Jasmina Kuhnke

 4,2 Sterne bei 100 Bewertungen

Lebenslauf von Jasmina Kuhnke

Jasmina Kuhnke wurde 1982 in Hagen geboren. Sie arbeitet als TV-Autorin und Kolumnistin für ein Satire Magazin. Jasmina lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Köln. Sie engagiert sich in der Öffentlichkeit unter ihrem Künstlernamen Quattromilf – „Mom I´d like to follow“ gegen Rassismus und Diskriminierung.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783785784075)

Schwarzes Herz

 (12)
Neu erschienen am 29.10.2021 als Hörbuch bei Lübbe Audio.

Alle Bücher von Jasmina Kuhnke

Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783498002541)

Schwarzes Herz

 (88)
Erschienen am 19.10.2021
Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783785784075)

Schwarzes Herz

 (12)
Erschienen am 29.10.2021

Neue Rezensionen zu Jasmina Kuhnke

Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783498002541)L

Rezension zu "Schwarzes Herz" von Jasmina Kuhnke

Wichtiger denn je
Luischen2002vor 2 Tagen

„Schwarzes Herz“ erzählt die Geschichte der Protagonistin. Besser gesagt: die eigentlich grauenvolle Vergangenheit der Protagonistin geprägt von Rassismus, Misogynie und Gewalt. 

Dieses Buch könnte aktueller denn je nicht sein. Es befasst sich mit Problemen in der Gesellschaft, die wir seit vielen Jahren ignorieren und langsam endlich mal angehen sollten. Es gibt uns einen neuen Blick auf die „Opfer“ der Gesellschaft und wie diese zu eben diesen werden: Nämlich nur durch ihre bloße Existenz. Es zeigt, wie leicht man getrieben vom Umfeld in einen Strudel geraten kann, der einen immer tiefer in den Abgrund zieht ohne es am Anfang zu merken und wie schwer es sein kann, dort wieder raus zu kommen.

Gefühlsgeleitet und nicht chronologisch erzählt die Protagonistin ihre Geschichte und wie sie zu der wurde, die sie heute ist. Ein gutes Buch, was aber nicht jede Seele verkraften kann.

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Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783498002541)D

Rezension zu "Schwarzes Herz" von Jasmina Kuhnke

Wütender Befreiungsschlag!
DerMedienbloggervor 6 Tagen

Wut. In Jasmina Kuhnkes Debütroman brodelt es vor überschäumender Wut: von offensivem und aggressivem Hass, sozialisierter und teils unterschwelliger Diskriminierung und verzweifeltem, schambesetztem Zorn. „Schwarzes Herz“ erzählt die Geschichte einer Ich-Protagonistin, die Opfer der rassistischen und patriarchalen Umstände ist, in denen wir leben. – Eine Rezension von Johannes Streb


Rauer Ton wie ein Schlag ins Gesicht

Die Autorin schreibt offen und direkt; schon die ersten Seiten, in denen Kuhnke ihren unbarmherzigen Ton klarstellt, wirken wie ein Schlag ins Gesicht. In angenehm unverschnörkeltem, parataktischem Erzählstil nimmt sie kein Blatt vor den Mund – und scheut sich nicht davor, ihre Leser*innen mit (noch immer) aktuellen sprachlichen Wirklichkeiten zu konfrontieren.


„Schwarzes Herz“ lässt sich, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen. Die Sätze, die Kapitel, das ganze Buch ist recht kurz und lässt dem Lesepublikum bei all seiner inhaltlichen Härte nur wenig Luft zum Aufatmen. Die Triggerwarnung zu Beginn sollte daher gut studiert werden. 


Bericht rassistischer und sexistischer Gewalterfahrungen

Im Zentrum des Romans steht eine namenlose Schwarze Protagonistin, die ihre rassistischen und sexistischen Gewalterfahrungen aus der Ich-Perspektive teilt. Ihre ganze Lebenskraft zieht sie aus ihrer Funktion aus Mutter; verzweifelt versucht sie, ihre Kinder vor der Wut und der Gewaltbereitschaft in ihrem Umfeld zu schützen. Dieses Motiv gibt ihr, auch wenn wir ihren Namen nie kennenlernen, eine immense Kraft als zentrale Figur. 


Gleichzeitig bekräftigt dieser Verfremdungseffekt der Namenlosigkeit die gesellschaftliche Omnipräsenz der Anfeindungen: Jede*m könnte das passieren, überall. Und es ist wichtig, dass darüber immer wieder gesprochen wird und werden kann – im politischen Sinne, aber auch im privaten Kreise. Kuhnke stellt eine verbitterte Vision der Isolation und unerwiderten Liebe dar, denn die Hauptfigur ist alleine mit ihren Problemen: keine*r hört ihren Schmerz, niemand würdigt die Kraft, die sie für ihre Kinder dennoch aufbringt, ihr fehlt es an Ansprechpartner*innen.


Protagonistin mehr Objekt der Umstände als Subjekt

Man wünschte sich, Kuhnke würde sich ein wenig mehr Zeit für subtile und persönliche Töne lassen: Oft wirkt das Buch mehr wie eine Bestandsaufnahme als eine szenische Erzählung. Einige ungelenke und nicht sofort ersichtliche Zeitsprünge in der Handlungschronologie sorgen für einen kurzen Verwirrungsmoment. Diese Distanz ist teils so groß, dass die Protagonistin entfremdet wirkt – andererseits zeigt sie ihre Position als von ihren Umständen gebeutelte Figur. Sie ist mehr Objekt als Subjekt, und bis auf ihre Liebe zu ihren Jüngsten wird sie in „Schwarzes Herz“ nicht zu viel mehr emotional befähigt, als die Ungerechtigkeiten zu ertragen. 


