. Sie schuf einen Typ unabhängiger humorvoller junger weiblicher Protagonisten.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jean Webster

Cover des Buches Daddy Langbein (ISBN: 9783730605998)

Daddy Langbein

 (146)
Erschienen am 07.04.2018
Cover des Buches Lieber Feind (ISBN: 9783551560452)

Lieber Feind

 (51)
Erschienen am 21.03.2018
Cover des Buches Daddy-Long-Legs (ISBN: B0796C5Y21)

Daddy-Long-Legs

 (1)
Erschienen am 20.01.2018
Cover des Buches Patty auf dem Vassar College (ISBN: 9783960271291)

Patty auf dem Vassar College

 (1)
Erschienen am 16.09.2020
Cover des Buches Patty auf dem College (ISBN: 9783746799957)

Patty auf dem College

 (1)
Erschienen am 05.01.2019
Cover des Buches Daddy Long-Legs (ISBN: 9781486439911)

Daddy Long-Legs

 (8)
Erschienen am 18.03.2013
Cover des Buches Dear Enemy (ISBN: 9781482066012)

Dear Enemy

 (0)
Erschienen am 19.03.2013
Cover des Buches When Patty Went to College (ISBN: 9783847231417)

When Patty Went to College

 (0)
Erschienen am 25.02.2013

Neue Rezensionen zu Jean Webster

Cover des Buches Lieber Daddy-Long-Legs (ISBN: 9783551560445)bingereadings avatar

Rezension zu "Lieber Daddy-Long-Legs" von Jean Webster

Ein unsterblicher, wunderbarer Klassiker
bingereadingvor 3 Monaten

Es gibt zwei Sorten Menschen, für die ich wenig Verständnis aufbringe: Leute, die keine Scones mögen (ich meine, was?!) und Leute, die Jean Websters Bücher nicht ausstehen können. Das ist doch schlicht unmöglich. Ihre Geschichten sind humorvoll, die Heldinnen sympathisch und der Schreibstil ist jedes Mal wieder ein Genuss. Doch lasst mich die Vorzüge ihrer Bücher nacheinander in einer langen Lobrede aufzählen, denn meine Rezension zu ihrem Roman „Daddy-Long-Legs“, den ich jetzt schon mehrfach gelesen habe, ist nichts anderes.

Zunächst ein paar Worte zum Inhalt, falls ihr das Buch noch nicht kennt. Es geht um das amerikanische Waisenmädchen Judy Abbott, die dank eines anonymen Wohltäters um 1910 ein Frauencollege besuchen kann. Er verlangt als Gegenleistung für diese großzügige Angebot lediglich, dass sie ihm regelmäßig Briefe über ihre Fortschritte schreibt. Schnell wird der Mann, den sie bald nur noch „Daddy-Long-Legs“ nennt, weil sie von ihm nur weiß, dass er außergewöhnlich lange Beine hat, für Judy zu einem Vertrauten und in ihren Briefen berichtet sie ihm ausführlich über dies und das. Auf eine amüsante Art beschreibt sie nicht nur ihr Leben am College, sondern auch alles, was sie sonst so bewegt, Mode, Literatur, ihre neuen Freundinnen und ein gewisser Jervis Pendleton, der schon bald regelmäßige Erwähnung findet.

Judy war mir von der ersten Seite an sympathisch. Sie ist sehr aufgeweckt, optimistisch und schafft es auch, die komische Seite an Dingen zu sehen, die nicht so ganz nach Plan laufen. Zudem ist sie stets sehr ehrlich und für jeden Spaß zu haben. Man kann auch sehr schön sehen, wie sie sich von einer unsicheren Weise, die außer dem John-Grier-Heim nicht viel von der Welt gesehen hat, zu einer schlagfertigen Studentin entwickelt, die ihren Träumen folgt und eine echte Feministin ist, die für das Wahlrecht und soziale Reformen eintritt. Sie lässt sich nicht entmutigen und ist auf jeden Fall eine Inspiration für mich.

Viele der Nebenfiguren bleiben etwas blass, mit Ausnahme von Jervis Pendleton, was mich aber hier gar nicht gestört hat. Es wäre auch etwas merkwürdig, in einem Briefroman, in dem Judy ja hauptsächlich über ihr eigenes Leben berichtet, ausführlich alle Charaktereigenschaften ihrer Freundinnen und Freunde zu beschreiben. Doch einige von ihnen sind mir dennoch ans Herz gewachsen, allen voran Sallie und Jimmie McBride (Bitte, wie kann man einen Jungen, der im überfüllten Hotel sogar auf dem Billardtisch schläft, um zum Collegeball kommen zu können, nicht sympathisch finden?). Zum Glück hat Sallie in „Lieber Feind“, einem weiteren Jean-Webster-Buch, das ihr alle lesen solltet, noch einen eigenen Auftritt, was mich sehr freut.

Die Briefe, die alle aus Judys Sicht geschrieben wurden, sind sehr unterhaltsam zu lesen. Der Stil ist leicht, aber nicht flach. Entweder hat Jean Webster lange an den perfekten Formulierungen gefeilt oder sie war schlichtweg ein Genie, ich tendiere als nicht ganz neutrale Leserin zu letzterem. Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, möchte man nicht mehr aufhören. Ich habe da Buch in zwei Tagen durchgelesen, doch ich könnte mir vorstellen, dass man es auch in wenigen Stunden verschlingen könnte, sofern man die Zeit findet.

Es gibt sicherlich Bücher, in denen mehr passiert, doch es sind nicht die Ereignisse, die Daddy-Long-Legs so lesenswert machen, sondern die Art, wie sie geschildert werden. Aus dem Latein-Unterricht, in dem sie einen Text über Hannibal lesen, berichtet Judy so, als wäre sie als Kriegsberichterstatterin live dabei gewesen, die Wahl zur College-Präsidentin lässt sie so erscheinen, als ginge es um die Wahl des US-Präsidenten. Manchmal sind es auch nur einzelne Formulierungen, die das Buch zu einem einzigen Genuss machen.

Das Setting ist ein Traum! Ich habe Bücher, die auf Internaten oder Colleges spielen, schon immer geliebt, aber dieses Frauencollege toppt einfach alles! Ich weiß, dass um 1910 die Lage der Frauen selbst im progressiven Amerika alles andere als Gold war, doch was würde ich dafür geben, so wie Judy oder Anne in „Anne in Kingsport“ damals ein College zu besuchen! Die Atmosphäre ist freundlich und offen und für die Zeit relativ liberal. Und auch bei den ganzen Bällen, Debattierrunden und Turnieren wäre ich gerne dabei gewesen.

So, ich denke, dass waren jetzt schon eine Menge Gründe, um dieses Buch zu lesen. „Daddy Long Legs“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und es wundert mich, dass es in Deutschland immer noch so unbekannt ist. Wenn ihr es also lest und es euch gefällt, empfiehlt es doch bitte weiter, schreibt Rezensionen und lasst euch vor allem von Jean Websters Heldinnen inspirieren, das würde mich sehr freuen 😊.

 

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Cover des Buches Lieber Daddy-Long-Legs (ISBN: 9783551560445)Sandrica89s avatar

Rezension zu "Lieber Daddy-Long-Legs" von Jean Webster

Wer ist dieser Mr. Smith aka Daddy Langbein wirklich ?
Sandrica89vor 8 Monaten

Auf dieses Buch bin ich per Zufall gestossen, als ich einfach nach neuen Büchern gestöbert habe. Das Cover hat mich zuerst sehr angesprochen, danach der Titel und anschliessend der Klappentext. Dass es ein Klassiker ist, habe ich erst im Nachhinein erfahren. Da freute ich mich gleich noch mehr, da ich mich immer etwas schwer tue mit Klassikern. Dieses hier hat mich aber auf guter Weise sehr überrascht.