Befreiender Trotz gegen bestehende Machtgefälle

Der Leistungssport stellt hier eine glaubwürdige Kompensationsmöglichkeit für sie dar, in denen sie sich über gesellschaftliche Unterdrückung, über fehlende Selbstwertgefühle und das manifestierte Gefühl, nicht dazu zu gehören, hinwegsetzen kann. Hier möchte sie jemand sein, unabhängig von ihrer Geschichte, ihrer Herkunft – und doch: allein.


„Schwarzes Herz“ ist, wie eingangs schon erwähnt, ein wütendes Buch. Auf jeder Seite spürt man das Verlangen der Autorin, Klartext zu sprechen und bestehenden Machtgefällen zu trotzen: sei es das Patriarchat, seien es Rassist*innen, seien es Nazis und Skinheads. Wenn sich diese Frustration auf die Leser*innen überträgt, dann kann daraus eigene Handlungsbereitschaft erwachsen – eine große Qualität des Buchs. Das Schlussplädoyer kann vielen Betroffenen Kraft und Identifikationsmöglichkeiten bieten.


Fazit

„Schwarzes Herz“ rüttelt wach und tut weh – ein kraftvolles und wütendes Plädoyer.


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Cover des Buches Schwarzes Herz (ISBN: 9783498002541)K

Rezension zu "Schwarzes Herz" von Jasmina Kuhnke

Harter Tobak
Karoberivor 6 Tagen

Der Debütroman >Schwarzes Herz< von Jasmina Kuhnke handelt von einer schwarzen, in Deutschland geborenen Ich-Erzählerin, dessen Mutter Kroatin ist. Den aus Senegal stammenden Vater lernt sie nie kennen. Dafür widerfährt ihr in Ihrem Leben von klein an sehr viel Gewalt, Rassismus, Diskriminierung, Misogynie und Krankheiten.

Vorneweg und im Anhang gibt es umfangreiche Triggerwarnungen! Das Buch mit seinen 205 Seiten unterteilt sich in insgesamt 58, meist recht kurze Kapitel. Darin werden verschiedene Momente und Zeiträume aus ihrem Leben betrachtet: von ihrer eigenen Geburt, über Kindheit, Schule, ihren Eltern, Großeltern, Freunden, ihrer Leidenschaft -dem Laufen- bis hin zu ihrer Ehe mit eigenen Kindern. Dabei wird nicht chronologisch vorgegangen, sondern man springt immer hin und her. Das hat mir am Anfang noch recht gut gefallen, doch im Fortlauf des Buches fiel es mir immer schwerer diesen Zeitsprüngen zu folgen. Für mich ist dieses Durcheinander nicht so ganz nachvollziehbar. Auch in mancherlei Hinsicht sind einige Aussagen nicht so ganz stimmig (z.Bsp. keiner wollte mit ihr in der Schule sprechen, sie war ganz allein/ in anderen Kapiteln jedoch spricht sie von ihren Freund*innen). Vielleicht kam es mir auch nur so vor, da ich nicht immer genau wusste, welcher Zeitpunkt gerade war.

Manch einer wird sagen, dass ist ja auch nicht so relevant. Hier geht es schließlich um wichtigeres, um etwas größeres, um das Thema Rassismus. Aber da das Buch trotzallem als ein Roman gelten soll, hätte ich da schon mehr Wert drauf gelegt.

Die Ich-Erzählerin nennt sich selbst afrodeutsche Kroatin. Sie fühlt sich nie so recht dazugehörig. Weder in ihrer eigenen Familie und Verwandtschaft noch in der Schule. Schon von Kind an muss sie sich, zunächst oft unterschwellig, rassistische Beleidigung anhören. Als Kind kann sie damit noch gar nicht umgehen. Je älter sie wird, desto bewusster wird ihr, dass ihr Leben scheinbar weniger wert ist. Sie glaubt, sie habe es verdient. Sie wäre selbst schuld an allem. Immer wieder wird ihr das gesagt, von den Erwachsenen, besonders ihrem Stiefvater, von Lehrern, später Ex-Freunden und ihrem Gatten. Ihre Ehe wird zu einem Martyrium.

Häusliche Gewalt kann einem auch ohne rassistischen Hintergründen passieren. Viele Frauen rutschen in eine toxische Beziehung, machen sich physisch und psychisch abhängig vom Partner. Wissen kaum, wie sie aus dieser Beziehung ausbrechen sollen, haben meist keine Kraft dazu. Die Behandlung dieser Thematik im Buch sogar bis dahin, dass andere (betroffene) Frauen sich wiedererkennen, sich verstanden und gestärkt fühlen könnten, wurde gut umgesetzt. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

Autobiographische Züge von Jasmina Kuhnke sind nicht zu übersehen. Jedoch gibt es nirgendwo genauere Hinweise, inwieweit die Geschichte das wahre Leben der Autorin widerspiegelt. Der Schreibstil ist einerseits flüssig und meist nachvollziehbar. An einigen Stellen jedoch fand ich die Ausdrucksform zu krass, zu agro und zu agressiv. Das fand ich trotz des Themas nicht wirklich passend.

Ich muss sagen, ich habe eine sehr zwiegespaltene Meinung zu dem Buch. Es ist des Inhalts wegen auf jedem Fall lesenswert. Künstlerisch gesehen ist es jedoch kein Meisterwerk geworden. 

Ich vergebe daher nur 3,5 Sterne.

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