Jerusha Abbott ist eine 18-jährige Waise, die sich um die jüngeren Kinder kümmert. Da sie wegen ihren guten Noten, insbesondere in Englisch und das Schreiben, aufgefallen ist, schickt sie ein reicher Gönner aufs College. Die Bedingung: sie muss ihm jeden Monat einen Brief schreiben und über ihre Fortschritte informieren. Jerusha "Judy" ist ein schlaues Mädchen mit Humor und hat eine blühende Fantasy und aktive Auffassungsgabe. Da ihr Gönner anonym bleiben möchte, nennt sie ihn Daddy Langbein und schreibt ihm, sogar mehrmals monatlich, Briefe über ihre Ausbildung und Privatleben. Denn, er ist nun ihre ganze Familie. Judy entwickelt sich zu einer bescheidenen, schlauen und selbstständigen jungen Frau, die vieles lernt und schöne Momente erlebt. Irgendwann taucht ein gewisser Jervis Pendleton auf und sie beginnt ihn mehrmals in ihren Briefen zu erwähnen. Ob das was zu bedeuten hat?

Dass es ein Brief-Roman ist, habe ich nicht gewusst. Solche Bücher sind schon etwas heikel, da muss der Schreibstil zur Geschichte passen. Überraschenderweise hat mir der Stil sehr gut gefallen und ich las das Buch mit Freuden. Rührend, wie es für Judy angefangen hat. Ein schlaues Mädchen, dass ihr Potential nicht ausschöpfen kann, da sie ein Waisenkind ist. Und plötzlich ändert sich ihr Leben, als ein Gönner sie fördern möchte. Wir verbringen zusammen mit ihre Zeit auf dem College, was sie alles erlebt, welche Fächer sie Besucht und was sie im Privaten noch alles anstellt. Die Briefe sind mit viel Humor geschrieben, manchmal auch frech, manchmal engstirnig, manchmal poetisch. Judy ist sehr begabt im Schreiben, sie wird es garantiert zu einer Schriftstellerin schaffen. Sie ist nicht auf dem Mund gefallen und nutzt ihre Chance, so viel wie möglich zu lernen. Das Geheimnis um Daddy Langbein zog sich durch das ganze Buch und ich fragte mich, warum er anonym bleiben wollte. Warum schrieb er ihr nie persönlich, warum verbot er ihr gewisse Dinge, warum beschenkte er sie an Weihnachten? Ein komischer Gönner mit Herz, so habe ich ihn eingeschätzt. Dann, nach vier Jahren, als Judy ihren Abschluss hat, passierte das unvorhersehbare: sie trifft zum ersten Mal Daddy Langbein persönlich. Ich habe das nicht kommen sehen und ich war angenehm überrascht. 

Ein wirklich süsser, frecher, witziger und gefühlvoller Klassiker. Auch, wenn in diesem Sinne nicht viel passiert, erfahren wir doch einiges aus Judy's Leben. Denn die Briefe sind meist nach ihrer Laune geschrieben, die es so spannend gemacht hat. Vor allem, weil sie ihr Glück zu schätzen weiss und nicht ohne Grund einfach Geld angenommen hat. Sie nahm nur, was sie brauchte und schätze die kleinsten Dinge. Sehr tiefgründig und für alle zu Empfehlen, die gerne solche Geschichten lesen.

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Cover des Buches Patty auf dem Vassar College (ISBN: 9783960271291)bingereadings avatar

Rezension zu "Patty auf dem Vassar College" von Jean Webster

Patty unterhält wie keine Zweite
bingereadingvor 9 Monaten

Nachdem ich bereits "Lieber Feind" und "Lieber Daddy Long-Legs" von Jean Webster gelesen hatte und mir beide Bücher sehr gut gefallen haben, habe ich überall nach einer deutschen Ausgabe ihres Romans "Patty auf dem Vassar College" gesucht und bin schließlich auch fündig geworden. Diese Übersetzung ist zugegebenermaßen nicht die Beste, an der einen oder anderen Stelle wurde wohl ein grammatikalischer Fehler übersehen, doch das schadet dem Unterhaltungswert des Buches nur minimal.

Bei kaum einem anderen Buch habe ich in letzter Zeit so gelacht wie bei "Patty auf dem Vassar College". Das Buch ist in etwa ein Dutzend kurzer Geschichten über die Protagonistin, eine Studentin names Patty Wyatt, und ihre Freundinnen und Dozenten am College unterteilt. All diese Geschichten sind sehr lustig, doch keineswegs flach und aus den meisten der Ungeschicke und Streiche, die passieren, erwächst am Ende doch noch etwas Gutes. 

Außerdem lernt man durch dieses Buch sehr viel über die amerikanischen Frauen-Colleges um 1900 und den Alltag der damaligen Studentinnen. Ich fand es sehr erstaunlich, wie fortschrittlich die Colleges damals schon waren.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der auch schon andere Bücher von Jean Webster mochte oder auch die "Anne auf Green Gables"-Reihe gern gelesen hat, da "Patty auf dem Vassar College" durch den episodenartigen Aufbau und den Humor, der der Geschichte innewohnt, diesen Büchern sehr ähnelt.

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Gespräche aus der Community

Hallo,

von Zeit zu Zeit sehe ich all meine Bücher durch und versuche dann auszusortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. Ich merke, dass es mir zunehmend keine "Freude bereitet" zu viele ungelesene Bücher zu Hause zu haben. Denn irgendwie greife ich nur ganz selten nach den Büchern, die schon hier stehen und lese stattdessen die ganz neuen. Ideal wäre es also wohl in meiner Vorstellung, wenn ich einfach nur noch bei Bedarf 1-2 neue Bücher kaufen und direkt lesen würde. Nun kommt das große ABER: 

Ich habe gestern abend alle ungelesenen Bücher aus dem Regal geholt, genau angesehen und überlegt. Am Ende hatte ich 3 Stapel: 1. Definitiv behalten, 2. Anlesen und dann entscheiden, 3. Definitiv weggeben

Leider war der Stapel Nr. 3 dann am Ende mit 37 Büchern verhältnismäßig klein, Stapel 1 immerhin etwas kleiner als Stapel 2. Zugleich habe ich nun ein Problem - so viele Bücher kann ich einfach nicht anlesen und so entscheiden.

Deshalb dachte ich mir, vielleicht möchtet ihr mir bei der Entscheidung helfen? Ich hänge euch mal ein Fotos der Bücher an, bei denen ich unsicher bin, ob ich sie behalten möchte. Kennt ihr etwas davon? Und was würdet ihr sagen - behalten oder weggeben? Eine Begründung für eure Entscheidung wäre natürlich spannend. Falls die  Bücher auf den Fotos nicht gut genug zu erkennen sind, hänge ich sie euch an.

Ich bin es auch ein bisschen leid, Bücher zu lesen, die mich nicht völlig begeistern. Leider werde ich immer anspruchsvoller und somit ist die Chance, ein echtes Highlight zu entdecken, immer geringer. Aber vielleicht verbirgt sich hier ja doch das ein oder andere.

Ich bin gespannt, was ihr sagt!

PS: Die GEO-Zeitschriften dürfen ignoriert werden ;-)

99 Beiträge
Daniliesings avatar
Letzter Beitrag von  Daniliesingvor 2 Jahren

Hallo,

ich habe tatsächlich ganz viel verschenkt oder einfach raus an die Straße gestellt. Mittlerweile haben sich aber irgendwie auch schon wieder einige angesammelt. Eine neue Runde ist wohl in Kürze nötig.

Danke dir auf jeden Fall für dein Feedback!

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